DE10038782C1 - Verfahren und Vorrichtung zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken und Härten von metallischen Werkstücken - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken und Härten von metallischen WerkstückenInfo
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Abstract
Beim Abkühlen, insbesondere beim Abschrecken und Härten von metallischen Werkstücken, insbesondere von Stählen, in einer Kühlkammer (1) durch Umwälzen von Kühlgas im Kreislauf über die Werkstücke und mindestens einen Wärmetauscher (8), wird zur Vergleichmäßigung der Abkühlung großer Chargen von Werkstücken so verfahren, daß mindestens zwei zumindest im wesentlichen parallele Kühlgasströme über die Werkstücke und den mindestens einen Wärmetauscher (8) geleitet werden. Dabei wird das Kühlgas über externe Kreislaufleitungen umgewälzt, in denen sich je ein Gebläse (14, 15) befindet. Eine hierfür besonders geeignete Vorrichtung besitzt mindestens zwei externe Kreislaufleitungen mit je einem Gebläse (14, 15), durch die mindestens zwei zumindest im wesentlichen parallele Kühlgasströme über die Werkstücke und den mindestens einen Wärmetauscher (8) leitbar sind.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Abkühlen,
insbesondere zum Abschrecken und Härten von metallischen Werk
stücken, insbesondere von Stählen, nach den Oberbegriffen der Patent
ansprüche 1 und 8.
Durch die DE 28 44 843 A1 ist es bei einem Einkammer-Ofen mit einem
Heiz- und Abschreckbereich und mit einem Gebläse und einem Kühler
bekannt, in der Abschreckphase einen Teil der den Heizbereich umge
benden Wärmedämmung zu verlagern, um nach dem Anlaufen des
Gebläses einen einzigen Kreislauf von Kühlgas über die Charge und den
Kühler zu erzwingen. Eine in diesem Kreislauf vor der Charge angebrachte
schwenkbare Klappe dient durch ihre periodische Bewegung nur zur
Kühlgasverteilung über die ausgebreitete Charge. Dadurch werden aber
alternierend Teile der Charge gekühlt und nicht gekühlt, was sich bei einer
Reihe von Stählen durch die Verzögerung der Abschreckung schädlich
auswirkt.
Durch die DE 35 36 155 A1 ist ein ähnlicher Einkammer-Ofen bekannt, der
zum Zwecke der Wärmebehandlung von langen Werkstücken an beiden
Enden je einen Kühler und ein Gebläse aufweist, wobei beide Gebläse
ständig in Betrieb gehalten werden. Zur Erzwingung einer raschen Umkeh
rung der Strömungsrichtung sind Steuerschieber vorgesehen, und der
jeweils nicht benötigte Kühler wird vollständig aus dem Gaskreislauf
zurückgezogen, während der jeweils andere Kühler vollständig im Gas
kreislauf gehalten wird. Dadurch steht jeweils die Hälfte der Kühlfläche
bzw. der entsprechenden Kühlleistung nicht zur Verfügung.
Durch die EP 0 313 888 B2 ist es bekannt, Werkstücke aus Stahl, insbe
sondere aus schwer härtbaren, niedrig legierten Stählen, und/oder Werk
stücke mit großer oder komplizierter Form zunächst aufzuheizen und
anschließend durch Gase aus der Gruppe Helium, Wasserstoff und Stick
stoff und durch Gasgemische aus mindestens zwei Gasen dieser Gruppe
bei Drücken zwischen 10 und 40 bar abzuschrecken und zu härten.
Dadurch sollen die klassischen Härteverfahren mit Wasser, Ölen und
Salzbädern mit ihren Umweltbelastungen abgelöst werden. Die Härtung
geschieht mittels dieser Gase, die mit hoher Geschwindigkeit knapp
unterhalb der Schallgeschwindigkeit mittels eines Gebläses über die
Werkstücke bzw. Werkstückchargen und einen Wärmetauscher innerhalb
der Anlage umgewälzt werden. Die Härtung kann dabei in einem beheiz
baren Ein-Kammer-Ofen oder in einer zur Ofenanlage gehörenden nachge
schalteten besonderen Abschreckkammer durchgeführt werden. In der
genannten Schrift sind auch die Hintergründe für die Ablösung der
bekannten Härteverfahren angegeben.
