DE1004304B - Vorrichtung zur selbsttaetigen Regelung der Temperatur eines elektrischen Ofens - Google Patents
Vorrichtung zur selbsttaetigen Regelung der Temperatur eines elektrischen OfensInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur selbsttätigen Regelung der Temperatur eines
mittels eines Widerstandselementes beheizten elektrischen Ofens. Vielfach besteht dieses Heizelement aus
einem hochschmelzenden Metall, wie z. B. Molybdän oder Wolfram. Bei derartigen Vorrichtungen erfolgt
die Regelung dadurch, daß der das Heizelement durchfließende Strom derart geändert wird, daß bei einer
zu hohen Ofentemperatur der Strom verringert wird. Dies kann z. B. mittels eines Vorschaltwiderstandes
erfolgen, der durch das selbsttätige Regelorgan, etwa mit Hilfe eines Relais, bei übermäßiger Ofentemperatur
in Reihe mit dem Heizwiderstand des Ofens geschaltet wird. Wenn danach die Temperatur wieder
unter den gewünschten Wert abfällt, wird der Widerstand wieder vom Relais kurzgeschlossen. Bei dieser
Regelung schwankt der Strom immer zwischen zwei Werten. Auch dauernde Regelung ist möglich,
ζ B. durch Änderung einer Induktivität oder durch dauernde Änderung eines Vorschaltwiderstandes.
Weiter kann die Speisespannung dadurch unmittelbar geändert werden, daß die Sekundärwicklung des
Speisetransformators mit Anzapfungen versehen wird. In diesen Fällen kann das Regelorgan ein Motor sein,
der einen Gleitkontakt verstellt.
Der Ofen wird vorzugsweise mit Wechselstrom gespeist, der dem Netz über einen Transformator entnommen
wird.
Das selbsttätige Regelorgan wird von einer elektrischen Größe gesteuert, die sich mit der Ofentemperaiur
ändert. Dies kann in bekannter Weise unter Zuhilfenahme eines Thermoelementes erfolgen, von dem
die eine Schweißstelle im Ofen oder in der Nähe des Ofens angebracht ist, wobei der Schweißstelle Wärme
durch Leitung oder Strahlung übertragen wird. Die Spannung des Thermoelementes wird im allgemeinen
mittels eines Verstärkers mit gesteuerten Entladungsröhren verstärkt, und die verstärkte Spannung steuert
das Regelorgan.
Auch ein Widerstandsthermometer kann verwendet werden, das einen Widerstand mit hohem positivem
oder negativem Temperaturkoeffizieten hat. In diesem Fall wird in gleichfalls bekannter Weise eine
Wheatstonesche Brücke verwendet und in einen ihrer Zweige der Widerstand mit hohem Temperaturkoeffizienten
eingeschaltet. Letzterer wird im Ofen oder in seiner Nähe angeordnet. Die Ausgangsspannung
der Brückenschaltung wird zur Steuerung des Regelorgans verwendet. Die Einstellung ist meistens derart,
daß die Brücke im Gleichgewicht ist, wenn der Ofen die gewünschte Temperatur hat.
Da derartige Regeleinrichtungen sich häufig schwierig im Ofen unterbringen lassen und zum Teil auch
ziemlich träge wirken, ist weiter vorgeschlagen wor-Vorrichtung zur selbsttätigen Regelung
der Temperatur eines elektrischen Ofens
Anmelder:
N. V. Philips' Gloeilampeniabrieken, Eindhoven (Niederlande)
Vertreter: Dipl.-Ing. K. Lengner, Patentanwalt,
Hamburg 1, Mönckebergstr. 7
Beanspruchte Priorität: Niederlande vom 9. November 1953
Adriaan Hendrik van Gorcum,
Eindhoven (Niederlande), ist als Erfinder genannt worden
den, dem Heizelement selbst unmittelbar eine Spannung zu entnehmen, um das Regelorgan zu steuern.
