DE10128106C1 - Vorrichtung zur nicht-detonativen Beseitigung von detonationsfähigen Objekten und Verwendung einer solchen Vorrichtung - Google Patents
Vorrichtung zur nicht-detonativen Beseitigung von detonationsfähigen Objekten und Verwendung einer solchen VorrichtungInfo
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Abstract
Eine Vorrichtung zur Beseitigung von detonationsfähigen Objekten mit eigenem Zündsystem weist eine EFP-Ladung auf, die aus einer zylindrischen Hülle mit einem Boden und einem Zünder, einer Sprengstoff-Ladung und einer die Ladung an der dem Zünder gegenüberliegenden Seite abdeckenden, scheibenartigen Einlage besteht, die nach Zünden der Ladung beschleunigt und zu einem Projektil umgeformt wird. Um eine nicht-detonative Beseitigung zu ermöglichen, zeichnet sich diese Vorrichtung dadurch aus, daß die EFP-Ladung mit Abstand von ihrer Einlage eine Barriere-Scheibe aufweist, die das auf die auftreffende Projektil abbremst und sich unter Bildung einer auf das Objekt einwirkenden Splitterwolke zerlegt. Eine solche Vorrichtung eignet sich insbesondere zur Beseitigung von Minen, insbesondere auch von Haftminen an Schiffskörpern.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur nicht-
detonativen Beseitigung von detonationsfähigen Objekten mit
eigenem Zündsystem mittels einer EFP-Ladung, die aus einer
zylindrischen Hülle mit einem Boden und einem Zünder, einer
Sprengstoff-Ladung und einer die Ladung an der dem Zünder
gegenüberliegenden Seite abdeckenden, scheibenartigen Ein
lage besteht, die nach Zünden der Ladung beschleunigt und
zu einem Projektil umgeformt wird. Ferner betrifft die Er
findung eine Verwendung der vorgenannten Vorrichtung.
Die Beseitigung detonationsfähiger Objekte spielt sowohl im
militärischen Bereich, z. B. bei Kampfmitteln, aber auch zu
nehmend im zivilen Bereich, beispielsweise bei terroristi
schen Sprengladungen oder dergleichen, eine bedeutsame Rol
le. Vielfach sind solche Objekte wegen der Detonationsge
fahr nicht von Hand und auch nicht mit geeignetem Gerät zu
beseitigen. In solchen Fällen bleibt meist nur der Beschuß
mittels Explosivstoffen aus geeigneter Entfernung oder mit
entsprechender Fernzündung.
Beim Beschuß wird im militärischen Bereich unterschieden
zwischen dem sogenannten "High-Order"- und dem "Low-Order"-
Verfahren. Im erstgenannten Fall wird das Objekt mittels
aufgelegter Sprengladungen oder durch Beschuß mit Hohlla
dungen mit großer Strahlgeschwindigkeit detonativ zerlegt.
Dieses Verfahren ist dann nicht anwendbar, wenn durch die
detonative Zerlegung Objekte, Bauten oder Personen in der
Umgebung gefährdet werden könnten. In solchen Fällen kommt
nur das "Low-Order"-Verfahren in Frage.
Ferner sind für Räumzwecke auch schon EFP-Ladungen vorge
schlagen worden. Sie bestehen aus einer zylindrischen Hülle
mit einem Boden und einem Zünder, einer Sprengstoff-Ladung
und einer die Ladung an der gegenüberliegenden Seite abdec
kenden, scheibenartigen Einlage. Nach dem Zünden der Ladung
wird die Einlage beschleunigt und zugleich zu einem Projek
til umgeformt. Solche EFP-Ladungen (US 4 982 667 A) dienen
üblicherweise selbst als Kampfmittel, bei denen die hohe
Durchschlagwirkung des Projektils genutzt wird. Werden sie
zur Beseitigung detonationsfähiger Objekte eingesetzt,
führt dies zwangsläufig zur Detonation des Objektes selbst.
