DE10041911A1 - Diamantbohrkrone - Google Patents
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Abstract
Der Grundkörper für eine Diamantbohrkrone weist einen rohrförmigen Trägerkörper (2) mit einem Boden (4) und ein vom Boden (4) abragendes Einsteckende (1) auf. Der Trägerkörper (2) und der Boden (4) sind im Drückwalzverfahren hergestellt, bei dem sich lange rohrförmige Abschnitte mit geringen Wandstärken und hoher Festigkeit herstellen lassen.
Description
Die Erfindung betrifft einen Grundkörper für eine Diamantbohrkrone gemäss dem Ober
begriff des Patentanspruchs 1.
Zur Herstellung von Bohrungen mit einem grossen Durchmesser in einem harten Unter
grund wie Beton, Gestein oder dergleichen, werden Diamantbohrkronen verwendet. Diese
Diamantbohrkronen bestehen aus einem Grundkörper, der an seiner bohrrichtungseitigen
Stirnseite mit wenigstens einem einzelnen Diamantschneidelement versehen ist. Der
Grundköper selbst setzt sich aus einem rohrförmigen Trägerkörper mit einem Boden und
einem Einsteckende zusammen. Der Boden befindet sich an einem entgegen der Bohr
richtung weisenden freien Ende des Trägerkörpers und erstreckt sich im wesentlichen
senkrecht zur Bohrrichtung. Das Einsteckende ragt in einer von der Bohrrichtung ent
gegengesetzten Richtung von dem Boden ab.
Der aus der DE-36 03 499 bekannte Grundkörper für eine Diamantbohrkrone ist aus drei
einzelnen Teilen, einem zylindrischen Einsteckende, einem rohrförmigen Trägerkörper
und einem Boden gefertigt. Alle drei Teile sind durch Schweissen miteinander verbunden.
Jedes dieser Teile wird einzeln gefertigt. Dabei fallen mehrere Bearbeitungsoperationen,
wie das spanabhebende Bearbeiten und das Zusammenschweissen der einzelnen Teile,
an. Diese Arbeitsoperationen wirken sich insgesamt äusserst negativ auf die Höhe der
Herstellkosten aus. Werden diese Teile auch noch an unterschiedlichen Standorten
produziert, so kommen zusätzlich Kosten für Transport und Handling hinzu. Zu weiteren
Nachteilen dieses bekannten Grundkörpers zählt ein ungenauer Rundlauf des rohr
förmigen Trägerkörpers dessen Ursache im Transport des Trägerkörpers liegen kann,
wenn beispielsweise das Transportgut - die Grundkörper - eine unsachgemässe
Behandlung erfahren, bei der eine radiale Belastung auf den Trägerkörper einwirkt. Es
kann aber auch sein, dass sich rohrförmige Trägerkörper mit einem grossen Durchmesser
beim Transport durch starke Erschütterungen in radialer Richtung verformen, so dass der
Querschnitt des Trägerkörpers anschliessend von einer kreisrunden Form abweicht.
Der rohrförmige Trägerkörper wird beispielsweise durch eine spanabhebende Be
arbeitung auf seine endgültige Form gebracht und weist eine glatte Oberfläche sowohl an
einer Innen- als auch an einer Aussenseite auf. Wenn beipielsweise ein an dem bohr
richtungsseitigen freien Ende des rohrförmigen Trägerkörpers angeordnetes Diamant
schneidelement seitlich bereits teilweise abgenützt ist, kann eine erhöhte Reibung
zwischen der glatten Oberfläche des rohrförmigen Trägerkörpers und dem Untergrund
entstehen, die sich nachteilig auf die Qualität einer herzustellenden Bohrung auswirkt. Die
glatten Oberflächen haben auch den Nachteil, dass diese abgetragenes Bohrklein nicht
aus einem gebohrten Ringspalt im Untergrund transportieren können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Grundkörper für Diamantbohrkronen zu
schaffen, der wirtschaftlich herstellbar ist, ein geringes Gewicht, eine geringe Wandstärke
und gute Rundlaufeigenschaften aufweist. Ausserdem soll abgetragenes Bohrklein aus
einem gebohrten Ringspalt eines Untergrundes gut transportierbar sein.
Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt mit einem Grundkörper, welcher die im kenn
zeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale aufweist.
Das Drückwalzen hat den Vorteil, dass der gesamte Grundkörper aus einem einzigen
Werkstoff besteht und dass für die Herstellung des Grundkörpers nur sehr wenig
Bearbeitungsoperationen notwendig sind. Dies wirkt sich insbesondere auf die Höhe der
Herstellkosten des Trägerkörpers positiv aus.
Mit Hilfe des Drückwalzverfahrens lassen sich rohrförmige Abschnitte mit einer sehr
grossen Länge fertigen. Da der Werkstoff beim Drückwalzen kaltverfestigt wird, lässt sich
eine sehr kleine Wandstärke realisieren, die vorzugsweise dem 0,008- bis 0,016-fachen
Aussendurchmesser des Trägerkörpers entspricht. Trotz der geringen Wandstärke weist
der Trägerkörper die für die Herstellung eines Bohrloches notwendige Festigkeit auf. Auf
grund dieser geringen Wandstärke ergibt sich auch eine Gewichtsreduktion, die ins
besondere für einen Anwender spürbar ist, wenn er beispielsweise mit einem hand
geführten Bohrgerät arbeitet.
Zweckmässigerweise weist der Trägerkörper eine Rundlaufabweichung von weniger als
1,3 mm auf. Eine derartig geringe Rundlaufabweichung ist nur durch das Drückwalz
verfahren erreichbar, bei dem der umzuformende Werkstoff gleichmässig von den Drück
walzen verdrängt wird. Ausserdem verleiht der einstückig mit dem rohrförmigen Träger
körper ausgebildete Boden dem Trägerkörper eine hohe radiale Festigkeit, so dass dieser
beispielsweise beim Transport aufgrund unsachgemässer Handhabungen nicht verformt
wird.
Da die radiale Erstreckung des an dem bohrrichtungsseitgen freien Ende befestigbaren
Schneidelementes nur geringfügig grösser ist als die Wandstärke des rohrförmigen
Trägerkörpers kommt es, insbesondere bei zunehmender Abnützung des Schneid
elementes, zu einer Reibung zwischen dem rohrförmigen Abschnitt des Trägerkörpers
und dem Untergrund. Diese Reibung führt zu einer Erwärmung des gesamten Grund
körpers und zu einer grösseren Belastung des dem Antrieb des Grundkörpers dienenden
Antriebsmotors eines mit dem Grundkörper in Verbindung bringbaren Bohrgerätes. Mit
Hilfe einer Profilierung, die vorzugsweise an der Innenseite und/oder Aussenseite des
rohrförmigen Abschnittes des Trägerkörpers angeordnet ist, lässt sich die mit dem Unter
grund in Berührung kommende Berührungsfläche des Trägerkörpers reduzuieren. Eine
erhöhte Reibung zwischen dem Trägerkörper und dem Untergrund kann auf diese Weise
vermieden werden. Die Profilierung weist ausserdem den Vorteil auf, dass diesen die
Funktion von Verstärkungsrippen zukommt, die sich zusätzlich auf die Festigkeit des
rohrförmigen Abschnittes des Trägerkörpers positiv auswirken.
Die Anordnung einer Profilierung an der Innen- und/oder Aussenseite des rohrförmigen
Trägerkörpers, die zweckmässigerweise spiralförmig ausgebildet ist, bringt den Vorteil mit
sich, dass abgetragenes Bohrklein aus einem in den Untergrund gebohrten Ringspalt gut
an die Oberfläche des Untergrundes transportierbar ist. Der Grundkörper weist im Bereich
der Profilierung beispielsweise eine Wandstärke auf, die höchstens dem 0,03-fachen
Aussendurchmesser des Trägerkörpers entspricht.
