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Die Erfindung betrifft eine Rollenrotationsdruckmaschine mit mindestens einer Druckeinheit mit zwei Doppeldruckwerken gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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DE 195 34 651 A1 zeigt ein Druckwerk für eine Rotationsdruckmaschine für indirekten Druck. Es sind vier Druckwerkzylinder übereinander angeordnet, deren Zapfenlagerungen in Backen klemmbar sind, die mittels Schlitten auf Seitenwänden verfahrbar gelagert sind. Die Zylinder sind stirnseitig durch eine Öffnung der Seitenwand zugänglich, nachdem die Backen weggefahren wurden. Die Zylinder sind sodann mit Hülsen unterschiedlichen Außendurchmessers bestückbar. Diese Konstruktion weist einen relativ komplizierten Aufbau auf.
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Gemäß der
DE 198 05 898 A1 sind Druckwerkzylinder in Schlitten gelagert, die an Säulen verschiebbar sind. Dabei sind jeweils zwei Zylinder so positionierbar, dass sie im direkten Tiefdruck zusammenarbeiten. Zur Erzielung einer hohen Stabilität sind die Säulen kräftig zu dimensionieren.
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Aus
DE 698 15 115 T2 ist eine Druckpresse mit zwei Plattenzylindern und zwei Gummizylindern bekannt, wobei die Gummizylinder linear einstellbar sind, so dass die Gummizylinder voneinander trennbar sind und der Abstand zwischen ihnen variierbar ist, um die Verwendung von Gummihüllen unterschiedlicher Stärken zuzulassen.
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US 3 986 454 A offenbart eine Rotationsdruckmaschine mit feststehenden Seitenteilen zur drehbaren Lagerung eines Paares von Druckzylindern mit festem Abstand zueinander und einem Paar Gegendruck- oder Gummizylindern, die zwischen einer angestellten und einer abgestellten Position bewegbar sind.
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Der Prospekt „Dicoweb” von MAN Roland Druckmaschinen AG, Augsburg, 2000, zeigt Druckeinheiten einer Rollenrotationsdruckmaschine, bei denen Druckwerkzylinder eines Doppeldruckwerks für Gummi-Gummi-Offsetdruck beidseitig in Schlitten gelagert sind. Die Schlitten sind auf Führungen verschiebbar, die an gegenüberliegenden Wandungen jeweils einer Öffnung von Seitenwänden befestigt sind. Diese Dicoweb-Technologie ist auch in dem Artikel ”Erste digitale Offsetmaschine mit geschlossenem Workflow” von Frank Lohmann, Deutscher Drucker Nr. 18, Seite IV, 11.05.2000, beschrieben.
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Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Rotationsdruckmaschine für direkten Druck zu schaffen, die die Druckwerkzylinder platzsparend anordnet.
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Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst. Dank der Anordnung zweier Formzylinder an einem oder zwei Druckzylindern wird auf platzsparende Weise eine kompakte Druckeinheit mit mehreren Druckstellen geschaffen.
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Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen in Verbindung mit der Beschreibung. Dank der Lagerung der Druckwerkzylinder auf den Wandungen der Öffnungen der Seitenwände erfolgt eine direkte, senkrechte Einleitung der Stützkräfte für die Druckwerkzylinder in die Seitenwände in deren Längsrichtung. Die Abstützung ist daher sehr steif und schwingungsarm, was eine Voraussetzung für eine gute Druckqualität ist. Es können große Kräfte aufgebracht werden. Die Vorrichtung ist konstruktiv einfach und dadurch kostengünstig erstellbar. So sind beispielsweise die Führungselemente mit handelsüblichen Geradführungen realisierbar. Es ist mit ein und derselben Druckmaschine wahlweise im Tiefdruck- oder Flexodruckverfahren druckbar, wobei die Maschine einfach von dem einen auf das andere Verfahren umstellbar ist. Auch können beide Druckverfahren gleichzeitig zur Anwendung kommen. Der Druckmaschinenhersteller kann die Maschinen für beide Verfahren gleichartig aus gleichen Bauteilen erstellen, was eine kostengünstige Fertigung ermöglicht. Auch sind die Druckmaschinen im Format variabel ausführbar, d. h., sie können einfach auf andere Formate, also andere Durchmesser der Formzylinder und Abschnittlängen, umgerüstet werden. Weiterhin ist die Druckmaschine schnell auf verschiedene Produktionsvarianten umstellbar.