Wenn das Heizelement aus einem Metall mit hohem Temperaturkoeffizienten besteht, bildet sein Widerstand
und mithin auch die Spannung am Element bei einer bestimmten Stromstärke ein direktes Maß für
seine Temperatur. Diese wird vielfach nicht sonderlich von der zu regelnden Temperatur des Ofens
selbst abweichen. Die Spannung am Heizelement bzw. an einem Teil desselben kann also zur Steuerung des
Regelorgans dienen, wobei die Temperatur des Heizelementes auf einem im wesentlichen konstanten Wert
gehalten werden kann.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Regelvorrichtung von der letztgenannten Art. Es könnte hierbei
entsprechend anderen Regeleinrichtungen mit Widerstandsthermometern der Heizwiderstand mit hohem
Temperaturkoeffizienten einen Teil einer Brückenschaltung bilden, und die anderen Brückenzweige
könnten temperaturunabhängige Widerstände sein. Hierbei würde des Heizelement in Reihe mit einem
temperatuirunabhängigen Widerstand an die Speisespannung angeschlossen sein, wodurch im letztgenannten
Widerstand eine ziemlich beträchtliche Energiemenge verlorengehen würde. Die Erfindung zielt auf
eine Schaltungsanordnung ab, bei der dieser Nachteil in viel geringerem Maße auftritt.
Die Erfindung besteht darin, daß bei einer Vorrichtung zur selbsttätigen Temperaturregelung eines
elektrischen Ofens, der mittels eines Heizelementes mit hohem Temperaturkoeffizienten des Widerstandes
609 839/330
beheizt wird und bei dem das Regelorgan entsprechend
dem Widerstaiidswert des Heizelementes gesteuert wird, dieses Regelorgan nicht nur \*on der
Spannung am Heizelement, sondern auch von einer Spannung gesteuert wird, die dem das Heizelement
durchfließenden Strom nahezu proportional ist.
Zu diesem Zweck kann die Vorrichtung derart ausgebildet sein, daß in dem zum Steuern des Regelorgans
bestimmten Kreis außer einer unmittelbar von
gegriffen wird, die in Reihe mit der am Widerstand auftretenden Spannung der Sekundärwicklung des
Stromwandlers 5 geschaltet und im Eingangskreis eines im vorliegenden Fall als eine einzige Triode
5 dargestellten Verstärkers wirksam ist. Der Ausgangskreis des Verstärkers enthält eine Relaiswicklung
9, die, wenn die im Eingangskreis des Verstärkers, d. h. zwischen Gitter und Kathode der Triode 8,
wirksame Spannung mit der Anodenspannung in
der Spannung am Heizelement abgeleiteten Spannung io Phase ist, von einem Strom durchflossen wird, der
eine dem Strom nahezu proportionale Spannung wirk- den Kontakt 10 schließt. Infolgedessen wird die
sam ist, die der erstgenannten Spannung entgegen- Wicklung 11 eines Schützes 12 erregt, dessen Konwirkt, takte den Widerstand 4 kurzschließen. Die Einstellung
Bei Wechselstromversorgung wird die zweite ist derart, daß dies bei zu niedriger Ofentemperatur
Spannung vorzugsweise der Sekundärwicklung eines 15 erfolgt. Der Strom und die Spannung am Element 3
Stromwandlers entnommen, dessen Primärwicklung in nehmen infolgedessen plötzlich zu, und die Ofen-Reihe
mit dem Heizelement an der gleichen Wechsel- temperatur wächst. Infolgedessen nimmt auch der
stromquelle liegt. Die erstgenannte Spannung oder Widerstand des Elementes 3 zu. Der das Element 3
ein konstanter Teil derselben kann mittels eines durchfließenden Strom nimmt dann wieder allmählich
parallel zum Heizelement geschalteten Spannungs- 20 ab, wodurch nach einer gewissen Zeit, die im wesentteilerwiderstandes
von diesem Element abgegriffen liehen durch die Wärmeträgheit des Ofens bedingt
werden. ist, das Relais 9, 10 abfällt. Dies erfolgt bei einer
Die Differenzspannung kann, wie an sich üblich, Temperatur, welche die gewünschte Ofentemperatur
mittels eines Verstärkers mit mindestens einer ge- etwas übersteigt. Der Widerstand 4 wird dann wieder
steuerten Entladungsröhre verstärkt werden. Die 25 eingeschaltet, und die Ofentemperatur nimmt wieder
Anode(n) dieser Röhre(n) kann (können) hierbei ab. Die Ofentemperatur schwankt fortwährend um die
ebenfalls unmittelbar mit Wechselstrom gespeist gewünschte Betriebstemperatur. Bei einer Änderung
werden, dessen Phase mit der der Differenzspannung der Verhältnisse, z. B. bei Belastungsänderungen des
