DE10119294A1 - Tumorassoziiertes Antigen (B345) - Google Patents
Tumorassoziiertes Antigen (B345)Info
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Abstract
Tumorassoziiertes Antigen B345 und dafür kodierende DNA-Moleküle.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Chemotherapie von
Tumorerkrankungen.
Normale Körperzellen unterliegen einem strikt geordneten
System, das das Wachstum, die Zellteilung und das
Absterben bestimmter Zellen kontrolliert. So teilen sich
Körperzellen einer erwachsenen Person nur dann, wenn sie
tote Zellen ersetzen oder eine Verletzung verheilen
müssen. Krebszellen dagegen wachsen unkontrolliert
weiter, sie akkumulieren und bilden einen Tumor.
Erreicht der Tumor eine kritische Größe, können
Krebszellen über die Blutbahnen oder das Lymphsystem
auch in andere Bereiche des Körpers transportiert werden
und dort Kolonien bilden (Metastasen). Nicht alle Tumore
sind kanzerogen, denn benigne Tumore metastasieren nicht
und sind daher meistens nicht lebensgefährlich, da sie
chirurgisch entfernt werden können. Detailliertere
Informationen zu diesem Thema sowie den weiter unten
diskutierten Aspekten der Tumorentstehung geben folgende
Publikationen: Rauscher und Vogt, 1997; Kastan, 1997;
Hesketh, 1995; Pusztai, Lewis und Yap, 1995.
Die Transformation einer gesunden Zelle in eine
Krebszelle kann durch eine ganze Reihe von Faktoren, wie
Umwelteinflüsse, Strahlung, Viren oder chemische
Reagenzien ausgelöst werden. Bei der Tumorentwicklung
spielen jedoch auch epigenetische (Methylierungen,
Acetylierungen und veränderte Chromatinstruktur) und
genetische Modifikationen (Punktmutation, Deletion,
Amplifikation, Translokation) eine bedeutendende Rolle.
Mutationen in kodierenden Bereichen von Genen, die an
der Regulation der Zell-Proliferation beteiligt sind,
können an der Überführung einer normalen Zelle in eine
Tumorzelle beitragen, da die transformierte Zelle
Wachstumsvorteile gegenüber ihrer gesunden Nachbarzelle
hat.
Krebs entsteht also durch eine Ansammlung von vererbten
oder erworbenen Mutationen in kritischen Protoonkogenen
oder Tumorsuppressorgenen.
Die Zellproliferation steht unter der Kontrolle
verschiedener Gensysteme, während Produkte von Onkogenen
an der Signalvermittlung von Zelloberfläche zum Zellkern
beteiligt sind, geleiten cyclinabhängige Proteinkinase
und ihre Inhibitoren die Zelle durch den Zellzyklus.
Nicht selten werden Störungen in der Synthese dieser
Proteine bei Tumorzellen gefunden. Eine zentrale Rolle
spielt dabei das p53-Protein.
Proteine vom Typ des RB-Proteins regulieren die
Verfügbarkeit entscheidender Transkriptionsfaktoren.
Die in Tumorgeweben hochregulierten Gene stellen meist
den Ausgangspunkt für weitere detaillierte Analysen dar
und da Proteine verschiedenster Funktionen
hochexprimiert werden, ist der Ansatz für therapeutische
Interventionen sehr vielseitig. Es ist daher das Ziel
der Krebsforschung weitere neue Zielmoleküle (sog.
"Targets") für therapeutische Interventionen zu finden,
die dann für eine gezielte Therapie mit geringen
Nebenwirkungen benutzt werden können.
In erster Linie gilt es daher molekulare Veränderungen
zwischen Normalgewebe und Tumor auf dem Niveau der
Genexpression ("Transkriptionslevel") aufzudecken, die
einerseits neue Targets identifizieren sollen und
andererseits für die Entwicklung bzw. das Auffinden von
Substanzen zur Hemmung von Fehlfunktionen herangezogen
werden können.
Eine ganze Reihe verschiedenster Methoden zur
Identifizierung und Charakterisierung von neuen Targets,
die den Ausgangspunkt für die Entwicklung von neuen
Therapeutika darstellen, basieren auf der Erstellung
differenzieller mRNA Transkriptionsprofile zwischen
Tumoren und Normalgeweben. Dazu zählen die
differenzielle Hybridisierung, die Erstellung von
Subtraktions-cDNA-Banken ("representational difference
analysis"; Hubank und Schatz, 1994; Diatchenko et al.,
1996) und der Einsatz der DNA-Chip Technologie oder der
SAGE-Methode (Velculescu et al., 1995).
Neben immuntherapeutischen Ansätzen kommt der gezielten
Chemotherapie eine wesentliche Rolle bei der Behandlung
von Krebs zu. Unter Chemotherapie versteht man die
Verabreichung von Substanzen, die durch Eingriff in
Stoffwechsel, Signaltransduktion und
Zellteilungsvorgänge maligner Zellen entweder
zytostatisch oder zytotoxisch-zytolytisch wirken.
Chemotherapeutika lassen sich auf Grund der
Beeinflussung von spezifischen Targets in der
Tumorzelle, nach Art der zellulären Interaktion und der
Wechselwirkung mit einer bestimmten Zellzyklusphase, in
verschiedene Kategorien unterteilen.
Die Art der Krebsbehandlung hängt vom Tumorstadium ab,
entscheidend ist dabei, ob bereits Metastasen vorhanden
sind und wie weit diese im Körper verbreitet sind. Die
Applikation von Zellgiften zur Krebsbehandlung ist,
neben operativen Maßnahmen und der Strahlentherapie, ein
integraler Bestandteil der heutigen Therapiekonzepte in
der Onkologie.
Im wesentlichen gibt es zwei Hauptziele der
Chemotherapie: In erster Linie ist es die Heilung von
Krebs; das bedeutet, dass der Tumor verschwindet und
nicht mehr auftritt. Ist eine Heilung aus
verschiedensten Gründen nicht mehr möglich, versucht man
den Tumor in seinem Wachstum und seiner Ausbreitung
einzuschränken bzw. zu kontrollieren.
Prinzipiell entfalten Substanzen, die bei der
Chemotherapie Anwendung finden, ihre Wirkung bei allen
sich teilenden Zellen. Tumorzellen zeigen jedoch eine
höhere Empfindlichkeit gegenüber Chemotherapeutika als
gesunde Zellen, da hauptsächlich stark proliferierende
Zellen angegriffen werden.
Jedes Gewebe hat ein charakteristisches Wachstums
verhalten, das Zellteilung, Wachstumsstillstand,
Differenzierung und Alterung umfasst und durch interne
und externe Faktoren beeinflusst und reguliert wird.
Viele der heute eingesetzten zytotoxischen
Chemotherapeutika wirken nur bei proliferierenden Zellen
(nicht in der G0-Phase der Zellteilung). Dabei werden
allerdings sowohl Normal- als auch Krebszellen
attackiert. Die Zerstörung von normalen Zellen kann zu
starken Nebeneffekten führen; z. B. Zerstörung der
Blutzellen-produzierenden Gewebe des Knochenmarks
(Myelosuppression).
Chemotherapeutika werden je nachdem, wie sie spezifische
Substanzen innerhalb der Tumorzelle beeinflussen, mit
welchen zellulären Prozessen die Medikamente
interagieren und welche Zellzyklusphase sie
beeinflussen, in verschiedene Kategorien unterteilt.
Diese Informationen sind für Onkologen notwendig für die
Entscheidung welche Präparate bei der Therapie
miteinander kombiniert werden können.
Die in Tumorgeweben hochregulierten Gene stellen somit
potentielle neue Zielstrukturen dar und da Proteine
verschiedenster Funktionen hochexprimiert werden, ist
der Ansatz für therapeutische Interventionen sehr
vielseitig.
Es ist daher das Ziel der Krebsforschung, weitere neue
Targets für therapeutische Interventionen zu finden, die
dann für eine gezielte Therapie mit - verglichen mit
derzeitig eingesetzten Therapeutika - geringeren
Nebenwirkungen benutzt werden können.
In Tumorgeweben hochregulierte Gene stellen
Angriffspunkte und somit potentielle Zielstrukturen
("Targets") für die Chemotherapie dar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, ein neues,
bevorzugt von Tumorzellen exprimiertes Protein
bereitzustellen, das ein Zielmolekül für die
Intervention mittels chemotherapeutischer Methoden
darstellt.
Diese Aufgabe wurde gelöst, indem zunächst mittels RDA
("representational difference analysis") zwischen einer
Lungen-Adenokarzinom-Zelllinie (A549) und
Normallungengewebe eine cDNA-Substraktionsbibliothek
hergestellt wurde. Zur Selektion der im Tumor
überexprimierten Antigene wurden anschließend die
erhaltenen cDNA-Klone sequenziert und mit in Datenbanken
verfügbaren Sequenzen verglichen. Unter den dabei
annotierten Genen befanden sich 321 unbekannte, zu denen
größtenteils ESTs ("expressed sequence tags")-Einträge
in der Datenbank existierten. Nach einer weiteren
qualitativen PCR-Analyse in cDNA-Bibliotheken von
kritischen Normalgeweben und immunprivilegierten Geweben
sowie detaillierteren Datenbankrecherchen wurde die
Anzahl der Kandidatenklone auf 59 eingeschränkt, deren
ESTs nicht aus kritischen Normalgeweben stammen.
Diese Klone wurden auf Incyte DNA Chips gespottet und
mit einer ganzen Reihe von Tumorgeweben und
Normalgeweben als Referenz hybridisiert. Das mRNA
Expressionsprofil von EST Fragmenten, die in
Krebsgeweben und Normalgeweben differentiell exprimiert
werden und zu einem noch unbekannten Gen gehören, wurde
mit unterschiedlichen Methoden verifiziert.