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Die Erfindung soll nachfolgend an einigen Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. In den Zeichnungen zeigt schematisch:
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1: eine Druckeinheit mit zwei Doppeldruckwerken in der Seitenansicht
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2: den Schnitt II-II nach 1
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3: die Ansicht III nach 1
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4: die Druckeinheit gemäß 1, jedoch bestückt mit hülsenförmigen Druckformen kleineren Außendurchmessers
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5: eine weitere Ausführungsvariante zu 1 bzw. 4
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6 und 7: eine Druckmaschine mit einer Druckeinheit mit nur einem Doppeldruckwerk mit zwei Produktionsvarianten
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8: eine Druckmaschine mit zwei Druckeinheiten mit jeweils zwei Doppeldruckwerken.
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1 zeigt eine Druckeinheit einer Rollenrotationsdruckmaschine mit zwei Doppeldruckwerken 1, 2. Das Doppeldruckwerk 1 enthält zwei Formzylinder 3, 4, zwischen denen ein Druckzylinder 5 angeordnet ist. Das Doppeldruckwerk 2 enthält zwei Formzylinder 6, 7 zwischen denen ein Druckzylinder 8 angeordnet ist. Alle Formzylinder 3, 4, 6, 7 und Druckzylinder 5, 8 sind beidseitig in jeweils einer Seitenwand 9, 10 gelagert. Jede Seitenwand 9, 10 hat eine Öffnung 11, die von gegenüberliegenden Wandungen 12, 13 begrenzt ist. Die Öffnungen 11 können beispielsweise auch als offener Schlitz ausgeführt sein. An den Wandungen 12, 13 sind geradlinige Führungselemente 14, 15 angeordnet.
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Die Formzylinder
4,
6 sind beidseitig in Schlitten
16 bis
19 gelagert, die auf den Führungselementen
15,
14 verfahrbar sind. Die Druckzylinder
5,
8 sind in Schlitten
20 bis
23 gelagert, die ebenfalls auf den Führungselementen
14,
15 verfahrbar gelagert sind (
2). Zur Schaffung einer formschlüssigen Schlittenführung weisen die Führungselemente
14,
15 einen T-förmigen Querschnitt auf, dessen Querhaupt in eine entsprechend ausgebildete hinterschnittene Nut
24 an jedem Schlitten
16 bis
23 eingreift. Zwecks Verfahrbarkeit besitzt jeder Schlitten
16 bis
23 eine Gewindemutter, die mit einer antreibbaren, in der jeweiligen Seitenwand
9,
10 gelagerten Gewindespindel zusammenarbeitet. Diese Elemente sind in der vorliegenden Anmeldung nicht dargestellt. Sie sind in der Anmeldung
DE 100 08 225.4 beschrieben, weshalb diese als zur vorliegenden Anmeldung zugehörig anzusehen ist.
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Der oberste und unterste Formzylinder 3, 7 sind nicht auf Führungselementen verfahrbar. Sie sind an der Antriebsseite A in jeweils einem Lagerbock 25, 26 gelagert, die an der Seitenwand 10 angeschraubt sind. An der Bedienseite B lagern die Formzylinder 3, 7 in Schlitten 27, 28, die jeweils auf Führungselementen 29, 30 horizontal verfahrbar sind. Die Führungselemente 29, 30 sind an Wandungen 31, 32 der Wand 9 oder des Gestells der Druckeinheit befestigt.
