DE10033625A1 - Verfahren und Vorrichtung zum steigenden Gießen mit einer Kokille / einem Kernpaket mit offener Eingußöffnung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum steigenden Gießen mit einer Kokille / einem Kernpaket mit offener EingußöffnungInfo
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Abstract
Verfahren zum steigenden Gießen/Niederdruckgießen - insbesondere von Leichtmetalllegierungen - mit einem Gießtisch mit einer Durchtrittsöffnung, mit einem unter dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöffnung bildet, mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine nach unten offene Eingussöffnung aufweist; die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt, die Gießform wird mit ihrer Eingussöffnung über die Durchtrittsöffnung gebracht, über das Steigrohr wird Schmelze aus dem Gießofen bis zum Füllen in die Gießform gefördert, die Gießform wird bei offener schmelzegefüllter Verbindung zwischen Gießofen und Gießform horizontal auf dem Gießtisch verschoben, bis die Eingussöffnung unten vom Gießtisch und die Durchtrittsöffnung oben von der Grundplatte verschlossen ist, die Schmelze wird im Steigrohr bis unter die Mündungsöffnung zurückfallen gelassen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
steigenden Gießen, insbesondere zum Gießen von Leichtmetall
legierungen. Gegenüber dem Schwerkraftgießen hat das steigende
Gießen den wesentlichen Vorteil eines beruhigten kontrollierten
Gießverlaufs. Dadurch wird der Luftblaseneintrag und der Oxid
hauteintrag, der mit jeder Verwirbelung der Schmelze beim Gießen
einhergeht, vermieden. Bei der Verwendung von Kernpaketen als
Gießformen kann hierbei das Ablösen und Mitreißen von Formstoff
im Anschnitt und im Gießlauf vermieden werden, das ansonsten zur
Minderung der Qualität der Gußstücke führt.
Nachteilig beim steigenden Gießen ist es im allgemeinen, daß der
Erstarrungsvorgang von bis zu 15 min Dauer abgewartet werden
muß, bevor die gerade gefüllte Gießform entfernt und die nächst
folgende Gießform über den Gießofen gebracht werden kann. Um
diesem Nachteil abzuhelfen, ist es bereits vorgeschlagen worden,
Gießformen unmittelbar nach dem Niederdruckgießen in der Einguß
öffnung zu verschließen und sofort vom Steigrohr zu entfernen.
Aus der DE 198 21 419 A1 und aus der DE 198 07 623 A1 sind Ver
fahren der genannten Art bekannt, bei denen kastenlose Formbal
len (Kernpakete) oder Formkästen mit jeweils nach unten offener
Eingußöffnung über die Mündung des Steigrohres eines Gießofens
geschoben werden, der unter einem Förderer für diese Formballen
(Kernpakete) oder Formkästen liegt. Nach dem steigenden Gießen
wird jeweils zunächst ein Verschluß am oberen Ende des Steigroh
res geschlossen, bevor der Formballen (Kernpaket) oder der Form
kasten weitertransportiert und durch einen nächsten nachfolgen
den ersetzt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Verfahren und eine
Vorrichtung der genannten Art zur Erhöhung der Zuverlässigkeit
zu verbessern. Die Lösung hierfür besteht nach einem ersten
Ansatz in einem Verfahren zum steigenden Gießen/Niederdruck
gießen - insbesondere von Leichmetalllegierungen - mit einem
Gießtisch mit einer Durchtrittsöffnung, mit einem unter dem
Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben
offene Mündungsöffnung bildet, mit einer Gießform mit einer
Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist;
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die
Durchtrittsöffnung angesetzt, die Gießform wird mit ihrer Ein
gußöffnung über die Durchtrittsöffnung gebracht, über das
Steigrohr wird Schmelze aus dem Gießofen bis zum Füllen in die
Gießform gefördert, die Gießform wird bei offener schmelzege
füllter Verbindung zwischen Gießofen und Gießform horizontal auf
dem Gießofen verschoben, bis die Eingußsöffnung unten vom Gieß
tisch und die Durchtrittsöffnung oben von der Grundplatte ver
schlossen ist, die Schmelze wird im Steigrohr bis unter die
Mündungsöffnung zurückfallen gelassen.
