DE10031683A1 - Spannbetonturm für eine Windenergieanlage sowie Windenergieanlage - Google Patents
Spannbetonturm für eine Windenergieanlage sowie WindenergieanlageInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Spannbetonturm für eine Windenergieanlage, mit einem Fundament (4), einem im Wesentlichen aus Beton bestehenden Turm (2) und mindestens einem seilartigen Spannstahlelement (12, 14) zum Verspannen des Turms (2). Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Spannstahlelement (12, 14) mittels an dem Turm angeordneter Spanntaschen (16, 18, 24, 26) fixiert ist.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Spannbetonturm für eine
Windenergieanlage, mit einem Fundament, einem im wesentlichen aus Beton
bestehenden Turm und mindestens einem seilartigen Spannstahlelement zum
Verspannen des Turms sowie eine Windenergieanlage mit einem derartigen
Spannbetonturm.
Der Turm einer Windenergieanlage ist neben dem Rotor und dem Generator ein
wesentlicher Bestandteil einer Windenergieanlage. Die Kosten des Turms können
bis zu 20% der Gesamtkosten einer Windenergieanlage ausmachen. Der Turm ist
großen Kräften ausgesetzt und dementsprechend mit hohen Festigkeiten
auszulegen.
Türme in Betonbauweise werden seit den 30-er Jahren des vergangenen
Jahrhunderts eingesetzt, neuerdings auch in Spannbetonbauweise. Diese ist zwar
teurer als herkömmliche Betontürme, sie weist aber eine hohe Steifigkeit und
Festigkeit auf. Bekanntlich tragen Spannbetonbauwerke dem Umstand Rechnung,
dass Beton eine niedrige Zugfestigkeit, aber eine hohe Druckfestigkeit aufweist, so
dass mit Hilfe von seilartigen Spannelementen, die regelmäßig aus Stahl bestehen,
das Bauwerk mit auf den Beton aufgebrachten Druckkräften gewissermaßen
vorgespannt ist, um Zugkräfte in dem Beton wenigstens teilweise zu
kompensieren.
Spannbetontürme für Windenergieanlagen der eingangs genannten Art werden von
der Firma Enercon, D-26607 Aurich, beispielsweise an Windenergieanlagen des
Typs E-33 kommerziell eingesetzt. Die seilartigen Spannstahlelemente zum
Vorspannen des Turms werden mit einem Ende im Fundament und mit dem
anderen Ende im oberen Bereich des Turms verankert. Im Bereich des Fundaments
sind sogenannte Spanntaschen vorgesehen, mit deren Hilfe Zugkräfte auf die
Spannstahlelemente zum Vorspannen des Turms aufgebracht werden können.
Nachteilig bei den bekannten Spannbetontürmen ist es, dass im Bereich des
Fundaments, welches aus Beton besteht, erhebliche Zugkräfte auf den Beton
aufgebracht werden. Angesichts der bereits beschriebenen geringen Zugfestigkeit
von Beton können deshalb nur begrenzte Vorspannkräfte auf die Spannstahl
elemente aufgebracht werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Spannbetonturm sowie eine Windenergieanlage
mit einem Spannbetonturm bereitzustellen, der bzw. die hohen Kräften standhält
und darüber hinaus auf relativ einfache Weise herstellbar ist.
Die Erfindung löst die Aufgabe bei einem Spannbetonturm der eingangs genannten
Art dadurch, dass das Spannstahlelement mittels an dem Turm angeordneter
Spanntaschen fixiert ist.
Durch die Anordnung von Spanntaschen im Bereich des Turms und nicht am
Fundament, können signifikante Zugkräfte im Beton im Bereich des Fundaments
vermieden werden. Darüber hinaus sind die am Turm angeordneten Spanntaschen
gut zugänglich, so dass die Spannstahlelemente während der Montage einfach mit
Zugkräften beaufschlagbar sind. Bevorzugt sind die Spanntaschen im Bereich des
Turms oberhalb des Fundaments angeordnet, so dass sie zur Montage besonders
einfach zugänglich sind.
Der Erfindung löst die Aufgabe gemäß eines weiteren Aspekt bzw. einer vorteil
haften Weiterbildung bei einem Spannbetonturm der eingangs genannten Art
dadurch, dass eine Schlaufe des Spannstahlelements im Bereich des Fundaments
angeordnet ist. Wird im Bereich des Fundaments eine Schlaufe gebildet, so kann
diese großflächig an dem Fundament verankert werden und die Flächenpressungen
und die aufgebrachten Spannungen im Fundament klein gehalten werden.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die Schlaufe
des Spannstahlelements mittels im Bereich des Fundaments angeordneter Schlaff
stahlelemente an dem Fundament fixiert ist. Auf diese Weise wird die Festigkeit
des Turms weiter erhöht und es können höhere Verspannungskräfte aufgebracht
werden. Zu diesem Zweck verlaufen die Schlaffstahlelemente vorzugsweise
innerhalb der Schlaufe der Spannstahlelemente und sind im wesentlichen horizontal
in dem Fundament angeordnet.
Besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der die Spanntaschen an einer
Spannstation angeordnet sind, welche eine in dem Turm ausgebildete Ausnehmung
aufweist. Die Spannstation und die in dem Beton des Turms ausgebildete
Ausnehmung sind dabei vorzugsweise aus dem Innenraum des Turms zugänglich,
da dort üblicherweise Treppen oder Lifte installiert sind und ein Schutz vor
Witterungseinflüssen gewährleistet ist.
Eine vorteilhafte Gestaltung ergibt sich ferner dadurch, dass mindestens ein
Spannstahlelement sich ausgehend von der Spannstation in Richtung des oberen
Endes erstreckt und im oberen Endbereich eine Schlaufe des Spannstahlelements
gebildet ist und/oder dass mindestens ein Spannstahlelement sich ausgehend von
der Spannstation in Richtung des Fundaments erstreckt und in dem Fundament
eine Schlaufe gebildet ist. Auf diese Weise können sämtliche Spannstahlelemente
zentral von der Spannstation aus vorgespannt werden. Die Schlaufen sind dabei im
Fundament bzw. im oberen Endabschnitt des Turms fest im Beton verankert.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Spannstation zeichnet sich dadurch aus, dass
die Spanntaschen des sich nach oben erstreckenden Spannstahlelements unterhalb
der Spanntaschen des sich nach unten erstreckenden Spannstahlelements
angeordnet sind, da so im Bereich zwischen den Spanntaschen nur Druckkräfte im
Beton auftreten.
Bevorzugt ist es ferner, dass jede Spanntasche ein an der Spannstation
angeordnetes Widerlager und ein fest mit dem Spannstahlelement verbundenes und
sich an dem Widerlager abstützendes Ankerelement aufweist, so dass große
Zugkräfte aufgenommen werden können. Das Widerlager kann in den Beton
eingegossen und beispielsweise aus Stahl bestehen, um hohen Flächenpressungen
zwischen Ankerelement und Widerlager Stand zu halten.
Die Erfindung ist nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels eines
Spannbetonturms für eine erfindungsgemäße Windenergienanlage unter
Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Windenergieanlage mit einem
erfindungsgemäßen Spannbetonturm in einer schematischen
Darstellung;
Fig. 2 eine Schnittdarstellung durch den Turm an der Stelle A-A;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Spannbetonturms im Bereich des Fundaments.
Die in Fig. 1 schematisch dargestellten Windenergieanlage 1 weist einen als
Spannbetonturm ausgebildeten Turm 2 mit einem Fundament 4, einen oben an dem
Turm an dem 2 drehbar gelagerte Gondel 6, einen um eine horizontale Achse
drehbar an der Gondel 6 gelagerten Rotor 8 mit mehreren Rotorblättern 10 und
einen innerhalb der Gondel 6 befindlichen elektrischen Generator auf. Durch die auf
die Rotorblätter 10 wirkenden Windkräfte wird der Rotor 8 in Drehung versetzt und
treibt den (nicht dargestellten) Generator zur Erzeugung elektrischer Energie an.
Der Turm 2 und das Fundament 4 bestehen im wesentlichen aus Beton, in den
seilartige Spannstahlelemente 12, 14 (Fig. 3) eingegossen sind. Wie insbesondere
Fig. 2 zeigt, verlaufen die Spannstahlelemente 12, 14 in dem ringförmig
ausgebildeten Turm 2. Sie sind gleichmäßig über den gesamten Querschnitt gemäß
Fig. 2 verteilt, um den Beton mit Zugkräften zu beaufschlagen und zu verspannen.
Eine Vielzahl von gleichmäßig über den Querschnitt des Turms 2 beabstandeten,
unteren Spannstahlelementen 12, vgl. Fig. 3, ist mittels an dem Turm 2 und
oberhalb des Fundaments 4 angeordneter Spanntaschen 16, 18 an dem Turm
fixiert. Zwei Spanntaschen 16, 18 eines Spannstahlelements 12 sind diametral
gegenüberliegend zueinander angeordnet und mit den beiden Endabschnitten eines
Spannstahlelements 12 verbunden. Im Bereich des Fundaments 4 ist eine Schlaufe
20 des Spannstahlelements 12 gebildet, die in das Fundament 4 aus Beton
eingegossen ist und die beiden im Turm 2 verlaufenden Abschnitte des
Spannstahlelements 12 verbindet.
Im Bereich der Schlaufen 20 sind eine Vielzahl von horizontal verlaufenden
Schlaffstahlelementen 22 in das Fundament 4 eingegossen, um für eine zusätzliche
Fixierung der Schlaufe und damit der Spannstahlelemente 12 im Fundament 4 und
für eine Erhöhung der gesamten Festigkeit des Spannbetonturms zu sorgen. Die
Schlaffstahlelemente 22 können in mehreren Ebenen in dem Fundament 4
verlaufen.
