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Die Erfindung geht aus von einem Haushaltsgerät, insbesondere von einem Backofen,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Aus der DE 41 22 041 A1 ist ein gattungsbildender Backofen bekannt. Der Backofen
besitzt einen Gargutträger tragenden Backwagen, der längsverschiebbar in einem
Backofengehäuse gelagert und schubladenartig aus- und einfahrbar ist. Im hinteren Bereich
des Backofengehäuses ist ein Elektromotor angeordnet, der über ein Winkelgetriebe, eine
sich in Bewegungsrichtung erstreckende Antriebswelle, und über eine an die
Antriebswelle angeformte Gewindespindel mit einer Schneckenverzahnung eines Reibrads und über
das Reibrad mit einer Lauffläche am Backwagen in Wirkverbindung steht. Das Reibrad
wirkt seitlich auf einen im unteren, mittleren Bereich des Backwagens angeordneten,
leistenartigen Antriebszug. Der Antriebszug wird von einem separaten Teil des Backwagens
gebildet und ist in Langlochführungen und backwagenseitigen Stiften am Backwagen
beweglich gelagert. Der Antriebszug ist über eine Federkraft von Federn gegen das Reibrad
gedrückt.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein gattungsgemäßes Haushaltsgerät mit einer
besonders zuverlässigen Antriebseinheit bei geringem konstruktiven Aufwand
bereitzustellen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1
gelöst, während vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung den
Unteransprüchen entnommen werden können.
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Die Erfindung geht aus von einem Haushaltsgerät, insbesondere einem Backofen, mit
einem in einem Gehäuse längsverschiebbaren Wagen und mit einem Motor, der über eine
Antriebswelle und wenigstens ein Reibrad antriebsmäßig mit zumindest einer Lauffläche
in Wirkverbindung steht, und über den der Wagen antreibbar ist.
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Es wird vorgeschlagen, daß das Reibrad an der Antriebswelle gelagert und die
Antriebswelle quer zur Bewegungsrichtung des Wagens ausgerichtet ist. Es können konstruktiv
einfach mit einer Antriebswelle mehrere Reibräder angetrieben und dadurch ein
besonders zuverlässiger Antrieb realisiert werden. Antriebskräfte können zumindest weitgehend
symmetrisch eingebracht und ein Verkanten und Verklemmen kann sicher vermieden
werden.
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Der Motor, die Antriebswelle und/oder das Reibrad können am Wagen gelagert sein.
Besonders vorteilhaft sind der Motor, die Antriebswelle und das Reibrad jedoch im Gehäuse
gelagert, wodurch eine gering bewegte Masse erreicht und der Wagen besonders einfach
ein- und ausgehängt werden kann.
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Ist die Antriebswelle in einem vorderen Gehäusebereich angeordnet, kann einfach
erreicht werden, daß der Wagen vom Motor angetrieben von seiner inneren Endstellung bis
zu seiner äußeren Endstellung ausgefahren und von der äußeren Endstellung bis zur
inneren Endstellung eingefahren werden kann. Der Motor ist dagegen vorteilhaft in einem
hinteren Gehäusebereich angeordnet, wo dieser in einem in der Regel noch freien
Bauraum geschützt, außerhalb des Sichtfelds, angeordnet werden kann. Der Motor und die
Antriebswelle können dabei über verschiedene, dem Fachmann als sinnvoll erscheinende
Verbindungselemente antriebsmäßig verbunden sein, beispielsweise über eine Kette,
eine Welle usw. Besonders vorteilhaft ist der Motor jedoch über einen Zahnriemen mit der
Antriebswelle verbunden, wodurch ein besonders leiser und kostengünstiger Antrieb
realisiert werden kann. Ferner kann durch eine Elastizität des Zahnriemens ein sanftes
Anfahren und Abbremsen des Wagens unterstützt werden.
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Ist das Reibrad radial bewegbar gelagert und mit einer Kraft in Richtung der Lauffläche
belastet, können Toleranzen ausgeglichen und insbesondere können unterschiedlich
schwere Ladungen des Wagens antriebsmäßig berücksichtigt werden, und zwar indem
das Reibrad mit unterschiedlich großen Kräften in Richtung Lauffläche belastet wird. Ist
das Reibrad im Gehäuse angeordnet, können für die bewegbare Lagerung erforderliche
Lagerelemente und die Kraft erzeugenden Mittel vorteilhaft im Gehäuse angeordnet
werden. Grundsätzlich könnte jedoch auch das die Lauffläche bildende Bauteil bewegbar
gelagert und mit einer Kraft in Richtung des Reibrads belastet sein. Die die Kraft
erzeugenden Mittel können von verschiedenen, dem Fachmann als sinnvoll erscheinenden
Bauteilen gebildet sein, beispielsweise von einem elektromagnetischen Aktuator, der
abhängig von unterschiedlich schweren Ladungen unterschiedliche Anpreßkräfte erzeugen
kann, und/oder vorteilhaft von Federelementen usw.
