DE10033631A1 - Vorrichtung zur Entnahme eines Quarzglastiegels aus einer Schmelzform - Google Patents
Vorrichtung zur Entnahme eines Quarzglastiegels aus einer SchmelzformInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (13), mit der ein Quarzglastiegel (2) aus einer Schmelzform (3) entnommen werden kann. Hierzu hat die Vorrichtung (13) einen am Umfang einer Wandung (5) des Quarzglastiegels (2) umlaufend anliegenden Auflagekörper (15), der ein Volumen (V) im Inneren des Quarzglastiegels (2) gasdicht einschließt. Durch eine nachfolgende Evakuierung des eingeschlossenen Volumens (V) entsteht der erforderliche Kraftschluß für die aufzubringende Hubkraft, wobei ein Anschlag (18) der Vorrichtung (13) gegen den Glastiegel (2) anliegt und so das Hineingleiten der Vorrichtung (13) in das Innere des Glastiegels (2) verhindert. Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung (13) ist es möglich, den Auflagekörper (15) ausschließlich oberhalb einer Schnitthöhe (10) zu positionieren und so Beeinträchtigungen der Oberflächengüte durch den kraftschlüssig anliegenden Auflagekörper (15) der Vorrichtung (13) unterhalb der Schnitthöhe (10) zuverlässig auszuschließen.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entnahme eines Quarzglastiegels aus
einer Schmelzform mit einem gegen eine Wandung des Quarzglastiegels kraft
schlüssig fixierbaren, flexiblen Auflagekörper.
Eine solche Vorrichtung, deren Auflagekörper mit einem Saugteller versehen ist, um
so einen ausreichenden Kraftschluß zu erreichen, wird in der Praxis vielfach zum
Herausheben von Quarzglastiegeln aus der Schmelzform verwendet und zählt somit
zum Stand der Technik. Ein mit einem oder auch mehreren Saugtellern ausgestat
teter Auflagekörper stellt in der Praxis häufig die einzige praktikable Möglichkeit dar,
die zum Herausheben des Quarzglastiegels aus der Schmelzform erforderliche
Hubkraft aufzubringen, da die im wesentlichen glatte Oberfläche der Wandung
weder Angriffspunkte für ein formschlüssig fixierbares Hubmittel bietet, noch manu
elles Herausheben des Quarzglastiegels gestattet. Der hierzu beispielsweise als
Teller ausgestaltete Saugkörper wird hierzu auf einem im wesentlichen ebenen Bo
den des Tiegels aufgesetzt und anschließend das von dem Saugteller und dem Bo
den eingeschlossene Volumen evakuiert. Je nach Größe und Gewicht des Quarz
glastiegels kommen hierbei bis zu 6 der Saugteller zum Einsatz.
Als nachteilig hat sich bei dem beschriebenen Stand der Technik herausgestellt,
daß der zum Herausheben des Quarzglastiegels erforderliche Anpressdruck für
einen zuverlässigen Kraftschluß in der Praxis zugleich auch mit einer unvermeidli
chen Beeinträchtigung der Oberflächengüte im Bereich des Auflagekörpers verbun
den ist. So sind neben Verschmutzungen durch Abrieb auch Kratzer an der
Innenoberfläche des Tiegels nachweisbar, die aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen
insbesondere an solche Quarzglastiegel, die als Ausgangsprodukt für die
Halbleiterfertigung dienen, zu unbrauchbaren Ergebnissen und damit zu Ausschuß
führen.
Zur Vermeidung des genannten Problems ist bereits daran gedacht worden, den
Auflagekörper in einen Randbereich oberhalb einer Schnittlinie des Glastiegels zu
positionieren. Dieser Randbereich wird dann in einem nachfolgenden Arbeitsschritt,
insbesondere zum Erreichen des Sollmaßes bzw. zur Vermeidung von unsauberen
Kanten, abgetrennt und ist somit für die Qualität des Glastiegels unerheblich. Als
problematisch hat sich dabei jedoch die ungünstige Wirkrichtung bei der Krafteinlei
tung des gegen die Wandung des Tiegels anliegenden Auflagekörpers erwiesen, die
dabei nicht senkrecht sondern im wesentlichen parallel zur Auflagefläche des Aufla
gekörpers erfolgt. Je nach der erforderlichen Hubkraft führt dies in der Praxis dazu,
daß die Saugteller an der Wandung abgleiten bzw. ausgehebelt werden. Erschwe
rend kommt hinzu, daß die Wandung, anders als der Boden des Quarzglastiegels,
bezüglich der Auflagefläche eine starke Wölbung aufweist, und der nötige Kraft
schluß dadurch zusätzlich erschwert wird.