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Die Formzylinder 3 und 4 bilden mit dem Druckzylinder 5 jeweils ein Druckwerk für direkten Druck des Doppeldruckwerks 1. Sie bilden an der Berührungsstelle mit dem Druckzylinder 5 jeweils eine Druckstelle. Gleichermaßen besitzt das Druckwerk 2 an den Berührungsstellen der Formzylinder 6 und 7 mit dem Druckzylinder 8 zwei Druckstellen. Statt eines Druckzylinders 5, 8 kann für jeden Formzylinder 3, 4, 6, 7 auch ein einzelner separater Druckzylinder 5.1, 5.2, 8.1, 8.2 vorgesehen sein, wie in 5 noch erläutert wird. Jeder Formzylinder 3, 4, 6, 7 besitzt für den Antrieb einen eigenen Motor 33 bis 36, vorteilhaft ausgeführt als lagegeregelter Elektromotor. Jeder Formzylinder 3, 4, 6, 7 trägt eine hülsenförmige Tiefdruckform 37, an die ein Tiefdruckfarbwerk 38 anstellbar ist. Letzteres ist vorteilhaft als Kammerrakel ausgeführt.
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Die an die in der angegebenen Drehrichtung angetriebenen Formzylinder 3, 4, 6, 7 angestellten Tiefdruckfarbwerke 38 färben die jeweilige Tiefdruckform 37 ein. Im angestellten Zustand der Formzylinder 3, 4, 6, 7 an die Druckzylinder 5, 8 wird dann eine an den Druckstellen hindurchgeführte Bahn 39 jeweils bedruckt. Die Druckzylinder 5, 8 werden durch Friktion angetrieben. Es können aber auch Motoren zu ihrem Antrieb vorgesehen sein. Die Bahn 39 wird etwa horizontal nacheinander durch die Druckstellen geführt, wobei sie jeweils nach dem Verlassen einer Druckstelle mittels Leitwalzen 40 in die Gegenrichtung umgelenkt und in die nächste Druckstelle geführt wird. Die Bahn 39 verlässt schließlich einseitig vierfarbig bedruckt die Druckeinheit. Die An- und Abstellung des Doppeldruckwerks 1 erfolgt durch Verschieben des Formzylinders 4 und des Druckzylinders 5 bezüglich dem Formzylinder 3 auf den Führungselementen 14, 15. In der gleichen Weise erfolgt die An- und Abstellung des Doppeldruckwerks 2 durch Verschieben des Formzylinders 6 und des Druckzylinders 8 gegenüber dem Formzylinder 7 auf den Führungselementen 14 und 15.
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Der Wechsel einer Tiefdruckform
37 gegen eine andere Tiefdruckform
37 erfolgt derart, dass der Formzylinder
3 bzw.
7 an der bedienseitigen Seite freigelegt, seine hülsenförmige Tiefdruckform
37 abgezogen und eine andere Formhülse aufgeschoben wird. Hierzu wird sein Zapfen vom Zylinderkörper getrennt und im jeweiligen Schlitten
27,
28 verbleibend mit diesem auf den Führungselementen
29,
30 aus dem Umfangsbereich des Formzylinders
3,
7 verfahren. Diese Stellung ist in
1 gestrichelt mit eingezeichnet. Das Trennen von Zapfen und Formzylinder
3 bzw.
7 ist in der zur vorliegenden Beschreibung zugehörig anzusehenden
DE 198 48 184.5 beschrieben, weshalb auf weitere Erklärungen verzichtet wird. Nach dem Wechsel der Druckform
37 wird der Schlitten
27,
28 wieder in den Bereich des Formzylinders
3,
7 gefahren, bis dessen Zapfen mit dem Formzylinder
3,
7 fluchtet. Anschließend werden die Zapfen wieder mit dem Formzylinder
3,
7 verbunden. In ähnlicher Weise werden die Tiefdruckformen
37 der Formzylinder
4,
6 gewechselt. Der bedienseitige Zapfen wird hier mittels des Schlittens
16,
18 auf den Führungselementen
15,
14 aus dem Bereich des Formzylinders
4,
6 verfahren.