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Ist die Antriebswelle radial bewegbar gelagert und wirkt die Kraft über die Antriebswelle
auf das Reibrad, können vorteilhaft mehrere Reibräder mit einem oder mit wenigen die
Kraft erzeugenden Mitteln belastet werden.
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In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß das Reibrad
vertikal von unten nach oben auf die Lauffläche wirkt. Die Antriebswelle und das Reibrad
können platzsparend unter dem Backwagen integriert werden. Ferner kann die das Reibrad
belastende Kraft einfach abhängig von einer Gewichtskraft des Wagens bzw. abhängig
von einer Gewichtskraft einer Ladung des Wagens gestaltet werden, und zwar indem
beispielsweise aufgrund elastischer Verformung tragender Teile der Wagen mit einer
größeren Kraft auf das Reibrad wirkt und dabei Federn weiter zusammengedrückt werden, die
das Reibrad mit der Kraft belasten, oder indem abhängig von einer über eine
Sensoreinheit erfaßten Gewichtskraft die das Reibrad belastende Kraft durch einen
elektromagnetischen Aktuator erhöht wird. Das Reibrad kann mit großen Kräften belastet werden, ohne
daß unvorteilhafte Führungskräfte entstehen, vielmehr können erhöhte Belastungen von
Laufrollen des Wagens bei schweren Ladungen durch die das Reibrad belastende Kraft
zumindest teilweise kompensiert werden.
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Ist die Lauffläche von einem Trägerelement des Wagens gebildet, können vorteilhaft
zusätzliche Bauteile, Bauraum, Gewicht, Montageaufwand und Kosten eingespart werden.
Ferner kann eine besonders stabile Konstruktion erreicht werden.
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In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß der Motor über
eine elektronische Steuereinheit steuerbar ist. Das Antriebsmoment des Motors kann
stets vorteilhaft auf die Gewichtskraft des Wagens abgestimmt und insbesondere kann
stets ein besonders sanftes Anfahren und Abbremsen des Wagens erreicht werden. Die
Gewichtskraft des Wagens kann über verschiedene, dem Fachmann als sinnvoll
erscheinende Sensoren ermittelt werden, beispielsweise über einen Kraftsensor und/oder über
einen Beschleunigungssensor, über den ein Beschleunigungswert des Wagens ermittelt
und vom ermittelten Beschleunigungswert und einem vorliegenden Antriebsmoment auf
eine Gewichtskraft des Wagens geschlossen werden kann, usw.
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Ferner können mit einem über eine elektronische Steuereinheit gesteuerten Motor
konstruktiv einfach Sicherheitsfunktionen beim Ausfahren und beim Einfahren erreicht
werden, beispielsweise indem der Motor über die Steuereinheit gestoppt wird, sobald ein
bestimmtes Antriebsmoment überschritten wird. Grundsätzlich sind jedoch auch andere,
dem Fachmann als sinnvoll erscheinende Sicherheitsvorrichtungen denkbar,
beispielsweise mit einem elektromagnetischen Aktuator, der eine Kupplung öffnet, sobald über
einen Sensor ein außergewöhnlicher Betriebszustand erfaßt wird.
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Um stets gewährleisten zu können, daß der Wagen ein- und ausgefahren werden kann,
ist dieser vorteilhaft im Gehäuse manuell verfahrbar bzw. ist der Motor und
möglicherweise ein mit dem Motor verbundenes Getriebe nicht selbsthemmend ausgeführt.
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Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der
Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die
Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann
wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen
weiteren Kombinationen zusammenfassen.
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Es zeigen:
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Fig. 1 einen schematisch dargestellten Backofen in einer Seitenansicht mit einem
Teilschnitt,
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Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1,
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Fig. 3 einen vergrößerten Ausschnitt III aus Fig. 2 und
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Fig. 4 einen Schnitt entlang der Linie IV-IV in Fig. 2.
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Fig. 1 zeigt einen schematisch dargestellten Backofen in einer Seitenansicht mit einem
Teilschnitt. Der Backofen besitzt einen in einem Gehäuse 10 längsverschiebbaren
Backwagen 11 mit einer daran befestigten Backofentür 27.
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Der Backwagen 11 besitzt zwei horizontal verlaufende, parallele Trägerzüge 21, 22 mit
jeweils einem Hutprofil, die starr mit der Backofentür 27 und mit einer Ablageplatte 28 des
Backwagens 11 verbunden sind (Fig. 1, 2 und 4). An jedem Trägerzug 21, 22 ist im
hinteren Bereich eine Laufrolle 29, 30 gelagert, die in Verschiebebahnen 31, 32 mit einem U-
Profil geführt sind. Der Backwagen 11 kann über die Laufrollen 29, 30 in den
Verschiebebahnen 31, 32 nach vertikal unten und nach oben abgestützt werden. Ferner ist der
Backwagen 11 mit den Trägerzügen 21, 22 auf an den Verschiebebahnen 31, 32 im
vorderen Gehäusebereich gelagerten, ortsfesten Stützrollen 40, 41 abgestützt.
