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DE10126365A1 - Verfahren und Vorrichtung zum beidseitigen Auftragen von Auftragsmedium auf eine Materialbahn - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum beidseitigen Auftragen von Auftragsmedium auf eine Materialbahn

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DE10126365A1
DE10126365A1 DE2001126365 DE10126365A DE10126365A1 DE 10126365 A1 DE10126365 A1 DE 10126365A1 DE 2001126365 DE2001126365 DE 2001126365 DE 10126365 A DE10126365 A DE 10126365A DE 10126365 A1 DE10126365 A1 DE 10126365A1
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DE
Germany
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material web
penetration depth
rollers
application medium
web
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Withdrawn
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DE2001126365
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English (en)
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Martin Tietz
Horst Kaipf
Stefan Reich
Christoph Henninger
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Voith Patent GmbH
Original Assignee
Voith Paper Patent GmbH
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Publication date
Application filed by Voith Paper Patent GmbH filed Critical Voith Paper Patent GmbH
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Withdrawn legal-status Critical Current

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    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
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    • D21H23/02Processes or apparatus for adding material to the pulp or to the paper characterised by the manner in which substances are added
    • D21H23/22Addition to the formed paper
    • D21H23/70Multistep processes; Apparatus for adding one or several substances in portions or in various ways to the paper, not covered by another single group of this main group
    • D21H23/72Plural serial stages only
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  • Paper (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum beidseitigen Auftragen von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium auf eine laufende Materialbahn (14), insbesondere aus Papier oder Karton, bei welchem in einem ersten Schritt Auftragsmedium im indirekten Auftrag auf eine (14a) der Oberflächen der Materialbahn (14) aufgebracht (22/18a) wird und bis zu einer ersten Penetrationstiefe (T¶1¶) in die Materialbahn (14) eindringt, in einem zweiten Schritt die so behandelte Materialbahn (14) einer Zwischentrocknung (24) unterzogen wird, in einem dritten Schritt Auftragsmedium im indirekten Auftrag auf die jeweils andere Oberfläche (14b) der Materialbahn (14) aufgebracht (30/28a) wird und bis zu einer zweiten Penetrationstiefe in die Materialbahn (14) eindringt, wobei der Wert der ersten Penetrationstiefe (T¶1¶) kleiner ist als der Wert der zweiten Penetrationstiefe (T¶2¶), und in einem vierten Schritt die so behandelte Materialbahn (14) wiederum einer Trocknung (32) unterzogen wird.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum beidseitigen Auftragen von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, und sie betrifft insbesondere ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erhöhung der Festigkeit einer derartigen Materialbahn.
Das beidseitige Aufbringen von Auftragsmedium auf zugschwache Materialbahnen ist äußerst problematisch. So halten vor allem dünne und stark altpapierhaltige Materialbahnen die Beanspruchung beim Beschichten häufig nicht aus, da die relativ kurzen Fasern des hohen Altpapieranteils nur einen begrenzten Zusammenhalt der Materialbahn ermöglichen. Als ein Beispiel für eine derartige zugschwache Materialbahn sei die innere Lage von Wellkarton (Wellenrohpapier) genannt, die meistens aus weniger hochwertigen Rohstoffen hergestellt wird und daher nur über eine geringe Festigkeit verfügt. Zur Erhöhung ihrer Festigkeit werden zugschwache Materialbahnen üblicherweise mit Stärke getränkt, wobei der Auftrag beidseitig und simultan in einer einfachen Leimpresse oder in einem Auftragsaggregat erfolgt, das vom Konzern der Anmelderin unter der Bezeichnung "Speedsizer" vertrieben wird.
Die vorstehend angesprochenen, bisher üblichen Verfahren zur Erhöhung der Festigkeit zugschwacher Materialbahnen haben zum einen den Nachteil, dass sie nur eine geringe Tränktiefe ermöglichen. Der Grund hierfür liegt darin, dass für höhere Tränktiefen üblicherweise ein entsprechend höherer Liniendruck bzw. eine entsprechend höhere Linienpressung erforderlich ist. Diesen hohen Liniendruck bzw. diese hohe Linienpressung hält die Materialbahn aber aufgrund ihrer geringen Festigkeit oft nicht aus, so dass die Gefahr von Abrissen besteht. Ein diese Gefahr auf ein akzeptables Maß reduzierender Liniendruck zieht aber zwangsläufig eine geringere Tränktiefe nach sich, was zu einer entsprechend geringeren Stabilisierung bzw. entsprechend geringeren Erhöhung der Festigkeit der Materialbahn führt.
