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DE10062305C2 - Verfahren zur Herstellung von Formylphenylboronsäuren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Formylphenylboronsäuren

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DE10062305C2
DE10062305C2 DE2000162305 DE10062305A DE10062305C2 DE 10062305 C2 DE10062305 C2 DE 10062305C2 DE 2000162305 DE2000162305 DE 2000162305 DE 10062305 A DE10062305 A DE 10062305A DE 10062305 C2 DE10062305 C2 DE 10062305C2
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Clariant GmbH
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07FACYCLIC, CARBOCYCLIC OR HETEROCYCLIC COMPOUNDS CONTAINING ELEMENTS OTHER THAN CARBON, HYDROGEN, HALOGEN, OXYGEN, NITROGEN, SULFUR, SELENIUM OR TELLURIUM
    • C07F5/00Compounds containing elements of Groups 3 or 13 of the Periodic Table
    • C07F5/02Boron compounds
    • C07F5/025Boronic and borinic acid compounds

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  • Organic Chemistry (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formylphenylboronsäuren der Formel (I):
Ortho-, meta- und para-Formylphenylboronsäuren sind vielseitige Bausteine in der organischen Synthese und wichtige Zwischenprodukte in der Synthese von Wirkstoffen der agrochemischen und pharmazeutischen Industrie, vor allem aber sind die Verbindungen als Enzymstabilisatoren, -inhibitoren und Bakterizide von hoher Effizienz und Bedeu­ tung.
Trotz des durch die genannten Anwendungen bestehenden hohen, wirtschaftlichen Interesses an diesen Verbin­ dungen sind nur wenige und zudem teure Herstellwege in der Literatur beschrieben.
Boronsäuren werden ganz allgemein durch Umsetzung von metallorganischen Verbindungen (z. B. Grignard- Verbindungen oder Lithiumorganylen) mit Bortrihalogeniden oder Borsäuretrialkylestern hergestellt. Aufgrund der Re­ aktivität der Formylgruppe gegenüber Organometallverbindungen ist diese Vorgehensweise bei der Herstellung von For­ mylphenylboronsäuren nur dann möglich, wenn die Formylgruppe vorher entsprechend geschützt wird. Als Rohstoffe sind daher p-Halogenbenzaldehyde einzusetzen, die beispielsweise acetalisiert und anschließend zum metallorganischen Reagenz umgesetzt werden.
Nöth et al. ("Chem. Ber.", 1990, 1841-1843) setzen p-Brombenzaldehyd zum Diethylacetal um, grignardisieren mit Magnesium-Spänen in Tetrahydrofuran (THF) und erhalten nach Umsetzung mit Tri-n-butylborat Formylphenylbo­ ronsäure in einer Ausbeute von 70%. Nachteilig an dieser Synthese ist der hohe Preis von Brombenzaldehyd, verglichen mit Chlorbenzaldehyd, die Notwendigkeit einer Ultraschallaktivierung bei der Grignard-Herstellung und der Einsatz des teuren Tributylborats; außerdem sind aufwendige Reinigungsprozeduren zu durchlaufen (u. a. durch das Hydrolysepro­ dukt 1-Butanol).
Jendralla et al. ("Liebigs Ann.", 1995, 1253-1257) erreichen durch Verfahrensverbesserungen bei der gleichen Synthesesequenz immerhin eine Verbesserung auf 78%; auch hier bleiben allerdings vorstehend genannte Nachteile un­ verändert bestehen.
Deutlich bessere Ausbeuten (bis zu 99%) erreichen Kobayashi et al. durch Umsetzung des Brombenzaldehyd- Diethylacetals mit n-Butyllithium und Reaktion mit Triisopropylborat; gegen ein wirtschaftlich interessantes Verfahren sprechen hier allerdings die hohen Preise von Brombenzaldehyd, Triisopropylborat und Butyllithium.
