DE10110599A1 - Verfahren zur Bestimmung eines Lichttransportparameters in einer biologischen Matrix - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung eines Lichttransportparameters in einer biologischen MatrixInfo
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Abstract
Verfahren zur selektiven Bestimmung eines für die Lichtstreuung in einer biologischen Matrix (5) charakteristischen Lichttransportparameters, insbesondere zum Zwecke der nichtinvasiven Bestimmung der Konzentration von Glucose in der biologischen Matrix. Es schließt eine Mehrzahl von Detektionsmessungen ein, bei denen jeweils Licht als Primärlicht in die biologische Matrix eingestrahlt und ein Intensitätsmeßwert von an einem Detektionsort, der sich bei der Mehrzahl von Detektionsmessungen in unterschiedlichen Meßabständen von dem Einstrahlungsort befindet, austretenden Sekundärlicht gemessen wird. In einem Auswerteschritt wird der für die Lichtstreuung in der biologischen Matrix charakteristische Lichttransportparameter mittels eines Auswertealgorithmus aus den Intensitätsmeßwerten abgeleitet. Zur selektiven Bestimmung des Streukoeffizienten wird vorgeschlagen, daß der Auswertealgorithmus einen Schritt einschließt, bei dem aus mindestens zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnenen Intensitätsmeßwerten ein die zeitliche Änderung des Intensitätsmeßwertes beschreibender Zeitableitungswert DELTA¶t¶I(r) berechnet wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur selektiven Be
stimmung eines für die Lichtstreuung in einer biologi
schen Matrix charakteristischen Lichttransportparameters,
insbesondere zum Zwecke der nichtinvasiven Bestimmung der
Konzentration von Glucose in der biologischen Matrix.
Der Begriff "biologische Matrix" bezeichnet eine Körper
flüssigkeit oder ein Gewebe eines lebenden Organismus.
Biologische Matrices, auf die sich die Erfindung bezieht,
sind optisch heterogen, d. h. sie enthalten eine Vielzahl
von Streuzentren, an denen eingestrahltes Licht gestreut
wird. Im Falle von biologischem Gewebe, insbesondere
Hautgewebe, werden die Streuzentren von den Zellwänden
und anderen in dem Gewebe enthaltenen, festen Bestandtei
len gebildet. Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut,
sind ebenfalls optisch heterogene, biologische Matrices,
weil sie Partikel enthalten, an denen Licht vielfach ge
streut wird.
Der Transport von Licht in einer biologischen Matrix wird
im wesentlichen durch die Lichtstreuung an in der Matrix
enthaltenen Streuzentren und durch die optische Absorpti
on bestimmt. Physikalische Größen, die diese beiden Ei
genschaften quantitativ beschreiben, werden als Licht
transportparameter (Streuparameter bzw. Absorptionspara
meter) bezeichnet. Unter einem Streuparameter in diesem
Sinne ist in erster Linie der Streukoeffizient µs und un
ter einem Absorptionsparameter in erster Linie der opti
sche Absorptionskoeffizient µa zu verstehen. Es ist al
lerdings im Rahmen der Erfindung nicht erforderlich, daß
diese Parameter quantitativ in den gebräuchlichen Maßein
heiten bestimmt werden. Vielmehr ist es das Ziel der Er
findung, reproduzierbar und selektiv einen Parameter zu
ermitteln, der die optische Streuung in der biologischen
Probe unabhängig von deren optischer Absorption be
schreibt. Nachfolgend wird ohne Beschränkung der Allge
meinheit auf den Streukoeffizienten µs als Beispiel für
einen Streuparameter Bezug genommen.
Die selektive Bestimmung des Streukoeffizienten in einer
biologischen Matrix ist aus verschiedenen Gründen von In
teresse, beispielsweise zur Charakterisierung von Hautei
genschaften in der Dermatologie.
Von besonderer Bedeutung ist die Untersuchung des Streu
verhaltens einer biologischen Matrix zum Zweck der
nichtinvasiven Bestimmung der Konzentration von Glucose.
Der Zusammenhang zwischen der Glucosekonzentration und
der Lichtstreuung in biologischen Matrices wird in der
EP 0659055 B1 beschrieben. Wie darin (und in zahlreichen
anderen Publikationen, die sich mit der Analyse von Glu
cose im menschlichen Körper befassen) erläutert wird, ist
die Qualität der Therapie von Diabetikern entscheidend
davon abhängig, daß der zeitliche Verlauf des Blutzucker
spiegels in ihrem Körper sehr häufig, nach Möglichkeit
kontinuierlich, bestimmt wird. Dadurch können schwerwie
gende Spätschäden des Diabetes Mellitus, wie Erblindung
oder schwere Durchblutungsstörungen, die zur Amputation
von Gliedmaßen führen können, vermieden werden. Die wün
schenswerte, kontinuierliche Beobachtung des Blutzucker
spiegels ist mit den konventionellen, invasiven Methoden
(bei denen ein Blutstropfen aus dem Körper des Patienten
gewonnen und mit einem heutzutage in guter Qualität zu
günstigen Kosten erhältlichen Analysesystem ausgewertet
wird) nicht möglich. Es hat deshalb schon zahlreiche Ver
suche gegeben, die Konzentration der Glucose auf nichtin
vasivem Wege zu bestimmen. Eine nähere Darlegung hierzu
ist der genannten, europäischen Patentschrift zu entneh
men.
Bei dem in der EP 0659055 B1 beschriebenen Verfahren wird
zur Bestimmung eines Glucosewertes eine Mehrzahl von "De
tektionsmessungen" durchgeführt, bei denen jeweils Licht
als Primärlicht an einem definierten Einstrahlungsort in
die biologische Matrix eingestrahlt wird, das Licht in
der biologischen Matrix entlang einem Lichtweg propagiert
und ein Intensitätsmeßwert von an einem definierten De
tektionsort austretendem Sekundärlicht gemessen wird. Aus
der Abhängigkeit des Intensitätsmeßwertes von dem Meßab
stand zwischen dem jeweiligen Einstrahlungsort und dem
jeweiligen Detektionsort wird in einem Auswerteschritt
mittels eines Auswertealgorithmus und einer Kalibration
die Glucosekonzentration ermittelt.
Die überraschende Erkenntnis, daß mit einem derartigen
Meßverfahren der Verlauf der Glucosekonzentration in
Hautgewebe oder einer anderen, biologischen Matrix gemes
sen werden kann, wird in der EP 0659055 B1 damit erklärt,
daß die mit der Änderung der Glucosekonzentration verbun
dene Änderung des Brechungsindex der in der Matrix ent
haltenen Flüssigkeit (obwohl sehr klein) für die Bestim
mung der Glucosekonzentration verwendet werden kann, wenn
man das Streuverhalten des Lichts unter Beachtung des
dort beschriebenen Meßverfahrens untersucht. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform sollen in dem Auswerteschritt
die Einflüsse der Absorption und der Streuung durch Aus
wertung der Intensitätsverteilung des Sekundärlichts als
Funktion des Abstandes des Detektionsortes von dem Ein
strahlungsort getrennt werden.
Auch in der wissenschaftlichen Literatur wird bereits
seit längerem diskutiert, µa und µs aus der Abhängigkeit
I(r) der Intensität I des Sekundärlichts von dem Meßab
stand r (nachfolgend als "Intensitätsprofil" bezeichnet)
zu bestimmen. Als theoretische Grundlagen dienen dabei
die Diffusionstheorie sowie nummerisch-statistische Ver
fahren (Monte-Carlo-Rechnungen). Die Theorie bildet ein
Modell zur Beschreibung des Lichtausbreitungsverhaltens
in einer streuenden Matrix, durch das ein mathematischer
Zusammenhang zwischen dem Intensitätsprofil I(r) und den
in dem Modell verwendeten Modellparametern (vor allem den
Lichttransportparametern µa und µs und der Intensität des
eingestrahlten Primärlichts I0) hergestellt wird. Im
Prinzip ist es möglich, die Lichttransportparameter da
durch zu bestimmen, daß man einen Fit durchführt, bei dem
durch Variation der Modellparameter das theoretisch be
rechnete Intensitätsprofil optimal an experimentelle Er
gebnisse angepaßt wird. Hierzu kann beispielsweise auf
folgende Publikationen verwiesen werden:
- 1. T. J. Farrell et al.: "A diffusion theory model of spatially resolved, steady-state diffuse reflectance for the noninvasive determination of tissue optical properties in vivo", Med. Phys. 19, 879 bis 888 (1992).
- 2. R. C. Haskell et al.: "Boundary conditions for the diffusion equation in radiative transfer", J. Opt. Soc. Am A, 11, 2727 bis 2741 (1994).
Obwohl darin über eine gute Übereinstimmung von Meßwerten
und theoretischen Berechnungen berichtet wird, haben die
se Verfahren keine praktische Bedeutung (insbesondere für
die Bestimmung der Gluocosekonzentration in einer biolo
gischen Matrix) erlangt.
In der Patentliteratur sind verschiedene Verfahren be
schrieben, deren Ziel es ist, in einer biologischen Ma
trix µa und µs mit dem Ziel zu bestimmen, daraus analyti
sche Daten für medizinische Zwecke, insbesondere zur Be
stimmung der Glucosekonzentration, zu gewinnen:
- 1. Gemäß der EP 0760091 B1 werden für jeweils mindestens zwei unterschiedliche Meßlichtwege jeweils mindestens zwei Frequenzdomänen-spektroskopische Messungen durchgeführt, bei denen jeweils die Phasenverschie bung des Sekundärlichts gegenüber dem Primärlicht so wie ein Intensitätsmeßwert (nämlich die DC-Intensität oder die AC-Intensität) bestimmt wird. Aus diesen mindestens vier Meßwerten wird ein Absorptionsparame ter und/oder ein Streuparameter abgeleitet. Frequenz domänen-Meßverfahren arbeiten mit im GHz-Bereich mo duliertem Licht und bedingen dadurch einen großen meßtechnischen Aufwand.
- 2. In der EP 0774658 A2 ist ein Verfahren beschrieben, bei dem zur Analyse der Streueigenschaften einer bio logischen Matrix die Reflexionseigenschaften an der Oberfläche der Matrix variiert werden. Beispielsweise kann die Kontaktfläche des für die Messung verwende ten Meßkopfes unterschiedliche Teilbereiche mit un terschiedlicher Reflektivität aufweisen. Auf diese Weise werden bei zwei Meßabständen die Reflexionsei genschaften mindestens zweifach variiert. In der Pu blikation wird dargelegt, daß diese mindestens vier Meßwerte verwendet werden können, um (entweder auf Basis der Diffusionstheorie oder empirisch- nummerisch) Absorption und Streuung zu trennen. Auch dieses Verfahren ist jedoch relativ aufwendig. Außer dem ist es schwierig, die für die Analyse der Gluco sekonzentration erforderliche Reproduzierbarkeit der Meßwerte zu erreichen.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrun
de, in einer biologischen Matrix µs (oder einen anderen
die Lichtstreuung beschreibenden Parameter) selektiv mit
einem Verfahren zu bestimmen, das sich durch einfache
Handhabung, einen geringen apparativen Aufwand und hohe
Genauigkeit auszeichnet.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur selek
tiven Bestimmung eines für die Lichtstreuung in einer
biologischen Matrix charakteristischen Lichttransportpa
rameters, insbesondere zum Zwecke der nichtinvasiven Be
stimmung der Konzentration von Glucose in der biologi
schen Matrix, umfassend eine Mehrzahl von Detektionsmes
sungen, bei denen jeweils Licht als Primärlicht an einem
Einstrahlungsort in die biologische Matrix eingestrahlt
wird, das Licht in der biologischen Matrix entlang einem
Lichtweg propagiert und ein Intensitätsmeßwert von an ei
nem Detektionsort, der sich bei der Mehrzahl von Detekti
onsmessungen in unterschiedlichen Meßabständen von dem
Einstrahlungsort befindet, austretendem Sekundärlicht gemessen
wird und einen Auswerteschritt, bei dem der für
die Lichtstreuung in der biologischen Matrix charakteri
stische Lichttransportparameter mittels eines Auswerteal
gorithmus aus den bei der Mehrzahl von Detektionsmessun
gen gemessenen Intensitätsmeßwerten abgeleitet wird, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß der Auswertealgorithmus
einen Schritt einschließt, bei dem aus mindestens zwei zu
unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnenen Intensitätsmeß
werten ein die zeitliche Änderung des Intensitätsmeßwer
tes beschreibender Zeitableitungswert ΔtI(r) berechnet
wird und der Zeitableitungswert zur Bestimmung des Licht
transportparameters verwendet wird.
Die Messung des Intensitätsmeßwertes ist vorzugsweise ei
ne DC-Messung, bei der Primärlicht mit konstanter Inten
sität eingestrahlt wird. Es kann jedoch auch gechoptes
oder intensitätsmoduliertes Primärlicht und ein frequenz
selektives Meßverfahren verwendet werden. Bei sehr hohen
Modulationsfrequenzen (im GHz-Bereich) führt ein fre
quenzmoduliertes Verfahren zur Messung der AC-Intensität.
Wegen des erhöhten Meßaufwandes bei sehr hohen Meßfre
quenzen ist ein solches Verfahren derzeit weniger bevor
zugt.
Die Intensität des Sekundärlichts muß im Rahmen der Er
findung nicht absolut gemessen werden. Vielmehr genügt
eine Relativmessung zu mindestens zwei Meßzeitpunkten,
aus der ein Zeitableitungswert berechnet werden kann. Ein
Intensitätsmeßwert im Sinne der Erfindung ist demzufolge
ein Wert einer Meßgröße in beliebigen Maßeinheiten, der
eine Aussage über die relative Änderung der Intensität
des Sekundärlichts erlaubt. Ein solcher Intensitätsmeß
wert für einen Zeitpunkt t und einen Meßabstand r wird
nachfolgend als I(r, t) bezeichnet.
Mathematisch ausgedrückt entspricht der Zeitableitungs
wert (die relative; zeitliche Änderung des für einen be
stimmten Meßabstand r gemessenen Intensitätsmeßwertes)
der partiellen Ableitung der Funktion I(r, t) nach der
Zeit:
∂tI(r) = ∂lnI(r, t)/∂t = ∂I(r, t)/[∂t.I(r)] (1):
In der Praxis wird die Intensität zu mindestens zwei dis
kreten Meßzeitpunkten ti gemessen. Der Zeitableitungswert
wird daraus als Differenzenquotient berechnet gemäß:
Die Erfindung erfordert in ihrer allgemeinsten Form min
destens zwei Detektionsmessungen zu zwei unterschiedli
chen Meßzeitpunkten ti für einen festen Meßabstand r0.
Bevorzugt werden zu mindestens zwei Meßzeitpunkten Inten
sitätsmeßwerte für mehrere unterschiedliche Meßabstände
(Intensitätsprofile) gemessen.
Eine wichtige Grundlage der Erfindung ist die Erkenntnis,
daß sich die Funktion, die die relative zeitliche Ände
rung des Intensitätsmeßwertes in Abhängigkeit von den
Lichttransportparametern µa und µs und der Intensität I0
des Primärlichts beschreibt, als Summe schreiben läßt,
deren Summenglieder jeweils nur von einem der Modellpara
meter (µa, µs, I0) abhängig sind. Es gilt:
Darin bezeichnet Pi die Modellparameter, ∂tPi deren zeit
liche Ableitung (∂tPi = ∂Pi/∂t) und SPi die Sensitivität des
Intensitätsprofils I(r) hinsichtlich des Parameters Pi,
die berechnet wird gemäß:
Für die meßtechnische Praxis bedeutet dieser mathemati
sche Zusammenhang, daß der die relative; zeitliche Ände
rung des Intensitätsprofils beschreibende Zeitableitungs
wert ein Zwischenwert ist, der es in sehr vorteilhafter
Weise ermöglicht, die Einflüsse der unterschiedlichen Mo
dellparameter voneinander zu trennen und dadurch den
Streukoeffizienten selektiv zu bestimmen. Im Gegensatz zu
dem vorbekannten Stand der Technik wird der Zeitablei
tungswert dabei nicht berechnet, um eine Information über
die zeitliche Änderung des Streukoeffizienten oder der
Glucosekonzentration zu gewinnen. Vielmehr stellt der
Zeitableitungswert einen Zwischenwert innerhalb des Algo
rithmus zur Bestimmung des Streukoeffizienten bzw. der
Glucosekonzentration dar. Er kann unmittelbar verwendet
werden, beispielsweise um einen Parameter zu eliminieren,
dessen Sensitivitätsverlauf in Abhängigkeit von dem Meß
abstand bekannt ist. Der auf Basis dieses Zeitableitungs
wertes berechnete Wert (z. B. des Streukoeffizienten bzw.
der Glucosekonzentration) wird dem mittleren Zeitpunkt
der Detektionsmessungen zugeordnet, aus denen der Zeitab
leitungswert berechnet wurde.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform schließt der Aus
wertealgorithmus Schritte ein, bei denen für mindestens
zwei unterschiedliche Meßabstände zwischen Einstrahlungs
ort und Detektionsort Detektionsmessungen zu mindestens
zwei Zeitpunkten durchgeführt werden. Aus den dabei ge
messenen (mindestens vier) Intensitätsmeßwerten, werden
mindestens zwei Zeitableitungswerte berechnet, aus denen
wiederum die räumliche Ableitung des Zeitableitungswertes
nach dem Meßabstand berechnet wird. Das Ergebnis dieser
Operationen ist unabhängig von Schwankungen der Primär
lichtintensität I0. Schwankungen der Lichtquellenintensi
tät, die im Signal eine sogenannte "Common Mode-Drift"
verursachen, werden demzufolge aus dem Meßergebnis elimi
niert.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält
der Auswertealgorithmus Schritte, bei denen für minde
stens drei unterschiedliche Meßabstände zwischen Ein
strahlungsort und Detektionsort Detektionsmessungen zu
jeweils mindestens zwei Zeitpunkten durchgeführt werden.
Aus den dabei gewonnenen (mindestens sechs) Intensitäts
meßwerten werden mindestens drei Zeitableitungswerte be
rechnet. Aus diesen Zeitableitungswerten wird die zweite
räumliche Ableitung des Zeitableitungswertes nach dem
Meßabstand berechnet. Die zweite räumliche Ableitung ent
spricht der Krümmung der Funktion ∂tI(r). Das dabei gewon
nene Meßergebnis ist im wesentlichen unabhängig von dem
Absorptionskoeffizienten µa. Soweit Gültigkeit des Ab
sorptionsgesetzes von Lambert-Beer vorausgesetzt werden
kann, läßt sich dies einfach dadurch erklären, daß die
gemäß der Gleichung (4) berechnete Sensitivität Sµa (r)
eine lineare Funktion von r ist. Die zweite Ableitung ei
ner linearen Funktion ist Null.
Bevorzugt erfolgen die Detektionsmessungen, die im Rahmen
des vorstehend erläuterten Algorithmus verwendet werden,
mit ungewöhnlich kurzen Meßabständen. Vorzugsweise betra
gen die Meßabstände der zwei bzw. drei Detektionsmessun
gen (allgemeiner gesagt sämtlicher Detektionsmessungen,
die für den Auswertealgorithmus verwendet werden) weniger
als die vierfache, besonders bevorzugt weniger als die
dreifache mittlere freie Weglänge (mean free path; MFP)
des Lichts in der biologischen Matrix. Besonders vorteil
haft ist es, wenn mindestens eine der Detektionsmessungen
mit einem Meßabstand durchgeführt wird, der kleiner als
die mittlere, freie Weglänge ist. In den obersten Schich
ten der menschlichen Haut liegt die mittlere, freie
Weglänge etwa bei 0,7 mm. Daraus ergibt sich, daß alle
Meßabstände für im Rahmen der Erfindung verwendete Mes
sungen an der Haut vorzugsweise unter 3 mm und besonders
bevorzugt unter 2 mm liegen. Diese kurzen Meßabstände er
lauben eine sehr kompakte Gestaltung des Meßkopfes. Die
Erfindung eignet sich aus diesem Grund sehr gut für die
medizinische Diagnostik, einschließlich endoskopischer
Untersuchungen, an Gewebe.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in den Figuren
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die
darin beschriebenen Besonderheiten können einzeln oder in
Kombination verwendet werden, um bevorzugte Ausgestaltun
gen der Erfindung zu schaffen. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Querschnittsdarstellung einer
Vorrichtung für die optische Analyse einer bio
logischen Matrix,
Fig. 2 einen ersten Plot eines erfindungsgemäß gemes
senen Verlaufs der Glucosekonzentration im Kör
per eines Probanden im Vergleich zu konventio
nell invasiv gewonnenen Meßergebnissen,
Fig. 3 einen Plot entsprechend Fig. 2, jedoch mit an
deren Meßabständen,
Fig. 4 einen Plot entsprechend Fig. 2, jedoch mit
nochmals anderen Meßabständen,
Fig. 5 einen Plot ähnlich Fig. 2, bei dem ein konven
tionell invasiv gemessener Verlauf der Glucose
konzentration mit den Meßergebnissen eines vor
bekannten, nichtinvasiven Verfahrens auf Basis
der Diffusionstheorie verglichen wird,
Fig. 6 eine graphische Darstellung der Abhängigkeit
der Streusensitivität Sµs von dem Meßabstand,
Fig. 7 eine dreidimensionale, graphische Darstellung
der Abhängigkeit der Relation der Streusensiti
vität Sµs zu der Absorptionssensitivität Sµa von
dem Meßabstand r und dem Abstand d zwischen den
Detektionsorten.
Die in Fig. 1 stark schematisiert dargestellte Vorrich
tung zur selektiven Bestimmung von µs in einer biologi
schen Matrix besteht im wesentlichen aus einem Meßkopf 1
und einer Signalverarbeitungs- und Auswerteeinheit 2.
Der Meßkopf 1 liegt mit der Unterseite einer Probenkon
taktplatte 3 auf einer Grenzfläche 4 der zu untersuchen
den, biologischen Matrix 5 auf, die eine Vielzahl von
Streuzentren 6 enthält. Im Inneren des Meßkopfes 1 befin
den sich Lichteinstrahlungsmittel 7, die im dargestellten
Fall durch eine Leuchtdiode 8 gebildet werden und dazu
dienen, Primärlicht (Pfeil 9) in die biologische Matrix 5
einzustrahlen. Der Einstrahlungsort 10 des Primärlichts
wird durch eine entsprechende Ausnehmung der Hautkontakt
platte 3 definiert.
Durch Pfeile 12 symbolisiertes Sekundärlicht, das an drei
ebenfalls von entsprechenden Ausnehmungen der Probenkon
taktplatte 3 definierten Detektionsorten 13, 14 und 15
austritt, wird von insgesamt mit 16 bezeichneten Detekti
onsmitteln detektiert. Die Detektionsmittel 16 schließen
bei der dargestellten Ausführungsform Lichtleitfasern 17
ein, durch die das Sekundärlicht aller drei Detektionsor
te einem gemeinsamen Fotoempfänger 18 (beispielsweise ei
ner Fotodiode, insbesondere Avalanche-Fotodiode 18, zuge
führt wird. Um die notwendige Trennung der Intensitäts
meßwerte der drei Detektionsorte zu ermöglichen, enthal
ten die Lichtleitfasern 17 nicht dargestellte, optische
Schalter.
Die Lichtwege, längs der das in die biologische Matrix 5
eingestrahlte Licht zwischen dem Einstrahlungsort 11 und
dem Detektionsort 12 bis 14 propagiert, sind in Fig. 1
symbolisch dargestellt und mit 20 bis 22 bezeichnet. In
folge der Streuung in der biologischen Matrix lassen sich
selbstverständlich keine scharf begrenzten Lichtwege an
geben. Es ist jedoch davon auszugehen, daß die meisten
der als Sekundärlicht detektierten Photonen näherungswei
se auf einem gekrümmten Lichtweg - ähnlich wie darge
stellt - propagieren, wobei die mittlere Eindringtiefe
mit der Größe des Meßabstandes r zwischen Einstrahlungs
ort 10 und Detektionsort 12 bis 14 zunimmt.
Das Ausgangssignal des Fotoempfängers wird über ein Kabel
24 einer Signalverarbeitungselektronik 25 zugeführt. Dort
wird es in üblicher Weise verstärkt, aufbereitet und di
gitalisiert, so daß an ihrem Ausgang in digitaler Form
Intensitätsmeßwerte zur Verfügung stehen, die der Inten
sität des an den Detektionsorten 13 bis 15 austretenden
Sekundärlichts entsprechen.
Insoweit ist die dargestellte Vorrichtung konventionell
und muß deshalb nicht näher erläutert werden. Sowohl die
Einstrahlungsmittel als auch die Detektionsmittel können
in Form von unmittelbar in die Probenkontaktplatte 3 in
tegrierten Lichtsendern bzw. lichtempfindlichen Elementen
oder mit Hilfe von Lichtleitfasern realisiert sein, die
das Licht von einem weiter entfernten Lichtsender zu der
Hautkontaktplatte 3 hinführen bzw. von dieser zu einem
Lichtempfänger transportieren. Die unterschiedlichen Meß
abstände können durch unterschiedliche Kombinationen von
Einstrahlungs- und Detektionsorten realisiert sein. Bei
spielsweise können die in Fig. 1 dargestellten drei Meß
abstände r1, r2 und r3 auch dadurch realisiert sein, daß
an drei unterschiedlichen Einstrahlungsorten eingestrahlt
und an einem Detektionsort gemessen wird. Weitere Einzel
heiten zur Konstruktion des Meßkopfes, zur Durchführung
der Detektionsmessungen und zur Messung der Intensitäts
meßwerte für unterschiedliche Meßabstände können dem pu
blizierten Stand der Technik entnommen werden. Dabei kann
insbesondere auf die EP 0659055 B1 verwiesen werden, in
der unterschiedliche Anordnungen und Konstruktionen der
Lichteinstrahlungsmittel und der Detektionsmittel be
schrieben sind. Der Inhalt dieser Druckschrift wird durch
Bezugnahme zum Inhalt der vorliegenden Anmeldung gemacht.
Der Meßkopf 1 und die Signalverarbeitungselektronik 25
sind jedenfalls so ausgebildet, daß von der Signalverar
beitungselektronik 25 Intensitätsmeßwerte für jeden ge
wünschten Meßzeitpunkt und für die bei dem jeweiligen
Meßkopf möglichen Meßabstände (im dargestellten Fall die
Meßabstände r1, r2 und r3) bestimmt und in digitaler Form
an die Auswerteelektronik 26 weitergeleitet werden. Dort
werden, wie weiter oben erläutert, aus jeweils mindestens
zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemessenen Intensi
tätsmeßwerten Zeitableitungswert berechnet (Gleichung 2)
und diese zur Bestimmung des Lichttransportparameters
verwendet. Diese Berechnungen erfolgen mittels eines han
delsüblichen Digitalcomputers.
Mit einer Vorrichtung, deren prinzipieller Aufbau der
Darstellungen in Fig. 1 entsprach, wurde im Rahmen der
experimentellen Erprobung der Erfindung der nachfolgend
beschriebene Versuch durchgeführt.
Einem gesunden, männlichen Probanden wurde oral ein Glu
cosetrunk verabreicht, der einen Anstieg seines Blutglu
cosewertes um 130 mg/dl (von 80 mg/dl auf 210 mg/dl) be
wirkte. Danach fiel der Glucosewert auf den Normalwert
von 80 mg/dl zurück. Auf der Haut am Bauch dieses Proban
den wurde ein Meßkopf mit einem Einstrahlungsort (kreis
punktförmig, 0,1 mm Durchmesser) und sechs Detektionsor
ten (jeweils kreissegmentförmig mit einem Öffnungswinkel
von 30°) fixiert. Die Hautkontaktplatte des Kopfes und
damit die Haut war auf eine Temperatur von 33,5°C tempe
riert. Die in dem Meßkopf möglichen Abstände zwischen dem
Einstrahlungsort und dem Detektionsort betrugen 0,8 mm,
1,2 mm, 1,6 mm, 2,0 mm, 2,4 mm und 2,8 mm. Das Primär
licht wurde mit einer Wellenlänge von 805 nm einge
strahlt. Die Auswertung der gemessenen Intensitätsmeßwer
te I(r, t) erfolgte mit folgendem Algorithmus:
Zunächst wurden gemäß Gleichung (2) für jeweils drei Meß abstände r Zeitableitungswerte ΔtI(r) berechnet. Aus den diesen Zeitableitungswerten wurde die zweite, räumliche Ableitung des Zeitableitungswertes nach dem Meßabstand berechnet gemäß:
Zunächst wurden gemäß Gleichung (2) für jeweils drei Meß abstände r Zeitableitungswerte ΔtI(r) berechnet. Aus den diesen Zeitableitungswerten wurde die zweite, räumliche Ableitung des Zeitableitungswertes nach dem Meßabstand berechnet gemäß:
Δr 2(ΔtI(r)) = ΔtI(r1) - 2ΔtI(r2) + ΔtI(r3) (5).
Diese relativ einfache Formel gilt für den bevorzugten
Sonderfall, daß sich die Meßabstände r1, r2 und r3 bei den
mindestens drei Detektionsmessungen um den jeweils glei
chen Betrag unterscheiden. Für beliebige Meßabstände r1,
r2 und r3 gilt:
Dieser Algorithmus wurde mit drei unterschiedlichen Meß
abstand-Trippeln durchgeführt, nämlich:
- a) r1 = 0,8 mm, r2 = 1,2 mm, r3 = 1,6 mm
- b) r1 = 1,2 mm, r2 = 1,6 mm, r3 = 2,0 mm
- c) r1 = 1,6 mm, r2 = 2,0 mm, r3 = 2,4 mm
Die Ergebnisse sind in den Fig. 2 bis 4 als Meßkurve
NI dargestellt, nämlich Fig. 2 für das Meßabstandstrip
pel a, Fig. 3 für das Meßabstandstrippel b und Fig. 4
für das Meßabstandstrippel c. Darin bezeichnet jeweils
die Kurve NI das Ergebnis des Auswertealgorithmus. Die
dickere Kurve I stellt eine Vergleichsmessung dar, bei
der auf konventionelle Weise die Konzentration CG der Glu
cose im Blut invasiv bestimmt wurde. Beide Kurven wurden
an einem Punkt normiert. Dies entspricht einer Eichung
des erfindungsgemäßen nichtinvasiv gemessenen Glucosever
laufes NI mittels einer einzigen, invasiven Kontrollmes
sung.
Die Ergebnisse zeigen:
- - Der Verlauf der invasiv und nichtinvasiv gemessenen Meßkurven stimmt sehr gut überein. Daraus folgt, daß der erfindungsgemäße Algorithmus, bei dem die relati ven zeitlichen Änderungen eines gemessenen Intensi tätsprofils (nicht, wie im bisherigen Stand der Tech nik, die gemessenen Intensitätsprofile selbst) als Grundlage der Auswertung herangezogen werden, auf einfache Weise eine sehr gute, nichtinvasive Kontrolle des zeitlichen Verlaufs des Blutzuckerspiegels ermöglicht.
- - Die Ergebnisse sind umso besser, je kürzer die in dem jeweiligen Algorithmus verwendeten Meßabstände sind.
Fig. 5 zeigt die Ergebnisse eines Vergleichsversuches,
bei dem die gleichen Intensitätsmeßwerte mit einem Algo
rithmus nach dem Stand der Technik ausgewertet wurden. Zu
diesem Zweck wurde das gemessene Intensitätsprofil (unter
Verwendung sämtlicher Meßabstände zwischen 0,8 mm und
2,4 mm) an ein mittels der Diffusionstheorie errechnetes
Modell gefittet. Auch in diesem Fall ist das Ergebnis der
nichtinvasiven Messung mit NI bezeichnet, wobei in einem
Punkt eine Normierung auf die ebenfalls eingetragene, kon
ventionell gemessene Meßkurve I erfolgte. Es ist festzu
stellen, daß keine akzeptable Korrelation der berechneten
Ergebnisse der nichtinvasiven Messung mit der Glucoseva
riation zu erkennen ist.
Wie dargelegt, werden erfindungsgemäß die besten Ergeb
nisse bei sehr kurzen Meßabständen erzielt. Insoweit un
terscheidet sich die Erfindung grundlegend von vorbekann
ten, auf der Diffusionstheorie basierenden Verfahren, bei
denen - wie bei den einleitend zitierten Publikationen 1.
und 2. - relativ große Meßabstände für die Auswertung
herangezogen werden. Dies wird unter anderem auch in der
Publikation:
- 1. F. Bevilacqua et al. "In vivo local determination of tissue optical properties", SPIE, Vol. 3194, 262 bis 268
bestätigt. Da das dort beschriebene Verfahren für die op
tische Biopsie zur Erkennung maligner Gewebestrukturen
eingesetzt werden soll, wird eine hohe, örtliche Auflösung
angestrebt und deshalb eine Meßsonde mit kurzen Meßab
ständen (weniger als 2 mm) verwendet. Das Verfahren er
fordert jedoch eine Absolutmessung und die Verwendung
theoretischer Vorgaben hinsichtlich des Streukoeffizien
ten (berechnet nach der Mie-Theorie). Es ist deshalb mit
dem Verfahren der vorliegenden Erfindung nicht vergleich
bar.
Um die gefundenen, experimentellen Ergebnisse besser zu
verstehen, haben die Erfinder Streusensitivitäten Sµs ge
mäß Gleichung (4) auf Basis der Diffusionstheorie berech
net. Für den Fall äquidistanter Meßabstände mit einem Ab
stand von 0,4 mm der Detektionsorte untereinander ergibt
sich die in Fig. 6 dargestellte, funktionale Abhängigkeit
der zweiten, räumlichen Ableitung der Streusensitivität
Δr 2 Sµs (Ordinate in willkürlichen Einheiten) als
Funktion des Meßabstandes (r in mm). Man sieht eine
näherungsweise exponentielle Abnahme der Streusensitivi
tät mit zunehmendem Meßabstand. Dies bestätigt, daß die
selektive Messung der Streuung am besten mit kurzen Meß
abständen gelingt.
Fig. 7 zeigt für den Fall äquidistanter Meßabstände die
zweite, räumliche Ableitung des Verhältnisses der Streu
sensitivität Sµs zu der Absorptionssensitivität Sµa als
Funktion des Meßabstandes r und des Abstandes d zwischen
den Detektionsorten in mm. Aus dieser graphischen Dar
stellung läßt sich erkennen, daß sich das Verhältnis zwi
schen Sµs und Sµa für kleine Meßabstände vergrößert. Auch
dadurch werden die experimentellen Ergebnisse bestätigt.
Claims (10)
1. Verfahren zur selektiven Bestimmung eines für die
Lichtstreuung in einer biologischen Matrix (5) cha
rakteristischen Lichttransportparameters, insbesonde
re zum Zwecke der nichtinvasiven Bestimmung der Kon
zentration von Glucose in der biologischen Matrix
(5), umfassend:
eine Mehrzahl von Detektionsmessungen, bei denen je weils Licht als Primärlicht (9) an einem Einstrah lungsort (10) in die biologische Matrix (5) einge strahlt wird, das Licht in der biologischen Matrix entlang eines Lichtwegs (20 bis 22) propagiert und ein Intensitätsmeßwert von an einem Detektionsort (12 bis 14), der sich bei der Mehrzahl von Detektionsmessun gen in unterschiedlichen Meßabständen (r1 bis r3) von dem Einstrahlungsort befindet, austretendem Sekundär licht (12) gemessen wird und
einen Auswerteschritt, bei dem der für die Licht streuung in der biologischen Matrix (5) charakteri stische Lichttransportparameter mittels eines Auswer tealgorithmus aus den bei der Mehrzahl von Detekti onsmessungen gemessenen Intensitätsmeßwerten abgelei tet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Auswertealgorithmus einen Schritt einschließt, bei dem aus mindestens zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnenen Intensitätsmeßwerten ein die zeitliche Änderung des Intensitätsmeßwertes beschrei bender Zeitableitungswert (ΔtI(r)) berechnet wird und
der Zeitableitungswert zur Bestimmung des Lichttrans portparameters verwendet wird.
eine Mehrzahl von Detektionsmessungen, bei denen je weils Licht als Primärlicht (9) an einem Einstrah lungsort (10) in die biologische Matrix (5) einge strahlt wird, das Licht in der biologischen Matrix entlang eines Lichtwegs (20 bis 22) propagiert und ein Intensitätsmeßwert von an einem Detektionsort (12 bis 14), der sich bei der Mehrzahl von Detektionsmessun gen in unterschiedlichen Meßabständen (r1 bis r3) von dem Einstrahlungsort befindet, austretendem Sekundär licht (12) gemessen wird und
einen Auswerteschritt, bei dem der für die Licht streuung in der biologischen Matrix (5) charakteri stische Lichttransportparameter mittels eines Auswer tealgorithmus aus den bei der Mehrzahl von Detekti onsmessungen gemessenen Intensitätsmeßwerten abgelei tet wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Auswertealgorithmus einen Schritt einschließt, bei dem aus mindestens zwei zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnenen Intensitätsmeßwerten ein die zeitliche Änderung des Intensitätsmeßwertes beschrei bender Zeitableitungswert (ΔtI(r)) berechnet wird und
der Zeitableitungswert zur Bestimmung des Lichttrans portparameters verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Auswertealgorithmus Schritte einschließt, bei
denen für mindestens zwei unterschiedliche Meßabstän
de zwischen Einstrahlungsort und Detektionsort ein
Zeitableitungswert und daraus die räumliche Ableitung
des Zeitableitungswertes nach dem Meßabstand berech
net wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder der mindestens zwei Meßabstände kleiner als
die vierfache, bevorzugt kleiner als die dreifache,
mittlere, freie Weglänge des Lichts in der biologi
schen Matrix ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Auswertealgorithmus Schritte einschließt, bei
denen für mindestens drei unterschiedliche Meßabstän
de zwischen Einstrahlungsort und Detektionsort ein
Zeitableitungswert und daraus die zweite räumliche
Ableitung des Zeitableitungswertes nach dem Meßab
stand berechnet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß jeder der mindestens drei Meßabstände kleiner als
die vierfache, bevorzugt kleiner als die dreifache,
mittlere, freie Weglänge des Lichts in der biologi
schen Matrix ist.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Meßabstände zwischen dem Einstrah
lungsort und dem Detektionsort bei den mindestens
drei Detektionsmessungen sich um den jeweils gleichen
Betrag unterscheiden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einer der Meß
abstände kleiner als die mittlere, freie Weglänge des
Lichts in der biologischen Matrix ist.
8. Computerprogrammprodukt, das direkt in den Speicher
eines digitalen Computers geladen werden kann und
Softwareabschnitte umfaßt, mit denen die Schritte des
Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ausge
führt werden, wenn das Produkt auf einem Computer
läuft.
9. Computergeeignetes Speichermedium mit einem Computer
programmprodukt nach Anspruch 8.
10. Vorrichtung zur optischen Analyse einer biologischen
Matrix, enthaltend ein Computerprogrammprodukt nach
Anspruch 8.
Priority Applications (5)
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- 2002-02-23 EP EP02719907A patent/EP1365681A2/de not_active Withdrawn
- 2002-02-23 US US10/471,113 patent/US7565249B2/en not_active Expired - Fee Related
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