DE10056012A1 - Flexible Barrierefolie für ein Trägermaterial für medizinische Zwecke - Google Patents
Flexible Barrierefolie für ein Trägermaterial für medizinische ZweckeInfo
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Abstract
Selbstklebend ausgerüstetes Trägermaterial für medizinische Zwecke mit einem Träger, auf dem eine klebende Beschichtung aufgetragen ist, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Träger eine Aluminiumschicht vorhanden ist, die zwischen Träger und selbstklebender Beschichtung liegt.
Description
Die Erfindung betrifft ein selbstklebend ausgerüstete Trägermaterial für medizinische
Zwecke mit einem Träger, auf dem eine klebende Beschichtung aufgetragen ist.
Transdermal Therapeutische Systeme (TTS) zur Abgabe von Wirkstoffen durch die Haut
sind seit langer Zeit bekannt. Die topische Applikation von Arzneimitteln über wirkstoff
haltige Pflastersysteme bietet zwei Hauptvorteile: Erstens wird durch diese Darrei
chungsform eine Freisetzungskinetik des Wirkstoffes erster Ordnung realisiert, wodurch
über einen sehr langen Zeitraum ein konstanter Wirkstoffspiegel im Organismus auf
rechterhalten werden kann. Zweitens werden über den Aufnahmeweg durch die Haut der
Magen-Darm-Trakt sowie die erste Leberpassage vermieden. Dadurch können ausge
wählte Arzneistoffe in einer geringen Dosierung wirkungsvoll verabreicht werden. Dies ist
insbesondere dann von Vorteil, wenn eine lokale Wirkung des Arzneistoffes unter Umge
hung einer systemischen Wirkung erwünscht ist. Dies ist zum Beispiel bei der Behand
lung rheumatischer Gelenkbeschwerden oder Muskelentzündungen der Fall.
Eine in der Fachliteratur gut beschriebene Ausführungsform solcher transdermalen
Systeme stellen Matrixsysteme oder monolitische Systeme dar, in denen der Arzneistoff
direkt in den druckempfindlichen Haftklebstoff eingearbeitet wird. Eine solche haftkleb
rige, wirkstoffhaltige Matrix ist im anwendungsfertigen Produkt auf der einen Seite mit
einem für den Wirkstoff undurchlässigen Träger ausgestattet, auf der gegenüberliegen
den Seite befindet sich eine mit einer Trennschicht ausgestatteten Trägerfolie, die vor der
Applikation auf die Haut entfernt wird (kleben & dichten, Nr. 42, 1998, S. 26 bis 30).
An diese Trägerfolie eines Transdermal Therapeutischen Systems werden ganz spezielle
Anforderungen gestellt:
Je nach Größe des applizierten Pflasters muß das verwendete Material genügend Flexi bilität und Elastizität besitzen, um einen ausreichenden Patientenkomfort sicherzustellen. Ist die verwendete Trägerfolie zu starr, stellt sich beim Patienten ein unangenehmes Fremdkörpergefühl ein. Zusätzlich kann bei Applikation in bewegten Körperregionen ein nicht ausreichend elastisches Trägermaterial zu einem Ablösen von Teilen oder auch des gesamten Produktes führen. Dadurch wäre der Wirkstofftransport durch die Haut verhin dert und die Wirksamkeit des TTS ist in Frage gestellt.
Je nach Größe des applizierten Pflasters muß das verwendete Material genügend Flexi bilität und Elastizität besitzen, um einen ausreichenden Patientenkomfort sicherzustellen. Ist die verwendete Trägerfolie zu starr, stellt sich beim Patienten ein unangenehmes Fremdkörpergefühl ein. Zusätzlich kann bei Applikation in bewegten Körperregionen ein nicht ausreichend elastisches Trägermaterial zu einem Ablösen von Teilen oder auch des gesamten Produktes führen. Dadurch wäre der Wirkstofftransport durch die Haut verhin dert und die Wirksamkeit des TTS ist in Frage gestellt.
