DE19524729A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Walzen von Bändern mit über ihrer Breite ungleichförmige Dicken- und/oder Längenverteilung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Walzen von Bändern mit über ihrer Breite ungleichförmige Dicken- und/oder LängenverteilungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Walzen von Bändern, welche über ihre Breite eine
ungleichförmige Dicken- und/oder Längenverteilung
aufweisen, unter Verwendung mindestens einer auf der
Einlauf- und/oder Auslaufseite des Walzwerks
angeordneten, in ihrer Stellung relativ zum Band
verschwenkbaren Steuerrolle.
Bänder weisen nach den ersten Schritten ihrer Herstellung
in der Regel Unsymmetrien hinsichtlich der Gleich
förmigkeit ihres über ihre Breite gemessenen Dicken
verlaufs und ihrer Länge auf. Dies gilt insbesondere für
in Warmbandstraßen gewalzte Metallbänder, welche
üblicherweise eine über ihre Breite ungleichmäßige,
konvexe Dickenverteilung aufweisen. Nach dem Längsteilen
derartiger Bänder weisen die Randstreifen jeweils ein
trapezförmiges Dickenprofil auf. Dieses Dickenprofil
führt beim Walzen derartiger Randstreifen zum seitlichen
Verlauf der Streifen im Walzspalt.
Eine Vorrichtung, die das seitliche Verlaufen eines
Bandes im Walzspalt verhindern soll, wird in der
Deutschen Patentschrift DE 34 05 146 C1 beschrieben. Bei
der bekannten Vorrichtung werden in der Bandebene
schwenkbare Bandführungsrollen eingesetzt, die eine dem
Auswandern des Bandes entgegenwirkende Seitenführungs
kraft auf dieses aufbringen. Dabei ist über benachbart zu
den Führungsrollen angeordnete Tauchrollen der
Umschlingungswinkel der jeweiligen Führungsrollen
veränderbar, um die Größe der auf das Band aufgebrachten
Seitenführungskraft verändern zu können.
Bei der bekannten Vorrichtung wird vor Inbetriebnahme des
Walzwerks die Mittenlage des Bandes voreingestellt.
Während des Betriebs wird dann mit Meßfühlern die
jeweilige Position der Bandkante erfaßt. Eine Veränderung
der Position der Bandkante gegenüber dem vorgegebenen
Sollpositionswert wird von einer Regeleinrichtung als ein
Hinweis auf die Außermittigkeit des Bandes ausgelegt. Die
Regelvorrichtung gibt daraufhin ein entsprechendes
Stellsignal an eine Stellvorrichtung ab, die die
Schwenkstellung der Führungsrolle derart verändert, daß
sich wieder ein mittiger Bandverlauf einstellt.
Die voranstehend erläuterte bekannte Vorrichtung erfüllt
grundsätzlich ihren Zweck. Bei der praktischen Erprobung
einer derartigen Vorrichtung hat sich jedoch
herausgestellt, daß die Seitenführungskräfte, welche über
die schwenkbaren Führungsrollen auf das Band aufbringbar
sind, im hohen Maße von der Reibung zwischen Band und
Rolle abhängig sind. Nicht konstante Reibungsver
hältnisse, wie sie im praktischen Betrieb derartiger
Vorrichtungen die Regel sind, verändern den
Gleichgewichtszustand der Seitenkräfte und führen zu
einem seitlichen Verspringen des Bandes auf der
Führungsrolle. Dieses als "Stick slip-Effekt"
bezeichnete seitliche Verspringen des Bandes verursacht
Instabilitäten bei der Schräglagenregelung der
Führungsrollen und unstabile Walzbedingungen.
Ein weiterer Nachteil des Einflusses der Reibung zwischen
Führungsrolle und Band bei der bekannten Vorrichtung
besteht darin, daß die Seitenführungskraft der in
Bandlaufebene schwenkbaren Führungsrolle vom Bandzug und
von dem Umschlingungswinkel abhängig ist. Die praktische
Erprobung der bekannten Vorrichtung hat gezeigt, daß sich
nicht für alle Anlagengeometrien und Betriebszustände
Umschlingungswinkel einrichten lassen, die die
Übertragung von ausreichend großen Seitenführungskräften
mittels der Führungsrolle auf das Band sicherstellen.
