DE10059265A1 - Solarthermische Anordnung - Google Patents
Solarthermische AnordnungInfo
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Abstract
Für eine solarthermische Anordnung werden Arbeitsmittel vorgeschlagen, welche mit der Wärmetransportflüssigkeit im Kollektor in Wärmekontakt stehen und die Antriebsleistung zur Umwälzung der Wärmetransportflüssigkeit aus einer Temperaturdifferenz ableiten. Insbesondere kann eine von den Arbeitsmitteln angetriebene Fördereinrichtung einen pulsierenden Flüssigkeitsstrom erzeugen und in einem Eingangsbereich des Kollektors eine zeitliche Temperaturdifferenz durch zyklisch variierende Temperatur zwischen strahlungserwärmter und nachströmender kalter Flüssigkeit ausnutzen. Aus der zyklischen Variation wird über ein Arbeitsmedium mit hoher Wärmeausdehnung ein Arbeitszyklus der Fördereinrichtung mit Leistung gespeist.
Description
Die Erfindung betrifft eine solarthermische Anordnung, bei welcher eine als
Wärmetransportmedium dienende Flüssigkeit, typischerweise Wasser mit Zu
satzstoffen, durch einen Kollektor gefördert und im Kollektor durch auf diesen
einfallende Sonnenstrahlung erwärmt wird. Die Flüssigkeit wird im Regelfall in
einem geschlossenen Kreislauf zwischen dem Kollektor und einem Speicher
behälter umgewälzt mit niedriger Temperatur am Kollektoreingang und höherer
Temperatur am Kollektorausgang. Die Förderung der Flüssigkeit durch den
Kollektor kann bei oberhalb des Kollektors angeordnetem Speicherbehälter al
lein durch Schwerkraftumwälzung erfolgen, was aber die bauliche Anordnung
stark einschränkt. Üblicherweise wird zur Förderung der Flüssigkeit eine elek
trisch betriebene Pumpe eingesetzt.
Aus der DE 197 13 345 A1 ist eine Vorrichtung zur Umwandlung von Wärme
energie aus Solarkollektoren in elektrische Energie bekannt. Es wird ein Ar
beitsmittel in den Kollektoren verdampft. Die Zufuhr und Regelung erfolgt über
ein druck- und temperaturabhängiges Ventil. Entscheidend für die Funktions
weise ist, daß der Arbeitsstoff durch eine Pumpe zurück zum Solarkollektor
befördert wird. Die Pumpe kann nicht unmittelbar durch den Kreisprozess be
trieben werden, sondern benötigt zum Betrieb elektrische Energie.
Die DE 197 05 313 A1 betrifft einen Solarkollektor mit Wärmeaufnahme im Ge
genstrom und integrierter Wärmepumpe. Um den Kreisprozess aufrecht zu er
halten, muß dem Kollektor das entspannte Arbeitsmedium wieder zugeführt
werden. Hierzu ist nachteilig eine mechanische Pumpe erforderlich, die ihren
Energiebedarf aus dem Kreisprozess deckt.
Aus der DE 198 54 839 C1 ist eine Wärmekraftmaschine bekannt, bei der im
Zyklus Heliumgas erhitzt und abgekühlt wird. Nach dem Stirling Prinzip zeigt die
DE 197 15 666 A1 ein Verfahren zur Umwandlung von Wärme aus der Umge
bung in Arbeit auf. Diese Systeme sind aufwendig in der Konstruktion und las
sen aufgrund der vielen mechanisch beweglichen Teile raschen Verschleiß er
warten.
In der JP 912 60 51 ist eine Vorrichtung beschrieben, die mit Flüssigkolben ein
schwingendes System derart bewirken, daß der Massenstrom, der einen Gene
rator antreibt, ausschließlich unindirektional orientiert ist. Die US 51 95 321
zeigt eine Wärmemaschine mit Flüssigkolben. Soll mit diesen Systemen neben
elektrischer Energie auch Wärme genommen werden, so ist nur mit aufwendi
gen Mitteln und Zusatzenergie die Abwärme an den Kühlflächen abzuführen.
