DE10036307A1 - Vorrichtung zur Ausnutzung der kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit zur Stromerzeugung - Google Patents
Vorrichtung zur Ausnutzung der kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit zur StromerzeugungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Unterwasserkraftwerk zur Umwandlung der kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit in elektrischen Strom. DOLLAR A Zur Vermeidung der Nachteile der gattungsgemäßen Lösungen, insbesondere zur Erhöhung des Wirkungsgrades der Ausnutzung der kinetischen Energie der strömenden Flüssigkeit, wird erfindungsgemäß ein Unterwasserkraftwerk vorgeschlagen, bestehend aus einem Generator, der zusammen mit einem Getriebe wasserdicht in einem Gehäuse untergebracht ist, einer zumindest annähernd horizontal aus dem Gehäuse ragenden Getriebewelle sowie einem axial angeströmten Turbinenrad, das ein Drehmoment auf die Getriebewelle überträgt, das sich dadurch auszeichnet, dass das Turbinenrad konzentrisch innerhalb eines axial offenen Mantelgehäuses angeordnet ist, welches Gehäuse zumindest überwiegend eine konkav gekrümmte Innenmantellinie mit einer in Strömungsrichtung sich verengenden Einlaufpartie stromauf des Turbinenrads und einer sich diffusorartig erweiternden Auslaufpartie stromab des Turbinenrads aufweist, wobei der Mantel des sich diffusorartig erweiternden Gehäuseabschnitts von zumindest einem konzentrischen Ringspalt durchbrochen ist und der Austrittsquerschnitt des Gehäuses dessen Eintrittsquerschnitt übersteigt.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Umwandlung der kinetischen Energie einer
strömenden Flüssigkeit in elektrischen Strom. Insbesondere bezieht sich die Erfin
dung auf eine Vorrichtung zur Energiegewinnung aus Unterwasserströmungen, wie
sie in den Meeren, in Meerengen und Fjorden, vorzugsweise solchen mit hoher Ge
zeitenströmung, aber auch in grossen langsam fliessenden Flüssen mit Strömungs
geschwindigkeiten ab 1,5 m/s, anzutreffen sind.
Meeresströmungen bilden sich hauptsächlich aufgrund von Erdrotations- und Gravi
tationskräften sowie Temperatur- und Konzentrationspotentialen heraus, die in
mächtigen interkontinentalen Strömen nach dem Prinzip der kommunizierenden
Röhren die Weltmeere durchziehen. Allein die wohl bekannteste Meeresströmung -
der Golfstrom - transportiert Wassermassen von mehr als 108 m3/s mit Geschwin
digkeiten von teilweise über 2 m/s.
In küstennahen Bereichen sind insbesondere die Auswirkungen des Einflusses der
Gravitationskräfte von Sonne und Mond auf die Meere in Form der Gezeiten zu spü
ren, die regional unterschiedlich erhebliche Wassermassen auf die Küste zu- und
von ihr wegfördern.
Diese enormen Ressourcen zur regenerativen Energiegewinnung werden bislang nur
in einem sehr geringen Umfang genutzt.
Sie beschränkt sich im wesentlichen auf die Ausnutzung der Tidewasserkraft in Ge
zeitenkraftwerken an Küsten mit starken Gezeiten.
Diese Kraftwerke beruhen im wesentlichen darauf, dass die bei Flut auflaufenden
Wassermassen in ein Staubecken geleitet und dort zurückgehalten werden, um an
schliessend bei fallendem Wasserstand bis zum Eintritt der Ebbe arbeitsleistend
über Turbinen wieder abgelassen zu werden. Nach der einfachsten Bauart ist das
Becken eine abgeriegelte Bucht oder eine Flussmündung.
Ein Nachteil dieser Betriebsweise ist die stark schwankende, vom zeitlichen Verlauf
der Tide abhängige Leistung. Dieser Nachteil wird etwas gemildert durch doppelt
wirkende Kraftwerke, die sowohl die einströmenden als auch die ausströmenden
Wassermassen zur Energiegewinnung ausnutzen.
Der gravierende Nachteil der Gezeitenkraftwerke sind jedoch deren hohe Investiti
ons- und Betriebskosten für zu errichtende Dämme und Stauwerke. Darüber hinaus
gehen mit einigen dieser Projekte vielfältige Eingriffe in die Natur einher, so dass
eine Reihe an sich geeigneter Küstenlandschaften aus Gründen des Naturschutzes
von vornherein als Standort ausscheidet.