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Die für Tiefdruck ausgestatteten Druckwerke der Druckeinheit gemäß 1 sind einfach für Flexodruck umrüstbar. Hierzu wird in der beschriebenen Art die hülsenförmige Tiefdruckform 37 vom jeweiligen Formzylinder 3, 4, 6, 7 abgezogen und eine hülsenförmige Flexodruckform 41 aufgeschoben. Diese Umrüstvariante ist in 1 mit in Klammern angegebener Positionsziffer mit angeführt. Weiterhin wird an die Formzylinder 3, 4, 6, 7 jeweils ein Flexodruckfarbwerk 42 angestellt. Das Flexodruckfarbwerk 42 ist vorteilhaft mit Rasterwalze und Kammerrakel ausgeführt. Bei dem Wechsel vom Tiefdruckverfahren auf das Flexodruckverfahren wird vorteilhaft eine Hülse mit elastischer Gegendruckfläche auf dem Druckzylinder 5, 8 gegen eine Hülse mit einer nichtelastischen Gegendruckfläche gewechselt. Der Wechsel der Hülse auf dem Druckzylinder 5, 8 erfolgt in ähnlicher Weise wie der Formwechsel auf den Formzylindern 3, 4, 6, 7. Es wird also der Druckzylinder 5, 8 an der bedienseitigen Lagerung freigelegt, indem dessen Zapfen mitsamt den Schlitten 20, 22 aus dem Bereich des Druckzylinders 5, 8 weggefahren wird. In der beschriebenen Weise kann auch ein für Flexodruck ausgerüstetes Druckwerk auf Tiefdruck umgerüstet werden.
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Das Tiefdruckfarbwerk 38 und das Flexodruckfarbwerk 42 der Formzylinder 4, 6 sind an den zugehörigen Schlitten 16, 17 bzw. 18, 19 befestigt. Je nach gewähltem Druckverfahren wird das Tiefdruckfarbwerk 38 oder das Flexodruckfarbwerk 42 in die Schlitten 16 bis 19 eingehängt oder es sind vorteilhaft gleichzeitig beide Farbwerke 38, 42 in die Schlitten 16 bis 19 eingesetzt. Dank dieser Farbwerkbefestigung sind bei einer Änderung des Durchmessers des Formzylinders 4, 6 die Farbwerke 38, 42 bei einer Verschiebung dieser Formzylinder 4, 6 in die neue Position gleich mit in die richtige Position gebracht. Weiterhin sind die Farbwerke 38, 42 für die Durchmesseranpassung und An- und Abstellung mittels Verfahrvorrichtungen 43, 44 in etwa horizontaler Richtung verschiebbar. Da die äußeren Formzylinder 3, 7 ortsfest angeordnet sind, sind deren Farbwerke 38, 42 in einer vorgegebenen vertikalen Position angeordnet und lediglich mittels der Verfahrvorrichtungen 43, 44 verschiebbar.
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Die hülsenförmigen Druckformen 37, 41 der Formzylinder 3, 4, 6, 7 können auch gegen hülsenförmige Druckformen 45 eines anderen Außendurchmessers gewechselt werden. In 4 ist die Druckeinheit gemäß 1 gezeigt, wobei allerdings auf die Formzylinder 3, 4, 6, 7 hülsenförmige Druckformen 45 eines kleineren Durchmessers aufgezogen wurden. Zur Anpassung an die kleineren Durchmesser der Formzylinder 3, 4, 6, 7 wurde der Druckzylinder 5 mittels der Schlitten 20, 21 zum stationären Formzylinder 3 und der Druckzylinder 8 mittels der Schlitten 22, 23 zum stationären Formzylinder 7 hin verfahren. In gleicher Weise wurde der Formzylinder 4 mittels der Schlitten 16, 17 zum Druckzylinder 5 und der Formzylinder 6 mittels der Schlitten 18, 19 zum Druckzylinder 8 verfahren. Bei diesen Verfahrbewegungen wurden die Farbwerke 38, 42 der Formzylinder 4 und 6 dank deren Befestigung an den Schlitten 16, 17 bzw. 18, 19 sogleich mit in die erforderlichen vertikalen Positionierungen gebracht. Die Anpassung der Farbwerke 38, 42 in horizontaler Richtung an den kleineren Durchmesser der Formzylinder 3, 4, 6, 7 erfolgt mittels der Verfahrvorrichtungen 43, 44. Die weiteren zur 1 identischen Elemente werden zwecks Vermeidung von Wiederholungen nicht angegeben und erklärt.