Es sind zur Überwindung des Problems auch bereits Vorrichtungen bekannt, bei
denen die Schmelzform schwenkbar ist, um so den hinderlichen Einfluß der
Schwerkraft zu verringern oder auch durch Schwenken um 180° derart zu nutzen,
daß ein verminderter Kraftschluß für eine zuverlässige Entnahme ausreicht. Auf
diese Weise lassen sich Kratzspuren oder Verschmutzungen durch die Saugteller
erheblich verringern oder auch vollkommen vermeiden. Aufgrund des erheblichen
Aufwandes, der mit einer hierbei erforderlichen Schwenkeinrichtung verbunden ist,
scheidet diese Lösung zumindest bei bereits vorhandenen Vorrichtungen aus.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
zur Entnahme eines Glastiegels zu schaffen, durch die eine Beeinträchtigung der
Oberfläche in dem für die Qualität des Endproduktes entscheidenden Bereich un
terhalb einer vorbestimmten Schnitthöhe vermieden wird. Hierbei soll der erforderli
che Herstellungsaufwand gering gehalten werden, wobei insbesondere auf eine
schwenkbare Schmelzform verzichtet werden kann.
Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Patent
anspruchs 1. Die Unteransprüche betreffen besonders zweckmäßige Weiterbildun
gen der Erfindung.
Erfindungsgemäß ist also vorgesehen, daß die Vorrichtung mit ihrem Auflagekörper
zur kraftschlüssigen Fixierung zugleich gegen einander gegenüberliegende Ab
schnitte der Wandung des Quarzglastiegels anlegbar ist. Hierdurch wird es möglich,
den für das Herausheben des Quarzglastiegels aus der Schmelzform erforderlichen
Kraftschluß zwischen dem Auflagekörper und der Wandung in einem oberhalb der
Schnitthöhe befindlichen unkritischen Randbereich herzustellen und damit eine
mögliche Beeinträchtigung der Oberfläche auf einen für die Qualitätsanforderungen
an den Quarzglastiegel nicht relevanten Abschnitt der Wandung zu beschränken.
Der erforderliche Kraftschluß wird dabei im wesentlichen durch die Spreizung auf
gebracht, so daß die Kontur der Wandung von untergeordneter Bedeutung ist und
die Belastbarkeit der Fixierung nicht beeinflußt. Der Auflagekörper ist an einander
gegenüberliegenden Abschnitten verspannt, die hierzu nicht parallel zueinander
sein müssen, so daß der erforderliche Kraftschluß auf vergleichsweise großflächige
Abschnitte der Wandung verteilt werden kann. Der Herstellungsaufwand kann dabei
zugleich vergleichsweise gering gehalten werden, da insbesondere eine schwenk
bare Schmelzform entfällt und damit die Anwendbarkeit bei gewöhnlichen Schmelz
vorrichtungen ohne weiteres gegeben ist.
Der Kraftschluß kann hierzu durch eine elastische Verformung des flexiblen Aufla
gekörpers erreicht werden, wobei beispielsweise auch die Rückstellkraft eines Fe
derelementes oder auch eine selbsttätige Spreizung unter dem Einfluß der nachfol
gend aufgebrachten Hubkraft genutzt werden kann. Besonders vorteilhaft ist jedoch
eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung, deren Auflagekörper mit
der Wandung ein Volumen einschließt, welches zur kraftschlüssigen Verbindung
des Auflagekörpers mit der Wandung mit einer Druckdifferenz gegenüber dem Um
gebungsdruck beaufschlagbar ist. Hierdurch kann der erforderliche Kraftschluß
durch eine Anpassung der hierzu erforderlichen Druckdifferenz optimal auf die je
weiligen Eigenschaften des Quarzglastiegels bzw. der Entnahmebedingungen an
gepaßt werden. Daher wird der erforderliche Kraftschluß, gegenüber einer rein me
chanischen Spreizung, bei der im wesentlichen ein wegabhängiger Kraftschluß ent
steht, zuverlässig auch bei einer mehrfach gewölbten Oberfläche der Wandung des
Tiegels erreicht. Mehrere Auflagekörper der Vorrichtung können hierzu sowohl zen
tral durch eine gemeinsame Pumpe versorgt oder einzeln unabhängig voneinander
mit einer jeweils erforderlichen Druckdifferenz beaufschlagt werden. Der Auflage
körper kann dabei eine annähernd beliebige Kontur aufweisen, insbesondere sind
dabei sowohl gestreckte als auch im wesentlichen kreisförmige Gestaltungen des
Auflagekörpers entsprechend der jeweiligen Größe bzw. der Kontur des Quarzgla
stiegels problemlos realisierbar und wahlweise zur schnellen Anpassung an ver
schiedene Quarzglastiegel auch auswechsebar.