Des weiteren sind aus überwiegend theoretischen Untersuchungen Unterwasser
kraftwerke zur Energiegewinnung aus Meeresströmungen bekannt. Derartige Kraft
werke, die keinerlei Dämme oder kanalisierender Massnahmen bedürfen, umfassen
im wesentlichen eine Einrichtung zur Umwandlung der Strömungsenergie in eine
Rotationsbewegung und einen daran gekoppelten Generator, um aus der Rotations
bewegung Strom zu erzeugen. Das Energieumwandlungsaggragat ist in geeigneter
Weise mit einem ortsfesten Träger, beispielsweise einem Fundament oder einem am
Meeresgrund verankerten Gestell, verbunden.
Auf Grundlage der Daten existierender Meeresströmungen gehen Studien allein für
Europa von einem technischen Potential für Unterwasserkraftwerke von mindestens
12 GW aus.
Im Vergleich zu Gezeitenkraftwerken haben Unterwasserkraftwerke eine Reihe von
Vorteilen. Sie erfordern geringere Investitionskosten, ihre Leistung unterliegt weit
weniger starken Schwankungen und schädliche Auswirkungen auf natürliche ökolo
gische Systeme sind kaum zu erwarten.
Unter dem Titel "Underwater turbine operated by ocean currents" ist in US 4026587
ein solches Unterwasserkraftwerk beschrieben. An der Spitze eines am Meeres
grund verankerten turmartigen Trägers ruht auf einem Drehkranz ähnlich einer
Windkraftanlage ein um die vertikale Achse frei bewegliches Gehäuse, in dessen
Inneren ein Generator angeordnet ist. Auf der annähernd horizontal aus dem Ge
häuse ragenden Generatorwelle sitzt ein Turbinenrad mit verstellbaren Blättern. Die
Meeresströmung versetzt das Rad in eine Rotationsbewegung, die über ein Getriebe
auf den Generator übertragen wird. Der erzeugte Strom wird über Grundkabel in eine
ufernahe Station an Land übertragen, die die notwendigen peripheren Einrichtungen
beherbergt.
Mit einer einfachen Propelleranordnung ähnlich einer Windkraftanlage, wie in dieser
Patentschrift wiedergegeben, gelingt es nicht, die kinetische Energie langsamer
Meersströmungen mit einem befriedigenden Wirkungsgrad umzusetzen.
In Greenpeace-Magazin 6/98 wird von einem Pilotprojekt eines Unterwasserkraft
werks im küstennahen Bereich berichtet. Eine Anlage mit einem Raddurchmesser
von knapp 20 Metern soll 300 kW Strom erzeugen soll. Auch dieses Projekt sieht ein
axial angeströmtes Turbinenrad vor, wie es an sich von Windkraftanlagen her be
kannt ist.
Ein im Zusammenhang mit der Ausnutzung der Meeresströmungen zu lösendes
technisches Problem stellen die relativ geringen Strömungsgeschwindigkeiten dar,
die besonderer Turbinenausführungen bedürfen.
Trotz teilweise aufwendiger konstruktiver Massnahmen zugunsten eines möglichst
hohen Ausnutzungsgrades der kinetischen Energie der Strömung ist der Wirkungs
grad dieser Kraftwerke noch zu gering, um eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu
konventionellen Verfahren der Stromerzeugung darstellen zu können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Umwandlung der
kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit in elektrischen Strom bereitzustel
len, die mit einem vergleichsweise geringen apparativen Aufwand einen wartungs
armen Betrieb ermöglicht und sich durch einen hohen Wirkungsgrad auszeichnet.
Erfindungsgemäss wird die Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung der in Anspruch 1
genannten Art.
Vorteilhafte Ausführungsformen geben die Unteransprüche wieder.
