DE10040477A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-Leistungsschalters - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-LeistungsschaltersInfo
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- DE10040477A1 DE10040477A1 DE2000140477 DE10040477A DE10040477A1 DE 10040477 A1 DE10040477 A1 DE 10040477A1 DE 2000140477 DE2000140477 DE 2000140477 DE 10040477 A DE10040477 A DE 10040477A DE 10040477 A1 DE10040477 A1 DE 10040477A1
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- H03K17/08—Modifications for protecting switching circuit against overcurrent or overvoltage
- H03K17/082—Modifications for protecting switching circuit against overcurrent or overvoltage by feedback from the output to the control circuit
- H03K17/0828—Modifications for protecting switching circuit against overcurrent or overvoltage by feedback from the output to the control circuit in composite switches
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung (1) zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-Leistungsschalters (2) unter Ausnutzung der Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters (2). Dabei wird der zeitliche Verlauf einer an dem Leistungsschalter (2) anliegenden Spannung (U_CE) beobachtet und ein Überstrom oder Kurzschlussstrom detektiert, falls die Spannung (U_CE) einen vorgebbaren Spannungspegel (U_1) überschreitet. Um die Überwachung des Leistungsschalters (2) auf Überstrom oder Kurzschlussstrom dahingehend zu verbessern, dass Überströme bzw. Kurzschlussströme sicherer, zuverlässiger und schneller detektiert werden können, wird vorgeschlagen, dass ein weiterer vorgebbarer Spannungspegel (U_2) oberhalb des ersten Spannungspegels (U_1) definiert wird und ein Überstrom oder Kurzschlussstrom detektiert wird, falls die Spannung (U_CE) nach einem Einschalten des Leistungsschalters (2) den weiteren Spannungspegel (U_2) nicht innerhalb einer vorgebbaren Zeitgrenze (t_2) unterschreitet. Je nach Zeitpunkt des Auftretens des Überstroms oder Kurzschlussstroms wird der zu schützende Leistungsschalter (2) sofort oder um eine definierte Zeitspanne (t_v) verzögert abgeschaltet.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-
Leistungsschalters. Dabei wird die Entsättigungseigenschaft
des Leistungsschalters ausgenutzt. Bei dem Verfahren wird der
zeitliche Verlauf einer an dem Leistungsschalter anliegenden
Spannung beobachtet. Falls die Spannung einen vorgebbaren
Spannungspegel überschreitet, wird ein Überstrom oder
Kurzschlussstrom detektiert.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zum
Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-
Leistungsschalters unter Ausnutzung der
Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters. Die
Vorrichtung weist einen Komparator zum Vergleich des
zeitlichen Verlaufs einer an dem Leistungsschalter anliegenden
Spannung mit einem vorgebbaren Spannungspegel und Mittel zur
Detektion eines Überstroms oder Kurzschlussstroms, falls die
Spannung den Spannungspegel überschreitet, auf.
Schließlich betrifft die Erfindung ein Steuerelement, für eine
solche Vorrichtung. Auf dem Steuerelement ist ein Programm
abgespeichert, das auf einem Rechengerät, insbesondere auf
einem Mikroprozessor, ablauffähig ist. Das Steuerelement ist
insbesondere als ein Read-Only-Memory, ein Random-Access-
Memory oder ein Flash-Memory ausgebildet.
Halbleiter-Leistungsschalter, wie z. B. Bipolar-Transistoren
(BT) oder Insulated-Gate-Bipolar-Transistoren (IGBT), müssen
vor unzulässig hohen Strom- und Spannungsbeanspruchungen
geschützt werden. Die zulässigen Strom- und Spannungsgrenzen
werden von dem Hersteller des Leistungsschalters definiert als
sog. sicherer Arbeitsbereich oder Safe Operating Area (Forward
Biased Safe Operating Area, FBSOA bzw. Reverse Biased Safe
Operating Area, RBSOA). Der sichere Arbeitsbereich gilt für
den periodischen Betriebsfall des Leistungsschalters, bei dem
der Leistungsschalter durch Anlegen eines geeigneten
Steuersignals periodisch von dem hochohmigen Sperrzustand in
den gesättigten Durchlasszustand und wieder in den
Sperrzustand umgeschaltet wird. Im gesättigten
Durchlasszustand hat der Leistungsschalter seine niedrigste
Durchlassspannung von nur wenigen Volt erreicht.
Kurzzeitig können moderne Leistungsschalter auch einen hohen
Überstrom bzw. Kurzschlussstrom führen und unter bestimmten
Bedingungen auch abschalten. Bei einem hohen Überstrom bzw.
Kurzschlussstrom kommt es zu einer Entsättigung des
Halbleiter-Leistungsschalters, wodurch dessen
Durchlassspannung auf den sehr hohen Pegel der an dem
Leistungsschalter anliegenden Versorgungsspannung steigen
kann. Die Kurzschlussstromamplitude bspw. von IGBTs kann
aufgrund der Entsättigungseigenschaft von selbst auf Werte
begrenzt werden, die jedoch das Fünf- bis Zehnfache des
Nennstroms betragen können. Um eine thermische Überlastung und
infolgedessen eine Zerstörung des Leistungsschalters zu
vermeiden, muss der überhöhte Strom innerhalb einer sehr
kurzen Zeit, die von dem Hersteller als die höchstzulässige
Überstromdauer des Leistungsschalters angegeben wird,
abgeschaltet werden. Dazu muss eine Ansteuerschaltung (sog.
Gate Drive) des Halbleiter-Leistungsschalters in der Lage
sein, den Überstrom- oder Kurschlussstromfall sicher zu
erkennen und eine geeignete Abschaltung des Leistungsschalters
vorzunehmen. Die höchstzulässige Überstromdauer liegt im
Bereich von etwa 10 Mikrosekunden.
Für eine unmittelbare Erfassung des Stroms in dem Halbleiter-
Leistungsschalter wäre eine aufwendige Strommesseinrichtung
erforderlich. Beim Stand der Technik wird deshalb zur
Überstrom- oder Kurzschlusserkennung die Eigenschaft der
Entsättigung des Halbleiter-Leistungsschalters ausgenutzt.
Dieses Überwachungsverfahren hat den Vorteil, dass eine
entsprechende Überwachungsvorrichtung sehr einfach zu
realisieren ist und üblicherweise mit einer niedrigen
Speisegleichspannung V_cc (typischerweise V_cc = 15 Volt) der
Ansteuerschaltung betrieben werden kann.
