DE1004582B - Verfahren zur Herstellung von luftdurchlaessigem Kunstleder - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von luftdurchlaessigem KunstlederInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von luftdurchlässigem Kunstleder od. dgl. in Gestalt von endlosen Warenbahnen. Bei der Erzeugung
solcher Warenbahnen ist es bekannt, eine Schicht Kunstharzpaste in Streifenform auf eine feinporige
Gewebebahn aufzutragen und zum Erstarren zu bringen, wobei die zwischen den Kunststoffstreifen frei
bleibenden Rillen die angestrebte Luftdurchlässigkeit der Warenbahn gewährleisten. Gegebenenfalls sollen
die Kunststoffstreifen mit Hilfe einer Prägewalze so aufgebracht werden, daß auch an den Stellen der Rillen
der Zusammenhang zwischen den einzelnen Streifen gewahrt bleibt, indem die Kunststoffschicht an
diesen Stellen Durchbrechungen nach Art eines Gitters oder Netzes aufweist. Das bekannte Verfahren
gestattet nur die Herstellung einer Streifen-, Zickzackoder Netzmusterung aus Kunststoff auf der Gewebebahn,
und man erhält ein Erzeugnis mit den Eigenschaften eines Kunstleders, dessen äußeres Ansehen
aber mit dem von natürlichen Ledersorten nicht oder nur ganz entfernt ähnlich ist.
Die Erfindung bezweckt in vorteilhaftem Gegensatz dazu, die Herstellung eines luftdurchlässigen Kunstleders
mit einer beliebigen, insbesondere einer dem Aussehen von natürlichen Ledersorten entsprechenden
Ledermusteruug zu ermöglichen. Erfindungsgemäß soll die Kunststoffpaste in Form von Tupfern mit der
Gravur der Walze entsprechenden Umrißlinien und den Gravurtiefeu entsprechender Höhe auf die Gewebebahn
aufgebracht werden. Die auf dem Gewebe entstandenen mehr oder weniger dicht nebeneinanderliegenden
Tupfer sollen anschließend in gelierendem Zustand durch Prägen oder Glätten unter Druck so
unter Vergrößerung ihrer Fläche zusammen- und auseinandergerückt werden, daß benachbarte Tupfer nur
einen feiinen Spalt zwischen sich belassen. Der Grad der Gelierung, bei welchem die Tupfer geprägt oder
geglättet werden, ist zweckentsprechend zu wählen. Die frei bleibenden feinen Spalte gewährleisten die
Luftdurchlässigkeit des erzeugten Kunstleders.
Der wesentliche Vorteil des zweistufigen Verfahrens nach der Erfindung besteht darin, daß man ein luftdurchlässiges
Kunstleder mit beliebiger Musterung erhält. Beispielsweise können zum Herstellen eines
Kunstleders vom Aussehen des natürlichen Krokodil- oder Eidechsenleders die Kunstharztupfer, zweckmäßig
in Form eines Schuppen- oder Streifenmusters, so auf die Gewebebahn aufgebracht werden, daß sie
nach dem Überfahren durch eine Präge- oder Glättwalze
sich schuppenförmig überdecken.
In manchen Fällen empfiehlt es sich, die gravierte Walze vor dem Aufgeben der Kunststoffpaste mit
einem Trennmittel zu benetzen, z. B. mit einer Silikontrennemulsion. Dadurch erhält man die Ge-Verfahren
zur Herstellung
von luftdurchlässigem Kunstleder
von luftdurchlässigem Kunstleder
Anmelder:
Dornbusch & Co., Krefeld,
Kalanderstr. 19-25
Kalanderstr. 19-25
Johannes Peiler, Krefeld,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
währ, daß die in den Gravurvertiefungeai der Walze
befindlichen Pastentupfer restlos an die Gewebebahn abgegeben werden. Die zur Erzeugung der Tupfer auf
der gravierten Walze überschüssige Kunststoffpaste kann mit Hilfe eines Rakelmessers abgestrichen werden.
Ist dies wegen der Beschaffenheit der Paste nicht oder nur ungenügend möglich, so verwendet man
zweckmäßig eine Abstreichwalze mit vorzugsweise elastischer Oberfläche. Die Abstreichwalze kann dabei
gegenläufig oder gleichsinnig wie die gravierte Walze umlaufen, im zweiten Fall jedoch mit größerer Umfangsgeschwindigkeit
als die gravierte Walze.
Die Erfindung ist nicht auf die Verwendung von Kunstharzpasten beschränkt, sondern umfaßt alle auftragfähigen
Massen zur Herstellung von Erzeugnissen nach Art des Kunstleders.