Bei dem "Low-Order"-Verfahren ist man bemüht, das detonati
onsfähige Objekt auf deflagrative Weise zu beseitigen. Hie
zu dienen Hohlladungen, deren Hohlladungsstrahl durch die
Objekthülle in den Sprengstoff eindringt oder diesen gar
durchsetzt. Dabei muß die Geschwindigkeit des Hohlladungs
strahls so weit reduziert werden, daß in dem entstehenden
Schußkanal keine Detonation, sondern nur eine Deflagration,
d. h. eine chemische Umsetzung des Sprengstoffs mit Gasent
wicklung im Schußkanal, stattfindet. Ferner muß dafür ge
sorgt werden, daß der Gasdruck ausreichend schnell und hoch
ansteigt, damit der Sprengkörper aufplatzt und in gleichmä
ßige Stücke zerlegt wird, die mangels Masse oder Energieangebot
nicht mehr detonieren. Diese Methode setzt eine sehr
genaue Anpassung des Hohlladungsstrahls und damit des kon
struktiven Aufbaus an die Gegebenheiten des Objektes
(Dicke, Material der Hülle, Art und Masse des Sprengstoffs
etc.), um einerseits die Entstehung eines Schußkanals und
ferner in dem Schußkanal die Deflagration und den Druckauf
bau zu gewährleisten, ohne daß zuvor das Zündsystem des Ob
jektes anspricht. Diese Anpassung ist außerordentlich dif
fizil und gelingt in vielen Fällen nicht, so daß es doch zu
einer Detonation kommt. Das Verfahren ist auch dann unge
eignet, wenn die Gefahr besteht, daß der das Objekt queren
de Hohlladungsstrahl bei Austritt aus dem Objekt auf Teile
trifft, die vor Zerstörung zu schützen sind. Dies erzwingt
zumindest eine Ausrichtung der Hohlladung, bei der solche
Teile vom Hohlladungsstrahl nicht getroffen werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
zur nicht-detonativen Beseitigung von detonationsfähigen
Objekten vorzuschlagen, die auf einer EFP-Ladung aufbaut.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
EFP-Ladung mit Abstand von ihrer Einlage eine Barriere-
Scheibe aufweist, die das auf sie auftreffende Projektil
abbremst und unter Bildung einer auf das Objekt einwirken
den Splitterwolke zerlegt.
Die Erfindung geht von einer im wesentlichen herkömmlichen
EFP-Ladung aus, bei der jedoch mit Abstand von der Einlage
eine Barriere-Scheibe angeordnet ist, die für eine Energie
fächerung sorgt. In dem Raum zwischen Einlage und Barriere-
Scheibe wird nach Zündung der Ladung in im wesentlichen
herkömmlicher Weise das Projektil gebildet, das anschlie
ßend auf die Barriere-Scheibe auftrifft und abgebremst
wird. Dabei wird die Barriere-Scheibe zumindest im Durch
stoßbereich und zugleich ein Großteil des Projektils zu
Splittern zerlegt und die Impulsenergie des Projektils an
die Splitter abgegeben. Es entsteht eine Splitterwolke, die
mit gegenüber der Projektilgeschwindigkeit reduzierter Ge
schwindigkeit aber mit weiter Flächenwirkung auf das Objekt
auftrifft. Die Splitter durchdringen die Hülle und zerlegen
das Objekt in nicht mehr detonationsfähige Bruchstücke.
Dieser Vorgang läuft in nur wenigen Mikrosekunden ab und
liegt unterhalb der Ansprechzeit üblicher Zündsysteme deto
nationsfähiger Objekte.
Praktische Untersuchungen haben gezeigt, daß die Energie
der Splitterwolke innerhalb des Objektes so weit abgebaut
wird, daß eine Beeinträchtigung von Teilen, die in Beschuß
richtung hinter dem Objekt liegen, kaum eintritt oder sich
in unschädlichen Grenzen halten läßt. Damit ist eine nicht-
detonative Beseitigung von detonationsfähigen Objekten ohne
nennenswerte Beeinflussung der unmittelbaren Umgebung des
Objektes möglich. Das Objekt wird also weitgehend mecha
nisch zerlegt. Auch die entstehenden Bruchstücke haben nur
einen geringen Energieinhalt, gefährden also gleichfalls
die unmittelbare Umgebung nicht.