Die sich nach oben in Richtung auf die Gondel 6 erstreckenden Spannstahlelemente
15 sind ebenfalls mittels Spanntaschen 24, 26 an dem Turm 2 verankert, wobei
die Spanntaschen 24, 26 unterhalb der Spanntaschen 16, 18 angeordnet sind, die
die unteren Spannstahlelemente 12 an dem Turm 2 fixieren. Die oberen Enden
(nicht dargestellt) der sich nach oben erstreckenden Spannstahlelemente 14 sind
entweder ebenfalls mit Hilfe von nicht dargestellten Spanntaschen an dem Turm 2
befestigt oder verlaufen ebenfalls in jeweils einer Schlaufe, die entsprechend
der Schlaufe 20 der unteren Spannstahlelemente 12 in einem oberen Abschnitt des
Turms 2 gebildet ist.
Die Spanntaschen 16, 18, 24, 26 sind an einer zentralen Spannstation 28
ausgebildet, die vorzugsweise im unteren Bereich des Turms 2 angeordnet ist, aber
auch an anderen Orten des Turms 2, beispielsweise etwa in der Mitte zwischen
dem Fundament 4 und der Gondel angeordnet sein kann. Die Spannstation 28
weist eine - nicht näher dargestellte - in dem Beton des Turms 2 ausgebildete
Ausnehmung auf, so dass die Spanntaschen 16, 18, 24, 26 aus dem Innenraum
3 des Turms 2 zugänglich sind. Mit Hilfe der Spanntaschen können größe
Zugkräfte auf die Spannstahlelemente 12, 14 aufgebracht werden.
Claims (13)
1. Spannbetonturm für eine Windenergieanlage,
mit einem Fundament (4), einem im wesentlichen aus Beton bestehenden Turm (2)
und mindestens einem seilartigen Spannstahlelement (12, 14) zum Verspannen des
Turms (2),
dadurch gekennzeichnet, dass das Spannstahlelement (12,14) mittels an dem Turm
angeordneter Spanntaschen (16, 18, 24,26) fixiert ist.
2. Spannbetonturm nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 oder Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Schlaufe (20) des Spannstahlelements (12) im
Bereich des Fundaments (4) angeordnet ist.
3. Spannbetonturm nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spanntaschen (16, 18, 24,26) im Bereich des
Turms (2) oberhalb des Fundaments (4) angeordnet sind.
4. Spannbetonturm nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schlaufe (20) des Spannstahlelements (12)
mittels im Bereich des Fundaments (4) angeordneter Schlaffstahlelemente (22) an
dem Fundament (4) fixiert ist.
5. Spannbetonturm nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schlaffstahlelemente (22) teilweise innerhalb der
Schlaufe (20) verlaufen.
6. Spannbetonturm nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schlaffstahlelemente (22) im wesentlichen
horizontal in dem Fundament (4) angeordnet sind.
7. Spannbetonturm nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spanntaschen (16, 18, 24, 26) an einer
Spannstation (28) angeordnet sind, welche eine in dem Turm (2) ausgebildete
Ausnehmung aufweist.
8. Spannbetonturm nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Spannstahlelement (14) sich ausge
hend von der Spannstation (28) in Richtung des oberen Endes erstreckt und im
oberen Endbereich eine Schlaufe des Spannstahlelements (14) gebildet ist.
9. Spannbetonturm nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Spannstahlelement (12) sich ausge
hend von der Spannstation (28) in Richtung des Fundaments (4) erstreckt und in
dem Fundament (4) eine Schlaufe (20) gebildet ist.
10. Spannbetonturm nach Anspruch 8 und 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spanntaschen (24, 26) des sich nach oben
erstreckenden Spannstahlelements (14) unterhalb der Spanntaschen (16, 18) des
sich nach unten erstreckenden Spannstahlelements (12) angeordnet sind.
11. Spannbetonturm nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass jede Spanntasche (16, 18, 24, 26) ein an der
Spannstation (28) angeordnetes Widerlager und ein fest mit dem
Spannstahlelement (12, 14) verbundenes und sich an dem Widerlager abstützendes
Ankerelement aufweist.
12. Spannbetonturm nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ankerelement als sich außen konisch
erweiterende Spannhülse ausgebildet ist, die bei Aufbringung einer Zugkraft auf
das Spannstahlelement (12, 14) an dieses angepresst wird.
13. Windenergieanlage mit einem Rotor (8), einem elektrischen Generator und
einem Spannbetonturm, der ein Fundament (4), einen im wesentlichen aus Beton
bestehenden Turm (2) und mindestens ein seilartiges Spannstahlelement (12, 14)
zum Verspannen des Turms (2) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spannbetonturm nach mindestens einem der
vorstehenden Ansprüche ausgebildet ist.
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