Der Vorteil eines hohen Wirkungsgrads bei einer Vorrichtung zur Umwandlung der
kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit, insbesondere einer Meeresströ
mung, in elektrische Energie, bestehend aus einem Generator, der zusammen mit
einem Getriebe wasserdicht in einem Gehäuse untergebracht ist, einer zumindest
annähernd horizontal aus dem Gehäuse ragenden Getriebewelle sowie einem axial
angeströmten Turbinenrad, das ein Drehmoment auf die Getriebewelle überträgt,
wird dadurch erreicht, dass das Turbinenrad konzentrisch innerhalb eines axial offe
nen Mantelgehäuses angeordnet ist, welches Gehäuse zumindest überwiegend eine
konkav gekrümmte Innenmantellinie mit einer in Strömungsrichtung sich verengen
den Einlaufpartie stromauf des Turbinenrads und einer sich diffusorartig erweitern
den Auslaufpartie stromab des Turbinenrads aufweist, wobei der Mantel des sich
diffusorartig erweiternden Gehäuseabschnitts von zumindest einem konzentrischen
Ringspalt durchbrochen ist, und der Austrittsquerschnitt des Gehäuses dessen Ein
trittsquerschnitt übersteigt.
Nach einer günstigen Ausführungsform der Erfindung ist das Turbinenrad innerhalb
eines zumindest annähernd zylindrischen Abschnitts des offenen Mantelgehäuses
angeordnet
In zweckmässiger Ausgestaltung der Erfindung übersteigt der Austrittsquerschnitt
den Eintrittsquerschnitt um den Faktor 1,2 bis 2,5, vorzugsweise 1,5 bis 2,0.
Nach einer alternativen Ausführungsform weist der sich erweiternde Gehäuseab
schnitt anstelle einer konkav verlaufenden Innenmantellinie konisch ausgerundete
Abschnitte mit in Strömungsrichtung steigendem Öffnungswinkel auf.
Zweckmässigerweise beträgt die Länge des sich erweiternden Abschnitts ein Mehr
faches, vorzugsweise das 2- bis 4-fache, der Länge des zylindrischen Abschnitts.
In vorteilhafter Ergänzung ist die Länge des Mantelgehäuses auf das 0,8-fache des
Turbinenraddurchmessers festgelegt.
Durch die stetige Querschnittsverengung der Eintrittspartie des Mantelgehäuses wird
die Strömung bis zum Turbinenrad zunehmend beschleunigt. Das im engsten Ge
häusequerschnitt angeordnete Turbinenrad wird damit von einer Strömung mit er
höhter Geschwindigkeit beaufschlagt. In dem sich anschliessenden diffusorartig er
weiternden Bereich erfolgt die verlustarme Verzögerung der Strömung. Durch den
mindestens einen Ringspalt tritt das Mantelgehäuse aussen umströmendes schnelle
res Wasser in den Diffusor ein und bildet im Zusammenwirken mit der gekrümmten
Mantellinie unter Vermeidung der Grenzschichtablösung und Wirbelbildung eine be
schleunigte Randströmung aus, die die Diffusorströmung verstärkt nach aussen zieht
und so den nachgeschalteten Strömungswiderstand verringert.
Eine im Vergleich zu den Lösungen des Standes der Technik signifikant erhöhte
Ausnutzung der kinetischen Energie der anströmenden Flüssigkeit ist die Folge.
Gegenüber den bekannten Turbinenausführungen des Standes der Technik werden
Wirkungsgradverbesserungen auf das 1,5- bis 2,5-fache erreicht. Dies erhöht die
Wirtschaftlichkeit und gestattet es darüber hinaus, vergleichbare Leistungen mit ge
ringerem Turbinendurchmesser zu erreichen.
Aufgrund dieser vorteilhaften Wirkungen eignet sich diese Vorrichtung damit in vor
teilhafter Weise als Modul zur Errichtung eines Unterwasserkraftwerks von hoher
Wirtschaftlichkeit.
Ein entsprechendes Kraftwerk kann dabei auf einem oder einer Mehrzahl der erfin
dungsgemässen Vorrichtungen basieren.
Im einfachsten Falle eines Unterwasserkraftwerks ist die erfindungsgemässe Vor
richtung, zur Anpassung an die Strömungsrichtung eine Schwenkbewegung um die
vertikale Achse zulassend, auf einem Gründungskörper, beispielsweise einem Fun
dament oder einem Mast, fixiert.
Alternativ kann ein oder eine Mehrzahl der erfindungsgemässen Energieumwand
lungsmodule in ein beispielsweise mastartiges Traggerüst integriert sein.