In bevorzugter Ausführung der Erfindung sind Material und
Dicke der Einlage sowie die Sprengstoffmasse der EFP einer
seits und Material und Dicke der Barriere-Scheibe sowie de
ren Abstand von der Einlage andererseits auf die Art und
Größe des zu beseitigenden Objekts und dessen detonations
fähiger Masse abgestimmt.
Mit diesen Parametern lassen sich in erster Linie die Zer
legung des Projektils zu der Splitterwolke und die Ge
schwindigkeit der Splitterwolke beeinflussen.
Ein weiterer Parameter, der insbesondere die Auftreffge
schwindigkeit der Splitterwolke bei gegebener Abgangsgeschwindigkeit
beeinflußt, ist der Abstand zwischen der EFP
und dem Objekt, der vorzugsweise einstellbar ist. Mit die
ser Einstellung kann auch dem Medium (Luft, Wasser) zwi
schen der EFP-Ladung und dem Objekt Rechnung getragen wer
den.
In vorteilhafter Ausführung ist vorgesehen, daß die Hülle
der EFP-Ladung eine im Bereich der Einlage ansetzende, zy
lindrische Verlängerung aufweist, deren Innendurchmesser
auf den Außendurchmesser der Einlage abgestimmt ist und die
am gegenüberliegenden Ende von der Barriere-Scheibe ver
schlossen ist. Dabei sitzt die Einlage vorzugsweise in ei
nem Impedanzring, der am Übergang zwischen Hülle und zylin
drischer Verlängerung angeordnet ist.
Während die Hülle und die zylindrische Verlängerung frei
von Metall sind, beispielsweise aus Kunststoff bestehen,
besteht die Barriere-Scheibe vorzugsweise aus Metall, ins
besondere aus Stahl oder einer NE-Legierung. Als vorteil
haft haben sich Mangan-Legierungen erwiesen.
Da EFP-Ladungen für einen Beschuß aus kurzer Entfernung ge
eignet sind, wird bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die
EFP-Ladung vorzugsweise nahe des Objekts positioniert und
mit ihrer Achse auf das Objekt ausgerichtet.
Wenn es darum geht, die der Beschußrichtung abgekehrte Sei
te des zu beseitigenden Objekts, beispielsweise eine Aufla
ge, an der das Objekt befestigt ist oder auf der es nur lose
aufliegt, vor der Einwirkung des Beschusses zu schützen,
empfiehlt es sich, die EFP-Ladung mit ihrer Achse unter ei
nem Winkel zur Auflage des Objektes auszurichten, wobei der
Winkel vorzugsweise weniger als 45° beträgt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere zur
nicht-detonativen Zerlegung von Kampfmitteln, terroristi
schen Sprengladungen und Minen, insbesondere von Unterwas
ser-Minen, vor allem aber von Haftminen an Schiffskörpern,
geeignet.
Nachstehend ist die Erfindung anhand von Ausführungsbei
spielen und Versuchsergebnissen beschrieben.
Fig. 1 zeigt einen schematischen Längsschnitt einer EFP-
Ladung 1 mit einer Barriere-Scheibe 2. Die EFP-Ladung 1 be
steht aus einer Hülle 3 aus Kunststoff mit einem Boden, der
einen Zünder 4 aufnimmt. In der Hülle ist mit Abstand vom
Zünder 4 ein Impedanzring 5 eingesetzt. Der Raum zwischen
Boden und Impedanzring 5 ist mit Sprengstoff 6 gefüllt, der
von einer Einlage 7 abgedeckt ist, die beim gezeigten Aus
führungsbeispiel zum Sprengstoff 6 durchgewölbt ist. Die
Einlage 7 sitzt in dem Impedanzring 5. Die Hülle 3 aus
Kunststoff weist eine zylindrische Verlängerung 8 auf, die
an ihrem Ende von der Barriere-Scheibe 2 verschlossen ist.