In der DE 197 42 660 A1 wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Nutzung
von Sonnenenergie oder Wärmequellen zur Transformation von Entropie dis
kutiert. Eine Möglichkeit der Ausgestaltung der Vorrichtung mit Flüssigkeits-
Verdrängerkolben wird auf Seite 21 vorgestellt. Es wird versucht, mittels pen
delnder Wassersäulen mechanische Arbeit an eine Welle auszukoppeln. Pri
mär wird auch hier das Ziel verfolgt, mechanische Energie zu gewinnen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine solarthermische Anordnung
anzugeben, welche auf neuartige Weise die Flüssigkeit durch den Kollektor
fördert.
Die Erfindung ist im unabhängigen Patentanspruch beschrieben. Die abhängi
gen Ansprüche enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung.
Wesentlich an der Erfindung ist, daß keine elektrisch betriebene Pumpe erfor
derlich ist und die Fördereinrichtung ihre Antriebsleistung aus einer Tempera
turdifferenz ableitet, wobei es sich sowohl um eine zeitliche als auch räumliche
Temperaturdifferenz handeln kann. Zur Ableitung der Antriebsleistung aus der
Temperaturdifferenz stehen Arbeitsmittel mit der Flüssigkeit im Kollektor in
Wärmekontakt und führen die Antriebsleistung der Fördereinrichtung zu.
Arbeitsmittel zur Ableitung von Antriebsleistung aus einer Wärmedifferenz sind
beispielsweise als sogenannte Stirling-Motoren an sich bekannt, die aber we
gen ihrer Komplexität für den Anwendungsfall außer Betracht bleiben.
Die Fördereinrichtung bewirkt in aufeinanderfolgenden Förderzyklen eine pul
sierende Förderung der Flüssigkeit durch den Kollektor, wofür insbesondere in
der Fördereinrichtung eine Arbeitskammer vorgesehen sein kann, welche ein
veränderliches Volumen an Flüssigkeit enthält. Die Arbeitsmittel bewirken eine
zyklische Erhöhung und Verringerung des Flüssigkeitsvolumens in der Arbeits
kammer. Durch Ventile, insbesondere Rückströmsperren, z. B. nach Art von
Rückschlagventilen, kann eine solche zyklische Volumenänderung in einen
pulsierenden gerichteten Flüssigkeitsstrom durch die Fördereinrichtung umge
setzt werden.
Eine vorteilhafte Ausführung einer solarthermischen Anordnung nach der Erfin
dung ist schematisch in Fig. 1 dargestellt.
Eine Wärmetransportflüssigkeit FL ist in einem geschlossenen Kreislauf geführt
und als Vorlauf-Flüssigkeit FL (K) über eine Vorlaufleitung VL von einem nicht
eingezeichneten Wärmespeicherbehälter mit niedriger Temperatur (K) einem
solarthermischen Kollektor SK zugeleitet, in diesem durch einfallende Sonnen
strahlung erwärmt und als Rücklauf-Flüssigkeit FL (W) höherer Temperatur (W)
wieder zum Wärmespeicherbehälter zurückgeführt und dort durch das Spei
chermedium auf die tiefere Temperatur K abgekühlt. Die Strömungsrichtung SR
der Flüssigkeit FL ist durch zwei Rückströmsperren, beispielsweise Rück
schlagventile V1 und V2 im Strömungsweg unumkehrbar festgelegt.
Für die Förderung der Flüssigkeit in Strömungsrichtung ist zwischen den beiden
Ventilen V1, V2 eine Fördereinrichtung angeordnet, welche eine Arbeitskam
mer AK umfaßt, welche teilweise mit der Flüssigkeit FL gefüllt ist. Der nicht von
der Flüssigkeit in Anspruch genommene Teilraum der Arbeitskammer ist mit
einem Arbeitsgas AG ausgefüllt und steht über eine Gasleitung GL in Verbin
dung mit einer Kontaktkammer KK, welche mit dem Arbeitsgas AG gefüllt ist
und in engem Wärmekontakt mit einem Eingangsbereich EK des Kollektors SK
steht, so daß ein guter Wärmeaustausch zwischen der Flüssigkeit FL (S), deren
Temperatur (S) in diesem Eingangsbereich zyklisch variiert, und dem Arbeits
gas AG gegeben ist. Die Trennwand zwischen der Flüssigkeit FL (S) im Ein
gangsbereich EK des Kollektors und dem Arbeitsgas AG in der Kontaktkammer
KK weist hierfür vorteilhafterweise eine hohe Wärmeleitfähigkeit und eine nied
rige Wärmespeicherkapazität auf. Die Trennwand zwischen dem Kollektor kann
für einen guten Wärmeübergang oberflächenvergrößert, z. B. gerippt, gewellt,
mit Stegen etc. ausgeführt sein. Die Kontaktkammer kann auch in den Kollektor
integriert sein, beispielsweise als Rohrschlange oder dgl. und vollständig von
der Wärmetransportflüssigkeit umströmt werden (Fig. 5, Fig. 6). Die Gasleitung
GL weist hingegen vorteilhafterweise einen geringen Querschnitt auf, um einen
Wärmeaustausch des Arbeitsgases mit der Flüssigkeit in der Arbeitskammer
AK niedrig zu halten.
