DE10101197A1 - Verfahren zur Erhöhung der Lenkbarkeit und/oder der Fahrstabilität eines Fahrzeugs bei Kurvenfahrt - Google Patents
Verfahren zur Erhöhung der Lenkbarkeit und/oder der Fahrstabilität eines Fahrzeugs bei KurvenfahrtInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zur Erhöhung der Lenkbarkeit und der Fahrzeugstabilität eines Kraftfahrzeugs während einer Kurvenfahrt wird das Drehverhalten oder der Radschlupf der einzelnen Räder beobachtet und die Verteilung der Bremskraft auf die kurvenäußeren Räder im Vergleich zu der Bremskraft auf die kurveninneren Räder in Abhängigkeit von dem Raddrehverhalten oder dem Radschlupf der Räder variiert. Bei Kurvenfahrterkennung wird eine dem Fahrerwunsch entsprechende Gesamtverzögerung des Fahrzeugs ermittelt und durch Erhöhung der Bremskraft (DELTAP¶1¶) an dem oder den kurvenäußeren Rädern und Absenkung oder Konstanthaltung der Bremskraft (DELTAP¶2¶) an den kurveninneren Rädern eine dem Fahrerwunsch entsprechende Fahrzeugverzögerung herbeigeführt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erhöhung
der Lenkbarkeit und/oder der Fahrstabilität eines mit gere
gelter Bremsanlage ausgerüsteten Kraftfahrzeugs, bei dem bei
Kurvenfahrt das Drehverhalten und/oder der Radschlupf der
einzelnen Fahrzeugräder beobachtet wird und bei dem bei Kur
venerkennung die Verteilung der Bremskraft auf die kurvenäu
ßeren Räder und auf die kurveninneren Räder in Abhängigkeit
von dem Raddrehverhalten und/oder dem Radschlupf variiert
wird. Ein Bremsensystem zur Durchführung des Verfahrens ge
hört ebenfalls zur Erfindung.
Aus der DE 195 22 632 A1 ist bereits ein derartiges Verfah
ren bekannt, bei dem zur Verbesserung der Lenkbarkeit des
Fahrzeugs und der Fahrstabilität bei einer Kurvenfahrterken
nung von einem Normal-Regelmodus auf einen Kurvenfahrt-
Regel-Modus umgeschaltet wird. In diesem Sondermodus wird im
Vergleich zu dem Normal-Regelmodus das mittlere Druckniveau
des kurveninneren Vorderrades um einen vorgegebenen Wert ab
gesenkt und das mittlere Druckniveau des kurvenäußeren Vor
derrades um einen vorgegebenen Wert angehoben. Es handelt
sich dabei es sich um ein Verfahren zur Verbesserung des Re
gelverhaltens eines Blockierschutz-Regelungssystems (ABS)
bei Kurvenfahrt, weshalb auch die Bezeichnung ABSplus
(verbessertes ABS) oder ESBS (Enhanced Stability Brake Sy
stem) verwendet wird. Eine Bremsdruckerhöhung (am kurvenäu-
ßeren Vorderrad) über den durch die Bremspedalbetätigung
hervorgerufenen Vordruck ist dabei weder vorgesehen noch
möglich.
Des weiteren ist es aus der DE 196 48 909 A1 bekannt, zur
Verbesserung des Regelverhaltens einer blockiergeschützten,
zum aktiven Einbremsen fähigen Bremsanlage, wenn bei Kurven
fahrt Verzögerung ohne Bremsenbetätigung eine Verzögerung
des Fahrzeugs festgestellt wird und wenn gleichzeitig eine
kritische, auf ein Eindrehen des Fahrzeugs (auf Übersteuern)
hinweisende Radschlupfbedingung erfüllt ist, eine Sonderre
gelung einzuleiten, die das Einsteuern von Bremsdruck in die
Radbremse des kurvenäußeren Vorderrades bewirkt. Diese Son
derregelung, die das Übersteuern des Fahrzeugs verhindert,
ist nur bei nicht betätigter Bremse in Funktion.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
oder Bremsensystem der eingangs genannten Art dahingehend
weiterzuentwickeln, dass beim Befahren einer Kurve, bei
Spurwechsel oder ähnlichen Manövern sowohl eine gute Lenk
barkeit und hohe Fahrstabilität als auch ein kurzer Bremsweg
oder eine präzise, dem (durch das Maß der Bremspedalbetäti
gung ausgedrückten) Fahrerwunsch entsprechende Bremsenwirkung
erreicht wird. Die Umsetzung des Fahrerwunsches in eine ent
sprechende Fahrzeugverzögerung soll sowohl in Notbremssitua
tionen als auch bei "zaghafter" Pedalbetätigung erzielt wer
den.