Durch die EP 0 727 498 A1 ist es bekannt, einer unbeheizten Kühlkammer
eine einzige großvolumige Kreislaufleitung zuzuordnen, in der ein ständig
laufendes Gebläse und ein Wärmetauscher angeordnet sind. In der Kreis
laufleitung wird eine solche Kühlgasmenge unter Druck und in einem
Nebenkreislauf über den Wärmetauscher bereit gehalten, daß das Kühlgas
nach den öffnen eines oberen und eines unteren Kammerventils, zwischen
denen sich die Charge befindet, schlagartig durch die Charge geleitet
wird.
Bei den beschriebenen bekannten Lösungen besteht nach wie vor das
Problem, die Kühl- und/oder Abschreckwirkung gleichmäßig über alle
Werkstücke einer Charge zu verteilen. Dies gelingt in ausreichendem Maß
weder durch bewegliche noch durch stationäre Leiteinrichtungen, weil
ganz einfach die Querschnitte der Gasführungseinrichtungen kleiner sind
als der Querschnitt der Charge, senkrecht zur Strömungsrichtung
gesehen.
Ein weiteres Problem besteht darin, die für große Chargen benötigten
großen Gasmengen mit hohen Geschwindigkeiten umzuwälzen. Bei
Versuchen, die Durchsätze von Gebläsen entsprechend zu steigern ist
man sehr schnell an technische Grenzen hinsichtlich Durchmesser und
Drehzahl der Gelbläseräder gestoßen, wobei das Problem der Mengen
verteilung über die geforderten Querschnitte zusätzlich ungelöst blieb.
Durch die DE 15 83 424 A ist es bekannt, einzelne Werkstücke durch
Gasströmungen in einem Ofen abzuschrecken, indem die Gasmenge
innerhalb des Ofens derart aufgeteilt wird, daß einer zur Werkstück
oberfläche parallelen Gasströmung (Primärströmung) eine Vielzahl von
hierzu senkrecht verlaufenden Gasstrahlen (Sekundärströmungen)
überlagert wird, um die resultierende Gasströmung auf die Werkstück
oberfläche zu richten. Dabei soll die Geschwindigkeit der Sekundär
strömungen mindestens das Fünffache der Primärströmung betragen, und
das Verhältnis soll veränderbar sein. Hierfür kann entweder außerhalb des
Ofens ein einziges Gebläse mit einer verstellbaren Verteileinrichtung
vorgesehen sein, oder es können innerhalb des Ofens zwei Gebläse
vorgesehen sein, die sowohl in Reihen- als auch in Parallelschaltung
arbeiten und unterschiedliche Drücke erzeugen. An dem einzelnen
Werkstück wird also nur ein einheitliches Strömungsmuster erzeugt.
Außerdem ist die bekannte Vorrichtung ein Ofen, in dem sowohl die
Aufheizung als auch die Abkühlung durchgeführt werden, so daß beim
Abkühlen auch die aufgeheizten Ofenteile, insbesondere die Heizeinrich
tung, mit abgekühlt werden muß, was den Abkühlvorgang verzögert und
die besagten Ofenteile stark belastet. Damit ist es jedoch nicht möglich,
zwei oder mehr in parallelen Gasströmen angeordnete Werkstücke oder
eine vielteilige Werkstückcharge oder parallel angeordnete Werkstück
chargen gleichzeitig und mit gleichen Abkühlbedingungen gleichmäßig und
dosiert abzukühlen und die Erfindungsaufgabe zu lösen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung anzugeben, mit denen auch große Chargen mit hoher
Geschwindigkeit gleichmäßig abgekühlt oder abgeschreckt und ggf.
gehärtet werden können. Dabei soll insbesondere der jeweilige Wärme
übergang von den Werkstücken oder der Charge von Werkstücken an das
Kühlgas vergleichmäßigt werden, um schädliche Wärmespannungen
und/oder ungleichmäßige Produkteigenschaften zu vermeiden, und ferner
soll auch der jeweilige Wärmeübergang vom Kühlgas an den Wärme
tauscher vergleichmäßigt werden, weil die Vorgänge an den Werkstück
oberflächen und an den Oberflächen des Wärmetauschers sich wiederum
gegenseitig beeinflussen.
Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei dem eingangs angegebenen
Verfahren erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichen des
Patentanspruchs 1 und bei der eingangs angegebenen Vorrichtung erfin
dungsgemäß durch die Merkmaie im Kennzeichen des Patentanspruchs 8.
Durch die Erfindung wird die gestellte Aufgabe in vollem Umfange gelöst,
insbesondere können auch große Chargen mit hoher Geschwindigkeit
gleichmäßig abgekühlt oder abgeschreckt und ggf. gehärtet werden.
Dabei wird insbesondere der jeweilige Wärmeübergang von den Werk
stücken oder der Charge von Werkstücken an das Kühlgas vergleich
mäßigt, und schädliche Wärmespannungen und/oder ungleichmäßige
Produkteigenschaften werden vermieden. Schließlich wird auch der
jeweilige Wärmeübergang vom Kühlgas an den Wärmetauscher vergleich
mäßigt, weil die Vorgänge an den Werkstückoberflächen und an den
Oberflächen des Wärmetauschers sich wiederum gegenseitig beeinflus
sen. Es handelt sich also um einen synergistischen Effekt. Weitere Vorteile
werden in der Detailbeschreibung geschildert.
Es ist im Zuge weiterer Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfah
rens besonders vorteilhaft, wenn - entweder einzeln oder in Kombination:
- - das Kühlgas aus mindestens einem Gas aus der Gruppe Stickstoff, Helium und Wasserstoff oder aus einem Gemisch aus mindestens zwei dieser Gase besteht,
- - das Kühlgas in der Kühlkammer unter einem Druck von mindestens 0,5 MPa, vorzugsweise von mindesten 1,0 MPa, gehalten wird,
- - Volumenselemente des Kühlgases alternierend durch die Kreislauf leitungen hindurchgeleitet werden,
- - unter Druck gespeichertes Kühlgas beim Fluten der Kühlkammer gerichtet gegen mindestens eines der Gebläse strömt, um dessen Drehzahl zu beschleunigen,
- - das Kühlgas koaxial gegen die Ansaugseite des Gebläses gerichtet wird, und/oder, wenn
- - das Kühlgas im wesentlichen tangential in Drehrichtung gegen den Außenumfang des Gebläses gerichtet wird.
Es ist im Zuge weiterer Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrich
tung besonders vorteilhaft, wenn - entweder einzeln oder in Kombination:
- - die Gebläse als Radialgebläse ausgeführt und mit senkrechten Drehachsen mit ihren Ansaugöffnungen auf den oberen Enden der externen Kreislaufleitungen angeordnet sind,
- - die Gebläse über abwärts gerichtete Eintrittskrümmer mit der Ober seite der Kühlkammer verbunden sind,
- - die Eintrittskrümmer Rechteckquerschnitte aufweisen und unmittelbar nebeneinander in die Kühlkammer einmünden,
- - die Eintrittskrümmer mit Leiteinrichtungen versehen sind,
- - die gebogenen Wände der Eintrittskrümmer und die Leiteinrichtungen konzentrisch ausgebildet und angeordnet sind,
- - die Unterseite der Kühlkammer mit entgegensetzt seitwärts gerichte ten Austrittskrümmern verbunden ist, die Teile der Kreislaufleitungen sind,
- - die Austrittskrümmer Rechteckquerschnitte aufweisen und unmittelbar nebeneinander mit der Kühlkammer verbunden sind,
- - die Austrittskrümmer mit Leiteinrichtungen versehen sind,
- - die Austrittsquerschnitte der Eintrittskrümmer und die Eintrittsquer schnitte der Austrittskrümmer derart seitlich versetzt angeordnet sind, daß jedes Volumenselement des Kühlgases die Kreislaufleitun gen alternierend durchströmt,
- - der mindestens eine Wärmetauscher im unteren Bereich der Kühlkam mer und oberhalb der Eintrittsöffnungen der Austrittskrümmer ange ordnet ist,
- - mindestens einem der Gebläse eine Mündung zugeordnet ist, mittels welcher unter Druck gespeichertes Kühlgas beim Fluten der Kühl kammer gegen mindestens eines der Gebläse führbar ist, um dessen Drehzahl zu beschleunigen.