Das Ventil V2 zeigt ein Öffnungsverhalten mit einer Hysterese bzw. einer
Schaltschwelle in dem Sinne, daß das Ventil den Strömungsweg von der För
dereinrichtung FE zum Kollektor SK einerseits erst dann freigibt, wenn ein Min
destwert an Überdruck PA in der Arbeitskammer AK gegenüber dem Druck PK
im Kollektor SK erreicht ist, und andererseits den Strömungsweg danach offen
hält, bis der Überdruck in der Arbeitskammer einen wesentlich geringeren
Rückstell-Schwellwert unterschreitet oder bis der Überdruck in der Arbeits
kammer vollständig abgebaut ist und ein einsetzender Rückstrom das Ventil V2
wieder schließt. Durch das Hystereseverhalten des Ventils V2 erfolgt die Förde
rung der Flüssigkeit zyklisch pulsierend.
Das Ventil V1 sei ein einfaches Rückschlagventil ohne oder mit sehr niedriger
Öffnungsschwelle für einen Unterdruck in der Arbeitskammer AK gegenüber
dem Druck in der Vorlaufleitung VL.
Die prinzipielle Wirkungsweise der Anordnung ist, ausgehend von auf niedriger
Temperatur befindlichem Arbeitsgas in der Kontaktkammer KK, wie folgt be
schrieben:
Bei niedriger Temperatur des Arbeitsgases nimmt dieses ein geringes Volumen ein und beansprucht insbesondere ein geringes Teilvolumen in der Arbeits kammer AK, so daß der Volumenanteil der Flüssigkeit FL in der Arbeitskammer hoch ist.
Bei niedriger Temperatur des Arbeitsgases nimmt dieses ein geringes Volumen ein und beansprucht insbesondere ein geringes Teilvolumen in der Arbeits kammer AK, so daß der Volumenanteil der Flüssigkeit FL in der Arbeitskammer hoch ist.
Durch Sonneneinstrahlung wird die Flüssigkeit FL (S) im Eingangsbereich EK
des Kollektors SK erwärmt und durch den guten Wärmekontakt mit dem Ar
beitsgas AG in der Kontaktkammer KK erhöht sich dessen Druck.
Bedingt durch die Öffnungsschwelle des Ventils V2 und die Sperrwirkung des
Ventils V1 steigt bei zunehmender Temperatur der Flüssigkeit FL (S) und damit
auch des Arbeitsgases AG in der Kontaktkammer der Druck des Arbeitsgases
AG bei im wesentlichen gleichbleibendem Volumen so weit an, bis die Öff
nungsschwelle des Ventils V2 erreicht wird. Mit Erreichen dieser Öffnungs
schweife öffnet das Ventil V2 und Flüssigkeit FL (K) niedriger Temperatur
strömt unter dem Einfluß des Überdrucks in der Arbeitskammer in den Ein
gangsbereich EK des Kollektors SK und verdrängt dort die erwärmte Flüssigkeit
und fördert zugleich Flüssigkeit FL (W) hoher Temperatur aus dem Kollektor in
die Rücklaufleitung RL zum Wärmespeicherbehälter. Die Einströmung von
Flüssigkeit FL (K) niedriger Temperatur in den Eingangsbereich setzt sich fort
bis der Überdruck in der Arbeitskammer abgebaut ist. Der Einstrom von Flüs
sigkeit aus der Arbeitskammer ist durch ein Ausgleichsvolumen im Flüssigkeits
kreislauf, welches vorteilhafterweise groß ist gegen das Gasvolumen des Ar
beitsgases und auch durch Ausgleich zum umgebenden Atmosphärendruck,
vorzugsweise an der höchsten Stelle des Flüssigkeitskreislaufs, gegeben sein
kann, aufgefangen.
