DE10131784A1 - Vorrichtung zum Fördern von fließ- und schüttfähigem Fördergut - Google Patents
Vorrichtung zum Fördern von fließ- und schüttfähigem FördergutInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Fördern von fließ- oder schüttfähigem Fördergut. Sie weist mindestens einen vorzugsweise mit hydraulischen Mitteln (26) hin- und herverschiebbaren Förderkolben (24), ein den Förderkolben (24) an seiner Mantelfläche (42) axial führendes Lagerrohr (30), einen an das Lagerrohr in Förderrichtung axial anschließenden, über einen Zuführtrichter (12) mit Fördergut beschickbaren Füllraum (20) und einen axial im Verschiebeweg des Förderkolbens (24) angeordneten, eingangsseitig in den Füllraum (20) und ausgangsseitig an ein Austragrohr (14) angeschlossenen Förderzylinder (32) auf. Der Förderkolben (24) gibt in seiner in das Lagerrohr (30) zurückgezogenen Endstellung den Füllraum (20) zum Zuführtrichter (12) frei, während er beim Vorschub den Füllraum (20) unter Mitnahme von Fördergut durchdringt und in den Förderzylinder (32) eindringt. Um eine verspannungs- und verschleißfreie Führung des Förderkolbens zu ermöglichen, ist der Förderkolben (24) über Führungsrollen (66) am Lagerrohr (30) achszentral abgestützt und geführt.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern von fließ- oder schüttfähigem Fördergut mit mindestens einem vorzugsweise mit hydraulischen Mitteln hin- und herverschiebbaren Förderkolben, mit einem den Förderkolben an seiner Mantelfläche axial führenden Lagerrohr, mit einem an das Lagerrohr in Förderrichtung axial anschließenden, über einen Zuführkanal oder -trichter mit Fördergut beschickbaren Füllraum, und mit einem axial im Verschiebeweg des Förderkolbens angeordneten, eingangsseitig an den Füllraum und ausgangsseitig an ein Austragrohr angeschlossenen Förderzylinder, wobei der Förderkolben in seiner in das Lagerrohr zurückgezogenen Endstellung den Füllraum zum Zuführkanal oder -trichter freigibt und beim Vorschub den Füllraum unter Mitnahme von Fördergut durchdringt und in den Förderzylinder eindringt.
- Bei einer bekannten Fördervorrichtung dieser Art (EP-B-0 681 672), die für den Transport von Metallschrott bestimmt ist, ist der als Plungerzylinder ausgebildete Förderkolben in einer Gleitführung des Lagerrohrs geführt. In das Lagerrohr sind in der Nähe seines füllraumseitigen Endes außerdem nach innen weisende Nuten zur Aufnahme von Abstreif und Feindichtringen eingedreht. Der Spaltraum zwischen dem Lagerrohr und dem Förderkolben wird über Schmierbohrungen über eine zentrale Schmieranlage mit Schmieröl beaufschlagt. Der in den Förderzylinder eindringende Kolben liegt eintrittsseitig dicht gegen dessen Wand an, so daß bei jedem Rückhub Vakuum entsteht. Um sicherzustellen, daß beim Rückhub kein Material aus dem Förderrohr in den Füllraum zurückgesaugt wird, ist im Förderrohr hinter dem Förderzylinder ein Querschieber angeordnet, der vor jedem Rückhub des Förderzylinders geschlossen und vor jedem Druckhub wieder geöffnet wird. Als nachteilig wird die hohe Verschleißanfälligkeit im Bereich des Lagerrohrs angesehen. Außerdem ist die bekannte Fördervorrichtung nicht ohne weiteres geeignet, das Fördergut aus einem unter Überdruck stehenden Füllraum in einen atmosphärischen Außenraum zu fördern, ohne daß die Gefahr eines Druckdurchbruchs besteht.
- Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die bekannte Vorrichtung der eingangs angegebenen Art dahingehend zu verbessern, daß die Verschleißanfälligkeit vor allem im Bereich des Lagerrohrs reduziert wird.