Es bestand daher das Bedürfnis, ein Verfahren zur Herstellung von Formylphenylboronsäuren zu entwickeln, das von kommerziell leicht erhältlichen und günstigen Ausgangsverbindungen ausgeht und die Zielprodukte durch Um­ setzung mit billigen Borverbindungen in guten Ausbeuten und hohen Reinheiten zugänglich macht.
Es wurde zunächst festgestellt, daß die benötigten Grignard-Verbindungen aus verschiedenen Chlorbenzalde­ hyd-Acetalen durch Umsetzung mit Magnesium in verschiedenen Ethern nach Methoden des Standes der Technik nicht zugänglich sind.
In der nicht vorveröffentlichten, deutschen Anmeldung DE-A-199 60 866 wurde gefunden, daß durch Zusatz von Übergangsmetall-Katalysatoren und gleichzeitige mechanische Aktivierung des Magnesiums die Grignard-Verbin­ dungen in guten Ausbeuten erhalten werden können. Nach Umsetzung mit Trimethylborat resultieren die korrespondie­ renden Formylphenylboronsäuren in guten Ausbeuten. Hierbei handelt es sich um eine wirtschaftlich sehr interessante Herstellungsmethode, die allerdings, bedingt durch die erforderliche, mechanische Aktivierung des Magnesiums, hohe In­ vestitionen erfordert und hohe Anforderungen an den Anlagenbau stellt. Gleichzeitig enthalten die Produkte Spuren der verwendeten Übergangsmetalle im ppm-Bereich, die je nach Anwendung (Pharma, Enzyminhibitoren) aufwendig und quantitativ entfernt werden müssen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es somit, ein einfaches und wirtschaftliches Verfahren zur Her­ stellung von Formylphenylboronsäuren, ausgehend von kommerziell leicht erhältlichen und günstigen Ausgangsverbin­ dungen, zur Verfügung zu stellen, das ohne die Verwendung von Übergangsmetallkatalysatoren und ohne hohe Investi­ tionen in den Anlagenbau auskommt. Gleichzeitig soll das Verfahren die Produkte in möglichst hohen Ausbeuten und Reinheiten liefern.
Das erfindungsgemäße Verfahren löst diese Aufgabe und betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Formylp­ henylboronsäuren der allgemeinen Formel (I) durch Umsetzung von geschützten Chlorbenzaldehyden der allgemeinen Formel (II) mit Lithiummetall in einem inerten Lösungsmittel zu Verbindungen der Formel (III) und anschliessender Umsetzung mit einer Borverbindung der Formel BY3 zu Verbindungen der Formel (I):
worin Y für eine geradkettige oder verzweigte C1-C6-Alkoxy- oder C1-C5-Dialkylaminogruppe, Halogen oder eine C1- C6-Alkylthiogruppe steht, R steht für H, oder einen C1-C5-Alkyl- oder C1-C5-Alkoxyrest, Der Rest CHX2 ist vorzugs­ weise ein Acetal der Formel (IV) oder (V):
worin R1 bis R4 gleich oder verschieden sind und die Bedeutung Wasserstoff, C1-C12-Alkyl oder Phenyl haben, oder R1 und R2 zusammen einen 5- oder 6-gliedrigen, aliphatischen oder aromatischen Ring bilden oder ein Oxazolidin der For­ mel (V):
oder ein Aminal der Formel (VII):
worin R1 bis R4 wie vorstehend definiert ist und R5 und R' die Bedeutung C1-C6-Alkyl oder Aryl haben.
Als Ausgangsverbindungen der Formel (II) können geschützte ortho-, meta- oder para-Chlorbenzaldehyde ein­ gesetzt werden, wobei aufgrund der sterisch gehinderten ortho-Position bessere Ausbeuten beim Einsatz von meta- oder para-Chlorbenzaldehyden erzielt werden können.