Durch die Öffnungsschwelle des Ventils V2 erfolgt die Einströmung von Flüs
sigkeit FL (K) niedriger Temperatur relativ schnell und das Volumen der beim
Abbau des Überdrucks in der Arbeitskammer in den Eingangsbereich des Kol
lektors nachströmenden Flüssigkeit ist vorteilhafterweise so groß, daß der in
engem Wärmekontakt mit dem Arbeitsgas stehende Eingangsbereich EK weit
gehend oder vollständig mit Flüssigkeit niedriger Temperatur gefüllt wird, bevor
sich diese unter dem Einfluß der einfallenden Strahlung erwärmt. Die eingeströmte
kühle Flüssigkeit entzieht dem entspannten Arbeitsgas kurzfristig
Wärme. Das Volumen des Arbeitsgases und insbesondere dessen Volumen
anteil in der Arbeitskammer AK nimmt ab, das Ventil V2 schließt oder ist bereits
bei geringem Restüberdruck geschlossen und Flüssigkeit FL (K) niedriger
Temperatur strömt aus der Vorlaufleitung VL durch das Ventil V1 in die Arbeits
kammer AK nach.
Die in den Eingangsbereich EK eingeströmte Flüssigkeit erwärmt sich allmäh
lich unter dem Einfluß der einfallenden Strahlung. Durch den engen Wärme
kontakt mit der Flüssigkeit FL (S) im Eingangsbereich EK erwärmt sich auch
das Arbeitsgas und der Druck in der Arbeitskammer AK steigt für einen neuen
Förderzyklus wieder an.
Aus der zeitlich zyklischen Temperaturdifferenz im Eingangsbereich des Kol
lektors kann damit die Antriebsleistung für die Förderung der Flüssigkeit abge
leitet werden. Besonders vorteilhaft ist, daß die Anordnung selbstanlaufend,
weitgehend unabhängig vom Temperatur-Arbeitspunkt und einfach aufgebaut
ist. Eine elektrisch betriebene Pumpe wird nicht benötigt.
Alternativ zu der Hysterese im Verhalten des Ventils V2 könnte auch das Ventil
V2 ohne Öffnungsschwelle ausgeführt und ein Ventil mit Schaltschwelle für
Strömungen zur Arbeitskammer und im wesentlichen widerstandsfreier Rück
strömung aus der Arbeitskammer in die Kontaktkammer in den Strömungsweg
des Arbeitsgases zwischen Kontaktkammer und Arbeitskammer eingefügt sein.
In der Arbeitskammer können Arbeitsgas AG und Flüssigkeit auch durch eine
Membran oder dgl. getrennt sein. Die Arbeitskammer kann auch vollständig mit
der Flüssigkeit FL gefüllt sein und eine verschiebbare und/oder verformbare
Wand aufweisen um eine Veränderung des Kammervolumens zu erreichen.
Anstelle des Arbeitsgases kann auch ein anderes Medium wie z. B. Paraffin,
Wachs, Öl u. ä. als Arbeitsmedium mit hohem Wärmeausdehnungskoeffizien
ten eingesetzt sein. Diese Medien zeigen zwar eine geringere Wärmeausdeh
nung als ein Gas, sind aber kaum kompressibel und können daher hohe Ar
beitskräfte aufbringen, z. B. zur Verschiebung eines Stempels, was mechanisch
wiederum in eine ausreichend große Volumenänderung der Flüssigkeit FL in
der Arbeitskammer AK umgesetzt werden kann. Eine der Druckerhöhung in
einem Arbeitsgas entsprechende Energiespeicherung, z. B. bis zum Öffnen des
Ventils V21, kann dabei durch Spannen eines Federelements erfolgen.
Die Fördereinrichtung ist vorzugsweise in geringem Abstand vom Kollektor SK
und bei dessen Einströmanschluß angeordnet, kann aber auch auf der Aus
gangsseite liegen. Die Rückströmsperren können auch den Kollektor zwischen
sich einschließen, sind aber vorzugsweise in geringem Abstand von der Ar
beitskammer angeordnet. Der Eingangsbereich EK kann auch selbst volumen
veränderbar sein und dann als Arbeitskammer dienen. Der Eingangsbereich
kann auch ein Kollektormodul vollständig einnehmen, welches dann vorzugs
weise als Vorstufe eines weiteren Kollektormoduls dient.