Nach einem zweiten Ansatz wird ein Verfahren zum steigenden
Gießen/Niederdruckgießen - insbesondere von Leichmetallle
gierungen vorgeschlagen - mit einem Gießtisch mit einer
Durchtrittsöffnung, mit einem unter dem Gießtisch liegenden
Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöff
nung bildet, mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine
nach unten offene Eingußöffnung aufweist, die Mündungsöffnung
wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
die Gießform wird mit ihrer Eingußöffnung über die Durchtritts
öffnung gebracht, über das Steigrohr wird Schmelze aus dem Gieß
ofen bis zum Füllen in die Gießform gefördert, die Gießform wird
bis zur Erstarrung des Gußteils in dieser Position belassen, die
Schmelze wird im Steigrohr bis unter die Mündungsöffnung zurück
fallen gelassen, die Gießform wird bei schmelzeentleerter Durch
trittsöffnung horizontal auf dem Gießtisch verschoben, bis die
Eingußöffnung unten vom Gießtisch und die Mündungsöffnung oben
von der Grundplatte verschlossen ist.
Eine zur Durchführung dieser Verfahren geeignete Vorrichtung
umfaßt einen Gießtisch mit einer Durchtrittsöffnung, einen unter
dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine
oben offene Mündungsöffnung bildet, eine Gießform mit einer
Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist;
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durch
rittsöffnung angesetzt, die Gießform wird mit ihrer Eingußöff
nung von oben an die Durchtrittsöffnung angesetzt, Mittel zum
horinzontalen Verschieber der Gießform auf dem Gießtisch und
Mittel zum gleichzeitigen Aufrechterhalten eines positiven Vor
drucks der Grundplatte der Gießform gegenüber dem Gießtisch.
Mit den hiermit angegebenen Mitteln wird ein vollständiger Ver
zicht auf einen Schieberverschluß möglich, vielmehr wird jeweils
zum Gießen/Formfüllen der Einguß der Gießform und die Durch
trittsöffnung im Gießtisch bzw. die Mündungsöffnung des Steig
rohres in Anschluß miteinander gebracht und Schmelze bis zum
Füllen in die Gießform gefördert. Dann wird nach dem ersten
Ansatz unmittelbar nach dem Gießen/Formfüllen die Gießform bei
noch flüssiger Schmelze im nach unten offenen Einguß gegenüber
der Durchtrittsöffnung des Gießtisches bzw. der Mündung des
Steigrohres auf dem Gießtisch so verschoben, daß die zuvor ein
heitliche Schmelzesäule im Steigrohr und im Einguß unmittelbar
und ausschließlich durch das Verschieben des Eingusses der Gieß
form gegenüber der Durchtrittsöffnung im Gießtisch bzw. der
Mündungsöffnung des Steigrohres abgeschert wird. Als Verschluß
mittel wirken hierbei die Oberseite des Gießtisches, der mit
einer eingelegten Keramikplatte oder -schiene bewehrt sein kann,
und die Unterseite der Grundplatte der Gießform, die plan auf
einander liegen. Dagegen wird nach dem zweiten Ansatz nach dem
Gießen/Formfüllen zunächst das Erstarren des Gußteils abgewar
tet, bis sich nur noch im Einguß flüssige Schmelze befindet, die
dann in das Steigrohr durch Druckabsenkung zurückfallen gelassen
wird, bevor der entleerte Einguß gegenüber der Durchtrittsöff
nung des Gießtisches bzw. der Mündung des Steigrohres auf dem
Gießtisch so verschoben wird, daß die nächste Gießform nach
geführt werden kann.
Während beim ersten Verfahren eine Aktivdruckaufgabe von oben
sinnvoll ist, wird beim zweiten Verfahren der Druck über die
Schmelze im Steigrohr erzeugt.
Damit beim Gießen ein Aufschwimmen der Gießform vermieden wird,
können die genannten Oberflächen mit Anpreßdruck aneinander
gedrückt werden. Dies ist möglich durch elastisch am Gießtisch
befestigte horizontale Schienen oder Rollensätze, die zum An
drücken der Gießform am Gießtisch beim Verschieben auf feste
horizontale Kanten oder Schienen der Gießform einwirken, oder
durch elastisch an der Gießform angeordnete horizontale Schienen
oder Rollensätze, die zum Andrücken der Gießform am Gießtisch
mit fest am Gießtisch angeordneten horizontalen Kanten oder
Schienen zusammenwirken. Geeignete Materialpaarungen für diese
Oberflächen sind je nach Art des Gießmetalls auszuwählen.
