DE10100484A1 - Thermoschrumpfband - Google Patents
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Abstract
Zum Aufhängen und Kräuseln von Dekorationsstoffen werden herkömmliche Gardinenbänder verwendet, deren Kräuseleffekt durch manuelles Ziehen an eingearbeiteten Zugschnüren entsteht, auf denen sich das Gardinenband aufschiebt. Dieser manuelle Vorgang ist zeitaufwendig und die Gleichmäßigkeit der Kräuselung ist abhängig von der dafür aufgewendeten Sorgfalt. Erfindungsgemäß wird eine wesentliche Verschnellerung des Kräuselvorganges und eine automatisch gleichmäßige Kräuselung von Dekorationsstoffen durch ein auf den Dekorationsstoff (5) genähtes, textiles Band (1) erreicht, das unter der Einwirkung von Heißdampf aus dem Bügeleisen oder erhitzter Luft in seiner Längsrichtung schrumpft. Dazu sind in das Band in Kettrichtung (K) thermosensible Garne eingesetzt, welche unter Wärmeeinwirkung stark schrumpfen. In Schussrichtung werden Garne eingearbeitet, welche nicht zum Schrumpfen neigen, wodurch in Querrichtung des Bandes kein unerwünschter Schrumpf entsteht. Der Schrumpf des Bandes (1) kräuselt den Dekorationsstoff (Bereich 8) automatisch mit. In den Tunnel (10), begrenzt durch das gekräuselte Band (1) und den Dekorationsstoff (5) und zweier zum Anbringen des Bandes (1) auf den Dekorationsstoff (5) sowie so benötigter Nähte (6) mit einer lichten Weite zueinander, kann eine Gardinenstange (9) eingeführt werden und so der Dekorationsstoff (5) aufgehängt werden.
Description
Dekorationsstoffe und Gardinenstoffe werden als Fensterdekoration gekräuselt oder gefaltet
mit einer Stoffzugabe ans Fenster gehängt, das heißt, es wird mehr Stoff als die Fenster- bzw.
Dekorationsbreite verwendet. Dieses Übermaß an Stoff wird mittels gleichmäßiger
Kräuselung oder Falten über die ganze Dekorationsbreite gleichmäßig verteilt. Die Faltung
oder Kräuselung wird meist durch die Verwendung von textilen Gardinenbändern erreicht, die
zudem gleichzeitig als Aufhängevorrichtung dienen. Die Kräuselung wird insbesondere
dadurch erreicht, dass die Bänder mit Zugschnüren versehen sind, welche in einem Tunnel ins
Band webtechnisch eingearbeitet sind, sodass beim Ziehen der Schnüre das Band auf der
Schnur gleitet und ein Kräuseleffekt des Bandes entsteht. Auf dem Band vorgesehene
Einhängetaschen oder Schlaufen ermöglichen das Aufhängen der Dekorationsbahnen mittels
handelsüblicher Rollringe oder Gleiter oder adäquatem an Gardinenschienen oder
Gardinenstangen. Nachteilig ist, dass das Ziehen der Zugschnüre und das Kräuseln des
Bandes sehr zeitaufwendig ist.
Desweiteren ist bekannt, eine Dekorationsbahn dadurch zu kräuseln und aufzuhängen, dass
man am oberen, horizontalen Rand der Dekorationsbahn einen Tunnel herstellt, indem man
den umgeschlagenen Rand der Dekorationsbahn mittels einer oder besser zwei in einem
lichten Abstand zueinander liegenden Nähten fixiert. In diesen Tunnel, im Fachchargon
"Schaube" genannt, der durch den Stoff und das Band einerseits und die beiden Nähte
andererseits begrenzt wird, kann dann eine Gardinenstange eingefädelt werden und damit der
Stoff auf der Stange aufgeschoben und dadurch gekräuselt und aufgehängt werden.
Es ist auch bekannt anstelle des Stoffumschlages den Tunnel herzustellen, mittels eines
glatten Bandes mit genügender Breite das mittels zweier Längsnähte auf den oberen Rand der
Dekorationsbahn aufgebracht wird. Die beiden Bandenden werden dabei nicht geschlossen,
sondern bleiben offen, sodass zwischen Band und Stoff und den beiden Längsnähten der
Tunnel entsteht, in den wiederum eine Stange eingeschoben werden kann.