Der mit dem Sprengstoff 6 gefüllte Raum kann rückseitig von
einer zylindrischen oder konischen Hülle 9, vorzugsweise
aus Kunststoff, Metall, Glas oder Keramik, begrenzt sein.
In einer Versuchsanordnung wurde eine Einlage mit einem
Durchmesser d = 55 mm und einer Dicke D = 3,30 mm eingesetzt.
Im konkreten Fall handelte es sich bei der Einlage um einen
Armco-Liner. Die Masse der Einlage betrug mE = 63 g, die
Masse des Impedanzrings mR = 50 g und die Sprengstoffmasse
mEx = 230 g. Die Länge der Hülle betrug LR = 259,5 mm; der Ab
stand L zwischen dem Impedanzring 5 und der Barriere-
Scheibe 2 betrug ca. 200 mm. Es wurden Barrierescheiben aus
Kunststoff, Metallen und insbesondere solche aus der Legie
rung 9 SMnPb 28 mit unterschiedlicher Dicke eingesetzt.
In den Fig. 2 bis 5 sind Röntgenaufnahmen unmittelbar nach
Auftreffen des Projektils auf die Barriere-Scheibe wieder
gegeben, die zum Zeitpunkt t nach Zündung des Sprengstoffs
aufgenommen wurden. Der Zeitpunkt ist jeweils links der Ab
bildungen angegeben. Bei dem Versuch gemäß Fig. 2 wurde eine
Barriere-Scheibe mit 5 mm Dicke aus PVC eingesetzt. Am rech
ten Rand der Abbildungen ist das Ende der Hülle 3 erkenn
bar. Fig. 2.1 zeigt das aus dem Armco-Liner gebildete Pro
jektil 10, das die Barriere-Scheibe 2 aus PVC bereits weit
gehend durchstoßen hat. Fig. 2.2 läßt erkennen, daß die Bar
riere-Scheibe 2 weitgehend in eine Wolke 11 aus Bruchstüc
ken zerlegt worden ist, während das Projektil 10 seine Form
im wesentlichen beibehalten hat und der Wolke vorauseilt.
Fig. 3.1 gibt die Verhältnisse bei gleicher Versuchsanord
nung für eine 5 mm starke Barriere-Scheibe aus 9 SMnPb 28
wieder. Fig. 3.1 zeigt die Situation unmittelbar nach Durch
tritt des Projektils durch die Barriere-Scheibe 2, die an
ihrem Umfang weitgehend erhalten geblieben ist. Nach
t = 175 µs (Fig. 3.2) wird erkennbar, daß nur noch ein Restpro
jektil 12 verblieben ist, während der größere Teil des Pro
jektils in eine Splitterwolke 13 zerlegt worden ist, in der
sich auch Splitter aus der Barriere-Scheibe 2 befinden.
Ferner zeigt ein Vergleich der Fig. 3.2 und 3.3, daß die
Splitterwolke 13 hinter dem Restprojektil 12 zurückbleibt.
Ähnliche Verhältnisse lassen sich aus Fig. 4.1 bis 4.3 able
sen. In diesem Fall wurde eine Barriere-Scheibe aus der
gleichen Legierung, jedoch mit 10 mm Dicke, eingesetzt.
Schließlich zeigt Fig. 5, daß bei einer Barriere-Scheibe mit
15 mm Dicke das Restprojektil noch kleiner und die Splitter
wolke kompakter ist.
In der nachstehend wiedergegebenen Tabelle ist die Restge
schwindigkeit v (m/s) der Splitterwolke bei den untersuch
ten Barriere-Scheiben nach ihrem Durchschlag wiedergegeben.
| Barriere-Scheibe | |
| v (m/s) | |
| 5 mm PVC | 1.670 |
| 5 mm 9 SMnPb 28 | 1.526 |
| 10 mm 9 SMnPb 28 | 1.352 |
| 15 mm 9 SMnPb 28 | 1.099 |
Die auf Art und Größe des detonationsfähigen Objektes aus
zulegende Geschwindigkeit der Splitterwolke läßt sich also
durch das Material der Barriere-Scheibe und deren Dicke
steuern.