Obwohl das erfindungsgemäß verwendete Lithiummetall, bezogen auf seine Masse, ein teurer Rohstoff ist, so ist der Preisunterschied zu Magnesium, bezieht man sich auf die eingesetzten Stoffmengen, vernachlässigbar gering. Das Metall wird im vorliegenden Verfahren als Pulver, Späne, Sand, Granalien, Stücke, Barren oder in anderer Form in einem geeigneten Lösungsmittel vorgelegt und mit dem geschützten Chlorbenzaldehyd zur Reaktion gebracht.
Geeignete, inerte Lösungsmittel sind alle solche, die unter den erfindungsgemäßen Bedingungen weder mit Lit­ hiummetall noch mit dem entstehenden, lithiierten Aromaten reagieren, besonders aliphatische oder aromatische Ether oder Kohlenwasserstoffe, wie z. B. THF, Diethylether, Diisopropylether, Di-n-butylether, Toluol, Cyclohexan oder Di­ oxan oder Gemische der in Frage kommenden inerten Lösungsmittel.
Die Umsetzung von Lithiummetall mit geschützten Chlorbenzaldehyden wird bei Temperaturen zwischen -100 und +35°C durchgeführt, da bei niedrigeren Temperaturen die Reaktion zu langsam verläuft, bei höheren Tem­ peraturen aber die entstehenden Lithiumaryle, beispielsweise die Acetal-, Aminal- oder Oxazolidin-Funktionalität an­ greifen und spalten. Bevorzugte Reaktionstemperaturen liegen daher im Bereich von -70 bis +10°C, besonders bevor­ zugt -55 bis +5°C.
Die Umsetzung von Lithium mit Verbindungen der Formel (II) ist im allgemeinen nach 3 bis 18 Stunden, ins­ besondere in 4 bis 10, vollständig abgelaufen; in einigen Fällen kann - je nach Natur des eingesetzten, geschützten Chlor­ benzaldehyds und des verwendeten Lösungsmittels - die Reaktion deutlich langsamer verlaufen, wodurch schlechte Zeitausbeuten resultieren. Die Geschwindigkeit des Ablaufs dieser Reaktion kann durch die Gegenwart von organischen Redoxkatalysatoren, wie Biphenyl, Naphthalin oder anderen organischen Verbindungen erheblich gesteigert werden, die vom Li-Metall rasch Elektronen aufnehmen und diese schnell und effizient auf die C,Cl-Bindung des geschützten Chlor­ benzaldehyds übertragen. Die Redoxkatalysatoren werden in Mengen zwischen 0 und 5 mol-% zugesetzt.
Das molare Verhältnis von Lithium-Verbindung der Formel (II) liegt üblicherweise im Bereich von 1,9 : 1 bis 8 : 1; es können allerdings auch größere Überschüsse eingesetzt werden, wenn dies z. B. aus apparativen Gründen vor­ teilhaft ist, z. B. in Umpumpapparaturen.
Die Konzentration der Lithiumverbindung im Lösungsmittel kann zwischen 0,5 und 50% betragen; bevorzugt sind 5 bis 35 Gew.-%, besonders bevorzugt 15 bis 30 Gew.-%. Der geschützte Chlorbenzaldehyd kann entweder dosiert werden oder (vor allem bei größeren Li-Stücken) vollständig vorgelegt werden.
Die Umsetzung der resultierenden Lithiumorganyle der Formel (III) mit den Borverbindungen wird zur Erzie­ lung hoher Selektivitäten bei niedrigen Temperaturen zwischen +20 und -110°C durchgeführt, bevorzugt zwischen 0 und -80°C durchgeführt. Dabei kann entweder so verfahren werden, daß die Borverbindungen als Flüssigkeiten oder Lösun­ gen zu der Lösung des Lithiumorganyls dosiert werden oder indem die Lösung des Lithiumorganyls zu der (gegebenen­ falls als Lösung in Kohlenwasserstoffen oder Ethern vorgelegten) vorgelegten Borverbindung dosiert wird. Zweckmäßi­ gerweise wird ein geringer Überschuß, insbesondere ein Überschuß im Bereich von 5 bis 50%, an Borverbindung einge­ setzt.