Dieses Traggerüst kann alternativ entweder an einem Gründungskörper auf dem
Meeresgrund fixiert sein oder - nach einem ergänzenden Vorschlag der Anmelderin
und Gegenstand einer korrespondierenden Anmeldung - durch Auftriebskörper und
am Grund des Gewässers verankerte Zugseile schwebend in der Strömung gehalten
werden.
Die nach der Erfindung ausgeführten Unterwasserkraftwerke bieten gegenüber den
Lösungen des Standes der Technik zahlreiche Vorteile.
Das Mantelgehäuse bildet einen Strömungskanal mit annähernd homogenen Strö
mungsverhältnissen aus. Diese vergleichmässigte Strömung hat geringere Wechsel
biegungs- und Torsionsbeanspruchungen der Blätter und der Wellenlagerung des
Turbinenrads zur Folge. In Verbindung mit der Beschleunigung, die die Strömung im
Strömungskanal erfährt, erreicht die Turbine einen gleichmässigeren Lauf bei grö
sserem Moment und höherer Drehzahl. Daraus resultieren gegenüber dem bekann
ten Stand der Technik bei vergleichbarer Leistung Anlagen mit geringeren Abmes
sungen bzw. bei vergleichbaren Abmessungen eine um den Faktor 2 bis 2,5 höhere
Leistungsabgabe. Dies erhöht die Attraktivität dieser Kraftwerksgattung und er
schliesst ihr weitere Einsatzgebiete, sowohl im Hinblick auf das Spektrum wirtschaft
lich nutzbarer Strömungsgeschwindigkeiten als auch hinsichtlich der geografischen
Voraussetzungen.
Die äussere Form des Mantelgehäuses bedingt zwangsläufig eine Ausrichtung der
Turbine in Strömungsrichtung. Zu diesem Zweck ist lediglich dafür Sorge zu tragen,
dass das eine Rotationsbewegung um die Vertikale zulassende Drehlager sich an
nähernd lotrecht im Masseschwerpunkt der Anlage und vor dem Angriffspunkt der
Staukräfte befindet. Diese Massnahmen gewährleisten eine selbsttätige Ausrichtung
des Kraftwerks nach den jeweils herrschenden Strömungsrichtungen in stabilem
Gleichgewicht. Dies erspart aufwendige zusätzliche Massnahmen, um die Turbine in
der Strömung zu halten.
Nicht zuletzt sind auch die Aufwendungen für Schutzmassnahmen, wie Schutzgitter
um das Turbinenrad, geringer.
Ausgehend von den genannten Vorteilen bieten sich solche Anlagen als variable,
lautlose und umweltfreundliche Alternative zur Stromerzeugung mittels dieselelektri
scher Aggregate in weit abgelegenen Küstenorten oder dünn besiedelten Küstenre
gionen, aber auch auf Bohrinseln oder Baustellen in Meeresnähe an. Mit der zuneh
menden Verknappung fossiler Energieträger werden sie langfristig auch als Einspei
ser in die Netze von Interesse sein.
Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung sind der nachfolgenden Erläute
rung mehrerer Ausführungsformen anhand der Zeichnungen zu entnehmen. Es sind
nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Merkmale wiedergegeben.
Gleiche oder einander entsprechende Elemente figurieren unter demselben Bezugs
zeichen.
Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Unterwasserkraftwerk nach der Erfindung
Fig. 2 Längsschnitt durch ein Mantelgehäuse
Fig. 3 Vorderansicht der Vorrichtung gem. Fig. 1 in Strömungsrichtung
Fig. 4 Leistungsvergleich zwischen einer Vorrichtung gemäss der Erfindung und ei
ner solchen nach dem Stand der Technik
Fig. 1 zeigt in schematischer Weise die wesentlichen Elemente der erfindungsgemä
ssen Vorrichtung zur Umwandlung der kinetischen Energie einer Meeresströmung in
elektrischen Strom, bestehend aus einem wasserdichten Gehäuse (3), in dem ein
Generator zusammen mit einem Getriebe untergebracht ist, einer im wesentlichen
horizontal, parallel zur Strömungsrichtung aus dem Gehäuse (3) ragenden Getrie
bewelle und einem axial angeströmten Turbinenrad (2), das ein Drehmoment auf die
Getriebewelle überträgt.