Es hat sich gezeigt, dass diese Aufgabe mit dem im Anspruch
1 beschriebenen Verfahren gelöst werden kann, dessen Beson
derheit darin besteht, dass bei Kurvenfahrterkennung eine
dem Fahrerwunsch entsprechende Gesamtverzögerung des Fahr
zeugs ermittelt wird und dass durch Erhöhung der Bremskraft
am kurvenäußeren Vorderrad und/oder Hinterrad über die dem
Fahrerwunsch entsprechende Bremskraft hinaus und Absenkung
der Bremskraft oder Konstanthaltung der Bremskraft an dem
oder an den kurveninneren Rädern die der Pedalkraft bzw. dem
Fahrerwunsch entsprechende Fahrzeugverzögerung herbeigeführt
wird.
Erfindungsgemäß wird zur Kompensation eines übersteuernden
Fahrverhaltens, das beispielsweise während einer Kurven
fahrt, bei plötzlichem Spurwechsel etc. auftreten kann, der
Bremsdruck und damit die Bremskraft am kurvenäußeren Vorder
rad erhöht, am kurveninneren Vorderrad dagegen abgesenkt
oder konstant gehalten. Die asymmetrische Verteilung der
Bremskräfte an der Vorderachse wird durch das Regelungssy
stem dem Fahrzustand angepasst.
Bei herkömmlichen Systemen mit verbesserter Lenkbarkeit
durch Änderung des Druckniveaus am kurvenäußeren und kur
veninneren Rad kann oder darf - so ist die Bremsanlage aus
gelegt - der (erhöhte) Bremsdruck am kurvenäußeren Rad den
durch die Pedalbetätigung vorgegebenen Vordruck bzw. die
durch die Pedalkraft vorgegebene Bremskraft nicht über
schreiten. Folglich wird die Gesamtverzögerung des Fahrzeugs
im Vergleich zu einer Geradeausfahrt oder einer Kurvenfahrt
mit gleichen Bremsdrücken an den kurvenäußeren und kurvenin
neren Rädern zwangsläufig geringer. Dies ist zumindest für
den Fahrer irritierend und verlangt eine Anpassung an die
besondere Situation. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird dagegen die vom Fahrer gewünschte Gesamtverzögerung
auch bei einer Kurvenfahrt, bei einem plötzlichen Spurwech
sel etc. erreicht.
Vorteilhaft ist ein Druckaufbau am kurvenäußeren Rad über
die Fahrervorgabe hinaus als Folge des erfindungsgemäßen
Verfahrens auch bei geringen Fahrerdruckvorgaben, bei denen
allein durch einen Druckabbau (am kurveninneren Rad) das
notwendige stabilisierende Moment nicht aufgebracht werden
könnte.
Nach vorteilhaften, alternativen Ausführungsbeispielen des
erfindungsgemäßen Verfahrens kann die Erhöhung der Brems
kraft an den kurvenäußeren Rädern und die Absenkung an den
kurveninneren Rädern gleichzeitig oder innerhalb einer vor
gegebenen Zeitspanne in Stufen, zum Beispiel durch Druckän
derungspulse oder Druckänderungspulsfolgen herbeigeführt
werden. Andererseits ist es durchaus auch möglich und in
vielen Fällen auch vorteilhaft, die Erhöhung an den kur
venäußeren Rädern und die entsprechende Absenkung an den
kurveninneren Rädern zeitlich versetzt durchzuführen, wobei
die Anhebung der Bremskraft z. B. um eine vorgegebene Zeit
spanne in der Größenordnung von 50 ms bis 500 ms versetzt im
Anschluss an die Bremskraftabsenkung am kurveninneren Rad
oder an den kurveninneren Rädern herbeigeführt werden soll
te.