Die bekannten Verfahren haben zum anderen aber auch den Nachteil, dass der im Hinblick auf eine möglichst gute Erhöhung der Festigkeit der Materialbahn gewählte Liniendruck das Auftragen von Farbe bzw. eine Pigmentanreicherung in der Stärke nicht bzw. nur in begrenztem Maße zulässt. Für den Farbauftrag benötigt man nämlich einen deutlich geringeren Liniendruck als er für die Erhöhung der Festigkeit der Materialbahn gewünscht ist. Die Folge sind ein ungenügendes Strichgewicht, eine mangelnde Abdeckung der Materialbahn sowie eine unerwünschte Entmischung der Bestandteile der Farbe.
Zum Stand der Technik sei auf die WO 95/30049, die DE 44 16 399 A1 und die WO 94/17244 verwiesen. Insbesondere aus der letztgenannten Druckschrift ist es bekannt, eine Seite der Materialbahn zu streichen und zu trocknen und dann anschließend die andere Seite der Materialbahn zu streichen und ebenfalls zu trocknen.
Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, welche eine verbesserte Erhöhung der Festigkeit der Materialbahn und gewünschtenfalls das Streichen wenigstens einer Materialbahnoberfläche ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum beidseitigen Auftragen von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium auf eine laufende Materialbahn, insbesondere aus Papier oder Karton, bei welchem
  • - in einem ersten Schritt Auftragsmedium im indirekten Auftrag auf eine der Oberflächen der Materialbahn aufgebracht wird und bis zu einer ersten Penetrationstiefe in die Materialbahn eindringt,
  • - in einem zweiten Schritt die so behandelte Materialbahn einer Zwischentrocknung unterzogen wird,
  • - in einem dritten Schritt Auftragsmedium im indirekten Auftrag auf die jeweils andere Oberfläche der Materialbahn aufgebracht wird und bis zu einer zweiten Penetrationstiefe in die Materialbahn eindringt, wobei der Wert der ersten Penetrationstiefe kleiner ist als der Wert der zweiten Penetrationstiefe, und
  • - in einem vierten Schritt die so behandelte Materialbahn wiederum einer Trocknung unterzogen wird.
Durch die im ersten Schritt erzielte kleine Penetrationstiefe wird die Materialbahn nur in geringem Maße aufgeweicht, so dass ein Reißen der Materialbahn zuverlässig vermieden wird. Gleichwohl reicht diese niedrige Penetrations- bzw. Tränktiefe doch aus, um die Festigkeit der Materialbahn so weit zu erhöhen, dass die Materialbahn im zweiten Auftrag, d. h. im dritten Schritt, problemlos stärker, d. h. bis zu einer höheren Penetrations­ tiefe durchtränkt werden kann. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass die Materialbahn mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gewünschtenfalls vollständig durchtränkt werden kann, ohne zu irgendeinem Zeitpunkt die zur Vermeidung eines Abrisses erforderliche Festigkeit zu verlieren. Dadurch können wesentlich höhere Endfestigkeiten erzielt werden als dies bislang möglich war.
Darüber hinaus können durch die geringe Linienpressung im ersten Schritt nun auch Pigmente bzw. Farbe auf die Oberfläche der Materialbahn aufgebracht werden, wodurch die Materialbahn inbesondere optisch aufgewertet werden kann. Schließlich können durch das erfindungsgemäße schonende Verfahren auch Materialbahnen mit Stoffzusammensetzungen verarbeitet werden, die bislang aufgrund ihrer geringen Festigkeit nicht verarbeitet werden konnten. Es wird hier beispielsweise an den Einsatz von bisher nicht mehr verwertbarem Altpapier mit sehr geringer Qualität, insbesondere sehr geringer Faserlänge, gedacht.
In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die im ersten Schritt erzielte Penetrationstiefe höchstens 50%, vorzugsweise zwischen etwa 20% und 35%, der Gesamtdicke der Materialbahn beträgt, während die im dritten Schritt erzielte Penetrationstiefe zwischen etwa 55% und etwa 75% der Gesamtdicke der Materialbahn betragen kann. Somit ist es, wie vorstehend bereits ausgeführt wurde, durch Überlapp der beiden Penetrationsbereiche ohne Weiteres möglich, die Materialbahn vollständig zu durchtränken.
