Die Erfindung betrifft eine Stiftleiste gemäß dem Oberbe
griff des Anspruchs 1, insbesondere eine Stiftleiste, mit
mehreren nebeneinander in einer Reihe angeordneten elektri
schen Kontaktstiften. Solche Stiftleisten sind aus dem Ge
brauchsmuster DE 94 10 919 U1 oder der DE 199 28 565 A1 be
kannt.
Bei diesen Stiftleisten sind die einzelnen Stifte in einer
Reihe mit einem bestimmten festen Stiftabstand zueinander in
einer Kunststoffleiste angeordnet. Die Stifte stehen jeweils
zu beiden Seiten der Kunststoffleiste vor, wobei die eine
Seite der Stifte beispielsweise in entsprechende Löcher in
einer Leiterplatte eingesteckt und dort mit Lötbahnen verlö
tet wird. Die andere Stiftseite kann als Verbindungs- oder
Anschlussseite für eine entsprechende Buchsenleiste dienen.
Diese bekannten Stiftleisten haben den Nachteil, dass eine
Variation des Abstandes der zu verbindenden Teile nicht oder
nur im beschränkten Rahmen möglich ist. Darüber hinaus ist
aus der DE 37 36 025 A1 ein Vielfach-Steckverbinder zum Ver
binden von zwei Leiterplatten bekannt. Der Steckverbinder
weist zwei mit der jeweiligen Leiterplatte verlötete Buch
senleisten auf, die über eine zweiseitige Stiftleiste ver
bunden sind. Eine Variation des Abstandes zwischen den zwei
Leiterplatten ist dabei auch nicht möglich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Stift
leiste der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubil
den, dass sie eine Relativbewegung zwischen zwei Bauteilen
zulässt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das
Isolationselement als Formkörper ausgebildet ist und die
Kontaktstifte in Anreihrichtung senkrecht auf mindestens ei
nem freien Schenkel des Formkörpers angeordnet sind. Vor
zugsweise weist der Formkörper eine U- oder V-Form auf. We
sentlich bei der Ausbildung des Formkörpers ist, dass er
mindestens einen freien Schenkel aufweist, auf dem die Kon
taktstifte federnd in einer Reihe angeordnet werden können.
Die erfindungsgemäße Stiftleiste hat damit den wesentlichen
Vorteil, dass aufgrund des Isolationselementes der Abstand
zwischen z. B. zwei Leiterplatten in gewissen Grenzen vari
iert werden kann, da die am freien Schenkel des U-förmigen
Körpers angeordneten Kontaktstifte federnd auf dem Schenkel
gehalten sind. Dadurch ist es möglich, beispielsweise eine
Leiterplatte schwingungsgedämpft in einem Gehäuse anzuordnen
und über die erfindungsgemäße Stiftleiste mit einer An
schlussseite eines fest angeordneten Bauteils, beispielswei
se einer weiteren Leiterplatte, zu verbinden.
Bei einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform sind
auf jedem freien Schenkel des U-förmigen Körpers mehrere in
einer Reihe angeordnete elektrische Kontaktstifte vorgese
hen, welche Einpresszonen aufweisen. Die zweiseitige Stift
leiste ermöglicht dadurch, dass auf jedem freien Schenkel
jeweils eine Reihe Kontaktstifte vorgesehen ist, die im we
sentlichen senkrecht von der Oberfläche abstehen, besonders
vorteilhaft zwei Leiterplatten miteinander zu positionieren.
Dabei wird die Position der Leiterplatten zueinander über
einen Kraft-Weg abhängigen Einpressvorgang der Stiftleiste
mit relativ hoher Genauigkeit festgelegt. Über die Kontakt
stifte mit den Einpresszonen und dem U-förmigen Körper wird
eine Federwirkung erzielt, indem jede der beiden Kontakt
stiftreihen über die freien Schenkel des U-förmigen Körpers
federnd angeordnet sind. Die Federwirkung der Kontaktstif
treihen kann nach Maßgabe der geometrischen Form, wie der
Kontaktstiftlänge, der Kontaktstiftstärke und dem Werkstoff
der Kontaktstifte, und der Schenkellänge des U-förmigen Kör
pers sowie dem Werkstoff und der Stärke der Kunststoffum
spritzung variabel an die Abstandsänderungen der zu verbin
denden Bauteile anpassbar ausgebildet werden. Die Kunst
stoffumspritzung hat die Aufgabe, die Kontaktstifte zu einer
Stiftleiste zu verbinden und elektrisch voneinander zu iso
lieren, sowie die Federwirkung der Stiftleiste ggf. zu dämp
fen. Bevorzugt sind die Kontaktstifte als gebogene Bauteile
so ausgebildet, dass auf den freien Schenkeln gegenüberlie
gende Kontaktstifte in einer elektrischen Verbindung mitein
ander sind. Gegenüberliegende Kontaktstifte, mit ihren an
jedem senkrecht von den freien Schenkeln abstehenden Enden
vorgesehenen Einpresszonen, sind einstückig als Biegeteil
ausgebildet. Die Kontaktstifte sind dabei so gebogen, dass
die geometrische Form der Verbindungsteile der U-Form des
Körpers folgt, wobei der Verbindungsteil ganz oder nur teil
weise innerhalb der Kunststoffumspritzung verläuft.
Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und
wird im folgenden näher beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 eine Stiftleiste mit U-förmigem Körper nach der
Erfindung;
Fig. 2 die Verbindung zweier Leiterplatten mit erfin
dungsgemäßen Stiftleisten.
Fig. 3 die Verbindung zweier Leiterplatten mit erfin
dungsgemäßen Stiftleisten in einer Winkellage.