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5 zeigt eine weitere Ausführungsvariante einer Druckeinheit zu 1 bzw. 4. Der Einfachheit halber werden bei der Abhandlung dieses und weiterer Ausführungsbeispiele für gleiche oder ähnliche Bauteile weitgehend die bisherigen Bezugszeichen beibehalten. 5 zeigt wiederum zwei Doppeldruckwerke 46, 47 mit jeweils zwei übereinander angeordneten Formzylindern 3, 4 bzw. 6, 7. Im Unterschied zu 1 sind auch die äußeren Formzylinder 3, 7 jeweils beidseitig in Schlitten 48, 49 bzw. 50, 51 gelagert, die auf den Führungselementen 14, 15 schiebbar gelagert sind. Die Führungselemente 14, 15 sind an den Wandungen 12, 13 jeweils einer Öffnung 11 der beiden Seitenwände 9, 10 befestigt. In Abwandlung zur Druckeinheit gemäß 1 sind zwischen den Formzylindern 3, 4 bzw. 6, 7 eines Doppeldruckwerkes 46, 47 zwei Druckzylinder 5.1, 5.2 bzw. 8.1, 8.2 angeordnet, wobei jeweils einer einem Formzylinder 3, 4, 6, 7 zugeordnet ist. Dank der verschiebbaren Anordnung der Formzylinder 3, 4 bzw. 6, 7 jedes Doppeldruckwerkes 46, 47 ist es für deren Abstandsverstellung zum Zwecke der Druckan- und -abstellung oder Abstandsveränderung zu den Druckzylindern 5.1, 5.2, 8.1, 8.2 im Rahmen einer Formatänderung möglich, die Druckzylinder 5.1, 5.2, 8.1, 8.2 ortsfest anzuordnen. Sie sind deshalb beiderseits in an den Seitenwänden 9, 10 befestigten Brücken 52 bis 55 gelagert. Dank dieser ortsfesten Anordnung der Druckzylinder 5.1, 5.2, 8.1, 8.2 ändert die durch die Druckeinheit geführte Bahn 39 bei einem Formatwechsel nicht ihre Lage in vertikaler Richtung. An jedem Formzylinder 3, 4, 6, 7 sind ein Tiefdruckfarbwerk 38 und ein Flexodruckfarbwerk 42 angeordnet, und jeder Formzylinder 3, 4, 6, 7 besitzt für den Antrieb einen eigenen Motor 33 bis 36.
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Auf den Formzylindern 3, 4, 6, 7 befindet sich beispielhaft jeweils eine hülsenförmige Tiefdruckform 37, an die das jeweilige Tiefdruckfarbwerk 38 angestellt ist. Die Bahn 39 wird zunächst zwischen dem Formzylinder 7 und zugehörigem Druckzylinder 8.2 hindurchgeführt, anschließend mittels einer Leitwalze 40 in ihrem Richtungssinn umgelenkt und zwischen dem Formzylinder 6 und dem zugehörigen Druckzylinder 8.1 hindurchgeführt. Anschließend wird die Bahn 39 zwischen den beiden Doppeldruckwerken hindurchgeführt, sodann zwischen dem Formzylinder 4 und zugehörigem Druckzylinder 5.2 und nach Umlenkung um eine Leitwalze 40 zwischen dem Formzylinder 3 und zugehörigem Druckzylinder 5.1 des oberen Doppeldruckwerkes 46 hindurchgeführt. Dabei wird die Bahn 39 zunächst im unteren Doppeldruckwerk 47 einseitig zweifarbig bedruckt und vom oberen Doppeldruckwerk 46 im Widerdruck ebenfalls zweifarbig bedruckt, so dass die Bahn 39 schließlich beidseitig zweifarbig bedruckt die Druckeinheit verlässt. Statt dessen ist natürlich auch der in 1 gezeigte Bahnverlauf möglich, wobei die Bahn 39 einseitig vierfarbig bedruckt würde. Dank der Vorsehung jeweils eines Druckzylinders 5.1, 5.2 für die Formzylinder 3, 4 bzw. 8.1, 8.2 für die Formzylinder 6, 7 können die beiden Formzylinder 3, 4 bzw. 6, 7 eines Doppeldruckwerkes 46, 47 individuell hinsichtlich ihrer Drehzahl angetrieben werden, wodurch beispielsweise Bahnlängungen nach erfolgtem erstem Druck zwischen dem Formzylinder 7 und dem Druckzylinder 8.2 beim nachfolgenden Druck zwischen dem Formzylinder 6 und dem Gegendruckzylinder 8.1 durch voreilenden Antrieb des Formzylinders 6 entgegengewirkt werden kann.
