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DE10128106C1 - Vorrichtung zur nicht-detonativen Beseitigung von detonationsfähigen Objekten und Verwendung einer solchen Vorrichtung - Google Patents

Vorrichtung zur nicht-detonativen Beseitigung von detonationsfähigen Objekten und Verwendung einer solchen Vorrichtung

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DE10128106C1
DE10128106C1 DE2001128106 DE10128106A DE10128106C1 DE 10128106 C1 DE10128106 C1 DE 10128106C1 DE 2001128106 DE2001128106 DE 2001128106 DE 10128106 A DE10128106 A DE 10128106A DE 10128106 C1 DE10128106 C1 DE 10128106C1
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Klaus Weimann
Ulrich Hornemann
Andreas Holzwarth
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Fraunhofer Gesellschaft zur Foerderung der Angewandten Forschung eV
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    • F42B3/00Blasting cartridges, i.e. case and explosive
    • F42B3/08Blasting cartridges, i.e. case and explosive with cavities in the charge, e.g. hollow-charge blasting cartridges

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Abstract

Eine Vorrichtung zur Beseitigung von detonationsfähigen Objekten mit eigenem Zündsystem weist eine EFP-Ladung auf, die aus einer zylindrischen Hülle mit einem Boden und einem Zünder, einer Sprengstoff-Ladung und einer die Ladung an der dem Zünder gegenüberliegenden Seite abdeckenden, scheibenartigen Einlage besteht, die nach Zünden der Ladung beschleunigt und zu einem Projektil umgeformt wird. Um eine nicht-detonative Beseitigung zu ermöglichen, zeichnet sich diese Vorrichtung dadurch aus, daß die EFP-Ladung mit Abstand von ihrer Einlage eine Barriere-Scheibe aufweist, die das auf die auftreffende Projektil abbremst und sich unter Bildung einer auf das Objekt einwirkenden Splitterwolke zerlegt. Eine solche Vorrichtung eignet sich insbesondere zur Beseitigung von Minen, insbesondere auch von Haftminen an Schiffskörpern.

Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur nicht- detonativen Beseitigung von detonationsfähigen Objekten mit eigenem Zündsystem mittels einer EFP-Ladung, die aus einer zylindrischen Hülle mit einem Boden und einem Zünder, einer Sprengstoff-Ladung und einer die Ladung an der dem Zünder gegenüberliegenden Seite abdeckenden, scheibenartigen Ein­ lage besteht, die nach Zünden der Ladung beschleunigt und zu einem Projektil umgeformt wird. Ferner betrifft die Er­ findung eine Verwendung der vorgenannten Vorrichtung.
Die Beseitigung detonationsfähiger Objekte spielt sowohl im militärischen Bereich, z. B. bei Kampfmitteln, aber auch zu­ nehmend im zivilen Bereich, beispielsweise bei terroristi­ schen Sprengladungen oder dergleichen, eine bedeutsame Rol­ le. Vielfach sind solche Objekte wegen der Detonationsge­ fahr nicht von Hand und auch nicht mit geeignetem Gerät zu beseitigen. In solchen Fällen bleibt meist nur der Beschuß mittels Explosivstoffen aus geeigneter Entfernung oder mit entsprechender Fernzündung.
Beim Beschuß wird im militärischen Bereich unterschieden zwischen dem sogenannten "High-Order"- und dem "Low-Order"- Verfahren. Im erstgenannten Fall wird das Objekt mittels aufgelegter Sprengladungen oder durch Beschuß mit Hohlla­ dungen mit großer Strahlgeschwindigkeit detonativ zerlegt. Dieses Verfahren ist dann nicht anwendbar, wenn durch die detonative Zerlegung Objekte, Bauten oder Personen in der Umgebung gefährdet werden könnten. In solchen Fällen kommt nur das "Low-Order"-Verfahren in Frage.
