DE10120123C1 - Verfahren und Mittel zur Wärmeisolierung von Beton - Google Patents
Verfahren und Mittel zur Wärmeisolierung von BetonInfo
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Abstract
Die Erfindung beschäftigt sich mit der Wärmeisolierung von feuchtem bzw. aushärtendem Beton bei kalten Umgebungsverhältnissen. Erfindungsgemäß wird der Beton an seiner zu isolierenden Fläche mit einer Schaumdecke abgedeckt, wobei der verwendete Schaum aus einem Gemisch von Wasser und einem Schaumbildner mit Hile eines Schaumgenerators hergestellt sein und mittels eine Schaumkanone auf der Betonfläche aufgetragen werden kann. Der Schaum umschließt dabei auch aus dem Beton herausragende Einbauten wie beispielsweise Moniereisen allseitig dicht und bildet während eines Zeitraums von bis zu einigen Tagen einen hervorragenden Isolator, der verhindert, daß die im aushärtenden Beton enthaltene bzw. entstehende Wärme zu schnell an die Umgebung abgegeben wird und es dabei zu Frostschäden o. dgl. kommt.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wärmeisolierung von
feuchtem bzw. aushärtendem Beton. Sie ist ferner auf eine Wär
meisolierung für feuchten bzw. aushärtenden Beton gerichtet,
die insbesondere im Bereich von aus der Betonoberfläche her
ausragenden Einbauten und/oder an schwer zugänglichen Stellen
einsetzbar ist.
Bei Arbeiten mit Beton bei geringen Umgebungstemperaturen bei
spielsweise im Winter muß dafür Sorge getragen werden, daß die
Temperatur des Betons beim Erhärten nicht zu stark absinkt,
d. h. die beim Erhärtungsvorgang freigesetzte Wärme möglichst
langsam an die Umgebung abgegeben wird. Andernfalls besteht
die Gefahr, daß sich an dem aushärtenden Betonteil Risse an
dessen Oberfläche bilden oder es zu sonstigen Beschädigungen
kommt, bevor der Beton seine Gefrierbeständigkeit erreicht
hat.
Um den besonderen Schwierigkeiten des Betonierens bei niedri
gen Umgebungstemperaturen insbesondere unter dem Gefrierpunkt
Rechnung zu tragen, bemüht man sich, zum einen die Tempera
turverluste des Frischbetons während dessen Förderung und beim
Einbau möglichst gering und andererseits die Mindestein
bautemperatur des Betons während des Aushärtvorgangs über ei
nen möglichst großen Zeitraum möglichst groß zu halten. Um
dies zu erreichen, sind verschiedene Schutzmaßnahmen bekannt,
die nach dem Einbringen des Frischbetons teils für sich, teils
in Kombination solange angewendet werden, bis der Beton als
gefrierbeständig angesehen werden kann, was im allgemeinen
dann der Fall ist, wenn er eine Festigkeit von mindestens 5 N/mm2
erreicht hat.
Die Maßnahmen zum Schutz und zur Nachbehandlung des jungen Be
tones können das Belassen des Betonbauteils in der Schalung,
die Verwendung wärmegedämmter Schalung, die wärmedämmende Um
mantelung nach dem Ausschalen, eine Beheizung wie auch das
Abdecken freier Betonflächen und die Verwendung von Nachbe
handlungsmitteln umfassen. Bei den zur Verwendung kommenden
Maßnahmen ist nicht nur dafür Sorge zu tragen, daß der junge
Beton die während des exothermen Aushärtvorgangs freigegebene
Wärme möglichst langsam an die kalte Umgebung abgibt, sondern
es soll auch eine zu starke Feuchtigkeitsabgabe aus dem Beton
an die Umgebung vermieden werden. Wegen der Gefahr einer zu
schnellen Austrocknung kommt eine besondere Beheizung des jun
gen Betons nur in Ausnahmefällen in Betracht.
