DE10047131A1 - Verfahren zum Betreiben eines Zugangsnetzes - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines ZugangsnetzesInfo
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Abstract
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben eines Zugangsnetzes für ein Mobilfunksystem. Für ein Endgerät (UE) bestimmte Daten werden zwischen zwei Knoten (GW, ANN; ANN, T) des Zugangsnetzes (AN) in IPv6-Paketen übertragen. Dabei wird das Flow-Label-Feld eines IPv6-Paketes zum Übertragen einer Angabe verwendet, anhand derer der das Paket empfangende Knoten (ANN; T) unter mehreren Wegen (RB), auf denen das Paket weiterleitbar ist, eine Auswahl trifft.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrei
ben eines Zugangsnetzes für ein Mobilfunksystem, bei dem für
ein Endgerät bestimmte Daten zwischen zwei Knoten des Zu
gangsnetzes in IP-Paketen übertragen werden.
Ein Zugangsnetzwerk bildet die Brücke zwischen einzelnen mo
bilen Endgeräten und einem Stammnetzwerk oder Core Network,
in dem Informationen einer Vielzahl von Verbindungen zwischen
mobilen Endgeräten oder zwischen einem mobilen Endgerät und
einer anderen Datenquelle oder -senke wie z. B. dem Internet
leitungsgebunden übertragen werden.
Die Zugangsnetzwerke der Mobilfunksysteme der dritten Genera
tion wie etwa des LJNTS-Systems basieren auf der ATM-Netzwerk
technologie. Auf dieser Technologie bauen Protokollsysteme
auf, die für die verschiedenen Typen von Knoten innerhalb des
Zugangsnetzes und je nachdem, ob eine verbindungsorientierte
Übertragung, d. h. im wesentlichen Sprachübertragung, oder ei
ne paketorientierte Übertragung, also im wesentlichen Über
tragung von Datendiensten, vorliegt, unterschiedlich sind.
Bekannte Zugangsnetzwerke haben Knoten unterschiedlicher Art
auf einer Mehrzahl von hierarchischen Ebenen. Eine oberste
Ebene bilden sogenannte Access Network Gateways oder kurz Ga
teways, die jeweils die Schnittstelle zum Stammnetzwerk bil
den. Auf einer nächstniedrigeren Stufe angesiedelte Knoten
werden als Netzzugangsknoten (Access Network Nodes) bezeich
net. Knoten der untersten hierarchischen Ebene, die direkt
per Funk mit den Endgeräten kommunizieren, werden als Trans
ceiver bezeichnet. Jedem Transceiver steht eine bestimmte
Zahl von Signalträgern zur Verfügung, die je nach von einem
Endgerät benötigter Bandbreite einzeln oder zu mehreren für
die Kommunikation mit dem Endgerät genutzt werden können.
Für die paketorientierte Übertragung von Daten zwischen dem
Gateway und den Knoten niedrigerer Stufe ist aus 3GPP TS
29.060 "General Packet Radio Service (GPRS); GPRS Tunnelling
Protokoll (GTP)" ein Protokollstapel bekannt, der eine IP-
Schicht und darauf aufbauend eine UDP-Schicht und einen GTP-
U-Tunnel umfasst. Diese komplizierte Schichtstruktur ist not
wendig, weil es auf der IP-Protokollebene des Zugangsnetzes
nur möglich ist, einzelne Knoten des Zugangsnetzes zu adres
sieren, nicht aber ein Endgerät oder eine Funktionseinheit,
die die Daten zur Übertragung zum Endgerät aufbereitet. Um
eine Adresseninformation über das Empfängerendgerät zu trans
portieren, werden zusätzliche Protokollschichten benötigt,
die es dem Gateway erlauben, diese Informationen als Nutzlast
in die IP-Pakete einzufügen. Auf der Ebene des Netzzugangs
knotens wird diese Information wieder extrahiert. Sie dient
dem Netzzugangsknoten zum Auswählen eines Signalträgers, auf
dem das Empfängerendgerät das Paket zu empfangen erwartet.