Auf der anderen Seite ist es eine wesentliche Aufgabe der Trägerschicht, einen Wirk
stoffverlust über den Zeitraum der Lagerung sicher zu verhindern. Die Lagerdauer
bezeichnet hier den Zeitraum zwischen Herstellung des Produktes und der Applikation
am Patienten. Der maximale Zeitrahmen ist häufig über die Höchsthaltbarkeitsdauer defi
niert, die im Allgemeinen drei Jahre umfaßt. Aus diesem langen Zeitraum wird deutlich,
daß das verwendete Material eine sehr gute Barriere gegenüber dem verwendeten Wirk
stoff sowie der eingesetzten Hilfsmittel darstellen muß.
Die Problematik dieser beiden Anforderungen besteht insbesondere darin, daß bisher
bekannte Barrierematerialien wenig flexibel und elastisch sind. Bekannte flexible und
elastische Trägermaterialien hingegen zeichnen sich im Allgemeinen durch eine sehr
geringe Barrierewirkung gegenüber migrierfähigen Mollekülen aus.
Trägermaterialien für Pflastersysteme spielen vor Allem in der Wundversorgung eine
wichtige Rolle. Bei diesen Anwendungen steht der Tragekomfort des Patienten im Mittel
punkt, wobei insbesondere Verletzungen an stark bewegten Gelenken wie z. B. im Knie-
und Ellenbogenbereich oder an der Hand zu versorgen sind. Die hier eingesetzten Mate
rialien waren in der Vergangenheit häufig sehr weiche PVC-Folien, die langsam durch
Polyolefinfolien ersetzt wurden. Moderne Produkte sind häufig mit einen Vlies-Träger
ausgestattet.
EP 0 749 756 A2 beschreibt zum Beispiel einem Vliesstoff auf der Basis von Polyester-
Elastomeren als Trägermaterial für ein Pflaster zur Wundversorgung. Aufgrund der aus
gezeichneten Elastizität und Anschmiegsamkeit dieses Materials wird ein hohes Maß an
Tragekomfort erreicht. Dieser wird durch die Eigenschaft der starken Wasserdampf
durchlässigkeit des beschriebenen Trägers weiter gesteigert.
So genannte Nonwovens zeichnen sich jedoch durch eine mikroporöse Struktur aus, die
einer guten Barrierewirkung widerspricht. Migrierfähige Inhaltsstoffe eines Pflaster
systems können sich dadurch sehr schnell verflüchtigen. Die Einsetzbarkeit eines sol
chen Systems im Bereich der wirkstoffhaltigen Pflaster ist aus diesem Grund nicht gege
ben.
Eine sehr gute Barrierewirkung besitzen vor allem Folien aus Polyethylentherephthalat
(PET). Dieses Material ist deshalb in der Packungsindustrie im Bereich der aroma- und
gasdichten Verpackungen sehr verbreitet. Auch im Bereich der Transdermal Therapeuti
sche Systeme wird PET sehr häufig eingesetzt. Nahezu alle hier verwendeten Trenn
folien bestehen aus PET.
Der Grund liegt dabei nicht nur in der hervorragenden Sperrwirkung von PET, sondern
auch in seiner ausgesprochenen mechanischen Stabilität. Diese führt zu deutlichen Vor
teilen im Verlauf der Herstellung dieser Systeme, hier insbesondere im Verlauf der
Beschichtung und der Konfektionierung, zum Beispiel durch Stanzen. Flexible Materialien
sind in diesen Prozeßschritten sehr viel schwieriger zu handhaben.
Als Trägermaterial ist PET aufgrund seiner geringen Flexibilität und Elastizität ungeeig
net, auch wenn es aufgrund mangelnder Alternativen als solches sehr weit verbreitet ist.
Dies liegt jedoch auch daran, daß herkömmliche wirkstoffhaltige Pflaster von ihren
Abmessungen her sehr klein gehalten werden. Zusätzlich spielt bei systemisch wirken
den Arzneistoffen der Ort der dermalen Applikation eine untergeordnete Rolle, weshalb
das Pflaster im Bereich der sehr wenig bewegten Körperregionen appliziert werden kann.
Hier ist vor Allem der Brustbereich zu erwähnen.
Das beschriebene Problem der flexiblen Trägermaterialien mit guten Barriereeigenschaf
ten ist in der Literatur bekannt und zahlreiche Lösungsansätze werden gegeben.
DE 195 46 024 A1 beschreibt zum Beispiel genau diese Schwierigkeit. Der Nachteil einer
mangelhaften Barrierewirkung flexibler Trägerfolien wird hier gewinnbringend ausgenutzt.