Eine weit verbreitete Maßnahme zum Schutz von nicht geschalten
Betonflächen gegen Auskühlen und Austrocknen besteht darin,
die freien Betonflächen unmittelbar nach, bei größeren Flächen
auch während dem Betonieren mit Abdeckplanen oder Dämmatten
abzudecken. Hierfür werden im allgemeinen Planen oder Matten
verwendet, die kein Wasser saugen, um einem zu schnellen Aus
trocknen des Betons vorzubeugen. Das Aufbringen des Abdeckma
terials auf die noch frische Betonoberfläche erfordert ein
sehr sorgfältiges Vorgehen, um eine Beschädigung der Abdeck
matte oder -plane wie auch der Betonfläche zu vermeiden und um
die vollständige Abdeckung und damit Isolierung zu gewährlei
sten. Die Isolierarbeiten mit Abdeckplanen oder Dämmatten auf
dem noch frischen Beton bei kalter Witterung sind schwierig.
Besonders problematisch ist die Isolierung an Stellen anzubringen,
an denen aus dem Beton Einbauten wie zum Beispiel
Bewehrungseisen od. dgl. herausragen, über die die Abdeckplanen
oder -matten nicht einfach hinweggelegt werden können. An
solchen Stellen müssen die Bewehrungseisen sorgfältig mit
Isoliermaterial umwickelt werden, um Frostschäden an diesen
später häufig besonders stark belasteten Bereichen des Betons
ganz sicher zu vermeiden. Dabei ist das spätere Entfernen des
um die Bewehrungseisen od. dgl. gelegten Isoliermaterials min
destens genauso problematisch wie dessen Montage, denn es muß
sichergestellt werden, daß keine Reste von dem Dämmaterial an
den aus dem Beton herausragenden Bewehrungseisen verbleiben,
wenn an diesen später Wände, Treppen oder sonstige Bauelemente
angegossen werden. Der Zeitaufwand für das vollständige
Entfernen des Dämmaterials an diesen Stellen nach Erreichen
der Gefrierbeständigkeit des Betons ist dementsprechend hoch.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und ein Mittel zur
Wärmeisolierung von feuchtem bzw. aushärtendem Beton anzuge
ben, womit der erforderliche Schutz gegen zu schnelles Ausküh
len in besonders einfacher, gleichwohl zuverlässiger Weise mit .
geringem Aufwand beim Auftragen der Isolation erreicht werden
kann, wobei die Isolierung mit geringstem oder keinem zusätz
lichen Arbeitsaufwand wieder entfernt werden kann.
Nach der Erfindung wird hierzu der Beton an seiner zu isolie
renden Fläche mit einer Schaumdecke aus einem stabilen Schaum
abgedeckt, der vorzugsweise ein über einen Zeitraum von min
destens 24 Stunden stabiler Schaum auf Wasserbasis sein kann.
Derartig stabile Schäume werden beispielsweise in der Betonin
dustrie auf einem ganz anderen Gebiet, nämlich für die Her
stellung von Schaumbeton und Schaummörtel eingesetzt und be
stehen im allgemeinen aus einem Gemisch aus Wasser und einem
Schaumbildner. Der Schaum kann aus diesem Gemisch mit Hilfe
eines Schaumgenerators erzeugt und zur Durchführung des er
findungsgemäßen Verfahrens unmittelbar im Anschluß an seine
Herstellung auf die zu behandelnde Fläche des Betons aufge
bracht werden. Er bildet dabei auch im Bereich von aus der
Betonfläche herausragenden Einbauten eine wärmedichte, d. h.