Die Länge der Transkripte wurde mittels Northern blot
Analyse bestimmt und das Expressionsmuster in
verschiedenen Zellsystemen durch quantitative PCR exakt
charakterisiert. Nur unbekannte Gene bzw. ESTs mit
tumorspezifischen Expressionsprofil wurden
weiterverfolgt und einer "full length Klonierung"
unterworfen. Potentielle ORFs ("open reading frames")
werden in die entsprechende Aminosäuresequenz
umgewandelt und zur möglichen Funktionsvorhersage
mittels in silico Strategien analysiert.
Die humane B345-cDNA wurde kloniert, die in einem ersten
Klonierungsansatz erhaltene Sequenz ist in SEQ ID NO: 1
dargestellt. Die Sequenzanalyse der in diesem Ansatz
klonierten humanen B345-cDNA zeigte einen durchgehenden
offenen Leserahmen von Position 215 bis Position 2461
(exklusive Stopcodon), der, auf Nukleotid- und
Proteinebene, in den bekannten Sequenzen der Datenbanken
keine Homologie oder Identität aufweist. Aus den aus
Northern Blot Experimenten gewonnenen Daten ist zu
schließen, dass das B345-Transkript eine Länge von ca.
6,5 kb hat. In einem ersten Ansatz wurde als klonierter
Bereich eine B345-cDNA mit 5897 bp (exklusive polyA-
Region), erhalten, wobei das Vorhandensein eines
Polyadenylationssignals und des PolyA-Tails am 3'-Ende
der Sequenz auf die Vollständigkeit der cDNA in diesem
Bereich hindeutete. Aufgrund der Tatsache, dass im
5'-Bereich der klonierten cDNA von Position 1 bis 214
kein durchgehender Leserahmen aufschien, wurde zunächst
angenommen, dass es sich bei dem ATG an Position 215,
die auch zu 75% einer Kozak Translationinitiationsstelle
(ACCATGT) (Kozak, 1987) entspricht, um das Startkodon
von B345 handelt.
In einem weiteren Klonierungsansatz wurden mittels eine
molekularbiologischen Standardmethode, und zwar mittels
sog. "Promotor Finder DNA Walking", zusätzliche
Informationen über die weiter stromaufwärts liegende
Sequenz von B345 gewonnen.
Somit wurde die in dem ersten Klonierunsversuch
erhaltene B345-Sequenz (SEQ ID NO: 1) in der 5'Region
erweitert. Der Transkriptionsstart konnte unter
Anwendung der Primer Extension Analyse genau lokalisiert
werden und liegt bei Position 201 (SEQ ID NO: 3). Durch
wiederholte Sequenzierungen auch in der 3'Region wurde,
im Vergleich zur in SEQ ID NO: 1 dargestellten Sequenz,
eine zusätzliche Base an Position 2430 gefunden, die zu
einer Leserasterverschiebung führt und somit das
Stoppcodon von Position 2729 auf 2791 verschiebt. Die
erhaltene cDNA (SEQ ID NO: 3) besitzt einen offenen
Leserahmen, der für ein potentielles Protein mit einer
Länge von 836 Aminosäuren (SEQ ID NO: 4) kodiert. Die
Translationsinitiationsstelle an Position 283 entspricht
etwa zu 70% einer Kozak-Konsensussequenz.
Die Promotorregion 200 bp upstream der mutmaßlichen
Transkriptionsstartstelle enthält weder eine TATA noch
eine CCAAT box, jedoch eine eindeutige GC-box, welche
eine Bindungsstelle des SP1 Proteins darstellt. Die
Tatsache, dass der GC Gehalt in der 5'Region über 60%
ist, deutet auf ein CpG Island hin (Bird, 1986).
Die resultierende primäre Aminosäuresequenz von B345 ist
in SEQ ID NO: 4 gezeigt. Die Analyse des Hydrophilizitäts
Plots der Aminosäuresequenz zeigt, dass das B345 Protein
zwei charakteristische hydrophobe Domänen aufweist, die
ein Signalpeptid und eine helikale Transmembrandomäne
darstellen (Fig. 6). Diese polarisierte Struktur deutet
darauf hin, dass es sich bei B345 um ein integrales
Membraneprotein handelt.
Die extrazelluläre Domäne läßt auf die Existenz von
definitiv einer, gegebenenfalls drei, CUB Domänen
schließen. CUB Domänen kommen bei verschiedenen, meist
während der Embryonalentwicklung regulierten Proteinen
vor. Eine kürzlich erschienene Publikation (Gerstein et
al., 2000) demonstriert, daß CUB Domänen enthaltende
Proteine die am ausgeprägtesten differenziell
regulierten Proteine in C. elegans sind. Da Gene, die
eine Schlüsselrolle in der Embryonalentwicklung haben,
entsprechende Funktionen, z. B. in der Zellteilung, der
Zellproliferation oder Signalübertragung, in Krebs
ausführen, kann angenommen werden, dass eine
Überexpression von B345 in Zellen eine Veränderung in
den Eigenschaften der Substratadhäsion oder der
extrazellulären Matrix bewirkt. Das B345 Protein weist
12 potentielle N-Glycosylierungsstellen auf, die in der
mutmaßlichen extrazellulären Domäne zu finden sind.
Aufgrund seiner Aminosäuresequenz ist anzunehmen, dass
das B345-Protein eine β-Sheet Sekundärstruktur
ausbildet, da sich CUB Domänen bekanntlich als
β-Sandwich falten.
Die intrazelluläre Domäne (Bereich 691-836) weist keine
signifikanten Homologien auf. Der gesamte C-Terminus
zeigt jedoch eine Identität (82%) über 124 Aminosäuren
mit einem EST (Acc No. AW063026) aus humanen
Eierstockkrebs-Zellen.
Ausgehend von den Funktionen anderer CUB Domänen
enthaltender Proteine kann gefolgert werden, daß das
B345 Transmembranprotein in der Kommunikation, der
Interaktion und/oder der Signaltransduktion mit
extrazellulären Komponenten oder Liganden eine Rolle
spielt. Ferner sind die Daten der Expressionsanalyse ein
starkes Indiz dafür, dass B345 beim metastatischen
Prozess von Krebs, insbesondere Dickdarmkrebs, beteiligt
ist.
Für die Aufklärung der physiologischen Funktion und der
Rolle von B345 bei der Metastasierung sind folgende
Untersuchungsmethoden geeignet:
Zunächst werden Zelllinien, vorzugsweise humane Zelllinien identifiziert, z. B. mittels TaqMan PCR, die B345 nicht endogen exprimieren. Die Zellen werden mit einem Plasmid, das die B345-Sequenz enthält, transfiziert und B345 exprimiert. Änderungen in der Morphologie und/oder dem Migrationsverhalten, das z. B. mittels Softagar Assay (Hamburger und Salmon, 1977) oder Migrationsassay (Liaw et al. 1995) der B345 exprimierenden Zellen gegenüber den nicht-transfizierten Zellen deuten auf eine Rolle von B345 in dem dafür verantwortlichen biologischen Prozess hin. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf eine Beteiligung von B345 an der Interaktion von Tumorzellen untereinander und/oder mit der extrazellulären Matrix und somit auf eine Funktion bei der Metastasierung.
Zunächst werden Zelllinien, vorzugsweise humane Zelllinien identifiziert, z. B. mittels TaqMan PCR, die B345 nicht endogen exprimieren. Die Zellen werden mit einem Plasmid, das die B345-Sequenz enthält, transfiziert und B345 exprimiert. Änderungen in der Morphologie und/oder dem Migrationsverhalten, das z. B. mittels Softagar Assay (Hamburger und Salmon, 1977) oder Migrationsassay (Liaw et al. 1995) der B345 exprimierenden Zellen gegenüber den nicht-transfizierten Zellen deuten auf eine Rolle von B345 in dem dafür verantwortlichen biologischen Prozess hin. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf eine Beteiligung von B345 an der Interaktion von Tumorzellen untereinander und/oder mit der extrazellulären Matrix und somit auf eine Funktion bei der Metastasierung.
Alternativ bzw. zusätzlich zu dieser Funktionsanalyse
wird in einem komplementären Ansatz die Expression von
8345 in Zellen, die dieses Protein endogen exprimieren,
unterdrückt, um ebenfalls die etwaige Änderungen in
Morphologie und/oder Migrationsverhalten festzustellen.
Außerdem wird gegebenenfalls untersucht, ob
Proteinkomponenten existieren, die mit B345 inter- oder
extrazellulär interagieren (z. B. mittels Yeast Two
Hybrid System (Fields und Song, 1989)).
Die Erfindung betrifft somit in einem ersten Aspekt ein
tumorspezifisches Polypeptid mit der Bezeichnung B345,
mit der in SEQ ID NO: 4 angegebenen Aminosäuresequenz
oder ein Polypeptid, das von einem Polynukleotid kodiert
wird, das unter stringenten Bedingungen mit einem
Polynukleotid der in SEQ ID NO: 3 dargestellten Sequenz
oder einer Teilsequenz davon hybridisiert, sowie davon
abgeleitete Proteinfragmente oder Peptide.
In einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende
Erfindung ein isoliertes DNA-Molekül, kodierend für das
tumorspezifische Polypeptid der Bezeichung B345.
Bevorzugt ist das erfindungsgemäße DNA-Molekül ein
Polynukleotid der in SEQ ID NO: 3 dargestellten Sequenz
oder ein Fragment davon oder ein DNA-Molekül, das mit
einem DNA-Molekül der in SEQ ID NO: 3 dargestellten
Sequenz oder einer Teilsequenz davon unter stringenten
Bedingungen hybridisiert, oder ein Fragment davon.