Die gewünschten Penetrationstiefen können beispielsweise dadurch erhalten werden, dass das Auftragsmedium im dritten Schritt unter Anwendung einer höheren Linienpressung (P2 < P1) als im ersten Schritt auf die Materialbahn aufgebracht wird. Dabei kann die im ersten Schritt angewendete Linienpressung vorteilhafterweise einen Wert von zwischen etwa 20 kN und etwa 40 kN je Meter Arbeitsbreite der Materialbahn aufweisen, während sie im dritten Schritt zwischen etwa 60 kN und etwa 100 kN betragen kann.
Zusätzlich oder alternativ kann die im ersten Schritt niedrigere Penetrations­ tiefe des Auftragsmediums auch dadurch erzielt werden, dass das Auftragsmedium im ersten Schritt bei einer niedrigeren Temperatur auf die Materialbahn aufgebracht wird als im dritten Schritt oder/und dass im ersten Schritt ein Auftragsmedium auf die Materialbahn aufgebracht wird, das eine höhere Viskosität oder/und einen höheren Feststoffgehalt aufweist als das im dritten Schritt auf die Materialbahn aufgebrachte Auftrags­ medium.
Sowohl im ersten Schritt als auch im dritten Schritt kann Stärke als Auftragsmedium auf die Materialbahn aufgebracht werden. Zusätzlich oder alternativ kann der Stärke im ersten Schritt ein Pigmentanteil beigemengt sein. Es ist jedoch auch möglich, im ersten Schritt Farbe auf die Materialbahn aufzubringen.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere zur Behandlung von Rohpapier zur Herstellung von Wellkarton.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus auch eine Vorrichtung zur Durch­ führung des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welcher die Walzen der zur Durchführung des ersten Schritts und des dritten Schritts eingesetzten Auftragswerke entsprechend der jeweils gewünschten Penetrationstiefe unterschiedlich angepasst ausgebildet sind. Hierzu können die Walzen des zur Durchführung des ersten Schritts eingesetzten Auftragswerks in geringerem Maße bombiert ausgebildet sein oder/und einen kleineren Durchmesser aufweisen oder/und eine geringere Wandstärke aufweisen als die Walzen des zur Durchführung des dritten Schritts eingesetzten Auftragswerks. Dies hat den Vorteil geringerer Anschaffungs- und Wartungskosten.
Die Erfindung wird im Folgenden an einem Ausführungsbeispiel anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert werden. Es stellt dar:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Auftragsvorrichtung; und
Fig. 2 eine schematische Skizze zur Erläuterung der Penetration der Materialbahn.
In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Auftragsvorrichtung allgemein mit 10 bezeichnet. Sie umfasst eine erste Auftragsstation 12 und eine in Laufrichtung L der Materialbahn 14 dieser ersten Auftragsstation 12 nachgeordnete zweite Auftragsstation 16. Der Übergang der Materialbahn 14 von der ersten Auftragsstation 12 in die zweite Auftragsstation 16 ist in Fig. 1 gestrichelt und mit dem Buchstaben "X" angedeutet. Die erste Auftragsstation 12 dient zur Behandlung einer ersten Oberfläche 14a der Materialbahn 14, während in der Auftragsstation 16 Auftragsmedium auf die jeweils andere Oberfläche 14b der Materialbahn 14 aufgebracht wird.
In der Auftragsstation 12 läuft die Materialbahn 14 durch den Press-Nip N1, der zwischen zwei Walzen 18 und 20 gebildet ist. Diese beiden Walzen 18, 20 rotieren dabei um ihre jeweiligen Drehachsen A und A' derart, dass sie an der Oberfläche der Materialbahn 14 im Wesentlichen schlupffrei bzw. mit geringem gegenläufigen Schlupf abrollen. Ein gegenläufiger Schlupf kann durch ein Verstreichen des Auftragsmediums zu einer Verbesserung des Auftragsergebnisses beitragen. Zur Aufbringung von Auftragsmedium auf die Oberfläche 14a der Materialbahn 14 ist ein Auftragswerk 22 vorgesehen. Dieses Auftragswerk 22 bringt das Auftragsmedium auf die Oberfläche 18a der Walze 18 auf, welche es dann zur Oberfläche 14a der Materialbahn 14 transportiert. In der Auftragsstation 12 wird das Auftragsmedium also indirekt auf die Materialbahn 14 aufgebracht.