Nachteilig ist, dass eine gleichmäßige Kräuselung der Dekorationsbahn am Fenster jedes Mal
manuell wieder hergestellt werden muss, wenn die Dekorationsbahn bewegt wird, zum
Beispiel zum Waschen der Dekoration oder zum Auf- und Zuziehen der Vorhänge am
Fenster.
Der im Anspruch 1 und 2 angegebenen Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, eine schnelle
und dadurch kostengünstige Kräuselung einer Dekorationsbahn oder von Gardinen oder
Duschvorhängen oder adäquatem zu ermöglichen, die zudem gleichzeitig mittels
Tunnelaufhängung auf einer Stange, als auch mittels gebräuchlicher Rollringe oder Gleiter an
einer Gardinenstange angebracht werden können. Dabei soll die Kräuselung auch beim
Bewegen, also beim Auf- und Zuziehen am Fenster der Dekoration fix erhalten bleiben.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mittels eines an die Dekorationsbahn genähten textilen
Bandes erreicht, welches unter der direkten Einwirkung von heißem Wasserdampf aus einem
Dampfbügeleisen erheblich in Längsrichtung einschrumpft und dadurch die Dekorationsbahn
kräuselt. Um diesen Effekt zu erreichen, sind in das Band in Längsrichtung, also in der Kette,
Fäden aus endlosen synthetischen Faserstoffen aus thermoplastischem Material wie
beispielsweise Polyester oder Polypropylen oder ähnlichem eingearbeitet, welche durch ihre
Vorbehandlung bei deren Herstellung und/oder deren Materialzusammensetzung besonders
stark zum Schrumpfen neigen. Vorzugsweise besteht dieses Garn aus Multifilamenten. Bei
diesen speziellen Garnen ist der Schrumpfprozess schon bei geringer Wärmeeinwirkung (ab
ca. 45°C) auslösbar. In der Schussrichtung sind hingegen Fäden eingesetzt, welche durch ihr
Material und/oder ihre Vorbehandlung bereits ausgeschrumpft sind oder an sich keinen oder
minimalen Schrumpf unter Wärmeeinwirkung beziehungsweise Dampfeinwirkung aufweisen.
Polyester zum Beispiel wird zum Ausschrumpfen einer Temperatur von ca. 190-200°C
ausgesetzt. Das Garn schrumpft unter dieser Temperatur ganz aus und kann danach nur noch
bei Annäherung an diese Fixiertemperatur thermoplastisch verändert werden. Die Schussfäden
liegen bei dem Band mit einem Abstand zueinander, nicht dicht Faden an Faden. Diese
Zwischenräume schliessen sich beim Schrumpfprozess des Bandes. Ohne diese
Zwischenräume kann das Band nicht frei und ungehindert schrumpfen. Je nach Abständen
zwischen den Schussfäden kann somit auch der Einsprung des Bandes eingestellt werden. Je
größer der Schussfadenabstand umso mehr Einsprung ist möglich. Grenzen liegen bei den
materialtypischen maximalen Schrumpfwerten.
Bei Einwirkung von Dampf aus einem handelsüblichen Dampfbügeleisen schrumpft das
Kettgarn um bis zu mehr als zur Hälfte seiner Ausgangslänge. In Schussrichtung, das heißt
also in der Breite schrumpft das Band hingegen nicht. Wenn Band und Dekorationsbahn
miteinander vernäht sind, kräuselt sich der Stoff, welcher unter der Dampfbehandlung an sich
nicht eingeht, zusammen mit dem Band ein und zwar ausschließlich in der gewünschten
Dekorationsbahnbreite. Die Einleitung des Schrumpfprozesses durch Dampf hat den Vorteil
gegenüber einer reinen Wärmebehandlung durch Kontaktwärme eines Bügeleisens, dass beim
Dampf der Schrumpfprozess nicht durch den Druck des Bügeleisens auf das Band festhalten
und dadurch verhindert wird. Vielmehr kann das Band unter Dampfeinwirkung berührungslos
frei liegend schrumpfen. Schrumpfmindernd wirkt lediglich die Steifigkeit des
Dekorationsstoffes.