Hierzu ist eine besonders günstige Ausgestaltung der Erfindung dadurch gegeben,
daß der Auflagekörper durch Befüllen mit einem Fluid (Druckluft) gegen die Wan
dung kraftschlüssig anlegbar ist. Der Auflagekörper kann dadurch in einfacher Wei
se mit einem vergleichsweise hohen Druck gegen die Wandung des Quarzglastie
gels kraftschlüssig angelegt werden. Dabei eignen sich sowohl im wesentlichen in
kompressibie Flüssigkeiten als auch Gase, wobei auch Formtoleranzen des Tiegels
mühelos ausgeglichen werden können. Der Auflagekörper wird hierzu zunächst mit
geringem Abstand zu der Wandung in den Quarzglastiegel eingeführt und anschlie
ßend mit dem Fluid befüllt. Hierzu sind sowohl eine beliebige Anzahl unabhängiger
Auflagekörper als auch ein großflächiger und sich über die gegenüberliegenden
Abschnitte der Wandung erstreckender Auflagekörper realisierbar.
Demgegenüber ist eine andere besonders zweckmäßige Weiterbildung der Erfin
dung dann gegeben, wenn der Auflagekörper durch Evakuierung des zwischen der
Wandung und dem Auflagekörper eingeschlossenen Volumens gegen die Wandung
kraftschlüssig anlegbar ist. Hierdurch entsteht eine Druckdifferenz innerhalb des
eingeschlossenen Volumens gegenüber dem Umgebungsdruck, wobei die hierdurch
aufgebrachte, in radialer Richtung wirkende Saugkraft durch die jeweils gegenüber
liegenden und im wesentlichen mit der gleichen Saugkraft beaufschlagten Auflage
körper ausgeglichen wird. Es entsteht somit eine resultierende, insbesondere
radiale Wirkkraft, so daß der Quarzglastiegel im Gegensatz zu druckbefüllten Aufla
gekörpern, nicht auf Zugspannung, sondern im wesentlichen auf Druckspannung
beansprucht wird und so mühelos aus der Schmelzform entnommen werden kann.
Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist dabei dadurch gegeben,
daß der Auflagekörper einen mittels der Federkraft eines Federelementes gegen die
Wandung vorspannbaren Saugteller hat. Hierdurch kann der Auflagekörper durch
das Federelement zunächst in der gewünschten Position an der Wandung fixiert
werden, um anschließend den nötigen Kraftschluß zwischen dem Auflagekörper und
der Wandung durch die Druckdifferenz herzustellen. Die Handhabung wird dabei
insbesondere bei der Verwendung mehrerer Auflagekörper wesentlich erleichtert.
Hierbei kann insbesondere auch ein zentralbetätigbares Federelement für eine be
liebige Anzahl der Auflagekörper zum Einsatz kommen.
Dabei ist es besonders zweckmäßig, wenn die Vorrichtung mehrere am Umfang des
Quarzglastiegels gleich verteilte gegen die Wandung anlegbare Auflagekörper hat.
Hierdurch können die für den notwendigen Kraftschluß erforderlichen Anpresskräfte
über den Umfang des Tiegel gleichmäßig aufgebracht werden und dadurch uner
wünschte Spannungen in der Wandung des Quarzglastiegels verhindert werden.