Unter "stringenten Bedingungen" wird z. B. verstanden:
Inkubation über Nacht bei 65°C-68°C mit 6 × SSC (1 × SSC =
150 mM NaCl, 15 mM Tri-Natriumcitrat), 5 × Denhardt's
Lösung, 0.2% SDS, 50 µg/ml Lachsspermien-DNA, daran
anschließend Waschen zweimal 30 min mit 2 × SSC, 0.1% SDS
bei 65°C, einmal 30 min mit 0.2 × SSC, 0.1% SDS bei 65°C
und gegebenenfalls abschließendes Spülen mit 0.1 × SSC,
0.1% SDS bei 65°C, oder äquivalente Bedingungen.
Die erfindungsgemäßen DNA Moleküle kodieren für
(Poly)peptide der Bezeichnung B345 mit der in SEQ ID NO:
4 dargestellten Aminosäuresequenz bzw. für davon
abgeleitete Proteinfragmente oder Peptide; damit sind
DNA Moleküle bzw. Fragmente mitumfasst, die durch die
Degeneration des genetischen Codes Abweichungen von der
in SEQ ID NO: 3 dargestellten Sequenz aufweisen
In einer Ausführungsform der Erfindung betrifft die
Erfindung ein isoliertes DNA-Molekül der in SEQ ID NO: 3
dargestellten Sequenz oder ein Fragment davon, oder ein
DNA-Molekül, das mit einem DNA-Molekül der in SEQ ID
NO: 3 dargestellten oder mit einer Teilsequenz davon
hybridisiert, kodierend für das natürliche
B345-Polypeptid bzw. für ein Fragment davon.
Die B345-DNA-Moleküle können in einer sog. DNA-Vakzine
für die Immuntherapie von Tumoren verwendet werden.
Dabei können die B345-DNA-Moleküle Erfindung,
vorzugsweise in rekombinanter Form als Plasmide, direkt
oder als Bestandteil eines rekombinanten Virus, oder
Bakteriums verabreicht werden. Prinzipiell kann jede
gentherapeutische Methode für die Immuntherapie von
Krebs auf Basis von DNA ("DNA-Vakzine") auf B345-DNA
angewendet werden, und zwar sowohl in vivo als auch
ex vivo.
Beispiele für die in vivo Verabreichung sind die direkte
Injektion von "nackter" DNA, entweder intramuskulär oder
mittels Gen-Pistole ("gene gun") von der sich gezeigt
hat, daß sie zur Bildung von CTLs gegen Tumorantigene
führt. Beispiele für rekombinante Organismen sind
Vaccinia Virus, Adenovirus oder Listeria monocytogenes
(eine Übersicht wurde von Coulie, 1997, gegeben).
Desweiteren können synthetische Träger für
Nukleinsäuren, wie kationische Lipide, Mikrosphären,
Mikrokügelchen oder Liposomen für die in vivo
Verabreichung von Nukleinsäure-Molekülen, kodierend für
B345-Peptid verwendet werden. Ähnlich wie für Peptide
können verschiedene Hilfsstoffe, die die Immunantwort
verstärken, mitverabreicht werden, z. B. Zytokine,
entweder in Form von Proteinen oder dafür kodierenden
Plasmiden. Die Applikation kann gegebenenfalls mit
physikalischen Methoden, z. B. Elektroporation,
kombiniert werden.
Ein Beispiel für die ex vivo Verabreichung ist die
Transfektion dendritischer Zellen, wie von Tuting, 1997,
beschrieben, oder anderer APCs, die als zelluläre
Krebsvakzine zur Anwendung kommen.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit in einem
weiteren Aspekt die Verwendung von Zellen, die B345
exprimieren, entweder von sich aus oder, in
gegebenenfalls modifizierter Form, nach Transfektion mit
der entsprechend kodierenden Sequenz, für die
Herstellung einer Krebsvakzine.
Alternativ zur natürlichen B345-cDNA bzw. Fragmenten
davon können modifizierte Derivate verwendet werden.
Diese umfassen Sequenzen mit Modifikationen, die für ein
Protein(fragment) bzw. Peptide mit stärkerer
Immunogenität kodieren, wobei für die Modifikationen auf
DNA-Ebene dieselben Überlegungen gelten wie für die oben
beschriebenen Peptide. Eine weitere Art der Modifikation
ist die Aneinanderreihung zahlreicher Sequenzen,
kodierend für immunologisch relevante Peptide, nach Art
einer Perlenschnur ("string-of-beads"; Toes et al.,
1997). Die Sequenzen können auch durch Anfügung von
Hilfselementen modifiziert werden, z. B. Funktionen, die
eine effizientere Abgabe und Prozessierung des
Immunogens gewährleisten (Wu et al., 1995).
Beispielsweise kann durch Anfügen einer
Lokalisierungssequenz in das endoplasmatische Retikulum
("ER targeting sequence") die Prozessierung und damit
die Präsentation und letztlich die Immunogenität des
Antigens erhöht werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft in einem weiteren
Aspekt ein rekombinantes DNA-Molekül, das B345-DNA
enthält, z. B. verbunden mit einer regulatorischen
DNA-Sequenz, insbesondere einer heterologen
regulatorischen DNA-Sequenz, z. B. einem Promoter oder
Enhancer.
Die Erfindung betrifft in einem weiteren Aspekt
Antikörper gegen B345 bzw. Fragmente davon. Polyklonale
Antikörper können in herkömmlicher Weise durch
Immunisierung von Tieren, insbesondere Kaninchen,
mittels Injektion des Antigens bzw. Fragmenten davon,
und anschließender Reinigung des Immunglobulins erhalten
werden.
Monoklonale anti-B345-Antikörper können nach
Standardprotokollen gemäß dem von. Köhler und Milstein,
1975, beschriebenen Prinzip gewonnen werden, indem
Tiere, insbesondere Mäuse, immunisiert, anschließend
antikörperproduzierende Zellen der immunisierten Tiere
immortalisiert werden, z. B. durch Fusion mit
Myelomzellen, und der Überstand der erhaltenen Hybridome
mittels immunologischer Standard-Assays auf monoklonale
anti-B345-Antikörper gescreent wird. Für den
therapeutischen oder diagnostischen Einsatz im Menschen
können diese tierischen Antikörper gegebenenfalls auf
herkömmliche Weise chimerisiert (Neuberger et al., 1984;
Boulianne et al., 1984) oder humanisiert (Riechmann et
al., 1988 Graziano et al., 1995) werden.
Humane monoklonale anti-B345-Antikörper(fragmente)
können auch von sog. "Phage Display Libraries" (Winter
et al., 1994; Griffiths et al., 1994; Kruif et al.,
1995; McGuiness et al., 1996) und mittels transgener
Tiere (Brüggemann et al., 1996; Jakobovits et al., 1995)
gewonnen werden.
Die erfindungsgemäßen anti-B345-Antikörper können in
immunhistochemischen Analysen für diagnostische Zwecke
eingesetzt werden, oder als Therapeutikum in der
Krebstherapie. (Ein Beispiel für die erfolgreiche
Anwendung eines monoklonalen Antikörpers in der
Krebstherapie ist Herceptin; ein Antikörper gegen das
Proto-Onkogen HER2. Herceptin kann in Brustkrebs-
Patienten angewendet werden, die eine Überexpression von
HER2 aufweisen.)
In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die
Verwendung von B345-spezifischen Antikörpern, um
beliebige Substanzen selektiv zu bzw. in einen Tumor zu
bringen, der B345 exprimiert. Beispiele für solche
Substanzen sind zytotoxische Agenzien oder radioaktive
Nuklide, deren Wirkung darin besteht, den Tumor Vorort
zu schädigen. Aufgrund der relativ tumorspezifischen
Expression von B345 sind dabei nur geringe
Nebenwirkungen zu erwarten. In einem weiteren Aspekt
können mit Hilfe von B345-Antikörpern Substanzen zur
Sichtbarmachung von Tumoren, die B345 exprimieren,
herangezogen werden. Dies ist für die Diagnose und die
Bewertung des Therapieverlaufs von Nutzen.
Therapeutische und diagnostische Anwendungen von
Antikörpern, die für anti-B345-Antikörper in Frage
kommen, sind in der WO 95/33771 beschrieben.
Das Protein der Bezeichnung B345 gemäß der vorliegenden
Erfindung und die davon abgeleiteten Proteinfragmente,
Peptide bzw. Peptid-Äquivalente oder Peptidomimetika
können in der Krebstherapie eingesetzt werden, z. B. um
eine Immunantwort gegen Tumorzellen zu induzieren, die
die entsprechenden Antigen-Determinanten exprimieren.
Vorzugsweise werden sie für die Therapie von
B345-positiven Tumoren verwendet, insbesondere beim
Lungen- und Kolonkarzinom.
Es ist bekannt, dass tumorassoziierte Antigene
tumorspezifische Mutationen aufweisen können, die zu
einer immunologischen Unterscheidung zwischen Tumor und
Normalgewebe beitragen (Mandruzzato et al., 1997 Hogan
et al., 1998; Gaudi et al., 1999; Wölfel et al., 1994).
