DE10060389A1 - Abgabevorrichtung für Fluide - Google Patents
Abgabevorrichtung für FluideInfo
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abgabevorrichtung für Fluide aus einem Vorratsbehältnis, mit einem auf das Vorratsbehältnis 1 aufsetzbaren Gehäusekörper 2, in dem eine Druckkammer 6 ausgebildet ist. Die Druckkammer 6 ist nach oben von einem in der Druckkammer 6 geführten Kolben 7 und nach unten mit einem gegenüber dem Vorratsbehältnis 1 wirkenden ersten Ventil 8 begrenzt, das bei Überdruck in der Druckkammer 6 schließt und bei Unterdruck öffnet. Weiterhin ist ein Pumpkanal 23 vorgesehen, der einerseits mit der Druckkammer 6 und andererseits mit der Umgebung verbunden ist und in dem ein zweites Ventil 25 vorgesehen ist, das bei Überdruck in der Druckkammer 6 öffnet und bei Unterdruck schließt. Das zweite Ventil 25 ist derart ausgebildet, daß der Pumpkanal 23 am distalen Ende 18 des Gehäusekörpers 2 verschlossen werden kann. Die Gefahr einer Ansammlung von Restflüssigkeit am distalen Ende 18 des Gehäusekörpers aufgrund einer Kavität oder eines ähnlichen Hohlraumes ist somit nicht gegeben, so daß eine keimfreie Lagerung möglich ist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abgabevorrichtung für Fluide nach dem
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Bekannt sind herkömmliche Abgabevorrichtungen für Pharmazeutika oder
Kosmetika. Derartige Dosierpumpen erlauben die Förderung einer bestimmten
Menge eines Fluids aus einem Vorratsbehältnis.
Die EP-0 739 247 B1 beschreibt eine Saug-Druckpumpe für Fluidbehälter, die
zum Versprühen von Flüssigkeiten bestimmt ist, deren Lebensdauer bei Kontakt
mit Luftsauerstoff verringert wird. Die bekannte Dosierpumpe weist einen in den
Fluidbehälter hineinragenden Druckzylinder auf, in dem ein Kolben abdichtend
geführt ist. In dem Druckzylinder ist eine Druckkammer ausgebildet, die durch
den Kolben und durch ein gegenüber dem Fluidbehälter wirkendes Kugelventil,
das bei Überdruck schließt und bei Unterdruck öffnet, begrenzt und mit einem
axialen Pumpkanal verbunden ist. Der Kolben wird durch Federkraft in der oberen
Ruheposition gehalten. Innerhalb des Pumpkanales ist ein zweites Ventil
angeordnet, das sich bei Überdruck in der Druckkammer öffnet und bei
Unterdruck in der Druckkammer schließt. Zwischen dem zweiten Ventil und dem
distalen Ende des Pumpkanales ist ein Zwischenraum vorgesehen. Wenn der
Kolben nach unten gedrückt wird, so erhöht sich der Druck in der Druckkammer,
das Ventil zu dem Fluidbehälter schließt sich und die in der Druckkammer
befindliche Flüssigkeit entweicht unter Druck durch den axialen Pumpkanal
vorbei an dem geöffneten zweiten Ventil in den Zwischenraum und gelangt von
dort nach außen. Beim Loslassen des Kolbens entsteht in der Druckkammer ein
Unterdruck, so daß sich das zweite Ventil wieder schließt und das Kugelventil
zum Fluidbehälter öffnet und Flüssigkeit in die Druckkammer angesaugt wird.