Schließlich besteht ein weiterer Nachteil der bekannten
Vorrichtung darin, daß bei dieser Vorrichtung zur
Regelung der Führungsrolle die Außermittigkeit des Bandes
als Regelgröße verwendet wird. Dies hat zur Folge, daß
ein bestimmter Bandverlauf vorliegen muß, bevor ein
Regeleingriff erfolgt. Dabei hat sich bei der praktischen
Erprobung gezeigt, daß der Regeleingriff oftmals erst zu
einem Zeitpunkt erfolgt, bei dem die Stabilitätsgrenze
des Walzprozesses bereits überschritten ist. Ein zusätz
licher Nachteil einer derartigen Regelung besteht darüber
hinaus darin, daß bei außermittiger Aufgabe des Bandes
oftmals dem Regler ein fehlerhafter Sollwert vorgegeben
wird. Dieser Fehler bei der Sollwerteingabe führt
schließlich dazu, daß der Regelkreis nicht mehr in der
Lage ist, die Schwenkstellung der Führungsrolle in der
gewünschten und für ein gutes Arbeitsergebnis erforder
lichen Weise zu regeln.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ausgehend von
der voranstehend erläuterten bekannten Vorrichtung und
dem entsprechenden Verfahren zum Walzen von Band mit
einfachen Mitteln ein Verfahren und eine Vorrichtung zu
schaffen, mit denen es unabhängig von den jeweiligen
Betriebszuständen möglich ist, bei einer geringen
Störanfälligkeit ein durch Ungleichförmigkeit im Dicken-
und/oder Längenverlauf über die Breite eines Bandes
verursachtes Bandverlaufen zu kompensieren.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich eines Verfahrens der
eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß mit mindestens
einer Meßeinrichtung die Verteilung der Zugspannung über
die Breite des Bandes erfaßt wird und daß entsprechend
der erfaßten Zugspannungsverteilung die Steuerrolle so
lang verstellt wird, bis die erfaßte Zugspannungsver
teilung einem Sollwert entspricht.
Die erfindungsgemäße Verfahrensweise trägt dem Umstand
Rechnung, daß das seitliche Verlaufen des Bandes im
Walzspalt durch eine unsymmetrische Verteilung der
Zugspannungen über die Breite des Bandes verursacht wird.
Dabei hat die über die Breite des Bandes unsymmetrische
Verteilung der Zugspannungen zwei Ursachen. Eine dieser
Ursachen besteht darin, daß für den Fall, daß Bänder mit
trapezförmigen Dickenprofil aufgewickelt werden, sich ein
über deren Breite ungleichmäßiger Wickelzustand
einstellt. Die dickere Bandkante ist dabei sehr fest
gewickelt, während die dünnere Bandkante sehr lose
gewickelt ist. Wird nun an den Wickelhaspeln eine
Zugkraft in das Band eingeleitet, so stellt sich an den
festgewickelten Randstreifen von großer Dicke eine große
Bandzugspannung ein, während sich in den Bereichen, die
lose gewickelt sind, eine kleine Zugspannung einstellt.
Diese unsymmetrischen Spannungen wirken sehr weit in das
Band hinein.
Die zweite Ursache für die unsymmetrische Zugspannungs
verteilung beim Kaltwalzen von Randstreifen besteht
darin, daß die in Warmwalzstraßen gewalzten Warmbänder
üblicherweise außer einem konvexen, ungleichförmigen
dicken Profil über ihre Breite auch eine über ihre Breite
ungleichmäßige Längenverteilung aufweisen. So haben die
Bänder in der Mehrzahl der Fälle eine kurze Bandmitte und
lange Bandseiten. Diese ungleichmäßige, jedoch bezüglich
der Bandmitte noch symmetrische Längenverteilung der
Warmbänder führt beim Zerteilen der Bänder zu einer
unsymmetrischen Längenverteilung an den Randstreifen.
Diese weisen nach dem Zerteilen eine kurze und eine lange
Bandkante auf. Beim Walzen derartig geteilter Warmbänder
mit unsymmetrischer Längenverteilung treten im Band
unsymmetrische Zugspannungen auf, wobei die kurze
Bandkante einer großen Zugspannung und die lange
Bandkante einer kleinen Zugspannung unterworfen ist.