Hierzu sind insbesondere sich von der Mitte des Tiegels aus radial erstreckende
und paarweise gegenüberliegende Auflagekörper geeignet.
Eine andere ebenfalls sehr empfehlenswerte Ausgestaltung der vorliegenden Erfin
dung wird dadurch erreicht, daß der Auflagekörper als eine umlaufend gegen die
Wandung anlegbare Dichtung ausgeführt ist. Hierdurch erfordert die Vorrichtung
lediglich einen Auflagekörper, der sich hierbei am vollen Umfang des Quarzglastie
gels über gegenüberliegende Abschnitte der Wandung erstreckt. Neben einem ver
einfachten konstruktiven Aufbau der Vorrichtung wird dadurch auch eine gleichmä
ßige Druckverteilung über die verschiedenen Abschnitte der Wandung sichergestellt
und somit ein hoher Kraftschluß bei zugleich geringer Beanspruchung der Oberflä
che der Wandung sichergestellt. Die Dichtung kann hierzu beispielsweise ringförmig
ausgeführt sein, wobei der Kraftschluß mit der Wandung durch eine mechanische
Verformung oder aber auch durch Befüllung der hierzu insbesondere als Schlauch
ausgeführten Dichtung erreicht wird.
Die umlaufende Dichtung kann hierzu an einem ringförmigen Tragkörper angeord
net sein, welcher durch eine Öffnung den Zugang zum Boden des Quarzglastiegels
ermöglicht. Eine andere besonders wirkungsvolle Ausführungsform der Erfindung ist
hingegen dann gegeben, wenn die Vorrichtung mit dem Auflagekörper derart um
laufend gegen die Wandung des Tiegelsanlegbar ist, daß dabei zugleich eine Öff
nung des Tiegels gegenüber der Umgebung dichtend verschlossen ist. Daher wird
das Innere des Quarzglastiegels durch die Vorrichtung ähnlich eines Ver
schlussstopfens vollständig eingeschlossen, so daß äußere Einflüsse vom Inneren
des Quarzglastiegels gänzlich ferngehalten werden. Somit können Verschmutzun
gen oder Beeinträchtigungen der Oberfläche der Wandung zuverlässig ausge
schlossen werden. Der nötige Kraftschluß kann einerseits durch eine mechanische
Anpresskraft gegen die Wandung, andererseits auch durch Evakuierung des gesamten
durch die Vorrichtung im Innenraum des Tiegels eingeschlossenen Volu
mens erreicht werden. Die hierdurch bezüglich des Umgebungsdruckes erreichbare
Druckdifferenz führt zu einem äußerst wirkungsvollen Kraftschluß, durch den selbst
Quarzglastiegel mit einem hohen Eigengewicht mühelos aus der Schmelzform ent
nommen werden können.
Hierzu ist eine besonders einfache Abwandlung der Dichtung dadurch gegeben,
daß der Auflagekörper durch eine Druckdifferenz des zwischen der Wandung und
dem Auflagekörper eingeschlossenen Volumens gegenüber der Umgebung selbst
tätig gegen die Wandung kraftschlüssig anlegbar ist. Hierdurch wird die Vorrichtung
lediglich in den Tiegel eingeführt und positioniert, wobei die Dichtung bereits gegen
die Wandung dichtend anliegt. Durch die Druckdifferenz, insbesondere durch Eva
kuierung des Quarzglastiegels, entsteht ohne weiteres ein ausreichender Kraft
schluß, durch den eine belastbare Verbindung zwischen Tiegel und Vorrichtung
erreicht wird. Die Vorrichtung kann anschließend nach erfolgtem Druckausgleich
problemlos aus dem Tiegel entnommen werden.
Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Vorrichtung mit einem Anschlag aus
gestattet ist, der ein Abgleiten des Auflagekörpers entlang der Wandung verhindert.
Dieser Anschlag verhindert somit, daß die Druckdifferenz zwischen dem einge
schlossenen Volumen und der Umgebung zu einer Verschiebung der Vorrichtung
aus ihrer vorbestimmten Position in das Innere des Quarzglastiegels führt. Bei der
Evakuierung des Volumens wird dabei das Abgleiten der Vorrichtung verhindert,
indem der Anschlag den Randbereich des Tiegels umgreift. Dieser Anschlag ist da
bei zweckmäßig auf verschiedene Quarzglastiegelgrößen einstellbar und beispiels
weise zum erleichterten Einfügen in den Tiegel von einer Ruheposition in eine Ge
brauchsposition beweglich.
Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips sind drei davon in der Zeichnung dargestellt und werden nach
folgend beschrieben. Diese zeigt in
Fig. 1 in einer geschnittenen Seitenansicht eine erfindungsgemäße Vor
richtung zur Entnahme eines Quarzglastiegels aus einer Schmelz
form,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung mit dem
Tiegel und der Schmelzform,
Fig. 3 in einer geschnittenen Seitenansicht eine Vorrichtung für die Ent
nahme des Tiegels mit einem als umlaufende Dichtung aus
geführten Auflagekörper,
Fig. 4 eine Draufsicht auf die in Fig. 3 gezeigte Vorrichtung,
Fig. 5 in einer vergrößerten seitlichen Schnittdarstellung eine lediglich
abschnittsweise dargestellte weitere Ausführungsform einer Vor
richtung mit einem umlaufenden Auflagekörper.
In allen Figuren weisen gleiche Bauteile beziehungsweise Bauteilabschnitte die
gleiche Bezifferung auf.
Fig. 1 zeigt in einer geschnittenen Seitenansicht eine Vorrichtung 1 für die Ent
nahme eines Quarzglastiegels 2 aus einer Schmelzform 3. Der Quarzglastiegel 2 ist
in der Schmelzform 3 angeordnet und weist eine im wesentlichen glatten Wandung
5 auf, die keinerlei Fixiermöglichkeit für eine formschlüssige Verbindung bietet. In
einem oberen Randbereich 4 nimmt die Dicke der Wandung 5 des Quarzglastiegels
2 kontinuerlich auslaufend ab. Um die erforderliche Hubkraft aufbringen zu können,
hat die Vorrichtung 1 mehrere flexible Auflagekörper 6, die jeweils gegen einen Ab
schnitt 7 der Wandung 5 anliegen. Die Auflagekörper 6 sind einander gegenüberlie
gend am Umfang des Glastiegels 2 gleich verteilt angeordnet, so daß hierdurch eine
zuverlässige kraftschlüssige Verbindung erreicht wird. Hierzu wird ein durch den
Auflagekörper 6 und die Wandung 5 eingeschlossenes Volumen V mittels einer
nicht dargestellten Pumpe evakuiert, so daß durch die so erzeugte Druckdifferenz
eine ausreichende Anpresskraft des Auflagekörpers 6 gegen die Wandung 5 er
reicht wird. Zur vereinfachten Handhabbarkeit sind die einzelnen Auflagekörper 6
jeweils mittels einer weiteren Vakuumleitung entgegen der Federkraft eines Fe
derelementes 8 gegen der Wandung 5 zurücksetzbar, um so die Vorrichtung 1 mü
helos durch eine Öffnung 9 des Tiegels 2 einführen und in einfacher Weise oberhalb
einer Schnitthöhe 10 und unterhalb des Randbereiches 4 des Quarzglastiegels 2
positionieren zu können. Hierbei sind die Auflagekörper 6 jeweils mit einer Versor
gungsleitung 11 in einem gemeinsamen Tragkörper 12 radial verschiebbar geführt
und ermöglichen so eine flexible Anpassung an unterschiedliche Formen des
Quarzglastiegels 2. Eine mögliche Beeinträchtigung der Wandung 5 des Tiegels 2
durch Verschmutzung oder Kratzer ist durch die Positionierung der Auflagekörper 6
zwischen Randbereich 4 und Schnitthöhe 10, an der in einem nachfolgenden Ar
beitsgang Tiegel 2 der abgetrennt wird, für die Qualität des Endproduktes unbeacht
lich.