Nachteilig an dem bekannten Verfahren ist, dass Überströme
oder Kurzschlussströme, die bereits während des
Einschaltvorgangs auftreten, nicht immer rechtzeitig, d. h.
innerhalb der höchstzulässigen Überstromdauer, erkannt werden
können. Da bei einem Einschaltvorgang die Spannung an dem
Leistungsschalter nur mit einer endlichen Geschwindigkeit
abfallen kann, ist es mit diesem Verfahren nicht möglich,
einen Überstrom oder Kurzschlussstrom in einer Zeitspanne zu
erkennen, in der die Spannung am Halbleiter-Leistungsschalter
noch größer ist als der Spannungspegel. Dieser Nachteil kann
in Kauf genommen werden, wenn die Einschaltvorgänge in einer
deutlich kürzeren Zeitspanne abgeschlossen sind (z. B.
t_ON < 5 Mikrosekunden) als es der höchstzulässigen
Überstromdauer des Leistungsschalters entspricht. Die
verbleibende Zeitspanne für die Abschaltung des Überstroms
bzw. Kurzschlussstroms muss ausreichen, um den
Leistungsschalter sicher abschalten zu können.
Mit zunehmendem Sperrvermögen der Leistungsschalter (z. B. bei
Hochvolt-IGBTs) werden die Schaltvorgänge immer träger. So
können die Einschaltvorgänge von Hochvolt-IGBTs sehr viel
länger als die höchstzulässige Überstromdauer dauern. Das
bedeutet, dass ein Überstrom oder ein Kurzschlussstrom mit dem
konventionellen Verfahren zur Überwachung der Entsättigung
nicht rechtzeitig erkannt werden kann. Ein sicherer Schutz von
hochsperrenden Halbleiter-Leistungsschaltern ist damit nicht
mehr möglich.
Es wäre denkbar, die Spannung an dem Halbleiter-
Leistungsschalter bei einem wesentlich höheren Spannungspegel
zu überwachen, so dass ein Überstrom oder Kurzschlussstrom
frühzeitig, d. h. noch während des Einschaltvorgangs erkannt
werden kann, bevor die Durchlasssättigungsspannung erreicht
ist. Dies erfordert jedoch eine Referenz-Spannungsquelle mit
entsprechend hoher Spannung verbunden mit dem Nachteil, dass
schon beim Zuschalten der Steuerspannung gefährliche
Berührungsspannungen im Leistungsteil auftreten. Zudem wird
bei dem bekannten Überwachungsverfahren mit höherem
Spannungspegel ein Überstrom, der während der Leitendzeit im
stationären Durchlasszustand des Leistungsschalters auftreten
kann, nicht erkannt, wenn die aufgrund des
Entsättigungseffekts eintretende erhöhte Durchlassspannung
nicht oder nicht rechtzeitig den hohen Überwachungspegel
erreicht. Schließlich ist es bei den bekannten
Überwachungsverfahren nachteilig, dass der Leistungsschalter
bei einem erkannten Kurzschlussstrom zu schnell abgeschaltet
wird. Da z. B. bei IGBTs die Kurzschlusstromamplitude
unmittelbar nach Eintritt des Kurzschlussereignisses weitaus
am größten ist, d. h. einen Maximalwert erreicht, erfolgt das
Abschalten dann bei einer äußerst hohen Strom- und
Spannungsbeanspruchung des Leistungsschalters.
Aus den vorgenannten Nachteilen des Standes der Technik ergibt
sich die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Überwachung
eines Halbleiter-Leistungsschalters auf Überstrom oder
Kurzschlussstrom dahingehend zu verbessern, dass Überströme
bzw. Kurzschlussströme sicherer, zuverlässiger und schneller
detektiert werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die vorliegende Erfindung
ausgehend von dem Verfahren zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-Leistungsschalters der
eingangs genannten Art vor, dass ein weiterer vorgebbarer
Spannungspegel oberhalb des ersten Spannungspegels definiert
wird und ein Überstrom oder Kurzschlussstrom detektiert wird,
falls die Spannung nach einem Einschalten des
Leistungsschalters den weiteren Spannungspegel nicht innerhalb
einer vorgebbaren Zeitgrenze unterschreitet oder wieder
überschreitet.
Erfindungsgemäß wird also der Verlauf der an dem Halbleiter-
Leistungsschalter anliegenden Spannung mit einem weiteren
Spannungspegel verglichen. Der erste Spannungspegel dient zur
Überwachung des Spannungsverlaufs nach Erreichen eines
stationären Durchlasszustands (Sättigungszustands) des
Leistungsschalters. Der weitere Spannungspegel wird zur
Überwachung des Spannungsverlaufs während des
Einschaltvorgangs des Leistungsschalters eingesetzt.
Das vorgeschlagene Verfahren ermöglicht bei einem Halbleiter-
Leistungsschalter eine zuverlässige Detektion von Überströmen
und Kurzschlussströmen sowohl während des Einschaltvorgangs
als auch nach Erreichen des Sättigungszustands. Die beiden
Spannungspegel können auf den ihnen jeweils zugeordneten
Überwachungsbereich optimiert werden. Dadurch kann die
Detektion von Überströmen und Kurzschlussströmen erheblich
beschleunigt werden. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird
eine Beschädigung oder Zerstörung eines Halbleiter-
Leistungsschalters aufgrund einer zu hohen Temperaturbelastung
in Folge von Überströmen oder Kurzschlussströmen sicher und
zuverlässig verhindert.
Die Halbleiter-Leistungsschalter, die mit Hilfe des
vorgeschlagenen Verfahrens überwacht werden, können in
beliebigen technischen Bereichen eingesetzt werden. Das
Verfahren ist insbesondere für den Einsatz bei Halbleiter-
Leistungsschaltern von Stromrichtern, vorzugweise von
Wechselrichtern zur Wandlung von Gleichstrom in Wechselstrom,
geeignet.