Ein zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens beson
ders geeignetes Bremsensystem ist als sogenanntes Brake-by
wire-System (BBW), z. B. als elektrohydraulisches Bremsensy
stem (EHB) oder elektromechanisches Bremsensystem (EMB),
ausgebildet. Bei solchen Bremsensystemen wird grundsätzlich
die Pedalbetätigung bzw. der durch die Pedalbetätigung aus
gedrückte Fahrerwunsch erfasst und in Form eines elektri
schen Signals zum Bremskrafterzeuger übertragen. Bei solchen
Systemen bereitet es keine Schwierigkeiten, eine Bremskraf
terhöhung am kurvenäußeren Rad über den Fahrerwunsch hinaus
zu realisieren.
In den beigefügten Unteransprüchen sind noch weitere vor
teilhafte Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfah
rens und von Bremsensystemen zur Durchführung des Verfahrens
beschrieben.
Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der
Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung von Einzel
heiten und Ausführungsbeispielen anhand der beigefügten Ab
bildungen hervor.
Es zeigen:
Fig. 1 schematisch vereinfacht ein Bremsensystem zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 schematisch vereinfacht Komponenten eines Bremsen
systems nach der Erfindung,
Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Bremsensy
stem nach der Erfindung, und
Fig. 4 im Diagramm den Verlauf der Bremsdruckdifferenz am
kurveninneren und kurvenäußeren Vorderrad nach ei
nem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Der durch Betätigung des Bremspedals zum Ausdruck gebrachte
"Fahrerwunsch" wird nach dem an Hand der Fig. 1 veranschau
lichten Prinzips der Erfindung zunächst durch einen mit EBV
(elektronische Bremskraftverteilung) bezeichneten Block 1 in
Bremskraftkomponenten oder Druckkomponenten P1 bis P4 für die
einzelnen Fahrzeugräder 1 bis 4 umgesetzt. In einem an
schließenden Block oder einer Verarbeitungsstufe 2, die in
Fig. 1 "ESBS-Druckverteilung" (Bremsanlagen dieser Art wer
den in Fachkreisen als "ABSplus"-Systeme oder "Enhanced Sta
bility Brake Systems") genannt ist, werden die den einzelnen
Rädern zugeordneten Druck- oder Bremskraftkomponenten P1 bis
P4 bei Kurvenfahrterkennung (KFE) nach den Vorgaben des er
findungsgemäßen Verfahrens modifiziert, so dass am Ausgang
der Stufe 2 Druck- oder Bremskraftkomponenten P1' bis P4' zur
Verfügung stehen.
Eine Kurvenerkennung kann auf sehr unterschiedliche Weise
realisiert werden. Bekannt ist z. B. eine Kurvenerkennung
durch Beobachtung des Schlupfverlaufs der einzelnen Räder.
Es ergibt sich zumindest scheinbar ein unterschiedlicher
Schlupf an den kurvenäußeren Rädern im Vergleich zu den kur
veninneren Fahrzeugrädern.
Symbolisch ist im unteren Teil der Fig. 1 ein übersteuerndes
Fahrzeug dargestellt, um zu veranschaulichen, dass bei An
wendung des erfindungsgemäßen Verfahrens der in der Stufe 1
errechnete Druck (oder die Bremskraft) P1 am kurvenäußeren
Vorderrad Väu um einen bestimmten Betrag ΔP1 erhöht, der
Druck P2 am kurveninneren Vorderrad Vin dagegen um einen Dif
ferenzdruck ΔP2 erniedrigt wird. Folglich wird der am kur
venäußeren Vorderrad herrschende Bremsdruck P1' höher als der
dem Fahrerwunsch entsprechende Bremsdruck P1. Dies ist erfin
dungsgemäß von entscheidender Bedeutung.
