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Vorrichtung zum Zusammenbinden von Stäben od. dgl. zu Bündeln mittels
Bindedrahts Zusatz zum Patent 950 117 Das Hauptpatent betrifft eine Vorrichtung
zum Zusammenbinden von Stäben oder ähnlichen Materialien, wie Stangen oder Draht,
zu Bündeln mittels Bindedrahts, bei weIcher der mechanische Bindevorgang möglichst
der Handarbeit nachgestaltet ist, wobei der Bindedraht quer über dem zu bindenden
Gut in geradliniger Erstreckung und beiderseits gleichviel überstehend ausgelegt,
dann über das zu bindende Gut abgebogen und schließlich um das Gut herumgebogen
wird, woraufhin dann die sich kreuzenden Enden des Bindedrahtes miteinander verdrillt
werden. Hierzu ist die Vorrichtung mit zwei Führungskörpern versehen, die in Gleitbahnen
aufeinander zu und voneinander weg bewegbar sind. Der mit den Gleitbahnen versehene
Kopf der Vorrichtung ist heb- und senkbar sowie drehbar angeordnet. Zur Durchführung
des Bindevorganges sind drei Bewegungen - die Bewegung der Führungskörper in den
Gleitbahnen, das Heben und Senken sowie das Drehen des Kopfes - auszuführen, und
es ist für jede Bewegung ein besonderer Antrieb erforderlich.
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Ziel der Erfindung ist es, die Vorrichtung nach dem Hauptpatent durch
Verringerung des baulichen Aufwandes zu verbessern, indem die Zahl der erforderlichen
Bewegungen und damit die Zahl der zur Durchführung der Bewegungen erforderlichen
Antriebe herabgesetzt wird.
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Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen,, die den Bindedraht aufnehmenden
Führungskörper an den Enden von über Kreuz geführten Gleitstangen anzuordnen. Die
Gleitstangen sind dabei über Hebelgestänge in ihrer Längsrichtung, also über Kreuz
von einem in einem Zylinder geführten Kolben od. dgl. bewegbar in den drehbaren
Kopf der Vorrichtung eingesetzt. Durch die Anordnung und Bewegung der Gleitstangen
über Kreuz werden die Führungskörper dann gleichzeitig aufeinander zu bzw. voneinander
weg bewegt sowie gehoben bzw. gesenkt.
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Um einen störungsfreien Ablauf des Bindevorganges sicherzustellen,
ist es erforderlich, den Bindedraht in den ihn aufnehmenden Bohrungen in den Führungskörpern
festzuhalten. Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird daher vorgeschlagen,
in Bohrungen, welche die den Bindedraht aufnehmenden Bohrungen kreuzen, halbzylindrische
Klemmbolzen einzusetzen, die durch Drehung den Bindedraht in den Bohrungen der Führungskörper
festklemmen. Betätigt werden können die Bolzen von Elektromagneten od. dgl. über
durch die hohlen Gleitstangen geführte Gestänge.
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Der Klemmbolzen, der in dem dem zulaufenden Bindedraht zugekehrten
Führungskörper angeordnet ist, kann erfindungsgemäß mit einer Schneide versehen
sein, so daß zugleich mit dem Klemmen des
Bindedrahtes das Ablängen des Bindedrahtes
erfolgt.
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Ein besonderer Antrieb und eine gesonderte Steuerung der Schneeidvorrichtung
entfällt damit.
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Für den Fall, daß Stabbündel verschiedenen Durchmessers gebunden
werden sollen, ist zwecks Vermeidung zeitraubender Leerhübe der Gleitstangen für
den der Verschiebung der Gleitstangen dienenden Kolben eine Hubbegrenzung vorgesehen.
Entsprechend dem veränderlichen Hub der die Gleitstangen bewegenden Kolben ist gemäß
einem weiteren Merkmal der Erfindung auch die Einlauflänge des Bindedrahtes regelbar.
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Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, und zwar
in Fig. 1 eine Seitenansicht der Vorrichtung teilweise geschnitten, in den Fig.
2, 3 und 4 die Vorrichtung in den verschiedenen Arbeitsstellungen.
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In dem Gehäuse 1 ist der Kopf 2 drehbar gelagert, wobei die Drehung
durch die, von einem hier nicht dargestellten Antrieb bewegbare Zahnstange 3 bewirkt
wird. In den annähernd unter 450 geneigten Führungen 4 sind die sich kreuzenden
Gleitstangen 5 über die Winkelhebel 6 und 7 von dem im Zylinder 9 geführten Kolben
8 verschiebbar. Die Gleitstangen 5 tragen an ihren oberen Enden die mit Bohrungen
10 und 11 versehenen Führungskörper 12 und 13. In die Bohrungen 10 und 11 wird der
von der Trommel 14 durch den Treibrollensatz 15 abgezogene Bindedraht eingeführt.