Die in der Auftragsstation 12 durch die Walzen 18, 20 auf die Materialbahn 14 ausgeübte Linienpressung P1 ist so niedrig gewählt, dass die in dieser ersten Auftragsstation 12 erzielte Penetration der Materialbahn 14 lediglich eine Tiefe T1 (siehe Fig. 2) erreicht, die weniger als die Hälfte der Gesamtdicke D der Materialbahn 14 beträgt. Die Linienpressung P1 bzw. die aus ihr resultierende Penetrationstiefe T1 sind dabei so gewählt, dass die mit der Aufbringung des flüssigen oder pastösen Auftragsmediums zunächst einhergehende Abnahme der Festigkeit der Materialbahn 14 nicht so groß ist, dass ein Reißen der Materialbahn 14 befürchtet werden müsste.
In Laufrichtung L der ersten Auftragsstation 12 nachgeordnet durchläuft die Materialbahn 14 eine Trocknungsstation 24, in der die Materialbahn zwischengetrocknet wird. In Folge des Durchtränkens eines Teils der Materialbahn 14 steigt die Festigkeit der Materialbahn 14 während der Zwischentrocknung in der Trockenstation 24 auf einen Wert an, der höher liegt als der Wert der Festigkeit der Materialbahn 14 vor der ersten Auftragsstation 12.
Aufgrund dieser Festigkeitszunahme kann in der zweiten Auftragsstation 16 von den dort den Press-Nip N2 bildenden Walzen 26 und 28 auf die Materialbahn 14 eine erheblich höhere Linienpressung P2 ausgeübt werden. Diese hat eine entsprechend größere Penetrationstiefe T2 (siehe Fig. 2) zur Folge. Insbesondere kann die Penetrationstiefe T2 mehr als 50% der Gesamtdicke D der Materialbahn 14 betragen.
Nachzutragen ist noch, dass auch die Walzen 26 und 28 um ihre jeweiligen Achsen B bzw. B' gegenläufig rotieren und an der Materialbahn 14 schlupffrei bzw. mit geringem Gegenschlupf abrollen. Auch in der zweiten Auftragsstation 16 wird Auftragsmedium indirekt auf die Oberfläche 14b der Materialbahn 14 aufgebracht, und zwar mittels eines Auftragswerks 30, das Auftragsmedium auf die Oberfläche 28a der Walze 28 aufbringt, welche es dann in den Press-Nip N2 fördert.
In Laufrichtung L der Materialbahn 14 hinter der zweiten Auftragsstation 16 durchläuft die Materialbahn 14 eine weitere Trocknungsstation 32, in der die mit Auftragsmedium durchtränkte Materialbahn 14 endverfestigt wird.
Mit Bezug auf Fig. 2 ist noch nachzutragen, dass die beiden Penetrationsbereiche T1 und T2 einander überlappen können. Somit ist es mit Hilfe des erfindungsgemäßen Auftragsverfahrens möglich, die Materialbahn 14 vollständig mit Auftragsmedium zu durchtränken, was für die Erzielung einer hohen Endfestigkeit der Materialbahn 14 von Bedeutung ist. Gleichwohl kann das erfindungsgemäße Verfahren sicherstellen, dass die Festigkeit der Materialbahn 14 zu keinem Zeitpunkt so stark abnimmt, dass ein Abriss befürchtet werden müsste. Insbesondere kann mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens die Linienpressung P1, die in der ersten Auftragsstation 12 auf die Materialbahn 14 ausgeübt wird, so niedrig gehalten werden, dass in der ersten Auftragsstation 12 auch pigmenthaltige Stärke oder Farbe auf die Materialbahn 14 aufgebracht werden kann. Dies trägt zur optischen Aufwertung der Materialbahn 14 bei.
Wie in Fig. 1 dargestellt, können die Walzen 18, 20 der ersten Auftragsstation 12 einen kleineren Durchmesser w aufweisen als die Walzen 26 und 28 der zweiten Auftragsstation 16 (Durchmesser W), und zwar in Entsprechung zu der geringeren Linienpressung P1 (< P2). Dies erlaubt es, die Kosten für die erste Auftragsstation 12 und somit die gesamte Auftragsvorrichtung 10 zu senken. Darüber hinaus können die Walzen 18, 20 bzw. 26, 28 mit einer der jeweiligen Linienpressung P1 bzw. P2 entsprechenden Bombierung ausgebildet sein.
