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DE10103445A1 - Stahlwerkstoff mit hoher Ermüdungsfestigkeit sowie Verfahren zur Herstellung des Stahlmaterials - Google Patents

Stahlwerkstoff mit hoher Ermüdungsfestigkeit sowie Verfahren zur Herstellung des Stahlmaterials

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DE10103445A1
DE10103445A1 DE10103445A DE10103445A DE10103445A1 DE 10103445 A1 DE10103445 A1 DE 10103445A1 DE 10103445 A DE10103445 A DE 10103445A DE 10103445 A DE10103445 A DE 10103445A DE 10103445 A1 DE10103445 A1 DE 10103445A1
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Abstract

Stahlwerkstoff mit hoher Verschleißfestigkeit sowie Verfahren zur Herstellung des Stahlmaterials. DOLLAR A Ein warmgewalztes Material, wie beispeilsweise eine Stange, eine Welle oder ein Rohr, hat eine Oberfläche mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit trotz des Vorhandenseins von nicht-metallischen Einschlüssen, die es an seiner Oberfläche aufweisen kann, oder das Vorhandensein von Rissen, die es ebenfalls an seiner Oberfläche aufweisen kann. Die Oberflächenschicht wird durch Aufheizen einer Nickelschicht auf der Stahloberfläche gebildet, wobei das Nickel in die Oberfläche diffundiert.