Ein wesentlicher Nachteil der bekannten Saug-Druckpumpe besteht darin, daß die
abgegebene Flüssigkeit nicht völlig keimfrei an die zu behandelnde Stelle, wie
beispielsweise das Auge oder die Nase eines Patienten, gelangt.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, eine
Abgabevorrichtung für Fluide aus einem Vorratsbehältnis zu schaffen, die eine
keimfreie Lagerung der Flüssigkeit bzw. die Abgabe keimfreier Flüssigkeit
gewährleistet.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt anhand der in dem Patentanspruch 1
angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind
Gegenstand der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Abgabevorrichtung für Fluide aus einem Vorratsbehältnis
weist einen auf das Vorratsbehältnis aufsetzbaren Gehäusekörper auf, in dem eine
Druckkammer ausgebildet ist. Die Druckkammer ist nach oben von einem in der
Druckkammer geführten Kolben und nach unten von einem gegenüber dem
Vorratsbehältnis wirkenden ersten Ventil begrenzt. Das erste Ventil schließt bei
Überdruck in der Druckkammer, wohingegen es sich bei Unterdruck in der
Druckkammer öffnet. Weiterhin ist in dem Gehäusekörper ein Pumpkanal
vorgesehen ist, der einerseits mit der Druckkammer und andererseits mit der
Umgebung verbunden ist. In dem Pumpkanal ist ein zweites Ventil vorgesehen,
das bei Überdruck in der Druckkammer öffnet und bei Unterdruck schließt. Das
zweite Ventil ist derart ausgebildet ist, daß der Pumpkanal am distalen Ende des
Gehäusekörpers verschlossen werden kann.
Im Gegensatz zum Stand der Technik ist somit ein Zwischenraum zwischen dem
zweiten Ventil und dem Ende des Pumpkanales nicht vorhanden, in dem sich
Flüssigkeit nach dem Versprühen ansammeln könnte, die der Umgebung
ausgesetzt und somit nach geraumer Zeit keimbeladen wäre, insbesondere wenn es
sich um ein Nasenspray handelt, bei dem das distale Ende des Gehäusekörpers in
die Nase des Patienten eingeführt wird. Es ist damit ausgeschlossen, daß bei
nochmaligem Versprühen ein keimbeladener Flüssigkeitsrest zusammen mit der
nachströmenden Flüssigkeit abgegeben wird. Dies wird durch die Ausbildung des
zweiten Ventiles insofern verhindert, als die Flüssigkeit innerhalb des
Pumpkanales durch das zweite Ventil von der Umgebung vollständig getrennt ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Abgabevorrichtung umfaßt das zweite Ventil einen umströmbaren stationären
Dichtungskörper und eine elastische Dichtungsscheibe. Der stationäre
Dichtungskörper erstreckt sich in eine Aussparung in der Dichtungsscheibe, die
dichtend an dem stationären Dichtungskörper anliegt. Unter dem stationären
Dichtungskörper ist ein im wesentlichen starrer an dem Gehäusekörper befestigter
und beliebig geformter Körper zu verstehen. Die Dichtungsscheibe ist dagegen
aufgrund ihrer Elastizität verformbar. Bei Erzeugung eines Druckes innerhalb der
Druckkammer umströmt die Flüssigkeit den Dichtungskörper und drückt gegen
die Dichtungsscheibe, so daß diese im Bereich der Anlage an den
Dichtungskörper angehoben wird und Flüssigkeit entweichen kann. Diese
Ausführungsform stellt ein besonders einfach zu fertigendes Ventil zur
Verfügung. Darüber hinaus unterstützt diese Ausführungsform die Tropfenbildung
am distalen Ende des Gehäusekörpers bei der Abgabe der Flüssigkeit.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Abgabevorrichtung liegt die Dichtungsscheibe linienförmig an dem stationären
Dichtungskörper an. Durch die scharfe Abgrenzung des Pumpkanales von der
Umgebung mittels einer linienförmigen Anlage ist eine hohe Dichtigkeit des
zweiten Ventiles gewährleistet, die bei einer flächigen Anlage nicht in diesem
Maße erzielt wird, da in letzterem Falle eine wesentlich höhere
Fertigungsgenauigkeit der flächig aneinander angrenzenden Teile erforderlich
wäre, die aber nicht immer erzielt werden kann.
Um eine besonders gleichmäßige Verteilung der austretenden Flüssigkeit zu
erzielen, liegt die Dichtungsscheibe in einer besonders bevorzugten
Ausführungsform der Abgabevorrichtung kreislinienförmig an dem stationären
Dichtungskörper an. Dies wird durch einen rotationssymmetrisch ausgebildeten
stationären Dichtungskörper und einer kreisrunden Ausnehmung in der
Dichtungsscheibe erreicht.