- Zur Lösung dieser Aufgabe wird die im Patentanspruch 1 angegebene Merkmalskombination vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
- Die erfindungsgemäße Lösung wird im wesentlichen darin gesehen, daß der Förderkolben über Führungsrollen am Lagerrohr achszentral abgestützt und geführt ist. Vorteilhafterweise sind die Führungsrollen an außenseitig mit dem Lagerrohr lösbar verbundenen Lagerböcken gelagert, wobei sie mit ihrer Lauffläche durch Wandöffnungen des Lagerrohrs in Richtung Mantelfläche des Förderkolbens hindurchgreifen. Um eine Formanpassung der Führungsrollen und einen Verschleißausgleich zu ermöglichen, wird gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, daß die Führungsrollen eine elastisch verformbare Lauffläche aufweisen. Die Führungsrollen können zu diesem Zweck zumindest partiell im Bereich der Laufflächen aus einem elastisch verformbaren Material, beispielsweise aus einem Schwerlast-Polyamid bestehen.
- Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Führungsrollen jeweils um eine quer zur Verschieberichtung des Förderkolbens ausgerichtete Drehachse in ihren Lagerböcken gelagert. Die Lagerbökke ihrerseits können um eine zur Drehachse der zugehörigen Führungsrolle parallele Schwenkachse gegenüber dem Lagerrohr verschwenkt und an ihrem der Schwenkachse bezüglich der Rollenachse gegenüberliegenden Ende unter Anpassung der Führungsrolle an die Mantelfläche des Förderkolbens am Lagerrohr fixiert, vorzugsweise festgeschraubt werden. Eine weitere Verbesserung der Führungseigenschaft kann dadurch erzielt werden, daß die Führungsrollen eine zur zylindrischen Mantelfläche des Förderkolbens komplementäre konkave Laufflächenkrümmung aufweisen.
- Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Führungsrollen in mindestens zwei, vorzugsweise drei einen Abstand voneinander aufweisenden Axialpositionen des Lagerrohrs angeordnet, während sie in jeder Axialposition in mindestens drei einen Winkelabstand voneinander aufweisenden Umfangspositionen des Lagerrohrs angeordnet sein können. Eine weitere Verbesserung der Abstützung wird erzielt, wenn jeder Umfangsposition zwei in Umfangsrichtung benachbarte Führungsrollen zugeordnet sind.
- Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß der plungerartige Förderkolben einen mit einer Stirnplatte geschlossenen Hohlzylinder aufweist, und daß in dem Hohlzylinder ein achszentral ausgerichteter hydraulischer Antriebszylinder angeordnet ist, dessen Kolbenstange innenseitig an der Stirnplatte des Kolbens und dessen Zylinderteil lagerrohrfest angelenkt sind. Um eine querkraftfreie Betätigung der Antriebszylinder zu gewährleisten, weisen das stirnplattenfeste und das lagerrohrfeste Gelenk senkrecht zueinander und zur Kolbenstange ausgerichtete Gelenkachsen auf. Weiter ist es zu diesem Zweck von Vorteil, wenn das Zylinderteil des Antriebszylinders in der Nähe seines stangenseitigen Endes über mindestens zwei in Umfangsrichtung einen Abstand voneinander aufweisende Laufrollen an der Innenfläche des Hohlzylinders abgestützt ist. Die Laufrollen weisen dabei zweckmäßig einen Winkelabstand von 60 bis 120°, vorzugsweise von 90° voneinander auf.
- Um eine zuverlässige Überwachung des Vorschubwegs des Förderzylinders zu ermöglichen, ist der Antriebszylinder mit einem Wegmeßsystem zur Bestimmung des Kolbenhubs ausgestattet. Das Wegmeßsystem kann dabei einen kolbenfesten Dauermagneten und einen mit dem Dauermagneten zusammenwirkenden zylinderfesten Rohr mit innenliegendem Wellenleiter aus magnetisierbarem Material aufweisen.
- Um sicherzustellen, daß beim Ausfall einer Führungsrolle eine Notführung gewährleistet ist, können im Bereich der Führungsrollen Notführungsleisten aus einem gleitfähigen Material, vorzugsweise aus Bronze, angeordnet werden.
- Das erfindungsgemäße Lagerrohr und der Vorschubweg des Förderkolbens können so aufeinander abgestimmt werden, daß der Förderkolben beim Einfahren in den Förderzylinder aus dem Bereich der in der rückwärtigen Axialposition befindlichen Führungsrollengruppe austaucht. In diesem Falle reichen die Führungsrollen im Bereich der weiteren Axialposition aus, um den Förderzylinder axial auszurichten und zu führen.
- Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß das Lagerrohr an seinem füllraumseitigen Ende eine dichtend gegen die Mantelfläche des Förderkolbens anliegende austauschbare Dichtungskassette trägt, die an ihrem füllraumseitigen Ende einen gegen die Mantelfläche des Förderkolbens weisenden schneidenartigen Abstreifer sowie eine im Abstand von diesem angeordnete Feindichtung trägt.
- Um einen erhöhten Materialverschleiß auf der Seite des Förderzylinders zu vermeiden, greift der Förderkolben gemäß einer Weiterbildung der Erfindung mit radialem Spiel in den Förderzylinder ein, wobei der Förderzylinder eine in Umfangsrichtung wellige oder polygonförmige Innenfläche aufweisen kann.
- Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1a eine schaubildliche Darstellung einer Abraum-Austragschleuse für den Einsatz im Tunnelbau;
- Fig. 1b und 1c eine Seitenansicht und eine Draufsicht der Austragschleuse nach Fig. 1a mit auf den Füllraum aufgesetztem Zuführtrichter;
- Fig. 1d eine Seitenansicht einer Tunnelbohrmaschine mit Austragsschleuse nach Fig. 1a bis c;
- Fig. 2a bis c zwei um 90° gegeneinander versetzte Längsschnitte sowie ein Querschnitt des als Plungerzylinder ausgebildeten Förderkolbens der Austragvorrichtung nach Fig. 1a bis c;
- Fig. 3a und b eine Stirnseitenansicht und eine Seitenansicht der füllraumseitigen Dichtkassette des Lagerrohres;
- Fig. 3c einen Schnitt entlang der Schnittlinie A - A der Fig. 3a;
- Fig. 4a bis e ein vergrößertes Detail aus Fig. 3c in verschiedenen Schnittebenen A bis E der Fig. 3a;
- Fig. 5a eine Draufsicht auf den segmentierten Abstreifring der Dichtungskassette nach Fig. 4a bis e;
- Fig. 5b eine Draufsicht auf eines der Schneidringsegmente nach Fig. 5a;
- Fig. 5c einen Schnitt entlang der Schnittlinie A - A der Fig. 5b;
- Fig. 6a und b eine Seitenansicht und eine Innenansicht eines Segments der Feindichtung nach Fig. 4a bis e;
- Fig. 7a bis c eine Führungsrolle des Lagerrohrs der Austragschleuse nach Fig. 1a bis c in schaubildlicher Darstellung und in drei Seitenansichten.
- Die in der Zeichnung dargestellte Austragschleuse 8 ist für den Einsatz in Tunnelvortriebsmaschinen 1 bestimmt. Sie weist zu diesem Zweck eine schräg nach oben gerichtete Flanschplatte 10 und einen Zuführtrichter 12 auf, womit sie an ein mit einer Förderschnecke 2 bestücktes Transportrohr 3 für den in der Abbaukammer 4 der Tunnelvortriebsmaschine 1 anfallenden Abraum 5 anschließbar ist. Der in der Regel nicht pumpfähige erdige oder steinige Abraum 5 wird unter einem aufgrund des Erdrucks erhöhten Druck p > patm über einen Steinbrecher 7 und den Zuführtrichter 12 der Austragschleuse 8 zugeführt und über die Austragrohre 14 gegen Atmosphärendruck patm zur Weiterförderung beispielsweise über einen Bandförderer 6 ausgeschleust. Die beiden in der Nähe der Flanschplatte 10 angeordneten Haken 16 dienen der Montage- und Wartungserleichterung.
- Die Austragschleuse 8 weist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel zwei im Gegentakt arbeitende Fördervorrichtungen oder Schleusenteile 18 auf, die im wesentlichen gleich aufgebaut sind. Die beiden Schleusenteile enthalten jeweils einen Füllraum 20, die über eine Trennwand 22 voneinander getrennt und über den gemeinsamen Zuführtrichter 12 mit Fördergut beschickbar sind. In jedem Schleusenteil befindet sich ein als Plunger ausgebildeter Förderkolben 24, der über einen hydraulischen Antriebszylinder 26 hin- und herverschiebbar ist. Jedem Förderkolben 24 ist axial hintereinander ein Stützkäfig 28, ein Lagerrohr 30, einer der Füllräume 20, ein Förderzylinder 32, ein Zwischenrohr 34 mit Querschieber 36 sowie eines der Austragrohre 14 zugeordnet. Die im Gegentakt antreibbaren Förderkolben 24 geben in ihrer in das Lagerrohr 30 zurückgezogenen Endstellung den Füllraum 20 zum Zuführtrichter frei und dringen beim Vorschub unter Mitnahme von Fördergut aus dem Füllraum 20 in den jeweiligen Förderzylinder 32 ein. Das Fördergut wird im Förderzylinder 32, im anschließenden Zwischenrohr 34 und im Austragrohr 14 unter Bildung eines Pfropfens so verdichtet, daß es zu einer luftdichten Abdichtung zwischen dem Füllraum 20 und dem außerhalb der Austrittsöffnung 38 des Austragrohrs 14 befindlichen Außenraum kommt.