zumindest annähernd übereinstimmt. Die Einstellung Ofens, würde die Temperatur auf den gleichen Wert
kann hierbei derart sein, daß das als Regelorgan 30 geregelt werden, und nur das Verhältnis zwischen der
dienende Relais gerade in oder außer Tätigkeit ist, wenn der Unterschied der genannten Spannungen
gleich Null ist. Die Regelung erfolgt hier entweder mittels eines Vorschaltwiderstandes, über den das
Dauer der Periode, während der der Widerstand 4 eingeschaltet ist, und der Dauer der Periode, während
der er ausgeschaltet ist, wird ein wenig geändert. Es hat sich gezeigt, daß das Ein- bzw. Ausschalten
Heizelement gespeist und der vom Relais ein- oder 35 des Widerstandes 4 das Ansprechen des Relais kaum
ausgeschaltet wird, oder mittels einer vorgeschalteten beeinflußt; hierbei wird sich sowohl die Spannung
am Widerstand 6 als auch die am Widerstand 7 im gleichen Maße ändern. Da diese Spannungen einander
entgegenwirken, bleibt die Spannung im Eingangs-
Drossel, die die Spannung je nach der Ofentemperatur
zeitweise erniedrigt oder erhöht. Es handelt sich im
vorliegenden Fall um eine sogenannte Zweilagenregelung, d. h., es gibt zwei verschiedene periodisch 40 kreis des Verstärkers nahezu Null, abwechselnde Betriebszustände, und die Regelung der Die Vorrichtung spricht schnell auf Netzspannungsdurchschnittlich zugeführten Energie erfolgt durch Schwankungen an. Wenn die Netzspannung zunimmt, Regelung des Verhältnisses der Dauer der zwei Be- wird auch der Widerstand des Elementes 3 durch Ertriebszustände. wärmung schnell zunehmen, wodurch der Regler
zeitweise erniedrigt oder erhöht. Es handelt sich im
vorliegenden Fall um eine sogenannte Zweilagenregelung, d. h., es gibt zwei verschiedene periodisch 40 kreis des Verstärkers nahezu Null, abwechselnde Betriebszustände, und die Regelung der Die Vorrichtung spricht schnell auf Netzspannungsdurchschnittlich zugeführten Energie erfolgt durch Schwankungen an. Wenn die Netzspannung zunimmt, Regelung des Verhältnisses der Dauer der zwei Be- wird auch der Widerstand des Elementes 3 durch Ertriebszustände. wärmung schnell zunehmen, wodurch der Regler
Um für eine gewünschte Betriebstemperatur des 45 schnell tätig wird.
Ofens die benötigte Leistung annähernd einstellen zu Die gewünschte Betriebstemperatur ist innerhalb
können, hat die Speisung über einen Transformator bestimmter Grenzen durch Verstellung des Gleit-
zu erfolgen, dessen Sekundärwicklung mit Anzapfun- kontaktes des Spannungsteilers 6 einstellbar,
gen versehen ist. Wie. im folgenden erläutert, ist es Sollen die Betriebstemperaturen innerhalb weiterer
hierbei angebracht, den zur selbsttätigen Regelung 50 Grenzen einstellbar sein, so ist es erforderlich, außer-
dienenden Widerstand über den Primärkreis und den Sekundärkreis zu verteilen.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert, in der zwei Ausführungsbeispiele dargestellt sind.
In Fig. 1 ist die an das Netz angeschlossene Primärwicklung
eines Speisetransformators mit 1 bezeichnet. Die z. B. eine Spannung von der Größenordnung
von 50 V liefernde Sekundärwicklung 2 speist das zur Ofenbeheizung dienende Widerstandselement
3 über einen Vorschaltwiderstand 4 und die Primärwicklung eines Stromwandlers 5. Das Element
3 besteht aus einem hochschmelzenden Metall, wie z. B. Platin, Molybdän oder Wolfram, mit einem
hohen Temperaturkoeffizienten des Widerstandes. Dieser ist bei den genannten Metallen ungefähr 0,5%
je ° C. Diese Eigenschaft wird zur selbsttätigen Regelung der Ofentemperatur benutzt.
Parallel zum Widerstandselement 3 ist ein Span-
dem die Sekundärwicklung 2 des Speisetransformators mit Anzapfungen zu versehen, so daß die Speisespannung
geändert werden kann. Eine derartige Schaltungsanordnung ist in Fig. 2 abgebildet.
Die Schaltungsanordnung gemäß der Fig. 2 unterscheidet sich von derjenigen nach Fig. 1 weiter darin,
daß sowohl an der Sekundärseite als auch an der Primärseite des Speisetransformators ein Vorschaltwiderstand
angeordnet ist. Diese Widerstände 4 und 14 können mittels der Schaltkontakte 15 und 16 des
Schützes 11 überbrückt bzw. eingeschaltet werden. Mittels des veränderbaren Abgriffs 13 an der Sekundärwicklung
kann die Speisespannung beliebig abgegriffen werden.
