DE10124305A1 - Werkstückantrieb einer Zahnflankenwälzschleifmaschine - Google Patents
Werkstückantrieb einer ZahnflankenwälzschleifmaschineInfo
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Abstract
Der Getriebestrang des Werkstückantriebs einer Maschine zum kontinuierlichen Schleifen von Getrieberädern, bei dem mittels nicht ganzzahliger Übersetzung zwischen Werkstückspindel (3) und Antriebsmotor (4) sowie eine hohe Zähnezahl des Stirnrads (6) auf der Werkstückspindel (3), hohe ganzzahlige Profil- und Sprungüberdeckung des Getriebestrangs und einen Dämpfungsring (7) auf der Werkstückspindel (3) tonale Störungen des ins Getriebe eingebauten Werkstücks vermieden werden.
Description
Die Erfindung betrifft die konstruktive Auslegung des Werkstück
antriebs von Maschinen zum kontinuierlichen Wälzschleifen von
Zahnrädern. Aufgrund ihrer im Zuge der technischen Entwicklung
ständig gestiegenen Produktionsleistung und Fertigungsgenauig
keit sowie den wachsenden Leistungs- und Qualitätsanforderungen
insbesondere bei Fahrzeuggetrieben werden solche Maschinen zu
nehmend in der industriellen Getriebefertigung zum Schleifen der
Flanken vorverzahnter gehärteter Zahnräder eingesetzt. Die wich
tigsten hiermit angestrebten Ziele sind eine hohe Belastbarkeit
der Zahnflanken im Interesse einer kompakten gewichts- und raum
sparenden Getriebebauweise und eine optimale Laufruhe, d. h. eine
minimale Geräuschabstrahlung des Getriebes. Beides erfordert
eine hochgenaue Einhaltung der gewünschten Flankenform.
Beim kontinuierlichen Wälzschleifen befinden sich die Schleif
schnecke und die Verzahnung des zu schleifenden Zahnrads mitein
ander in wälzendem Eingriff, wobei das Werkstück im Drehzahlver
hältnis von Schleifschneckengangzahl zu Werkstückzähnezahl
streng synchron zur kontinuierlichen Drehbewegung der Schleif
schnecke gedreht wird. Jede Abweichung von dieser Synchronität
führt zu Formabweichungen der Werkstückflanken und beeinträch
tigt somit die Werkstückqualität.
Eine der schwer kontrollierbaren Quellen von Synchronitätsabwei
chungen der Drehbewegungen von Schleifschnecke und Werkstück ist
die Laufungleichförmigkeit des Werkstücks während des Schlei
fens, verursacht durch den Zahneingriff des Antriebsritzels in
das von ihm angetriebene Stirnrad auf der Werkstückspindel und
die Drehmomentpulsation des Werkstückantriebsmotors. Die Folge
hiervon ist im Fall der Zahneingriffstörung eine periodische
Drehwinkelabweichung der Werkstückverzahnung mit der Ordnung der
Stirnradzähnezahl und im Fall der Motorpulsation eine periodi
sche Drehwinkelabweichung der Werkstückverzahnung mit der Ord
nung der Motorpulsation, multipliziert mit dem Verhältnis der
Stirnrad- zur Ritzelzähnezahl.