- Bei jedem Förderhub wird ein Teil des Pfropfens über die Austrittsöffnung 38 nach außen verdrängt. In der Austrittsöffnung 38 befinden sich messerartige Trennorgane 40, die den austretenden Pfropfenabschnitt zerteilen und zerbrechen. Bei jedem Förderhub wird der Pfropfen durch nachrückendes verdichtetes Fördergut erneuert.
- Zu Beginn eines Fördervorgangs, wenn noch kein Pfropfen vorhanden ist, muß zunächst ein Pfropfen aufgebaut werden. Zu diesem Zweck sind die beiden Querschieber 36 vorgesehen, die aus Platzgründen in axialer Richtung versetzt gegeneinander angeordnet sind. Zunächst werden die Querschieber in ihre Schließstellung gebracht. Sodann wird Fördergut mit dem jeweiligen Förderkolben 24 mit verminderter Vorschubkraft gegen den in den Vorschubweg eingreifenden Querschieber 36 innerhalb des Zwischenrohrs 34 gedrückt und dabei unter Pfropfenbildung verdichtet. Der Verschiebeweg des Förderkolbens 24 wird mit einem mit dem hydraulischen Antriebszylinder 26 verbundenen Wegmeßsystem 62, 64 überwacht. Sobald ein ausreichender Pfropfen aufgebaut ist, werden die Querschieber 36 geöffnet und die Pfropfen bei den nachfolgenden Förderhüben der Förderkolben 24 in das zugehörige Austragrohr 14 verschoben, bis sie zur Austrittsöffnung 38gelangen. Um die Pfropfenbildung je nach Konsistenz des Förderguts zu beeinflussen und einen vorhandenen Pfropfen zu stützen, können im Bereich der Austrittsöffnungen 38 nicht dargestellte Blenden mit unterschiedlichen Öffnungsquerschnitten eingesetzt werden.
- Zur Vermeidung einer Vakuumbildung beim Zurückziehen des Kolbens aus dem Zylinder, die zum Aufbrechen des Pfropfens führen könnte, werden Förderkolben 24 und Förderzylinder 32 so bemessen, daß zwischen diesen ein Spaltraum für den Luftdurchtritt zwischen Füllraum 20 und Zwischenrohr 34 freibleibt. Die Innenfläche des Austragrohrs, des Zwischenrohrs und ggf. auch des Förderzylinders sind mit Verschleißleisten bestückt, die von außen durch die jeweilige Rohrwand hindurch lösbar angeschraubt sind. Die Verschleißleisten ergänzen sich zu einer im Querschnitt unrunden, vorzugsweise polygonförmigen Innenfläche.
- Wie aus den Fig. 2a bis c zu ersehen ist, wird die Mantelfläche 42 des Förderkolbens 24 durch einen langgestreckten Hohlzylinder 44 gebildet, dessen freie Stirnseite durch eine Stirnplatte 46 verschlossen ist und in dem sich der hydraulische Antriebszylinder 26 befindet. Der Zylinderteil 48 des Antriebszylinders 26 ist an seinem Bodenteil 50 über ein Gelenk 52 am rückwärtigen Ende des Stützkäfigs 28 angelenkt und an seinem stangenseitigen Ende über zwei Abstützrollen 54, die einen Winkelabstand von 90° voneinander aufweisen, an der Innenfläche des Hohlzylinders 44 abgestützt und geführt. Die Kolbenstange 56 des Antriebszylinders ist über ein Gelenk 58 an der Innenseite der Stirnplatte 46 angelenkt. Die Gelenkachsen der Gelenke 52 und 58 sind dabei senkrecht zueinander und zur Verschieberichtung der Kolbenstange 56 ausgerichtet. Die Kolbenstange 56 weist einen achszentralen Hohlraum 60 auf, in den ein am bodenseitigen Ende des Zylinderteils fixiertes Edelstahlrohr 62, welches einen Wellenleiter schützt, achszentral eingreift. Der Wellenleiter 62 bildet zusammen mit einem kolbenstangenfesten Permanentmagneten 64 das Wegmeßsystem, mit welchem die momentane Verschiebelage des Förderkolbens 24 gemessen werden kann.