Die beschriebene Anordnung nutzt die zeitliche Temperaturdifferenz im Ein
gangsbereich des Kollektors aus und bewirkt einen pulsierenden Flüssig
keitsstrom im Eingangsbereich EK des Kollektors und im gesamten Flüssig
keitskreislauf. Es kann auch vorgesehen sein, aus einer Temperaturdifferenz
zwischen Eingang und Ausgang des Kollektors oder insbesondere zwischen
Kollektor und Vorlauf eine Arbeitsleistung abzuleiten.
Eine vorteilhafte Ausführungsform für ein Rückschlagventil mit einem Hystere
severhalten durch eine Öffnungsschwelle ist in Fig. 2 skizziert. Ein Kolben KO
ist in Strömungsrichtung SR verschiebbar in einem Ventilkörper VK gelagert.
Ein Dichtring DR zwischen zwei einander in Strömungsrichtung gegenüberste
henden Anlageflächen von Ventilkörper und Kolben sperrt bei gegenüber dem
Druck PA auf Seiten der Arbeitskammer AK höherem Druck PK auf Kollektor
seite (PK < PA) in der skizzierten Ventilposition den Strömungsweg zuverlässig
ab.
Der Kolben weist eine Ringnut RN (oder entsprechende Vertiefungen oder
Stufen) auf, in welchen im geschlossenen Ventilzustand unter der Einwirkung
einer radial gerichteten Federkraft Kugeln KU, Bolzen oder dgl. an Nutenflan
ken anliegen. Bei Aufbau eines Überdrucks PA in der Arbeitskammer gegen
über dem Druck PK im Kollektor wird der Kolben zunächst in der geschlosse
nen Ventilstellung gehalten, bis die Kraft auf den Kolben in Strömungsrichtung
ausreicht, die radial in Bohrungen BO geführten Kugeln KU entgegen den Fe
derkräften in die Bohrungen zu drücken und den Kolben aus der eingerasteten
Stellung in Strömungsrichtung bis zu einem Anschlag zu verschieben. Dadurch
rücken die Anlageflächen von Kolben und Ventilkörper auseinander und geben
den Strömungsweg z. B. durch Kanäle KA im Ventilkörper frei. Die Kolbenstel
lung bleibt auch bei sinkendem Überdruck in der Arbeitskammer erhalten.
Die Rückführung des Ventils in die skizzierte geschlossene Stellung erfolgt bei
Einsetzen einer schwachen Rückströmung aus dem Kollektor zur Arbeitskam
mer, wenn der Druck in der Arbeitskammer unter den Druck im Kollektor sinkt,
wobei lediglich der Rollwiderstand/Gleitwiderstand der Kugeln zu überwinden
ist. Die Rückführung in die Schließstellung kann durch eine Feder unterstützt
sein.
Bei der in Fig. 3 skizzierten Anordnung ist als Arbeitsmedium AM in einer Kon
taktkammer KKM eine fließfähige Substanz wie z. B. Wachs, Öl, Paraffin etc.
mit hohem Wärmeausdehnungskoeffizienten eingesetzt. Derartige Substanzen
sind z. B. zur Temperaturregelung in sanitären Mischbatterien, bei Fensterhe
bern u. a. unter Ausnutzung der hohen Wärmeausdehnung im Einsatz. Diese
an sich bekannten Substanzen sind im wesentlichen nicht komprimierbar, so
daß eine Erwärmung auch entgegen starkem Gegendruck in eine Volumenän
derung umgesetzt wird. Im Beispiel der Fig. 3 wird die Volumenänderung des
Arbeitsmediums AM bei einer durch die Wärmetransportflüssigkeit im Ein
gangsbereich EK des Kollektors SK induzierten Temperaturänderung in eine
eindimensionale Bewegung eines ersten Kolbens KM in einem ersten Zylinder
ZM, der über eine Verbindungsleitung LM mit der Kontaktkammer KKM ver
bunden ist, umgesetzt. Der Zylinder ZM kann auch direkt an der Kontaktkam
mer ausgebildet sein.