Mit der vorgenannten Anordnung und der Barriere-Scheibe
10 mm 9 SMnPb 28 wurde in einem weiteren Versuch der Einfluß
der Länge LR der Hülle 3 (Fig. 1) auf die Restgeschwindig
keit der Splitterwolke nach Durchtritt des Projektils durch
die Barriere-Scheibe untersucht, wobei die freie Flugstrec
ke des Projektils in der Hülle dem jeweils verbleibenden
Abstand zwischen Barriere-Scheibe und Einlage entspricht.
In den Fig. 6 bis 9 sind wiederum Röntgenaufnahmen zu zwei
verschiedenen Zeitpunkten t = 75 µs und t = 125 µs für ver
schiedene Längen LR der Hülle wiedergeben. Fig. 6.1 zeigt
zum Zeitpunkt t = 75 µs bei einer Länge der Hülle von LR =
180 mm gerade das Auftreffen des Projektils 10 auf die Bar
riere-Scheibe. Nach t = 125 µs sind das Restprojektil 12
und die Splitterwolke 13 zu erkennen. Sie bewegen sich mit
fast gleicher Geschwindigkeit v = 1.340 m/s. Fig. 7 zeigt die
gleichen Verhältnisse bei einer Länge LR = 140 mm. Im Ver
gleich zu Fig. 6 wird erkennbar, daß das Projektil die Bar
riere-Scheibe bereits früher durchstoßen hat und nach
t = 125 µs die Splitterwolke 13 mit dem vorlaufenden Rest
projektil 12 schon etwas auseinandergezogen ist. Die Split
tergeschwindigkeit wurde mit v = 1.358 m/s gemessen, war
also im wesentlichen dieselbe wie bei der größeren Länge
der Hülle.
Fig. 8 zeigt die gleichen Verhältnisse bei LR = 100 mm. Die
Geschwindigkeit der Splitterwolke 13 war auf v = 1.048 m/s
abgesunken. Fig. 8.2 zeigt ferner deutlich, daß das Restpro
jektil 12 gegenüber dem vorangehenden Versuch etwas zurück
geblieben ist. Dies wird noch deutlicher in Fig. 9 bei wei
terer Reduzierung der Länge der Hülle auf LR = 80 mm. Hier
bleibt das Restprojektil 12 extrem hinter der Splitterwolke
13 zurück. Für das Restprojektil wird lediglich noch eine
Geschwindigkeit von 464 m/s gemessen, während die Geschwin
digkeit der Splitterwolke wieder erheblich ansteigt, näm
lich auf v = 1.361 m/s.
In der Reihenfolge der Fig. 6 bis 9 betrug die freie
Flugstrecke des Projektils bis zum Erreichen der Barriere-
Scheibe LS = 115 mm, 75,5 mm, 35,5 mm und 15,5 mm.
In einer weiteren Versuchsanordnung wurde die Zerlegung ei
ner Haftmine an einem Schiffskörper simuliert. Fig. 10 zeigt
einen schematischen Schnitt der Versuchsanordnung. Eine
druckfeste Schutzkassette 15 ist mit Wasser gefüllt. In ei
ner Wand der Schutzkassette 15 ist die erfindungsgemäße
EFP-Ladung 1 mit Barriere-Scheibe 2 eingesetzt. Innerhalb
der Kassette 15 ist unter einem Winkel von 30° gegenüber
der Achse der EFP-Ladung 1 ein die Bordwand des Schiffskör
pers simulierendes Stahlblech 16 angeordnet, auf der ein
Minengehäuse 17 befestigt ist, das wahlweise mit Inertmate
rial oder Sprengstoff gefüllt wird. Die EFP-Ladung wies ei
nen Armco-Liner auf mit einer Dicke T = 4,30 mm und einer Masse
m = 82 g. Es wurde eine Barrierescheibe 9 SMnPb 28 mit 10 mm
Dicke eingesetzt. Die Geschwindigkeit der erzeugten Split
terwolke betrug v = 1.420 m/s.