Die vorstehend beschriebenen Zusammenhänge werden ergänzend auch in Fig. 2
beschrieben. Dabei sind zur besseren Übersichtlichkeit die Vorrichtung 1 mit ledig
lich zwei einander gegenüberliegenden Auflagekörpern 6 dargestellt, während die
Position weiterer Auflagekörper 6 durch eine gestrichelte Linie lediglich andeu
tungsweise wiedergegeben. Die Auflagekörper 6 sind mittels der Versorgungslei
tung 11 an dem gemeinsamen Tragkörper 12 radial verschiebbar geführt. Durch das
jeweilige Federelement 8 wird dabei bereits eine Anpresskraft des Auflagekörpers 6
gegenüber der Wandung 5 des Quarzglastiegels 2 erreicht, die eine einfache Posi
tionierung ermöglicht und zum Erreichen eines ausreichenden Kraftschlusses für die
erforderliche Hubkraft beiträgt. Die Auflagekörper 6 sind durch die Versorgungslei
tung 11 mit dem Tragkörper 12 verbunden, wodurch eine gleichmäßige Evakuierung
der Auflagekörper 6 mittels des zentralen Tragkörpers 12 erreicht wird.
Demgegenüber zeigt Fig. 3 ein anderes Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung 13,
bei der die Öffnung 9 des Quarzglastiegels 2 zwischen Randbereich 4 und
Schnitthöhe 10 durch die abgewandelte Vorrichtung 13 gegenüber der Umgebung
vollständig verschließbar ist. Hierzu hat die Vorrichtung 13 einen Tragkörper 14, der
mit einem gegen die Wandung 5 des Tiegels 2 umlaufend anliegenden und als
Dichtung ausgeführten Auflagekörper 15 ausgestattet ist. Hierdurch wird ein gegen
über der Umgebung abgeschlossenes und durch den Auflagekörper 15 und die
Wandung 5 des Glastiegels 2 eingeschlossenes Volumen V begrenzt. Der Auflage
körper 15 ist hierzu mittels einer zentralen Versorgungsleitung 16 mit einem Fluid,
insbesondere Druckluft, befüllbar und dadurch dichtend gegen die Wandung 5 an
legbar. Das eingeschlossene Volumen V kann daher anschließend durch eine Öff
nung 17 mittels einer nicht dargestellten Pumpe evakuiert werden, so daß sich
durch die Druckdifferenz zwischen dem eingeschlossenen Volumen V und dem
Umgebungsdruck der erforderliche Kraftschluß einstellt. Die Vorrichtung 13 ist hier
zu mit einem Anschlag 18 ausgestattet, der gegen die Schmelzform 3 anlegbar ist.
Ein Abgleiten des Tragkörpers 14 an der Wandung 5 in das Innere des Tiegels 2
wird unter dem Einfluß der Druckdifferenz durch den Anschlag 18 verhindert. Weiterhin
hat die Vorrichtung 13 einen Sensor 19 zur Bestimmung der Position der Vor
richtung 13 bezogen auf einen Boden 20 des Tiegels 2, durch den insbesondere die
zuverlässige Einhaltung einer Position der Vorrichtung 13 oberhalb der Schnitthöhe
10 sichergestellt werden kann.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung 13 wird ergänzend auch in Fig. 4 beschrieben,
in der die Vorrichtung 13 in einer Draufsicht dargestellt ist. Zu erkennen ist dabei
insbesondere der Tragkörper 14 mit demaußenseitig angebrachten Auflagekörper
15, der gegen die Wandung 5 des Quarzglastiegels 2 umlaufend dichtend anliegt.
Die Öffnung 9 des Quarzglastiegels 2 ist somit gegenüber der Umgebung gasdicht
verschlossen, so daß der gewünschte Kraftschluß durch Evakuierung des einge
schlossenen Volumens problemlos erreicht wird. Aufgrund des mittels der Vorrich
tung 13 abgeschlossenen Inneren des Tiegels 2 sind Verunreinigungen an der
Wandung 5 zuverlässig ausgeschlossen.
Eine gegenüber der Fig. 4 abgewandelte Ausführungsform einer erfindungsgemä
ßen Vorrichtung 21 zeigt Fig. 5 in einer vergrößerten seitlichen Schnittdarstellung.
Hierbei ist lediglich abschnittsweise ein Tragkörper 22 der Vorrichtung 21 darge
stellt, deren als Dichtung ausgeführter Auflagekörper 23 gegen die Wandung 5 des
Quarzglastiegels 2 umlaufend anliegt. Der Auflagekörper 23 ist hierbei derart ausge
formt, daß dieser bereits durch das Einsetzten der Vorrichtung 21 in das Innere des
Tiegels 2 gegen die Wandung 5 dichtend anliegt. Durch eine anschließende Eva
kuierung des von der Vorrichtung 21 und der Wandung 5 eingeschlossenen Volu
mens V wird die Dichtung zusätzlich gegen die Wandung 5 gepreßt, wodurch der
gewünschte Kraftschluß in einfacher Weise erreicht wird. Eine Befüllung mit einem
Fluid oder eine mechanische Verformung des Auflagekörpers 23 ist daher nicht er
forderlich.