Um den Halbleiter-Leistungsschalter vor Beschädigung oder
Zerstörung zu bewahren, wird gemäß einer vorteilhaften
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, dass
der Leistungsschalter abgeschaltet wird, falls ein Überstrom
oder Kurzschlussstrom detektiert wird.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird vorgeschlagen, dass der Leistungsschalter um
eine vorgebbare Zeitspanne verzögert nach der Detektierung des
Überstroms oder Kurzschlussstroms abgeschaltet wird. Durch die
verzögerte Schutzabschaltung wird verhindert, dass im
Kurzschlussfall ein sehr hoher Kurzschlussstrom mit einer
damit verbundenen hohen Abschaltüberspannung abgeschaltet
werden muss. Der Halbleiter-Leistungsschalter kann dadurch
besonders stressarm abgeschaltet werden.
Vorteilhafterweise wird die Zeitspanne, um die die
Schutzabschaltung verzögert wird, so gewählt, dass in einem
Kurzschlussfall der Kurzschlussstrom in dem Leistungsschalter
seinen Maximalwert überschritten und einen wesentlich
niedrigeren, etwa konstanten Wert erreicht hat. Das Plateau
ist in der Regel nach einigen Mikrosekunden, noch vor
Erreichen der höchstzulässigen Überstromdauer des
Leistungsschalters, erreicht. Deshalb wird die Zeitspanne
vorzugsweise kleiner als die höchstzulässige Überstromdauer
des Leistungsschalters gewählt.
Gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass der erste
Spannungspegel größer als ein stationärer Wert der überwachten
Spannung gewählt wird. Der zweite Spannungspegel wird
vorteilhafterweise kleiner als die Einschaltspannung eines
intakten Leistungsschalters gewählt.
Gemäß noch einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der
vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass die vorgebbare
Zeitgrenze, innerhalb der die beobachtete Spannung nach einem
Einschalten des Leistungsschalters den weiteren Spannungspegel
unterschritten haben muss, damit kein Überstrom oder
Kurzschlussstrom detektiert wird, kleiner als die
höchstzulässige Überstromdauer des Leistungsschalters gewählt
wird.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass der Vergleich
der Spannung mit dem ersten Spannungspegel erst nach
Verstreichen einer vorgebbaren Zeitdauer eingeleitet wird. Die
Zeitdauer wird so gewählt, dass die beobachtete Spannung eines
intakten Leistungsschalters mit Sicherheit den ersten
Spannungspegel unterschritten und der Leistungsschalter nach
Möglichkeit einen stationären Durchlasszustand erreicht hat.
Die Zeitdauer wird größer als die vorgebbare Zeitgrenze
gewählt.
Als eine weitere Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung
wird ausgehend von der Vorrichtung zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-Leistungsschalters der
eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass die Vorrichtung
einen weiteren Komparator zum Vergleich des zeitlichen
Verlaufs der Spannung mit einem weiteren vorgebbarer
Spannungspegel aufweist, wobei die Mittel zur Detektion einen
Überstrom oder Kurzschlussstrom detektieren, falls die
Spannung nach einem Einschalten des Leistungsschalters den
weiteren Spannungspegel nicht innerhalb einer vorgebbaren
Zeitgrenze unterschreitet.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Vorrichtung Mittel zum
Abschalten des Leistungsschalters, falls die Mittel zur
Detektion einen Überstrom oder Kurzschlussstrom detektieren,
aufweist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Vorrichtung ein
Verzögerungsglied zur Verzögerung der Abschaltung des
Leistungsschalters um eine vorgebbare Zeitspanne aufweist.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der
vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass die
Vorrichtung einen Spannungsteiler aufweist, über den die an
dem Leistungsschalter anliegende Spannung zum Vergleich mit
dem weiteren Spannungspegel an den weiteren Komparator geführt
ist. Der Spannungsteiler ist üblicherweise als ein ohmscher
Spannungsteiler mit zwei Widerständen ausgebildet. An den
beiden Widerständen liegt die volle an dem Leistungsschalter
anliegende Spannung an. Zwischen den beiden Widerständen wird
eine Teilspannung der anliegenden Spannung abgegriffen und an
den weiteren Komparator geführt. Die Höhe der Teilspannung
wird durch die Widerstandswerte der beiden Widerstände des
Spannungsteilers bestimmt. Der weitere vorgebbare
Spannungspegel ist an die Höhe der Teilspannung angepasst.
Bei herkömmlichen Vorrichtungen zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-Leistungsschalters
unter Ausnutzung der Entsättigungseigenschaft des
Leistungsschalters wird zur Überwachung des Durchlasszustands
bzw. der Sättigungsspannung des Halbleiter-Leistungsschalters
mindestens eine Diode eingesetzt. Die Diode ist kathodenseitig
unmittelbar mit dem hohen elektrischen Potential des
Kollektoranschlusses des Halbleiter-Leistungsschalters
verbunden und ist anodenseitig mit dem niedrigen Potential der
Speisegleichspannung V_cc der Überwachungselektronik
verbunden. Mit zunehmendem Sperrvermögen der Halbleiter-
Leistungsschalter, das heute bis zu 6,5 kV betragen kann,
müssen hierzu mehrere Hochvolt-Dioden in Reihe geschaltet
werden, da das Sperrvermögen der dafür in Frage kommenden
handelsüblichen Dioden weit geringer ist. Durch den Einsatz
einer Dioden-Reihenschaltung ist jedoch keineswegs eine
gleichmäßige Sperrspannungsaufteilung an die in Reihe
geschalteten Dioden sichergestellt. Deshalb kann eine
Zerstörung der Dioden nicht ausgeschlossen werden, selbst wenn
die Summe der Nennsperrspannungswerte der einzelnen in Reihe
geschalteten Dioden weit höher ist als die höchste am
Kollektor des Halbleiter-Leistungsschalters auftretende
Spitzenspannung. Deshalb wird gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, dass
ein Widerstand des Spannungsteilers aus einer Reihenschaltung
mehrerer Widerstände besteht, wobei zwischen zwei der
Widerstände ein Abgriff vorgesehen ist, über den die an dem
Leistungsschalter anliegende Spannung zum Vergleich mit dem
Spannungspegel über mindestens eine Diode an den Komparator
geführt ist. Die Widerstandswerte der beiden Widerstände
oberhalb und unterhalb des Abgriffs werden vorzugsweise so
gewählt, dss das Sperrvermögen einer einzigen Diode ausreicht.