Ein axial offenes Mantelgehäuse (4) mit einer zumindest überwiegend konkav ver
laufenden Innenkontur (6) umschliesst konzentrisch das Turbinenrad (2). Dabei ist
der Austrittsquerschnitt (8) erheblich grösser als der Eintrittsquerschnitt (7). Vor
zugsweise ist er etwa doppelt so gross.
Nach einer in Fig. 2 dargestellten, insbesondere fertigungstechnisch günstigen Aus
führungsform weist das Mantelgehäuse (4) in seiner geometrischen Struktur im we
sentlichen drei deutlich voneinander zu unterscheidende Bereiche auf, einen ersten
sich verengenden Eintrittsabschnitt (4.1), einen zumindest annähernd zylindrischen
zweiten Abschnitt (4.2) und einen dritten sich diffusorartig erweiternden Abschnitt
(4.3). Der sich erweiternde Gehäuseabschnitt (4.3) ist mit einem oder mehreren
Ringspalten (5) ausgerüstet, durch die das Mantelgehäuse (4) aussen umströmen
des Wasser in den vom Gehäuse (4) umschlossenen Strömungskanal (15) ein
strömt. Die sich verengende Einlasspartie (4.1) weist eine konisch ausgerundete
oder konkav gekrümmte Mantellinie (6) auf, die in einen zylindrischen Abschnitt (4.2)
übergeht. In diesem Bereich des engsten Strömungsquerschnitts ist das umlaufende
Turbinenrad (2) angeordnet. Die mit der Verengung einhergehende Querschnittsre
duzierung um 20%-30% bewirkt nach dem Kontinuitätsgesetz eine dementspre
chende Erhöhung der Durchtrittsgeschwindigkeit der Strömung, die aufgrund des
höheren Druckverlusts gegenüber der ungestörten Meeresströmung zu etwa 70% -
75% realisiert wird. Aus praktischen Versuchen wurde beispielsweise eine Be
schleunigung der Wasserströmung von 2,2 m/s auf 3,1 m/s vor dem Turbinenrad (2)
festgestellt.
In dem stromab des Turbinenrades (2) sich erweiternden Abschnitt des Strömungs
kanals (15) erfolgt die verlustarme Verzögerung der Strömung.
Gegenüber dem an sich bekannten Diffusor zeichnet sich der erfindungsgemässe
Gehäuseauslauf 4.3 durch ein weit grösseres Öffnungsverhältnis und eine konkave
Innenkontur (6) oder eine stufenweise konische Innenkontur (6) mit steigendem Öff
nungswinkel aus.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der sich erweiternde Gehäuseabschnitt
(4.3) mit drei Ringspalten (5.1), (5.2) und (5.3) ausgerüstet, angeordnet in den Berei
chen mit einer Querschnittsfläche von 110%, 135% und 170% gegenüber der Fläche
des zylindrischen Abschnitts (4.2). Die Breite der Ringspalte (5) ist so konzipiert,
dass sie den Strömungsquerschnitt jeweils um etwa 3%-4% erweitern.
Die Öffnungswinkel steigen von 20°-25° vor dem ersten, 30-35° vor dem zweiten und
55°-60° vor dem dritten Spalt auf bis zu 130° am Gehäuseaustritt (8).
Das Mantelgehäuse (4) ist vorzugsweise mehrteilig ausgebildet, wobei eine schmale
strömungsgünstige Formgebung den Strömungswiderstand niedrig hält. Es umfasst
ein erstes zentrales Gehäusesegment (9), das über strömungsgünstig ausgebildete
Rippen (14) mit dem Generatorgehäuse (3) starr verbunden ist und im wesentlichen
die Einlaufpartie (4.1), den vom Turbinenrad (2) beaufschlagten zylindrischen Be
reich (4.2) und die beginnende diffusorartige Erweiterung (4.3) bis hin zum ersten
Ringspalt (5.1) bildet, sowie in Abhängigkeit von der Anzahl der Ringspalte (5) eine
Reihe von ringförmigen Diffusorelementen (10), (11), (12) mit steigendem Querschnitt.