Um eine leichtere Umströmung des stationären Dichtungskörpers zu
gewährleisten, weist der Pumpkanal gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung im Bereich des stationären Dichtungskörpers einen größeren
Durchmesser als in einem der Druckkammer zugewandten Bereich auf.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Abgabevorrichtung ist die Dichtungsscheibe gegen den stationären
Dichtungskörper vorgespannt. Unter der Vorspannung ist zu verstehen, daß der
stationäre Dichtungskörper und die elastische Dichtungsscheibe derart zueinander
angeordnet sind, daß der Rand der Ausnehmung in der Dichtungsscheibe nach
außen gedrückt ist. Durch die Vorspannung der elastischen Dichtungsscheibe
kann eine höhere Dichtigkeit des zweiten Ventiles erzielt werden.
Der stationäre Dichtungskörper ist in einer vorteilhaften Ausführungsform der
Erfindung auf der der Dichtscheibe zugewandten Seite im wesentlichen
kegelförmig ausgebildet. Die in die Ausnehmung der Dichtungsscheibe ragende
Spitze des Kegels führt die austretende Flüssigkeit zusammen, so daß ein
willkürliches Spritzen zu den Seiten unterbunden und eine Tropfenbildung bei der
Abgabe unterstützt wird.
Der vorgenannte Vorteil wird, wenn auch nicht im gleichen Maße, ebenfalls durch
eine weitere bevorzugte Ausführungsform erzielt, bei der der stationäre
Dichtungskörper auf der der Dichtungssscheibe zugewandten Seite im
wesentlichen kugelkappenförmig ausgebildet ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Abgabevorrichtung weist das
zweite Ventil einen verschiebbaren Dichtungskörper auf. Dieser ist federnd gegen
das distale Ende des Pumpkanales vorgespannt. Die federnde Vorspannung kann
hierbei durch eine Zug- oder Druckfeder oder ein Federelement wie beispielsweise
einen Gummizug erreicht werden.
Um in jedem Fall eine auslaßseitige Anordnung des Federelementes und somit
eine Gefahr der Ansammlung von Flüssigkeit an diesem zu verhindern, ist das
Federelement vorzugsweise an der dem Pumpkanal zugewandten Seite des
Dichtungskörpers angeordnet.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die beigefügten Figuren eingehender erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 die erfindungsgemäße Abgabevorrichtung zusammen mit dem
Vorratsbehälter in geschnittener Darstellung, wobei sich der Kolben
in der Ruheposition befindet,
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II von Fig. 1,
Fig. 3 den Ausschnitt A von Fig. 1 in vergrößerter Darstellung,
Fig. 4 den Ausschnitt B von Fig. 1 mit dem zweiten Ventil in einer ersten
Ausführungsform,
Fig. 5 das zweite Ventil von Fig. 4 in der geöffneten Position,
Fig. 6 den Ausschnitt B von Fig. 1 mit dem zweiten Ventil in einer zweiten
Ausführungsform,
Fig. 7 den Ausschnitt B von Fig. 1 mit dem zweiten Ventil in einer dritten
Ausführungsform,
Fig. 8 den Ausschnitt B von Fig. 1 mit dem zweiten Ventil in einer vierten
Ausführungsform und
Fig. 9 den Ausschnitt B von Fig. 1 mit dem zweiten Ventil in einer fünften
Ausführungsform.
Zuerst soll anhand der Fig. 1 bis 3 der grundlegende Aufbau der
Abgabevorrichtung erklärt werden.
Die Abgabevorrichtung ist zum Versprühen einer Flüssigkeit aus einem
Vorratsbehälter 1 bestimmt, wobei in der vorliegenden Ausführungsform ein
kollabierbarer Beutel 1a vorgesehen ist, der in den Vorratsbehälter 1 eingesetzt ist.