Die Zuführung der Gießformen in die Gießposition kann auf unter
schiedliche Weise erolgen, wobei entweder die Gießform jeweils
von oben auf den Gießtisch so aufgesetzt wird, daß die Durch
trittsöffnung bzw. die Mündungsöffnung mit der Eingußöffnung
offen verbunden ist oder wobei alternativ die Gießform jeweils
horizontal so über den Gießtisch zugeführt wird, daß die Durch
trittsöffnung bzw. die Mündungsöffnung mit der Eingußöffnung
offen verbunden ist.
Nach dem Abgießen und Verschieben kann die Gießform in einer
Position angehalten werden, in der der Gießtisch unter der Ein
gußöffnung die Gießform gekühlt wird. In Ergänzung hierzu kann
die Gießform mit der Eingußöffnung beim Verschieben über eine
gekühlte Strecke des Gießtisches gefahren werden. Durch diese
beiden Maßnahmen wird ein schnelles Erstarren der Schmelze im
Einguß bewirkt, wonach die Gießform bei im übrigen noch nicht
abgeschlossener Erstarrung vom Gießtisch bzw. den entsprechenden
Fördermitteln abgehoben werden kann.
Bei schnell erstarrenden kleinen Gußstücken ist es günstig, zwei
Gießformen in Tandemanordnung auf einer Grundplatte mit zwei
Eingußöffnung anzuordnen. Bei größeren langsamer erstarrenden
Gußteilen ist es möglich, eine Karusselanordnung bereitzustel
len, bei der mehrere Gießformen auf einer gemeinsamen Grund
platte mit einem Ring von Eingußöffnungen aufgebaut sind.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen des Verfahrens und ge
eigneter Vorrichtungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, auf
die hiermit Bezug genommen wird.
Soweit vorstehend vom steigenden Gießen/Niederdruckgießen gemäß
der Erfindung die Rede ist, bezieht sich die zunächst auf Ver
fahren und Vorrichtungen, bei denen auf den Schmelzespiegel im
abgedichteten Gießofen ein regelbarer Gasdruck aufgegeben wird,
der die Schmelze im Steigrohr aufsteigen bzw. zurückfallen läßt.
Es sind jedoch daneben auch andere Verfahren und Vorrichtungen
eingeschlossen, die die Schmelze im Steigrohr regelbar fördern
können, z. B. Magnetpumpenanordnungen am unteren Ende des Steig
rohres im Gießofen.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend
anhand der Zeichnungen beschrieben. Hierin zeigen die
Fig. 1 bis 8 eine erfindungsgemäße Vorrichtung mit Gieß
tisch, Gießofen und zwei Gießformen, mit den
einzelnen Phasen;
Fig. 1 Aufbau eines Vordrucks im Gießofen; Form 1
in Gießposition; Form 2 ist geöffnet;
Fig. 2 Abgießen der Form 1; Form 2 ist geschlossen;
Fig. 3 Form 2 in Gießposition; Form 1 in Erstar
rungsposition;
Fig. 4 Abgießen der Form 2; Form 1 ist geöffnet;
Fig. 5 Gießen der Form 2; Entformen der Form 1;
Fig. 6 Form 1 in Gießposition; Form 2 in Erstar
rungposition;
Fig. 7 Abgießen der Form 1; Form 2 ist geöffnet;
Fig. 8 Abgießen der Form 1; Entformen der Form 2;
Fig. 9 eine erfindungsgemäße Gießanlage mit mehre
ren einzelnen Formen
- a) in Draufsicht
- b) in Seitenansicht;
Fig. 10 eine erfindungsgemäße Gießanlage mit einem
Schmelzofen, zwei Gießstationen und vier
Gießöfen.