Um das Vorhandensein tumorspezifischer B345-Mutationen
festzustellen, wird, zweckmäßig mit Hilfe von Sonden aus
der erfindungsgemäßen isolierten cDNA, die B345-cDNA aus
einem oder mehreren unterschiedlichen Tumoren kloniert
und die erhaltenen Sequenzen mit Normalgewebs-B345-cDNA
verglichen. Es werden Versuche durchgeführt, die zeigen
sollen, ob Tumor-B345-Peptide aus einem gegenüber
Normalgewebs-B345 mutierten Sequenzabschnitt im
Vergleich zu Normalgewebs-B345-Peptiden aus dem
entsprechenden Abschnitt eine verstärkte Immunogenität
aufweisen. Um zu bestätigen, dass etwaige Mutationen
tumorspezifisch sind, können Antikörper gegen diese
Bereiche generiert und Tumorzellen auf Expression von
möglichen Mutationen untersucht werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit in einem
weiteren Aspekt B345-Peptide, abgeleitet von Bereichen
eines tumorexprimierten B345, die tumorspezifische
Mutationen aufweisen.
Auf Grund der bevorzugten Expression von B345 in
Tumorzellen kann angenommen werden, dass dieses Protein
eine wichtige Funktion für den Tumor hat, z. B. für
Entstehung, Infiltration und Wachstum und somit ein
Target für die chemotherapeutische Intervention
darstellt.
Im Hinblick auf seinen Einsatz als Target in der
gezielten Chemotherapie wird B345 näher charakterisiert,
um die geeignete Strategie für die Intervention mit
dieser Funktion zu entwickeln.
Als ersten Schritt bei der sog. "down-stream"
Funktionsanalyse von B345 führt man zweckmäßig in einem
ersten Schritt eine bioinformatische Analyse durch, die
den für die experimentelle Validierung von B345 als
Target richtungweisend ist.
Für diese Analyse stellen die auf Ähnlichkeit und
modularer Struktur beruhenden Bioinformatik-Konzepte
eine wesentliche Grundlage dar. Etablierte
bioinformatische Hilfsmittel zur Feststellung von
Ähnlichkeiten sind BLAST
(http:/ / www.ncbi.nlm.nih.gov/BLAST, Altschul et al.,
1997) oder FASTA (Pearson & Lipman, 1988), die
spezialisierten Datenbanken wie Pfam
(http:/ / www.sanger.ac.uk/Pfam, Bateman et al., 2000) und
SMART (http:/ / smart.embl-heidelberg.de, Schultz et al.,
2000), welche Domänenstrukturen berücksichtigen. Zur
Verfeinerung der Analyse können Applikationen wie
Clustal (http:/ / www2.ebi.ac.uk/clustalw, Higgins et al.,
1996), HMMer (http:/ / hmmer.wustl.edu), PSI-BLAST
(Altschul et al., 1997) und die PROSITE Datenbank
(http:/ / www.expasy.ch/prosite, Hofmann et al., 1999)
herangezogen werden. Statistische Analysemethoden, die
nicht auf Homologien beruhen, gestatten die Vorhersage
weiterer struktur- und funktionsrelevanter Eigenschaften
wie der Sekundärstruktur und des Auftretens von
Transmembransegmenten und Helix-Turn-Helix-Motiven.
Methoden zur Vorhersage der Sekundärstruktur von
Proteinen sind verfügbar; besonders erwähnenswert ist
Jpred (http:/ / barton.ebi.ac.uk/servers/jpred.html, Cuff
et al., 1998). Die Sekundärstrukturvorhersage kann
Funktionshypothesen untermauern, etwa wenn die Struktur
des vermuteten Homologen bekannt ist.
Gemäß Bioinformatikanalyse weist B345 eine helikale
Transmembrandomäne auf, wobei sowohl der N-terminale als
auch der C-terminale Bereich hydrohpil sind, was darauf
schließen lässt, dass dieses Protein ein
Transmembranprotein darstellt. Der N-terminale,
extrazelluläre Bereich besitzt einige CUB-Domänen,
welche zu Disulfidbrückenbildung neigen und daher bei
der Dimerisierung bzw. bei Protein-Protein
Wechselwirkungen beteiligt sind (Bork et al., 1993). Das
C-terminale, intrazelluläre Ende zeigt Homologien zu
einer Rezeptorkinase und zu einem C-Kinase Substrat.
In weiterer Folge wird B345 einer biochemischen und
biologischen Analyse unterworfen.
In einem nächsten Schritt wird die Funktion von B345 für
das Tumorgeschehen aufgeklärt; z. B. durch
Proliferationsassays in vitro oder in Tiermodellen, die
das zu untersuchende B345-Gen überexprimieren
(konstitutiv oder induzierbar) und als Kontrolle
entweder in deletierter (inaktiver) Form exprimieren
oder über Antisense hinunteregulieren (siehe z. B.
Grosveld und Kollias, 1992).
B345 kann in Screening-Assays verwendet werden, um
Substanzen zu identifizieren, die die Aktivität dieses
Proteins modulieren, insbesondere inhibieren. In einer
Ausführungsform kann ein derartiger Assay z. B. darin
bestehen, das B345 Protein, oder ein aktives Fragment
davon, in Zellen, die auf die Aktivität von B345 mit
Proliferation reagieren, einzubringen bzw. die
entsprechende B345 cDNA in der Zelle zur Expression zu
bringen, und die Proliferation der Zellen in Gegenwart
und in Abwesenheit einer Testsubstanz zu bestimmen.
Ein Beispiel für Testzellen sind Zellen mit niedriger
Teilungsrate, z. B. primäre Zellen, die kein endogenes
B345 aufweisen. Um die Eignung der Zellen für einen
Screening-Assay festzustellen, werden diese mit
B345-cDNA transformiert, gezüchtet und mit Standard-
Assays, z. B. Thymidin-Einbau, auf ihre
Proliferationsfähigkeit getestet. Aufgrund einer nach
B345-Expression signifikanten Erhöhung ihrer
Proliferationseigenschaft können sie als Testzellen
eingesetzt werden, z. B. in High Throughput Screening
Proliferationsassays. Beispiele für Proliferationsassays
im High Throughput Format, z. B. auf Grundlage des MTS-
Assays, sind in der WO 98/00713 beschrieben.
Substanzen mit proliferationshemmender Wirkung können
zur Behandlung von Tumoren mit starker B345-Expression
verwendet werden, insbesondere beim Lungen- und
Kolonkarzinom.
Fig. 1A: Expressionsprofil von B345, B452 und B540 in
individuellen Lungenkarzinomen und
Lungentumorzelllinien;
Fig. 1B: Expressionsprofil von B345 in normalem
Dickdarmgewebe und Tumorzelllinien;
Fig. 1C: Graphische Darstellung des Alignments von
B345, B452 und B540;
Fig. 2A: Northern Blot Analyse der Tumorzelllinie A549
mit einem 490 bp langen B345 PCR-Produkt;
Fig. 2B: Northern Blot Analyse verschiedener
Normalgewebe mit einem 490 bp langen B345
PCR-Produkt;
Fig. 2C: Northern Blot Analyse verschiedener
Krebsgewebe mit einem 318 bp langen B345
PCR-Produkt;
Fig. 3: mRNA Expressionsanalyse von B345 durch
real-time PCR von Tumor- und Normal-Geweben;
Fig. 4: mRNA Expressionsanalyse von B345 durch
real-time PCR von Laser-Mikroskop-präparierten
Dickdarmtumoren (LCM) sowie normalem
Dickdarmgewebe und Tumorzelllinien;
Fig. 5: Graphische Darstellung der Genstruktur von
B345;
Fig. 6: Hydrophilizitäts-und Transmembran-Blot des
B345-Proteins;
Fig. 7: Potentielle Proteinstruktur von B345.
Tab. 1: Zusammenfassung der Northern Blot Daten von
B345 in verschiedenen Normalgeweben (1A),
Krebszelllinien (1B); und verschiedenen
Normalgeweben im Vergleich mit dem
entsprechenden Tumorgewebe (1C);
Tab. 2A: Zusammenfassung der Daten der quantitativen
PCR von B345 in verschiedenen Normal- und
Krebsgeweben;
Tab. 2B: Zusammenfassung der Daten der quantitativen
PCR von B345 in verschiedenen Normalgeweben
und mikrodissektierten Kolonadenokarzinom
Geweben.
+++ extrem positiv
++ stark positiv
+ positiv
(+) schwach positiv
- negativ
++ stark positiv
+ positiv
(+) schwach positiv
- negativ
Die von ATCC bezogene humane Lungenadenokarzinom-
Zelllinie A549 (CCL 185) wurde in T150 Zellkulturflaschen
hochgezüchtet. Als Nährmedium diente MEM mit 10% hitze
inaktiviertem, fötalem Kälberserum und 2 mM L-Glutamin.
Alle 3 bis 4 Tage wurden die Zellen durch Trypsinisieren
1 : 5 bis 1 : 10 zur Propagation gespalten. Nach Erreichen
von etwa 80% Konfluenz wurden pro T150 Zellkulturflasche
4 ml einer Trypsinlösung (Angaben pro Liter: 8 g NaCl,
0,2 g KCl, 1,13 g Na2HPO4-wasserfrei, 0,2 g KH2PO4,
100 ml 2,5% Trypsinlösung, 1 g EDTA-Na-Salz; pH 7,2-7,4)
zum Ernten der Zellen eingesetzt. Die 4 ml wurden in ein
15 ml Falconröhrchen transferiert, mit 8 ml PBS
versetzt, bei 1200 rpm in einer Haereus Tischzentrifuge
(Megafuge 2.0R) 5 min bei 4°C zentrifugiert, das
Zellpellet mit 1 ml Lysis-Puffer (10 mM Tris-HCl pH 8,
140 mM NaCl, 1,5 mM MgCl2, 0,5% NP40) versetzt, kräftig
geschüttelt und in einem 2 ml Eppendorfgefäß bei
12 000 rpm und 4°C 5 min in einer Sigma Tischzentrifuge
(Sigma 202 MK) abzentrifugiert. Der Überstand wurde in
ein neues Eppendorfgefäß transferiert und nach Zusatz
von 55 µl 20% SDS-Lösung zweimal mit dem doppelten
Volumen an einer CHCl3/Phenol (1 : 1 v/v) Mischung und
einmal mit dem einfachen Volumen an CHCl3 extrahiert. Die
wässrige RNA-enthaltende Phase wurde mit 1/10 Volumen an
3 M NaAc (pH 5) und dem zweifachen Volumen an 96% EtOH
versetzt und über Nacht bei -20°C die RNA präzipitiert.