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Die Druckwerke der in 5 abgebildeten Druckeinheit können in der bereits beschriebenen Weise einfach von Tiefdruck auf Flexodruck umgestellt werden, indem von den Formzylindern 3, 4, 6, 7 die hülsenförmige Tiefdruckform 37 abgezogen und gegen eine hülsenförmige Flexodruckform 41 ersetzt wird. Es kann auch der diese Druckformen 37, 41 tragende Zylinderkörper aus den Druckwerken entnommen und gegen einen Zylinderkörper 56 ersetzt werden, auf dessen Mantelfläche eine Tiefdruck- oder Flexodruckform direkt aufgeschrieben ist. Diese Varianten sind mit in Klammern gesetzten Positionsziffern in 5 mit angegeben. Es kann auch der komplette Formzylinder 3, 4, 6, 7 mitsamt seinen Zapfen aus der Druckeinheit entnommen und gegen einen anderen Tiefdruck- oder Flexodruckformzylinder ausgetauscht werden. Die eingewechselten Druckformen können auch einen anderen Außendurchmesser haben, wobei also ein Formatwechsel durchgeführt wird. Die sich dabei einstellende Änderung des Abstandes zwischen Formzylinder 3, 4, 6, 7 und zugehörigem Druckzylinder 5.1, 5.2, 8.1, 8.2 erfolgt durch entsprechendes Verschieben der Formzylinder 3, 4, 6, 7 mittels der Schlitten 48 bis 51, 16 bis 19.
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Nachfolgend sollen einige Druckmaschinenkonfigurationen unter Benutzung der beschriebenen Doppeldruckwerke vorgestellt werden. Die 6 und 7 zeigen eine Druckmaschine mit einer Druckeinheit 57 und einer Wickelvorrichtung 58. Die Druckeinheit 57 enthält gegenüber den bisher beschriebenen Druckeinheiten nur ein Doppeldruckwerk 47.1, das beispielsweise dem in 5 gezeigten unteren Doppeldruckwerk 47 ähnelt, wobei es unerheblich ist, dass in 6 symbolisch nur ein Druckzylinder zwischen den Formzylindern gezeichnet ist, praktisch aber durchaus zwei einzelne Druckzylinder vorhanden sein können.
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Die Wickelvorrichtung 58 enthält zwei Rollvorrichtungen 59, 60, in die jeweils eine Wickelrolle 61, 62 einspannbar ist. Die Rollvorrichtungen 59, 60 können im Abwickel- und Aufwickelbetrieb arbeiten.