Im Falle von verbindungsorientierter Übertragung zu einem
Endgerät wird zwischen dem Gateway und dem mit dem Endgerät
kommunizierenden Netzzugangsknoten eine explizite AAL2-
Verbindung aufgebaut. Eine Zuordnung dieser Verbindung zu ei
nem oder mehreren Signalträgern eines Transceivers ist am
Netzzugangsknoten aufgezeichnet. Der Netzzugangsknoten kann
daher anhand der AAL2-Verbindung, über die er Information
empfängt, den Signalträger ermitteln, auf dem diese Informa
tion ausgestrahlt werden muss.
Auf einer niedrigeren Hierarchieebene, zwischen dem Netzzu
gangsknoten und dem Transceiver, wird für jeden Signalträger
eine eigene AAL2-Verbindung aufgebaut. Dies erlaubt es dem
Transceiver, anhand der AAL2-Verbindung, über die er ein Da
tenpaket empfängt, und einer Zuordnungstabelle den Signalträger
zu erkennen, den der Netzzugangsknoten zum Senden des Pa
kets ausgewählt hat.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, ein Betriebsverfahren
für ein Zugangsnetz anzugeben, das einen durchgängigen Be
trieb des Zugangsnetzes mit IP-Transporttechnologie erlaubt,
und dabei Überhänge an Verarbeitungsleistung und zu übertra
gender Datenmenge, wie sie sich durch einen komplizierten
Protokollstapel ergeben, vermeidet.
Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben ei
nes Zugangsnetzes für ein Mobilfunksystem, bei dem für ein
Endgerät bestimmte Daten zwischen zwei. Knoten des Zugangsnet
zes in IP-Paketen übertragen werden, und das dadurch gekenn
zeichnet ist, dass die Pakete IPv6-Pakete sind, und dass das
Flow-Label-Feld eines IPv6-Paketes zur Übertragung einer An
gabe verwendet wird, anhand derer der das Paket empfangende
Knoten unter mehreren Wegen, auf denen das Paket weiterleit
bar ist, eine Auswahl trifft. Im Falle einer Punkt-zu-Punkt-
Verbindung umfasst diese Auswahl jeweils einen einzigen Weg,
bei Punkt-zu-Mehrpunkt-Verbindungen kann aber auch eine Mehr
zahl von Wegen gleichzeitig ausgewählt werden.
Das Flow-Label-Feld des IPv6-Protokolls hat eine Länge von 20 Bit.
Dies entspricht einer Menge von etwas über einer Million
möglichen Werten. Die Zahl der Endgeräte an einem Zugangsnetz
kann aber diesen Wert ohne weiteres überschreiten, so dass
eine eindeutige Kennzeichnung aller Endgeräte durch die be
sagte Angabe nicht mehr möglich ist, wenn sie eine jedem End
gerät in Art eines Namens fest zugeordnete Bezeichnung ent
hielte. Da aber diese Endgeräte in der Regel nie alle gleich
zeitig aktiv sind, lässt sich das Problem dadurch beheben,
dass als die Angabe eine Kennung verwendet wird, die jeweils
bei der Einrichtung eines Datenflusses diesem eindeutig zuge
teilt wird. Nach Beendigung des Datenflusses kann die Kennung
neu vergeben werden.
Die Kennung muss lediglich zwischen zwei Knoten (z. B. zwi
schen Gateway und Netzzugangsknoten oder zwischen Netzzu
gangsknoten und Transceiver) im Zugangsnetz eindeutig sein.
Ein erster Knoten kann eine Kennung, die er in der Kommunika
tion mit einem zweiten Knoten zur Bezeichnung eines ersten
Datenflusses verwendet, in der Kommunikation mit einem drit
ten Knoten zur Bezeichnung eines beliebigen anderen Daten
flusses verwenden.
Eine weitere Möglichkeit, die Zahl der mit Hilfe der besagten
Angabe unterschiedlich bezeichenbaren Endgeräte zu vergrößern
ist, einem Knoten des Zugangsnetzes eine Mehrzahl von Netz
werkadressen zuzuordnen, eine gleiche Kennung in Kombination
mit jeweils verschiedenen der mehreren Netzwerkadressen un
terschiedlichen Datenflüssen zwischen diesem Knoten und einem
zweiten Knoten zuzuteilen und bei der Wegauswahl für die Pa
ketweiterleitung neben der Kennung auch die Netzwerkadresse
heranzuziehen.