Ausgehend von 1 mg Gesamt-RNA wurde für die Isolierung
von poly-A(+)RNA mittels des PolyATtract Kit (Promega)
entsprechend dem Hersteller-Protokoll vorgegangen. Die
Lagerung der A549 poly-A(+)RNA mit einer Konzentration
von 1 mg/ml in DEPC-behandeltem H2O erfolgte in Aliquots
bei -80°C.
Zur Durchführung der repräsentativen Differenzanalyse
(RDA; Hubank and Schatz, 1994; Diatchenko et al., 1996)
wurde die poly-A(+)RNA der Lungenadenokarzinom-Zelllinie
A549 als "tester", die von normalem Lungengewebe
(1 mg/ml; Clontech, Palo Alto; #6524-1) als "driver"
eingesetzt. Die RDA wurde unter Verwendung des
PCR-select™ kit (Clontech, Palo Alto) entsprechend dem
Hersteller-Protokoll durchgeführt, mit der Ausnahme,
dass ein modifiziertes Primer/Adaptor-2-
Oligonukleotidsystem zum Einsatz kam: Adaptor-2-alt-1
(SEQ ID NO: 31) und nested-PCR-primer-2-alt
(SEQ ID NO: 32) und Adaptor-2-alt-2 (SEQ ID NO: 33). Die
neu generierten Primer/Adaptor-Sequenzen ermöglichen
durch die Anwesenheit von drei neuen
Restriktionsenzymschnittstellen (Kpn I, Sac I und Xho I)
in der Sequenz des nested-PCR-primer-2-alt nach
Klonierung der subtrahierten cDNA-Fragmente in den
pPCRII-Vektor ein nachträgliches Herausschneiden der
jeweiligen cDNA-Fragmente. Das Designen einer
Primer/Adaptorsequenz mit mehreren verfügbaren
Restriktionsenzymschnittstellen war deshalb notwendig,
weil besonders in den Primersequenzen - bedingt durch
die PCR-Amplifikationsschritte - oft Punktmutationen zu
beobachten waren.
Nach der Synthese von doppelsträngiger cDNA mittels
oligo-dT wurde die erhaltene cDNA von "tester" und
"driver" mit RsaI verdaut (RsaI ist ein 4-Basen
erkennendes Restriktionsenzym und liefert im
statistischen Mittel 256 bp lange cDNA-Fragmente).
Gleiche Teile von "tester-cDNA" wurden entweder mit den
Adaptoren 1 oder 2 ligiert und anschließend getrennt mit
einem Überschuss an "driver-cDNA" bei 65°C hybridisiert.
Danach wurden die beiden Ansätze vereinigt und einer
zweiten Hybridisierung mit frischer denaturierter
"driver-cDNA" unterworfen. Die angereicherten "tester"-
spezifischen cDNAs wurden anschließend durch PCR, mit
für die Adaptoren 1 bzw. 2 spezifischen Primern,
exponentiell amplifiziert. Für eine weitere Anreicherung
wurde ein Aliquot dieser Reaktion einer zweiten PCR mit
spezifischen nach innen versetzten ("nested") Primern
unterworfen. Die aus dieser Reaktion resultierenden,
exponentiell amplifizierten cDNA-Fragmente wurden direkt
in den pCRII-Vektor (Invitrogen; "TA-cloning vector")
ligiert und anschließend ein Drittel des
Ligationsansatzes in kompetente E. coli (OneShot™,
Invitrogen) transfiziert.
712 positive Transformanten (Blau-Weiß-Selektion) wurden
erhalten und in 96-Napf-Blöcken in LB-Amp Medium (1,3 ml
pro Napf) für 48 h bei 37°C kultiviert. Pro Napf wurden
750 µl der E. coli Suspensionen für die Präparation der
Plasmid-DNA eingesetzt (96-Napf-Minipräparationsmethode
von QIAgen nach Vorschrift des Herstellers). Die
verbleibenden Bakterienkulturen wurden als
Glycerinstammkulturen bei -80°C gelagert.
Es wurde eine aus 712 Einzelklonen bestehende cDNA-
Subtraktionsbibliothek erhalten, die sowohl in Form von
E. coli Glycerin-Stammkulturen als auch in Form
gereinigter Plasmide vorlag.
Die isolierte Plasmid-DNA sämtlicher 712 Klone (siehe
Beispiel 1) wurde nach der Sanger-Methode auf einem
ABI-377 Prism Gerät sequenziert. Die erhaltenen
Sequenzen wurden mittels der BioScout-Software (LION,
Heidelberg) annotiert und Datenbankvergleichen (Genbank)
unterzogen. Von 712 Klonen konnten 678 sequenziert und
annotiert werden. Der Rest (34) wies als Insert entweder
nur poly(A) Sequenzen auf oder entsprach einem
religierten Vektor oder war nicht sequenzierbar. Von den
678 annotierbaren Sequenzen erwiesen sich 357 als Gene
mit bekannter Funktion. Die restlichen
321 repräsentierten Klone, kodierend für Gene mit
unbekannter Funktion; 59 davon wiesen nicht einmal
Einträge in der humanen EST-Datenbank auf. Bekannte Gene
wurden nicht weiter behandelt. Für jene unbekannten
Gene, für die ein EST-Eintrag verfügbar war, wurde eine
Abschätzung des Expressionsprofils vorgenommen: dabei
wurden all jene ESTs mit < 95% Identität (BLAST), die
zur entsprechend experimentell ermittelten Sequenz der
Subtraktionsbibliotheken gehörten, überprüft. Bei der
Annotation wurde eine Unterteilung in a) kritische
Normalgewebe, b) fötale, "verzichtbare" und
immunprivilegierte Gewebe und c) Tumore und Tumor-
Zelllinien vorgenommen. Auf der Basis dieses "virtuellen
mRNA-Profils" ("virtueller Northern blot") wurden
200 Klone, für die keine ESTs in der Gruppe a) gefunden
wurden, für weitere experimentelle Analysen ausgewählt
(inklusive der 59 Klone, für die keine EST-Eintragung
vorlag). Zur weiteren Einengung der Kandidatenklone
wurden aus den von den 200 ausgewählten Klonen
ermittelten Sequenzen Oligonukleotidprimerpaare
entworfen und synthetisiert. Es wurden zunächst
8 verschiedene, von humanem Gewebe abgeleitete
cDNA-Bibliotheken (GibcoBRL "SUPERSCRIPT™"), welche
direktional in pCMV-SPORT kloniert sind, mittels
qualitativer PCR auf das Vorhandensein der jeweiligen
Kandidaten getestet. Die dabei eingesetzten
cDNA-Bibliotheken stammten aus Gewebe von Herz
(#10419-018), Leber (#10422-012), Leukozyten
(#10421-022), Niere (#10420-016), Lunge (#10424-018),
Testis (#10426-013), Gehirn (#10418-010) und fötalem
Gehirn (#10662-013). Die PCR-Bedingungen waren wie
folgt: 20 µl Gesamtvolumen pro PCR-Ansatz enthielten
1 × TaqPol-Puffer (50 mM KCl, 10 mM Tris-HCl pH 9,
0,1% Triton X-100), 1,5 mM MgCl2, 0,2 mM dNTPs (Promega),
0,025 U/µl Taq-DNA-Polymerase (Promega), jeweils 5 pM an
spezifischen Oligonukleotidprimer für B345 (B345-D,
SEQ ID NO: 34) und (B345-U, SEQ ID NO: 35) sowie 100 ng
der jeweils zu untersuchenden Plasmid-DNA. Zur Kontrolle
wurden spezifische Primer für GAPDH (SEQ ID NO: 36 und
37) eingesetzt. Zur Überprüfung des selektiven
Nachweises wurden die jeweiligen B345 spezifischen
Primerpaare Oligonukleotidprimer (SEQ ID NO: 34) und
(SEQ ID NO: 35) parallel auch auf das isolierte Plasmid
mit dem B345 "original Fragment" hin ausgetestet
(ursprünglich isoliertes cDNA-Fragment von B345). Die
Nachweisbarkeitvon Fragmenten der zu erwartenden Länge
mit starkem Signal in einem der kritischen Normalgewebe
(Herz, Leber, Lunge, Niere und Leukozyten), nicht jedoch
in den cDNA-Bibliotheken aus immunprivilegierten Geweben
(Gehirn, fötales Gehirn und Testis) unter diesen
PCR-Bedingungen (1 Zyklus: 3' 94°C; 35 Zyklen: 1' 94°C-
1' 55°C-1' 72°C; 1 Zyklus: 7' 72°C) wurde als
Ausscheidungskriterium definiert. Mittels dieser
qualitativen PCR-Analyse konnte die Zahl der Kandidaten
auf 56 eingeengt werden; Klon B345 befand sich in dieser
bereits vorselektionierten Kandidatengruppe.
Für das Design eines cDNA Chips wurden von der dBEST
Datenbank über Nukleotid-Sequenzsuche eine Reihe von
Klonen ausgewählt, die zu verschiedensten
Funktionskategorien, wie Apoptose bis zur Zellzyklus-
Regulation, gehören. Ingesamt wurden 1299 IMAGE Klone
(davon repräsentieren 1024 bereits bekannte Gene)
bestellt und zur Kontrolle sequenziert.