Die Fig. 1 bis 8 werden zunächst gemeinsam beschrieben, so
weit die Einzelheiten übereinstimmen. Ein horizontaler Gießtisch
11 weist eine Durchtrittsöffnung 12 auf, die mit einer äußeren
Auskleidung 13 und einer inneren Auskleidung 14 ausgemantelt
ist. Unter dem Gießtisch 11 befindet sich ein Gießofen 21, der
ein Steigrohr 22 aufweist, das abdichtend in den Gießofen einge
setzt ist und unten in die in diesem enthaltene Schmelze 23
eintaucht und oben eine Mündungsöffnung 24 hat. Durch einen
Pfeil 25 ist angedeutet, daß Druckluft auf den Gießofen 21 auf
gegeben werden kann, so daß eine Schmelzesäule 26 im Steigrohr
aufsteigt. Auf dem Gießtisch befinden sich zwei mit den Ziffern
"1" und "2" bezeichnete Gießformen, die eine gemeinsame Grund
platte 30 haben. Diese Grundplatte 30 weist Eingußöffnungen 31,
32 auf, die durch Querverschieben der Grundplatte 30 wahlweise
mit der Durchtrittsöffnung 12 zur Deckung gebracht werden kön
nen. Die Eingußöffnungen 31, 32 sind jeweils mit Ausmantelungen
33, 34 versehen. Die auf der Grundplatte 30 aufgebauten Gießfor
men 1, 2 weisen jeweils Halterungen 35, 36, 37, 38 mit Stell
zylindern, 39, 40, 41, 42 auf, die auf Formhälften 43, 44, 45,
46 einwirken. Mittig zwischen den Formhälften sitzt jeweils ein
Zentraldorn 47, 48, dessen Aufhängung nicht im einzelnen dar
gestellt ist. Dieser bildet zusammen mit den geschlossenen Form
hälften jeweils einen Hohlzylinder mit leicht konischer Innen
form und Außenverrippung. Das mit den dargestellten Formen 1, 2
herzustellende Gußteil kann insbesondere ein Zylinderliner aus
Leichtmetall für Verbrennungsmotoren sein. Volumen- und Form
änderungen des Gußstückes beim Erstarren sind in allen Darstel
lungen vernachlässigt.
In den dargestellten Ausführung schließt sich das Steigrohr 22
unten im Bereich der Durchtrittsöffnung 12 abdichtend gegen den
Gießtisch 11 an. Hierzu kann bei elastisch im Gießofen 21 aufge
hängtem Steigrohr 22 der Gießofen 21 von unten gegen den Gieß
tisch 11 höhenverfahrbar sein. Die jeweilige Eingußöffnung 31,
32 in der Grundplatte 30 liegt jeweils abdichtend am oberen
Ausgang der Durchtrittsöffnung 12 auf.
Ein Absenken des Gießofens ist insbesondere vorteilhaft, um
einen leeren Gießofen gegen einen gefüllten Gießofen auszuwech
seln.
In Fig. 1 ist im Gießofen ein Vordruck aufgebaut, der die
Schmelzesäule 26 bis geringfügig oberhalb der Mündungsöffnung 24
aufsteigen läßt. Die Gießform 1 ist dem Gießofen 21 durch Ver
schieben der Grundplatte 30 nach rechts in eine erste Gießposi
tion zugeordnet. Die Gießform 1 ist geschlossen, wie durch Pfei
le angedeutet und fertig zum Gießen. Die Gießform 2 ist geöff
net, wie durch Pfeile angedeutet und entformt.
In Fig. 2 ist der Vordruck im Gießofen 21 so erhöht, daß die
Schmelzesäule 26 gestiegen ist und die Gießform 1 vollständig
gefüllt ist. Der Gießvorgang als solches ist hier bereits been
det. Die Gießform 2 ist wie durch Pfeile angedeutet, jetzt ge
schlossen dargestellt.
In Fig. 3 ist die Grundplatte 30 nach links in eine zweite
Gießposition verschoben, wobei die Schmelzesäule in der Gießform
1 zwischen Gießtisch 11 und Grundplatte 30 abgeschert worden ist
und in der Gießform 1 ein fertiges Gußstück entstanden ist. Die
Gießform 2 ist dem Gießofen 21 durch Verschieben der Grundplatte
30 nach links in eine zweite Gießposition zugeordnet und ist in
geschlossener Stellung zum Gießvorgang bereit. Die Schmelzesäule
26 ist unmittelbar nach dem Abscheren an der Gießform 1 zunächst
im Steigrohr 22 wieder bis geringfügig oberhalb der Mündungsöff
nung 24 zurückfallen gelassen.