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens geeigneten Vorrichtung in schematischer Darstellungsweise sowie ein Erzeugnis dieses Verfahrens
veranschaulicht. Es zeigen
Abb. 1 und 2 je eine Vorrichtung zum Auftragen der Kunstharzpaste in Tupferform auf eine durchlaufende
Gewebebahn mit einem Rakelmesser zum Abstreichen der überschüssigen Paste von der gravierten
Walze,
Abb. 3 und 4 je eine andersartige Abstreicheinrichtung in Gestalt einer mit der gravierten Walze
zusammenarbeitenden Abstreichwalze und ferner in vergrößertem Maß stäbe
Abb. 5 und 6 ein luftdurchlässiges Kunstleder mit sich schuppenförmig überdeckenden Kunstharztupfern
in Draufsicht und Seitenansicht.
In allen Abbildungen ist die zu beschichtende Gewebebahn mit 1 bezeichnet. Die Beschichtung erfolgt
während des Durchlaufes der Gewebebahn 1 zwischen einer gravierten Stahlwalze 2 und einer Gegenwalze 3,
609 840/146
und zwar werden mit der Walze 2 die in deren Gravurvertiefungen 4 befindlichen Teile einer Kunstharzpaste
als Tupfer 5 mit der Gravur der Walze 2 entsprechenden Umrißlinien und der Gravurtiefe entsprechender
Höhe auf die Gewebebahn 1 aufgetragen.
Bei der Vorrichtung nach Abb. 1 wird der gravierten Walze Kunstharzpaste bei 6 zugeführt und
die überschüssige Paste durch ein Rakelmesser 7 abgestrichen, SOi daß nur die Gravurvertiefungen 4 mit
Paste ausgefüllt sind.
Eine weitere Möglichkeit des Aufhebens der Kunststoffpaste auf die gravierte Walze 2 zeigt Abb. 2. Hier
wird die Paste aus einem Becken 8 mit Hilfe einer Bürstenwalze 9 in die Gravurvertiefungen 4 der
Walze 2 eingestrichen. Das Abstreichen der überschüssigen Paste erfolgt ebenfalls mittels eines Rakelmessers
7. Die Gewebebahn 1 ist nach dem Auftragen der Pastentupfer 5 um die Gegenwalze 3 geschlungen,
die zur Förderung des Gelierens der Tupfer 5 auf einen geeigneten Wärmegrad erhitzt sein kann.
Bei der Vorrichtung nach Abb. 3 und 4 wird zum Abstreichen der überschüssigen Kunststoffpaste von
der gravierten Walze 2 eine Abstreichwalze 10 verwendet, die zweckmäßig eine elastische Oberfläche besitzt, und zwar läuft die Abstreichwalze 10 entweder
gegenläufig wie die gravierte Walze 2 (Abb. 3) oder gleichsinnig, dann aber mit höherer Umfangsgeschwindigkeit
als die gravierte Walze 2 um. Die Drehrichtungen der Walzen 2, 3 und 10 sind durch
die eingezeichneten Pfeile kenntlich gemacht.
Die mit den Pastentupfern 5 beschichtete Gewebebahn 1 wird in einem geeignet gewählten Gelierungszustand
der Tupfer 5 geprägt oder unter Drude geglättet, wobei die Tupfer 5 unter Vergrößerung ihrer
Fläche so auseinandergedrückt werden:, daß einander benachbarte Tupfer nur einen feinen, kaum sichtbaren
Spalt zwischen sich belassen.
Das Ausführungsbeispiel nach Abb. 5 und 6 zeigt ein Gewebe mit einer Beschichtung durch ein
Schuppenmuster aus Kunstharzpaste. Zur Herstellung dieses Erzeugnisses werden die Kunstharztupfer 5 in
ihrer Form entsprechenden Umriß linien der gewünschten Überdeckung entsprechend in benachbarte
Querreihen zueinander versetzt auf die Gewebebahn 1 aufgebracht. Nach hinreichender Gelierung der
Tupfer 5 wird die Gewebebahn überprägt oder geglättet. Hierbei erhalten die Tupfer 5 eine solche
Form, daß sie sich schuppenförmig überdecken, wie es die Abb. 5 und 6 erkennen lassen. An Stelle einzelner
Schuppen kann man durch Aufbringen der Kunstharzpaste· in Streifen auch ein Streifenmuster
mit sich überdeckenden Streifen erzeugen. In beiden Fällen ergibt sich ein wasserdichtes, aber luftdurchässiges
Kunstledererzeugnis.