In Fig. 2 ist als weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung
ein Bremsensystem schematisch dargestellt, bei dem die Pe
dalkraft bzw. der den "Fahrerwunsch" ausdrückende Druck
"Pstat. 1 . . .4", der im statischen Zustand des Fahrzeugs und bei
einer Geradeausfahrt gilt, einerseits einem Bremskraftver
teiler 3 (EBV) und andererseits einer als "ESBS" bezeichne
ten Stufe 4 zugeführt wird, in der die besonderen Verhält
nisse bei Kurvenfahrt berücksichtigt werden. Die durch die
elektronische Bremskraftverteilung EBV 3 errechneten dynami
schen Komponenten "Pdyn(EBV)1. . 4" und die von der Kurvenfahrt
abhängigen dynamischen Komponenten Pdyn(ESBS)1 . . 4 werden
schließlich in einer als "Druckarbitration" bezeichneten
Verteilungsstufe 5 zur Errechnung der den einzelnen Fahrzeu
grädern zugeführten Komponenten "Pdyn1 . . 4" ausgewertet.
In Fig. 3 ist noch ein weiteres Ausführungsbeispiel eines
Bremsensystems zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver
fahrens dargestellt. Die "Fahrerwunscherfassung" symboli
siert ein Block 6, dessen Ausgangssignal einer elektronischen
Bremskraftverteilung 7, die die statischen Verhältnisse be
rücksichtigt, zugeführt wird. Zur Fahrsituationserkennung
(Kurvenfahrt oder Geradeausfahrt, Straßenstörung etc.), zur
Verarbeitung der Geschwindigkeiten V1 bis V4 der einzelnen
Fahrzeugräder und zur Auswertung dieser Eingangsgrößen dient
eine Rechenwerk 8, das einen Adaptionsalgorithmus für den
adaptiven Anteil der Bremskraftverteilung bei statischen
Verhältnissen repräsentiert.
Die Ausgangsinformationen oder -signale der statischen
Bremskraftverteilung 7, nämlich die einzelnen Komponenten
"P1stat" bis "P4stat", werden schließlich in einem Block 9,
in dem die dynamischen Komponenten "P1dyn" bis "P4dyn" der
Bremskraftverteilung auf Basis der statischen Komponenten
"P1stat" bis "P4stat" und der Radgeschwindigkeiten V1 bis 4
errechnet werden, ausgewertet.
Fig. 3 gibt das Bremskraftverteilungskonzept eines Brake-by
wire-Systems, speziell eines elektrohydraulischen Bremsensy
stems (EHD) wieder, bei dem die Erfindung zur Anwendung
kommt.
Schließlich ist in Fig. 4 noch ein Diagramm zur Veranschau
lichung eines weiteren Ausführungsbeispiels der Erfindung
gezeigt, das darin besteht, dass der Druckdifferenzkomponen
ten zur Berücksichtigung einer Kurvenfahrt, nämlich die
Druckausgleichskomponenten ΔP1, -ΔP2 (siehe Fig. 1) zeitlich
versetzt dem Radbremsdruck P1, P2 (siehe Fig. 1) hinzugefügt
werden, um ein komfortables Zustandekommen des notwendigen
Giermomentes zur Unterstützung der Kurvenfahrt zu gewährlei
sten. Zum Zeitpunkt t0 beginnt die Druckkorrektur. Zunächst
wird in dem dargestellten Ausführungsbeispiel durch einen
Druckabbaupuls am kurveninneren Vorderrad der Radbremsdruck
um circa 5 bar (entspricht ΔP2 in Fig. 1) erniedrigt und erst
im Anschluss daran, hier nach 200 ms zum Zeitpunkt t1, der
Radbremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad um ebenfalls 5 bar
(ΔP1) erhöht. Dies wiederholt sich nach einer Pause von circa
1 s. In der Praxis werden diese Bremskraft- oder Druckände
rungen durch Pulsfolgen, wie im Beispiel nach Fig. 4, oder
durch exakt berechnete Einzelpulse realisiert. Die Dauer der
Druckänderungspulse kann z. B. in der Größenordnung von 50 ms
bis einigen 100 ms liegen.
In anderen Fällen dürfte jedoch auch eine gleichzeitige
Bremskraft- bzw. Bremsdruckerhöhung an den jeweiligen Vor
derrädern durch Einzelimpulse oder Pulsfolgen genügen.