Das Verteilen des Vorschaltwiderstandes über den Primär- und den Sekundärstromkreis des Speisetransformators
zielt darauf ab, die bei der Regelung auftretenden Schwankungen der zugeführten Leistung
bei sämtlichen Einstellungen der Betriebstemperatur
nungsteilerö geschaltet, von dem eine Spannung ab- 70 nahezu auszugleichen. Wäre der Vorschaltwiderstand
ausschließlich im Primärkreis angeordnet, so würde die Leistungsänderung beim Ein- bzw. Ausschalten
des Schützes bei niedrigen Ofentemperaturen gering sein, da dann der Kontakt 13 an einem niedrigen
Punkt der Sekundärwicklung 2 eingestellt sein wird und der Ofen mit seinem Speisetransformator eine
Belastung von verhältnismäßig großem Widerstand bildet, wobei das Hinzufügen eines Widerstandes 14
den Strom wenig beeinflußt.
Bei höheren Betriebstemperaturen wäre die Beeinflussung viel größer. Wenn hingegen der Vorschaltwiderstand
in Reihe mit der Sekundärwicklung liegen würde, so wäre das umgekehrte der Fall. Wenn nach
der Erfindung bei der geschilderten Regelvorrichtung die Vorschaltwiderstände in einem günstig gewählten
Verhältnis über den Primärkreis und den Sekundärkreis verteilt werden, ist erzielbar, daß die Leistungsänderung beim Schalten im Verhältnis zur Gesamtleistung
annähernd konstant ist, unabhängig von der Einstellung des Kontaktes 13. ao
Das Verhältnis zwischen dem Vorschaltwiderstand auf der Primärseite, das richtig etwa gleich 60 zu
wählen wäre, und dem Vorschaltwiderstand kann, wenn die Sekundärspannung 30 bis 50 V und die
Primärnetzspannung 380 V beträgt, unbeschadet sogar etwa gleich 25 gewählt werden.
Die Absolutwerte der Vorschaltwiderstände werden möglichst klein gewählt, um die darin auftretenden
Verluste zu beschränken. Sinngemäß sollen sie so groß sein, daß Netzspannungsschwankungen und die
beim Betrieb auftretenden Überlastungsschwankungen durch die Regelung ausgeglichen werden können.
Die Leistungsänderung beim Übergang von dem einen in den anderen Betriebszustand kann auch
durch Ein- oder Ausschalten einer Drossel in Reihe mit der Primärwicklung 1 des Speisetransformators
erfolgen.
Claims (8)
1. Vorrichtung zur selbsttätigen Regelung der Temperatur eines mittels eines Widerstandselementes
mit hohem Widerstandstemperaturkoeffizienten beheizten elektrischen Ofens, bei der
das Regelorgan entsprechend dem Widerstand des Heizelementes gesteuert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß das Regelorgan nicht nur von der Spannung am Widerstandselement, sondern auch
von einer Spannung gesteuert wird, die dem das Widerstandselement durchfließenden Strom nahezu
proportional ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zum Steuern des Regelorgans
dienenden Kreis außer einer von der Spannung am Widerstandselement abgeleiteten Spannung eine dem Strom nahezu proportionale
Spannung wirksam ist, die der erstgenannten Spannung entgegenwirkt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spannung
der Sekundärwicklung eines Stromwandlers entnommen wird, dessen Primärwicklung in Reihe
mit dem Widerstandselement an der gleichen Wechselstromquelle liegt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Spannungen
im Eingangskreis eines Verstärkers mit mindestens einer Röhre wirksam sind, deren Ausgangsstrom
das Regelorgan steuert.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Regelorgan ein Relais besitzt, mit dem ein vor dem Widerstandselement liegender Vorschaltwiderstand
oder eine vorgeschaltete Drossel ein- oder ausgeschaltet wird.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die erstgenannte
Spannung von einem parallel zum Widerstandselement geschalteten Spannungsteiler abgegriffen wird.
7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Speisung über einen Transformator erfolgt, dessen Sekundärspannung einstellbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl an der Primärseite als
auch an der Sekundärseite des Transformators ein von der Regelvorrichtung kurzschließbarer
Vorschaltwiderstand angeordnet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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