Vorteilhafterweise ist in Reihe mit einem anderen Widerstand
des Spannungsteilers mindestens eine Diode angeordnet. Durch
die mindestens eine Diode kann während der Durchlassphase des
Halbleiter-Leistungsschalters der Teil des Spannungsteilers
jenseits der Diode inaktiviert werden. In der Folge fließt
über den inaktivierten Teil des Spannungsteilers kein
parasitärer Messstrom, so dass sich eine höhere Messspannung
ergibt. Die an dem Halbleiter-Leistungsschalger anliegende
Spannung wird über einen Abgriff oberhalb des anderen
Widerstands des Spannungsteilers an den weiteren Komparator
geführt. Die Diode kann oberhalb oder unterhalb des anderen
Widerstands angeordnet sein. Wenn die Diode oberhalb des
anderen Widerstands angeordnet ist, kann der Abgriff oberhalb
oder unterhalb der Diode angeordnet sein.
Vorzugsweise ist die mindestens eine Diode als eine Zener (Z)-
Diode ausgebildet. Alternativ kann die mindestens eine Diode
auch als eine Reihenschaltung mehrerer herkömmlicher Dioden
ausgebildet sein. Dabei entspricht die Summe der
Flussspannungen der Dioden dem Schwellenspannungswert der Z-
Diode.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, dass in Reihe mit
einem anderen Widerstand des Spannungsteilers mindestens ein
Halbleiter-Leistungsschalter angeordnet ist. Statt der in
Reihe zu einem anderen Widerstand des Spannungsteilers
angeordneten Diode kann also auch ein Schalttransistor oder
ein beliebig anderer Halbleiter-Leistungsschalter vorgesehen
werden. Während der Durchlassphase des zu überwachenden
Halbleiter-Leistungsschalters kann der in Reihe zu dem anderen
Widerstand des Spannungsteilers angeordnete Halbleiter-
Leistungsschalters gesperrt werden.
Von besonderer Bedeutung ist die Realisierung des
erfindungsgemäßen Verfahrens in der Form eines Steuerelements,
das für eine Vorrichtung zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-Leistungsschalters
unter Ausnutzung der Entsättigungseigenschaft des
Leistungsschalters vorgesehen ist. Dabei ist auf dem
Steuerelement ein Programm abgespeichert, das auf einem
Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor,
ablauffähig und zur Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens geeignet ist. In diesem Fall wird also die
Erfindung durch ein auf dem Steuerelement abgespeichertes
Programm realisiert, so dass dieses mit dem Programm versehene
Steuerelement in gleicher Weise die Erfindung darstellt wie
das Verfahren, zu dessen Ausführung das Programm geeignet ist.
Als Steuerelement kann insbesondere ein elektrisches
Speichermedium zur Anwendung kommen, bspw. ein Read-Only-
Memory, ein Random-Access-Memory oder ein Flash-Memory.
Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von
Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in der Zeichnung
dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder
dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination
den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren
Rückbeziehung sowie unabhängig von ihrer Formulierung bzw.
Darstellung in der Beschreibung bzw. in der Zeichnung. Es
zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-
Leistungsschalters unter Ausnutzung der
Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters in
einer bevorzugten Ausführungsform;
Fig. 2 eine aus dem Stand der Technik bekannte Vorrichtung
zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines
Halbleiter-Leistungsschalters unter Ausnutzung der
Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters;
Fig. 3 einen zeitlichen Verlauf von Spannung und Strom für
einen intakten Halbleiter-Leistungsschalter während
eines Einschalt- und Abschaltvorgangs;
Fig. 4 einen Verlauf eines durch einen Halbleiter-
Leistungsschalter fließenden Stroms;
Fig. 5 ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen
Verfahrens gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
Fig. 6 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-
Leistungsschalters im Ausschnitt gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform;
Fig. 7 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-
Leistungsschalters im Ausschnitt gemäß noch einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform; und
Fig. 8 eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz eines Halbleiter-
Leistungsschalters im Ausschnitt gemäß noch einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform.
Zur Erläuterung des Standes der Technik wird zunächst auf Fig.
2 Bezug genommen. Halbleiter-Leistungsschalter 2, wie z. B.
Bipolar-Transistoren (BT) oder Insulated-Gate-Bipolar-
Transistoren (IGBT), müssen vor unzulässig hohen Strom- und
Spannungsbeanspruchungen geschützt werden. Die zulässigen
Strom- und Spannungsgrenzen werden von dem Hersteller des
Leistungsschalters 2 definiert als sog. sicherer
Arbeitsbereich oder Safe Operating Area (Forward Biased Safe
Operating Area, FBSOA bzw. Reverse Biased Safe Operating Area,
RBSOA). Der sichere Arbeitsbereich gilt für den periodischen
Betriebsfall des Leistungsschalters 2, bei dem der
Leistungsschalter 2 durch Anlegen eines geeigneten
Steuersignals St periodisch von dem hochohmigen Sperrzustand
("0"; vgl. Fig. 3) in den gesättigten Durchlasszustand ("1";
vgl. Fig. 3) und wieder in den Sperrzustand umgeschaltet wird.
Kurzzeitig können moderne Leistungsschalter 2 auch einen hohen
Überstrom bzw. Kurzschlussstrom führen und unter bestimmten
Bedingungen auch abschalten. Bei einem hohen Überstrom bzw.
Kurzschlussstrom kommt es zu einer Entsättigung des
Halbleiter-Leistungsschalters 2, wodurch dessen
Durchlassspannung auf den sehr hohen Pegel der an dem
Leistungsschalter 2 anliegenden Versorgungsspannung U_d
steigen kann. Die Kurzschlussstromamplitude bspw. von IGBTs
kann aufgrund der Entsättigungseigenschaft von selbst begrenzt
werden. Die Werte, auf die die Kurzschlussstromamplitude
begrenzt werden kann, können jedoch das Fünf- bis Zehnfache
des Nennstroms betragen. Um eine thermische Überlastung und
infolgedessen eine Zerstörung des Leistungsschalters 2 zu
vermeiden, muss der überhöhte Strom innerhalb einer sehr
kurzen Zeit, die von dem Hersteller als die höchstzulässige
Überstromdauer t_5 des Leistungsschalters 2 angegeben wird,
abgeschaltet werden. Dazu muss eine Ansteuerschaltung 13 (sog.
Gate Drive) für den Halbleiter-Leistungsschalters 2 in der
Lage sein, den Überstrom- oder Kurschlussstromfall sicher zu
erkennen und eine geeignete Abschaltung des Leistungsschalters
2 vorzunehmen. Die höchstzulässige Überstromdauer t_5 liegt im
Bereich von etwa 10 Mikrosekunden.