- - die Mündung koaxial auf die Ansaugseite des Gebläses ausgerichtet ist, und/oder, wenn
- - die Mündung im wesentlichen tangential in Drehrichtung auf den Außenumfang des Gebläses ausgerichtet ist.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachfolgend
anhand der Fig. 1 bis 7 näher erläutert,
Fig. 1 eine "durchsichtige" und teilweise vertikal geschnittene Seiten
ansicht einer vollständigen Vorrichtung,
Fig. 2 eine teilweise geschnittene Draufsicht von oben auf den Gegen
stand von Fig. 1,
Fig. 3 eine teilweise geschnittene Vorderansicht des Gegenstandes
nach Fig. 1 in verkleinertem Maßstab.
Fig. 4 das Strömungsmuster des Kühlgases in schematischer,
perspektivischer Darstellung,
Fig. 5 einen vergrößerten Ausschnitt aus dem linken Teil der Fig. 3
mit einer Einrichtung zur Beschleunigung der Drehzahl des
Gebläses durch axiale Beaufschlagung des Gebläserades mit
unter Druck stehendem Kühlgas,
Fig. 6 einen vergrößerten Ausschnitt aus dem rechten Teil der Fig. 3
mit einer Einrichtung zur Beschleunigung der Drehzahl des
Gebläses durch tangentiale Beaufschlagung des Gebläserades
mit unter Druck stehendem Kühlgas und
Fig. 7 eine Draufsicht auf den Gegenstand von Fig. 6.
Zentraler Teil der Vorrichtung ist eine Kühlkammer 1, die in den Fig. 1
bis 3 durch dicke Linien hervorgehoben ist. Die Wände dieser Kühlkam
mer 1 sind durch entsprechende äußere Verstrebungen versteift, damit die
Kühlkammer 1 Innendrücken bis zu 5 MPa standhalten kann.
In Fig. 1 ist in der Kühlkammer 1 mit strichpunktierten Linien eine Charge
2 angedeutet, die nahezu den gesamten oberen Teil des Kammervolumens
ausfüllt und auf Tragstützen 3 ruht. Auf der Beschickungsseite ist in einer
Schleusenkammer 4 ein druckfester und in Horizontalführungen 5 geführ
ter Ventilschieber 6 angeordnet, der durch einen Antrieb 7 verfahrbar ist.
Im unteren Bereich der Kühlkammer 1 (oder in einem gleichfalls druck
festen Fortsatz dieser Kühlkammer) ist ein gleichfalls den waagrechten
Kammerquerschnitt ausfüllender Wärmetauscher 8 angeordnet, der aus
einem Röhrenbündel mit Kühlrippen besteht und von einer virtuellen
Quaderfläche umschrieben ist. Ein Kältemittel wird über Anschlüsse 9 und
10 zu- und abgeführt.
Im dargestellten Fall ist die Kühlkammer 1 über die Schleusenkammer 4
mit einer Vorkammer 11 verbunden, die ein Tunnel mit einer weiteren
Chargierschleuse, ein Wärmebehandlungsofen oder dergleichen sein
kann. Die Kühlkammer 1 kann aber auch als Durchlaufkammer ausgebildet
sein. In diesem Falle wäre dann auf der der Schleusenkammer 4 gegen
über liegenden Seite eine weitere, analoge Schleusenkammer anzuordnen.
Im Innern der Kühlkammer 1 werden auf die nachstehend näher beschrie
bene Weise zwei parallele Strömungswege 12 und 13 für das Kühlgas
gebildet, die durch Pfeile angedeutet sind. Diese Strömungswege, zwi
schen denen keine Trennwand liegt, setzen sich mit im wesentlichen den
gleichen Querschnitten in den Bereich des Wärmetauschers 8 fort. (Siehe
hierzu auch die Fig. 4).
Seitlich oberhalb der Kühlkammer 1 sind zwei Gebläse 14 und 15 mit
Gebläserädern 14a und 15a und Antriebsmotoren 14b und 15b angeord
net, die über nach unten gerichtete Eintrittskrümmer 16 und 17 (Fig. 3) in
die Oberseite der Kühlkammer 1 einmünden. Die waagrechten Eintritts
querschnitte an den Übergangsstellen von Krümmer 16 und 17 und Kühl
kammer 1 sind rechteckig ausgebildet, liegen unmittelbar nebeneinander
und füllen den waagrechten Querschnitt der Kühlkammer zumindest
weitgehend aus. Dadurch werden die beiden oben beschriebenen Strö
mungswege 12 und 13 gebildet.