Als geeignete Borverbindungen können beispielsweise Borhalogenide, wie BBr3 oder BCl3 oder Borsäureester, wie z. B. Trimethylborat, Triisopropylborat oder Tributylborat eingesetzt werden; ebenso können gemischte Halogen­ borsäureester verwendet werden.
Nach dem Auftauen der Reaktionsmischungen auf Raumtemperatur sind verschiedene Aufarbeitungsmethoden geeignet, beispielsweise Hydrolyse durch Zugabe von Wasser; Einstellen des pH-Wertes in einen leicht sauren Bereich (2,5-6,5); Abdestillieren der Lösungsmittel; Filtration und Trocknung des Produkts. Ist es aus wirtschaftlichen Gründen von Interesse, das bei der Lithiierung eingesetzte Lösungsmittel in wasserfreier Form zu erhalten und dieses so direkt wieder in der Lithiierung einzusetzen, so kann dieses auch aus der Reaktionsmischung unter gleichzeitigem Zusatz eines höhersiedenden Lösungsmittels destillativ gewonnen werden; beispielsweise kann Diethylether durch Cyclohexan oder THF durch Toluol ersetzt werden.
Vor der Abtrennung der Formylphenylboronsäuren vom Reaktionsgemisch, beispielsweise durch Filtration oder Zentrifugation, sollten wasserlösliche Lösungsmittel, wie THF zweckmäßigerweise z. B. durch Destillation abge­ trennt werden, da ansonsten die Löslichkeit der Produkte in Wasser erhöht und die Ausbeuten entsprechend erniedrigt werden. Der pH der Hydrolysemischung ist zunächst im alkalischen Bereich und wird vor der Gewinnung des Produkts bzw. vor dem Abdestillieren wasserlöslicher Lösungsmittel auf einen Wert im Bereich von 7,5 bis 1,0 gestellt, um Ne­ benreaktionen, wie z. B. Cannizzaro-Reaktionen, zu verhindern; bevorzugt sind dabei pH-Bereiche zwischen 6,0 und 3,0, besonders bevorzugt der jeweilige pH der freien Boronsäure.
Die Filtration oder Zentrifugation der Produkte wird zweckmäßigerweise bei Temperaturen im Bereich von -10 bis +75°C durchgeführt.
Die Trocknung der anfallenden Formylphenylboronsäuren muß aufgrund deren Oxidationsempfindlichkeit un­ ter Schutzgas und im Vakuum und bei milden Temperaturen durchgeführt werden.
Das Produkt fällt bei stetem Arbeiten unter Schutzgas in sehr reiner Form an (< 99%, HPLC a/a) und kann di­ rekt weiterverwendet werden.
Für spezielle Anwendungen sind Aufreinigungen erforderlich, die z. B. durch Auflösen in Natronlauge bei 0-30°C, Extraktion mit Toluol oder einem anderen Kohlenwasserstoff oder Ether und nachfolgendes Ausfällen durch Ansäuern vorgenommen werden können. Derartige, geeignete Aufreinigungsmethoden sind beispielsweise in der deut­ schen, nicht vorveröffentlichten Anmeldung DE-A-100 32 017.1 beschrieben.