Damit an dem bohrrichtungsseitigen freien Ende des Trägerkörpers wenigstens ein
Diamantschneidelement, beispielsweise durch Löten oder Schweissen festlegbar ist, wird
eine entsprechend grosse Fügezone benötigt. Diese grosse Fügezone wird erreicht,
indem sich die Wandstärke des Trägerkörpers vorzugsweise zum bohrrichtungsseitigen,
freien Ende des Trägerkörpes hin erweitert. Diese Erweiterung des Trägerkörpers ergibt
sich beispielsweise durch eine radiale Erweiterung der Aussenkontur des Trägerkörpers
und erstreckt sich über einen Teil der Gesamtlänge des Trägerkörpers. Eine grosse
Fügezone kann beispielsweise auch dadurch geschaffen werden, indem sich diese
Erweiterung an der Aussenseite und der Innenseite oder nur an der Innenseite des
Trägerkörpers erstreckt. Befindet sich die Erweiterung an der Innenseite, so reduziert sich
natürlich die lichte Weite des rohrförmigen Trägerkörpers an dem bohrrichtungsseitigen
freien Ende.
Die Wandstärke des Trägerkörpers entspricht an dessen bohrrichtungsseitigen freien
Ende beispielsweise dem 0,012- bis 0,014-fachen, ausserhalb des erweiterten Bereiches
gemessenen Aussendurchmesser des Trägerkörpers.
Zur Erzielung eines, sich auf die Abfuhr des Bohrkleins nicht negativ auswirkenden,
wesentlichen gleichmässigen Überganges, zwischen dem rohrförmigen Abschnitt und der
Erweiterung des Trägerkörpers, erstreckt sich diese Erweiterung vorteilhafterweise über
eine Länge, die der 0,04- bis 0,14-fachen Gesamtlänge des Trägerkörpers entspricht.
Um dem Trägerkörper eine besonders hohe Stabilität verleihen zu können, ist der Boden
des Trägerkörpers vorzugsweise glockenförmig ausgebildet. Der Grundkörper ist
beispielsweise aus einem Metall gebildet, das sich mit Hilfe des Drückwalzverfahrens gut
verformen lässt.
Die Erfindung wird anhand von Zeichnungen, die ein Ausführungsbeispiel wiedergeben,
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Rohteil aus dem der erfindungsgemässe Grundkörper
fertigbar ist;
Fig. 2 das Rohteil gemäss Fig. 1 in Verbindung mit einem Drück
walzdorn;
Fig. 3 Herstellung des rohrförmigen Trägerkörpers aus einem Teil
des Rohteiles gemäss Fig. 1 mit Hilfe mehrere Drückwalzen;
Fig. 4 spannabhebende Bearbeitung des Einsteckendes und des
bohrrichtungsseitigen freien Endes des Trägerkörpers;
Fig. 5 ein weiterer erfindungsgemässer Grundkörper, dessen
Trägerkörper an einer Innen- und Aussenseite mit einer
Profilierung versehen ist.
Die Fig. 1 zeigt ein gedrehtes, gegossenes oder umformtechnisch hergestelltes Rohteil
mit einem unbearbeiteten Einsteckende 1 und einem unbearbeiteten Grundkörper 2. Das
Rohteil wird spielfrei mit einem, von einer Hauptspindel einer nicht dargestellten Drück
walzvorrichtung aufgenommenen, Drückwalzdorn 3 in Verbindung gebracht. Dieser in Fig.
2 dargestellte Drückwalzdorn 3 weist beispielsweise eine zylindrische Aussenkontur auf
und drückt entgegen der Bohrrichtung gegen eine in Bohrrichtung weisende Stirnseite des
unbearbeiteten Grundkörpers 2.
Mittels einer ebenfalls nicht angedeuteten Gegenhaltekraft wird das Einsteckende in
axialer Richtung fixiert und von einem Hauptantrieb der Drückwalzvorrichtung in Dreh
bewegung versetzt. Entsprechende Symbole, die eine Drehbewegung andeuten, sind der
Fig. 3 entnehmbar. Zwei Drückwalzen 5, 6 der Drückwalzvorrichtung besitzen eine sich in
Bohrrichtung kegelförmig verjüngende Aussenkontur. Beim Drückwalzvorgang erfolgt eine
Versetzung der sich drehenden Drückwalzen 5, 6 in Bohrrichtung. Dabei greifen die, ent
lang zweier nicht dargestellter Achsen geführten, Drückwalzen 5, 6 örtlich am Umfang des
unbearbeiteten Trägerkörpers 3 ein. Dies offenbart die Fig. 3. Durch die unmittelbare
Druckeinwirkung der Drückwalzen 5, 6 wird der Werkstoff des Trägerkörpers 2 plastisch
verformt und zum Teil in Bohrrichtung entlang des Drückwalzdornes 3 verdrängt, so dass
der Trägerkörper 3 seine rohrförmige Form erhält. Die definierte Bewegung der Drück
walzen 5, 6 führt dazu, dass der den Trägerkörper 2 bildende Anteil des Rohlings auf die
geforderte Wandstärke reduziert und auf die gewünschte Länge gebracht wird.