Eine weitere Möglichkeit den Schrumpf auszulösen ist die Verwendung von Heißluft; jedoch
ist hier die Gefahr gegeben, dass auch der Dekorationsstoff beschädigt wird oder ungewollt
schrumpft, der seinerseits aus thermoplastischen, synthetischem Fasermaterial sein kann.
Dampf ist bekanntermaßen wesentlich schonender für Textilien in der Wärmeübertragung als
Heißluft. Zudem sind in der Dekorationsbranche in den Ateliers Dampfbügeleisen übliche und
meist vorhandene Handwerksmittel.
Dadurch dass das Band mit der Dekorationsbahn vernäht ist nimmt der Schrumpfvorgang des
Bandes den selbst nicht schrumpfenden Dekorationsstoff mit und kräuselt ihn folglich ein.
Der Dekorationsstoff erhält dadurch eine sehr gleichmäßige, optisch sehr ansprechende
Kräuselung über die ganze Breite/Höhe des Bandes. Da das Band in seiner Breite nicht
schrumpft, sondern nur in seiner Längsrichtung, bilden sich die Kräuselfalten nur in
Längsrichtung der Dekorationsbahn. Der Schrumpfprozess erfolgt bei genügender
Dampfmenge in sekundenschnelle und die gleichmäßige Kräuselung geschieht quasi
automatisch und gleichmäßig. Gegenüber bekannten Bändern mit Zugschnüren entfällt somit
das arbeitsintensive Ziehen der Schnüre, welche die Kräuselung bei diesen hervorruft. Die
Gleichmäßigkeit ist bei althergebrachten Bändern von der Sorgfalt des Ziehens der
Zugschnüre abhängig.
Der Schrumpfeffekt des Bandes kann nach Anspruch 5 zudem zur Herstellung von
gekräuselten Zierbändern genutzt werden, durch deckungsgleiches Aufnähen eines etwa
gleich breiten Dekostoffbandes auf das Schrumpfband und anschließendes Schrumpfen. Nach
dem Schrumpfen hat man ein formschön gekräuseltes Zierband, welches wiederum als
Zierstreifen auf Dekostoffe genäht werden kann oder als Raffhalter dient.
Wird das Band nach Anspruch 1 und 2 mittels zweier Nähte mit gebräuchlichen
Nähmaschinen auf die Dekorationsbahn im Bereich des oberen, horizontalen Rand angenäht,
so dass ein Zwischenraum entsteht, der begrenzt wird durch die Dekorationsbahn und
Bandkörper einerseits und den beiden mit einer lichten Weite zueinander versehenen Nähten
anderseits, dann gibt dies einen Tunnel, durch welchen man eine gebräuchliche
Gardinenstange durchstecken kann. An dieser Gardinenstange kann die Dekorationsbahn so
am Fenster aufgehängt und darauf verschoben und damit am Fenster bewegt werden. Nach
Anspruch 3 ist damit Kräuselung und Aufhängemöglichkeit in einem Arbeitsgang gegeben.
Anspruch 4 zeigt eine weitere Ausgestaltungsform des Bandes. In Längsrichtung sind auf dem
Band parallel zu den Bandrändern Schlaufen eingearbeitet, welche eine lichte Weite von circa
1 cm aufweisen und in regelmäßigen Abständen zueinander liegen. Diese Schlaufen sind in
Art, Lage und Beschaffenheit den gebräuchlichen Schlaufen oder sogenannten
Einhängetaschen in bereits bekannten Gardinenbändern nachempfunden. Die Schlaufen
werden gebildet durch Kettfäden, die durch eine Flottierung auf der Bandware aufliegen und
nicht schrumpfen. Wenn das Band schrumpft, formen sich die glatt auf der Bandoberfläche
aufliegenden Flottierungen automatisch zu freien Schlaufen. In diese Schlaufen können
handelsübliche Rollringe, Gleiter, Überstülphaken oder ähnliches eingehängt werden, welche
zur Aufhängung an Gardinenschienen oder Gardinenstangen üblich sind. Damit kann das
Band mit seinem Kräuseleffekt auch auf diese Weise genutzt und die Dekorationsbahn damit
am Fenster aufgehängt werden.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen.