Claims (11)
1. Verfahren zur Erhöhung der Lenkbarkeit und/oder der
Fahrstabilität eines mit geregelter Bremsanlage ausge
rüsteten Kraftfahrzeugs, bei dem bei Kurvenfahrt das
Drehverhalten und/oder der Radschlupf der einzelnen
Fahrzeugräder beobachtet wird und bei dem bei Kurvener
kennung die Verteilung der Bremskraft auf die kurvenäu
ßeren Räder und auf die kurveninneren Räder in Abhän
gigkeit von dem Raddrehverhalten und/oder dem Rad
schlupf variiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass bei
Kurvenfahrterkennung eine dem Fahrerwunsch entsprechen
de Fahrzeugverzögerung ermittelt wird und dass durch
Erhöhung der Bremskraft am kurvenäußeren Vorderrad
und/oder am kurvenäußeren Hinterrad über die dem Fah
rerwunsch entsprechende Bremskraft hinaus und Absenkung
der Bremskraft an dem oder den kurveninneren Rädern die
dem Fahrerwunsch entsprechende Fahrzeugverzögerung her
beigeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Erhöhung der Bremskraft an den kurvenäußeren Rädern
und die Absenkung an den kurveninneren Rädern gleich
zeitig oder innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne in
Stufen, z. B. durch Druckänderungspulse oder -pulsfolgen
herbeigeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Erhöhung der Bremskraft an den kurvenäußeren Rädern
und die Absenkung an den kurveninneren Rädern zueinan
der zeitlich versetzt, z. B. um eine Zeitspanne in der
Größenordnung von 50 bis 500 ms, insbesondere 200 ms,
herbeigeführt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Anhebung der Bremskraft an den kurvenäußeren Rädern
im Anschluss an die Absenkung der Bremskraft an den
kurveninneren Rädern oder an den entsprechenden Absen
kungspuls eingeleitet wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere aufeinander
folgende Bremskraft-Anhebungen und Bremskraft-
Absenkungen in vorgegebenen zeitlichen Abständen von
z. B. 1 bis 2 sec. herbeigeführt werden.
6. Bremsensystem zur Durchführung des Verfahrens nach ei
nem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, dass dieses in Form eines "Brake-by
wire"-Systems, z. B. eines elektrohydraulischen Bremsen
systems (EHB) oder eines elektromechanischen Bremsensy
stems (EMB) ausgebildet ist.
7. Bremsensystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
dass dieses eine EBV-Regelung (elektronische Brems
kraftverteilung) umfasst, bei der die statische Vertei
lung der Bremsdrücke auf Vorderachse und Hinterachse
des Kraftfahrzeugs durch Kennlinien festgelegt ist
(Fig. 2, Fig. 3).
8. Bremsensystem nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekenn
zeichnet, dass zur Adaption der Bremskraftverteilung
(EBV) die statischen Kennlinien der Bremskraftvertei
lung dem Beladungszustand des Fahrzeugs und dem Zustand
der Bremsanlage durch einen überlagerten Algorithmus
angepasst werden, wobei die Adaption durch Auswertung
der Raddrehzahlinformationen und interner Regelzustände
erfolgt.
9. Bremsensystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 6
bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Fahrzeug vorhan
dene Zusatzsensorik, wie Lenkwinkelsensor, Querbe
schleunigungssensor, Längsbeschleunigungssensor und
Gierratensensor, zur Verbesserung und Absicherung der
Eingangsinformationen des Bremsensystems ausgewertet
werden.
10. Bremsensystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 6
bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine EBV-
Regelstufe vorhanden ist, die aus der statischen Vorga
be der Bremsdrücke und dem Verhalten des Fahrzeugs wäh
rend der Kurvenfahrt die in der aktuellen Fahrsituation
optimale Verteilung der Bremsdrücke aller Räder berech
net.
11. Bremsensystem nach Anspruch Z0, dadurch gekennzeichnet,
dass die EBV-Regelstufe derart ausgebildet ist, dass
die resultierende Gesamtverzögerung des Fahrzeugs auch
während der EBV-Funktion dem Fahrerwunsch entspricht.
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