So wird ein für den Wirkstoff durchlässiges Trägersystem als zusätzliches Wirkstoffreser
voir ausgelobt, wodurch die Gesamtdicke des Pflastersystems deutlich reduziert werden
kann. Die so erreichte verminderte Schichtdicke ermöglicht eine gesteigerte Flexibilität
des Gesamtproduktes und erhöht dadurch den gewünschten Patientenkomfort.
Ungelöst bleibt jedoch das Problem des auftretenden Wirkstoffverlustes.
Einen Kompromiß zwischen Tragekomfort und leichter Verarbeitbarkeit beschreibt
WO 99/12529. Hier wird ein unidirektional elastischer Träger eingesetzt. Dadurch besteht die
Möglichkeit, ein in Verarbeitungsrichtung starres Material zu verwenden, wodurch deutli
che Vorteile während des Herstellprozesses bestehen. Aufgrund der Elastizität senkrecht
zu dieser Richtung wird jedoch ein annehmbarer Tragekomfort erreicht. Das Problem der
Barrierewirkung wird in dieser Schrift jedoch nicht erwähnt.
Ein sehr geschmeidiges Pflaster beschreibt WO 98/29143. Hier findet ein Trägermaterial
Anwendung, das nach der Applikation auf die Haut entfernt wird. In der zitierten Schrift
wird das zu entfernende Trägermaterial "Stützschicht" genannt. Die darunter liegende
haftklebrige Schicht ist antiadhäsiv ausgestattet um ein Verkleben mit der Kleidung zu
vermeiden. Erreicht wird dadurch ein extrem dünner und dadurch hochflexibler Produkt
aufbau.
Deutliche Nachteile dieser Ausführung bestehen jedoch hinsichtlich der Verarbeitbarkeit
eines solchen Systems sowie der Handhabbarkeit beim Patienten. Das Fehlen eines
Trägers während der Applikation führt zu einem deutlich erschwerten Ablösen des
Pflasters nach der Anwendung. Eingesetzte Klebmassen besitzen in der Regel nicht die
notwendige Kohäsivität, um das Pflaster nach der Tragedauer in einem Stück entfernen
zu können. Zusätzlich ist das Pflaster während des Tragens sehr empfindlich gegenüber
mechanischer Beanspruchung, zum Beispiel durch mit der Kleidung auftretende Reibung.
Zudem wird kein Lösungsansatz geliefert, wie die notwendige Stützfolie auf einer nicht
klebrig ausgestatteten Schicht haftet.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Trägermaterial zur Verfügung zu stellen, dessen Träger
eine ausreichende Barrierewirkung aufweist und das die aus dem Stand der Technik »
bekannten Nachteile vermeidet. Es soll preisgünstig herstellbar und ökologisch unbe
denklich sein, auch soll es in der Anwendung einen angenehmen Tragekomfort bieten.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Trägermaterial für medizinische Zwecke, wie es in
Anspruch 1 dargelegt ist. Gegenstand der Unteransprüche sind dabei vorteilhafte Weiter
bildungen.
Erfindungsgemäß wird ein selbstklebend ausgerüstetes Trägermaterial für medizinische
Zwecke mit einem Träger vorgeschlagen, auf dem eine klebende Beschichtung aufgetra
gen ist, wobei auf dem Träger eine Aluminiumschicht vorhanden ist, die zwischen Träger
und selbstklebender Beschichtung liegt.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Aluminiumschicht
eine optische Dichte von mehr als 1,4 auf, insbesondere zwischen 2,5 und 3,0.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden als Träger Poly
merfolien, Vliese, Gewebe sowie deren Kombinationen eingesetzt. Als Trägermaterialien
stehen u. a. Polymere wie Polyethylen, Polypropylen und Polyurethan oder auch Natur
fasern zur Auswahl.
Beispielsweise ist ein metallocen-Polyethylen-Vliesstoff geeignet.
Der metallocen-Polyethylen-Vliesstoff weist vorzugsweise folgende Eigenschaften auf:
- - ein Flächengewicht von 40 bis 200 g/m2, insbesondere von 60 bis 120 g/m2, und/oder
- - eine Dicke von 0,1 bis 0,6 mm, insbesondere von 0,2 bis 0,5, und/oder
- - eine Höchstzugkraft-Dehnung längs von 400 bis 700% und/oder
- - eine Höchstzugkraft-Dehnung quer von 250 bis 550%.