In einer vollständig mit Wärmetransportflüssigkeit gefüllten Arbeitskammer AK2
ist ein weiterer Zylinder ZF ausgebildet, in welchem ein zweiter Kolben KF zur
Veränderung des Kammervolumens verschiebbar ist. Die Verschiebungen des
ersten Kolbens KM und des zweiten Kolbens KF sind über eine Kolbenstange
KS starr miteinander gekoppelt. Die Querschnittsfläche QM des ersten Zylin
ders ZM ist wesentlich, vorzugsweise um wenigstens einen Faktor f = 10, ins
besondere wenigstens den Faktor f = 40 kleiner als die Querschnittsfläche QF
des zweiten Zylinders ZF, QF = f × QM, so daß eine Änderung des Volumens
des Arbeitsmediums AM um einen Wert dVM zu einer Volumenänderung
dVF = f. dVM der Arbeitskammer AK2 führt. Die Arbeitskammer AK2 steht mit
der Zuleitung zum Eingangsbereich des Kollektors zwischen den Rückschlag
ventilen V1 und V2 in Verbindung. Die Kolben KM, KF sind gegen die jeweili
gen Zylinderwände abgedichtet.
Gleichfalls mit der Zuleitung zum Eingangsbereich zwischen den Ventilen V1
und V2 verbunden ist ein Druckspeicher PS, welcher ein entgegen einer Rück
stellkraft vergrößerbares Volumen an Wärmetransportflüssigkeit FL enthält. Die
Rückstellkraft kann z. B. durch ein komprimierbares Gasvolumen, ein Gewicht,
eine Feder DF auf einen Stempel ST u. ä. oder Kombinationen davon aufge
bracht werden.
Ausgehend von niedriger Temperatur der Wärmetransportflüssigkeit FL im
Kollektor und damit relativ geringem Volumen des Arbeitsmediums AM und
durch die in der Skizze starre Kopplung der Kolben KM, KF relativ großem Vo
lumen an Wärmetransportflüssigkeit in der Arbeitskammer AK2 und Stellung
der beiden Kolben KM, KF relativ weit rechts in der Skizze nach Fig. 3 wird bei
Erwärmung der Flüssigkeit im Eingangsbereich EK durch auf den Kollektor
einfallende Strahlung und die Erwärmung und Ausdehnung des Arbeitsmedi
ums AM der Kolben KM und damit auch der Kolben KF in der Skizze nach links
verschoben und Flüssigkeit FL aus der Arbeitskammer FL verdrängt. Das
Rückschlagventil V1 sperrt und auch das Ventil V2 bleibt bei Druckwerten un
terhalb seiner Schaltschwelle geschlossen. Die Verdrängung von Flüssigkeit
aus der Arbeitskammer wird dann ausgeglichen durch in den Druckspeicher PS
einströmende Flüssigkeit, bis durch die Gegenkraft im Druckspeicher PS der
Druck die Schaltschwelle des Ventils V2 überschreitet und Flüssigkeit niedriger
Temperatur in den Eingangsbereich EK des Kollektors einströmt, bis der Über
druck vor dem Ventil V2 gegenüber dem Druck im Kollektor abgebaut ist.
Durch die in den Eingangsbereich EK einströmende kühlere Flüssigkeit wird
auch das Arbeitsmedium wieder abgekühlt und die Kolben KF, KM weichen
unter dem Druck der durch das Ventil V1 nachströmenden Flüssigkeit in der
Skizze nach rechts zurück.
Besonders vorteilhaft ist die Trennung des Druckspeichers PS von der Arbeits
kammer durch eine weitere Rückströmsperre V3, wobei der Druckspeicher PS
stromabwärts der Arbeitskammer liegt. Hierdurch kann die Druckaufbauphase
bei Erwärmung des Arbeitsmediums von der Druckabbauphase bei der Abküh
lung entkoppelt und eine besonders günstige Förderleistung erzielt werden. Die
bei der Erwärmung stattfindende Verdrängung von Flüssigkeit aus der Arbeits
kammer wird bis zum Öffnen des Ventils V2 vollständig zur Druckaufladung im
Druckspeicher PS verwandt. Eine nach dem Öffnen des Ventils V2 noch wäh
rend des Einströmens von Flüssigkeit in den Eingangsbereich des Kollektors
stattfindende Abkühlung des Arbeitsmediums mindert die in diesem Zyklus ge
förderte Flüssigkeitsmenge nicht, da die Rückströmsperre V3 bei Vergrößerung
des Flüssigkeitsvolumens der Arbeitskammer AK2 sperrt und die Aufladung
des Druckspeichers PS vollständig in einen Strom von Flüssigkeit niedriger
Temperatur in den Kollektor entladen wird. Es kann dabei gleichzeitig ein Ein
strömen von Flüssigkeit in den Eingangsbereich EK des Kollektors und ein
Nachströmen von Flüssigkeit aus der Vorlaufleitung in die Arbeitskammer statt
finden.