Eine weitere Möglichkeit, die Zahl der mit Hilfe der besagten
Angabe unterschiedlich bezeichenbaren Endgeräte zu vergrößern
ist, die Angabe zusätzlich auch über das Traffic-Class-Feld
der IPv6-Pakete zu erstrecken.
Eine derartige Nutzung des Traffic-Class-Feldes bedeutet aber
nicht, dass auf eine Differenzierung nach Dienstgüteklassen
für unterschiedliche Datenströme verzichtet werden müsste.
Vielmehr kann dem Traffic-Class-Feld eine Doppelfunktion zu
gewiesen werden. Wenn z. B. (n1, n2) eine erste Angabe ist,
die einen ersten Datenfluss bezeichnet, wobei n1 der Inhalt
des Traffic-Class-Feldes und n2 der des Flow-Label-Feldes
ist, so wird dieser Datenfluss mit der durch n1 bezeichneten
Dienstqualität im Zugangsnetz befördert. Eine zweite Angabe
(n1', n2) mit gleichem Wert n2 des Flow Labels kann einen
völlig anderen, zu einem anderen Endgerät führenden Daten
fluss mit der durch n1' definierten Dienstqualität bezeich
nen. Das Transportnetzwerk ist dabei so zu konfigurieren,
dass das Traffic-Class-Feld nicht vom Transportnetzwerk ver
ändert wird.
Bei der Angabe kann es sich um eine Kennung eines Endgerätes
oder eines für das Endgerät bestimmten Datenflusses handeln.
Solange ein Endgerät nur einen einzigen Datenfluss unterhält,
besteht zwischen den zwei Alternativen kein Unterschied. Mo
derne Mobilfunkendgeräte wie insbesondere UMTS-Endgeräte wer
den jedoch in der Lage sein, eine Mehrzahl von Datendiensten,
wie z. B. Sprachtelefonie, Telefax, Internetzugriff etc.
gleichzeitig zu betreiben bzw. im Laufe einer bestehenden
Verbindung den genutzten Dienst zu wechseln oder zusätzliche
Dienste in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall ist es für den
von jedem dieser Dienste verursachten Datenfluss sinnvoll,
ihm eine eigene Kennung zuzuordnen, um dem empfangenden Kno
ten die Zuordnung empfangener Daten zu den einzelnen Diensten
zu ermöglichen. Ein solches Verfahren eignet sich besonders
für die Übertragung von einem Gateway-Knoten des Zugangsnet
zes an einen Knoten auf einer niedrigeren Hierarchiestufe des
Zugangsnetzes wie etwa einen Netzzugangsknoten.
Eine alternative Möglichkeit ist, dass die Angabe eine Ken
nung eines für die Funkübertragung an das Endgerät zu verwen
denden Signalträgers ist. Diese Variante eignet sich beson
ders für die Übertragung an einen Transceiver des Zugangsnet
zes.
Selbstverständlich können beide Varianten gleichzeitig auf
den verschiedenen Hierarchiestufen eines gleichen Zugangsnet
zes eingesetzt werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der beigefügten Beschreibung eines Ausführungsbeispiels mit
Bezug auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockdiagramm eines Zugangsnetzwerks, in dem
das erfindungsgemäße Verfahren anwendbar ist;
Fig. 2 die zwischen den verschiedenen Knoten des Zugangs
netzwerks sowie zwischen den Transceivern und den
Endgeräten zum Einsatz kommenden Protokollstruktu
ren;
Fig. 3 stark schematisiert einen Netzzugangsknoten;
Fig. 4 einen erstes Beispiel eines Gateway-Knotens; und
Fig. 5 ein alternatives Beispiel eines Gateway-Knotens.