Indem gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens die
Ungleichförmigkeit der Zugspannungsverteilung über die
Breite des Bandes erfaßt wird, ist es auf einfache Weise
möglich, die Steuerrolle so zu verstellen, daß auf das
Band derartige Zugkräfte aufgebracht werden, daß dieses
ohne die Gefahr eines seitlichen Verlaufens gewalzt
werden kann. Da dabei nicht, wie noch bei der voran
stehend erläuterten bekannten Vorrichtung Seitenkräfte
auf das Band aufgebracht werden müssen, ist der Einfluß
von Veränderungen der Reibung zwischen dem Band und der
jeweiligen Steuerrolle auf ein Minimum reduziert. Auch
ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Gefahr der
Vorgabe eines falschen Regelsollwerts auf ein Minimum
reduziert, da als Bezugsgröße nicht eine Geometriegröße
des verarbeiteten Bandes sondern ein für alle Bänder oder
bestimmte Sorten von Bändern ermittelter Kennwert gewählt
werden kann.
Die Zugspannungsverteilung im Band läßt sich in vorteil
hafter Weise aus der Differenz der auf der Antriebs- und
der Bedienseite des Walzwerks erfaßten Bandzugkräfte
ermitteln.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung der eingangs genannten
Art weist Mittel zum Erfassen der Zugspannungsverteilung
über die Breite des Bandes und eine Regeleinrichtung auf,
die aus der erfaßten Zugspannungsverteilung Stellsignale
für Stelleinrichtungen zum Verschwenken der Steuerrolle
ermittelt. Dabei ist ein hinsichtlich der Minimierung des
Einflusses der Reibung auf das Arbeitsergebnis günstige
Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuerrolle in einer vertikal
ausgerichteten Ebene verschwenkbar ist. Eine derart
angeordnete und verschwenkbare Steuerrolle erzeugt keine
Seitenkräfte, sondern sie verändert wirkungsvoll die
Bandlänge und wirkt damit direkt auf die
Zugspannungsverteilung ein.
Je nach Anwendungsfall kann es günstig sein, wenn sowohl
auf der Einlauf- als auch auf der Auslaufseite des
Walzwerks jeweils mindestens eine Steuerrolle angeordnet
ist.
Die Wirkung der jeweiligen Steuerrollen läßt sich
zusätzlich noch dadurch vergrößern, daß der jeweiligen
Steuerrolle mindestens eine Umlenkrolle zugeordnet ist.
Diese Umlenkrolle kann in Förderrichtung des Bandes
sowohl vor als auch hinter der jeweiligen Steuerrolle
angeordnet sein. Darüber hinaus kann es günstig sein, vor
und hinter den jeweiligen Steuerrollen entsprechende
Umlenkrollen vorzusehen. Die Wirkung dieser Umlenkrollen
besteht darin, daß, wenn diese in das Band eingetaucht
werden, der Umschlingungswinkel an den Steuerrollen
vergrößert wird. Mit der Vergrößerung des Umschlingungs
winkels geht eine Vergrößerung des Einflusses der
Steuerrollen auf die Zugspannungsentwicklung in dem
jeweiligen Band einher.
Die antriebs- und bedienseitigen Zugkraftanteile werden
zur Ermittlung des Zugspannungsverlaufs vorteilhaft mit
Kraftsensoren gemessen, die an den Lagerböcken der
Steuerrollen oder an den Lagerböcken der eng benachbart
zu den Steuerrollen angeordneten Umlenkrollen
positioniert sind. Des weiteren ist es denkbar, für den
Fall, daß die Steuerrollen oder die benachbarten
Umlenkrollen als Planheitsmeßrollen ausgebildet sind, die
Unsymmetrie der Spannungsverteilung direkt aus den
Maßrollensignalen abzuleiten.
Die Vielseitigkeit der erfindungsgemäßen Vorrichtung läßt
sich dadurch noch vergrößern, daß der Abstand der
Umlenkrollen und der Steuerrollen zum Band veränderbar
ist. Dabei sollte die Steuerrolle und die Umlenkrolle
jeweils so weit von dem Band entfernbar sein, daß sowohl
die Steuerrolle als auch die Umlenkrolle bei Bedarf außer
Eingriff mit dem Band gebracht werden kann. So wird es in
vielen Fällen günstig sein, eine auf der Auslaufseite des
Walzwerkes angeordnete Umlenkrolle außer Eingriff mit dem
Band zu bringen, wenn dort eine Planheitsregelung zum
Einsatz kommt und möglichst wenige Rollen mit dem Band in
Berührung kommen sollen.
Günstig sein kann es auch, wenn auf der Einlauf- und/oder
der Auslaufseite des Walzwerks jeweils zwei Steuerrollen
angeordnet sind, von denen die eine auf die obere
Bandoberfläche und die andere auf die untere
Bandoberfläche einwirkt. Auf diese Weise wird die
Vielseitigkeit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zusätzlich vergrößert. So ist es bei einer derartigen
Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung je nach
Anwendungsfall beispielsweise problemlos möglich, nur die
obere oder nur die untere Steuerrolle einzusetzen.
Genauso kann auch der gleichzeitige Einsatz beider
Steuerrollen erfolgen, wobei in diesem Fall die
Steuerrollen entgegengesetzt zueinander verschwenkt
werden. Durch das auf diese Weise erzielte Zusammenwirken
der Steuerrollen wird deren Einfluß auf die
Zugspannungsverteilung erheblich verstärkt.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 den Aufbau einer Vorrichtung zum Walzen von
Bändern in einer schematischen, seitlichen
Ansicht;
Fig. 2 den Aufbau einer zweiten Vorrichtung zum Walzen
von Bändern in einer schematischen, seitlichen
Ansicht;
Fig. 3 eine dritte Vorrichtung zum Walzen von Bändern
in einer schematischen, ausschnittsweisen
seitlichen Ansicht.
Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung zum Walzen von Bändern
weist ein zwei Arbeitswalzen 1, 2 aufweisendes Walzwerk W
auf. Auf der Einlaufseite E des Walzwerks W ist eine
Abwickelhaspel 3 angeordnet, von der ein Band B in
Förderrichtung F in den Walzspalt 4 zwischen den
Arbeitsrollen 1, 2 des Walzwerks W gefördert wird. Vor dem
Eintreten in den Arbeitsspalt 4 ist das Band B über eine
erste Steuerrolle 5 geführt. Die Steuerrolle 5 ist auf
einem Lagerbock 6 gelagert, an dem Kraftmeßsensoren 7 zur
Ermittlung der auf das Band B einlaufseitig einwirkenden
Zugkräfte befestigt sind. Die Steuerrolle 5 ist über
ihren Lagerbock 6 mittels nicht gezeigter Stellantriebe
in einer im wesentlichen vertikal ausgerichteten Ebene N₁′
verschwenkbar.
Auf der Auslaufseite A des Walzwerks W ist eine
Aufwickelhaspel 8 angeordnet, auf die das fertig gewalzte
Band B aufgewickelt wird. Zuvor wird das Band B über eine
zwischen dem Walzspalt 4 und der Aufwickelhaspel 8
angeordnete zweite Steuerrolle 9 geführt. Die Steuer
rolle 9 ist auf einem Lagerbock 10 gelagert, welcher mit
Kraftmeßsensoren 11 zur Ermittlung der auslaufseitig auf
das Band B einwirkenden Zugkräfte ausgestattet ist.
Entsprechend der ersten Steuerrolle 5 ist die zweite
Steuerrolle 9 mittels nicht gezeigter Stelleinrichtungen
in einer Ebene N₁′′ verschwenkbar, die im wesentlichen
vertikal ausgerichtet ist.
Die Kraftmeßsensoren 7, 11 sind mit einer nicht gezeigten
Regeleinrichtung verbunden, die aus den Meßsignalen der
Kraftmeßsensoren 7, 11 die Zugspannungsverteilung über die
Breite des Bandes B ermittelt und Steuersignale an die
nicht gezeigten Stellantriebe zum Schwenken der Steuer
rollen 5, 9 abgibt, bis die ermittelte Zugspannungsver
teilung einem vorgegebenen Sollwert entspricht.