In Fig. 1 erkennt man ferner Bahnleitelemente, beispielsweise Umlenkwalzen 34, 36 bzw. berührungslos arbeitende Umlenkelemente 38, 40, sogenannte "Airturns".

Claims (17)

1. Verfahren zum beidseitigen Auftragen von flüssigem oder pastösem Auftragsmedium auf eine laufende Materialbahn (14), insbesondere aus Papier oder Karton, bei welchem
in einem ersten Schritt Auftragsmedium im indirekten Auftrag auf eine (14a) der Oberflächen der Materialbahn (14) aufgebracht (22/18a) wird und bis zu einer ersten Penetrationstiefe (T1) in die Materialbahn (14) eindringt,
in einem zweiten Schritt die so behandelte Materialbahn (14) einer Zwischentrocknung (24) unterzogen wird,
in einem dritten Schritt Auftragsmedium im indirekten Auftrag auf die jeweils andere Oberfläche (14b) der Materialbahn (14) aufgebracht (30/28a) wird und bis zu einer zweiten Penetrationstiefe in die Materialbahn (14) eindringt, wobei der Wert der ersten Penetrationstiefe (T1) kleiner ist als der Wert der zweiten Penetrationstiefe (T2), und
in einem vierten Schritt die so behandelte Materialbahn (14) wiederum einer Trocknung (32) unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die im ersten Schritt erzielte Penetrationstiefe (T1) des Auftragsmediums in die Materialbahn (14) höchstens 50%, vorzugsweise zwischen etwa 20% und etwa 35%, der Gesamtdicke (D) der Materialbahn (14) beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die im dritten Schritt erzielte Penetrationstiefe (T2) des Auftragsmediums in die Materialbahn (14) zwischen etwa 55% und etwa 75% der Gesamtdicke (D) der Materialbahn (14) beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftragsmedium im dritten Schritt unter Anwendung einer höheren Linienpressung (P2 < P1) als im ersten Schritt auf die Materialbahn (14) aufgebracht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die im ersten Schritt angewendete Linienpressung (P1) einen Wert von zwischen etwa 20 kN und etwa 40 kN je Meter Arbeitsbreite der Materialbahn (14) aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die im dritten Schritt angewendete Linienpressung (P2) einen Wert von zwischen etwa 60 kN und etwa 100 kN je Meter Arbeitsbreite der Materialbahn (14) aufweist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftragsmedium im ersten Schritt bei einer niedrigeren Temperatur auf die Materialbahn (14) aufge­ bracht wird als im dritten Schritt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Schritt ein Auftragsmedium auf die Materialbahn (14) aufgebracht wird, das eine höhere Visko­ sität aufweist als das im dritten Schritt auf die Materialbahn (14) aufgebrachte Auftragsmedium.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Schritt ein Auftragsmedium auf die Materialbahn (14) aufgebracht wird, das einen höheren Feststoffgehalt aufweist als das im dritten Schritt auf die Materialbahn (14) aufgebrachte Auftragsmedium.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl im ersten Schritt als auch im dritten Schritt Stärke als Auftragsmedium auf die Materialbahn (14) aufgebracht wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Schritt Stärke mit einem Pigmentanteil auf die Materialbahn (14) aufgebracht wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Schritt Farbe auf die Materialbahn (14) aufgebracht wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (14) Rohpapier zur Herstellung von Wellkarton ist.
14. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (18, 20, 26, 28) der zur Durchführung des ersten Schritts und des dritten Schritts eingesetzten Auftragswerke (12, 16) entsprechend der jeweils gewünschten Penetrationstiefe (T1, T2) unterschiedlich angepasst ausgebildet sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (18, 20) des zur Durchführung des ersten Schritts eingesetzten Auftragswerks (12) in geringerem Maße bombiert ausgebildet sind als die Walzen (26, 28) des zur Durchführung des dritten Schritts eingesetzten Auftragswerks (16).
16. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (18, 20) des zur Durchführung des ersten Schritts eingesetzten Auftragswerks (12) einen kleineren Durchmesser (w < W) aufweisen als die Walzen (26, 28) des zur Durchführung des dritten Schritts eingesetzten Auftragswerks (16).
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (18, 20) des zur Durchführung des ersten Schritts eingesetzten Auftragswerks (12) einen geringere Wandstärke aufweisen als die Walzen (26, 28) des zur Durchführung des dritten Schritts eingesetzten Auftragswerks (16).
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