Der Gehäusekörper 2 der Abgabevorrichtung besteht aus einem unteren
Gehäuseteil 3 und einem oberen Gehäuseteil 4, der auf den unteren Gehäuseteil 3
aufgesetzt ist. Der untere Gehäuseteil 3 des Gehäusekörpers ist als
Verschlußkappe ausgebildet, die einschnappend und dichtend auf den
Vorratsbehälter 1 aufgesetzt ist. Der untere Gehäuseteil 3 nimmt einen
Druckzylinder 5 auf, der sich in den Vorratsbehälter 1 erstreckt. Am unteren Ende
des Druckzylinders 5 ist eine Druckkammer 6 ausgebildet, die am oberen Ende
von einem im Druckzylinder geführten Kolben 7 und am unteren Ende von einem
gegenüber dem Vorratsbehälter 1 wirkenden ersten Ventil 8 begrenzt ist.
Der Kolben 7 weist einen unteren Abschnitt 7a und einen oberen Abschnitt 7b auf,
wobei der Außendurchmesser des unteren Abschnitts geringfügig größer als der
Durchmesser des oberen Abschnitts ist. Der Druckzylinder 5 weist entsprechend
einen unteren Abschnitt 5a mit einem größeren Innendurchmesser und einen
oberen Abschnitt 5b mit einem kleineren Durchmesser auf. In der in Fig. 1
gezeigten Ruheposition ist der untere Abschnitt 7a des Kolbens 7 mittels einer in
den Druckzylinder 5 eingesetzten Druckfeder 9 gegen den oberen Abschnitt 5b
des Druckzylinders 5 vorgespannt. Der obere Abschnitt 5b des Druckzylinders 5
weist an seinem oberen Rand einen ringförmigen Ansatz 26 mit mehreren
umfangsmäßig verteilt angeordneten Nuten 27 auf. Der Innendurchmesser des
ringförmigen Ansatzes 26 entspricht dem Außendurchmesser des Kolbens 7, so
daß der Kolben in dem Ansatz geführt ist (Fig. 2). Da der Kolben 7 ansonsten
einen kleineren Durchmesser als der Druckzylinder 5 hat, verbleibt zwischen
Kolbenaußenwand und Zylinderinnenwand ein schmaler Spalt 10.
Die Abdichtung des Kolbens 7 gegenüber dem Druckzylinder 5 erfolgt allein mit
einer Dichtlippe 11, die am unteren Ende des Kolben angeordnet ist. Im unteren
Bereich der Druckkammer 6 nimmt der Innendurchmesser des Druckzylinders 5
geringfügig zu, um sich dann wieder zu verringern. Im Bereich dieser Erweiterung
13 geht die Dichtwirkung der Lippe 11 verloren (Fig. 3).
Der Spalt 10 zwischen dem oberen Abschnitt 7b des Kolbens und dem oberen
Abschnitt 5b des Druckzylinders 5 wird von einer flexiblen Dichtung 19
verschlossen. Die Dichtung 19 besteht aus Polyethylen und weist im Zentrum ein
kreisrundes Loch 20 auf, in dem der Kolben 7 dichtend geführt ist. Der äußere
Rand der Dichtung 19 ist dichtend in den unteren Gehäuseteil 3 des
Gehäusekörpers 2 eingesetzt, wobei die Dichtung mit ihrer Unterseite im Bereich
des äußeren Randes auf einem umlaufenden Absatz 21 des Gehäusekörpers
aufliegt, im inneren Bereich hingegen frei beweglich ist.
Oberhalb des Druckraums 6 ist der Druckzylinder 5 mit mehreren umfangsmäßig
verteilt angeordneten Schlitzen 12 versehen. Der Kolben 7 weist einen ersten
axialen Kanal 14 auf, der mit einem Steigrohr 15 verbunden ist, das an dem
oberen Gehäuseteil 4 befestigt ist und in dem sich ein zweiter axialer Kanal 16
erstreckt. Der zweite axiale Pumpknal reicht wiederum bis zu einem dritten
axialen Kanal 17, der innerhalb des oberen Gehäuseteiles 4 angeordnet ist und
sich bis zum distalen Ende 18 des Gehäusekörpers 2 bzw. des oberen
Gehäuseteiles 4 erstreckt. Die Flüssigkeit kann somit aus der Druckkammer 6
über den ersten, zweiten und dritten Kanal 14, 16, 17, die hintereinanderliegend den
Pumpkanal 23 ausbilden, an die Umgebung gelangen. Der Pumpkanal 23 ist am
distalen Ende 18 des Gehäusekörpers 2 mittels eines in dem dritten Kanal 17
ausgebildeten zweiten Ventiles 25 verschlossen.