- Innerhalb des Lagerrohrs 30 ist der Föderkolben 24 achszentral abgestützt und geführt. Zu diesem Zweck sind außenseitig an dem Lagerrohr Führungsrollen 66 angeordnet, die mit ihrer Lauffläche 68 durch Wandöffnungen des Lagerrohrs in Richtung Mantelfläche 42 des Förderkolbens hindurchgreifen. Die aus einem elastomeren Material, vorzugsweise aus Schwerlast-Polyamid bestehenden Führungsrollen 66 sind jeweils an einem Lagerbock 70 gelagert. Jeder Lagerbock ist mit seinem einen Ende an einem lagerrohrfesten Schwenklager 72 angelenkt und an seinem anderen Ende mit einer federunterstützten Schraube 74 mit dem Lagerrohr 30 verschraubt. Die Lauffläche 68 der Führungsrollen weist eine zur Mantelfläche 42 des Förderkolbens 24 komplementäre konkave Querkrümmung auf (Fig. 7c). Wie aus Fig. 1a bis c zu ersehen ist, sind die Führungsrollen in drei einen Abstand voneinander aufweisenden Axialpositionen und in drei in Umfangsrichtung einen Abstand voneinander aufweisenden Umfangspositionen angeordnet, wobei jede Umfangsposition mit jeweils zwei nebeneinander angeordneten Führungsrollen bestückt ist. Der Förderkolben 24 ist so dimensioniert, daß er beim Einfahren in den Förderzylinder 32 aus dem Bereich der in der rückwärtigen Axialposition befindlichen Führungsrollen 66 austaucht.
- An seinem füllraumseitigen Ende weist das Lagerrohr 30 eine Dichtungskassette 76 auf, die schwimmend zwischen zwei O-Ringen 78, 80 in einer Ausnehmung des Lagerrohrendes mit Hilfe eines Spannringes 82 eingespannt und leicht austauschbar ist. Die Dichtungskassette 76 weist einen metallischen ringförmigen Grundkörper 84 auf, der innenseitig mit Umfangsnuten 86 zur Aufnahme eines radial verstellbaren Abstreifers 88 und einer radial verstellbaren Feindichtung 90 aus elastomerem Material versehen ist. Die Umfangsnuten 86 für den Abstreifer 88 und für die Feindichtung 90 sind durch einen in einer ringförmigen Ausnehmung 92 des Grundkörpers 84angeordneten Einsatzring 94 begrenzt. Wie aus den Fig. 5a bis c, 6a und b zu ersehen ist, sind der Abstreifer 88 und die Feindichtung 90 aus mehreren, in Umfangsrichtung geteilten Segmenten 88', 90' zusammengesetzt, die gegen je einen radial außen liegenden elastomeren Ring 96, 98 anliegen, und mittelbar über diesen mit einem Druckmittel, beispielsweise mit Fett, beaufschlagbar sind. Die Segmente 88', 90' des Abstreifers 88 und der Feindichtung 90 weisen einander in Umfangsrichtung ergänzende Nuten zur Aufnahme eines geschlossenen elastomeren Halterings 104, 106 auf und sind im Bereich des Halterings gegen den zugehörigen radial außen liegenden Dichtring 96, 98 abgestützt. Um sicherzustellen, daß sich die Segmente 88' des Abstreifers 88 in Umfangsrichtung nicht verdrehen, werden sie mit Hilfe von in den Einsatzring 94 eingesetzten Stiften 130 über die randoffenen Ausnehmungen 132 in den Segmenten 88' in Umfangsrichtung fixiert (vgl. Fig. 5a bis c und Fig. 4a und d). In Fig. 6b ist zu erkennen, daß die Feindichtungssegmente 90' einander in Umfangsrichtung überlappende Stufen 120 aufweisen. Außerdem sind die Feindichtungssegmente 90' aus zwei elastomeren Segmentteilen 90", 90''' mit unterschiedlicher Härte zusammengesetzt. Die Umfangsnuten 86 für die Abstreifsegmente 88' und die Feindichtsegmente 90' sind über Kanäle 108, 110 im Grundkörper unabhängig voneinander mit Druckmittel beaufschlagbar. Zu diesem Zweck ist auch der Einsatzring mit Ringkanäle für die Druckmittelzufuhr begrenzenden, zu einer Ringfläche 116 des Grundkörpers hin randoffenen Umfangsnuten 112, 114 versehen. Die Umfangsnuten 112, 114 sind durch in benachbarten Umfangsnuten angeordnete Dichtringe 118 gegeneinander und nach außen hin abgedichtet.