Ferner sind für Räumzwecke auch schon EFP-Ladungen vorge­ schlagen worden. Sie bestehen aus einer zylindrischen Hülle mit einem Boden und einem Zünder, einer Sprengstoff-Ladung und einer die Ladung an der gegenüberliegenden Seite abdec­ kenden, scheibenartigen Einlage. Nach dem Zünden der Ladung wird die Einlage beschleunigt und zugleich zu einem Projek­ til umgeformt. Solche EFP-Ladungen (US 4 982 667 A) dienen üblicherweise selbst als Kampfmittel, bei denen die hohe Durchschlagwirkung des Projektils genutzt wird. Werden sie zur Beseitigung detonationsfähiger Objekte eingesetzt, führt dies zwangsläufig zur Detonation des Objektes selbst.
Bei dem "Low-Order"-Verfahren ist man bemüht, das detonati­ onsfähige Objekt auf deflagrative Weise zu beseitigen. Hie­ zu dienen Hohlladungen, deren Hohlladungsstrahl durch die Objekthülle in den Sprengstoff eindringt oder diesen gar durchsetzt. Dabei muß die Geschwindigkeit des Hohlladungs­ strahls so weit reduziert werden, daß in dem entstehenden Schußkanal keine Detonation, sondern nur eine Deflagration, d. h. eine chemische Umsetzung des Sprengstoffs mit Gasent­ wicklung im Schußkanal, stattfindet. Ferner muß dafür ge­ sorgt werden, daß der Gasdruck ausreichend schnell und hoch ansteigt, damit der Sprengkörper aufplatzt und in gleichmä­ ßige Stücke zerlegt wird, die mangels Masse oder Energieangebot nicht mehr detonieren. Diese Methode setzt eine sehr genaue Anpassung des Hohlladungsstrahls und damit des kon­ struktiven Aufbaus an die Gegebenheiten des Objektes (Dicke, Material der Hülle, Art und Masse des Sprengstoffs etc.), um einerseits die Entstehung eines Schußkanals und ferner in dem Schußkanal die Deflagration und den Druckauf­ bau zu gewährleisten, ohne daß zuvor das Zündsystem des Ob­ jektes anspricht. Diese Anpassung ist außerordentlich dif­ fizil und gelingt in vielen Fällen nicht, so daß es doch zu einer Detonation kommt. Das Verfahren ist auch dann unge­ eignet, wenn die Gefahr besteht, daß der das Objekt queren­ de Hohlladungsstrahl bei Austritt aus dem Objekt auf Teile trifft, die vor Zerstörung zu schützen sind. Dies erzwingt zumindest eine Ausrichtung der Hohlladung, bei der solche Teile vom Hohlladungsstrahl nicht getroffen werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur nicht-detonativen Beseitigung von detonationsfähigen Objekten vorzuschlagen, die auf einer EFP-Ladung aufbaut.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die EFP-Ladung mit Abstand von ihrer Einlage eine Barriere- Scheibe aufweist, die das auf sie auftreffende Projektil abbremst und unter Bildung einer auf das Objekt einwirken­ den Splitterwolke zerlegt.
Die Erfindung geht von einer im wesentlichen herkömmlichen EFP-Ladung aus, bei der jedoch mit Abstand von der Einlage eine Barriere-Scheibe angeordnet ist, die für eine Energie­ fächerung sorgt. In dem Raum zwischen Einlage und Barriere- Scheibe wird nach Zündung der Ladung in im wesentlichen herkömmlicher Weise das Projektil gebildet, das anschlie­ ßend auf die Barriere-Scheibe auftrifft und abgebremst wird. Dabei wird die Barriere-Scheibe zumindest im Durch­ stoßbereich und zugleich ein Großteil des Projektils zu Splittern zerlegt und die Impulsenergie des Projektils an die Splitter abgegeben. Es entsteht eine Splitterwolke, die mit gegenüber der Projektilgeschwindigkeit reduzierter Ge­ schwindigkeit aber mit weiter Flächenwirkung auf das Objekt auftrifft. Die Splitter durchdringen die Hülle und zerlegen das Objekt in nicht mehr detonationsfähige Bruchstücke. Dieser Vorgang läuft in nur wenigen Mikrosekunden ab und liegt unterhalb der Ansprechzeit üblicher Zündsysteme deto­ nationsfähiger Objekte.