Der obere und untere Gehäuseteil 3, 4 des Gehäusekörpers 2 weisen jeweils einen
zylindrischen Abschnitt 3a, 4a auf, die gegeneinander verschiebbar sind. An dem
oberen Gehäuseteil 4 ist neben dem Steigrohr 15 eine Öffnung 24 zum Absaugen
der Restluft aus dem kollabierbaren Beutel 1a vorgesehen. Über die Öffnung 24
ist diese Restluft mittels einer nicht dargestellten Absaugvorrichtung absaugbar,
wobei an dieser Stelle nicht näher auf das Verfahren zum Absaugen der Restluft
eingegangen werden soll. Beim Absaugen strömt die Restluft über die Schlitze 12
in dem Druckzylinder 5 und den Spalt 10 zwischen dem oberen Abschnitt 5b des
Druckzylinders 5 und dem oberen Abschnitt 7b des Kolbens 7 sowie die Nuten 27
am oberen Druckzylinderrand in den Raum 22, da die Dichtwirkung der Dichtung
19 verloren geht.
Die Abgabevorrichtung arbeitet wie folgt. Es sei zunächst angenommen, daß der
Vorratsbehälter 1 mit Flüssigkeit befüllt, die Abgabevorrichtung aber noch frei
von Flüssigkeit ist. Beim Zusammendrücken des oberen und unteren Gehäuseteils
3, 4 des Gehäusekörpers 2 verschiebt sich der Kolben 7 in den Druckraum 6,
wobei die in dem Druckraum befindliche Luft über den ersten, zweiten und dritten
Kanal 14, 16, 17, die den Pumpkanal 23 ausbilden, und das geöffnete zweite Ventil
25 an die Umgebung abgegeben wird. Das zweite Ventil 25 ist aufgrund des
Überdrucks in der Druckkammer 6 geöffnet, wohingegen das erste Ventil 8
geschlossen ist. Wenn der Kolben 7 aufgrund der Federkraft zurückschnellt,
entsteht in der Druckkammer 6 ein Unterdruck, so daß sich das zweite Ventil 8
öffnet, wohingegen das erste Ventil 25 schließt. Infolge des Unterdrucks wird
Flüssigkeit aus dem Vorratsbehälter 1 in die Druckkammer 6 angesaugt. Wird der
Kolben anschließend wieder vorgeschoben, so wird die Flüssigkeit aus der
Druckkammer 6 über den Pumpkanal 23 nach außen gedrückt, wobei sich das
zweite Ventil 25 öffnet und das erste Ventil 8 schließt.
Da das zweite Ventil 25 den Pumpkanal 23 nach jedem Pumpvorgang jeweils am
distalen Ende 18 des Gehäusekörpers 2 verschließt, können keinerlei Keime in
den Pumpkanal 23 gelangen. Die Gefahr einer Ansammlung von Restflüssigkeit
am distalen Ende 18 aufgrund einer Kavität oder eines ähnlichen Hohlraumes ist
nicht gegeben.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 4 bis 9 werden im folgenden unterschiedliche
Ausführungsformen des zweiten Ventiles sowie deren Anordnung innerhalb des
dritten Kanales 17 beschrieben.
Fig. 4 zeigt das zweite Ventil 25 in einer ersten Ausführungsform. Der von dem
ersten, zweiten und dritten Kanal 14, 16, 17 gebildete Pumpkanal 23 erstreckt sich
bis zum distalen Ende 18 des Gehäusekörpers 2. Ein an das distale Ende 18
angrenzender Abschnitt 28 des Pumpkanales 23 weist einen größeren
Durchmesser als ein dem distalen Ende 18 abgewandter Abschnitt auf, so daß
innerhalb des Pumpkanales 23 ein dem distalen Ende 18 zugewandter
vorspringender Ansatz 29 ausgebildet ist.