Fig. 1 zeigt stark schematisiert den Aufbau eines Zugangs
netzwerks AN für die Informationsübertragung zwischen Endge
räten UE eines Mobilfunk-Kommunikationssystems und einem
Stammnetzwerk NW. Das Zugangsnetzwerk AN hat eine hierarchi
sche Struktur mit unterschiedlichen Arten von Knoten auf ver
schiedenen Hierarchiestufen. Eine oberste Hierarchiestufe ist
durch als Gateway bezeichnete Knoten GW gebildet, die direkt
mit dem Stammnetzwerk NW verbunden sind. Eine zweite Stufe
ist durch hier als Netzzugangsknoten, ANN (Access Network No
de) bezeichnete Knoten gebildet, von denen jeweils mehrere
einem Gateway-Knoten GW zugeordnet sind, von denen in der
Figur der Übersichtlichkeit halber aber nur einer, mit seinem
zugeordneten Gateway-Knoten GW durch eine Übertragungsstrecke
TGN verbunden, gezeigt ist. An jedem Netzzugangsknoten ANN
wiederum sind mehrere Transceiver T über Übertragungsstrecken
TNT angeschlossen, die jeweils über eine begrenzte Zahl von
Signalträgern RB mit Endgeräten UE per Funk kommunizieren
können.
Zunächst soll ein Zugangsnetz mit einer einfachen Baumstruk
tur betrachtet werden, bei dem jeder Knoten einer gegebenen
Hierarchiestufe mit (sofern vorhanden) genau einem Knoten der
nächsthöheren Hierarchiestufe und (sofern vorhanden) mehreren
Knoten der nächstniedrigeren Hierarchiestufe verbunden ist.
Im Falle eines UMTS-Mobilfunksystems oder allgemein eines Co
demultiplex-Mobilfunksystems entspricht jedem Signalträger RB
einer aus einer Mehrzahl von von dem Transceiver-Knoten T
verwendeten orthogonalen Spreizcodes. Im Falle eines Zeitmul
tiplex-Mobilfunk-Kommunikationssystems könnte man jeden Sig
nalträger mit einem Zeitschlitz gleichsetzen.
Fig. 2 veranschaulicht die zwischen den Knoten der unter
schiedlichen Hierarchiestufen des in Fig. 1 gezeigten Zu
gangsnetzwerks verwendeten Protokollschichten. Zwischen dem
Gateway-Knoten GW, den Netzzugangsknoten ANN und den Trans
ceivern T erfolgt die Kommunikation leitungsgebunden, die
zugrundeliegende Schicht L2/PHY kann auf einer Übertragungs
technologie wie etwa ATM, Ethernet etc. basieren.
Auf dieser Schicht baut eine IPv6-Protokollschicht auf. Vom
Gateway GW aus dem Stammnetzwerk NW empfangene, für ein be
stimmtes Endgerät UE bestimmte Daten bilden ohne dazwischen
liegende weitere Protokollebene die Nutzlast von zwischen dem
Gateway-Knoten GW und den Netzzugangsknoten ANN ausgetausch
ten IPv6-Paketen. Diese Pakete enthalten als Zieladresse die
Adresse eines Netzzugangsknotens ANN. Information, die dem
empfangenden Netzzugangsknoten ANN mitteilt, wohin die Pakete
weiterzuleiten sind, sind im Flow-Label-Feld und ggf. im
Traffic-Class-Feld der Pakete enthalten. Auf die Auswertung
dieser Felder durch den Netzzugangsknoten ANN wird später
noch genauer eingegangen.
Der Netzzugangsknoten ANN ordnet einen vom Gateway GW empfan
genen Paket in Abhängigkeit von der das Empfänger-Endgerät
spezifizierenden Information im Flow-Label-Feld bzw. dem
Traffic-Class-Feld den Signalträger, auf dem das Endgerät das
Paket zu empfangen erwartet, einen Sendezeitpunkt etc. zu.
Vom Netzzugangsknoten an den Transceiver-Knoten T übertragene
Pakete brauchen daher keine explizite Angabe über das Empfän
gerendgerät mehr zu enthalten; die Angabe des Signalträgers
genügt. Dies ist in Fig. 2 durch die ohne Einfluß des Transceiver-Knotens
T über diesen zum Endgerät UE übertragenen
Signalisierungsinstanzen RLC (Radio Link Control) und MAC
(Medium Access Control) veranschaulicht.
Um insbesondere im Falle der Sprachübertragung eine zeitlich
korrekte Aufeinanderfolge der Pakete bei der Funkübertragung
an das Endgerät UE zu gewährleisten, kann eine Konvergenz
schicht CL in der Kommunikation zwischen Netzzugangsknoten
und Transceiver-Knoten erforderlich sein.