Bei einer aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtung 12
wird zur Überstrom- oder Kurzschlusserkennung die Eigenschaft
der Entsättigung des Halbleiter-Leistungsschalters 2
ausgenutzt. Die Vorrichtung 12 weist einen Komparator 14 auf,
in dem eine an dem Leistungsschalter 2 anliegende Spannung
U_CE mit einem vorgebbaren Spannungspegel U_1 verglichen wird.
Nach dem Einschalten des Leistungsschalters 2 erfolgt ein
langsames Absinken der Spannung U_CE bis auf einen stationären
Wert U_CE_stat, der unterhalb des Spannungspegels U_1 liegt.
Der Vergleich des Spannungspegels U_1 mit der Spannung U_CE
wird nach dem Verstreichen einer vorgebbaren Zeitdauer t_1
eingeleitet. Die Zeitdauer t_1 wird so gewählt, dass ein
intakter Leistungsschalter 2 den Spannungspegel U_1 sicher
unterschritten hat. Falls die Spannung U_CE den Spannungspegel
U_1 nach Einleitung der Überwachung (t < t_1) überschreitet,
wird ein Abschaltsignal OFF von dem Komparator 14 an eine
Ansteuerschaltung 13 geleitet, die ein Abschalten des
Halbleiter-Leistungsschalters 2 auslöst. Im Normalbetrieb wird
der Leistungsschalter 2 über das Steuersignal St ein- und
abgeschaltet.
Dieses bekannte Überwachungsverfahren unter Ausnutzung der
Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters 2 hat den
Vorteil, dass die entsprechende Überwachungsvorrichtung 12
sehr einfach zu realisieren ist und üblicherweise mit einer
niedrigen Speisegleichspannung V_cc (typischerweise
V_cc = 15 Volt) der Ansteuerschaltung 13 betrieben werden
kann. Nachteilig an dem bekannten Verfahren ist, dass
Überströme oder Kurzschlussströme, die bereits während des
Einschaltvorgangs (t < t_1) auftreten, nicht immer
rechtzeitig, d. h. innerhalb der höchstzulässigen
Überstromdauer t_5, erkannt werden können. Da bei einem
Einschaltvorgang die Spannung U_CE an dem Leistungsschalter 2
nur mit einer endlichen Geschwindigkeit abfallen kann, ist es
mit dem bekannten Verfahren nicht möglich, einen Überstrom
oder Kurzschlussstrom in einer Zeitspanne (t < t_1) zu
erkennen, in der die Spannung U_CE am Halbleiter-
Leistungsschalter 2 noch größer ist als der Spannungspegel
U_1. Dieser Nachteil kann in Kauf genommen werden, wenn die
Einschaltvorgänge in einer deutlich kürzeren Zeitspanne
abgeschlossen sind (z. B. t_ON < 5 Mikrosekunden) als es der
höchstzulässigen Überstromdauer t_5 des Leistungsschalters 2
entspricht. Die verbleibende Zeitspanne DELTA t_SC für die
Abschaltung des Überstroms bzw. Kurzschlussstroms
(DELTA t_SC = t_5 - t_ON) muss ausreichen, um den
Leistungsschalter 2 sicher abschalten zu können.
Mit zunehmendem Sperrvermögen der Leistungsschalter (z. B. bei
Hochvolt-IGBTs) werden die Schaltvorgänge immer träger. So
können die Einschaltvorgänge von Hochvolt-IGBTs sehr viel
länger als t_ON = 10 Mikrosekunden dauern. Das bedeutet, dass
ein Überstrom oder ein Kurzschlussstrom mit dem
konventionellen Verfahren zur Überwachung der Entsättigung
nicht rechtzeitig erkannt werden könnte. Ein sicherer Schutz
von hochsperrenden Halbleiter-Leistungsschaltern 2 ist damit
nicht mehr möglich.
Deshalb wird erfindungsgemäß eine in Fig. 1 dargestellte
Vorrichtung 1 zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz des
Halbleiter-Leistungsschalters 2 unter Ausnutzung der
Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters 2
vorgeschlagen. Diese Vorrichtung 1 zeichnet sich durch zwei
unterschiedliche Spannungspegel U_1 und U_2 aus, mit denen die
Spannung U_CE verglichen wird. Die Vorrichtung 1 weist einen
ersten Komparator 3 zum Vergleich des zeitlichen Verlaufs der
Spannung U_CE mit einem ersten vorgebbaren Spannungspegel U_1
und einen zweiten Komparator 4 zum Vergleich des zeitlichen
Verlaufs der Spannung U_CE mit einem zweiten vorgebbaren
Spannungspegel U_2 auf. Die Spannung U_2 wird dem zweiten
Komparator 4 über einen Spannungsteiler mit den Widerständen
R_1 und R_2 zugeführt, damit gefährliche Berührungsspannungen
im Leistungsteil beim Zuschalten der Steuerspannung vermieden
werden können. Die Ausgangssignale 5, 6 der Komparatoren 3, 4
werden an eine Logikschaltung 7 geführt und dort ausgewertet.
Die Logikschaltung 7 dient zur Detektion eines Überstroms oder
Kurzschlussstroms und erzeugt abhängig vom Zeitpunkt des
Auftretens des Kurzschluss- oder Überstroms nach dem
Einschalten ein verzögertes oder unverzögertes Abschaltsignal
OFF, das an eine Ansteuerschaltung 8 geleitet wird, die ein
Abschalten des Halbleiter-Leistungsschalters 2 auslöst. Das
Abschaltsignal OFF wird unverzögert ausgelöst, wenn das
Fehlerereignis innerhalb des Einschaltvorgangs
(t_2 <= t <= t_1 in Fig. 3) auftritt bzw. erkannt wird. Es
wird dagegen um einige Mikrosekunden (t_v = 3. . .5
Mikrosekunden, vgl. Fig. 4) verzögert ausgelöst, wenn das
Fehlerereignis nach dem Zeitpunkt t_1 auftritt bzw. nachdem
der zweite Komparator 4 angesprochen hat.