Es zeigt:
Fig. 1: Schematisch das Detail eines gewebten Bandes (1) nach Anspruch 1 mit
thermosensiblen, hochschrumpffähigen Garn aus synthetischen Multifilamenten in der Kette
(2) und einem nicht thermosensiblen Garn im Schuss (3) im ungeschrumpften, ungekräuselten
Zustand. Zwischen den Schussfäden liegen die Abstände (A), welche für die
Schrumpfbegrenzung zuständig sind. In das Band ist eine Flottung (4) eingewebt, welche als
Aufhängvorrichtung für Rollringe oder Gleiter usw. dienen kann.
Fig. 2: Zeigt das erfindungsgemäße Band (1) auf der Rückseite einer Dekorationsbahn (5) an
deren oberen Rand mittels zweier Nähte (6) aufgenäht. Dabei zeigt die Abbildung einen Teil
(7) von Band und Dekorationsbahn ungeschrumpft, also vor der Wärmebehandlung und einen
Teil (8) in geschrumpfter Kräuselung nach der Wärmebehandlung. Eine Stange (9) ist als
Aufhängemöglichkeit für die gekräuselte Dekorationsbahn beispielsweise am Fenster in die
seitliche Öffnung (10) des Tunnels zwischen Dekorationsbahn (5) und Band (1) eingeführt.
Claims (5)
1. Textiles Band zum Kräuseln und Aufhängen von textilen Dekorationsbahnen wie
Dekostoffe oder Gardinen oder dergleichen und zum Kräuseln von textilen Zierstreifen für
Dekorationszwecke dadurch gekennzeichnet
dass das Band gewebt oder gewirkt ist aus einem thermoplastischen, bei Wärmeeinwirkung
hochschrumpfenden Garn aus synthetischen, endlosen Spinnfaserstoffen in der Kette und
einem nicht thermosensiblen Garn ohne oder mit geringem Schrumpf im Schuss.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Fäden der thermosensiblen Kette unter der freien Einwirkung von heißem
Wasserdampf oder Heißluft erheblich schrumpfen und dass die Schussfäden unter derselben
Einwirkung nicht schrumpfen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Band im Bereich des rückseitigen, oberen, horizontalen Randes einer Dekorationsbahn mittels zweier jeweils am oberen und unteren Rand des Bandes verlaufenden Nähten angenäht ist,
und dass durch die zwei im lichten Abstand zueinander versehenen Nähte zwischen Dekorationsstoff und Band einerseits, und den beiden Nähten andererseits ein Tunnel entsteht, dessen Enden durch eine freie, unvernähte Öffnung offen bleiben, in welche man eine gebräuchliche Gardinenstange einschieben kann und die Dekorationsbahn dadurch aufgehängt werden kann.
dass das Band im Bereich des rückseitigen, oberen, horizontalen Randes einer Dekorationsbahn mittels zweier jeweils am oberen und unteren Rand des Bandes verlaufenden Nähten angenäht ist,
und dass durch die zwei im lichten Abstand zueinander versehenen Nähte zwischen Dekorationsstoff und Band einerseits, und den beiden Nähten andererseits ein Tunnel entsteht, dessen Enden durch eine freie, unvernähte Öffnung offen bleiben, in welche man eine gebräuchliche Gardinenstange einschieben kann und die Dekorationsbahn dadurch aufgehängt werden kann.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Band versehen ist mit gebräuchlichen Taschen oder Schlaufen zum Einhängen von
handelsüblichen Rollringen und Gleitern oder ähnlichem zum Aufhängen des Bandes an
Gardinenstangen oder Gardinenschienen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Band auf ein etwa gleichgroßes textiles Zierband auf dessen linker Seite etwa
deckungsgleich aufgenäht wird und dass das Zierband bei Hitzeeinwirkung die Kräuselung
des Schrumpfbandes annimmt und dadurch optisch verändert wird.
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Country Status (1)
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