Innerhalb des Abschnittes 28 ist ein stationärer Dichtungskörper 30 angeordnet,
der sich über vier symmetrisch angeordnete Stützen 31 auf dem vorspringenden
Ansatz 29 abstützt. Obwohl die Stützen 31 und der stationäre Dichtungskörper 30
in Fig. 4 eine andere Schraffur als der Gehäusekörper 2 aufweisen, so können
diese dennoch einstückig ausgebildet sein. Der stationäre Dichtungskörper 30 ist
kegelförmig ausgebildet, wobei die Achse des Kegels auf der Längsachse des
Pumpkanales 23 angeordnet ist und die Spitze des Kegels in Richtung des distalen
Endes 18 weist, so daß diese aus dem Pumpkanal 23 herausragt. Der Pumpkanal
23 ist am distalen Ende 18 mittels einer runden elastischen Dichtungsscheibe 32
verschlossen, die eine zentrale kreisrunde Ausnehmung 33 aufweist. Der
stationäre Dichtungskörper 30 und die Dichtungsscheibe 32 sind derart zueinander
angeordnet, daß sich die Spitze des kegelförmigen stationären Dichtungskörpers
30 durch die Ausnehmung 33 erstreckt, wobei die Dichtungsscheibe 32 bzw. der
Rand der Ausnehmung 33 dichtend an dem stationären Dichtungskörper 30 bzw.
dem Kegelmantel des kegelförmigen stationären Dichtungskörpers 30 anliegt. Die
Dichtungsscheibe 32 liegt dabei kreislinienförmig an dem stationären
Dichtungskörper 30 an, wobei in Fig. 4 ein Schnitt durch diese Kreislinie mit dem
Bezugszeichen 34 gekennzeichnet ist.
In Fig. 5 ist die Funktionsweise des zweiten Ventiles in der ersten
Ausführungsform dargestellt. Es wird davon ausgegangen, daß sich bereits nicht
dargestellte Flüssigkeit in dem Pumpkanal 23 (Fig. 4) befindet. Wird nun der
Druck innerhalb der Druckkammer 6 (Fig. 1) und somit innerhalb des
Pumpkanales 23 erhöht, so wird der an dem stationären Dichtungskörper 30
anliegende Rand der elastischen Dichtungsscheibe 32 nach außen gedrückt, so daß
eine Verbindung zwischen dem Pumpkanal 23 und der Umgebung besteht. Wie
durch die Pfeile in Fig. 5 dargestellt, wird die Flüssigkeit durch den Pumpkanal 23
nach oben gedrückt. In dem Abschnitt 28 des Pumpkanales 23 strömt die
Flüssigkeit durch die Zwischenräume zwischen den Stützen 31 radial nach außen,
um den stationären Dichtungskörper 30 zu umströmen. Im Anschluß daran tritt die
Flüssigkeit am distalen Ende 18 aus.
Wie aus der Fig. 5 ersichtlich ist, eignet sich die erste Ausführungsform, wie auch
die unter Bezugnahme auf die Fig. 6 und 7 beschriebene zweite und dritte
Ausführungsform, dazu, am distalen Ende 18 einen Tropfen 35 der Flüssigkeit
auszubilden, der in Fig. 5 gestrichelt dargestellt ist. Somit sind die genannten
Ausführungsformen besonders für eine Abgabevorrichtung für Augentropfen o. ä.
geeignet.
Fig. 6 zeigt das zweite Ventil 25' in einer zweiten Ausführungsform. Die zweite
Ausführungsform ähnelt der ersten Ausführungsform, so daß in Fig. 6 gleiche
Bezugszeichen für gleiche Teile benutzt werden und lediglich auf die
Unterschiede eingegangen wird. Im Gegensatz zu der ersten Ausführungsform ist
der an das distale Ende 18 angrenzende Abschnitt 28 des Pumpkanales 23 in der
zweiten Ausführungsform kürzer ausgebildet. Auf diese Weise ragt der stationäre
Dichtungskörper 30 derart weit in die Ausnehmung 33 hinein, daß der Rand der
Ausnehmung 33 nach außen gedrückt wird. Auf diese Weise ist die elastische
Dichtungsscheibe 32 gegen den stationären Dichtungskörper 30 vorgespannt. Um
von der ersten zu der zweiten Ausführungsform zu gelangen muß allerdings nicht
zwingend der Abschnitt 28 verkürzt werden. Es ist vielmehr ebenso möglich, die
Länge der Stützen 31 und/oder die Länge des Dichtungskörpers 30 und/oder die
Größe der Ausnehmung 33 zu ändern. Obwohl der Rand der Ausnehmung 33 nach
außen gedrückt wird, sollte darauf geachtet werden, daß die Dichtungsscheibe 32
wie bereits bei der ersten Ausführungsform linienförmig an dem stationären
Dichtungskörper 30 anliegt, wie dies in Fig. 6 durch das Bezugszeichen 34
angedeutet ist. Bezüglich der Funktionsweise des zweiten Ventiles 25' in der
zweiten Ausführungsform sei auf die unter Bezugnahme auf Fig. 5 angegebene
Beschreibung verwiesen.