Fig. 2 zeigt, daß die Gebläse 14 und 15 mit ihren spiralförmigen und
gleichfalls druckfesten Gehäusen und die Eintrittskrümmer 16 und 17
gewissermaßen ineinander "verschachtelt" sind, um die enge Nachbar
schaft der Eintrittsquerschnitte zu ermöglichen.
Aus Fig. 3 geht zusätzlich folgendes hervor: In den Eintrittskrümmern 16
und 17 sind Leiteinrichtungen 18 angeordnet, die nur für den Eintrittskrüm
mer 16 dargestellt sind und konzentrisch zu den gebogenen Außenwänden
16a und 16b der Eintrittskrümmer verlaufen. An die Unterseite der Kühl
kammer 1 (oder an einen entsprechenden Kammerabschnitt mit dem
Wärmetauscher 8) sind unterhalb des Wärmetauschers 8 zwei Austritts
krümmer 19 und 20 angesetzt, und zwar in entgegengesetzten Richtungen
wie die senkrecht darüber angeordneten Eintrittskrümmer 16 und 17. Die
waagrechten Krümmerquerschnitte an den Übergangsstellen von Kühlkam
mer 1 und den Autrittskrümmern 19 und 20 sind gleichfalls rechteckig
ausgebildet, liegen unmittelbar nebeneinander und füllen den waagrechten
Querschnitt der Kühlkammer 1 bzw. des Wärmetauschers 8 zumindest
weitgehend aus. Auch dadurch werden die beiden oben beschriebenen
parallelen und senkrechten Strömungswege 12 und 13 gebildet oder
gestützt. Eine Leiteinrichtung 21 ist nur für den Austrittskrümmer 19
gezeigt.
Wie die Fig. 3 zeigt, sind die als Radialgebläse mit senkrechten Drehach
sen A1 und A2 ausgeführten Gebläse 14 und 15 mit ihren Ansaugöffnun
gen 14c und 15c auf die oberen senkrechten Enden externer Kreislauf
leitungen 22 und 23 aufgesetzt, die die Austrittskrümmer 19 und 20 mit
den Gebläsen 14 und 15 verbinden.
Aus den Darstellungen in den Fig. 3 und 4 ist folgendes zu ersehen,
wobei sich die Schilderung auf die Bewegung eines Volumenelements des
Kühlgases bezieht:
Das Kühlgas strömt vom rechten Gebläse 15 durch den Eintrittskrümmer
16 in die Kühlkammer 1 und dort entlang dem (vorderen) Strömungsweg
12 durch den vorderen Bereich der Charge von Werkstücken, danach
durch den vorderen Bereich des Wärmetauschers 8, von hier durch den
nach links gerichteten Austrittskrümmer 19 in die Kreislaufleitung 22 und
von hier zum linken Gebläse 14.
Anschließend strömt das Kühlgas vom linken Gebläse 14 durch den Ein
trittskrümmer 17 in die Kühlkammer 1 und dort entlang dem (hinteren)
Strömungsweg 13 durch den hinteren Bereich der Charge von Werk
stücken, danach durch den hinteren Bereich des Wärmetauschers 8, von
hier durch den nach rechts gerichteten Austrittskrümmer 20 in die Kreis
laufleitung 23 und von hier zum rechten Gebläse 15, worauf sich das Spiel
für jedes Volumenelement des Kühlgases beliebig oft wiederholt.
Der gesamte Strömungsweg hat - in der Vorderansicht nach Fig. 3 - die
Form einer liegenden Acht mit einem "Kreuzungsbereich" innerhalb von
Kühlkammer und Wärmetauscher. Dieser "Kreuzungsbereich" hat natur
gemäß eine waagrechte Ausdehnung gemäß den Pfeilen 12 und 13 in den
Fig. 1 und 4, wobei auch lokale Durchmischungen möglich sind.
Natürlich laufen alle diese Vorgänge gleichzeitig ab.