- Ein weiterer Kanal 122 dient zur Zuführung eines Schmier- oder Spülmittels. An seiner Innenfläche weist der Grundkörper weitere umlaufende Nuten zur Aufnahme eines Nutrings 124 und eines elastomeren Führungsbandes 126 auf.
- Die Dichtungskassetten 76 können vorgefertigt und insgesamt ausgetauscht werden. Um die segmentierten Abstreifer 88 und Feindichtungen 90 sowie die Nutringe 124 und Führungsbänder 126 im vorgefertigten Zustand in ihrer Position zu halten, ist ein Montagerohr 128 vorgesehen, das im Zuge der Montage beim Aufschieben der Dichtungskassette 76 auf den Förderkolben 24 aus der Dichtungskassette ausgeschoben wird.
- Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Fördern von fließ- oder schüttfähigem Fördergut. Sie weist mindestens einen vorzugsweise mit hydraulischen Mitteln 26 hin- und herverschiebbaren Förderkolben 24, ein den Förderkolben 24 an seiner Mantelfläche 42 axial führendes Lagerrohr 30, einen an das Lagerrohr in Förderrichtung axial anschließenden, über einen Zuführtrichter 12 mit Fördergut beschickbaren Füllraum 20 und einen axial im Verschiebeweg des Förderkolbens 24 angeordneten, eingangsseitig an den Füllraum 20 und ausgangsseitig an ein Austragrohr 14 angeschlossenen Förderzylinder 32 auf. Der Förderkolben 24 gibt in seiner in das Lagerrohr 30 zurückgezogenen Endstellung den Füllraum 20 zum Zuführtrichter 12 frei, während er beim Vorschub den Füllraum 20 unter Mitnahme von Fördergut durchdringt und in den Förderzylinder 32 eindringt. Um eine verspannungs- und verschleißfreie Führung des Förderkolbens zu ermöglichen, ist der Förderkolben 24 über Führungsrollen 66 am Lagerrohr 30 achszentral abgestützt und geführt.
Claims (25)
1. Vorrichtung zum Fördern von fließ- oder schüttfähigem Fördergut mit
mindestens einem vorzugsweise mit hydraulischen Mitteln hin- und
herverschiebbaren Förderkolben (24), mit einem den Förderkolben (24)
an seiner Mantelfläche (42) axial führenden Lagerrohr (30), mit einem
an das Lagerrohr (30) in Förderrichtung axial anschließenden, über
einen Zuführkanal oder -trichter (12) mit Fördergut beschickbaren
Füllraum (20), und mit einem axial im Verschiebeweg des Förderkolbens
(24) angeordneten, eingangsseitig an den Füllraum (20) und
ausgangsseitig an ein Austragrohr (14) angeschlossenen Förderzylinder
(32), wobei der Förderkolben (24) in seiner in das Lagerrohr (30)
zurückgezogenen Endstellung den Füllraum (20) zum Zuführkanal oder
-trichter (12) freigibt und beim Vorschub den Füllraum (20) unter
Mitnahme von Fördergut durchdringt und in den Förderzylinder (32)
eindringt, dadurch gekennzeichnet, daß der Förderkolben (24) über
Führungsrollen (66) am Lagerrohr (30) achszentral abgestützt und geführt
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Führungsrollen (66) an außenseitig mit dem Lagerrohr (30) lösbar
verbundenen Lagerböcken (70) gelagert sind und mit ihrer Lauffläche (68)
durch Wandöffnungen des Lagerrohrs (30) in Richtung Mantelfläche
(42) des Förderkolbens (24) hindurchgreifen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Führungsrollen (66) eine elastisch verformbare Lauffläche (68)
aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (66) aus einem elastisch
verformbaren Material bestehen.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (66) jeweils um eine quer zur
Verschieberichtung des Förderkolbens (24) ausgerichtete Drehachse in
ihren Lagerböcken (70) drehbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Lagerböcke (70) um eine zur Drehachse der
zugehörigen Führungsrolle (66) parallele Schwenkachse (72) gegenüber dem
Lagerrohr (30) verschwenkbar und an ihrem der Schwenkachse
bezüglich der Rollenachse gegenüberliegenden Ende unter Anpressen der
Führungsrolle (66) gegen die Mantelfläche (42) des Förderkolbens (24)
am Lagerrohr (30) fixierbar, vorzugsweise festschraubbar sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (66) eine zur zylindrischen