In Fig. 4 ist die Gießform 1 wie durch Pfeile angedeutet geöff
net, wobei das fertige Gußstück noch auf dem Zentraldorn 47
gehalten ist. In der Gießform 2 ist durch Druckerhöhung im Gieß
ofen die Schmelzesäule aufgestiegen, so daß die Gießform ganz
gefüllt ist. Der eigentliche Gießvorgang ist hier bereits abge
schlossen.
In Fig. 5 ist die Gießform 1 wieder geschlossen, wobei das
fertige Gußstück 49 ganz entformt ist. Die Gießform 2 ist wie in
Fig. 4 während des Schmelzevorgangs dargestellt.
In Fig. 6 ist die Grundplatte 30 wieder nach rechts in die
erste Gießposition verschoben, so daß die Gießform 1 wieder dem
Gießofen 21 zugeordnet ist. Die Schmelzsesäule in Gießform 2 ist
dabei abgeschert worden, so daß in der Gießform ein fertiges
Gußteil erkennbar ist. Die Gießform 2 ist noch geschlossen, um
den Erstarrungsvorgang abzuwarten. Die Gießform 1 ist vorberei
tet zum nächsten Gießvorgang, wobei die Schmelzesäule 26 gering
fügig oberhalb der Mündungsöffnung 24 im Steigrohr 22 endet.
In Fig. 7 ist die Gießform 2, wie durch Pfeile angedeutet,
geöffnet, wobei ein fertiges Gußstück noch auf dem Zentralzapfen
48 aufsitzt. In der Gießform 1 ist durch Erhöhung des Vordrucks
im Gießofen 21 die Schmelzesäule 26 gestiegen und damit die
gefüllt, so daß der eigentliche Gießvorgang hier bereits beendet
ist.
In Fig. 8 ist das Gußstück 50 aus der Gießform 2 entformt und
die Gießform wieder für den nächsten Gießvorgang geschlossen.
Die Gießform 1 ist in übereinstimmender Position mit Fig. 7
dargestellt, durch das Verschieben der Gießform mit der Grund
platte wird im nächsten Moment die Schmelzesäule 26 zwischen
Grundplatte 30 und Gießtisch 11 abgeschert werden.
In Fig. 9 ist ein Gießtisch 51 mit einer Durchtrittsöffnung 52
sowie mit durch Pfeile angedeuteten Kühlpositionen 53, 54 ge
zeigt. Unter dem Gießtisch liegt ein Gießofen 61 mit einem
Steigrohr 62, der mit Schmelze gefüllt ist. Die Mündungsöffnung
64 des Steigrohres 62 schließt von unten an die Durchtrittsöff
nung 52 an. Auf den Gießtisch 51 sind drei einzelne Gießformen
71, 72, 73 aufgesetzt. Die Form 71 liegt mit dem Einguß 74 über
dem Gießofen 61 und ist gerade im Gießvorgang begriffen. Die
Form 72 ist gegenüber der Durchtrittsöffnung 52 bereits nach
links verschoben, wobei die Schmelzesäule abgeschert worden ist
und befindet sich in einer Position, bei der der Einguß 75, 76
in der Gießform 72, 73 über einem Kühlbereich 53 des Gießtisches
liegt. Die Gießform 73 ist weiter verschoben, und befindet sich
in einer Position, bei der der Einguß 75, 76 in der Gießform 72,
73 über einen Kühlbereich 53, 54 des Gießtisches liegt, wobei im
Einguß 76 eine Erstarrung stattgefunden hat. Von hieraus kann
die Gießform weiter verschoben oder auch unmittelbar vom Gieß
tisch abgehoben werden. Durch Pfeile 77, 78 ist die Wirkung
eines Vordrucks angedeutet, der beim Füllen der Gießform ein
Austreten von Schmelze verhindert. Durch einen Pfeil 79 ist die
Wirkung eines höheren Aktivdrucks zur Speisung angezeigt.
In Fig. 10 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Aufsicht
dargestellt, wobei ein Gießtisch 91 nur als schmaler Pfade aus
gebildet ist. Der Gießtisch hat hierbei zwei Gießstationen 92,
93 mit Durchtrittsöffnungen 94, 95 und zwei Erstarrungsstationen
96, 97. Gießformen 101, 102 können jeweils von oben auf die
Gießstationen zum Gießen aufgesetzt werden, wobei sie nach dem
Gießen verschoben werden können und dann die Positionen der hier
während der Erstarrung bezeichneten Gießformen 103, 104 anneh
men. Gießöfen ND1, ND2, ND3, ND4 können in die Nähe eines
Schmelzofens 111 gebracht werden und von dort in eine Halteposi
tion vor den Gießstationen 92, 93, in eine Gießposition und in
eine Halteposition hinter den Gießstationen 92, 93 verfahren
werden, so daß jeweils leere Gießöfen wieder am Schmelzofen 111
gefüllt werden und nach dem Entleeren eines Gießofens sofort ein
gefüllter Gießofen aus einer Warteposition in die Gießposition
unter dem Gießtisch nachgefüllt werden kann. Zumindest eine der
Gießstationen 92, 93 des Gießtisches soll immer Gießbereit sein,
so daß keine Unterbrechung der Produktion während des Wechsels
eines Gießofens erfolgt. Die beiden Gießstationen können im
Normalfall auch parallel gefahren werden, um die Produktionsrate
zu steigern.
Claims (18)
1. Verfahren zum steigenden Gießen/Niederdruckgießen - ins
besondere von Leichmetalllegierungen - mit einem Gießtisch
mit einer Durchtrittsöffnung,
mit einem unter dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöffnung bildet,
mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist;
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
die Gießform wird mit ihrer Eingußöffnung über die Durchtrittsöffnung gebracht,
über das Steigrohr wird Schmelze aus dem Gießofen bis zum Füllen in die Gießform gefördert,
die Gießform wird bei offener schmelzegefüllter Verbindung zwischen Gießofen und Gießform horizontal auf dem Gießtisch verschoben, bis die Eingußöffnung unten vom Gießtisch und die Durchtrittsöffnung oben von der Grundplatte verschlos sen ist,
die Schmelze wird im Steigrohr bis unter die Mündungsöff nung zurückfallen gelassen.
mit einem unter dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöffnung bildet,
mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist;
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
die Gießform wird mit ihrer Eingußöffnung über die Durchtrittsöffnung gebracht,
über das Steigrohr wird Schmelze aus dem Gießofen bis zum Füllen in die Gießform gefördert,
die Gießform wird bei offener schmelzegefüllter Verbindung zwischen Gießofen und Gießform horizontal auf dem Gießtisch verschoben, bis die Eingußöffnung unten vom Gießtisch und die Durchtrittsöffnung oben von der Grundplatte verschlos sen ist,
die Schmelze wird im Steigrohr bis unter die Mündungsöff nung zurückfallen gelassen.
2. Verfahren zum steigenden Gießen/Niederdruckgießen - ins
besondere von Leichmetalllegierungen - mit einem Gießtisch
mit einer Durchtrittsöffnung,
mit einem unter dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöffnung bildet,
mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist,
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
die Gießform wird mit ihrer Eingußöffnung über die Durch trittsöffnung gebracht,
über das Steigrohr wird Schmelze aus dem Gießofen bis zum Füllen in die Gießform gefördert,
die Gießform wird bis zur Erstarrung des Gußteils in dieser Position belassen,
die Schmelze wird im Steigrohr bis unter die Mündungsöff nung zurückfallen gelassen,
die Gießform wird bei schmelzeentleerter Durchtrittsöffnung horizontal auf dem Gießtisch verschoben, bis die Eingußöff nung unten vom Gießtisch und die Mündungsöffnung oben von der Grundplatte verschlossen ist.
mit einem unter dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöffnung bildet,
mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist,
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
die Gießform wird mit ihrer Eingußöffnung über die Durch trittsöffnung gebracht,
über das Steigrohr wird Schmelze aus dem Gießofen bis zum Füllen in die Gießform gefördert,
die Gießform wird bis zur Erstarrung des Gußteils in dieser Position belassen,
die Schmelze wird im Steigrohr bis unter die Mündungsöff nung zurückfallen gelassen,
die Gießform wird bei schmelzeentleerter Durchtrittsöffnung horizontal auf dem Gießtisch verschoben, bis die Eingußöff nung unten vom Gießtisch und die Mündungsöffnung oben von der Grundplatte verschlossen ist.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2,
wobei die Gießform jeweils von oben auf den Gießtisch so
aufgesetzt wird, daß die Durchtrittsöffnung bzw. die Mün
dungsöffnung mit der Eingußöffnung offen verbunden ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
wobei die Gießform jeweils horizontal so über den Gießtisch
zugeführt wird, daß die Durchtrittsöffnung bzw. die Mün
dungsöffnung mit der Eingußöffnung offen verbunden ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei während des steigenden Gießens und des Verschiebens
der Gießform diese mit Vordruck gegen den Gießtisch bzw.