Fig. 11 zeigt das Ergebnis eines Versuchs mit einer Inert
füllung der Stahlhülle der Mine, die auf einem 6-mm-Stahl
blech montiert war. Der Abstand der Barriere-Scheibe 2 von
der nächstliegenden Kante des Minengehäuses (Fig. 10) betrug
50 mm. Fig. 11 zeigt die vollständige Zerlegung des Minenge
häuses und seiner Füllung. Die Auftreffenergie der Split
terwolke erzeugte an dem Stahlblech 16 von 6 mm Dicke eine
Beultiefe B = 18 mm. Fig. 12 zeigt einen Versuch mit densel
ben Parametern wie bei Fig. 11, jedoch war das Minengehäuse
mit 316 g TNT mit PVC-Binder gefüllt. Auch Fig. 12 zeigt die
in vollständiger Auflösung begriffene Mine einschließlich
der Sprengstoffüllung. Die durch die Auftreffenergie er
zeugte Beultiefe wurde mit B = 13 mm gemessen. Sie ändert
sich jedoch stark mit dem Abstand der Barriere-Scheibe von
dem Minengehäuse. So zeigt Fig. 13 bei gleichen Parametern
wie zuvor, jedoch einer Verminderung des Abstandes auf 10 mm,
eine Verformung des Stahlblechs 16 mit einer Beultiefe B =
22 mm. In beiden Fällen war die Sprengstoffüllung der Mine
in kleinste Teile zerlegt, während vom Minengehäuse größere,
stark verformte Teile übrig blieben.
Claims (13)
1. Vorrichtung zur nicht-detonativen Beseitigung von deto
nationsfähigen Objekten mit eigenem Zündsystem mittels
einer EFP-Ladung (1), die aus einer zylindrischen Hül
le (8) mit einem Boden und einem Zünder (4), einer
Sprengstoff-Ladung (6) und einer die Ladung an der dem
Zünder gegenüberliegenden Seite abdeckenden, scheiben
artigen Einlage (7) besteht, die nach Zünden der La
dung (6) beschleunigt und zu einem Projektil (10) umge
formt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die EFP-
Ladung (1) mit Abstand von ihrer Einlage (7) eine Bar
riere-Scheibe (2) aufweist, die das auf sie auftreffen
de Projektil (10) abbremst und sich unter Bildung einer
auf das Objekt einwirkenden Splitterwolke (13) zerlegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß Material und Dicke der Einlage (7) sowie Spreng
stoffmasse der EFP-Ladung (1) einerseits und Material
und Dicke der Barriere-Scheibe (2) sowie deren Abstand
von der Einlage (7) andererseits auf die Art und Größe
des zu beseitigenden. Objekts (17) und dessen detonati
onsfähiger Masse abgestimmt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Abstand der EFP-Ladung (1) vom Ob
jekt (17) einstellbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hülle (8) der EFP-Ladung (1)
eine im Bereich der Einlage (7) ansetzende, zylindrische
Verlängerung aufweist, deren Innendurchmesser auf den
Außendurchmesser der Einlage (7) abgestimmt ist und die
am gegenüberliegenden Ende von der Barriere-Scheibe (2)
verschlossen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Einlage (7) in einem in der
Hülle (8) angeordneten Impedanzring (5) sitzt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Impedanzring (5) am Übergang
zwischen Hülle und zylindrischer Verlängerung angeord
net ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Hülle und die zylindrische Ver
längerung frei von Metall sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Barriere-Scheibe (2) aus Metall
besteht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die EFP-Ladung (1) nahe des Ob
jekts (17) positionierbar und mit ihrer Achse auf dieses
ausrichtbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die EFP-Ladung (1) mit ihrer Achse
unter einem Winkel zur Auflage (16) des Objektes (17)
auf dieses ausgerichtet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die EFP-Ladung (1) mit ihrer Achse
unter einem Winkel kleiner 45° zur Auflage (16) des Ob
jektes (17) ausgerichtet ist.
12. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 11 zur nicht-detonativen Zerlegung von Minen (17).
13. Verwendung nach Anspruch 12 zur nicht-detonativen Zer
legung von Unterwasser-Minen, insbesondere Haftmi
nen (17) an Schiffskörpern.
Priority Applications (2)
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
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| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |