DE10107048A1 - Betriebsverfahren und Bedienungseinrichtung für automatisierte Containerkaikrane - Google Patents
Betriebsverfahren und Bedienungseinrichtung für automatisierte ContainerkaikraneInfo
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Abstract
Betriebsverfahren für Containerkaikrane zum Be- und Entladen von Containerschiffen mittels eines PC mit Monitor in einer Kranführerkabine, wobei das Betriebsverfahren mittels eines Touchscreens durchgeführt wird und wobei das Betriebsverfahren es erlaubt, die Ziele des Krans nach Vorgaben voll- oder teilautomatisch anzufahren.
Description
Bei Containerkaikranen erscheint es noch auf Jahre hinaus un
möglich, den Kranführer durch eine Automatik zu ersetzen.
Containerkaikrane werden also heute in einem teilautomati
sierten Betrieb gefahren. Dieser teilautomatisierte Betrieb
wurde erfolgreich realisiert.
Es zeigte sich jedoch, dass die Umschlagsleistung dieser Kra
ne hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ursache ist, dass die
Mehrzahl der Kranführer Schwierigkeiten hat, die Automatik
funktionen zu bedienen. Es fehlt also bisher ein geeignetes
Mensch-Maschine-Interface, welches das Zusammenspiel zwischen
Kranführer und Automatik optimal gestaltet und ein entspre
chendes Betriebsverfahren.
Bisher befanden sich zum Zwecke der Bedienung der Automatik
mehrere Schalter, Taster und Leuchtmelder in den Konsolen des
Kranführersessels. Diese einfachen Mittel geben dem Kranfüh
rer allerdings zu wenig Informationen über den Betriebszu
stand der Automatik, über die von der Automatik als nächstes
anzufahrenden Ziele, über Stör- oder Warnmeldungen oder über
sonstige Betriebszustände der Automatik. Des weiteren bieten
diese einfachen Mittel zu wenig Eingriffsmöglichkeiten auf
die Automatik.
Auf folgende Weise löst die Erfindung das angegebene techni
sche Problem:
- a) Alle Bedien- und Anzeigelemente sind im Wesentlichen auf einem Touchscreen konzentriert. Dieser befindet sich rechts in Griffweite neben den Kranführersessel. Die bis her auf den Konsolen des Kranführsessels oft in verwir render und nicht standardisierter Weise verteilten Bedienknöpfe, Taster und Leuchtmelder entfallen.
- b) Alle wichtigen Steuerbefehle an die Automatik werden durch Antippen von Berührtastern diesem Touchscreen ein gegeben.
- c) Alle wichtigen Informationen von der Automatik werden auf diesem Touchscreen angezeigt.
- d) Zu dem Touchscreen gehört ein Rechner. Dieser bereitet die anzuzeigenden Signale in ergonomischer Form für den Kranführer auf.
- e) Derselbe Rechner berechnet insbesondere auch die Zielvor gabe für die Automatikfahrten. Unterschied zu den bishe rigen Lösungen ist, dass diese Aufgabe bisher der Kransteuerung überlassen war. Dies führte zu vielen ver schiedenen, nicht standardisierten und oft fehlerhaft ar beitenden Lösungen.
Die ergonomisch ausgebildete Bedienoberfläche des Touch
screens erlaubt dem Kranführer einerseits, die Aktionen der
Automatik optimal zu beobachten und, falls notwendig, in ein
facher und sicherer Weise einzugreifen. Andererseits erlaubt
das MMI Touchscreen auch ein Anweisen des Kranführers durch
visuelle und gegebenenfalls akustische Meldungen. Hiermit
wird das Wechselspiel zwischen automatischem und manuellem
Betrieb optimal ermöglicht.
Kranführer, die oft auf unterschiedlichen Kranen mit unter
schiedlichem Automatisierungssystem eingesetzt werden, brau
chen erfindungsgemäß vor der Arbeit mit einem automatisierten
Kran keine Bedienungsanleitung für den Automatikbetrieb mehr
durchzuarbeiten. Das Durchlesen von Bedienungsanleitungen ist
bei den Kranführern unbeliebt und unterbleibt deshalb häufig.
Der Kranführer verlässt sich auf sein Gedächtnis. Die Folge
ist, dass Fehler gemacht werden.
Wie wird erfindungsgemäß vorteilhaft vorgegangen?
Bei Arbeitsaufnahme auf dem Kran schaltet der Kranführer den
Touchscreen ein. Er bekommt dann das Bild gemäß Fig. 1 auf
dem Touchscreen zu sehen.
| weiß unterlegt | Anzeigen (Texte, Zahlen) |
| orange unterlegt | Berührtaster, Funktion nicht aktiviert |
| grün unterlegt | Berührtaster, Funktion aktiviert |
| hellblau | Zielangabe |
| grau | Kranumriss |
| rot | Endstellungen |
| lila | Schiffssilhouette |
| gelb | Meldebalken |
Der Hintergrund ist aus Gründen der Erkennbarkeit vorteilhaft
dunkelblau gehalten. Die optische Erkennbarkeit durch die ge
wählten Farben ist wichtig, da die Konzentration des Kranfüh
rers wegen seiner hohen Beanspruchung im Laufe einer Schicht
erheblich nachlässt. Blau als Hintergrund ist aus den folgen
den Gründen besonders vorteilhaft:
- - Vermeidung der Blendung des Kranführers durch die Touch screen bei Nacht
- - Hervorhebung der Anzeigefelder und Bedientaster
Zunächst muss der Kranführer die Grundeinstellungen für den
Automatikbetrieb vornehmen, dabei sind folgende Arbeits
schrift durchführbar:
Mittels eines Schalters, welcher aus Sicherheitsgründen als
einziges Bedienelement nicht auf dem Touchscreen ist, kann
der Kranführer den Automatikbetrieb ein- oder abschalten. Der
Touchscreen zeigt in der obersten Zeile der Fig. 1 durch
Grünumschlag der jeweiligen Anzeigefläche an, was mit diesem
externen Schalter angewählt wurde.
Hier hat der Kranführer 3 Möglichkeiten:
- - Wechselspiel zwischen vollautomatischer Fahrt (vor allem für die pendelungsfreie Überwindung der weiten Distanz zwischen Landseite und Wasserseite) und konventionellem Betrieb (in der Regel für das Feinpositionieren der Last über dem Ziel, vor allem auf dem Schiff).
- - Wechselspiel zwischen Automatikbetrieb (wiederum für das Überwinden der weiten Distanz) und pendelgeregeltem Hand betrieb, also Lastgeschwindigkeitsregelung (ebenfalls für das Feinpositionieren der Last).
- - Funktion "Auspendeln" (Fangen und Zielpositionieren der Last nach vorherigem, nicht-pendelgeregeltem Betrieb).
- - Vertikal/Zyklisch
Ent- oder Beladen der Container immer in der selben Reihe auf dem Schiff - - Horizontal
Lagenweises Abräumen oder Aufschichten der Container
Bei Anwahl der Zwischenstopp-Funktion werden die Container
von der Automatik nicht direkt zum jeweiligen Ziel befördert,
sondern vorher an der Zwischenstopp-Position zum Stehen ge
bracht. Diese Zwischenstopp-Position befindet sich auf der
Landseite unterhalb des Kranes. Dort wird entweder die Zoll
siegelkontrolle der Container durchgeführt und/oder die auto
matischen Twistlocks unten in die Container gesteckt oder
entfernt. Nach Verrichtung dieser Tätigkeiten transportiert
die Automatik den Container zum eigentlichen Ziel weiter.
Hier teilt der Kranführer der Automatik mit, wie viele Reihen
Container sich in der zu bearbeitenden Schiffsbay befinden.
Über die Drucktaster mit der Aufschrift "mehr" bzw. "weniger"
kann er die Anzahl der Reihen erhöhen oder reduzieren. Das
Anzeigefeld zwischen den beiden Drucktastern zeigt ihm an,
wie viele Reihen er eingestellt hat.
Hier kann der Kranführer der Automatik mitteilen, ob der Bug
des vor ihm liegenden Schiffes sich links oder rechts von ihm
befindet. Mit dieser Information zusammen mit der Information
über die Anzahl der Reihen in der Bay kann die Automatik die
Nummerierung der Containerpositionen auf dem Schiff richtig
in das Bild gemäß Fig. 2 eintragen. Näheres ergibt sich aus
den Erläuterungen zu Fig. 2.
Bei Anwahl des Trainingsbetriebes kann der Kranführer der Au
tomatiksteuerung über einen geeigneten Drucktaster vortäu
schen, dass ein Container auf dem Schiff oder auf der Land
seite abgeladen oder aufgenommen wurde. Zweck ist, ein Hin-
und Herschalten des Zieles zwischen Schiffsseite und Landsei
te auch dann zu ermöglichen, wenn kein Schiff vorhanden ist,
auf welchem Container be- oder entladen werden könnten. Diese
Funktion ist notwendig, da Kranführer vor Aufnahme des Umschlagsbetriebes
mit einer Automatik zunächst einmal ohne
Schiff trainieren müssen.
Nach Beendigung der Grundeinstellungen tippt der Kranführer
auf den Taster "Zur Seite Automatikbetrieb" rechts unten in
Fig. 1 und gelangt damit zu der eigentlichen Arbeitsseite ge
mäß Fig. 2.
Die Seite "Automatikbetrieb" hat der Kranführer während der
Arbeit auf dem Schiff permanent eingeschaltet. Ein Wechsel zu
anderen Seiten würde den Kranführer von der Arbeit ablenken
und könnte gefährliche Situationen herbeiführen. Deshalb sind
auf der Seite "Automatikbetrieb" alle relevanten Informatio
nen und Bedienelemente in ergonomischer Form enthalten.
Das Bild ist im wesentlichen in drei Teile unterteilt.
In der oberen Bildhälfte (oberhalb des in gelb eingefärbten
Meldebalkens) befindet sich die Wasserseite (Schiffsseite)
des Kranes.
Im rechten Teil der unteren Hälfte ist die Landseite des Kra
nes dargestellt.
Im linken Teil der unteren Hälfte sind diejenigen Betriebsda
ten dargestellt, welche die Kranführer permanent kontrollie
ren können müssen.
In grauer Farbe ist das Krangestell sowie in der rechten un
teren Ecke die Kaikante dargestellt.
Die weißen Dreiecke im Krangestell stellen Pfeilspitzen dar.
Sie färben sich bei Bewegung der Krankatze in der jeweiligen
Richtung grün. Gleiches gilt für die Pfeilspitzen im vertika
len Kranbein bei Bewegung der Last in Richtung Heben oder
Senken.
Die weißen kleinen Rechtecke vor den Pfeilspitzen färben sich
rot, wenn die Katze bzw. das Hubwerk die jeweiligen Endschal
ter erreicht.
Unter dem wasserseitigen Kranausleger ist in lila Farbe der
Querschnitt des Schiffes stilisiert. Oberhalb des Schiffes
sind die Containerstellplätze auf oder im Schiff durch recht
eckige Felder mit darin befindlichen Nummern dargestellt. Die
Rechtecke stehen also für Containeraufnahmeschächte unter
Deck oder für die oberste Ebene der auf Deck geladenen Con
tainer. Auf eine Darstellung der darunter liegenden Container
wurde bewusst verzichtet, da sie für die Bearbeitung durch
den Kranführer keine Rolle spielen. Die Darstellung überflüs
siger Informationen würde die Kranführer verwirren und da
durch die Sicherheit des Betriebes beeinträchtigen.
Die Anzahl der Rechtecke entspricht der Anzahl der Reihen in
der Bay, welche der Kranführer bei den Grundeinstellungen in
Fig. 1 bei "Anzahl Reihen in der Bay" vorgenommen hat.
In der Mitte der Rechtecke befindet sich ein weiß unterlegtes
Anzeigefeld. Dieses zeigt die Nummer der Reihe gemäß der in
ternationalen Normung. Reihen auf der Steuerbordseite des
Schiffes sind von der Schiffsmitte zur Außenseite mit auf
steigenden ungeraden Nummern versehen. Die Reihen auf der
Backbordseite des Schiffes sind von der Mitte des Schiffes zu
der Außenseite hin mit aufsteigenden geradzahligen Nummern
nummeriert. Verfügt das Schiff über eine ungeradzahlige An
zahl von Reihen, so trägt die mittlere Reihe die Zahl 0. Ist
die Anzahl der Reihen in der jeweiligen Schiffsbay jedoch ge
radzahlig, so entfällt die Reihe 0. Der dem Touchscreen zuge
ordnete Rechner trägt die Nummern in die Anzeigefelder in den
Rechtecken ein, und zwar entsprechend der Anzahl Reihen in
der Bay und dem Umstand, ob der Bug des Schiffes rechts
liegt, also die Steuerbordseite an der Kaikante liegt, oder
umgekehrt. Hierdurch hat der Kranführer die direkte Zuordnung
zwischen seinen Ladeplänen und der Darstellung auf der Touch
screen.
Die Containerrechtecke zeigen dem Kranführer darüber hinaus,
welches Ziel die Automatik als nächstes anfahren wird. Der
Rand um das Nummernfeld im Inneren der Rechtecke erfährt dann
einen Farbumschlag von grau nach hellblau, wenn die Automatik
diese Reihe als nächstes Ziel für die nächste Automatikfahrt
Richtung Schiffsseite bestimmt hat. Das Innere des Reihennum
mern-Anzeigenfeldes kann sich ebenfalls hellblau färben.
Durch diesen Farbumschlag wird das zuletzt von der Automatik
angefahrene Ziel gekennzeichnet. Hierdurch hat der Kranführer
die Orientierung zwischen dem vorherigen Ziel und dem nächs
ten Ziel der Automatikfahrten.
Der dem Touchscreen zugeordnete Rechner errechnet das nächste
Ziel abhängig davon, ob horizontaler oder vertikaler Um
schlagsbetrieb angewählt ist oder ob Entladebetrieb des
Schiffes oder Beladebetrieb des Schiffes vorliegt. Bei Verti
kalbetrieb wird dies wieder das gleiche Ziel sein wie das zu
letzt Angefahrene. Bei Horizontal Entladen liegt es eine Rei
he weiter Richtung Landseite als das vorhergehende Ziel. Bei
Horizontal Beladen ist das nächste Ziel eine Reihe weiter
Richtung Wasserseite gegenüber dem letzten Ziel.
Wenn der Kranführer das Ziel ändern will, so hat er dafür die
Berührtaste mit der Aufschrift "+" bzw. "-". Bei Betätigen
des "+"-Tasters springt das Ziel um eine Reihe weiter Rich
tung Wasserseite. Bei Betätigung des "-"-Tasters eine Reihe
weiter Richtung Landseite. Durch mehrmaliges Drücken der Tas
te kann das Ziel auch um mehrere Reihen verschoben werden.
Die hellblaue Umrandung des Nummernfeldes springt dabei auf
das neu angewählte Ziel. Hierdurch hat der Kranführer die
vollständige Kontrolle, wohin er das Ziel gestellt hat (siehe
Fig. 3).
In der rechten oberen Ecke befindet sich der Berührtaster
"Vorhalt LS" (Vorhalt Landseite).
Bei horizontalem Umschlagsbetrieb wünschen die Kranführer
sehr häufig, dass die Automatik die Last nicht direkt in die
Zielposition genau über der anzufahrenden Containerreihe be
fördert, sondern ca. einen halben Meter zu weit landseitig
zum Stehen bringt. (Mit Stehen ist gemeint, ruhig über dem
Ziel hängen, also pendelungsfrei.) Dies ermöglich es dem
Kranführer, die Last dann in bequemer Weise an den Nachbar
container weich anzulehnen und zwar in manuellem Betrieb.
Würde die Automatik die Last direkt über das Ziel fahren, so
müsste der Kranführer häufig erst die Last wieder manuell ein
kleines Stück Richtung Landseite zurückziehen, dann Senken
und dann wieder manuell Richtung Wasserseite an den Nachbar
container anlehnen. Dies ist erforderlich, weil die Last in
aller Regel eine mehr oder weniger starke Skew-Schwingung
aufweist (Rotationsschwingung um die vertikale Achse), so
dass beim Senken der Last die Gefahr besteht, dass eine der
Ecken auf dem Nachbarcontainer aufstößt. (Aktivierung der
Funktion siehe Fig. 4).
Für den umgekehrten Fall, also das Anlehnen von Containern an
den Nachbarcontainer von der Wasserseite her, gibt es links
oben im Bild noch den Berührtaster "Vorhalt WS" (Vorhalt Was
serseite).
Bei horizontalem Umschlagsbetrieb kommt es regelmäßig vor,
dass der Be- bzw. Entladevorgang am landseitigen oder wasser
seitigen Rand des Schiffes fortgesetzt werden soll. Deshalb
erscheinen auf dem Bild gemäß Fig. 2 bei Anwahl des horizon
talen Umschlagsbetriebes bei den Grundeinstellungen gemäß
Fig. 1 die beiden zusätzlichen Berührtaster "Nach LS" (nach
Landseite) und "Nach WS" (nach Wasserseite). Damit kann der
Kranführer einen Zielsprung auf entweder die am meisten land
seitig gelegene Containerreihe oder die am weitesten wasser
seitig gelegene Containerreihe einleiten.
In der Mitte oberhalb der Containerrechtecke befindet sich
der große Berührtaster "Eingabe Zielhöhe Schiff". Dieser hat
zwei Teach-Funktionen.
Zu Beginn des Arbeitsprozesses fährt der Kranführer die Last
über dem Schiff auf die gewünschte Höhe und drückt diesen Be
rührtaster. Diese Höhe wird dann für die zukünftigen Automa
tikfahrten als Zielhöhe genommen. Sie ist bei allen weiteren
Fahrten durch erneutes Drücken dieses Tasters neu festlegbar.
Nach der Eingabe der Zielhöhe wechselt der Text auf dem Be
rührtaster nach "Eingabe aktuelle Containerreihe". Dieser
Vorgang erfolgt nur bei der ersten Fahrt auf das Schiff. Die
Automatik berechnet dabei zwar aufgrund der geometrischen Da
ten die wahrscheinliche Reihe, welche der aktuellen Position
entspricht und zeigt dies durch Farbumschlag des jeweiligen
Rechtecks auf gelb an. Falls die Automatik diese zuerst ange
fahrene Reihe jedoch falsch berechnet hat, kann der Kranfüh
rer dies durch Drücken der "+"- oder "-"-Taste korrigieren
und das Ergebnis durch Drücken des Berührtasters bestätigen
(siehe Fig. 5). Für alle folgenden Fahrten trägt der Berühr
taster wieder den Text "Eingabe Zielhöhe Schiff". Somit kann
der Kranführer die Zielhöhe über dem Schiff bei jeder Fahrt
korrigieren, falls gewünscht.
Dieser Berührtaster, im Bild gemäß Fig. 2 grün mit Text "Ent
riegelt" dargestellt, wird nur sichtbar, wenn in Fig. 1
"Trainingsbetrieb" angewählt wurde. Diese Funktion täuscht
der Automatik das Anhängen und das wieder Abhängen eines Con
tainers, also das Verriegeln und Entriegeln vor. Hierauf
schaltet die Automatik die Ziele zwischen Land- und Wasser
seite um. Üblicherweise wird "Entriegelt" durch Farbumschlag
auf grün dargestellt, während der Zustand Verriegelt durch
Farbumschlag auf rot dargestellt wird. Der Berührtaster nimmt
also entweder grüne oder rote Farbe an. Durch Berühren wech
selt also der Zustand von Verriegelt auf Entriegelt und umge
kehrt (siehe Fig. 6).
Die Landseite des Kranes ist im Bild gemäß Fig. 2 im rechten
unteren Viertel des Bildes dargestellt. In grauer Farbe ist
wiederum das Krangestell stilisiert sowie der Kai. In der
Fläche des Kais findet sich der Berührtaster zum Umschalten
auf die Seite "Grundeinstellungen" (gemäß Fig. 1). Weiterhin
finden sich in den Teilen des Krangestelles die Dreieckspfei
le und Endschalterbalken für die Katz- und Hubwerksbewegung
sowie das Erreichen der Endschalter, wie bereits unter 2.1.2
und 2.1.3 beschrieben. Rechts oben auf dem landseitigen Kran
ausleger ist die Position der Katze durch ein rotes Rechteck
markiert. Dieses Rechteck wandert mit der Bewegung der Katze
über den Kranausleger und springt bei Erreichen der Wasser
seite des Kranes auf den Kranausleger im oberen Bildteil
über. Bei Rückfahrt auf die Landseite springt das rote Recht
eck zurück auf den landseitigen Auslegerteil.
Auf die Darstellung der an der Katze hängenden Last wird be
wusst verzichtet, da der Kranführer diese Information besser
durch den Blick aus dem Fenster der Krankabine erhält.
In der Mitte zwischen den Kranbeinen findet sich der Berühr
taster "Parkp." (Parkposition). Beim Antippen dieses Tasters
erhält die Automatik die Parkposition der Krankatze als Ziel
für die nächste Automatikfahrt.
Rechts unten im Bild befindet sich wieder ein Containersym
bol, gekennzeichnet mit der Schrift "VC-Pos." (Van Carrier-
Position). Ein Farbumschlag der grauen Innenfläche auf hell
blau deutet an, dass die Automatik als nächstes Ziel für die
nächste Automatikfahrt dieses landseitige Ziel bestimmt hat.
Sollte im Bild "Grundeinstellungen" (gemäß Fig. 1) die Funk
tion "Zwischenstopp" aktiviert worden sein, so wird die Auto
matik bei der Fahrt von der Schiffsseite Richtung Landseite
an der sogenannten Laschposition einen Zwischenstopp einle
gen, bevor sie weiter zum eigentlichen Ziel "Van Carrier-
Position" fährt.
In dem linken unteren Viertel des Bildes (Fig. 2) werden die
jenigen Betriebsdaten angezeigt, welche der Kranführer perma
nent parat haben muss:
- - Lastgewichte in t Hubwerk 1 (HW1), Hubwerk 2 (HW2) und Summe Lastgewichte Hubwerk 1 + 2
- - Hubhöhen - Istwerte Hubwerk 1 und 2
- - Windstärke
- - Position des Spreaders (in Katzrichtung, also Horizontal komponente) und der Katze selbst
- - Automatikbetrieb eingeschaltet oder nicht, falls einge schaltet, jeweiliger Ablaufschritt der Automatiksteuerung
- - Aktive Art des Containerumschlags (Vertikal oder Horizon
tal, mit oder ohne Zwischenstop, Laden oder Entladen)
Hinweis: Ob Laden oder Entladen gefahren wird, bestimmt die Automatik selbst. Falls der erste Container nach Ar beitsbeginn auf dem Schiff ergriffen wird, herrscht Entla debetrieb vor, falls er auf der Landseite ergriffen wird, wird Ladebetrieb gefahren. - - Koordinaten des nächsten, von der Automatik angewählten Zieles
Der horizontale Meldebalken in der Bildmitte informiert den
Kranführer über alle Zustände der Kranautomatik:
Bei Ausstattung des zum Touchscreen gehörigen Rechners mit
einer Soundkarte werden die optischen Signale durch Ansagen
von Texten ergänzt.
Weitere, auch erfinderische, Einzelheiten ergeben sich aus
den Ansprüchen und aus den Zeichnungen.
Der Inhalt der Zeichnungen ist für den Fachmann (Kranführer,
Kranprojekteur) selbsterklärend.
Claims (18)
1. Betriebsverfahren für Containerkaikrane zum Be- und Entla
den von Containerschiffen mittels eines PC mit Monitor in ei
ner Kranführerkabine, dadurch gekennzeich
net, dass das Betriebsverfahren mittels eines Touch
screens und eines Rechners durchgeführt wird, wobei das Be
triebsverfahren es erlaubt, die Ziele des Krans nach Vorgaben
an den Rechner voll- oder teilautomatisch anzufahren.
2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, dass ausgewählte Zielvorgaben ein
stellbar sind.
3. Betriebsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass von der Automatik vorgegebe
ne Zielvorgaben am Touchscreen nachvollziehbar vom Kran ange
fahren werden.
4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, da
durch gekennzeichnet, dass mehrere Betriebs
arten, z. B. zur vollautomatischen Fahrt und zur Feinpositio
nierung vorhanden sind, wobei zwischen den Betriebsarten um
geschaltet werden kann.
5. Betriebsverfahren nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass verschiedene Umschlagsarten für die Container einge
stellt werden können.
6. Betriebsverfahren nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Betriebsart Trainingsbetrieb eingestellt werden
kann.
7. Betriebsverfahren nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Betriebsart Vorhalten eingestellt werden kann.
8. Betriebsverfahren nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass Lernfunktionen eingestellt werden können.
9. Betriebsverfahren nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die von Kranführern auszuführende Aktionen angezeigt
werden.
10. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen, insbesondere zur
Durchführung des Betriebsverfahrens nach einem oder mehreren
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn
zeichnet, dass das Touchscreen eine dunkle Hinter
grundfarbe, insbesondere dunkelblau, und Touchfelder in Sig
nalfarben aufweist.
11. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass das Touchscreen
symbolisch dargestellte Schiffs- und Kraneinzelheiten ent
hält.
12. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen, dadurch
gekennzeichnet, dass über Farbwechsel aktuelle
Zieleinstellungen, Containerpositionen und Systemzustände
dargestellt werden.
13. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen nach den Ansprüchen
10, 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,
dass neben den Touchfeldern und den symbolisch dargestellten
Einzelheiten des Schiffes und des Krans Felder zur Angabe von
Hinweisen in Textform und Zahlen vorhanden sind.
14. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen nach einem oder meh
reren der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekenn
zeichnet, dass er zumindest einen beschrifteten, ins
besondere quer über den Touchscreen verlaufenden auffälligen
Hinweisbalken mit Angabe des jeweiligen Betriebszustandes
oder Betriebshinweisen aufweist.
15. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass der Hinweisbal
ken vor Einleitung eines Arbeitsschrittes auch Arbeitsanwei
sungen an den Kranführer ausgibt.
16. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen nach Anspruch 14 o
der 15, dadurch gekennzeichnet, dass der
Hinweisbalken auch Mitteilungen für den Kranführer wie Anga
ben über den nächsten notwendigen Arbeitsschritt ausgibt und
insbesondere je nach Art des ausgegebenen Inhalts seine Farbe
wechselt.
17. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen nach einem oder meh
reren der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekenn
zeichnet, dass er durch eine Berührung oder durch den
Mauspfeil einer PC-Maus bedienbar ist.
18. Containerkran-Bedienungs-Touchscreen nach einem oder meh
reren der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekenn
zeichnet, dass sein Programm objektorientiert program
miert und objektorientiert änderbar ist, insbesondere mittels
des Programms Win CC der Siemens AG.
Priority Applications (11)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10107048A DE10107048A1 (de) | 2001-02-13 | 2001-02-13 | Betriebsverfahren und Bedienungseinrichtung für automatisierte Containerkaikrane |
| DE20121503U DE20121503U1 (de) | 2001-02-13 | 2001-02-13 | Bedienungseinrichtung für automatisierte Containerkaikrane |
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