Mikrotiterplatten mit Bakterien, die ca. 800 bp lange
Sequenzen vom 3'Ende des Gens im Vektor enthalten,
wurden an Incyte Pharmaceuticals, Inc. (USA) geschickt
und diese dort auf 60 Chips gespottet. Neben diesen
Klonen wurden auch 120 durch RDA identifizierten EST
Klone auf die Chips gespottet. Die so produzierten DNA
Chips wurden anschließend mit Cy3 markierter cDNA aus
Normalgewebe, Tumorgewebe und Zelllinien zusammen mit
Cy5 markierter cDNA aus einer Mischung von neun
verschiedenen Normalgeweben hybridisiert und die beiden
Signale zur Normalisierung der Expressionswerte
verglichen. Die Berechnungen erfolgten teilweise in
S-Plus oder in Microsoft Excel. Die Auswertung der Chip
Experimente ergab ein sehr ähnliches Expressionsprofil
für B345, B540 und B452 bei der Hybridisierung mit
Lungenkrebs Proben von Zelllinien und Patientenmaterial
(siehe Fig. 1A). Solch ein tumorassoziiertes
Expressionsprofil konnte für B345 auch bei Vergleich von
Kolon Adenokarcinom mit Kolon Normalgewebe gezeigt
werden (siehe Fig. 1B).
Das Sequenzalignment von B345, B540 und B452 zeigte
eindeutig ein Überlappen der einzelnen EST Fragmente.
Daher konnte man annehmen, dass es sich bei den drei
Klonen um ESTs von ein und dem selben Gen handelt. Der
daraus resultierende DNA Abschnitt deckt eine Länge von
843 bp ab (siehe Fig. 1C) und wurde in weiteren
Versuchen zur Durchsuchung von öffentlichen Datenbanken
verwendet. Die Suchergebnisse lieferten keine
signifikante Homologie zu bekannten DNA bzw. Protein
Sequenzen, was darauf hindeutet, dass es sich bei B345
um ein bislang unbekanntes Gen handelt.
Bei B345 handelt es sich um ein Gen, das laut DNA Chip
Analysen in Tumorgeweben (siehe Fig. 1A und 1B, Tab. 1a
und Tab. 1B) hochreguliert ist.
Um einerseits das erhaltene Transkriptionsprofil zu
bestätigen und andererseits die Länge der zu erwartenden
mRNA für die full size Klonierung zu bestimmen, wurde
für B345 eine Northern Blot Analyse unter Einsatz von
humanen Zelllinien und des "Human Multiple Tissue
Northern Blots" (Clontech und Invitrogen) durchgeführt.
Als Sonden dienten die mit [α-32P]dCTP (NEN, Boston)
markierten 490 bp bzw. 318 bp langen PCR Produkte von
B345 (Primer (SEQ ID NO: 5 und SEQ ID NO: 6 bzw. SEQ ID
NO: 7 und SEQ ID NO: 8)). Die Hybridisierung erfolgte bei
68° für 2 h; die Visualisierung durch Standard-
Autoradiografie (Hyperfilm, Amersham). Fig. 2A, 2B und
2C sowie Tab. 1A und Tab. 1B, 1C zeigen das Ergebnis
dieser Analyse: Fig. 2A von der Zelllinie A549, Fig. 2B
von 12 Normalgeweben (Periphere Blut Lymphozyten (PBL),
Lunge, Placenta, Dünndarm, Leber, Niere, Milz, Thymus,
Kolon, Skelettmuskel, Herz und Hirn) und Fig. 2C von
8 Krebszelllinien (Promyelozytische Leukämie HL60,
HeLa-S3, chronische myelogene Leukämie K-562,
lymphoblastische Leukämie MOLT-4, Burkitt's Lymphom
(Raji), Kolon Adenokarzinom SW480, Lungen Adenokarzinom
A549 und Melanom G361). Das B345-Transkript zeigt eine
Länge von 6,5 kb.
Um eine exaktere Quantifizierung der mRNA Expression in
den verschiedenen normal und Tumorgeweben durchzuführen,
wurde die "real time PCR" angewandt, die es erlaubt die
RNA Konzentration im Vergleich zu einen externen
Standard zu berechnen.
Die Isolierung der RNA aus Gefriergewebe erfolgte mit
Trizol gemäß dem Herstellerprotokoll von Gibco. Zur
Entfernung von etwaig kontaminierender DNA wurde die
präparierte RNA wie folgt mit DNAase I verdaut: 3 µg
Gesamt-RNA wurden mit 20 µl 5 × AMV Puffer (Promega),
1 µl RNasin (Promega) und 2 µl DNase I (Boehringer
Mannheim) in einem Gesamtvolumen von 80 µl 15 Minuten
bei 37°C inkubiert. 120 µl Phenol : Chloroform : Isoamylalkohol
(25 : 24 : 1) wurden zugegeben, auf einem
Vortexer gemischt und kurz abzentrifugiert. Die wässrige
Phase wurde abgenommen, mit 120 µl Chloroform : Isoamylalkohol
(24 : 1) versetzt und wie vorher
zentrifugiert. Die gereinigte RNA wurde Ethanol-gefällt
und in Wasser gelöst.
Anschließend wurde die Gesamt-RNA mit reverser
Transkriptase (Superscript, Gibco, BRL) in cDNA
umgeschrieben: Zu 3 µg Gesamt-RNA wurden 1 µl Oligo dT
primer (Promega) zugegeben und mit Wasser auf ein
Endvolumen von 10 µl gebracht. Nach einer Inkubation von
5 Minuten bei 70°C wurde die Lösung 5 Minuten bei
Zimmertemperatur abgekühlt. 5 µl RT reaction buffer (5 ×,
Gibco, BRL), 2,5 µl dNTPs (je 10 mM, Boehringer
Mannheim), 1 µl RNasin (10 U/µl, Promega), 1,5 µl
Superscript (10 U/µl, Gibco, BRL) und 5 µl Wasser wurden
zugegeben und 1 Stunde bei 42°C inkubiert und die
Reaktion durch Inkubation von 3 Minuten bei 95°C
beendet.
Zur Herstellung eines cDNA-pools eines bestimmten Gewebe-
oder Tumortyps wurden 3 bis 10 verschiedene
Einzelpräparationen von unterschiedlichen Patienten in
gleichen Anteilen gemischt.
Die quantitative Bestimmung der "Haushaltsgene" β-Aktin,
GAPDH und Tubulin in cDNA-pools wurde wie folgt
durchgeführt:
Details über das Prinzip der TaqMan Methode siehe
Herstellerinformation (Perkin Elmer). Ein TaqMan PCR
Lauf beinhaltete Proben an β-Actin-Kontrollsequenz mit
je 102, 103, 104, 105 und 106 Kopien/µl (Perkin Elmer) zur
Bestimmung der Standardkurve, eine Negativkontrolle ohne
DNA und die zu quantifizierenden cDNA-pools. Alle Proben
wurden in Triplikaten analysiert. Für einen 25 µl
Reaktionsansatz wurden 1 µl cDNA, 2,5 µl 10 × Puffer A
(Perkin Elmer), 4 µl MgCl2 (25 mM, (Perkin Elmer)),
0,5 µl je Nukleotid (10 mM dATP, dCTP, dGTP; 20 mM
dUTP), 0,125 µl TaqMan Sonde (20 µM; TaqMan Sonde für
β-Aktin (SEQ ID NO: 20; fluoreszenzmarkiert am 5'-Ende mit
6-Carboxyfluorescein und mit
6-Carboxytetramethylrhodamine am 3'-Ende), 1 µl je
β-Aktin spezifischer Primer (je 20 µM, Forward Primer
SEQ ID NO: 21 und Reverse Primer SEQ ID NO: 22), 0,25 µl
AmpErase uracil N-Glycosylase "UNG" (1 U/µl, Perkin
Elmer), und 0,125 µl AmpliTaq Gold (5 U/µl, Perkin
Elmer) gemischt, in MicroAmp Optical Tubes (Perkin
Elmer) überführt und mit MicroAmp Optical Caps
verschlossen. Die PCR wurde folgendermaßen durchgeführt:
ein Zyklus mit 2 Minuten 50°C für die UNG Reaktion, ein
Zyklus 10 Minuten 95°C zur Aktivierung der AmpliTaq,
40 Zyklen mit je 15 Sekunden 95° und 1 Minute 60°C.
Anschließend wurden die Proben auf 25°C gehalten. Die
Auswertung der Daten erfolgt mit dem Programm "Sequence
Detection System 1.5b1" (PE Applied Biosystems), wobei
im Prinzip die Fluoreszenzsignale der zu
quantifizierenden cDNA-Proben mit den Signalen der
Kontrollplasmidverdünnungen bekannter Konzentration
verglichen wurden.
Für die Quantifizierung von GAPDH, das wie β-Aktin oder
Tubulin zur Normalisierung der eingesetzten RNAs
verwendet wurde, sind folgende Primer bzw. Sonden
eingesetzt worden. Als TaqMan Sonde für GAPDH diente
(SEQ ID NO: 23) eine am 5'-Ende mit
Tetrachlorfluorescein und am 3'-Ende mit
Carboxymethylrhodamin markierte Sonde (Forward GAPDH
Primer: SEQ ID NO: 24 und Reverse Primer: SEQ ID
NO: 25). Die Reaktionen wurden wie oben beschrieben
durchgeführt.