Das erfindungsgemäße Verfahren soll durch die nachfolgenden Beispiele erläutert werden, ohne die Erfindung darauf zu beschränken:
Beispiel 1
Vorgelegt werden 3,52 g Lithiumspäne und 180 g THF bei -50°C. 53,6 g 4-Chlorbenzaldehyd-Diethylacetal werden in 90 min zugetropft. Nach weiteren 2 h Nachrühren wird auf -70°C abgekühlt und bei dieser Temperatur 31,2 g Trimethylborat gelöst in 60 ml THF in 15 min zugetropft. Über Nacht läßt man den Ansatz auftauen. Bei 0°C werden 250 g Wasser zugegeben und der pH mit 26,5 g HCl 36% auf 4,5 eingestellt. Das wasserfeuchte THF wird im leichten Vakuum möglichst vollständig abdestilliert. Die resultierende Suspension wird auf 10°C abgekühlt und bei 10°C abge­ saugt. Das Produkt wird mit wenig Eiswasser gewaschen und bei 40°C im leichten Stickstoffstrom getrocknet. Die Aus­ beute an reiner 4-Formylphenylboronsäure beträgt 34,5 g (92,1%).
Beispiel 2
Vorgelegt werden 3,52 g Lithiumspäne und 180 g THF bei -50°C. 46,1 g 4-Chlorbenzaldehyd-Ethylenglykola­ cetal werden in 90 min zugetropft. Nach weiteren 4 h Nachrühren wird auf -70°C abgekühlt und bei dieser Temperatur 31,2 g Trimethylborat gelöst in 60 ml THF in 15 min zugetropft. Über Nacht läßt man den Ansatz auftauen. Bei 0°C wer­ den 250 g Wasser zugegeben und der pH mit 26,5 g HCl 36% auf 4,5 eingestellt. Das wasserfeuchte THF wird im leich­ ten Vakuum möglichst vollständig abdestilliert. Die resultierende Suspension wird auf 10°C abgekühlt und bei 10°C ab­ gesaugt. Das Produkt wird mit wenig Eiswasser gewaschen und bei 40°C im leichten Stickstoffstrom getrocknet. Die Ausbeute an reiner 4-Formylphenylboronsäure beträgt 32,1 g (85,7%); die etwas geringere Ausbeute als im ersten Expe­ riment erklärt sich durch das Spaltprodukt Glykol, das die Löslichkeit des Produkts in der wäßrigen Phase erhöht.
Beispiel 3
Die Herstellung der Lithiumverbindung wurde analog zu Beispiel 1 durchgeführt; allerdings wurde in diesem Fall eine 1 : 1-Mischung aus THF und Toluol als Lösungsmittel verwendet. Die resultierende Li-Verbindung wurde mit 1,2 Äquivalenten einer käuflichen Lösung von BCl3 in Toluol bei -70°C umgesetzt. Die Ausbeute an 4-Formylphenyl­ boronsäure betrug hier 79%.
Beispiel 4
Beispiel 2 wurde unter Zusatz von 0,2 mol-% Biphenyl wiederholt, wodurch die Nachrührzeit auf 2 h halbiert werden konnte. Die Ausbeute betrug hier 89%.
Beispiel 5
Die Herstellung der Li-Verbindung wurde analog zu Beispiel 2 im Lösungsmittel Toluol unter Zusatz von 0,25% Biphenyl durchgeführt; die Nachrührzeit mußte auf 14 h erhöht werden. Ausbeute 83%.
Beispiel 6
Ausgehend von 3-Chlorbenzaldehyd-Diethylacetal wurde analog zu Beispiel 1 in einer Ausbeute von 91,5% 3- Formylphenylboronsäure erhalten:
Beispiel 7
Ausgehend von 2-Chlorbenzaldehyd-Diethylacetal wurde analog zu Beispiel 1 in einer Ausbeute von nur 79% 2-Formylphenylboronsäure erhalten.