Ein wesentlicher Vorteil liegt somit darin, daß Eintrittskrümmer 16 bzw. 17
und Austrittskrümmer 20 bzw. 19, die dem gleichen Gebläse zugeordnet
sind, an unterschiedliche Kammerbereiche angeschlossen sind, so daß es
zur permanenten Durchmischung der Teilströme kommt. Jedes Volumen
element des Kühlgases durchläuft also alternierend die Strömungswege
12 und 13, was zur Vergleichmäßigung des Abkühlvorgangs auch bei
asymmetrisch verteilten Chargen führt.
Die Fig. 4 zeigt in schematischer und perspektivischer Darstellung das
vorstehend beschriebene Strömungsprinzip innerhalb und außerhalb von
Charge 2 und Wärmetauscher 8. Die beiden dicken Pfeile stehen für die
Strömungswege innerhalb der Charge, wobei es sich natürlich versteht,
daß diese Strömungswege eine gleichmäßige Strömungsverteilung über
den Querschnitt des jeweiligen Chargenteils einschließen.
Anhand der Fig. 5 bis 7 werden - unter Verwendung der bisherigen
Bezugszeichen - vorteilhafte weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten der
Erfindung erläutert:
Fig. 5 zeigt - vergrößert - das in Fig. 3 links angeordnete Gebläse 14
mit der Kreislaufleitung 22 und der Ansaugöffnung 14c. Ferner ist darge
stellt ein Druckkessel 24, in den das Kühlgas nach Vollendung seines
Zwecks mittels eines nicht gezeigten Kompressors zurückgepumpt und
auf einen entsprechend hohen Druck komprimiert wird. Dieser Druck
kessel 24 ist über ein Absperrventil 25 mit einem Stellglied 26 mit einem
Einlaßstutzen 27 verbunden, der die Wand der Kreislaufleitung 22 durch
dringt und dort in einen Rohrkrümmer 28 übergeht, dessen Mündung 29
koaxial zur Achse A1 angeordnet und auf die Ansaugöffnung 14c ausge
richtet ist. Damit hat es folgende Bewandnis: Beim Fluten des Systems
von Normaldruck (beim Chargieren) auf den vorgegebenen Abschreck
druck wird das Gebläse 14 axial angeblasen und durch die Krümmung der
Gebläseradschaufeln beschleunigt auf seine Betriebsdrehzahl gebracht.
Dadurch kann einmal die volle Kühlleistung schneller erreicht und der
Abkühlprozess beschleunigt werden, und zum andern werden der Anlauf
strom und die Anlaufdauer des Gebläsemotors 14b deutlich verringert.
Dadurch sinkt die Spitzenbelastung des elektrischen Versorgungssystems
beträchtlich, und teure Steuerungselemente für die Begrenzung des
Anlaufstroms können vermieden werden.
Die Fig. 6 und 7 zeigen im Vertikalschnitt und in der Draufsicht - ver
größert - das in Fig. 3 rechts angeordnete Gebläse 15 mit der Kreislauf
leitung 23 und der Ansaugöffnung 15c. Ferner ist auch hier - nicht darge
stellt ein analoger Druckkessel vorhanden, in den das Kühlgas nach Voll
endung seines Zwecks mittels eines nicht gezeigten Kompressors zurück
gepumpt und auf einen entsprechend hohen Druck komprimiert wird.
Dieser Druckkessel ist über ein Absperrventil mit einem Einlaßstutzen 30
verbunden, der die Gehäusewand des Gebläses durchdringt und dort in
einen Rohrstutzen 31 übergeht, dessen Mündung 32 mit ihrer Achse etwa
tangential auf den Außenumfang des Gebläserades 15a ausgerichtet ist.
Auch dadurch wird eine zusätzliche Beschleunigungswirkung auf das
Gebläserad 15a mit den gleichen Vorteilen ausgeübt, wie sie bezüglich der
Fig. 5 beschrieben sind.
Natürlich können die Systeme nach Fig. 5 und nach den Fig. 6 und 7
auch symmetrisch und/oder gemeinsam eingesetzt werden. In Weiterfüh
rung der Erfindung kann man die Zahl der Strömungswege und der
Gebläse auch noch weiter vergrößern.