Bei der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung zum Walzen von
Bändern wird das Band B von einer Abwickelhaspel 20 über
eine erste, in einer im wesentlichen vertikal
ausgerichteten Ebene N₂′ verschwenkbaren Steuerrolle 21
dem Walzspalt 22 des Walzwerks W′ zugeführt. Dabei wirkt
eine Umlenkrolle 23 auf das Band B ein, welche oberhalb
des Bandes B und zwischen der Steuerrolle 21 und dem
Walzwerk W′ angeordnet ist. Die Umlenkrolle 23 ist
höhenverstellbar, um den Winkel α verändern zu können, in
dem das Band B die Steuerrolle 21 umschlingt.
Die erste Steuerrolle 21 ist auf einem Lagerbock 24
gelagert, der mit Kraftmeßsensoren 25 zur Ermittlung der
auf das Band B auf der Einlaufseite E des Walzwerks W′
einwirkenden Zugkräfte bestimmt sind. Auf der
Auslaufseite A des Walzwerks W′ ist nächst benachbart zum
Walzspalt 22 eine zweite Umlenkrolle 26 angeordnet. Die
Umlenkrolle 26 ist höhenverstellbar und kann soweit von
dem Band B entfernt werden, daß sie außer Eingriff mit
dem Band ist. Eng benachbart zu der Umlenkrolle 26 ist in
Förderrichtung F des Bandes B eine zweite Steuerrolle 27
angeordnet, welche über nicht gezeigte Stelleinrichtungen
in einer Ebene N₂′′ verschwenkbar ist, die im wesentlichen
vertikal ausgerichtet ist. Das Band B wird, nachdem es
die Steuerrolle 27 passiert hat, auf einer
Aufwickelhaspel 28 aufgewickelt.
Entsprechend der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung werden
auch bei der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung die auf das
Band B bedien- und antriebsseitig einwirkenden Zugkräfte
erfaßt und einer nicht gezeigten Regeleinrichtung
zugeführt. Diese Regeleinrichtung bestimmt aus dem
ermittelten Zugspannungsverlauf Stellsignale zum
Verschwenken der Steuerrollen 21, 27, bis die ermittelte
Zugspannungsverteilung einem Sollwert entspricht.
In Fig. 3 ist ausschnittsweise eine dritte Vorrichtung
zum Walzen von Bändern gezeigt, bei der das Band B
ebenfalls von einer Aufwickelhaspel 40 über eine erste
Steuerrolle 41 dem Walzspalt 42 eines Walzwerks W′′
zugeführt wird. Im Unterschied zu der in Fig. 2 gezeigten
Vorrichtung ist zwischen der ersten Steuerrolle 41 und
dem Walzwerk W′′ eine zweite Steuerrolle 43 angeordnet,
die auf die Oberfläche des Bandes B einwirkt.
Die erste Steuerrolle 41 ist über nicht gezeigte
Stelleinrichtungen in einer Ebene N₃′ verschwenkbar, die
im wesentlichen vertikal ausgerichtet ist. In
entsprechender Weise ist die Steuerrolle 43 in einer
Ebene N₃′′ verschwenkbar, die ebenfalls vertikal
ausgerichtet ist.
Auf der Auslaufseite A weist die in Fig. 3 gezeigte
Vorrichtung eine dem Aufbau auf der Einlaufseite E
entsprechenden Aufbau auf.
Wie bei den in den Fig. 1 und 2 gezeigten Vorrichtungen
wird auch bei der Vorrichtung nach Fig. 3 mittels
geeigneter Meßeinrichtungen die Verteilung der
Zugspannungen bestimmt, unter denen das Band B steht. Die
Zugspannungsverteilung wird einer geeigneten
Regeleinrichtung zugeführt, welche so lange Stellsignale
an die nicht gezeigten Stellantriebe zum Verschwenken der
Steuerrollen 41, 43 abgibt, bis die Zugspannungsverteilung
einem Sollwert entspricht. Dabei werden die Steuerrollen
41, 43 jeweils gegenläufig verstellt, um ihre Wirkung zu
verstärken.