Prinzip der SybrGreen PCR siehe Herstellerinformation
(Perkin Elmer). Ein SybrGreen PCR Lauf beinhaltete
Proben an Tubulin-Kontrollplasmid mit je 102, 103, 104,
105 und 106 Kopien/µl (Perkin Elmer) zur Bestimmung der
Standardkurve, eine Negativkontrolle ohne DNA und die zu
quantifizierenden cDNA-pools. Alle Proben wurden in
Triplikaten analysiert. Für einen 25 µl Reaktionsansatz
wurden 1 µl cDNA, 2,5 µl 10 × SybrGreen Puffer (Perkin
Elmer), 3,5 µl MgCl2 (25 mM, Perkin Elmer), 0,5 µl je
Primer (je 20 µM, Perkin Elmer), Tubulin Forward (SEQ ID
NO: 26); Tubulin reverse (SEQ ID NO: 27), 0,25 µl AmpErase
uracil N-Glycosylase "UNG" (1 U/µl, Perkin Elmer), und
0,25 µl AmpliTaq Gold (5 U/µl, Perkin Elmer) gemischt,
in MicroAmp Optical Tubes (Perkin Elmer) überführt und
mit MicroAmp Optical Caps verschlossen. Die PCR wurde
folgendermaßen durchgeführt: ein Zyklus mit 2 Minuten
50°C für die UNG Reaktion, ein Zyklus 10 Minuten 95°C
zur Aktivierung der AmpliTaq, 40 Zyklen mit je 15
Sekunden 95° und 1 Minute 60°C. Anschließend wurden die
Proben auf 25°C gehalten. Die Auswertung der Daten
erfolgt mit dem Programm "Sequence Detection System
1.5b1" (PE Applied Biosystems), wobei im Prinzip die
Fluoreszenzsignale der zu quantifizierenden cDNA-Proben
mit den Signalen der Kontrollplasmidverdünnungen
bekannter Konzentration verglichen wurden.
Die quantitative TaqMan-PCR-Analyse von B345 wurde, wie
für die "Haushaltsgene" beschrieben, durchgeführt. Es
wurden jedoch B345 spezifische Primer (SEQ ID NO: 28 und
SEQ ID NO: 29) (200 ng/µl) und eine B345 spezifische
Sonde (SEQ ID NO: 30, 20 µM), die am 5'-Ende mit
Tetrachlorfluorescein und am 3'-Ende mit
Carboxymethylrhodamin markiert ist, verwendet. Als
Standard wurde das PCR Produkt von B345 mit den Primern
SEQ ID NO: 28 und SEQ ID NO: 29 mit bekannter Kopienzahl
eingesetzt.
Fig. 3 veranschaulicht die TaqMan-Expressionsanalyse
(Fig. 3A: β-Actin; Fig. 3B: Tubulin). Es zeigte sich,
dass B345 höher in Dickdarmkrebsgewebe als in
Normalgewebe exprimiert ist (siehe Tab. 2A). Nun stellt
aber sowohl das Normalgewebe als auch das Tumorgewebe
ein sehr heterogenes Gemisch von verschiedenen Zelltypen
dar. Weiteres variiert der Anteil von Tumorzellen im
Tumorgewebe sehr stark von etwa 30 bis 80%. Um diese
biologische Heterogenität auf ein Minimum zu
beschränken, wurden die Epithelzellen des Dickdarms, die
die Ursprungszellen des Adenokarzinoms darstellen, und
die Krebszellen oder Krebsareale durch Laser-
Mikrodissektion spezifisch präpariert. Gewebeschnitte
von 10 µm Stärke wurden mit dem Kyromikrotom von Leica,
Jung CM1800 angefertigt und auf einen mit Polyethylen
beschichteten Objektträger aufgebracht (Böhm et al.,
1997). Die bei Raumtemperatur für etwa 30 Minuten
getrockneten Schnitte wurden mit Mayers Hämatoxylin
(SIGMA DIAGNOSTICS) inkubiert und anschließend zur
Entfernung von unspezifisch gebundenen Farbstoff fünf
Minuten unter fließendem Wasser gewaschen. Nach fünf
minütigem Trocknen bei 37°C wurde die Laser-
Mikrodissektion durchgeführt. Dafür wurde das
Lasermikroskop von PALM (PALM GmbH, Bernried,
Deutschland) eingesetzt und etwa 2000 bis 5000 Zellen
präpariert. Die durch Reverse Transkription gewonnene
cDNA, wurde auch hier durch Real Time PCR analysiert.
Das Ergebnis zeigt, dass die B345 Expression in
Dickdarmkarzinom Zelllinien sowie in Patientenmaterial
um ein Vielfaches höher ist als vergleichsweise die des
Dickdarmnormalgewebes. Zur Normalisierung wurde der
Expressionslevel von GAPDH bestimmt (siehe Fig. 4 und
Tab. 2B).
Das Durchsuchen von Datenbanken nach Sequenzen von
Genfragmenten (ESTs, expressed sequence tags), die für
die "in silico" Klonierung von B345 herangezogen werden
können, ergab ein überlappendes EST-Kontig von etwa
1500 bp. Der polyA-Bereich an einem der Enden gab
Hinweis auf die Orientierung des DNA Abschnittes in
Bezug auf 5'-3' Orientierung, was beim Design von
neuen Primern für die Amplifikation von B345-
spezifischen cDNA-Fragmenten essentiell ist.
Zunächst wurde das durch die Datenbankanalyse
beschriebene potentielle 3' Ende durch experimentelle.
Ansätze verifiziert. RNA von der Lungen-Karzinom
Zelllinie Calu 6 (AACC No. HTB56) wurde mit Hilfe des
Primers (SEQ ID NO: 9) revers transkribiert und die
resultierende einzelsträngige cDNA wurde mittels PCR mit
den Gen spezifischen Primer SEQ ID NO: 5 und den
Adapterprimer SEQ ID NO: 10 amplifiziert.
Für einen 25 µl PCR Ansatz wurden 1 µl des cDNA-pools
mit 2,5 µl 10 × Taq Puffer (Promega), 1,5 µl MgCl2 (25 mM,
Promega), 0,5 µl dNTPs (je 10 mM, Boehringer Mannheim),
1 µl Primermischung (je 20 µM), 0,15 µl Taq Polymerase
(Promega) in Wasser gemischt. Die PCR wurde wie folgt
durchgeführt: 1 × 94°C 3 Minuten; 30 × 94°C 30 Sekunden,
55°C 30 Sekunden, 72°C 1 Minute; auf 4°C halten. Die PCR
wurde auf einem 1,2% Agarosegel analysiert.
Die beiden Primer wurden anschließend zum Sequenzieren
des gereinigten PCR Produktes verwendet. Die ermittelten
Sequenzen zeigten eine hohe Homologie mit dem "in
silico" klonierten DNA Abschnitt (inklusive des PolyA-
Trakts).
Da das Klonieren von 5'-Endsequenzen einen meist sehr
aufwendigen Prozess darstellt, wurden im Folgenden zur
Lösung des Problems verschiedene Methoden angewandt.
Als Ausgangszelllinie wurde auch hier Calu 6 verwendet.
Nach der reversen Transkription der RNA mit dem Primer
SEQ ID NO: 9 und der Zweitstrangsynthese wurde an die
Doppelstrang-cDNA ein Linker bestehend aus den beiden
Oligos SEQ ID NO: 11 und SEQ ID NO: 12 ligiert (Abe et
al., 1992). Die daraus resultierende LoneLinker cDNA
Bibliothek wurde dann mit dem Gen spezifischen Primer
SEQ ID NO: 6 linear über 35 Zyklen amplifiziert. Ein
Aliquot der B345 angereicherten cDNA konnte anschließend
mit den Primern SEQ ID NO: 13 und LLEcoRIA SEQ ID NO: 11
weiter amplifiziert werden. Nach der Gelelektrophorese
eines Aliquots und Southernanalyse mit dem
genspezifischen Oligo SEQ ID NO: 14 konnte eine 5 kb
Bande lokalisiert werden. In weiterer Folge wurde dieses
Fragment schrittweise sequenziert und auf die Sequenz
des EST-Kontigs ausgerichtet ("aligned").
Um die resultierende Sequenz aus der LLcDNA Klonierung
zu überprüfen, wurden zwei Fragmente mittels PCR (SEQ ID
NO: 15 und SEQ ID NO: 16 bzw. SEQ ID NO: 6 und SEQ ID
NO: 17) amplifiziert und für das Screenen von Lambda gt10
cDNA Phagen Bibliotheken eingesetzt. Positive Plaques
wurden isoliert und mittels den gt10 spezifischen
Primern (SEQ ID NO: 18 und SEQ ID NO: 19) PCR
amplifiziert. Anschließende Sequenzierung und das
Alignment mit den Sequenzen führte zu der Annahme, das
es sich hierbei um ein differenzielles Spleißprodukt
handelt. Die Spleißdonor, Akzeptor und Lariatsequenz
konnten in weiterer Folge gefunden werden. Mittels PCR
durch geeigneter Primerkombination wurde in
verschiedenen Zelllinien nach differenziellen
Spleißprodukten gesucht, wobei in allen gescreenten
Zelllinien nur ein Produkt gefunden wurde und zu der in
Fig. 5 dargestellten Genstruktur führte. Die angeführte
cDNA besitzt einen offenen Leserahmen (ORF) der für ein
potentielles Protein mit einer Länge von 749 Aminosäuren
kodiert. Die Translationsinitiationsstelle an
Position 215 entspricht zu etwa 75% einer Kozak-
Konsensussequenz. Die in diesem Experiment erhaltenen
Ergebnisse veranlassten dazu, in einem weiteren
Experiment (Beispiel 6b) die
Transkriptionsinitiationsstelle noch exakt durch Primer-
Extension zu bestimmen, um sicher zu gehen, dass das
hier ermittelte 5' Ende das tatsächliche 5'-Ende von
B345 ist. Die von der in diesem Klonierungsversuch
erhaltenen cDNA (SEQ ID NO: 1) abgeleitete
Aminosäuresequenz von B345 ist in SEQ ID NO: 2 gezeigt.