Praktische Untersuchungen haben gezeigt, daß die Energie der Splitterwolke innerhalb des Objektes so weit abgebaut wird, daß eine Beeinträchtigung von Teilen, die in Beschuß­ richtung hinter dem Objekt liegen, kaum eintritt oder sich in unschädlichen Grenzen halten läßt. Damit ist eine nicht- detonative Beseitigung von detonationsfähigen Objekten ohne nennenswerte Beeinflussung der unmittelbaren Umgebung des Objektes möglich. Das Objekt wird also weitgehend mecha­ nisch zerlegt. Auch die entstehenden Bruchstücke haben nur einen geringen Energieinhalt, gefährden also gleichfalls die unmittelbare Umgebung nicht.
In bevorzugter Ausführung der Erfindung sind Material und Dicke der Einlage sowie die Sprengstoffmasse der EFP einer­ seits und Material und Dicke der Barriere-Scheibe sowie de­ ren Abstand von der Einlage andererseits auf die Art und Größe des zu beseitigenden Objekts und dessen detonations­ fähiger Masse abgestimmt.
Mit diesen Parametern lassen sich in erster Linie die Zer­ legung des Projektils zu der Splitterwolke und die Ge­ schwindigkeit der Splitterwolke beeinflussen.
Ein weiterer Parameter, der insbesondere die Auftreffge­ schwindigkeit der Splitterwolke bei gegebener Abgangsgeschwindigkeit beeinflußt, ist der Abstand zwischen der EFP und dem Objekt, der vorzugsweise einstellbar ist. Mit die­ ser Einstellung kann auch dem Medium (Luft, Wasser) zwi­ schen der EFP-Ladung und dem Objekt Rechnung getragen wer­ den.
In vorteilhafter Ausführung ist vorgesehen, daß die Hülle der EFP-Ladung eine im Bereich der Einlage ansetzende, zy­ lindrische Verlängerung aufweist, deren Innendurchmesser auf den Außendurchmesser der Einlage abgestimmt ist und die am gegenüberliegenden Ende von der Barriere-Scheibe ver­ schlossen ist. Dabei sitzt die Einlage vorzugsweise in ei­ nem Impedanzring, der am Übergang zwischen Hülle und zylin­ drischer Verlängerung angeordnet ist.
Während die Hülle und die zylindrische Verlängerung frei von Metall sind, beispielsweise aus Kunststoff bestehen, besteht die Barriere-Scheibe vorzugsweise aus Metall, ins­ besondere aus Stahl oder einer NE-Legierung. Als vorteil­ haft haben sich Mangan-Legierungen erwiesen.
Da EFP-Ladungen für einen Beschuß aus kurzer Entfernung ge­ eignet sind, wird bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die EFP-Ladung vorzugsweise nahe des Objekts positioniert und mit ihrer Achse auf das Objekt ausgerichtet.
Wenn es darum geht, die der Beschußrichtung abgekehrte Sei­ te des zu beseitigenden Objekts, beispielsweise eine Aufla­ ge, an der das Objekt befestigt ist oder auf der es nur lose aufliegt, vor der Einwirkung des Beschusses zu schützen, empfiehlt es sich, die EFP-Ladung mit ihrer Achse unter ei­ nem Winkel zur Auflage des Objektes auszurichten, wobei der Winkel vorzugsweise weniger als 45° beträgt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist insbesondere zur nicht-detonativen Zerlegung von Kampfmitteln, terroristi­ schen Sprengladungen und Minen, insbesondere von Unterwas­ ser-Minen, vor allem aber von Haftminen an Schiffskörpern, geeignet.
Nachstehend ist die Erfindung anhand von Ausführungsbei­ spielen und Versuchsergebnissen beschrieben.
Fig. 1 zeigt einen schematischen Längsschnitt einer EFP- Ladung 1 mit einer Barriere-Scheibe 2. Die EFP-Ladung 1 be­ steht aus einer Hülle 3 aus Kunststoff mit einem Boden, der einen Zünder 4 aufnimmt. In der Hülle ist mit Abstand vom Zünder 4 ein Impedanzring 5 eingesetzt. Der Raum zwischen Boden und Impedanzring 5 ist mit Sprengstoff 6 gefüllt, der von einer Einlage 7 abgedeckt ist, die beim gezeigten Aus­ führungsbeispiel zum Sprengstoff 6 durchgewölbt ist. Die Einlage 7 sitzt in dem Impedanzring 5. Die Hülle 3 aus Kunststoff weist eine zylindrische Verlängerung 8 auf, die an ihrem Ende von der Barriere-Scheibe 2 verschlossen ist. Der mit dem Sprengstoff 6 gefüllte Raum kann rückseitig von einer zylindrischen oder konischen Hülle 9, vorzugsweise aus Kunststoff, Metall, Glas oder Keramik, begrenzt sein.