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Gemäß 6 wird von der Wickelrolle 62 der Rollvorrichtung 60 eine Bahn 39 abgewickelt und der Druckeinheit 57 zugeführt. Dort wird sie zunächst in der ersten Druckstelle zwischen Formzylinder 7 und Druckzylinder 8 einseitig mit einer Farbe bedruckt, anschließend mittels der Leitwalze 40 in die Gegenrichtung umgelenkt und in der nächsten Druckstelle zwischen dem Formzylinder 6 und dem Druckzylinder 8 auf der gleichen Bahnseite mit einer weiteren Farbe bedruckt. Die einseitig zweifarbig bedruckte Bahn 39 wird dann mittels weiterer Leitwalzen 40 zur im Aufwickelbetrieb arbeitenden Rollvorrichtung 59 geführt und auf die Wickelrolle 61 aufgewickelt. Vorteilhaft ist nach jeder Druckstelle eine auf die bedruckte Seite der Bahn 39 gerichtete Trockenvorrichtung 63 angeordnet, womit der Druck vor dem Passieren einer Leitwalze 40 oder einer weiteren Druckstelle getrocknet wird.
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7 zeigt die Weiterverarbeitung der zur Wickelrolle 61 aufgewickelten Bahn 39 mit der gleichen in 6 gezeigten Rollenrotationsdruckmaschine. Von der Wickelrolle 61 der Rollvorrichtung 59, die nunmehr im Abwickelbetrieb arbeitet, wird die einseitig zweifarbig bedruckte Bahn 39 abgewickelt und der Druckeinheit 57 zugeführt. Dabei durchläuft die Bahn 39 in der bereits beschriebenen Weise die Druckstelle zwischen Formzylinder 7 und Druckzylinder 8 und nach Umlenkung in die Gegenrichtung die Druckstelle zwischen Formzylinder 6 und Druckzylinder 8, wobei die Bahn zweifarbig im Widerdruck bedruckt wird. Die nunmehr beidseitig jeweils zweifarbig bedruckte Bahn 39 wird der im Aufwickelbetrieb arbeitenden Rollvorrichtung 60 zugeführt und auf die Wickelrolle 62 gewickelt.
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8 zeigt eine Rollenrotationsdruckmaschine mit zwei Druckeinheiten 64, 65, denen eine Wickelvorrichtung 58 vorgeordnet und eine Wickelvorrichtung 66 nachgeordnet ist. Jede Wickelvorrichtung 58, 66 enthält zwei Rollvorrichtungen 59, 60 die wahlweise als Abwickel- oder Aufwickelvorrichtung betreibbar sind. Die Druckeinheiten 64 und 65 enthalten jeweils zwei Doppeldruckwerke 1, 2, wie in 1 dargestellt und beschrieben.
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Von der im Abrollbetrieb arbeitenden Rollvorrichtung 60 der Wickelvorrichtung 58 wird von der Wickelrolle 62 die Bahn 39 abgewickelt und der Druckeinheit 64 zugeführt. Dort wird die Bahn 39 nacheinander durch die Druckstellen zwischen jeweils einem Form- und einem Druckzylinder geführt, wobei sie nach dem Verlassen einer Druckstelle mittels mindestens einer oder mehrerer Leitwalzen 40 in die Gegenrichtung umgelenkt und in die nächste Druckstelle geführt wird. Auf diese Weise wird die Bahn 39 einseitig vierfarbig bedruckt und sodann der Druckeinheit 65 zugeführt. Dort wird sie in der soeben beschriebenen Weise nacheinander durch die Druckstellen des Doppeldruckwerks 1 geführt, wobei der vierfarbige Druck auf der einen Bahnseite um zwei Farben ergänzt, also ein sechsfarbiger Druck erstellt wird. Anschließend wird die Bahn 39 zwischen den Doppeldruckwerken 1, 2 hindurchgeführt (also zwischen den inneren Formzylindern hindurch, wie in 5 beispielhaft gezeigt) und danach durch die Druckstellen des unteren Doppeldruckwerks 2 hindurchgeführt, wobei die Bahn 39 zweifarbig im Widerdruck bedruckt wird. Die somit mit einem 6/2-Druck versehene Bahn wird sodann der Wickelvorrichtung 66 zugeführt und in der im Aufwickelbetrieb arbeitenden Rollvorrichtung 60 auf die Wickelrolle 62 gewickelt. In Bahnlaufrichtung ist vorteilhaft nach jeder Druckstelle eine auf die bedruckte Seite der Bahn gerichtete Trockenvorrichtung 63 angeordnet, womit der frische Druck vor dem Passieren einer Leitwalze 40 oder einer weiteren Druckstelle getrocknet wird.