gut wärmeisolierende Schaumdecke, die sich vollständig sowohl
an die Betonfläche wie auch an aus dieser vorstehende Beweh
rungseisen, Leerrohre, Kabelkanäle od. dgl. anlegt und mit ih
ren vielen, luftgefüllten Schaumzellen für einen nur sehr
langsamen Wärmedurchgang von der Betonoberfläche zur kaltem
Umgebungsluft sorgt. Der homogene, vorzugsweise monozellulare
Schaum, der von dem Schaumgenerator über eine poröse Membran
mit definierter Porengröße hergestellt wird, hat eine hohe
Formstabilität und beginnt erst dann in sich zusammenzufallen,
wenn die Aufrechterhaltung der Schutzmaßnahme nicht unbedingt
länger erforderlich ist. Wenn der Schaum in sich zusam
menfällt, wird dabei das bei seiner Herstellung eingesetzte
Wasser freigesetzt und verteilt sich auf der Betonfläche, wo
durch einem schnellen Austrocknen des Betons wirksam entge
gengewirkt wird.
Da der Schaum nach einigen Tagen ohne besondere äußere Einwir
kung von selbst in sich zusammenfällt, sind keine aufwendigen
Demontagearbeiten erforderlich, um das Dämmaterial von der
ausgehärteten Betonfläche insbesondere im Bereich von aus
dieser herausragenden Einbauten wieder zu entfernen. Es ist
allenfalls empfehlenswert, den beim Zerfall des Schaumes frei
werdenden Reststoff des Schaumbildners mit scharfem Wasser
strahl abzuspritzen, bevor an den zuvor von der Schaumdecke
umhüllten Bewehrungseisen weitere Betonteile angegossen wer
den.
Wenn das mit der Schaumdecke geschützte Betonteil nicht nur
niedrigen Temperaturen ausgesetzt ist, sondern auch sonstigen
Witterungseinflüssen wie Regen, Wind od. dgl., kann es zweckmä
ßig sein, die Schaumdecke nach ihrem Auftrag auf den Beton mit
einer Schutzfolie, einem Schutzdach od. dgl. abzudecken, so daß
die Schaumdecke von Regen nicht weggespült und von Wind nicht
weggeweht werden kann. Die Schutzfolie, das Schutzdach od. dgl.
werden dabei zweckmäßig in einem Abstand oberhalb der
Schaumoberfläche angeordnet, sind also mit dieser nicht unmit
telbar in Berührung.
Erfindungsgemäß wird also ein unter Einsatz eines Schaumbild
ners hergestellter, stabiler Schaum als Nachbehandlungsmittel
bzw. Isoliermittel auf einer zu isolierenden Fläche eines
feuchten bzw. aushärtenden Betons verwendet, wobei der Schaum
aus einem Gemisch aus Wasser und einem Schaumbildner bestehen
kann und zweckmäßig mit Hilfe eines Schaumgenerators erzeugt
wird, wie er beispielsweise zur Herstellung von Schaum zum
Aufschäumen von Beton oder Mörtel eingesetzt wird. Geeignete
Schaumkonzentrate sind beispielsweise die unter dem Markenna
men "Centripor SK" erhältlichen Schaumbildner der Firma MC-
Bauchemie Müller GmbH & Co.. Die daraus hergestellten Schäume
haben eine Stabilität von im allgemeinen mehr als 48 Stunden,
während der sie die Isolierung der Betonfläche zuverlässig
gewährleisten.
Wenn eine Isolierung über einen längeren Zeitraum gefordert
wird, über den die Stabilität des Schaums nicht mit der erfor
derlichen Sicherheit gewährleistet werden kann, ist es ohne
weiteres möglich, die Schaumdecke durch wiederholten Auftrag
von Schaum zu erneuern, wenn der Erstauftrag beginnt sich auf
zulösen. Der Schaum kann mit Hilfe einer unmittelbar an den
Schaumgenerator angeschlossenen Schaumkanone auf die Beton
oberfläche aufgebracht werden, mit der der Schaum auch über
vergleichsweise große Entfernungen verteilt werden kann. Ein
bauten, die aus der Betonfläche herausragen, werden dabei automatisch
dicht mit Schaum umschlossen. Für den Auftrag ist es
nicht erforderlich, daß der frische Beton betreten wird, son
dern die Betonfläche kann vom Rand des Bauteils vollständig
und sehr gleichmäßig mit dem Schaum überzogen werden.