Die Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung einer
Stiftleiste 1, bei der mehrere Stifte 2 nebeneinander in ei
ner Reihe angeordnet sind. Jeder Kontaktstift 2, 2' weist an
mindestens einem Ende eine Einpresszone 3 auf. Die gebogenen
Kontaktstifte 2, 2' sind in einem U-förmig ausgebildeten
Kunststoffkörper 4 angeordnet, wobei der Kunststoffkörper 4
jeden Kontaktstift 2, 2' der Kontaktstiftreihe mindestens an
dessen der Einpresszonen 3 zugeordnetem Ende 8 umschließt
und damit in seiner vorgegebenen Lage hält. Jeder Stift 2,
2' ist innerhalb des U-förmigen Körpers 4 abgewinkelt ausge
bildet und verbindet die eine Reihe der Kontaktstifte 2 mit
der anderen Reihe der Kontaktstifte 2' über ein jedem Kon
taktstift zugeordnetes Verbindungsteil 9. Bevorzugt weist je
der Kontaktstift 2, 2' jeweils ein vollständig oder teilweise
innerhalb der Kunststoffumspritzung verlaufendes Verbin
dungsteil 9 auf, das einstückig mit jedem Kontaktstift 2,
2' verbunden ist, so dass jeder Kontaktstift der U-förmigen
Ausbildung des Körpers 4 im wesentlichen mit seiner geome
trischen Form folgt.
Die Kontaktstiftreihe mit den Kontaktstiften 2, 2' ist so in
dem U-förmigen Körper angeordnet, dass die Kontaktstifte 2,
2' mit den Einpresszonen von den freien Schenkeln 5 und 6
des U-förmigen Körpers im wesentlichen senkrecht abstehen.
Der die freien Schenkel 5 und 6 verbindende Steg 7 kann in
seiner Stärke gegenüber den Schenkeln 5 und 6 unterschied
lich ausgebildet sein und, wie in Fig. 1 dargestellt, die
Verbindungsteile 9 umgeben. Selbstverständlich können die
Verbindungsteile 9' auch innerhalb der freien Schenkel 5, 6
verlaufen.
Aufgrund der von den freien Schenkeln 5 und 6 abstehenden
Kontaktstifte mit den Einpresszonen 3 wird eine Federwirkung
der Stiftleiste erzielt, so dass der Abstand zwischen den
freien Schenkeln 5 und 6 in gewissen Grenzen variiert werden
kann. Die Federwirkung lässt sich durch die Wahl des Werk
stoffs, der Werkstoffstärke, der Schenkellänge, der Kontakt
stifte 2, 2' sowie dem Werkstoff und der Werkstoffstärke des
U-förmigen Körpers in gewissen Grenzen variieren.
Die Ausbildung des abgewinkelten Formkörpers 4 kann selbst
verständlich auch V-förmig sein oder eine andere Form auf
weisen, die vorzugsweise zwei freie Schenkel aufweist.
In Fig. 2 ist die Verbindung zweier Leiterplatten 10 und 11
mit der zuvor beschriebenen Stiftleiste dargestellt. Die
zweiseitige Stiftleiste wird bevorzugt bei einem Sensorsystem
für Kraftfahrzeuge verwendet. Zum Einpressen der Kontakt
stifte in die Öffnungen der Leiterplatten wird ein Hilfs
werkzeug zwischen die beiden freien Schenkel 5 und 6 ge
drückt, wodurch die Einpresskraft aufgenommen werden kann.
Bevorzugt sind auf der einen Leiterplatte 10 Sensoren, wie
Drehratensensoren, Beschleunigungssensoren u. dgl. für ein
Kraftfahrzeug angeordnet, während auf der anderen Leiter
platte 11 Signalverarbeitungselemente bzw. -Schaltungen und
die Stromversorgung vorgesehen sind. Die Federwirkung der
Stiftleiste ermöglicht die Leiterplatte 10 mit den Sensoren
schwingungsgedämpft in einem Gehäuse anzuordnen und die Lei
terplatte 11 z. B. in einem Festlager zu fixieren. Dabei wird
über die Weg-Kraft abhängige Positionierung mittels der Ein
presstechnik eine relativ genaue - nämlich im wesentlichen
parallele - Lage 12 der Leiterplatten 10, 11 erreicht, die
insbesondere bei der Anordnung von Drehratensensoren wesent
lich für eine Fahrdynamikregelung ist.
Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel nach Fig. 3, sind
die Leiterplatten 10, 11 über unterschiedliche Kontakt
stiftlängen 23, 24 der jeweiligen Stiftleisten 20, 21 in ei
ner vorgegebenen Winkellage 22 zueinander positioniert. Die
in Anreihrichtung senkrecht auf mindestens einem freien
Schenkel 5, 6 bzw. 5', 6' des Formkörpers 4 angeordneten
Kontaktstifte weisen dabei eine gleiche freie Länge 25 auf.
Die unter einem Winkel 22 zueinander positionierten Leiter
platten 10, 11 ermöglichen zusätzliche Einbaulagen des Fahr
dynamikreglers (Elektronik und Hydraulik) in einem Fahrzeug,
bei paralleler Ausrichtung der die Sensoren enthaltenen Lei
terplatte 10. Die Winkellage 22 kann dabei auch auf einen
weiteren Raumwinkel angewendet werden, indem beide Stiftlei
sten in ihren Längsseiten ansteigen. Die Kontaktstiftlänge
25 der senkrecht auf den Schenkeln des Formkörpers 4 ange
ordneten Kontaktstifte kann nach einem weiteren Ausführungs
beispiel unterschiedlich, z. B. in der Anreihrichtung auf
steigend ausgebildet sein. Damit wird ein Neigungswinkel um
eine weitere Raumachse ausgebildet, in dem die Leiterplatten
10, 11 zueinander angeordnet werden können.