Die voranstehend erwähnten Regelungen der Zugspannungs
verteilung sind lediglich beispielhafter Art. So kann es
ebenso je nach Anwendungsfall sinnvoll sein, eine
Regelung nur an der Einlauf- oder an der Auslaufseite des
Walzgerüstes durchzuführen. Vorwiegend wird man jedoch
eine Regelung nur an der Einlaufseite E einsetzen, da an
der Auslaufseite A der Walzgerüste W, W′, W′′ häufig
Planheitsregelsysteme eingesetzt werden. Beim Einsatz von
Planheitsregelungen werden die auslaufseitigen Steuer
rollen in "0"-Position gestellt, in der sie keinen
Einfluß auf das Band ausüben. Es ist jedoch mit der
erfindungsgemäßen Vorrichtung auch möglich, an der
Auslaufseite durch Einsatz der Steuerrollen gezielt auf
die Spannungsverteilung einzuwirken. Auf diese Weise
können einerseits die Planheit des gewalzten Bandes und
andererseits die Spannungsverteilung am Walzspalt
unabhängig voneinander eingestellt werden.
Claims (11)
1. Verfahren zum Walzen von Bändern (B), welche über
ihre Breite eine ungleichförmige Dicken- und/oder
Längenverteilung aufweisen, unter Verwendung
mindestens einer auf der Einlauf- und/oder
Auslaufseite eines Walzwerks (W, W′, W′′) angeordneten,
in ihrer Stellung relativ zum Band (B)
verschwenkbaren Steuerrolle (5, 9, 21, 27, 41, 43),
dadurch gekennzeichnet, daß mit
mindestens einer Meßeinrichtung (7, 11, 25) die
Verteilung der Zugspannungen über die Breite des
Bandes (B) erfaßt wird und daß entsprechend der
erfaßten Zugspannungsverteilung die Steuerrolle
(5, 9, 21, 27, 41, 43) so lange verstellt wird, bis die
erfaßte Zugspannungsverteilung einem Sollwert
entspricht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die
Zugspannungsverteilung aus der Differenz der auf der
Antriebs- und der Bedienseite des Walzwerks (W, W′, W′′)
erfaßten Bandzugkräfte ermittelt wird.
3. Vorrichtung zum Walzen von Bändern (B), welche über
ihre Breite eine ungleichförmige Dicken- und/oder
Längenverteilung aufweisen, mit mindestens einer auf
der Einlauf- (E) und/oder Auslaufseite (A) des
Walzwerks (W, W′, W′′) angeordneten, in ihrer Stellung
relativ zum Band (B) verschwenkbaren Steuerrolle
(5, 9, 21, 27, 41, 43), gekennzeichnet
durch Mittel zum Erfassen der Zugspannungs
verteilung über die Breite des Bandes (B) und einer
Regeleinrichtung, die aus der erfaßten Zugspannungs
verteilung Stellsignale für Stelleinrichtungen zum
Verschwenken der Steuerrolle (5, 9, 21, 27, 41, 43)
ermittelt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die
Steuerungsrollen (5, 9, 21, 27, 41, 43) in einer vertikal
und/oder horizontal ausgerichteten Ebene
(N₁′, N₁′′, N₂′, N₂′′, N₃′, N₃′′) verschwenkbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
sowohl auf der Einlauf- (E) als auch auf der
Auslaufseite (A) des Walzwerks (W, W′, W′′) jeweils
mindestens eine Steuerrolle (5, 9, 21, 27, 41, 43)
angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Steuerrolle (5, 9, 21, 27, 41, 43) mindestens eine
Umlenkrolle (23, 26) zugeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß dem
Lagerbock (6, 10, 24) jeder Steuerrolle (5, 9, 21, 27,
41, 43) ein Kraftmeßsensor (7, 11, 25) zugeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens einer der nächst benachbart zu der
jeweiligen Steuerrolle (5, 9, 21, 27, 41, 43) angeordneten
Umlenkrolle (23, 26) ein Kraftmeßsensor zugeordnet
ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Abstand der Umlenkrolle (23, 26) zum Band (B)
veränderbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Abstand der Steuerrolle (5, 9, 21, 27, 41, 43) zum
Band (B) veränderbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß auf
der Einlauf- (E) und/oder der Auslaufseite (A) des
Walzwerks (W, W′, W′′) jeweils zwei in Förderrichtung
(F) des Bandes (B) versetzt positionierte
Steuerrollen (41, 43) angeordnet sind, von denen die
eine auf die obere Bandoberfläche und die andere auf
die untere Bandoberfläche einwirkt.
Priority Applications (4)
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|---|---|
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