Description

Die Erfindung betrifft ein Stahlmaterial mit hoher Ermüdungsfestigkeit in Form von Platten oder vergleichbarem Material, das durch kontinuierliches Gießen hergestellt ist und das warm umgeformt sein kann, um ein Rohr, runde Stangen, Platten und ähnliches herzustellen. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Stahlmaterials.
Eine Stahlplatte oder vergleichbares Stahlmaterial, welches durch kontinuierliches Gießen hergestellt ist, wird üblicherweise zum Herstellen von Rohren, runden Stäben, Platten und ähnlichem benutzt. Allerdings entsteht das Entfernen der Gußhaut bei diesen Materialien durch Schneiden, Schleifen oder Schlagen ein Produkt, das nicht-metallische Einschlüsse an der Oberfläche des Materials oder in einer Lage unmittelbar unter der Oberfläche des Materials. Es kann auch zu kleinen Rissen kommen, die an der Oberfläche zurückbleiben oder hier gebildet werden. Die nicht-metallischen Einschlüsse sind zumeist Oxide, wie beispielsweise Aluminiumoxid (Al2O3) und Calciumoxid (CaO), die einen hohen Härtegrad und einen sehr niedrigen Dehnungsgrad in Vergleich mit Stahl aufweisen. Die meisten der nicht-metallischen Einschlüsse und der Risse haben eine maximale Größe von etwa 20 bis 30 Mikrometer.
Diese nicht-metallischen Einschlüsse von 20 bis 30 Mikrometer und die Risse treten an der Oberfläche des Stahls oder darin auf, wobei sie die Ermüdungsfestigkeit von Stahlrohren, Stangen, Platten oder dergleichen herabsetzen, wenn eine Wechsellast auf sie in einer Umgebung, die Ermüdung verursacht, einwirkt, da sie eine Konzentration von Ermüdungsspannung verursachen und den Beginn von Ermüdungsversagen starten. Ich, der Erfinder dieser Erfindung, habe herausgefunden, daß die nicht-metallischen Einschlüsse für das Ermüdungsversagen eines Stahlmaterials, das überhaupt keine Risse aufweist oder nur sehr kleine Risse, die kein Ermüdungsversagen verursachen können, aufweist, verantwortlich sind. Der Ermüdungsversagenstest, den ich an Stahlmaterial mit einer bearbeiteten Oberfläche, daß sie nur Risse von kleiner als etwa 5 Mikrometern aufwies, ergab einen Bruch, der nicht-metallische Einschüsse von einer Größe von etwa 20 bis 30 Mikrometer zeigte. Ich habe daraus geschlossen, daß diese Einschlüsse das Ermüdungsversagen des Materials hervorgerufen haben. Es wird in Betracht gezogen, daß eine Reduzierung der Ermüdungsfestigkeit von Stahl, die durch nicht-metallische Einschlüsse verursacht ist, auf eine hohe Konzentration von Spannungen aufgrund eines Unterschiedes in der Härte und der Dehnung zwischen dem Stahl und der nicht-metallischen Einschlüsse zurückzuführen ist.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung das Problem zugrunde, ein Stahlmaterial zu schaffen, das eine hohe Ermüdungsfestigkeit aufweist, um der Benutzung in einer Umgebung zu widerstehen, in der der Einfluß der nicht-metallischen Einschlüsse an seiner Oberfläche oder in einer Oberflächenschicht so weit wie möglich durch Warmbearbeitung, wie beispielsweise Schmieden, Walzen oder Strangpressen oder durch Entfernen der Gußhaut oder ähnlichem reduziert ist.
Weiterhin liegt der Erfindung das Problem zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Stahlmaterials mit einer hohen Ermüdungsfestigkeit vorzuschlagen.
Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Stahlmaterial gelöst, das eine Schicht mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit aufweist, die durch Diffusion von Nickel in die Oberfläche eines warmgeformten Materials, welches nicht-metallische Einschlüsse aufweist, gebildet ist. Das Problem wird weiterhin durch ein Verfahren gelöst, das folgende Schritte aufweist:
  • - Plattieren der Oberfläche eines warmgeformten Stahlmaterials mit nicht- metallischen Einschlüssen, die in wenigstens einem Bereich an der Oberfläche angeordnet sind, mit Nickel und
  • - Aufheizen des nickelplattierten Materials, so daß der Nickel in die Oberfläche diffundiert und sich eine Oberflächensicht mit erhöhter Verschleißfestigkeit bildet.