Vorzugsweise weisen die Fasern des metallocen-Polyethylen-Vliesstoffs einen Durch
messer von 1 bis 50 µm, insbesondere 3 bis 25 µm, auf.
Daneben hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn der metallocen-Polyethylen-Vlies
stoffes gekennzeichnet ist durch
- - eine Kraft bei 25% Dehnung quer von 0,7 bis 4 N/cm und/oder
- - eine Kraft bei 50% Dehnung quer von 0,85 bis 6,0 N/cm und/oder
- - eine Kraft bei 100% Dehnung quer von 1, 2 bis 8,0 N/cm und/oder
- - einer plastischen Verformung nach 5-maliger Dehnung und Entspannung um 50% von 5 bis 35%.
In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das eingesetzte Polymer ein Copolymer aus
Ethylen und einem α-Olefin mit einer Kohlenstoffanzahl von C4 bis C10, wobei das Poly
olefin ein Schmelzindex zwischen 1 und 20 g/(10 min) und eine Dichte von 860 bis 900
kg/m3 aufweisen kann.
Weiterhin kann die Rückseite des metallocen-Polyethylen-Vliesstoffes antiadhäsiv
behandelt sein.
Für die Klebebeschichtung werden bevorzugt handelsübliche druckempfindliche Kleb
massen auf Acrylat- oder Kautschukbasis verwendet.
Das Auftragsgewicht der Klebemasse auf dem Träger liegt insbesondere in einem
Bereich von 100 bis 500 g/m2. besonders bevorzugt 300 g/m2.
In einer weiteren bevorzugten Variante der Erfindung besteht die Klebemasse aus einer
haftklebrigen Matrix, in der gegebenenfalls Wirkstoffe enthalten sind.
Beispielhaft kann die Matrix frei von Mineralölen sein und folgende Bestandteile aufwei
sen:
- a) synthetische Gerüstpolymere auf der Basis von Polyisobutylen zu 25 bis 90 Gew.-%,
- b) Klebharze zu 5 bis 40 Gew.-%,
- c) zumindest einen unlöslichen, hydrophilen Füllstoff mit einer durchschnittlichen Korngröße von weniger als 100 µm zu 10 bis 60 Gew.-% und
- d) gegebenenfalls einen Arzneistoff zu 0,001 bis 20 Gew.-%.
In einer ersten vorteilhaften Ausführungsform setzt sich das Polyisobutylen zusammen
aus hochmolekularem PIB zu 5 bis 30 Gew.-% und niedermolekularem PIB zu 20 bis 60
Gew.-%.
Eine typischer erfindungsgemäßer Haftklebstoff besteht somit aus folgenden Kompo
nenten:
hochmolekulares PIB 5-30 Gew.-% bevorzugt 10-20 Gew.-%
niedermolekulares PIB 20-60 Gew.-% bevorzugt 30-50 Gew.-%
Klebharz 5-30 Gew.-% bevorzugt 5-20 Gew.-%
hydrophiler Füllstoff 20-60 Gew.-% bevorzugt 30-50 Gew.-%
gegebenenfalls Arzneistoff 0,001-20 Gew.-% bevorzugt 1,0-5,0 Gew.-%
hochmolekulares PIB 5-30 Gew.-% bevorzugt 10-20 Gew.-%
niedermolekulares PIB 20-60 Gew.-% bevorzugt 30-50 Gew.-%
Klebharz 5-30 Gew.-% bevorzugt 5-20 Gew.-%
hydrophiler Füllstoff 20-60 Gew.-% bevorzugt 30-50 Gew.-%
gegebenenfalls Arzneistoff 0,001-20 Gew.-% bevorzugt 1,0-5,0 Gew.-%
Optional können noch bis zu 20 Gew.-% eines permeationsfördernden Hilfsstoffes zuge
setzt werden.
Die genannten Rezepturbestandteile werden dabei wie folgt genauer definiert:
Hochmolekulares PIB:
Polyisobutylen mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht (Mw) von 500.000 bis 1.100.000, bevorzugt zwischen 650.000 und 850.000. Solche Polymere sind kommerziell beispielsweise unter den Handelsnamen Oppanol B100 (BASF) oder Vistanex mm-L80 (Exxon) erhältlich.