Die Erfindung ist nicht auf die in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
beschränkt. So kann die Vorrichtung beispielsweise auch auf unterschiedliche Tie
gelformen einstellbar sein oder auch zur erleichterten Handhabung vor Gebrauch in
eine Ruhestellung beweglich sein. Weiterhin kann der gewünschte Kraftschluß bei
den in den Fig. 3 bis 5 beschriebenen Vorrichtungen gegebenenfalls ohne Eva
kuierung des eingeschlossenen Volumens lediglich durch Verspannen der Dichtung
gegen einander gegenüberliegende Abschnitte der Wandung erreicht werden.
1
Vorrichtung
2
Glastiegel
3
Schmelzform
4
Randbereich
5
Wandung
6
Auflagekörper
7
Abschnitt
8
Federelement
9
Öffnung
10
Schnitthöhe
11
Versorgungsleitung
12
Tragkörper
13
Vorrichtung
14
Tragkörper
15
Auflagekörper
16
Versorgungsleitung
17
Öffnung
18
Anschlag
19
Sensor
20
Boden
21
Vorrichtung
22
Tragkörper
23
Auflagekörper
V Volumen
V Volumen
Claims (10)
1. Vorrichtung zur Entnahme eines Quarzglastiegels aus einer Schmelzform mit
einem gegen eine Wandung des Quarzglastiegels kraftschlüssig fixierbaren,
flexiblen Auflagekörper, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (1,
13, 21) mit ihrem Auflagekörper (6, 15, 23) zur kraftschlüssigen Fixierung
zugleich gegen einander gegenüberliegende Abschnitte (7) der Wandung (5)
des Quarzglastiegels (2) anlegbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Auflage
körper (6, 15, 23) mit der Wandung (5) ein Volumen (V) einschließt, welches
zur kraftschlüssigen Verbindung des Auflagekörpers (6, 15, 23) mit der
Wandung (5) mit einer Druckdifferenz gegenüber dem Umgebungsdruck be
aufschlagbar ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Auflagekörper (15) durch Befüllen mit einem Fluid gegen die Wandung
(5) kraftschlüssig anlegbar ist.
4. Vorrichtung nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Auflagekörper (6, 23) durch Evakuierung des zwi
schen der Wandung (5) und dem Auflagekörper (6, 23) eingeschlossenen
Volumens (V) gegen die Wandung (5) kraftschlüssig anlegbar ist.
5. Vorrichtung nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Auflagekörper (6) einen mittels der Federkraft ei
nes Federelementes (8) gegen die Wandung (5) vorspannbaren Saugteller
hat.
6. Vorrichtung nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (1) mehrere am Umfang des Quarzglastiegels
(2) gleich verteilte gegen die Wandung (5) anlegbare Auflagekör
per (6) hat.
7. Vorrichtung nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Auflagekörper (15, 23) als eine umlaufend gegen
die Wandung (5) anlegbare Dichtung ausgeführt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrich
tung (13, 21) mit dem Auflagekörper (15, 23) derart umlaufend gegen die
Wandung (5) des Quarzglastiegels (2)anlegbar ist, das dabei zugleich eine
Öffnung (9) des Quarzglastiegels (2) gegenüber der Umgebung dichtend
verschlossen ist.
9. Vorrichtung nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Auflagekörper (6, 23) durch eine Druckdifferenz
des zwischen der Wandung (5) und dem Auflagekörper (6, 23) eingeschlos
senen Volumens (V) gegenüber der Umgebung selbsttätig gegen die Wan
dung (5) kraftschlüssig anlegbar ist.
10. Vorrichtung nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (13, 21) mit einem Anschlag (18) aus
gestattet ist, der ein Abgleiten des Auflagekörpers (15, 23) entlang der Wan
dung (5) verhindert.
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Cited By (2)
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|---|---|---|---|---|
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