Im folgenden wird im einzelnen auf den Aufbau und die Durch
führung eines Datenflusses zwischen Gateway GW und einem End
gerät UE eingegangen. Dabei wird zunächst nur der Transport
in Downlink-Richtung betrachtet, die Gegenrichtung wird spä
ter diskutiert.
Der Bedarf nach Einrichtung eines neuen Datenflusses kann
sich dadurch ergeben, dass das Endgerät UE eine diesbezügli
che Anforderung an das Zugangsnetzwerk richtet, oder dass der
Gateway GW Daten zur Weiterleitung an ein Endgerät UE emp
fängt, zu dem bislang kein Datenfluss existiert. Im einen wie
im anderen Falle empfängt der Netzzugangsknoten ANN eine Sig
nalisierungsnachricht, die die Identität des betreffenden
Endgeräts UE, z. B. dessen Rufnummer oder seine IMSI, und die
benötigte Dienstklasse angibt.
Der in Fig. 3 gezeigte Netzzugangsknoten ANN verfügt über ein
Verzeichnis V, in dem zu allen aktuell über ihn laufenden Da
tenflüssen jeweils eine Kennung, als GN-Kennung bezeichnet,
für den Verkehr mit dem ihm zugeordneten Gateway GW und eine
als NT-Kennung bezeichnete Kennung für den Verkehr mit den
zugeordneten Transceivern T in Verbindung mit den Identitäten
der zugehörigen Endgeräte gespeichert sind. Die GN-Kennungen
setzen sich jeweils aus einem die Dienstklasse des Datenflus
ses bezeichnenden ersten Teil und einem willkürlich gewählten
zweiten Teil zusammen. Um eine GN-Kennung für den neu einzu
richtenden Datenfluss zu erzeugen, wählt der Netzzugangsknoten
ANN einen zweiten Teil, der in Kombination mit der für
den Datenfluss verlangten Dienstklasse im Verkehr zwischen
ihm und dem Gateway GW noch nicht vergeben ist. In Verbindung
mit einer anderen Dienstklasse oder zwischen anderen Knoten
kann der gleiche zweite Teil bereits für einen Datenfluss
vergeben sein, ohne dass dies die Eindeutigkeit der so gebil
deten Kennung beeinträchtigt.
Die ausgewählte GN-Kennung wird an den Gateway-Knoten GW ü
bermittelt und dort in einer Tabelle in Verbindung mit der
Identität des Endgeräts aufgezeichnet.
Gemäß einer in Fig. 4 gezeigten ersten Variante ist am Gate
way-Knoten GW für jeden an ihn angeschlossenen Netzzugangs
knoten ANN eine solche Tabelle Tab eingerichtet.
Auf der Ebene des Gateway-Knotens GW müssen die GN-Kennungen
nicht eindeutig sein, da der Gateway-Knoten GW bei von einer
Mehrzahl von verschiedenen Netzzugangsknoten ANN identisch
vergebenen GN-Kennungen anhand der Tabelle Tab, in der er zu
einer gegebenen Endgeräteidentität die GN-Kennung findet, den
Netzzugangsknoten ANN erkennen kann, an den ein mit der Iden
tität gekennzeichnetes, vom Stammnetzwerk empfangenes Paket
übertragen werden muss. Man mag sich diese Tabellen Tab je
weils als individuelle Speicherelemente oder als begrenzte
Regionen innerhalb eines größeren Speicherbausteins vorstel
len. Im einen wie im anderen Falle erlaubt der Ort, an dem
eine gegebene Endgeräteidentität und die zugehörige Kennung
gespeichert sind, dem Gateway GW den Rückschluß auf den Netz
zugangsknoten ANN, an den das Paket, mit der gefundenen GN-
Kennung versehen, weitergeleitet werden muss.
Selbstverständlich kann der Gateway-Knoten einer in Fig. 5
gezeigten zweiten Variante zufolge anstelle der mehreren Ta
bellen eine einheitliche Tabelle Tab' führen, deren Einträge
jeweils eine Endgeräteidentität, die zugeordnete GN-Kennung
und die Adresse A1, A2, . . . des Netzzugangsknoten ANN enthält,
der die Kennung für einen Datenfluß des Endgeräts ver
geben hat und an den das Paket weiterzuleiten ist.