Niedrig molekulares PIB:
Polyisobutylen mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht (Mw) von 40.000 bis 120.000, bevorzugt zwischen 60.000 und 100.000. Solche Polymere sind kommerziell beispielsweise unter den Handelsnamen Oppanol B15 (BASF) oder Vistanex LMMH (Exxon) erhältlich.
Klebharze:
Klebharze aus teilweise oder vollständig hydrierten Kohlenwasserstoffen, sowie Estern oder Terpenen mit gewichtsmittleren Molekulargewichten (Mw) zwischen 270 und 1.200. Solche Klebharze sind beispielsweise unter den Handelsnamen Escorez® (Exxon), Wingtak® (Goodyear) und Regalite® (Hercules) kommerziell erhältlich.
Amorphes Poly-α-olefin:
Amorphe Copolymere auf der Basis von Ethylen und Propylen, Butylen oder 1-Hexen. Das bevorzugte gewichtsmittlere Molekulargewicht (Mw) liegt bei 5.000 bis 100.000, bevorzugt zwischen 10.000 und 30.000. Solche Polymere sind kommerziell beispiels weise unter den Handelsnamen Eastoflex ® (Eastman) oder Vestoplast ® (Hüls) erhält lich.
Hydrophiler Füllstoff:
In der genannten Polymermatrix unlösliche, hydrophile Partikel auf der Basis von Cellu lose. Bevorzugt ist eine mittlere Partikelgröße von kleiner gleich 100 µm mit einer mög lichst gleichförmigen Oberfläche. Solche Materialien sind zum Beispiel unter den Han delsnamen Avicel (FMC) und Elcema (Degussa-Hüls) kommerziell erhältlich.
Hochmolekulares PIB:
Polyisobutylen mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht (Mw) von 500.000 bis 1.100.000, bevorzugt zwischen 650.000 und 850.000. Solche Polymere sind kommerziell beispielsweise unter den Handelsnamen Oppanol B100 (BASF) oder Vistanex mm-L80 (Exxon) erhältlich.
Niedrig molekulares PIB:
Polyisobutylen mit einem gewichtsmittleren Molekulargewicht (Mw) von 40.000 bis 120.000, bevorzugt zwischen 60.000 und 100.000. Solche Polymere sind kommerziell beispielsweise unter den Handelsnamen Oppanol B15 (BASF) oder Vistanex LMMH (Exxon) erhältlich.
Klebharze:
Klebharze aus teilweise oder vollständig hydrierten Kohlenwasserstoffen, sowie Estern oder Terpenen mit gewichtsmittleren Molekulargewichten (Mw) zwischen 270 und 1.200. Solche Klebharze sind beispielsweise unter den Handelsnamen Escorez® (Exxon), Wingtak® (Goodyear) und Regalite® (Hercules) kommerziell erhältlich.
Amorphes Poly-α-olefin:
Amorphe Copolymere auf der Basis von Ethylen und Propylen, Butylen oder 1-Hexen. Das bevorzugte gewichtsmittlere Molekulargewicht (Mw) liegt bei 5.000 bis 100.000, bevorzugt zwischen 10.000 und 30.000. Solche Polymere sind kommerziell beispiels weise unter den Handelsnamen Eastoflex ® (Eastman) oder Vestoplast ® (Hüls) erhält lich.
Hydrophiler Füllstoff:
In der genannten Polymermatrix unlösliche, hydrophile Partikel auf der Basis von Cellu lose. Bevorzugt ist eine mittlere Partikelgröße von kleiner gleich 100 µm mit einer mög lichst gleichförmigen Oberfläche. Solche Materialien sind zum Beispiel unter den Han delsnamen Avicel (FMC) und Elcema (Degussa-Hüls) kommerziell erhältlich.
Bevorzugt erfolgt die Herstellung in einem Verfahren, bei dem alle Komponenten unter
Verzicht auf den Zusatz von Lösungsmittel in der Schmelze homogenisiert werden.
Besonders bevorzugt werden alle Komponenten in einem kontinuierlichen oder diskonti
nuierlichen Prozeß bei einer Temperatur unterhalb von 100°C verarbeitet.