Mantelfläche (42) des Förderkolbens (24) komplementäre konkave
Laufflächenkrümmung aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (66) in mindestens zwei,
vorzugsweise drei einen Abstand aufweisenden Axialpositionen des Lagerrohrs
(30) angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Führungsrollen (66) in jeder Axialposition in mindestens drei einen
Winkelabstand voneinander aufweisenden Umfangspositionen des
Lagerrohrs (30) angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß jeder
Umfangsposition zwei in Umfangsrichtung benachbarte Führungsrollen
(66) zugeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß der plungerartige Förderkolben (24) einen einseitig mit
einer Stirnplatte (46) geschlossenen Hohlzylinder (44) aufweist, und
daß in dem Hohlzylinder (44) ein achszentral ausgerichteter
hydraulischer Antriebszylinder (26) angeordnet ist, dessen Kolbenstange (56)
innenseitig an der Stirnplatte (46) des Förderkolbens (24) und dessen
Zylinderteil (48) lagerrohrfest angelenkt sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
stirnplattenseitige Gelenk (58) und das lagerrohrfeste Gelenk (52)
senkrecht zueinander und zur Kolbenstange (56) ausgerichtete
Gelenkachsen aufweisen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß
der Zylinderteil (48) des Antriebszylinders (26) in der Nähe seines
stangenseitigen Endes über mindestens zwei in Umfangsrichtung einen
Abstand voneinander aufweisende Abstützrollen (54) an der
Innenfläche des Hohlzylinders (44) abgestützt sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abstützrollen (54) einen Winkelabstand von 60° bis 120°, vorzugsweise
von 90° voneinander aufweisen.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der Antriebszylinder (26) mit einem Wegmeßsystem (62,
64) zur Bestimmung des Kolbenhubs ausgestattet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das
Wegmeßsystem einen kolbenfesten Permanentmagneten (64) und
einen mit dem Permanentmagneten zusammenwirkenden zylinderfesten
Stab (62) aus magnetisierbarem Material aufweist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß im Bereich der Führungsrollen (66) Notführungsleisten
aus einem gleitfähigen Material, vorzugsweise aus Bronze angeordnet
sind.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (66) und/oder Abstützrollen
kugelgelagert sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (66) zumindest partiell im Bereich der
Laufflächen (68) aus verformungsfähigem Kunststoff, insbesondere aus
Schwerlast-Polyamid bestehen.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, daß der Förderkolben (24) beim Einfahren in den
Förderzylinder (32) aus dem Bereich der in der rückwärtigen Axialposition
befindlichen Führungsrollen (66) austaucht.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 20, dadurch
gekennzeichnet, daß der Antriebszylinder (26) als hydraulischer
Differentialzylinder ausgebildet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch
gekennzeichnet, daß das Lagerrohr (30) an seinem füllraumseitigen Ende
eine luftdicht gegen die Mantelfläche (42) des Förderkolbens (24)
anliegende austauschbare Dichtungskassette (76) trägt.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dichtungskassette (76) an ihrem füllraumseitigen Ende einen gegen die
Mantelfläche (42) des Förderkolbens (24) weisenden schneidenartigen
Abstreifer (88) aufweist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch
gekennzeichnet, daß der Förderkolben (24) mit radialem Spiel in den
Förderzylinder (32) eingreift.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch
gekennzeichnet, daß der Förderzylinder (32) eine in Umfangsrichtung wellige
oder polygonförmige Innenfläche aufweist.
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| DE10131784A DE10131784A1 (de) | 2001-07-04 | 2001-07-04 | Vorrichtung zum Fördern von fließ- und schüttfähigem Fördergut |
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