In Fig. 5 ist ein erfindungsgemäßes Vefahren gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform dargestellt. Zur weiteren
Verdeutlichung des Verfahrens sei auf den in Fig. 3
dargestellten Strom- und Spannungsverlauf verwiesen. Das
Verfahren beginnt in einem Funktionsblock 20 und wird durch
Einschalten des Halbleiter-Leistungsschalters 2 eingeleitet.
In einem anschließenden Abfrageblock 21 wird überprüft, ob
eine seit dem Einschalten verstrichene Zeit t eine vorgebbare
Zeitgrenze t_2 überschritten hat. Die Zeitgrenze t_2 ist
kleiner als die höchstzulässige Überstromdauer t_5 des
Leistungsschalters 2 gewählt. In einem Abfrageblock 22 wird
überprüft, ob die beobachtete Spannung U_CE den weiteren
Spannungspegel U_2 unterschritten hat. Falls dies nicht der
Fall ist, wird wieder zu dem Abfrageblock 21 verzweigt. Sobald
die Spannung U_CE den weiteren Spannungspegel U_2
unterschritten hat, wird das Verfahren bei einem Abfrageblock
23 fortgesetzt.
In Abfrageblock 23 wird überprüft, ob seit dem Einschalten des
Leistungsschalters 2 eine Zeit t größer als eine vorgebbare
Zeitdauer t_1 verstrichen ist. Die Zeitdauer t_1 wird größer
als die höchstzulässige Überstromdauer t_5 des
Leistungsschalters 2 gewählt. Die Zeitdauer t_1 wird
insbesondere so gewählt, dass die Spannung U_CE eines intakten
Leistungsschalters 2 innerhalb der Zeitdauer t_1 den
Spannungspegel U_1 sicher unterschritten hat. Der Abfrageblock
23 wird so lange durchlaufen, bis die Zeitdauer t_1
verstrichen ist. Nach Ablauf der Zeitdauer t_1 ist bei einem
intakten Leistungsschalter 2 der Einschaltvorgang
abgeschlossen und die Spannung U_CE hat die
Durchlasssättigungsspannung U_CE stat erreicht. Der Vergleich
der Spannung U_CE mit einem ersten Spannungspegel U_1
(Abfrageblock 24) wird also durch den Abfrageblock 23 bis zum
Verstreichen der Zeitdauer t_1 verzögert. Wird vor Erreichen
der Zeitgrenze t_1 der Spannungspegel U_2 überschritten oder
wurde dieser bis dahin noch nicht unterschritten (Abfrageblock
22), wird direkt und unverzögert auf einen Funktionsblock 28
verzweigt und damit der Leistungsschalter 2 unverzüglich
abgeschaltet.
Anschließend wird in dem Abfrageblock 24 überprüft, ob die
Spannung U_CE den Spannungspegel U_1 überschreitet. Falls der
Spannungspegel U_1 nicht überschritten wird, liegt kein
Überstrom oder Kurzschlussstrom vor. Dann wird in einem
Abfrageblock 2_5 überprüft, ob ein Steuersignal St = AUS an der
Ansteuerschaltung 8 anliegt, durch das ein Abschalten des
Leistungsschalters 2 veranlasst wird. Falls das nicht der Fall
ist wird das Verfahren bei dem Abfrageblock 24 fortgesetzt.
Diese Schleife aus Abfrageblock 23 und Abfrageblock 24 wird so
lange druchlaufen, bis die Spannung U_CE den Spannungspegel
U_1 übersteigt oder durch das Steuersignal St = AUS ein
Abschalten des Leistungsschalters 2 veranlasst wird.
Falls der Spannungspegel U_1 nach der vorgebbaren Zeitdauer
t_1 überschritten wird (Abfrageblock 24), wird zu einem
Funktionsblock 27 verzweigt, wo das Abschaltsignal OFF der
Logikschaltung 7 um eine vorgebbare Zeitspanne t_v (vgl. Fig.
4) verzögert wird. Erst danach wird der Leistungsschalter 2 in
einem Funktionsblock 28 abgeschaltet. Dann wird zu einem
Funktionsblock 26 verzweigt und das erfindungsgemäße Verfahren
ist beendet.
In der Logikschaltung 7 ist ein Steuerelement 9 vorgesehen,
auf dem ein Programm abgespeichert ist, das auf einem
Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor 10,
ablauffähig ist. Das Steuerelement 9 ist als ein
elektronisches Speicherelement, insbesondere als ein Read-
Only-Memory, ein Random-Access-Memory oder ein Flash-Memory
ausgebildet. Das auf dem Steuerelement 9 abgespeicherte
Programm ist zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
geeignet. Die Logikschaltung 7 umfasst des weiteren ein
Verzögerungsglied 11, das das Abschaltsignal OFF um die
vorgebbare Zeitspanne t_v, t_v = t_6 - t_KS (vgl. Fig. 4)
verzögert. Der Leistungsschalter 2 führt vor dem Eintreten des
Kurzschlusses einen Laststrom i_LAST (ungestörter, gesättigter
Zustand). Bei t = t_KS tritt ein Kurzschluss in dem Lastkreis
auf (R in Fig. 1 kurzgeschlossen). Durch die verzögerte
Schutzabschaltung wird verhindert, dass im Falle eines
Kurzschlusses (bei t <= t_KS) bei gesättigtem
Leistungsschalter 2 (nach t <= t_1) ein sehr hoher
Kurzschlussstrom i_max mit einer damit verbundenen hohen
Abschaltüberspannung abgeschaltet werden muss. Der Halbleiter-
Leistungsschalter 2 wird also nicht zum Zeitpunkt t_7 bei
hohem Kurzschlussstrom, sondern erst nach Verstreichen einer
Zeitspanne t_v, nachdem der Kurzschlussstrom einen wesentlich
niedrigeren, etwa konstanten Wert i_stat erreicht hat,
abgeschaltet. Die Zeitspanne t_v ist kürzer gewählt als die
höchstzulässige Überstromdauer t_5 des Leistungsschalters 2.
Durch die Verzögerung kann der Leistungsschalter 2 besonders
stressarm abgeschaltet werden.