In einer Versuchsanordnung wurde eine Einlage mit einem Durchmesser d = 55 mm und einer Dicke D = 3,30 mm eingesetzt. Im konkreten Fall handelte es sich bei der Einlage um einen Armco-Liner. Die Masse der Einlage betrug mE = 63 g, die Masse des Impedanzrings mR = 50 g und die Sprengstoffmasse mEx = 230 g. Die Länge der Hülle betrug LR = 259,5 mm; der Ab­ stand L zwischen dem Impedanzring 5 und der Barriere- Scheibe 2 betrug ca. 200 mm. Es wurden Barrierescheiben aus Kunststoff, Metallen und insbesondere solche aus der Legie­ rung 9 SMnPb 28 mit unterschiedlicher Dicke eingesetzt.
In den Fig. 2 bis 5 sind Röntgenaufnahmen unmittelbar nach Auftreffen des Projektils auf die Barriere-Scheibe wieder­ gegeben, die zum Zeitpunkt t nach Zündung des Sprengstoffs aufgenommen wurden. Der Zeitpunkt ist jeweils links der Ab­ bildungen angegeben. Bei dem Versuch gemäß Fig. 2 wurde eine Barriere-Scheibe mit 5 mm Dicke aus PVC eingesetzt. Am rech­ ten Rand der Abbildungen ist das Ende der Hülle 3 erkenn­ bar. Fig. 2.1 zeigt das aus dem Armco-Liner gebildete Pro­ jektil 10, das die Barriere-Scheibe 2 aus PVC bereits weit­ gehend durchstoßen hat. Fig. 2.2 läßt erkennen, daß die Bar­ riere-Scheibe 2 weitgehend in eine Wolke 11 aus Bruchstüc­ ken zerlegt worden ist, während das Projektil 10 seine Form im wesentlichen beibehalten hat und der Wolke vorauseilt.
Fig. 3.1 gibt die Verhältnisse bei gleicher Versuchsanord­ nung für eine 5 mm starke Barriere-Scheibe aus 9 SMnPb 28 wieder. Fig. 3.1 zeigt die Situation unmittelbar nach Durch­ tritt des Projektils durch die Barriere-Scheibe 2, die an ihrem Umfang weitgehend erhalten geblieben ist. Nach t = 175 µs (Fig. 3.2) wird erkennbar, daß nur noch ein Restpro­ jektil 12 verblieben ist, während der größere Teil des Pro­ jektils in eine Splitterwolke 13 zerlegt worden ist, in der sich auch Splitter aus der Barriere-Scheibe 2 befinden. Ferner zeigt ein Vergleich der Fig. 3.2 und 3.3, daß die Splitterwolke 13 hinter dem Restprojektil 12 zurückbleibt.
Ähnliche Verhältnisse lassen sich aus Fig. 4.1 bis 4.3 able­ sen. In diesem Fall wurde eine Barriere-Scheibe aus der gleichen Legierung, jedoch mit 10 mm Dicke, eingesetzt. Schließlich zeigt Fig. 5, daß bei einer Barriere-Scheibe mit 15 mm Dicke das Restprojektil noch kleiner und die Splitter­ wolke kompakter ist.
In der nachstehend wiedergegebenen Tabelle ist die Restge­ schwindigkeit v (m/s) der Splitterwolke bei den untersuch­ ten Barriere-Scheiben nach ihrem Durchschlag wiedergegeben.
Barriere-Scheibe
v (m/s)
5 mm PVC 1.670
5 mm 9 SMnPb 28 1.526
10 mm 9 SMnPb 28 1.352
15 mm 9 SMnPb 28 1.099
Die auf Art und Größe des detonationsfähigen Objektes aus­ zulegende Geschwindigkeit der Splitterwolke läßt sich also durch das Material der Barriere-Scheibe und deren Dicke steuern.