Durch die Vorspannung wird die Dichtwirkung des zweiten Ventiles 25' in der
zweiten Ausführungsform erhöht. Außerdem ist ein größerer Druck in der
Druckkammer 6 notwendig, um das zweite Ventil 25' zu öffnen.
Fig. 7 zeigt eine dritte Ausführungsform des zweiten Ventiles 25", wobei die
dritte Ausführungsform im wesentlichen der ersten Ausführungsform entspricht,
so daß für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen verwendet wurden. Im
Unterschied zu der ersten Ausführungsform ist der stationäre Dichtungskörper 35
bei der dritten Ausführungsform kugelkappenförmig ausgebildet. Wie auch der
kegelförmige stationäre Dichtungskörper 33 der ersten Ausführungsform eignet
sich der stationäre Dichtungskörper 35 zur Erzeugung eines Tropfens (nicht
dargestellt) an dem distalen Ende 18. Die Funktionweise ist analog zur der der
ersten Ausführungsform.
In den Fig. 8 bzw. 9 sind eine vierte bzw. fünfte Ausführungsform des zweiten
Ventiles 25''' bzw. 25"" dargestellt. Beiden Ausführungsformen ist gemeinsam,
daß der Pumpkanal 23 in einem an das distale Ende 18 angrenzenden Abschnitt 36
schmaler ausgebildet ist als in einem Abschnitt, der dem distalen Ende 18
abgewandt ist, so daß in dem Pumpkanal 23 ein von dem distalen Ende 18
wegweisender vorspringender Ansatz 37 ausgebildet ist.
Bei der vierten Ausführungsform (Fig. 8) ist der Pumpkanal 23 am distalen Ende
18 durch einen kegelförmigen verschiebbaren Dichtungskörper 38 verschlossen,
dessen Achse auf der Achse des Pumpkanales 23 liegt, wobei die Spitze des
kegelförmigen verschiebbaren Dichtungskörpers 38 in den Pumpkanal 23 ragt. An
die Spitze schließt sich ein langgestrecktes Verbindungselement 39 an, das
wiederum mit einem Abstützelement 40 verbunden ist, das sich an dem
vorspringenden Ansatz 37 in dem Pumpkanal 23 abstützt. In dem Abstützelement
40 sind Löcher 41 zum Durchgang der Flüssigkeit vorgesehen. Der verschiebbare
Dichtungskörper 38 und das Verbindungselement 39 sind einstückig ausgebildet
und elastisch verformbar. Wenn sich der Druck in dem Pumpkanal 23, der auf den
verschiebbaren Dichtungskörper 38 wirkt, erhöht, so verlängert sich das
Verbindungselement 39 elastisch und der Dichtungskörper 38 hebt von dem
distalen Ende 18 ab, so daß Flüssigkeit austreten kann.
Die fünfte Ausführungsform ähnelt der vierten Ausführungsform, allerdings ist
der verschiebbare Dichtungskörper 42 kugelförmig ausgebildet. An den
verschiebbaren Dichtungskörper 42 schleißt sich ebenfalls ein langestrecktes
Verbindungselement 43 an, allerdings sind weder der verschiebbare
Dichtungskörper 42, noch das Verbindungselement 43 elastisch ausgebildet. Das
Abstützelement 40 entspricht dem Abstützelement von Fig. 8. Um die
Verschiebbarkeit des Dichtungskörpers 42 zu gewährleisten, ist zwischen dem
Abstützelement 40 und dem vorspringenden Ansatz 37 eine Druckfeder 44
angeordnet, die das Abstützelement 40, das Verbindungselement 43 und somit den
verschiebbaren Dichtungskörper 42 nach unten und gegen das distale Ende 18
drückt. Bei Erhöhung des Drucks in dem Pumpkanal 23, wird der verschiebbare
Dichtungskörper 42 gegen die Federkraft der Druckfeder 44 nach oben
verschoben und gibt den Pumpkanal 23 frei, so daß Flüssigkeit austreten kann.