Der dargestellte Leistungsschalter 2 ist als ein Insulated-
Gate-Bipolar-Transistoren (IGBT) ausgebildet. Es ist jedoch
denkbar, mit der Vorrichtung 1 auch einen Bipolar-Transistoren
(BT) oder andere Halbleiter-Leistungsschalter zu überwachen,
die ähnliche Eigenschaften, insbesondere ein ähnlich hohes
Sperrvermögen mit daraus resultierenden ähnlich trägen
Schaltvorgängen, aufweisen. Der Halbleiter-Leistungsschalter 2
wird bspw. bei Stromrichtern, vorzugweise bei Wechselrichtern
zur Wandlung von Gleichstrom in Wechselstrom, eingesetzt. Mit
der vorliegenden Erfindung können jedoch Halbleiter-
Leistungsschalter 2 aus nahezu beliebigen Einsatzbereichen
überwacht werden.
Das vorgeschlagene Verfahren ermögicht bei einem Halbleiter-
Leistungsschalter 2 eine zuverlässige Detektion von
Überströmen und Kurzschlussströmen sowohl während des
Einschaltvorgangs (t < t_1) als auch nach Erreichen des
Sättigungszustands (t < t_1). Die beiden Spannungspegel U_1,
U_2 können auf den ihnen jeweils zugeordneten
Überwachungsbereich optimiert werden.
Wie oben bereits erwähnt, weist die Vorrichtung 1 aus Fig. 1
einen Spannungsteiler auf, der aus den zwei Widerständen R_1
und R_2 besteht. Über den Spannungsteiler wird die an dem
Leistungsschalter 2 anliegende Spannung U_CE zum Vergleich mit
dem weiteren Spannungspegel U_2 an den weiteren Komparator 4
geführt. Der Spannungsteiler muss nicht unbedingt - wie hier
dargestellt - als ein ohmscher Spannungsteiler mit den zwei
Widerständen R_1, R_2 ausgebildet sein, sondern kann auch
beliebig anders ausgebildet sein. An dem Spannungsteiler liegt
die volle an dem Leistungsschalter 2 anliegende Spannung U_CE
an. Zwischen den beiden Widerständen R_1, R_2 wird an einem
ersten Abgriff A_1 eine Teilspannung der anliegenden Spannung
U_CE abgegriffen und an den weiteren Komparator 4 geführt. Die
Höhe der Teilspannung wird durch die Widerstandswerte der
beiden Widerstände R_1, R_2 des Spannungsteilers bestimmt. Der
weitere vorgebbare Spannungspegel U_2 ist an die Höhe der
Teilspannung angepasst.
Bei der Vorrichtung 1 zum Überstrom- und
Kurzschlussstromschutz des Halbleiter-Leistungsschalters 2
unter Ausnutzung der Entsättigungseigenschaft des
Leistungsschalters 2 wird zur Überwachung des
Durchlasszustands bzw. der Sättigungsspannung des Halbleiter-
Leistungsschalters 2 eine Diode D eingesetzt. Die Diode D ist
kathodenseitig K unmittelbar mit dem hohen elektrischen
Potential des Kollektoranschlusses C des Halbleiter-
Leistungsschalters 2 verbunden und ist anodenseitig A mit dem
niedrigen Potential der Speisegleichspannung V_cc der
Überwachungselektronik verbunden. Mit zunehmendem
Sperrvermögen der Halbleiter-Leistungsschalter 2, das heute
bis zu 6,5 kV betragen kann, müssen hierzu mehrere Hochvolt-
Dioden D in Reihe geschaltet werden, da das Sperrvermögen der
dafür in Frage kommenden handelsüblichen Dioden weit geringer
ist. Trotz des Einsatzes einer Dioden-Reihenschaltung kann
eine gleichmäßige Sperrspannungsaufteilung an die in Reihe
geschalteten Dioden nicht unter allen Umständen sichergestellt
werden. Deshalb kann eine Zerstörung der Dioden auch nicht
ausgeschlossen werden, selbst wenn die Summe der
Nennsperrspannungswerte der einzelnen in Reihe geschalteten
Dioden weit höher ist als die höchste am Kollektor C des
Halbleiter-Leistungsschalters 2 auftretende Spitzenspannung.
In Fig. 6 ist ein Ausschnitt einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform
dargestellt, durch die dieses Problem vermieden wird. Dabei
besteht der Widerstand R_1 des Spannungsteilers aus einer
Reihenschaltung von zwei Widerständen R_1.1 und R_1.2, wobei
zwischen den beiden Widerständen R_1.1, R_1.2 ein weiterer
Abgriff A_2 vorgesehen ist, über den die an dem
Leistungsschalter 2 anliegende Spannung U_CE zum Vergleich mit
dem Spannungspegel U_1 über mindestens die Diode D an den
Komparator 3 geführt ist. Die Widerstandswerte der beiden
Widerstände R_1.1 oberhalb und R_1.2 unterhalb des Abgriffs
A_2 werden vorzugsweise so gewählt, dss das Sperrvermögen
einer einzigen Diode D ausreicht und nicht eine
Reihenschaltung mehrerer Dioden eingesetzt werden muss.
Gemäß noch einer anderen in Fig. 7 dargestellten
Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, dass in
Reihe mit dem Widerstand R_2 des Spannungsteilers eine als
Zener (Z)-Diode Z ausgebildete Diode angeordnet ist. Durch die
Z-Diode Z kann während der Durchlassphase des Halbleiter-
Leistungsschalters 2 der Teil des Spannungsteilers unterhalb
der Z-Diode Z inaktiviert werden. In der Folge fließt über den
inaktivierten Teil des Spannungsteilers kein parasitärer
Messstrom, so dass sich eine höhere Messspannung ergibt. Der
Abgriff A_1 ist zwischen der Z-Diode Z und dem Widerstand R_2
des Spannungsteilers angeordnet. Ebenso könnte der Abgriff A_1
auch oberhalb der Z-Diode Z angeordnet sein. Die Z-Diode Z
könnte auch unterhalb des Widerstands R_2 angeordnet sein.
Statt einer Z-Diode Z könnte auch eine Reihenschaltung
mehrerer herkömmlicher Dioden in Reihe zu dem Widerstand R_2
des Spannungsteilers angeordnet sein. Dabei entspricht die
Summe der Flussspannungen der Dioden dem
Schwellenspannungswert der Z-Diode Z.
Schließlich wird gemäß noch einer anderen in Fig. 8
dargestellten Ausführungsform der Erfindung vorgeschlagen,
dass in Reihe mit dem Widerstand R_2 des Spannungsteilers ein
als Schalttransistor T ausgebildeter Halbleiter-
Leistungsschalter angeordnet ist. Statt der in Reihe zu einem
anderen Widerstand des Spannungsteilers angeordneten Z-Diode Z
kann also auch der Schalttransistor T oder ein beliebig
anderer Halbleiter-Leistungsschalter vorgesehen werden.