Geräuschuntersuchungen an montierten Getrieben haben gezeigt,
dass im Falle einer ganzzahligen Übersetzung zwischen Motor und
Werkstückspindel beide Störordnungen im Geräuschpegel des Ge
triebes sowohl auf dem Prüfstand als auch im eingebauten Zustand
im Fahrzeug als Ton deutlich hörbar sind, wobei die Frequenzen
der beiden Töne der Ordnung des Stirnradzahneingriffs der Werk
stückspindel bzw. der Pulsation des Spindelantriebsmotors exakt
entsprechen. Dieser Effekt ist auch bei geringstmöglicher Motor
pulsation und kaum mehr messbaren Drehwinkelfehlern des Stirn
rads auf der Werkstückspindel noch vorhanden und erfordert zu
seiner Beseitigung eine kostspielige Nachbearbeitung der Werk
stückverzahnung durch Läppen oder Honen in einer zusätzlichen
Bearbeitungsoperation, wodurch sich der Fertigungsaufwand erheb
lich erhöht.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Werkstück
spindelantrieb einer Maschine zum kontinuierlichen Wälzschleifen
von Zahnrädern vorzuschlagen, bei dem die Störfaktoren Motorpul
sation und/oder Zahneingriff des Stirnrads der Werkstückspindel
auch ohne Nachbearbeitung des Werkstücks im Fahrzeug als tonale
Störung nicht mehr wahrnehmbar sind. Die Aufgabe wird mit den
erfindungsgemässen Merkmalen der Patentansprüche gelöst. Nach
folgend wird die Erfindung am Beispiel eines von einem Gleich
strommotor angetriebenen einstufigen Werkstückspindelantriebs
anhand von Fig. 1 näher beschrieben. Diese zeigt den Getriebe
zug 1 in schematischer Darstellung.
Die um ihre Achse 2 drehbar gelagerte Werkstückspindel 3 wird
vom Spindelantriebsmotor 4 mittels des Antriebsritzels 5 und des
Stirnrads 6 auf der Werkstückspindel 3 synchron zur Drehung der
Schleifschnecke angetrieben.
Bei der Bekämpfung tonaler Störungen aufgrund der Pulsation des
Antriebsmotors macht die Erfindung sich die Erkenntnis zu Nutze,
dass durch Störquellen der Maschine verursachte periodische
Drehwinkelabweichungen der Werkstückspindel beim Schleifen des
Getrieberads nur dann zu einem akustisch wahrnehmbaren Verzah
nungsfehler des Werkstücks führen, wenn deren Frequenz ein ganz
zahliges Vielfaches der Drehfrequenz der Werkstückspindel dar
stellt. Dies wird erfindungsgemäss vermieden, indem das Überset
zungsverhältnis zwischen dem Antriebsritzel 5 und dem Stirnrad 6
so gewählt wird, dass zwischen den von der Motorpulsation an der
Werkstückspindel erzeugten Drehschwingungen zu keiner Zeit des
Schleifdurchgangs Phasengleichheit besteht. Diese Forderung ist
erfüllt, wenn das Drehzahlverhältnis i zwischen Ritzel 5 und
Stirnrad 6 um den Betrag
grösser oder kleiner ist als das nächstliegende ganzzahlige von
der Konstruktion der Maschine her erwünschte Übersetzungsver
hältnis. Darin sind
smin der unterer Grenzvorschub der Schleifschnecke parallel zur Werkstückspindelachse (2) während des Schlichtschleifens in mm/U des Werkstücks,
B die maximale Breite der zu schleifenden Werkstücke in mm
P die Anzahl Störmomentperioden des Antriebsmotors 4 pro Mo torumdrehung.
smin der unterer Grenzvorschub der Schleifschnecke parallel zur Werkstückspindelachse (2) während des Schlichtschleifens in mm/U des Werkstücks,
B die maximale Breite der zu schleifenden Werkstücke in mm
P die Anzahl Störmomentperioden des Antriebsmotors 4 pro Mo torumdrehung.
Durch diese Massnahme wird die Motorpulsation als tonale Störung
im Getriebe bzw. Fahrzeug vollkommen unwirksam gemacht
Bei der Zahneingriffpulsation des Stirnrads 6 auf der Werkstück
spindel 3 ist dies nur erreichbar bei schnell laufenden Getrie
berädern, indem die Zähnezahl des Stirnrads 6 so hoch gewählt
wird, dass die sich aus der Störordnung des Stirnrads und ge
räuschkritischen Werkstückdrehzahlen im Getriebe ergebenden
Störfrequenzen die menschliche Hörschwelle von ca. 16 kHz über
steigt. Da nach einschlägigen Untersuchungen die kritischen
Störfälle gerade bei Getrieberaddrehzahlen von über 3500 U/min
auftreten, ist mit einer Zähnezahl des Stirnrads 6 von bei
spielsweise mehr als 250 Zähnen für die gravierenden Fälle ein
wirksames Mittel zur Vermeidung eines Störtons im Fahrzeug gege
ben.