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Der Backofen besitzt im hinteren, unteren Gehäusebereich einen Elektromotor 12 mit
einem integrierten Getriebe und einer Ankerwelle 24, auf der eine erste Riemenscheibe 25
befestigt ist (Fig. 1 und 4). Der Elektromotor 12 steht über die Ankerwelle 24, die erste
Riemenscheibe 25, einem Zahnriemen 20, einer zweiten, auf einer in einem vorderen,
unteren Gehäusebereich angeordneten Antriebswelle 13 befestigten Riemenscheibe 26,
die Antriebswelle 13 und über zwei an der quer zur Bewegungsrichtung 18, 19
verlaufenden Antriebswelle 13 seitlich befestigte Reibräder 14, 15 mit Laufflächen 16, 17 des
Backwagens 11 antriebsmäßig in Verbindung. Ein Antriebsmoment vom Elektromotor 12
wird über die zwei Reibräder 14, 15 aus Gummi zu einer Mittelachse des Backwagens 11
symmetrisch auf den Backwagen 11 übertragen. Der Elektromotor 12, die Antriebswelle
13 und die Reibräder 14, 15 sind im Gehäuse 10 gelagert, wobei die Laufflächen 16, 17
von den Trägerzügen 21, 22 des Backwagens 11 gebildet sind. Der Backwagen 11 kann
einfach vollständig aus dem Gehäuse 10 entnommen werden, beispielsweise zur
Reinigung, und anschließend wieder in das Gehäuse 10 eingesetzt werden, ohne daß Bauteile
demontiert werden müssen. Der die Laufflächen 16, 17 bildende Bereich der Trägerzüge
21, 22 bilden zudem auf der den Reibrädern 14, 15 abgewandten Seite eine
Auflagefläche für die Ablageplatte 28.
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Die Antriebswelle 13 ist unterhalb der Trägerzüge 21, 22 in einem Trägerblech 33 drehbar
und über das Trägerblech 33 radial bewegbar gelagert. Das Trägerblech 33 ist über
Langlochführungen 34, 35 mit in Haltewinkeln 36, 37 befestigten Haltebolzen 38, 39 verbunden
(Fig. 3). Unterhalb dem Trägerblech 33 sind zwei Tellerfedern 42, 43 angeordnet, die die
Reibräder 14, 15 vertikal von unten nach oben über das Trägerblech 33 und die
Antriebswelle 13 gegen die Laufflächen 16, 17 drücken (Fig. 2). Anstatt Tellerfedern 42, 43 sind
auch andere, dem Fachmann als sinnvoll erscheinende Federelemente denkbar oder
auch elektromagnetische Aktuatoren 44, 45, wie dies in Fig. 2 schematisch angedeutet
ist.
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Der Elektromotor 12 ist über eine elektronische Steuereinheit 23 steuerbar, die einstückig
mit einer Steuereinheit von nicht näher dargestellten Heizelementen des Backofens
ausgeführt ist. Grundsätzlich ist jedoch auch eine im Elektromotor 12 integrierte Steuereinheit
denkbar. Über die Steuereinheit 23 wird ein sanftes Anfahren und Abbremsen des
Backwagens 11 realisiert. Ferner wird der Elektromotor 12 beim Ausfahren und beim Einfahren
des Backwagens 11 von der Steuereinheit 23 abgeschaltet, sobald ein bestimmtes
Antriebsmoment überschritten wird.
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Der Backwagen 11 kann angetrieben vom Elektromotor 12 von seiner inneren
Endstellung zu seiner äußeren Endstellung ausgefahren und von der äußeren Endstellung zu der
inneren Endstellung eingefahren werden. Sollte jedoch der Elektromotor 12 ausfallen,
beispielsweise bei Stromausfall, kann der Backwagen 11 ferner manuell ein- und
ausgefahren werden. Der Elektromotor 12 und insbesondere das im Elektromotor 12 integrierte
Getriebe sind nicht selbsthemmend ausgeführt.
Bezugszeichen
10 Gehäuse
11 Wagen
12 Motor
13 Antriebswelle
14 Reibrad
15 Reibrad
16 Lauffläche
17 Lauffläche
18 Bewegungsrichtung
19 Bewegungsrichtung
20 Zahnriemen
21 Trägerelement
22 Trägerelement
23 Steuereinheit
24 Ankerwelle
25 Riemenscheibe
26 Riemenscheibe
27 Backofentür
28 Ablageplatte
29 Laufrolle
30 Laufrolle
31 Verschiebebahn
32 Verschiebebahn
33 Trägerblech
34 Langlochführung
35 Langlochführung
36 Haltewinkel
37 Haltewinkel
38 Haltebolzen
39 Haltebolzen
40 Stützrolle
41 Stützrolle
42 Tellerfeder
43 Tellerfeder
44 Aktuator
45 Aktuator