Bei der in Fig. 4 skizzierten Anordnung sind anstelle der in Zylindern ZM, ZF
geführten Kolben KM, KF ein Faltenbalg FM auf Seiten des Arbeitsmediums
AM in der Kontaktkammer KKM und ein Faltenbalg FF auf Seiten der Arbeits
kammer AK2 mit zu den Kolben/Zylindern äquivalenter Wirkungsweise der Vo
lumenänderung mit entsprechendem Querschnittsverhältnis vorgesehen. Die
Faltenbälge FM, FF sind in ihren eindimensional veränderlichen Ausdehnungen
hier nicht starr gekoppelt, sondern über eine Federanordnung FA mit Stempel
und Feder verbunden und durch die Federanordnung in ihrem Koppelabstand
veränderlich. Ausgehend von einer niedrigen Temperatur des Arbeitsmediums
und damit geringer Ausdehnung des Faltenbalgs FM und großen, durch eine
vorgespannte Federanordnung insbesondere maximalem, durch einen An
schlag begrenztem Koppelabstand der beiden Faltenbälge dehnt sich der erste
Faltenbalg FM auf Seiten der Kontaktkammer KKM mit dem Arbeitsmedium AM
in Richtung des zweiten Faltenbalgs FF auf Seiten der Arbeitskammer AK2
aus. Solange die Schaltschwelle des Ventils V2 nicht erreicht ist, kann der Fal
tenbalg FF nicht zusammengedrückt werden und die Ausdehnung des ersten
Faltenbalgs FM führt zu einer Erhöhung der Federspannung in der Federan
ordnung FA und zu einer Erhöhung des Drucks in der Arbeitskammer. Nach
Erreichen der Schaltschwelle des Ventils V2 wird die Federspannung durch
Zusammendrücken des zweiten Faltenbalgs FF unter Verdrängung von Flüs
sigkeit aus der Arbeitskammer und Einströmen von Flüssigkeit niedriger Tem
peratur in den Eingangsbereich EK des Kollektors abgebaut. Bei Abkühlen des
Arbeitsmediums durch die in dem Eingangsbereich nachströmende kühlere
Flüssigkeit wird der Faltenbalg FF durch die aus der Vorlaufleitung über das
Ventil V1 in die Arbeitskammer einströmende Flüssigkeit expandiert und den
Faltenbalg FM mit Unterstützung der vorgespannten Federanordnung zusam
mengedrückt.
Das mittlere Volumen des Arbeitsgases AG bzw. des nicht komprimierbaren
Arbeitsmediums AM ist von der mittleren Temperatur der Flüssigkeit im Ein
gangsbereich des Kollektors abhängig. Damit variiert auch die mittlere Stellung
der Kolben bzw. Faltenbalge in den Ausführungsformen nach Fig. 3 und Fig. 4.
Um den konstruktiven Aufbau insbesondere für den Kolben bzw. Faltenbalg auf
Seiten der Arbeitskammer gering zu halten, kann vorgesehen sein, die Länge
der Kolbenstange KS bzw. der Federanordnung FA in Abhängigkeit von der
mittleren Temperatur der Flüssigkeit im Eingangsbereich EK abhängig zu ma
chen.
In Fig. 5 in Draufsicht und in Fig. 6 in Seitenansicht ist eine Kollektorausführung
skizziert, bei welcher die Kontaktkammer mit einem Arbeitsgas AG oder einem
im wesentlichen nicht kompressiblen Arbeitsmediums AM innerhalb des Ein
gangsbereichs des Kollektors in Form einer Rohrschlange RS angeordnet ist,
welche im skizzierten Beispiel einseitig abgeschlossen und mit dem anderen
Ende aus dem Kollektor herausgeführt ist zu Verbindungsleitungen GL bzw. LM
usw. Die so geformte und angeordnete Kontaktkammer ist allseitig von der
Wärmetransportflüssigkeit umspült, um eine gute Wärmeübertragung mit ge
ringer Verzögerung zu erzielen.