Die Klebemasse zeichnet sich aus durch hervorragende Hafteigenschaften auf der Haut,
durch eine leichte und schmerzfreie Wiederablösbarkeit, sowie vor allem durch sein
äußerst geringes Potential, Hautreizungen hervorzurufen. Der Herstellungsprozess ver
läuft unter vollständigem Verzicht von Lösungsmitteln.
Typische Wirkstoffe in der Klebemasse sind - ohne den Anspruch der Vollständigkeit im
Rahmen der vorliegenden Erfindung zu erheben:
Daneben können auch hyperämisierende Wirkstoffe wie natürliche Wirkstoffe des
Cayenne-Pfeffers oder synthetische Wirkstoffe wie Nonivamid, Nicotinsäurederivate,
bevorzugt Bencylnicotinat oder Propylnicotinat, genannt werden.
Gegebenfalls kann die offene, auf die Haut zu applizierende Klebseite des Trägermateri
als mit einer wiederablösbaren, abdeckenden Schutzschicht eingedeckt sein. Auf der
selbstklebenden Beschichtung kann darüber hinaus eine übliche Wundauflage angeord
net sein.
Besonders vorteilhaft kann das Trägermaterial mit oder ohne Wundauflage in Form von
Pflastern gestanzt werden, die eine gezielte Abdeckung von Wunden und/oder eine
gesteuerte Abgabe von Wirkstoffen an die Haut ermöglichen.
Der Träger des Trägermaterials für medizinische Zwecke zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, daß er einseitig mit einer Barriereschicht versehen ist, die für Gase, Was
serdampf, Arzneiwirkstoffe und Aromastoffe undurchlässig ist. Der Träger zeichnet sich
des weiteren dadurch aus, daß er neben guter Barriereeigenschaften eine gute Flexibili
tät aufweist.
Die vorliegende Erfindung beschreibt somit die Ausrüstung von Trägern insbesondere für
Transdermale Therapeutische Systeme (TTS) mit einer Barriereschicht aus Aluminium.
Diese Aluminiumschicht wird in einer bevorzugten Ausführungsform durch Aufdampfen
des Metalls auf die Folie im Hochvakuum erzeugt.
Der Vorteil einer Barriereschicht aus Aluminium liegt darin, daß das Metall zum einen
nicht toxisch ist und das zum anderen durch Passivierung der Metalloberfläche eine hohe
Widerstandsfähigkeit der Barriereschicht gegen Angriffe durch die Inhaltsstoffe des TTS
erreicht wird.
Ein weiterer Vorteil der aufgedampften Aluminiumschicht besteht darin, daß die mechani
schen Eigenschaften der Polymerfolien nur in geringem Masse beeinflußt werden.
Flexibilität und Oberflächenstruktur der Folien ändern sich nur in geringem Umfang.
Daher ist es möglich auch, geprägte Folien als Träger zur Bedampfung einzusetzen ohne
die Struktur der Prägung nachhaltig zu stören. Diese Eigenschaft der Barriereschicht ist
besonders im Hinblick auf eine gute Klebmassenverankerung am Träger bemerkenswert.
Erfindungsgemäß soll das Trägermaterial für medizinische Zwecke mit und ohne Alumi
niumschicht eine hohe Elastizität aufweisen.
Als Maß für die Beschaffenheit der Barriereschicht dient neben den Parametern Wasser
dampfdurchlässigkeit und Sauerstoffdurchlässigkeit die optische Dichte. Dabei werden
für gängige Barriereschichten optische Dichten ab 1,4 eingesetzt. Bevorzugt wird ein
Optimum mit einer optischen Dichte zwischen 2,5 und 3,0, wodurch eine Reduktion der
Permeabilität um bis zu Faktor 100 erreicht wird. Bei optischen Dichten <3,0 erreicht die
Sperrwirkung eine Sättigung und gleichzeitig nimmt die Verankerung des Aluminiums auf
der Folie ab.
Zur Bearbeitung der Folien ist eine Corona-Vorbehandlung empfehlenswert, da die
Bedampfung eine Oberflächenspannung von mindestens 38 Dyne erfordert.