Beim Benetzen der gravierten Walze mit einem Trennmittel, z. B. einer Silikontrennemulsiion, erhalten·
die in den Gravurvertiefungen der Walze befindlichen Pastentupfer an ihren Berührungsflächen
mit der Walze einen dünnen Film des Trennmittels. Dieser Film bleibt auch beim Aufbringen der Tupfer
auf die Gewebebahn bestehen und verhindert in der nachfolgenden Präge- oder Glättstufe, daß die benachbarten
Tupfer zusammenschweißen und nicht mehr freie Spalten zwischen sich frei lassen. Wenn die Benetzung
der gravierten Walze zur Bildung eines genügenden Trennmittelfilms auf den freien Oberflächen
der Kunststoffpastentupfer nicht ausreicht, kann man selbstverständlich die Oberflächen der Tupfen nach
dem Aufbringen auf die Warenbahn nochmals mit dem Trennmittel benetzen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von luftdurchlässigem Kunstleder od. dgl., bei welchem vorzugsweise
eine Kunstharzpaste in durchbrochener Musterung auf eine durchlaufende Gewebebahn
mit Hilfe einer gravierten Walze aufgebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Paste in
Form von Tupfern mit der Gravur der Walze entsprechenden Umrißlinien und der Gravurtiefe entsprechender
Höhe auf die Gewebebahn aufgebracht sowie die auf dieser Bahn entstehenden Tupfer im gelierenden Zustand durch Prägen oder
Glätten unter Druck so unter Vergrößerung ihrer Fläche zusammen- und auseinandergedrückt werden,
daß benachbarte Tupfer nur einen feinen Spalt zwischen sich frei lassen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kunstharztupfer so auf die Gewebebahn aufgebracht sowie anschließend geprägt oder geglättet werden, daß sie sich
schuppenartig überdecken.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Erzeugung der Kunstharztupfer
auf der gravierten Walze überschüssige Kunstharzpaste von dieser Walze bei dem Auftragen
der Tupfer auf die Gewebebahn mit Hilfe einer Abstreichwalze entfernt wird, die gegenläufig
wie die gravierte Walze oder gleichsinnig, jedoch mit größerer Umfangsgeschwindigkeit als
die gravierte Walze umläuft.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1 685 574.
Deutsches Gebrauchsmuster Nr. 1 685 574.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 609 840/146 3.57
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED20022A DE1004582B (de) | 1955-03-14 | 1955-03-14 | Verfahren zur Herstellung von luftdurchlaessigem Kunstleder |
Applications Claiming Priority (1)
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| DED20022A DE1004582B (de) | 1955-03-14 | 1955-03-14 | Verfahren zur Herstellung von luftdurchlaessigem Kunstleder |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1004582B true DE1004582B (de) | 1957-03-21 |
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ID=7036579
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DED20022A Pending DE1004582B (de) | 1955-03-14 | 1955-03-14 | Verfahren zur Herstellung von luftdurchlaessigem Kunstleder |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1004582B (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1078051B (de) | 1955-07-29 | 1960-03-17 | Jacques Wasser Treiger | Sicherheitsvorrichtung mit Ventil fuer Behaelter zur Aufnahme von feuergefaehrlichenFluessigkeiten |
| DE1104921B (de) * | 1955-07-26 | 1961-04-20 | Riegel Textile Corp | Verfahren, Vorrichtung und Kunststoffmasse zum Herstellen eines beschichteten Textilerzeugnisses |
| DE1162321B (de) * | 1957-05-24 | 1964-02-06 | Du Pont | íÀAtmenderíÂ, kunstlederartiger Verbundstoff und Verfahren und Vorrichtung zu seinemHerstellen |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1685574U (de) * | 1954-08-10 | 1954-10-21 | Julius Votteler S Nachf G M B | Lederaustauschstoff. |
-
1955
- 1955-03-14 DE DED20022A patent/DE1004582B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1685574U (de) * | 1954-08-10 | 1954-10-21 | Julius Votteler S Nachf G M B | Lederaustauschstoff. |
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| DE1104921B (de) * | 1955-07-26 | 1961-04-20 | Riegel Textile Corp | Verfahren, Vorrichtung und Kunststoffmasse zum Herstellen eines beschichteten Textilerzeugnisses |
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| DE1162321B (de) * | 1957-05-24 | 1964-02-06 | Du Pont | íÀAtmenderíÂ, kunstlederartiger Verbundstoff und Verfahren und Vorrichtung zu seinemHerstellen |
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