Beispiel 8
Vorgelegt werden 3,52 g Lithiumspäne und 180 g THF bei -50°C. 53,7 g 3-Chlorbenzaldehyd-N,N'-dimethyle­ thylendiaminal (255 mmol) werden in 90 min zugetropft. Nach weiteren 2 h Nachrühren wird auf -50°C abgekühlt und bei dieser Temperatur 31,2 g Trimethylborat gelöst in 60 ml THF in 15 min zugetropft. Über Nacht läßt man den Ansatz auftauen. Bei 0°C werden 290 g Wasser zugegeben und der pH mit 36,9 g HCl 37% auf 3,9 eingestellt. Das wasser­ feuchte THF wird im leichten Vakuum möglichst vollständig abdestilliert (bei Normaldruck, um vollständige Spaltung des Aminals zu gewährleisten). Die resultierende Suspension wird auf 10°C abgekühlt und bei 10°C abgesaugt. Das Pro­ dukt wird mit Eiswasser sorgfältig gewaschen und bei 40°C im leichten Stickstoffstrom getrocknet. Die Ausbeute an rei­ ner 3-Formylphenylboronsäure beträgt 34,5 g (92,1%).

Claims (12)

1. Verfahren zur Herstellung von Formylphenylboronsäuren der allgemeinen Formel (I) durch Umsetzung von ge­ schützten Chlorbenzaldehyden der allgemeinen Formel (II) mit Lithium in einem inerten Lösungsmittel zu Verbin­ dungen der Formel (III) und anschliessender Umsetzung mit einer Borverbindung der Formel BY3 zu Verbindungen der Formel (I):
worin Y für eine geradkettige oder verzweigte C1-C6-Alkoxygruppe, C1-C5-Dialkylaminogruppe, Halogen oder eine C1-C6-Alkylthiogruppe steht, R steht für H, einen C1-C5-Alkyl- oder einen C1-C5-Alkoxyrest, Der Rest CHX2 ist vorzugsweise ein Acetal der Formel (IV) oder (V):
worin R1 bis R4 gleich oder verschieden sind und die Bedeutung Wasserstoff, C1-C12-Alkyl oder Phenyl haben, oder R1 und R2 zusammen einen 5- oder 6-gliedrigen, aliphatischen oder aromatischen Ring bilden
oder ein Oxazolidin der Formel (V):
oder ein Aminal der Formel (VII):
worin R1 bis R4 wie vorstehend definiert ist und R5 und R' die Bedeutung C1-C6-Alkyl oder Aryl haben.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Verhältnis von Lithium : Verbindung der Formel (II) im Bereich von 1,9 : 1 bis 8 : 1 liegt.
3. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Lithium in Form von Pulver, Sand, Spänen, Stücken oder Granulat vorgelegt und mit dem geschützten Chlorbenzaldehyd der Formel (II) zur Reaktion gebracht wird.
4. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Umsetzung von Lithium mit dem geschützten Chlorbenzaldehyd bei einer Temperatur im Bereich von -100 bis +35°C durchgeführt wird.
5. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei als inerte Lösungsmittel aliphatische oder aromatische Ether oder Kohlenwasserstoffe verwendet werden.
6. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Umsetzung von Verbindungen der Formel (II) mit Lithium in Gegenwart von organischen Redoxkatalysatoren durchgeführt wird.
7. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Umsetzung der Lithiumorganyle der Formel (III) mit den Borverbindungen BY3 bei Temperaturen im Bereich von +20 bis -110°C durchgeführt wird.
8. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Borverbindung in Bezug auf das Lithiumorganyl im Überschuß zugesetzt wird.
9. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vor Abtrennung der Formylphenylbo­ ronsäuren der Formel (I) wasserlösliche Lösungsmittel destillativ entfernt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei vor dem Abdestillieren der Lösungsmittel der pH auf einen Wert im Bereich von 7,5 bis 1,0 eingestellt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 und/oder 10, wobei die Formylphenylboronsäure der Formel (I) bei Temperaturen im Bereich von -10 bis +75°C durch Filtration oder Zentrifugation vom Reaktionsgemisch abgetrennt wird.
12. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erhaltenen Formylphenylboron­ säuren der Formel (I) unter Schutzgas, gegebenenfalls im Vakuum, getrocknet werden.
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