Der erste Ringspalt (5.1) wird realisiert, indem das ringförmige Diffusorelement (10),
dessen Innendurchmesser entsprechend der doppelten Spaltbreite den Aussen
durchmesser des zentralen Gehäusesegments (9) übersteigt, konzentrisch und
überlappend zum ersten Gehäusesegment (9) angeordnet wird. In analoger Weise
werden die folgenden Ringspalte (5.2) und (5.3) durch überlappende Anordnung der
Diffusorelemente (10), (11) und (11), (12) gebildet, wie dies Fig. 2 deutlich wieder
gibt. Die Diffusorelemente (10), (11), (12) sind mittels parallel zur Anlagenachse (16)
angeordneter Streben (13) untereinander oder mit dem zentralen Gehäuseteil (9)
verbunden. Die Innenflächen (6) dieser Diffusorelemente (10), (11), (12) sind konkav
oder konisch ausgerundet ausgebildet.
Durch die Ringspalte (5) strömt schnelleres, am Mantelgehäuse (4) aussen vor
beifliessendes Wasser in den sich erweiternden Strömungskanal (15) ein und lehnt
sich an den konkaven oder konisch ausgerundeten Innenmantel (6) der Diffusorele
mente (10), (11) und (12) an. Die aus der Beschleunigung der Randströmung resul
tierende Druckabsenkung bewirkt insgesamt einen radialen Druckgradienten mit der
Folge, dass die Strömung innerhalb des sich diffusorartig erweiternden Mantelge
häuses (4.3) nach aussen gezogen wird und auf diese Weise dem vergrösserten
Öffnungswinkel ohne Abriss folgen kann.
Die grundlegenden Grössenverhältnisse des Mantelgehäuses (4) gehorchen in etwa
den folgenden Beziehungen. Bezogen auf den Gehäusequerschnitt im Abschnitt
(4.2) mit dem umlaufenden Turbinenrad (2) beträgt der Einlassquerschnitt (4.1) an
der Gehäusevorderkante (7) etwa das 1,2- bis 1,3-fache und der Austrittsquerschnitt
(4.3) an der Gehäusehinterkante (8) etwa das 2- bis 2,5-fache dieses Querschnitts.
Die Gehäuselänge beträgt etwa das 0,8-fache des engsten Querschnitts, die Breite
der Ringspalte (5) etwa 3-4% dieses Wertes.
Eine für eine Strömungsgeschwindigkeit von 2 m/s und eine Leistungsabgabe von
500 kW ausgelegte Vorrichtung gemäss der Erfindung kann beispielsweise folgen
dermassen dimensioniert sein:
Durchmesser des Turbinenrades: 11,0 m
Gehäusedurchmesser am Eintritt: 12,7 m
Gehäusedurchmesser am Austritt: 16,6 m
Länge des Mantelgehäuses: 8,8 m
Anzahl der Ringspalte: 3
Ringspaltbreite: 15 cm
Durchmesser des Turbinenrades: 11,0 m
Gehäusedurchmesser am Eintritt: 12,7 m
Gehäusedurchmesser am Austritt: 16,6 m
Länge des Mantelgehäuses: 8,8 m
Anzahl der Ringspalte: 3
Ringspaltbreite: 15 cm
Vorzugsweise wird das Turbinenrad (2) mit drei bis fünf Blättern ausgeführt. Dies
gewährleistet, dass der Läufer schon bei der relativ niedrigen Strömungsgeschwin
digkeit von weniger als 1,5 m/s in Drehung versetzt wird und eine relativ niedrige
Durchgangszahl besitzt.
Über vorzugsweise zwei strömungsgünstig ausgeführte Rippen (14) sind Generator
gehäuse (3) und Mantelgehäuse (4) starr miteinander verbunden.
Sämtliche Versorgungskabel zum und vom Generatorgehäuse (3), wie Versor
gungsleitungen für Mess-Steuer- und Regeleinrichtungen sowie die Generatorablei
tung sind durch eine der Rippen (14) in das Mantelgehäuse (4) geführt, um an ge
eigneter Stelle aus dem Gehäuse (4) auszutreten und in einem oder mehreren
Strängen (17) zunächst zum Grund hinabgeführt und von dort als Grundkabel bis zu
einer stationären oder mobilen die Schaltungstechnik, Umrichtereinheit und Netzein
speisungseinrichtung aufnehmenden Station an Land geführt.
Die Umrichtereinheit dient der Erhöhung der Flexibilität der Anlage. Sie ermöglicht
es, einen grossen Bereich unterschiedlicher Strömungsgeschwindigkeiten zur
Stromerzeugung nutzen zu können. Zwangsstillsetzungen der Anlage bei einen Ma
ximalwert übersteigender Strömungsgeschwindigkeit, wie bei Windkraftanlagen üb
lich, sind damit nicht erforderlich.