Die Oberflächenbehandlung erfolgt nach den üblichen technischen Verfahren. Dabei wird
die Folie am Ende des Fertigungsprozesses über eine geerdete, blanke Aluminium- oder
Stahlwalze geführt. Über der Walze befindet sich eine isolierte Elektrode, so daß es zu
einer kontinuierlichen und selbstständigen Entladung kommt, die auf die Folienoberfläche
trifft. Dabei werden durch einen Hochfrequenzgenerator Wechselspannungen von 10 bis
20 kV mit Frequenzen zwischen 10 bis 60 kHz erzeugt (J. Nentwig, "Lexikon Folientech
nik, VCH Weinheim (1991), S. 80-82). Die Oberflächenspannung der Folie ist vor der
Bedampfung zu überprüfen und gegebenenfalls durch erneute Coronabehandlung zu
korrigieren, da sie mit zunehmender Lagerdauer abnimmt.
Die mechanische Stabilität der aufgedampften Aluminiumschicht kann bei Bedarf durch
zwei zusätzliche Maßnahmen verbessert werden. Zum einen kann die wirkstoffhaltige
Klebmasse direkt auf die Barriereschicht kaschiert werden, zum anderen erhöht sich die
mechanische Stabilität durch Aufbringen einer Primerschicht oder eines Schutzlackes auf
die Aluminiumbedampfung.
Bei einer typischen Anwendung wird eine metallocene PE-Folie mit einer Dicke von 85
µm mit Aluminium bedampft. Die optische Dichte beträgt 1,47.
Die Schichtdicke der aufgedampften Barriereschicht liegt dabei in Abhängigkeit zur Opti
schen Dichte im Bereich von 300 bis 400 A, wobei zur Beschreibung der Aluminium
schicht üblicherweise die Optische Dichte herangezogen wird. Durch diese dünnen
Schichten wird gewährleistet, daß die mechanischen Eigenschaften der Folie nur in sehr
geringem Masse beeinflußt werden. Das kann durch Hysteresemessungen an den ent
sprechenden Folien belegt werden.
Ein weiterer Vorteil einer Bedampfung der Basismaterialien liegt darin, daß die Alumini
umschicht eine geschlossene Barriereschicht bildet, die sich im Gegensatz zu Laminaten
mit Aluminiumfolien den strukturellen Vorgaben des Basismaterials ideal anpaßt. Bei
einem Laminat aus einer Basisfolie und einer Aluminiumfolie würde die Unflexibilität der
Aluminiumfolie auf das Basismaterial übertragen, wodurch die Flexibilität des Basismate
rials verloren geht.
Die Barriereeigenschaften der Folie gegenüber Wasserdampf können in diesem Fall um
etwa 20% verbessert werden, was für die Anwendung als Träger für TTS mit niedrigen
Wirkstoffkonzentrationen bereits ausreichend ist.
Die Sauerstoffdurchlässigkeit der Folien wird mit einem OX-TRAN 100 Meßgerät gemes
sen. Zur Messung wird ein Folienstück mit einer Fläche von 100 cm2 mit einer 5 cm2
Maske verwendet. Die bedampfte Folie zeigt eine um 39% verbesserte Sperrwirkung
gegen Sauerstoff als die Basisfolie. In der folgenden Tabelle sind die einzelnen Ergeb
nisse aufgelistet:
Die Sperrwirkung gegen Wirkstoff wird durch Penetrationsmessungen in einer Vankel-
Enhancer-Zelie bestimmt. Dabei wird ein mit 5 Gew.-% Ibuprofen dotiertes Pflaster auf
die bedampfte Seite (Barriereschicht) der Folie geklebt. Die unbedampfte Seite wird mit
einem Phosphatpuffer in Kontakt gebracht. Nach sieben Tagen wird Phosphatpuffer ent
nommen und per HPLC analysiert. Die Sperrwirkung gegen den Wirkstoff Ibuprofen
erhöht sich in diesem Fall um 30%.
Im folgenden sollen besonders vorteilhafte Trägermaterial für medizinische Zwecke der
Erfindung anhand mehrerer Beispiele beschrieben werden, ahne die Erfindung dadurch
unnötig einschränken zu wollen.
Eine mit 5 Gew.-% Ibuprofen dotierte Haftklebmasse aus 90 Gew.-% SEBS und 5 Gew.-%
Laurogiycol wird über eine Breitschlitzdüse auf das Trägermaterial beschichtet. Die auf
das Trägermaterial kaschierte wirkstoffhaltige Masse wird dann zusammen mit einer
Polyestertrennfolie unter Druck zwischen zwei Andruckwalzen zur endgültigen Veranke
rung der Masse auf dem Trägermaterial angewalzt.