Zusätzlich ordnet der Netzzugangsknoten ANN dem Endgerät UE
einen Transceiver-Knoten T, über den das Endgerät UE per Funk
erreichbar ist, an diesem Transceiver-Knoten T einen freien
Signalträger. Auch die Adresse dieses Ziel-Transceivers ist
in dem Verzeichnis V des Netzzugangsknotens ANN gespeichert.
Die Kombination von zugeordnetem Transceiver T, Signalträger
und ggf. Funktionseinheit definiert einen Weg für die Weiter
leitung des Datenpakets.
Der Netzzugangsknoten ANN wählt nun eine in der Kommunikation
mit dem zugeordneten Transceiver T bislang noch freie NT-
Kennung und speichert sie in seinem Verzeichnis V in Verbin
dung mit der Identität des Endgeräts.
Die NT-Kennungen bezeichnen jeweils umkehrbar eindeutig einen
der verschiedenen dem Transceiver T zur Verfügung stehenden
Signalträger.
Wenn ein mit einer vollständigen Adressinfotmation gekenn
zeichnetes Datenpaket vom Stammnetzwerk NW den Gateway-Knoten
GW erreicht, so ermittelt dieser anhand seiner Tabellen die
dieser Adressinformation zugehörige GN-Kennung und den Netz
zugangsknoten ANN, der diese Kennung vergeben hat. Er trägt
die GN-Kennung in das Flow-Label-Feld und ggf. in das Type-
of-Service-Feld eines IPv6-Paketes ein, mit dem er die emp
fangenen Daten an den ermittelten Netzzugangsknoten ANN wei
terleitet. Durch diese GN-Kennung ist der Weg des Datenpakets
durch das Zugangsnetz bereits vollständig festgelegt; und die
im Stammnetzwerk verwendete Adresse des Empfänger-Endgeräts
UE wird für die weitere Vermittlung des Pakets nicht mehr be
nötigt.
Der Netzzugangsknoten ANN empfängt das Paket und ermittelt
anhand seines Verzeichnisses den oder die Transceiver T, an
den/die das Paket weitergeleitet werden muss, und die NT-
Kennung desjenigen Signalträgers, den der jeweilige Transcei
ver T verwenden muss, damit das Paket vom Empfänger-Endgerät
korrekt empfangen werden kann. Der Netzzugangsknoten ANN er
zeugt ein neues IPv6-Paket mit den für das Endgerät UE be
stimmten Daten als Nutzlast, das als Empfängeradresse die IP-
Adresse(n) des/der Transceiver(s) T enthält, in dessen/deren
Funkreichweite sich das Endgerät UE befindet, und dessen
Flow-Label-Feld die NT-Kennung, d. h. die Bezeichnung des Sig
nalträgers enthält, über den das Endgerät UE Daten zu empfan
gen erwartet. Mehr als die Angabe des Signalträgers ist auf
dieser Stufe der Übertragung des Pakets nicht mehr notwendig,
um seine korrekte Weiterleitung an das Endgerät UE zu gewähr
leisten.
Bei der obigen Beschreibung wurde davon ausgegangen, dass der
Netzzugangsknoten eine GN-Kennung vergibt und diese dem Gate
way-Knoten mitteilt. Selbstverständlich kann die GN-Kennung
alternativ auch vom Gateway-Knoten vergeben und dann an den
Netzzugangsknoten übermittelt werden. Genauso kann auch jede
NT-Kennung vom Transceiver T festgelegt und an den Netzzu
gangsknoten ANN übermittelt werden.
Bislang wurde nur der Fall der Downlink-Übertragung vom Gate
way GW zum Transceiver T betrachtet. Mit geringfügigen Anpas
sungen ist das gleiche Verfahren auch für die Übertragung in
Gegenrichtung anwendbar. Dabei können Kennungen für einen
gleichen Datenfluß in Uplink und Downlink unabhängig vonein
ander und unterschiedlich vergeben werden.