Zur Minimierung des durch den Zahneingriff des Stirnrads 6 ver
ursachten Getriebestörtones auch bei niedrigen Laufdrehzahlen
des Getrieberads unterhalb von 3500 U/min bei denen infolge der
geringeren Erregerfrequenz auch die Drehschwingungsbeschleuni
gungen und damit die Drehmomentamplituden niedriger liegen, ha
ben sich in Versuchen neben einer sorgfältigen hochgenauen
Schleifbearbeitung des Stirnrads 6 eine ganzzahlige Profil- und
Sprungüberdeckung von 2 sowie in extremen Fällen ein Reibungs
dämpfer auf der Werkstückspindel als wirksame Massnahmen erwie
sen. Es handelt sich hierbei um einen auf dem Stirnrad 6 auflie
genden und von ihr zentrisch geführten um die Achse 2 drehbaren
Metallring 7, der auf seiner Auflagefläche mit einem Gleitbelag
8 versehenen ist. Die Dämpfungswirkung resultiert aus der rei
bungsbehafteten Energie absorbierenden Relativdrehung zwischen
Stirnrad 6 und Dämpfungsring 7 beim Auftreten von Drehschwingun
gen am Stirnrad 6, denen der Dämpfungsring aufgrund seiner Massenträgheit
nicht folgen kann. Der Gleitbelag 8 sorgt dafür,
dass der Koeffizient der Gleitreibung zwischen Stirnrad 6 und
Dämpfungsring 7 stets über dem der Haftreibung liegt.
Claims (5)
1. Werkstückspindelantrieb einer Maschine zum kontinuierlichen
Wälzschleifen von Getrieberädern mit einem mit einer Werk
stückspindel (3) starr verbundenen Stirnrad (6), das von ei
nem Ritzel (5) angetrieben ist, dadurch gekennzeichnet, dass
das Übersetzungsverhältnis (i) zwischen Ritzel (5) und
Stirnrad (6) um annähernd den Betrag
von einer ganzzahligen Übersetzung nach oben oder unten ab weicht, wobei
smin der untere Grenzvorschub der Schleifschnecke parallel zur Werkstückspindelachse (2) während des Schlicht schleifens in mm/U des Werkstücks,
B die maximale Breite der zu schleifenden Werkstücke in mm und
P die Anzahl Störmomentperioden des Antriebsmotors (4) pro Motorumdrehung sind.
von einer ganzzahligen Übersetzung nach oben oder unten ab weicht, wobei
smin der untere Grenzvorschub der Schleifschnecke parallel zur Werkstückspindelachse (2) während des Schlicht schleifens in mm/U des Werkstücks,
B die maximale Breite der zu schleifenden Werkstücke in mm und
P die Anzahl Störmomentperioden des Antriebsmotors (4) pro Motorumdrehung sind.
2. Werkstückspindelantrieb nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
oder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das
Stirnrad (6) eine Schrägverzahnung mit mindestens 250 Zähnen
aufweist.
3. Werkstückspindelantrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, dass das Stirnrad eine annähernd ganzzahlige
Profil- und Sprungüberdeckung von mindestens dem Faktor 2
aufweist.
4. Werkstückspindelantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Rotationskörper mit einer
Stirnfläche starr mit der Werkstückspindel (3) verbunden
ist, und dass eine drehbar auf der Werkstückspindel (3) ko
axial gelagerte Schwungmasse (7) mit einem Gleitbelag (8)
auf der Stirnfläche aufliegt.
5. Werkstückspindelantrieb nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass der Gleitbelag (8) durch das Eigengewicht der
Schwungmasse (7) und/oder durch Federkraft gegen die Stirn
fläche vorbelastet ist, und dass vorzugsweise der Gleitrei
bungskoeffizient des Gleitbelages (8) geringer ist als der
Haftreibungskoeffizient.
Priority Applications (4)
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