Mit der vorgenannten Anordnung und der Barriere-Scheibe 10 mm 9 SMnPb 28 wurde in einem weiteren Versuch der Einfluß der Länge LR der Hülle 3 (Fig. 1) auf die Restgeschwindig­ keit der Splitterwolke nach Durchtritt des Projektils durch die Barriere-Scheibe untersucht, wobei die freie Flugstrec­ ke des Projektils in der Hülle dem jeweils verbleibenden Abstand zwischen Barriere-Scheibe und Einlage entspricht.
In den Fig. 6 bis 9 sind wiederum Röntgenaufnahmen zu zwei verschiedenen Zeitpunkten t = 75 µs und t = 125 µs für ver­ schiedene Längen LR der Hülle wiedergeben. Fig. 6.1 zeigt zum Zeitpunkt t = 75 µs bei einer Länge der Hülle von LR = 180 mm gerade das Auftreffen des Projektils 10 auf die Bar­ riere-Scheibe. Nach t = 125 µs sind das Restprojektil 12 und die Splitterwolke 13 zu erkennen. Sie bewegen sich mit fast gleicher Geschwindigkeit v = 1.340 m/s. Fig. 7 zeigt die gleichen Verhältnisse bei einer Länge LR = 140 mm. Im Ver­ gleich zu Fig. 6 wird erkennbar, daß das Projektil die Bar­ riere-Scheibe bereits früher durchstoßen hat und nach t = 125 µs die Splitterwolke 13 mit dem vorlaufenden Rest­ projektil 12 schon etwas auseinandergezogen ist. Die Split­ tergeschwindigkeit wurde mit v = 1.358 m/s gemessen, war also im wesentlichen dieselbe wie bei der größeren Länge der Hülle.
Fig. 8 zeigt die gleichen Verhältnisse bei LR = 100 mm. Die Geschwindigkeit der Splitterwolke 13 war auf v = 1.048 m/s abgesunken. Fig. 8.2 zeigt ferner deutlich, daß das Restpro­ jektil 12 gegenüber dem vorangehenden Versuch etwas zurück­ geblieben ist. Dies wird noch deutlicher in Fig. 9 bei wei­ terer Reduzierung der Länge der Hülle auf LR = 80 mm. Hier bleibt das Restprojektil 12 extrem hinter der Splitterwolke 13 zurück. Für das Restprojektil wird lediglich noch eine Geschwindigkeit von 464 m/s gemessen, während die Geschwin­ digkeit der Splitterwolke wieder erheblich ansteigt, näm­ lich auf v = 1.361 m/s.
In der Reihenfolge der Fig. 6 bis 9 betrug die freie Flugstrecke des Projektils bis zum Erreichen der Barriere- Scheibe LS = 115 mm, 75,5 mm, 35,5 mm und 15,5 mm.
In einer weiteren Versuchsanordnung wurde die Zerlegung ei­ ner Haftmine an einem Schiffskörper simuliert. Fig. 10 zeigt einen schematischen Schnitt der Versuchsanordnung. Eine druckfeste Schutzkassette 15 ist mit Wasser gefüllt. In ei­ ner Wand der Schutzkassette 15 ist die erfindungsgemäße EFP-Ladung 1 mit Barriere-Scheibe 2 eingesetzt. Innerhalb der Kassette 15 ist unter einem Winkel von 30° gegenüber der Achse der EFP-Ladung 1 ein die Bordwand des Schiffskör­ pers simulierendes Stahlblech 16 angeordnet, auf der ein Minengehäuse 17 befestigt ist, das wahlweise mit Inertmate­ rial oder Sprengstoff gefüllt wird. Die EFP-Ladung wies ei­ nen Armco-Liner auf mit einer Dicke T = 4,30 mm und einer Masse m = 82 g. Es wurde eine Barrierescheibe 9 SMnPb 28 mit 10 mm Dicke eingesetzt. Die Geschwindigkeit der erzeugten Split­ terwolke betrug v = 1.420 m/s.