Mantelgehäuse (4) ist bis zu Turbinenraddurchmessern von etwa sieben Metern
einteilig ausgeführt, darüber herstellungs- und transportbedingt vorzugsweise zwei
teilig. In letzterem Falle treffen die Halbschalen vorzugsweise im Bereich der beiden
Rippen (14) aufeinander und sind dort in geeigneter Weise unter Einschaltung dieser
Rippen (14) miteinander verbunden.
Die Wellenabdichtung am Gehäuse (3) für die Generator-/Getriebeeinheit ist als
wartungsarme Fettkammerdichtung mit automatischer Nachschmierung bzw. als
Schleifringdichtung ausgeführt.
Zur Verhinderung von Beschädigungen der Anlagenbauteile, insbesondere des Tur
binenrads (2) durch Treibgut, aber auch als Unfallschutz für grössere Lebewesen ist
der Strömungskanal (15) einlassseitig durch ein Schutzgitter (19) abgesperrt. Das
Schutzgitter (19) ist dabei so gestaltet, dass die Wasserströmung nicht beeinträchtigt
wird und auftreffendes Gut nach aussen abgleitet und damit nicht den Einlass bloc
kieren kann. Die in Fig. 1 dargestellte Ausführungsform zeigt ein sich kegelförmig
öffnendes Gitter (19) vor dem Gehäuseeinlass (7).
Fig. 4 gibt einen Vergleich der Leistungsabgabe eines erfindungsgemäss ausgerü
steten Unterwasserkraftwerks mit einem solchen nach dem Stand der Technik, also
ohne Mantelgehäuse, wieder.
Die Werte basieren auf dem Vergleich von Anlagen mit einem Turbinenraddurch
messer von etwa 20 m. In dem Diagramm ist die Leistungsabgabe [kW] in Abhän
gigkeit von der Strömungsgeschwindigkeit [m/s] wiedergegeben.
Der strichliert dargestellt Kurvenverlauf gibt die Verhältnisse bei einer konventionel
len Turbine ohne Mantelgehäuse wieder, die durchgehende Kurve die Verhältnisse
bei einer erfindungsgemäss ausgestatteten Turbine.
Aus dem Diagrammm ist der durch die Erfindung erzielte erhebliche Leistungssteige
rungsfaktor um das 2 bis 2,5-fache gegenüber einem Turbinenrad ohne erfindungs
gemässes Mantelgehäuse zu erkennen.
1
Energieumwandlungsmodul
2
Turbinenrad
3
Gehäuse mit Generator/Getriebeeinheit
4
Mantelgehäuse
4.1
Einlaufpartie
4.2
zylindrischer Abschnitt
4.3
diffusorartiger Abschnitt
5
Ringspalt
5.1
erster Ringspalt
5.2
zweiter Ringspalt
5.3
dritter Ringspalt
6
Innenmantel
7
Gehäuseeintritt
8
Gehäuseaustritt
9
zentrales Gehäusesegment
10
Diffusorsegment
11
Diffusorsegment
12
Diffusorsegment
13
Streben
14
Rippen
15
Strömungskanal
16
Längsachse
17
Kabelstrang
18
Wasseroberfläche
19
Schutzgitter
Claims (19)
1. Vorrichtung zur Umwandlung der kinetischen Energie einer strömenden Flüssig
keit, insbesondere einer Meeresströmung, in elektrische Energie, umfassend ei
nen Generator, der zusammen mit einem Getriebe wasserdicht in einem Gehäu
se (3) untergebracht ist, eine im wesentlichen horizontal aus dem Gehäuse (3)
ragende Getriebewelle sowie ein axial angeströmtes Turbinenrad (2), das ein
Drehmoment auf die Getriebewelle überträgt, dadurch gekennzeichnet, dass das
Turbinenrad (2) konzentrisch innerhalb eines axial offenen Mantelgehäuses (4)
angeordnet ist, welches Mantelgehäuse (4) zumindest überwiegend eine konkav
gekrümmte Innenmantellinie (6) mit einer in Strömungsrichtung sich verengenden
Einlaufpartie (4.1) stromauf des Turbinenrads (2) und einem sich diffusorartig er
weiternden Abschnitt (4.3) stromab des Turbinenrads (2) aufweist, und das
Mantelgehäuse (4) in dem sich erweiternden Abschnitt (4.3) von mindestens ei
nem konzentrischen Ringspalt (5) durchbrochen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mantelgehäuse
(4) in Strömungsrichtung eine sich verengende Einlaufpartie (4.1), einen zumin
dest annähernd zylindrischen Abschnitt (4.2) mit dem umlaufenden Turbinenrad
(2) und einen sich diffusorartig erweiternden Abschnitt (4.3) aufweist,
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Austrittsquer
schnitt des Mantelgehäuses (4) den Eintrittsquerschnitt um den Faktor 1,2 bis