Die vierte und fünfte Ausführungsform neigen im Gegensatz zu den zuvor
beschriebenen Ausführungsformen nicht so stark zur Tropfenbildung, so daß
deren Einsatzgebiet vielmehr bei Abgabevorrichtungen zum Versprühen der
Flüssigkeit liegt, wie dies beispielsweise bei einem Nasenspray erfolgt.
Claims (10)
1. Abgabevorrichtung für Fluide aus einem Vorratsbehältnis, mit einem auf das
Vorratsbehältnis (1) aufsetzbaren Gehäusekörper (2), in dem eine
Druckkammer (6) ausgebildet ist, die nach oben von einem in der
Druckkammer (6) geführten Kolben (7) und nach unten von einem gegenüber
dem Vorratsbehältnis (1) wirkenden ersten Ventil (8) begrenzt ist, das bei
Überdruck in der Druckkammer (6) schließt und bei Unterdruck öffnet, wobei
ferner ein Pumpkanal (23) vorgesehen ist, der einerseits mit der Druckkammer
(6) und andererseits mit der Umgebung verbunden ist und in dem ein zweites
Ventil (25, 25', 25", 25''', 25"") vorgesehen ist, das bei Überdruck in der
Druckkammer (6) öffnet und bei Unterdruck schließt,
dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Ventil (25, 25', 25", 25''', 25"") derart
ausgebildet ist, daß der Pumpkanal (23) am distalen Ende (18) des
Gehäusekörpers (2) verschließbar ist.
2. Abgabevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Ventil (25, 25', 25") einen umströmbaren stationären Dichtungskörper (30, 35)
und eine elastische Dichtungsscheibe (32) umfaßt, wobei sich der stationäre
Dichtungskörper (30, 35) in eine Ausnehmung (33) in der Dichtungsscheibe
(32) erstreckt, die dichtend an dem stationären Dichtungskörper (30, 35) anliegt.
3. Abgabevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dichtungsscheibe (32) linienförmig an dem stationären Dichtungskörper
(30, 35) anliegt.
4. Abgabevorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dichtungsscheibe (32) kreislinienförmig an dem stationären Dichtungskörper
(30, 35) anliegt
5. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Pumpkanal (23) im Bereich des stationären
Dichtungskörpers (30, 35) einen größeren Durchmesser aufweist.
6. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Dichtungsscheibe (32) gegen den stationären
Dichtungskörper (30) vorgespannt ist.
7. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der stationäre Dichtungskörper (30) auf der der
Dichtungsscheibe (32) zugewandten Seite im wesentlichen kegelförmig
ausgebildet ist.
8. Abgabevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der stationäre Dichtungskörper (35) auf der der
Dichtungsscheibe (32) zugewandten Seite im wesentlichen kugelkappenförmig
ausgebildet ist.
9. Abgabevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Ventil (25''', 25"") einen verschiebbaren Dichtungskörper (38, 42) aufweist,
der gegen das distale Ende des Pumpkanales (23) federnd vorgespannt ist.
10. Abgabevorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Federelement (39, 44) zum Vorspannen des Dichtungskörpers (38, 42)
vorgesehen ist, wobei das Federelement (39, 44) zu der dem Pumpkanal (23)
zugewandten Seite des Dichtungskörpers (38, 42) angeordnet ist.
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|---|---|---|---|---|
| FR2889691A1 (fr) * | 2005-08-11 | 2007-02-16 | Marc Hemon | Dispositif de distribution d'un produit fluide sous forme de goutte |
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| DE7630701U1 (de) * | Aero-Pump Gmbh, Zerstaeuberpumpen, 6203 Hochheim | |||
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2000
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2001
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