In analoger Weise wie oben für den Downlink beschrieben, wer
den eine TN-Kennung für die Übertragung von Transceiver T zum
Netzzugangsknoten ANN und eine NG-Kennung für die Übertragung
von Netzzugangsknoten zum Gateway GN festgelegt. Jedes an
schließend vom Endgerät UE gesendete Datenpaket wird vom
Transceiver T mit einer dem vom Endgerät UE verwendeten Sig
nalträger entsprechenden TN-Kennung in einem an den Netzzugangsknoten
ANN adressierten IPv6-Paket gesendet. Der Netzzu
gangsknoten bestimmt in seinem Verzeichnis die dem Transcei
ver T und der TN-Kennung zugeordnete NG-Kennung, und sendet
ein neues Paket an den Gateway, in dem die TN-Kennung durch
die NG-Kennung ersetzt ist. Der Gateway GW stellt anhand sei
ner Tabelle(n) die Identität des Empfänger-Endgeräts UE' fest
und leitet das Paket seinerseits entsprechend dieser Identi
tät weiter.
Wie man sieht, erlaubt das beschriebene Verfahren die Verwen
dung einer einheitlichen Transport-Infrastruktur im gesamten
Zugangsnetzwerk bis hin zum Transceiver. Die gesamte Daten
übertragung kann mit standardisierten IETF-Protokollen erfol
gen, wodurch Kosten reduziert und die Verfügbarkeit von Kom
ponenten verbessert sowie ihre Weiterentwicklung vereinfacht
wird.
Entsprechende Vorteile können durch eine vereinfachte Varian
te des Verfahrens erzielt werden, bei der lediglich das Flow-
Label-Feld eines IPv6-Paketes für die Kennung verwendet wird.
Die einzige Beschränkung, die sich aus dieser Vereinfachung
ergibt, ist, dass ein Netzzugangsknoten entsprechend der Län
ge des Flow-Label-Felds von 20 bit nicht mehr als 220 gleich
zeitig aktive Datenflüsse versorgen kann. Durch eine geeigne
te geographische Struktur des Netzes kann die Zahl von Endge
räten im Bereich eines Netzzugangsknotens leicht klein genug
gehalten werden, um sicherzustellen, dass die Zahl von 220
Datenflüssen nicht überschritten wird.
Wenn es notwendig ist, an einem Knoten mehr Datenflüsse zu
handhaben als die unter Nutzung des Flow-Label-Feldes mögli
chen 220 oder die bei gleichzeitiger Nutzung des Traffic-
Class-Feldes mögliche noch größere Zahl, so kann man diesem
Knoten mehrere Netzwerkadressen zuordnen und die Auswertung
der Kennung jeweils unter Mitheranziehen der Netzwerkadresse
vornehmen.
Als Beispiel wird der Fall betrachtet, dass dem Gateway GW
zwei Netzwerkadressen A1, A2 zugeordnet sind. Die oben be
schriebenen Tabellen des Gateways sind für jede Adresse je
einmal vorhanden, oder alternativ existiert eine Tabelle, in
der zu jeder Endgeräteidentität zusätzlich zu der zugeordne
ten GN- und/oder NG-Kennung eine zugeordnete Adresse des Ga
teways eingetragen ist. Wenn dieser Gateway ein mit einer
Endgeräteidentität versehenes Paket vom Stammnetzwerk NW emp
fängt, so leitet er es an den anhand dieser Identität in
der/den Tabelle(n) ermittelten Netzzugangsknoten ANN weiter,
wobei er dem an den Netzzugangsknoten gesendeten Paket als
Absenderadresse diejenige Adresse hinzufügt, die er im ent
sprechenden Eintrag der Tabelle vorfindet. Die Verzeichnisse
des Netzzugangsknotens ANN enthalten in entsprechender Weise
für jeden Eintrag eines Datenflusses eine Angabe der Absen
deradresse, die es dem Netzzugangsknoten ermöglicht, zwei mit
der gleichen GN-Kennung an ihn gesendete, für verschiedene
Datenflüsse bestimmte Pakete zu unterscheiden, ihnen jeweils
die korrekte NT-Kennung zuzuordnen und sie weiterzuleiten.