Während der Versetzung der Drückwalzen 5, 6 in Bohrrichtung, erfolgt eine Verschiebung
des Drückwalzdornes 3 in einer von der Bohrrichtung abgewandten Richtung. Dabei wird
ein Teil des Werkstoffes, aus dem der rohrförmige Trägerkörper 2 gebildet ist, seitlich ver
drängt und ein Boden 4 gebildet, dessen Wandstärke grösser ist als die Wandstärke des
rohrförmig ausgebildeten Abschnittes des Trägerkörpers 2. Die Wandstärke dieses im
Drückwalzverfahren hergestellten, rohrförmigen Abschnittes kann 0,7 mm bis 2, 5 mm,
insbesondere 1,7 mm betragen. Der rohrförmige Abschnitt weist eine Rundlauf
abweichung von höchstens 1,1 mm auf. Die Wandstärke des Bodens 4 beträgt 10 mm. Mit Hilfe des Drückwalzverfahrens lassen sich rohrförmige Trägerkörper 2 mit einer Länge
von 20 mm bis 500 mm herstellen.
Die Wandstärke des Trägerkörpers 2 nimmt zum bohrrichtungsseitigen freien Ende des
Trägerkörpers 2 hin zu, damit wenigstens ein nicht dargestelltes Diamanschneidelement
gut an dem Trägerkörper 2 festgelegt werden kann. Die Erweiterung des Trägerkörpers 2
ergibt sich durch eine radiale Erweiterung der Aussenkontur des Trägerkörpers 2 und
erstreckt sich über eine parallel zur Bohrrichtung gemessene Länge, die der 0,04- bis
0,14-fachen Gesamtlänge des Trägerkörpers 2 entspricht. Die Wandstärke des Träger
körpers 2 an dem bohrrichtungsseitigen freien Ende beträgt 1,5 mm bis 3,5 mm. Der
Boden des Trägerkörpers 2 kann glockenförmig ausgebildet sein.
Das Einsteckende 1, eine Längsnut am Einsteckende 1 und das bohrrichtungsseitige freie
Ende des Trägerkörpers 2 werden, wir die Fig. 4 zeigt, mit Hilfe von spanabhebenden
Werkzeugen 9, 10 nachbearbeitet.
Claims (7)
1. Grundkörper für eine Diamantbohrkrone mit einem, einen Boden (4) auf
weisenden, rohrförmigen Trägerkörper (2, 12) und einem vom Boden (4) ab
ragenden Einsteckende (1, 11), dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerkörper
(2, 12) und der Boden (4) im Drückwalzverfahren hergestellt sind.
2. Grundkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerkörper
(2, 12) eine Wandstärke aufweist, die dem 0,008- bis 0,016-fachen Aussen
durchmesser des Trägerkörpers (2, 12) entspricht.
3. Grundkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger
körper (2, 12) eine Rundlaufabweichung von weniger als 1,3 mm aufweist.
4. Grundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Trägerkörper (12) an der Aussenseite und/oder Innenseite mit einer Profi
lierung (13, 14) versehen ist.
5. Grundkörper nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung (13,
14) spiralförmig ausgebildet ist.
6. Grundkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Wandstärke des Trägerkörpers (2, 12) zum bohrrichtungsseitigen, freien
Ende des Trägerkörpes (2, 12) hin erweitert.
7. Grundkörper nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich die
Erweiterung der Wandstärke über eine Länge erstreckt, die der 0,04- bis 0,14-
fachen Gesamtlänge des Trägerkörpers (2, 12) entspricht.
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