Durch Abschrecken gehärtet wurden in einer Anlage nach den Fig. 1
bis 4 Chargen mit folgenden Daten:
Chargenabmessungen:
Breite: 600 mm
Höhe: 600 mm
Länge 1000 mm.
Chargengewicht: 250 kg
Chargenoberfläche: max. 7,5 m2
Abschreckung:
Druck: 2,0 MPa
Medium: Helium
Gebläseleistung (beide Gebläse):
2,0 MPa He: 132 kW
(Vergleich: 2,0 MPa N2: 250 kW)
Temperaturen:
Anfangstemperatur: 930°C
Gleichmäßigkeit: ±5 K
Kühlwasser: max. 25°C
Ausgang: +15 bis +40°C
Stähle:
Chargenabmessungen:
Breite: 600 mm
Höhe: 600 mm
Länge 1000 mm.
Chargengewicht: 250 kg
Chargenoberfläche: max. 7,5 m2
Abschreckung:
Druck: 2,0 MPa
Medium: Helium
Gebläseleistung (beide Gebläse):
2,0 MPa He: 132 kW
(Vergleich: 2,0 MPa N2: 250 kW)
Temperaturen:
Anfangstemperatur: 930°C
Gleichmäßigkeit: ±5 K
Kühlwasser: max. 25°C
Ausgang: +15 bis +40°C
Stähle:
- 1. EHT 0,3 + 0,2 (Einsatzstahl ähnlich 16MnCr5) Werkstücke: Stationäre Getriebe, Zahnräder, Ritzel, Wellen,
- 2. EHT 0,5 + 0,3 (Einsatzstahl ähnlich 16MnCr5) Werkstücke: PKW-Getriebe, Zahnräder, Ritzel, Wellen, Schiebemuffen,
- 3. EHT 1,5 + 0,5 (Einsatzstahl ähnlich 16MnCr5) Werkstücke: Transporter-Getriebe, Zahnkränze, Wellen,
- 4. 42CrMo4 Werkstücke: Einspritzsysteme).
Die Zeiten zum Einschleusen und Abschrecken dauerten in allen Fällen
jeweils 5 Minuten. Die Zeiten für die Rückgewinnung des Abschreckgases
betrug jeweils zwischen 11 und 18 Minuten und für den Transport jeweils
10 Minuten.
1
Kühlkammer
2
Charge
3
Tragstützen
4
Schleusenkammer
5
Horizontalführungen
6
Ventilschieber
7
Antrieb
8
Wärmetauscher
9
Anschluß
10
Anschluß
11
Vorkammer
12
Strömungsweg
13
Strömungsweg
14
Gebläse
14
a Gebläserad
14
b Antriebsmotor
14
c Ansaugöffnung
15
Gebläse
15
a Gebläserad
15
b Antriebsmotor
15
c Ansaugöffnung
16
Eintrittskrümmer
16
a Außenwand
16
b Außenwand
17
Eintrittkrümmer
18
Leiteinrichtungen
19
Austrittskrümmer
20
Austrittskrümmer
21
Leiteinrichtung
22
Kreislaufleitung
23
Kreislaufleitung
24
Druckkessel
25
Absperrventil
26
Stellglied
27
Einlaßstutzen
28
Rohrkrümmer
29
Mündung
30
Einlaßstutzen
31
Rohrstutzen
32
Mündung
A1 Drehachse
A2 Drehachse
A1 Drehachse
A2 Drehachse
Claims (21)
1. Verfahren zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken und Härten
von metallischen Werkstücken, insbesondere von Stählen, in einer
Kühlkammer (1) durch Umwälzen von Kühlgas im Kreislauf über die
Werkstücke und mindestens einen Wärmetauscher (8), dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens zwei zumindest im wesentlichen
parallele Kühlgasströme über die Werkstücke und den mindestens
einen Wärmetauscher (8) geleitet werden und daß das Kühlgas über
externe Kreislaufleitungen (22, 23) umgewälzt wird, in denen sich je
ein Gebläse (14, 15) befindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kühlgas aus mindestens einem Gas aus der Gruppe Stickstoff,
Helium und Wasserstoff oder aus einem Gemisch aus mindestens
zwei dieser Gase besteht.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kühlgas in der Kühlkammer (1) unter einem Druck von mindestens
0,5 MPa, vorzugsweise von mindesten 1,0 MPa, gehalten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Volumens
elemente des Kühlgases alternierend durch die Kreislaufleitungen
(22, 23) hindurchgeleitet werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man unter
Druck gespeichertes Kühlgas beim Fluten der Kühlkammer (1)
gerichtet gegen mindestens eines der Gebläse (14, 15) strömen läßt,
um dessen Drehzahl zu beschleunigen.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man das
Kühlgas koaxial gegen die Ansaugseite des Gebläses (14, 15)
richtet.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß man das
Kühlgas im wesentlichen tangential in Drehrichtung gegen den
Außenumfang des Gebläses (14, 15) richtet.