Die vorstehend und in den Ansprüchen angegebenen sowie die den Abbildun
gen entnehmbaren Merkmale sind sowohl einzeln als auch in verschiedenen
Kombinationen vorteilhaft realisierbar. Die Erfindung ist nicht auf die beschrie
benen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern im Rahmen fachmännischen
Könnens in mancherlei Weise abwandelbar. Die erfindungsgemäße Förderung
einer Flüssigkeit kann auch bei anderer Anwendung als bei der solarthermi
schen Speicherwärmegewinnung, beispielsweise zur Gewinnung elektrischer
oder mechanischer Energie, z. B. Pumpenergie eingesetzt werden.
Claims (17)
1. Solarthermische Anordnung mit einer Flüssigkeits-Fördereinrichtung zur
Förderung einer Flüssigkeit als Wärmetransportmedium durch einen so
larthermischen Kollektor in vorgegebener Strömungsrichtung, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Fluidfördereinrichtung in aufeinanderfolgenden
Förderzyklen einen pulsierenden Flüssigkeitsstrom durch den Kollektor
bewirkt und daß Arbeitsmittel zum Antrieb der Fördereinrichtung mit der
Flüssigkeit im Kollektor in Wärmekontakt stehen und die Antriebsleistung
aus einer Temperaturdifferenz ableiten.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderein
richtung eine Arbeitskammer mit veränderlichem Volumeninhalt an Flüs
sigkeit umfaßt.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeits
kammer zwischen gleichsinnigen Rückströmsperren angeordnet ist.
4. Anordnung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Volumen der Arbeitskammer durch eine verschiebbare und/oder verform
bare Wand der Kammer veränderbar ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß ein veränderbarer Teil der Arbeitskammer ein Gas enthält.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsmittel ein Arbeitsfluid enthalten, dessen Wärmeausdeh
nungskoeffizient im Betriebstemperaturbereich ein Mehrfaches des Wär
meausdehnungskoeffizienten der Flüssigkeit beträgt.
7. Anordnung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch ein Gas als Arbeits
fluid.
8. Anordnung nach Anspruch 7 und Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Arbeitsfluid einen Teil der Arbeitskammer ausfüllt.
9. Anordnung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch ein unter den Be
triebszuständen der Anordnung im wesentlichen nicht komprimierbares
Fluid als Arbeitsfluid.
10. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsmittel in Wärmekontakt mit einem Einströmbereich des
Kollektors stehen.
11. Anordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine zeitli
che zyklische Temperaturdifferenz im Einströmbereich zur Ableitung der
Antriebsleistung ausgenutzt wird.
12. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Temperaturdifferenz zwischen Einströmbereich und Ausström
bereich des Kollektors zur Ableitung der Antriebsleistung ausgenutzt wird.
13. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein Leitelement in einem Strömungsweg und/oder wenig
stens ein zyklisch bewegtes mechanisches Element ein hysteresebehaf
tetes Verhalten aufweist.
14. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine Rück
strömsperre im Strömungsverlauf der Flüssigkeit und/oder ein Ventil in ei
nem Strömungspfad des Arbeitsfluids eine Hysterese aufweist.
15. Anordnung nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß ein
kraftübertragendes mechanisches Element ein Hystereseverhalten zeigt.
16. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsmittel über eine gegebene Kontaktfläche im Einströmbe
reich des Kollektors in Wärmekontakt mit der Flüssigkeit stehen und die in
einem Zyklus geförderte Flüssigkeitsmenge wenigstens so groß ist, daß
der gesamten Kontaktfläche nachströmende Flüssigkeit niedrigerer Vor
lauftemperatur zugeführt wird.
17. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet,
daß die Fördereinrichtung beim Strömungseingang des Kollektors ange
ordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000159265 DE10059265A1 (de) | 2000-11-29 | 2000-11-29 | Solarthermische Anordnung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000159265 DE10059265A1 (de) | 2000-11-29 | 2000-11-29 | Solarthermische Anordnung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10059265A1 true DE10059265A1 (de) | 2002-06-06 |
Family
ID=7665109
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000159265 Withdrawn DE10059265A1 (de) | 2000-11-29 | 2000-11-29 | Solarthermische Anordnung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10059265A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN115524062A (zh) * | 2022-03-07 | 2022-12-27 | 凯博易控车辆科技(苏州)股份有限公司 | 一种电机排油装置、方法及电机检测方法 |
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2000
- 2000-11-29 DE DE2000159265 patent/DE10059265A1/de not_active Withdrawn
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