2,5, vorzugsweise 1,5 bis 2,0 übersteigt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der sich erweitern
de Gehäuseabschnitt (4.3) eine konkav gekrümmte Innenmantellinie (6) aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Krümmungsra
dius in Strömungsrichtung zunimmt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der sich erweitern
de Gehäuseabschnitt (4.3) konisch ausgerundete Abschnitte mit in Strömungs
richtung steigendem Öffnungswinkel aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des
Mantelgehäuses (4) dem 0,8-fachen des Turbinenraddurchmessers (2) ent
spricht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des sich
erweiternden Abschnitts (4.3) ein Mehrfaches, vorzugsweise das 2- bis 4-fache
der Länge der sich verengenden Einlaufpartie (4.1) beträgt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungswinkel
am Eintritt (7) des Mantelgehäuses (4) 90° bis 120° beträgt.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungswinkel
105° beträgt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Mantelgehäuse
(4) drei Ringspalte (5.1), (5.2), (5.3) aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Ring
spalte (5) jeweils eine Erweiterung des Strömungsquerschnitts um 3-4%, vor
zugsweise 3,5%, erfolgt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Erweiterungs
winkel des Mantelgehäuses (4) vor dem ersten Ringspalt 22°, vor dem zweiten
Ringspalt 34°, vor dem dritten Ringspalt 56° und an der Austrittskante (8) 130°
beträgt.
14. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mantelgehäuse
(4) mehrteilig ausgebildet ist, umfassend ein erstes zentrales Gehäusesegment
(9), das über strömungsgünstig ausgebildete Rippen (14) mit dem Generatorge
häuse (3) starr verbunden ist und im wesentlichen die Einlaufpartie (4.1), den
vom Turbinenrad (2) beaufschlagten zylindrischen Abschnitt (4.2) und die begin
nende diffusorartige Erweiterung (4.3) bis hin zum ersten Ringspalt (5.1) auf
nimmt, sowie in Abhängigkeit von der Anzahl der Ringspalte (5) eine Reihe von
ringförmigen Diffusorelementen (10), (11), (12) mit steigendem Querschnitt, wobei
der Innendurchmesser am Einlass jedes Diffusorelements (10), (11) oder (12)
dem Aussendurchmesser am Auslass des vorgelagerten Gehäussegements (9)
oder Diffusorlements (10) oder (11) plus der doppelten Spaltbreite des einge
schlossenen Ringspalts (5) entspricht und diese Gehäusesegmente (9), (10), (11)
und (12) mit steigendem Querschnitt jeweils zueinander konzentrisch und sich
überlappend angeordnet werden.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenflächen
(6) dieser Diffusorelemente (10), (11), (12) konkav oder konisch ausgerundet aus
gebildet sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die
Ringspalte (5) getrennten Gehäusesegmente (9), (10), (11) und (12) mittels paral
lel zur Anlagenachse (16) angeordneter strömungsgünstig gestalteter Streben
(13) verbunden sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Generatorgehäuse
(3) und Mantelgehäuse (4) über mindestens zwei strömungsgünstig geformte
Tragrippen (14) starr miteinander verbunden sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Rippen
(14) die Versorgungsleitungen und die Generatorableitung geführt sind.
19. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Turbinenrad (2)
drei bis fünf Blätter aufweist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE10036307A DE10036307A1 (de) | 2000-07-26 | 2000-07-26 | Vorrichtung zur Ausnutzung der kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit zur Stromerzeugung |
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| DE10036307A DE10036307A1 (de) | 2000-07-26 | 2000-07-26 | Vorrichtung zur Ausnutzung der kinetischen Energie einer strömenden Flüssigkeit zur Stromerzeugung |
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ID=7650222
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