8. Vorrichtung zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken und
Härten von metallischen Werkstücken, insbesondere von Stählen, in
einer Kühlkammer (1) durch Umwälzen von Kühlgas im Kreislauf über
die Werkstücke und mindestens einen Wärmetauscher (8), dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens zwei externe Kreislaufleitungen
(22, 23) mit je einem Gebläse (14, 15) vorgesehen sind, durch die
mindestens zwei zumindest im wesentlichen parallele Kühlgasströme
über die Werkstücke und den mindestens einen Wärmetauscher (8)
leitbar sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Gebläse (14, 15) als Radialgebläse ausgeführt und mit senkrechten
Drehachsen (A1, A2) mit ihren Ansaugöffnungen (14c, 15c) auf den
oberen Enden der externen Kreislaufleitungen (22, 23) angeordnet
sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Gebläse (14, 15) über abwärts gerichtete Eintrittskrümmer (16, 17)
mit der Oberseite der Kühlkammer (1) verbunden sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, daß die
Eintrittskrümmer (16, 17) Rechteckquerschnitte aufweisen und
unmittelbar nebeneinander in die Kühlkammer (1) einmünden.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
Eintrittskrümmer (16, 17) mit Leiteinrichtungen (18) versehen sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die
gebogenen Wände (16a, 16b) der Eintrittskrümmer (16, 17) und die
Leiteinrichtungen (18) konzentrisch ausgebildet und angeordnet
sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Unterseite der Kühlkammer (1) mit entgegengesetzt seitwärts
gerichteten Austrittskrümmern (19, 20) verbunden ist, die Teile der
Kreislaufleitungen (22, 23) sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die
Austrittskrümmer (19, 20) Rechteckquerschnitte aufweisen und
unmittelbar nebeneinander mit der Kühlkammer (1) verbunden sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß, die
Austrittskrümmer (19, 20) mit Leiteinrichtungen (21) versehen sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Austrittsquerschnitte der Eintrittskrümmer (16, 17) und die Eintritts
querschnitte der Austrittskrümmer (19, 20) derart seitlich versetzt
angeordnet sind, daß jedes Volumenselement des Kühlgases die
Kreislaufleitungen (22, 23) alternierend durchströmt.
18. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
mindestens eine Wärmetauscher (8) im unteren Bereich der Kühl
kammer (1) und oberhalb der Eintrittsöffnungen der Austritts
krümmer (19, 20) angeordnet ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man
mindestens einem der Gebläse (14, 15) eine Mündung (29, 32)
zuordnet, mittels welcher unter Druck gespeichertes Kühlgas beim
Fluten der Kühlkammer (1) gegen mindestens eines der Gebläse
(14, 15) führbar ist, um dessen Drehzahl zu beschleunigen.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die
Mündung (29) koaxial auf die Ansaugseite des Gebläses (14, 15)
ausgerichtet ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die
Mündung (32) im wesentlichen tangential in Drehrichtung auf den
Außenumfang des Gebläses (14, 15) ausgerichtet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000138782 DE10038782C1 (de) | 2000-08-09 | 2000-08-09 | Verfahren und Vorrichtung zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken und Härten von metallischen Werkstücken |
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|---|---|---|---|
| DE2000138782 DE10038782C1 (de) | 2000-08-09 | 2000-08-09 | Verfahren und Vorrichtung zum Abkühlen, insbesondere zum Abschrecken und Härten von metallischen Werkstücken |
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ID=7651798
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10038782C1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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2000
- 2000-08-09 DE DE2000138782 patent/DE10038782C1/de not_active Expired - Fee Related
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