Wenn Stahlmaterial durch Warmformen, wie beispielsweise Schmieden, Walzen oder Strangpressen, hergestellt ist, hat es wenigstens auf einen Teilbereich seiner Oberfläche eine Gußhaut, die wenigstens zum Teil entfernt werden muß, um daraus das endgültige Produkt herstellen zu können. Wenigstens die Gußhaut enthält nicht metallische Einschlüsse, die an der Oberfläche des Stahlmaterials oder in einer Schicht unmittelbar unterhalb der Oberfläche angeordnet sind. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird zu diesem Zweck die Oberfläche, in der oder unter der das Stahlmaterial diese nicht-metallischen Einschlüsse enthält, mit einer Nickelschicht plattiert. Die Nickelschicht wird sodann aufgeheizt, um eine Diffusion des Nickels in die Oberfläche des Stahlmaterials hervorzurufen, so daß eine Oberflächenschicht mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit gebildet wird. Die Gußhaut kann durch jede geeignete Methode, beispielsweise durch Schneiden, Schleifen, Polieren, Schlagen, chemisches Polieren, elektrolytisches Polieren oder Schmelzen entfernt werden.
Die Schicht mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit weist eine höhere Härte und ein niedrigeres Dehnungsvermögen als Stahl auf. Dabei weisen jedoch die nicht-metallischen Einschlüsse und die erfindungsgemäß hergestellte Stahloberfläche zueinander eine niedrige Differenz in ihrer Härte und ihrem Dehnungsvermögen auf. Demzufolge hat die Stahloberfläche einen geringeren Grad von Ermüdungsbeanspruchungskonzentrationen und dadurch eine verbesserte Ermüdungsfestigkeit. Die Schicht ist nicht besonders in ihrer Dicke begrenzt, hat aber vorzugsweise eine Dicke von 10 bis 30 Mikrometer. Sie macht das erfindungsgemäße Stahlmaterial in hohen Maße geeignet für den Einsatz sogar in einer Umgebung, die einen hohen Grad von Ermüdungsbeanspruchungen verursacht.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit jeder vorhandenen Ausrüstung durchgeführt werden, so daß ein Stahlmaterial mit hoher Ermüdungsfestigkeit bei niedrigen Kosten hergestellt werden kann.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger detaillierter Ausführungsbeispiele näher erläutert:
Beispiel 1
Eine runde Stahlstange aus S45C (JIS) mit einem Durchmesser von 15 mm, die durch Schneiden und Schleifen eines warmgeformten Produktes eines kontinuierlich gegossenen Blocks hergestellt ist, wurde an seiner Oberfläche mit einer Nickelschicht plattiert. Die Nickelschicht wurde durch herkömmliches Elektroplattieren gebildet und weist eine Dicke von etwa 4 Mikrometer auf. Anschließend wurde die Stange auf eine Temperatur von 1120°C für vier Minuten in einem Heizofen mit einer inerten Gasatmosphäre geheizt und abgeschreckt. Hierdurch entsteht an der Oberfläche der Stange infolge der Diffusion von Nickel in die Oberfläche eine Schicht mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit, die eine Dicke von etwa 20 Mikrometer aufweist.
Ein rationaler Biegeermüdungstest (Dauerschwingversuch unter Biegeschwellbeanspruchung) wurde durchgeführt, um die Stange mit einer runden Vergleichsstange, die dieselben Abmessungen aufwies, jedoch nur mit Nickel plattiert wurde, zu vergleichen. Während an der Vergleichsstange das Ermüdungsversagen bei 4 × 106 Lastwechseln auftrat, trat bei der Stange nach der Erfindung selbst nach 1,2 × 107 Lastwechseln kein Ermüdungsversagen trotz des Vorhandenseins nicht-metallischer Einschlüsse in und direkt unter der Oberfläche auf. Dieses war offenbar auf die Reduzierung von Spannungskonzentrationen aufgrund der Schicht mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit zurückzuführen. Eine Untersuchung der Rißfortbildung an der Vergleichsstange offenbarte das Vorhandensein von nicht-metallischen Einschlüssen in den Bereichen, wo die Ermüdungsrisse starteten.
Beispiel 2
Eine runde Welle aus S45C-Stahl, die einen Durchmesser von 24 mm aufwies, wurde durch Schneiden und Schleifen eines warmgeschmiedeten Materials hergestellt. Die Oberfläche wurde mit einer Nickellage durch konventionelles Elektroplattieren plattiert. Die Nickellage wies eine Dicke von 3 Mikrometer auf. Anschließend wurde die Welle auf eine Temperatur von etwa 1200°C für zwei Minuten in einem Heizofen mit inerter Gasatmosphäre aufgeheizt und abgeschreckt, wobei eine Schicht von erhöhter Ermüdungsfestigkeit, die eine Sichtdicke von etwa 18 Mikrometer aufwies, an der Oberfläche der Welle aufgrund der Diffusion von Nickel in die Oberfläche gebildet wurde.