Eine mit 5 Gew.-% Ibuprofen dotierte Haftklebmasse aus 51,7 Gew.-% Vistanex LM MH,
27,3 Gew.-% Vistanex mm L80 und 16,0 Gew.-% Escorez 5690 wird über eine Breit
schützdüse auf das Trägermaterial beschichtet. Die auf das Trägermaterial kaschierte
wirkstoffhaltige Masse wird dann zusammen mit einer Polyestertrennfolie unter Druck
zwischen zwei Andruckwalzen zur endgültigen Verankerung der Masse auf dem Träger
material angewalzt.
Eine mit 2 Gew.-% Ibuprofen dotierte Haftklebmasse aus 52,7 Gew.-% Vistanex LM MH,
27,3 Gew.-% Vistanex mm L80 und 18,0 Gew.-% Escorez 5690 wird über eine Breit
schlitzdüse auf das Trägermaterial beschichtet. Die auf das Trägermaterial kaschierte
wirkstoffhaltige Masse wird dann zusammen mit einer Polyestertrennfolie unter Druck
zwischen zwei Andruckwalzen zur endgültigen Verankerung der Masse auf dem Träger
material angewalzt.
Eine mit 1 Gew.-% Indomethacin dotierte Haftklebmasse aus 50,8 Gew.-% Vistanex LM
MH, 25,9 Gew.-% Vistanex mm L80, 17,3 Gew.-% Escorez 5690 und 5,0 Gew.-% Zink
oxid wird über eine Breitschlitzdüse auf das Trägermaterial beschichtet. Die auf das Trä
germaterial kaschierte wirkstoffhaltige Masse wird dann zusammen mit einer Polyester
trennfolie unter Druck zwischen zwei Andruckwalzen zur endgültigen Verankerung der
Masse auf dem Trägermaterial angewalzt.
Claims (7)
1. Selbstklebend ausgerüstetes Trägermaterial für medizinische Zwecke mit einem Trä
ger, auf dem eine klebende Beschichtung aufgetragen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem Träger eine Aluminiumschicht vorhanden ist, die zwischen Träger und
selbstklebender Beschichtung liegt.
2. Trägermaterial für medizinische Zwecke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aluminiumschicht eine optische Dichte von mehr als 1, 4 aufweist, insbeson
dere zwischen 2, 5 und 3,0.
3. Trägermaterial für medizinische Zwecke nach dem Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß als Träger Polymerfolien wie Polyethylen, Polypropylen und
Polyurethan und/oder Vliese und/oder Folien-Vlies-Laminate eingesetzt werden.
4. Trägermaterial für medizinische Zwecke nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß als Träger ein metallocen-Polyethylen-Vliesstoff verwendet wird,
der bevorzugt aufweist
ein Flächengewicht von 40 bis 200 g/m2, insbesondere von 60 bis 120 g/m2, und/oder
eine Dicke von 0,1 bis 0,6 mm, insbesondere von 0,2 bis 0,5.
ein Flächengewicht von 40 bis 200 g/m2, insbesondere von 60 bis 120 g/m2, und/oder
eine Dicke von 0,1 bis 0,6 mm, insbesondere von 0,2 bis 0,5.
5. Trägermaterial für medizinische Zwecke nach zumindest einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die klebende Beschichtung frei von Mine
ralölen ist und folgende Bestandteile aufweist:
- a) synthetische Gerüstpolymere auf der Basis von Polyisobutylen zu 25 bis 90 Gew.-%,
- b) Klebharze zu 5 bis 40 Gew.-%,
- c) zumindest einen unlöslichen, hydrophilen Füllstoff mit einer durchschnittlichen Korngröße von weniger als 100 µm zu 10 bis 60 Gew.-% und
- d) gegebenenfalls einen Arzneistoff zu 0,001 bis 20 Gew.-%.
6. Trägermaterial für medizinische Zwecke nach zumindest einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die insbesondere im Hochvakuum aufge
brachte Aluminiumschicht mit einer Schutzschicht gegen mechanische Belastungen
überzogen ist.
7. Verfahren zur Herstellung eines Trägermaterials für medizinische Zwecke gemäß
zumindest einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Alumi
niumschicht im Hochvakuum auf dem Träger aufgedampft wird.
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