Erfindungsgemäß ist es natürlich auch möglich, den Schaum
nicht auf der gesamten zu isolierenden Fläche des Betons auf
zutragen, sondern den Schaum nur dort einzusetzen, wo herkömm
liche Isolierungsmaßnahmen nur mit großem Aufwand erfolgen
können, beispielsweise an Hinterschneidungen, Ecken, Einbauten
u. dgl., an denen Abdeckmatten oder -folien nur schwierig ohne
Kältebrücken angebracht und von denen sie kaum wieder entfernt
werden können, ohne daß Fasern der verwendeten Matten an den
Einbauten hängenbleiben. Aufgrund seines geringen Wär
medurchgangskoeffizienten und seiner hohen Formstabilität über
viele Stunden, ja mehrere Tage hinweg läßt sich der Schaum zur
Bildung der Schaumdecke nicht nur viel leichter auftragen als
herkömmliche Isolationsmittel, sondern erreicht auch ohne
weiteres deren Isolationsvermögen, um ein übermäßiges Abkühlen
des Betons an dessen Oberfläche wirksam zu verhindern.
Kälteschäden beim Abbinden des Betons können durch Verwendung
des Schaumteppichs somit sicher vermieden werden.
Claims (11)
1. Verfahren zur Wärmeisolierung von feuchtem bzw. aushärten
dem Beton, dadurch gekennzeichnet, daß der Beton an seiner
zu isolierenden Fläche mit einer Schaumdecke abgedeckt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schaumdecke aus einem über einen Zeitraum von mindestens
24 Stunden stabilen Schaum auf Wasserbasis besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Schaumdecke nach ihrem Auftrag auf den Beton mit
einer Schutzfolie, einem Schutzdach od. dgl. abgedeckt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schutzfolie, das Schutzdach od. dgl. in einem Abstand ober
halb der Schaumoberfläche angeordnet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Schaum für die Schaumdecke aus einem
Gemisch aus Wasser und einem Schaumbildner mit Hilfe eines
Schaumgenerators erzeugt und unmittelbar im Anschluß an seine
Herstellung auf die zu behandelnde Fläche des Betons aufge
bracht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß ein monozellularer Schaum verwendet wird.
7. Verwendung eines unter Einsatz eines Schaumbildners herge
stellten, stabilen Schaumes als Nachbehandlungsmittel auf ei
ner zu isolierenden Fläche eines feuchten bzw. aushärtenden
Betons.
8. Verwendung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schaum aus einem Gemisch aus Wasser und einem Schaumbild
ner besteht und mit Hilfe eines Schaumgenerators erzeugt wird.
9. Wärmeisolierung für feuchten bzw. aushärtenden Beton, ins
besondere im Bereich von aus der Betonoberfläche herausragen
den Einbauten und/oder schwer zugänglichen Stellen, bestehend
aus einer auf die zu isolierende Betonfläche aufgetragenen
Schaumdecke aus stabilem Schaum.
10. Wärmeisolierung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß der Schaum für die Schaumdecke aus einem Gemisch aus
Wasser und einem Schaumbildner besteht und mit Hilfe eines
Schaumgenerators hergestellt ist.
11. Wärmeisolierung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schaum ein monozellularer Schaum ist.
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Citations (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE19720995A1 (de) * | 1997-05-09 | 1998-01-22 | Wolfgang Hinkelmann | Schutzabdeckung für vorerst nicht begehbare, horizontale Flächen - z. B. Frischbeton oder Kunststoff beschichtete Flächen |
-
2001
- 2001-04-25 DE DE2001120123 patent/DE10120123C1/de not_active Expired - Fee Related
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