Mit Hilfe des Promotor Finder DNA Walking Kit (Clontech)
und anschließender Primerextension Reaktion wurden die
5'-Region und die Promotorregion sowie die exakte
Transkriptionsinitiationsstelle bestimmt. Die 5'-Region
wurde mit Hilfe einer genomischen DNA Library von
Clontech mit B345 spezifischen Primern (SEQ ID NO: 38
bzw. nested SEQ ID NO: 39) und Adaptor Primer im Kit
amplifiziert. Um den exakten Transkriptionsstart zu
bestimmen, wurde die Primer Extension Reaktion
durchgeführt. Dafür wurde der Primer SEQ ID NO: 40 am
5'-Ende mit Hilfe 10 U der T4 Polynukleotid Kinase
(Promega) und 3 µl [γ-32P]ATP (3000 Ci/mmol) nach Standard-
Protokollen markiert (Sambrook et al., 1989). Das
markierte Oligonukleotid wurde durch Präzipitation
gereinigt. Für die Primerextension Reaktion wurden
10.000 cpm Oligonukleotid in einem Gesamtvolumen von
20 µl zu 25 µg Total RNA der Colo 205 Zelllinie
(ATCC:CCL-222) eingesetzt.
Die RNA der Zelllinie wurde mit dem radioaktiv
markierten Primer revers transkribiert und auf ein
10%-Polyacryamidgel aufgetragen. Zur Bestimmung der
genauen Bandenlänge wurde ein PCR Fragment von
nt 1000-nt 1362 mit 35S markierten Nukleotiden
sequenziert und ebenfalls aufgetragen. Das aus der
Elongation des reversen Primers resultierende Fragment
von 209 Nukleotiden legt den Transkriptionsstart genau
an Position 201 fest. Somit wurde die in Beispiel 6a
erhaltene B345-Sequenz in der 5'Region erweitert und ein
neues Startkodon auf Position 283 bestimmt. Durch
wiederholte Sequenzierungen auch in der 3'Region wurde,
im Vergleich zur in SEQ ID NO: 1 dargestellten Sequenz,
eine zusätzliche Base an Position 2430 gefunden, die zu
einer Leserasterverschiebung führt und somit das
Stoppcodon von Position 2729 auf 2791 verschiebt. Die in
diesem Versuch erhaltene cDNA (SEQ ID NO: 3) besitzt
einen offenen Leserahmen, der für ein potentielles
Protein mit einer Länge von 836 Aminosäuren (SEQ ID
NO: 4) kodiert.
Die resultierende primäre Aminosäuresequenz von B345 ist
in SEQ ID NO: 4 gezeigt. Die Analyse des Hydrophilizitäts
Plots der Aminosäuresequenz mit der Methode von Kyte und
Doolittle (1982) zeigt, dass das B345 Protein zwei
charakteristische hydrophobe Domänen aufweist
(Aminosäuren Pos. 1-29 und 666-691), die ein
Signalpeptid und eine helikale Transmembrandomäne
darstellen (Fig. 6). Diese polarisierte Struktur deutet
darauf hin, dass es sich bei B345 um ein integrales
Membraneprotein handelt. Die Transmembranhelix verbindet
einen etwa 666 Aminosäuren langen extrazellulären und
einen kurzen (145 Aminosäuren) intrazellulären Teil
(siehe Fig. 7).
Die extrazelluläre Domäne weist außerdem klare Indizien
für die Existenz einer CUB Domäne bei Position 220-350
sowie Indizien für 2 mögliche weitere CUB Domänen im
Bereich der Aminosäuren 425-660 auf. CUB Domänen
kommen bei verschiedenen, meist während der
Embryonalentwicklung regulierten Proteinen vor. Außerdem
sind manchmal bei EGF(Epidermal Growth
Factor)-ähnlichen Domänen auch CUB Domänen anzutreffen.
Eine kürzlich erschienene Publikation (Gerstein et al.,
2000) demonstriert, dass CUB Domänen enthaltende Proteine
die am ausgeprägtesten differenziell regulierten
Proteine in C. elegans sind. Da Gene, die eine
Schlüsselrolle in der Embryonalentwicklung haben, auch
analoge Funktionen in Krebs ausführen, kann angenommen
werden, dass eine Überexpression von B345 in Zellen eine
Veränderung in den Eigenschaften der Substratadhäsion
oder der extrazellulären Matrix bewirkt. Das Protein
weist außerdem 12 potentielle N-Glycosylierungsstellen
auf, die in der vorhergesagten extrazellulären Domäne zu
finden sind, was mit der vorhergesagten Orientierung des
Proteins übereinstimmt.
Mit einem BLAST hit (E-value: 5.8 × 10-2) für den Bereich
der Aminosäuren von 235 bis 282 von B345 konnte eine
Komplement aktivierende Komponente des RA-reactive
factor (RARF) aus mus musculus identifiziert werden. Das
Alignment befindet sich innerhalb der CUB Domäne 1 von
B345.
Die CUB-Domänen 2 und 3 (Bereich 425-535 und 545-660)
weisen marginale Homologien zu dem humanen und Fugu
Prokollagen C-Proteinase Enhancer Protein (PCOLCE) auf.
Diese Regionen kommen in dem Bereich von PCOLCE vor,
welcher ein CUB Domänen Tandem Repeat enthält (E-values:
0.5 (human) und 2.7 (Fugu)). CUB Domänen kommen manchmal
in Repeats vor.
Vermutlich bildet das B345-Protein eine β-Sheet
Sekundärstruktur, da sich CUB Domänen bekanntlich als
β-Sandwich falten.
Die intrazelluläre Domäne (Bereich 691-836) weist keine
signifikanten Homologien auf. Der gesamte C-Terminus
aligned jedoch mit einem EST (AW063026) von humanen
Eierstockkrebs-Zellen (82% Identität über
124 Aminosäuren).
Zunächst wurden Bac Klone in öffentlichen Datenbanken
(BLAST search) gesucht, die das B345-Gen enthalten. Die
Bac Klone Ac068625 und Ac010170 enthielten einen
Großteil des Gens. Mit intronspannenden Primern wurden
Spliceakzeptor und Donorsequenzen in Colo 205 cDNA und
genomischer DNA als Template gesucht. Das PCR Protokoll
wurde wie folgt durchgeführt: 1 × 95°C 2 Minuten,
35 × 95°C 15 Sekunden, 68°C 3 Minuten und dann auf 4°C
gehalten. Die PCR wurde auf einem 1,2% Agarosegel
analysiert und dabei die Längen der PCR Produkte der
2 Templates mit gleichen Primerkombinationen verglichen.
Es stellte sich heraus, dass B345 aus 8 Exons, getrennt
von 7 Introns besteht (Fig. 5).
Die chromosomale Lokalisation des Gens wurde mittels
Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH) bestimmt.
Dabei wurde die humane, Digoxigenin-markierte B345 Sonde
zusammen mit der Biotin-markierten Sonde von B47a2
(Knight et al., 1997), welche sich auf der sub
telomerischen Region des Chromosomenarms 3p befindet,
mit Metaphase-Chromosomen zweier "normaler" Individuen
hybridisiert (Lichter et al., 1988). Die hybridisierte
Digoxygenin-Sonde wurde mittels Anti-Schaf-Dig
(Boehringer Mannheim FRG) und Kaninchen Anti-Schaf FITC-
markierten Antikörpern detektiert. Die Biotin markierte
Probe dagegen wurde mit Maus Anti-Biotin und Kaninchen-
Anti-Maus (TRITC) und anschließende Färbung mit DAPI
sichtbar gemacht. Die FISH Resultate zeigen, dass eine
Mehrheit der Metaphasen eindeutige Signale an einem oder
beiden Chromatiden des Chromosoms 3 in der Region
p21-p23 haben. Als Bestätigung der Position diente die
Co-Lokalisation der B47a2 (TRITC)-Sonde auf dem selben
chromosomalen Arm.
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Claims (7)
1. Tumorassoziiertes Antigen der Bezeichnung B345,
dadurch gekennzeichnet, dass es die in
SEQ ID NO: 4 definierte Aminosäuresequenz aufweist
oder diese als Teilsequenz enthält, oder ein
Fragment davon.
2. Isoliertes DNA-Molekül, kodierend für das in
Anspruch 1 definierte tumorassoziierte Antigen
oder für Fragmente davon.
3. DNA-Molekül nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, dass es ein Polynukleotid mit der
in SEQ ID NO: 3 dargestellten Sequenz ist oder
diese Sequenz enthält oder dass es ein
Polynukleotid ist oder dieses enthält, das mit
einem Polynukleotid der in SEQ ID NO: 3
dargestellten Sequenz unter stringenten
Bedingungen hybridisiert, oder ein Fragment davon.
4. Rekombinantes DNA-Molekül, enthaltend ein DNA-
Molekül gemäß Anspruch 2 oder 3.
5. Antikörper gegen das in in Anspruch 1 definierte
Polypeptid.
6. Antikörper nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, dass er monoklonal ist.
7. Antikörper nach Anspruch 5 oder 6 für die Therapie
und Diagnose von Krebserkrankungen, die mit der
Expression von B345 assoziiert sind.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001119294 DE10119294A1 (de) | 2001-04-19 | 2001-04-19 | Tumorassoziiertes Antigen (B345) |
| EP01960465A EP1301533A1 (de) | 2000-07-07 | 2001-07-05 | Tumorassoziiertes antigen (b345), gekennzeichnet durch eine aminosäuresequenz wie in seq. id. no. 4 |
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