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Mit anderen Bahnführungen sind mit den Rotationsdruckmaschinen weitere Produktionsmöglichkeiten gegeben. So kann unter Auslassung einer Druckstelle bei der Druckeinheit 65 der 8 beispielsweise auch ein Druck von sechs Farben auf der einen Seite und von einer Farbe auf der anderen Seite der Bahn 39 ausgeführt werden. Auch kann beispielsweise in 8 die die Druckeinheit 64 verlassende Bahn von links in die oberste Druckstelle der Druckeinheit 65 eingeführt und dann nacheinander durch die weiteren Druckstellen geführt werden, wobei die Bahn 39 jeweils nach dem Verlassen einer Druckstelle mittels einer oder mehrerer Leitwalzen in die Gegenrichtung umgelenkt und in die nächsten Druckstellen geführt wird. Auf diese Weise ist ein beidseitig vierfarbiger Druck erstellbar.
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Bei allen Druckmaschinenkonfigurationen gemäß den 6 bis 8 ist zwischen den Druckverfahren Tiefdruck und Flexodruck wählbar. Es kann beispielsweise auch das eine Druckverfahren für den Schöndruck und das andere Druckverfahren für den Widerdruck angewandt werden. Die bedruckte Bahn 39 kann statt zu Rollen gewickelt auch einem Planoausleger zugeführt oder in Bogenform ausgelegt oder in einem Falzapparat zu Falzprodukten verarbeitet werden.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Doppeldruckwerk
- 2
- Doppeldruckwerk
- 3
- Formzylinder
- 4
- Formzylinder
- 5
- Druckzylinder
- 5.1
- Druckzylinder
- 5.2
- Druckzylinder
- 6
- Formzylinder
- 7
- Formzylinder
- 8
- Druckzylinder
- 8.1
- Druckzylinder
- 8.2
- Druckzylinder
- 9
- Seitenwand
- 10
- Seitenwand
- 11
- Öffnung
- 12
- Wandung
- 13
- Wandung
- 14
- Führungselement
- 15
- Führungselement
- 16
- Schlitten
- 17
- Schlitten
- 18
- Schlitten
- 19
- Schlitten
- 20
- Schlitten
- 21
- Schlitten
- 22
- Schlitten
- 23
- Schlitten
- 24
- Nut
- 25
- Lagerbock
- 26
- Lagerbock
- 27
- Schlitten
- 28
- Schlitten
- 29
- Führungselement
- 30
- Führungselement
- 31
- Wandung
- 32
- Wandung
- 33
- Motor
- 34
- Motor
- 35
- Motor
- 36
- Motor
- 37
- hülsenförmige Tiefdruckform
- 38
- Tiefdruckfarbwerk
- 39
- Bahn
- 40
- Leitwalze
- 41
- hülsenförmige Flexodruckform
- 42
- Flexodruckfarbwerk
- 43
- Verfahrvorrichtung
- 44
- Verfahrvorrichtung
- 45
- hülsenförmige Druckform
- 46
- Doppeldruckwerk
- 47
- Doppeldruckwerk
- 47.1
- Doppeldruckwerk
- 48
- Schlitten
- 49
- Schlitten
- 50
- Schlitten
- 51
- Schlitten
- 52
- Brücke
- 53
- Brücke
- 54
- Brücke
- 55
- Brücke
- 56
- Zylinderkörper
- 57
- Druckeinheit
- 58
- Wickelvorrichtung
- 59
- Rollvorrichtung
- 60
- Rollvorrichtung
- 61
- Wickelrolle
- 62
- Wickelrolle
- 63
- Trockenvorrichtung
- 64
- Druckeinheit
- 65
- Druckeinheit
- 66
- Wickelvorrichtung
- A
- Antriebsseite
- B
- Bedienseite