Fig. 11 zeigt das Ergebnis eines Versuchs mit einer Inert­ füllung der Stahlhülle der Mine, die auf einem 6-mm-Stahl­ blech montiert war. Der Abstand der Barriere-Scheibe 2 von der nächstliegenden Kante des Minengehäuses (Fig. 10) betrug 50 mm. Fig. 11 zeigt die vollständige Zerlegung des Minenge­ häuses und seiner Füllung. Die Auftreffenergie der Split­ terwolke erzeugte an dem Stahlblech 16 von 6 mm Dicke eine Beultiefe B = 18 mm. Fig. 12 zeigt einen Versuch mit densel­ ben Parametern wie bei Fig. 11, jedoch war das Minengehäuse mit 316 g TNT mit PVC-Binder gefüllt. Auch Fig. 12 zeigt die in vollständiger Auflösung begriffene Mine einschließlich der Sprengstoffüllung. Die durch die Auftreffenergie er­ zeugte Beultiefe wurde mit B = 13 mm gemessen. Sie ändert sich jedoch stark mit dem Abstand der Barriere-Scheibe von dem Minengehäuse. So zeigt Fig. 13 bei gleichen Parametern wie zuvor, jedoch einer Verminderung des Abstandes auf 10 mm, eine Verformung des Stahlblechs 16 mit einer Beultiefe B = 22 mm. In beiden Fällen war die Sprengstoffüllung der Mine in kleinste Teile zerlegt, während vom Minengehäuse größere, stark verformte Teile übrig blieben.

Claims (13)

1. Vorrichtung zur nicht-detonativen Beseitigung von deto­ nationsfähigen Objekten mit eigenem Zündsystem mittels einer EFP-Ladung (1), die aus einer zylindrischen Hül­ le (8) mit einem Boden und einem Zünder (4), einer Sprengstoff-Ladung (6) und einer die Ladung an der dem Zünder gegenüberliegenden Seite abdeckenden, scheiben­ artigen Einlage (7) besteht, die nach Zünden der La­ dung (6) beschleunigt und zu einem Projektil (10) umge­ formt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die EFP- Ladung (1) mit Abstand von ihrer Einlage (7) eine Bar­ riere-Scheibe (2) aufweist, die das auf sie auftreffen­ de Projektil (10) abbremst und sich unter Bildung einer auf das Objekt einwirkenden Splitterwolke (13) zerlegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Material und Dicke der Einlage (7) sowie Spreng­ stoffmasse der EFP-Ladung (1) einerseits und Material und Dicke der Barriere-Scheibe (2) sowie deren Abstand von der Einlage (7) andererseits auf die Art und Größe des zu beseitigenden. Objekts (17) und dessen detonati­ onsfähiger Masse abgestimmt sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Abstand der EFP-Ladung (1) vom Ob­ jekt (17) einstellbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle (8) der EFP-Ladung (1) eine im Bereich der Einlage (7) ansetzende, zylindrische Verlängerung aufweist, deren Innendurchmesser auf den Außendurchmesser der Einlage (7) abgestimmt ist und die am gegenüberliegenden Ende von der Barriere-Scheibe (2) verschlossen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlage (7) in einem in der Hülle (8) angeordneten Impedanzring (5) sitzt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Impedanzring (5) am Übergang zwischen Hülle und zylindrischer Verlängerung angeord­ net ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle und die zylindrische Ver­ längerung frei von Metall sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Barriere-Scheibe (2) aus Metall besteht.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die EFP-Ladung (1) nahe des Ob­ jekts (17) positionierbar und mit ihrer Achse auf dieses ausrichtbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die EFP-Ladung (1) mit ihrer Achse unter einem Winkel zur Auflage (16) des Objektes (17) auf dieses ausgerichtet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die EFP-Ladung (1) mit ihrer Achse unter einem Winkel kleiner 45° zur Auflage (16) des Ob­ jektes (17) ausgerichtet ist.
12. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11 zur nicht-detonativen Zerlegung von Minen (17).
13. Verwendung nach Anspruch 12 zur nicht-detonativen Zer­ legung von Unterwasser-Minen, insbesondere Haftmi­ nen (17) an Schiffskörpern.
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