Gekreuzt werden die Bohrungen 10 und 11 von den Bohrungen 10a und 11a, in denen
halbzylindrische Klemmbolzen 16 und 17 gelagert sind, die durch an ihren Armen 18
angreifende Zugstangen 19
von den Elektromagneten 20a und 20b gedreht
werden können. Der Klemmbolzen 17, der in dem dem zulaufenden Bindedraht zugekehrten
und mit einem Einlauftrichter 21 versehenen Führungskörper 13 gelagert ist, ist
mit einer Schneide22 versehen, durch die der Bindedraht bei Drehung des Klemmbolzens
17 abgelängt wird. Mit 23 ist der Auswerfer für die gebundenen Bündel bezeichnet.
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Im folgenden sei kurz die Arbeitsweise der Vorrichtung beschrieben:
Sind die Führungskörper 12 und 13 in ihrer untersten Stellung, dann wird, entsprechend
der Größe des zu bindenden Stabbündels, der Bindedraht von der Trommel 14 abgezogen
und durch den Treibrollensatz 15 in die Bohrungen 10 und 11 eingeführt. Der Elektromagnet20a
wird betätigt, so daß der Bindedraht zwischen dem halbzylindrischen Klemmbolzen
17 und der Wandung der Bohrung 11 festgeklemmt wird. Gleichzeitig mit der Drehung
des Klemmbolzens 17 schwingt die Schneide 22 herunter und längt den Bindedraht ab.
Nunmehr wird der Kolben 8 beaufschlagt, wodurch die Gleitstangen 5 ausfahren. Die
Führungskörper 12 und 13 entfernen sich voneinander und spannen den Bindedraht zwischen
stich aus. Während durch Betätigung des Elektromagneten20b der Klemmbolzen 16 das
andere Bindedrahtende festklemmt, wird das Stabbündel in den Bereich der Vorrichtung
transportiert. Der Kolben 8 wird entgegengesetzt beaufschlagt, und die Gleitstangen
5 fahren wieder ein. Dadurch wird der Bindedraht abgebogen und um das Stabbündel
herumgezogen. Haben die Führungskörper 12 und 13 ihre unterste Stellung erreicht,
wird der Antrieb der Zahnstange 3 eingeschaltet, durch die der Kopf 2 in Drehung
versetzt wird und die Bindedrahtenden verwunden werden. Die Rückdrehung wird zum
Verwinden der Bindeldrahtenden beim Umbinden des nächsten Bündels ausgenutzt. Durch
Betätigung der Elektromagneten 20a und 20b geben die Klemmbolzen 16 und 17 die Bindedrahtenden
frei, und das fertig gebundene Stabbündel kann durch den Auswerfer 23 aus der Vorrichtung
herausgehoben werden, so daß diese für den nächsten Arbeitsgang bereit ist.
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PATrNrANspnOcuE: 1. Vorrichtung zum Zusammenbinden von Stäben oder
ähnlichen Materialien, wie Stangen oder Draht, zu Bündeln mittels Bindedrahts, bestehend
aus einer Mulde zum Sammeln der zu bündelnden Stäbe und einer aus zwei Führungskörpern
zusam-
mengesetzten zu öffnenden und zu schließenden Führung, deren Führungskörper
mit sich in der Schließstellung der Führung zu einer geradlinigen ununterbrochenen
Bohrung ergänzenden Bohrungen versehen und in Gleitbahnen eingesetzt sind, in denen
die Führungskörper nach dem Einführen des Bindedrahtes in deren Bohrungen und dem
Ablängen des Bindedrahtes bis. auf einen den Durchmesser des Bündels übersteigenden
Abstand voneinander entfernbar und an dem Bündel vorbei wieder aufeinander zu bewegbar
sind, woraufhin durch Drehung des die Gleitbahnen für die Führungskörper aufweisenden
Kopfes die Enden des Bindedrahtes miteinander verwunden werden, nach Patent 950
117, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungskörper (12, 13) an den Enden von über
Kreuz geführten Gleitstangen (5) angeordnet sind, welche über Hebelgestänge (6,
7) von einem in einem Zylinder (9) geführten Kolben (8) od. dgl. bewegbar in den
drehbaren Kopf (2) eingesetzt sind, und der Schnittpunkt der sich kreuzenden Gleitstangen
(5) sich stets auf der Querschnittsmittellinie des Stabbündels befindet.