Ein rationaler Biegeermüdungstest (Dauerschwingversuch mit Biegeschwellbeanspruchung) wurde durchgeführt, um die Welle mit einer Vergleichswelle, die dieselben Abmessungen aufwies, jedoch nur einfach mit Nickel plattiert war, zu vergleichen. Während an der Vergleichswelle Ermüdungsversagen bei 4,7 × 106 Lastwechseln auftrat, traten bei der Welle mit den Erfindungsmerkmalen auch bei 1,2 × 107 Lastwechseln kein Ermüdungsversagen trotz des Vorhandenseins von nicht-metallischen Einschlüssen in oder an der Oberfläche auf. Dies wurde auf die Reduzierung von Spannungskonzentrationen an der Welle aufgrund der Lage mit höchster Verschleißfestigkeit von einer Schichtdicke von 18 Mikrometern aufgrund des eindiffundierten Nickels zurückgeführt.
Eine Untersuchung der Rißfortbildung an der Vergleichswelle offenbarte das Vorhandensein nicht-metallischer Einschlüsse in einem Bereich, in dem die Ermüdungsrisse starteten, wie dieses auch beim Beispiel 1 an der Vergleichsstange beobachtet wurde.
Beispiel 3
Ein nahtloses Stahlrohr mit einem Außendurchmesser von 24 mm und einem Innendurchmesser von 10 mm wurde durch Schneiden und Schleifen der inneren Oberfläche des nahtlosen Rohres aus STS35-Stahl durch Warmformen hergestellt. Die innere Oberfläche wurde mit einer Nickelschicht, die durch herkömmliches Elekroplattieren hergestellt wurde und eine Sichtdicke von 3 Mikrometer aufwies, plattiert. Anschließend wurde das Rohr für drei Minuten auf eine Temperatur von 1130°C in einem Heizofen mit inerter Gasatmosphäre aufgeheizt und abgeschreckt. Hierdurch entstand eine Sicht erhöhter Ermüdungsfestigkeit mit einer Sichtdicke von etwa 15 Mikrometer an der inneren Oberfläche des Rohres infolge des Eindiffundierens von Nickel in die Oberfläche.
Hydrauliköl mit einem variierenden Druck in einer Sinuswelle zwischen einem unteren Druck von 150 bar und einem Spitzendruck wurde als Innendruck auf das Rohr ausgeübt, um den Spitzendruck herauszufinden, der der Ermüdungsgrenzen bzw. Ermüdungsfestigkeit des Rohres entsprach. Das Ergebnis ist weiter unten in Tabelle 1 gezeigt. Tabelle 1 zeigt weiterhin die Resultate, die an einem nahtlosen Vergleichsrohr (1) mit denselben Abmessungen, welches Risse mit einer Größe von 20 bis 30 Mikrometer in seiner inneren Oberfläche aufwies, die nur einfach mit Nickel plattiert war, und einem weiteren nahtlosen Vergleichsrohr (2) derselben Abmessung, welches sehr kleine Risse in der Größenordnung von etwa 5 bis 6 Mikrometer in seiner inneren Oberfläche aufwies, die lediglich mit Nickel plattiert war.
Wie aus Tabelle 1 deutlich wird, traten bei dem Rohr, das die Erfindungsmerkmale aufwies, auch bei einem Spitzendruck von 1700 bar und 107 Lastwechseln trotz des Vorhandenseins von nicht-metallischen Einschlüssen in und unmittelbar unter der Oberfläche kein Ermüdungsversagen auf, während bereits bei einem Spitzendruck von 1200 bar Versagen an dem Vergleichsrohr (1), welches Risse von 20 bis 30 Mikrometer an seiner inneren Oberfläche aufwies, und bei einem Spitzendruck von 1400 bar an dem Vergleichsrohr (2) mit den sehr kleinen Rissen auftrat. Die Ermüdungsfestigkeit des Rohres mit den Erfindungsmerkmalen wurde auf die Reduzierung von Spannungskonzentrationen in seiner Wand aufgrund seiner etwa 15 Mikrometer dicken Sicht mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit, die durch eindiffundieren des Nickels gebildet wurde, zurückgeführt.
Tabelle 1

Claims (7)

1. Ein Stahlmaterial mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit, welches eine Schicht von erhöhter Ermüdungsfestigkeit aufweist, die durch Diffusion von Nickel in die Oberfläche eines warmgeformten Materials, welches nicht-metallische Einschlüsse aufweist, gebildet ist.
2. Verfahren zur Herstellung eines Stahlmaterials mit erhöhter Ermüdungsfestigkeit mit folgenden Verfahrensschritten:
Plattieren der Oberfläche eines warmgeformten Stahlmaterials, welches nicht-metallische Einschlüsse in wenigstens einem Bereich seiner Oberfläche aufweist, mit Nickel; und
Heizen des nickelplattierten Materials, so daß das Nickel eindiffundiert und so eine Sicht mit erhöhter Verschleißfestigkeit bildet.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das nickelplattierte Material in einem Ofen mit inerter Gasatmosphäre geheizt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das nickelplattierte Material nach dem Heizen abgeschreckt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei dem das warmgeformte Material eine Stange ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei das warmgeformte Material ein Rohr ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei das warmgeformte Material eine Welle ist.
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