Claims (19)
1. Verfahren zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines
Halbleiter-Leistungsschalters (2) unter Ausnutzung der
Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters (2),
wobei der zeitliche Verlauf einer an dem
Leistungsschalter (2) anliegenden Spannung (U_CE)
beobachtet und ein Überstrom oder Kurzschlussstrom
detektiert wird, falls die Spannung (U_CE) einen
vorgebbaren Spannungspegel (U_1) überschreitet, dadurch
gekennzeichnet, dass ein weiterer vorgebbarer
Spannungspegel (U_2) oberhalb des ersten Spannungspegels
(U_1) definiert wird und ein Überstrom oder
Kurzschlussstrom detektiert wird, falls die Spannung
(U_CE) nach einem Einschalten des Leistungsschalters (2)
den weiteren Spannungspegel (U_2) nicht innerhalb einer
vorgebbaren Zeitgrenze (t_2 <= t <= t_1) unterschreitet
oder wieder überschreitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der Leistungsschalter (2) abgeschaltet wird, falls ein
Überstrom oder Kurzschlussstrom detektiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Leistungsschalter (2) um eine vorgebbare Zeitspanne
(t_v) verzögert nach der Detektierung des Überstroms oder
Kurzschlussstroms abgeschaltet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zeitspanne (t_v) so gewählt wird, dass in einem
Kurzschlussfall der Kurzschlussstrom in dem
Leistungsschalter (2) seinen Maximalwert (i_max)
überschritten und einen wesentlich niedrigeren, etwa
konstanten Wert (i_stat) erreicht hat.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zeitspanne (t_v) kleiner als die höchstzulässige
Überstromdauer (t_5) des Leistungsschalters (2) gewählt
wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, dass der erste Spannungspegel (U_1)
größer als ein stationärer Wert (U_CE_stat) der
überwachten Spannung (U_CE) gewählt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, dass der zweite Spannungspegel (U_2)
kleiner als die Einschaltspannung (U_CE_ein) eines
intakten Leistungsschalter (2) gewählt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass die vorgebbare Zeitgrenze (t_2)
kleiner als die höchstzulässige Überstromdauer (t_5) des
Leistungsschalters (2) gewählt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, dass der Vergleich der Spannung (U_CE)
mit dem ersten Spannungspegel (U_1) erst nach
Verstreichen einer vorgebbaren Zeitdauer (t_1)
eingeleitet wird, wobei die Zeitdauer (t_1) größer als
die vorgebbare Zeitgrenze (t_2) gewählt wird.
10. Vorrichtung (1) zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz
eines Halbleiter-Leistungsschalters (2) unter Ausnutzung
der Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters (2),
wobei die Vorrichtung (1) einen Komparator (3) zum
Vergleich des zeitlichen Verlaufs einer an dem
Leistungsschalter (2) anliegenden Spannung (U_CE) mit
einem vorgebbaren Spannungspegels (U_1) und Mittel (7)
zur Detektion eines Überstroms oder Kurzschlussstroms,
falls die Spannung (U_CE) den Spannungspegel (U_1)
überschreitet, aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die
Vorrichtung (1) einen weiteren Komparator (4) zum
Vergleich des zeitlichen Verlaufs der Spannung (U_CE) mit
einem weiteren vorgebbarer Spannungspegel (U_2) aufweist,
wobei die Mittel (7) zur Detektion einen Überstrom oder
Kurzschlussstrom detektieren, falls die Spannung (U_CE)
nach einem Einschalten des Leistungsschalters (2) den
weiteren Spannungspegel (U_2) nicht innerhalb einer
vorgebbaren Zeitgrenze (t_2 <= t <= t_1) unterschreitet
oder diesen wieder überschreitet.
11. Vorrichtung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (1) Mittel (8) zum Abschalten des
Leistungsschalters (2), falls die Mittel (7) zur,
Detektion einen Überstrom oder Kurzschlussstrom
detektieren, aufweist.
12. Vorrichtung (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (1) ein Verzögerungsglied (11) zur
Verzögerung der Abschaltung (OFF) des Leistungsschalters
(2) um eine vorgebbare Zeitspanne (t_v) aufweist.
13. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) einen
Spannungsteiler (R_1, R_2) aufweist, über den die an dem
Leistungsschalter (2) anliegende Spannung (U_CE) zum
Vergleich mit dem weiteren Spannungspegel (U_2) an den
weiteren Komparator (4) geführt ist.
14. Vorrichtung (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
dass ein Widerstand (R_1) des Spannungsteilers (R_1, R_2)
aus einer Reihenschaltung mehrerer Widerstände (R_1.1,
R_1.2) besteht, wobei zwischen zwei der Widerstände
(R_1.1, R_1.2) ein Abgriff (A) vorgesehen ist, über den
die an dem Leistungsschalter (2) anliegende Spannung
(U_CE) zum Vergleich mit dem Spannungspegel (U_1) über
mindestens eine Diode (D) an den Komparator (3) geführt
ist.
15. Vorrichtung (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
dass in Reihe mit einem anderen Widerstand (R_2) des
Spannungsteilers (R_1.1, R_1.2, R_2) mindestens eine
Diode (Z) angeordnet ist.
16. Vorrichtung (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Diode (Z) als eine Zener (Z)-
Diode ausgebildet ist.
17. Vorrichtung (1) nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Diode (Z) als eine
Reihenschaltung mehrerer herkömmlicher Dioden ausgebildet
ist.
18. Vorrichtung (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
dass in Reihe mit einem anderen Widerstand (R_2) des
Spannungsteilers (R_1.1, R_1.2, R_2) mindestens ein
Halbleiter-Leistungsschalter (T) angeordnet ist.
19. Steuerelement (9), insbesondere Read-Only-Memory, Random-
Access-Memory oder Flash-Memory, für eine Vorrichtung (1)
zum Überstrom- und Kurzschlussstromschutz eines
Halbleiter-Leistungsschalters (2) unter Ausnutzung der
Entsättigungseigenschaft des Leistungsschalters (2), auf
dem ein Programm abgespeichert ist, das auf einem
Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor (10),
ablauffähig und zur Ausführung eines Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 9 geeignet ist.
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