das Steigrohr gehalten wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei während des steigenden Gießens und des Verschiebens
der Gießform das Steigrohr mit Vordruck gegen den Gießtisch
bzw. die Grundplatte der Gießform gehalten wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 3 bis 6,
wobei nach dem Verschieben der Gießform diese in einer
Position angehalten wird, in der der Gießtisch unter der
Eingußöffnung gekühlt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 3 bis 7,
wobei beim Verschieben der Gießform diese mit der Einguß
öffnung über eine Strecke des Gießtisches geführt wird,
die gekühlt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei zwei
Gießformen alternierend auf einer Grundplatte mit zwei
Eingußöffnungen aufgebaut, abgegossen und entformt werden,
wobei die Grundplatte alternierend mit den Eingußöffnungen
über die Durchtrittöffnung bzw. auf die Mündungsöffnung
geschoben wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei eine
Mehrzahl von Gießformen sequentiell auf einer Grundplatte
mit einem Ring von Eingußöffnungen aufgebaut, abgegossen
und entformt werden, wobei die Grundplatte karusselartig
mit den Eingußöffnungen über die Durchtrittsöffnung bzw.
auf die Mündungsöffnung gedreht wird.
11. Vorrichtung zum steigenden Gießen/Niederdruckgießen - ins
besondere zum Gießen von Leichtmetalllegierungen - mit
einem Gießtisch mit einer Durchtrittsöffnung,
mit einem unter dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöffnung bildet,
mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist,
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
die Gießform wird mit ihrer Eingußöffnung von oben an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
gekennzeichnet durch Mittel zum horizontalen Verschieben der Gießform auf dem Gießtisch und Mittel zum gleichzeiti gen Aufrechterhalten eines positiven Vordrucks der Grund platte der Gießform gegenüber dem Gießtisch.
mit einem unter dem Gießtisch liegenden Gießofen mit einem Steigrohr, das eine oben offene Mündungsöffnung bildet,
mit einer Gießform mit einer Grundplatte, die eine nach unten offene Eingußöffnung aufweist,
die Mündungsöffnung wird abdichtend von unten an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
die Gießform wird mit ihrer Eingußöffnung von oben an die Durchtrittsöffnung angesetzt,
gekennzeichnet durch Mittel zum horizontalen Verschieben der Gießform auf dem Gießtisch und Mittel zum gleichzeiti gen Aufrechterhalten eines positiven Vordrucks der Grund platte der Gießform gegenüber dem Gießtisch.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gießform oberhalb eines nicht-gekühlten Angußberei
ches Kühlmittel aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12,
gekennzeichnet durch elastisch am Gießtisch befestigte
horizontale Schienen oder Rollensätze, die zum Andrücken
der Gießform am Gießtisch beim Verschieben auf feste hori
zontale Kanten oder Schienen der Gießform einwirken.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12,
gekennzeichnet durch elastisch an der Gießform angeordnete
horizontale Schienen oder Rollensätze, die zum Andrücken
der Gießform am Gießtisch mit fest am Gießtisch angeordne
ten horizontalen Kanten oder Schienen zusammenwirken.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14,
gekennzeichnet durch Mittel zum Andrücken des Steigrohres
an den Gießtisch bzw. die Gießform.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15,
gekennzeichnet durch ein elastisch im Gießofen aufgehängtes
Steigrohr und Höhenverstellmittel für den Gießofen.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16,
gekennzeichnet durch zwei auf einer gemeinsamen Grundplatte
mit zwei Eingußöffnungen aufgesetzte Formen, insbesondere
Dauergießformen, sowie Verschiebmittel zum alternierenden
Verschieben der Grundplatte.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, gekenn
zeichnet durch eine Mehrzahl von auf einer gemeinsamen
Grundplatte mit einem Ring von Eingußöffnungen aufgesetzte
Formen, insbesondere Dauergießformen, sowie Drehantriebs
mittel zum drehenden Antrieb der Grundplatte.
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