Umgekehrt kann ein Netzzugangsknoten beim Uplink zu diesem
Gateway GW Pakete mit einer gleichen Kennung an jeweils un
terschiedliche Adressen des Gateways als Empfängeradressen
senden, wobei dieser gleichen Kennung je nach Empfängeradres
se unterschiedliche Empfängerendgeräte zugeordnet sein kön
nen.
Selbstverständlich können auch einem Netzzugangsknoten mehre
re Adressen zugeteilt werden; in diesem Falle muss die Verar
beitung der von diesem Knoten gesendeten Datenpakete im Gate
way GW oder den angeschlossenen Transceivern T anhand von
differenzierten Tabellen abhängig von der Absenderadresse
durchgeführt werden.
Eine nach Absenderadressen differenzierte Verarbeitung der
Datenpakete erlaubt übrigens auch eine flexiblere Struktur
des Zugangsnetzes: anstelle eines Netzes mit reiner Baum
struktur, wo jeder Knoten an genau einen Knoten der nächsthöheren
Hierarchieebene angeschlossen ist, kann auch eine "ver
flochtene" Netzstruktur zum Einsatz kommen, in der Verbindun
gen zu mehreren Knoten der nächsthöheren Hierarchieebene vor
kommen können, wie in Fig. 1 für den Netzzugangsknoten ANN
anhand der gestrichelt dargestellten Verbindung zu einem
zweiten Gateway GW' exemplarisch gezeigt. Anhand der in jedem
Paket enthaltenen Absenderadresse kann ein Empfängerknoten
zwischen verschiedenen Absenderknoten unterscheiden und ein
Paket jeweils unter Zugrundelegung einer im Verhältnis zu je
dem möglichen Absenderknoten (genauer gesagt jeder möglichen
Absenderadresse) definierten Kennung korrekt weiterleiten.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde bei der obigen Be
schreibung von einem Zugangsnetz mit drei Hierarchiestufen
ausgegangen. Es liegt jedoch auf der Hand, dass die vorlie
gende Erfindung auch auf Zugangsnetze anwendbar ist, die mehr
oder aber auch weniger als drei Hierarchiestufen aufweisen,
d. h. Zugangsnetze, bei denen Funktionen, die in der vorlie
genden Beschreibung Knoten unterschiedlicher Hierarchiestufen
zugeordnet wurden, von einem einheitlichen Knoten realisiert
werden.
Claims (9)
1. Verfahren zum Betreiben eines Zugangsnetzes für ein Mo
bilfunksystem, bei dem für ein Endgerät (UE) bestimmte
Daten zwischen zwei Knoten (GW, ANN; ANN, T) des Zugangs
netzes (AN) in IP-Paketen übertragen werden, dadurch ge
kennzeichnet, dass die Pakete IPvG-Pakete sind und dass
das Flow-Label-Feld eines IPvG-Paketes zum Übertragen ei
ner Angabe verwendet wird, anhand derer der das Paket
empfangende Knoten (ANN; T) unter mehreren Wegen, auf de
nen das Paket weiterleitbar ist, eine Auswahl trifft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Angabe sich ferner über das Traffic-Class-Feld der
IPv6-Pakete erstreckt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
dennoch der Inhalt des Traffic-Class-Feldes bei der Fest
legung einer Dienstqualität berücksichtigt wird, mit der
Daten an einen in der Angabe bezeichneten Signalträger
(RB) übermittelt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Auswahl ferner unter Be
rücksichtigung einer Quell- und/oder Zieladresse der
IPv6-Pakete erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Angabe eine Kennung eines
Endgerätes (UE) oder eines für das Endgerät bestimmten
Datenflusses ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
es für die Übertragung zwischen einem Gateway-Knoten (GW)
des Zugangsnetzes und einem Knoten (ANN) auf einer nied
rigeren Hierarchiestufe des Zugangsnetzes (AN) eingesetzt
wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, dass die Angabe eine Kennung eines für die
Funkübertragung an das Endgerät (UE) zu verwendenden Signal
trägers (RB) ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass
es zur Übertragung an einen Transceiver-Knoten (T) des Zu
gangsnetzes (AN) eingesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass die Kennung bei der Einrichtung
des Datenflusses vergeben wird.
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