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DE10027744A1 - Verfahren zur Herstellung von Polymeren durch kontrollierte "lebende" radikalische Polymerisation - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Polymeren durch kontrollierte "lebende" radikalische Polymerisation

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DE10027744A1
DE10027744A1 DE2000127744 DE10027744A DE10027744A1 DE 10027744 A1 DE10027744 A1 DE 10027744A1 DE 2000127744 DE2000127744 DE 2000127744 DE 10027744 A DE10027744 A DE 10027744A DE 10027744 A1 DE10027744 A1 DE 10027744A1
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DE
Germany
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alkyl
tempo
proxyl
radical
group
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE2000127744
Other languages
English (en)
Inventor
Lambertus Groenendaal
Jen-Lung Wang
Knud Reuter
Harald Pielartzik
Helmut Ritter
Joachim Storsberg
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
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Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
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Withdrawn legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F4/00Polymerisation catalysts
    • C08F4/40Redox systems
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
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  • Engineering & Computer Science (AREA)
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  • Health & Medical Sciences (AREA)
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  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polymerisation Methods In General (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polymeren durch kontrollierte "lebende" radikalische Polymerisation von olefinisch ungesättigten Monomeren in Gegenwart von Cyclodextrinen in wässriger Lösung, insbesondere von Cyclodextrin-komplexierten olefinisch ungesättigten Monomeren in wässriger Lösung.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polymeren durch kontrol­ lierte "lebende" radikalische Polymerisation von olefinisch ungesättigten Monomeren in Gegenwart von Cyclodextrinen in wässriger Lösung, insbesondere von Cyclo­ dextrin-komplexierten olefinisch ungesättigten Monomeren in wässriger Lösung.
Die technische Herstellung von Polymeren mittels radikalischer Polymerisation ist ein sehr kostengünstiges und technisch in breitestem Umfang ausgeübtes Verfahren. Die Polydispersitäten, gemessen als Quotient aus dem Gewichts- und dem Zahlen­ mittel des Molekulargewichts (Mw/Mn) der hergestellten Polymeren, liegen im Stand der Technik in Bereichen bis zu 50 und darüber und sind damit sehr hoch.
Das Verfahren der kontrollierten "lebenden" radikalischen Polymerisation mit Radi­ kalfängern (radical trapping species = RTS; stabile, "persistente" freie Radikale), wie beispielsweise N-oxiden (Nitroxyl-Radikalen) oder Triazolinyl-Radikalen, stellt bereits eine Verbesserung der radikalischen Polymerisation dar.
Nachteilig ist jedoch bei der kontrollierten radikalischen Polymerisation, dass auf­ grund der Unlöslichkeit der monomeren Verbindungen und der RTS in Wasser ein Emulgator oder ein organischer Colöser zugesetzt werden muss. Die Polymerisation wird demnach unter den Bedingungen der Emulsionspolymerisation oder in orga­ nischen Lösungsmitteln bzw. Lösungsmittelgemischen durchgeführt.
Ein weiteres Problem besteht in der Unlöslichkeit der RTS in Wasser, wodurch auch beim Einsatz von wasserlöslichen Monomeren in Lösungsmittelgemischen, beste­ hend aus überwiegend organischen Lösungsmitteln, gearbeitet werden muss, um eine homogene Reaktionslösung zu erhalten.
Die radikalische Polymerisation von Acrylaten, Methacrylaten und Vinylverbindun­ gen in wässrigen Lösungen in Gegenwart von Cyclodextrinen ist bekannt. In der DE-A-195 33 269 (Macromolecules 32 (1999) 5236-5239) ist die freie radikalische Polymerisation von mit Cyclodextrin komplexierten (Meth)acrylaten in wässriger Lösung untersucht worden. Die Dokumente EP-A-0 896 027, EP-A 0 780 401 und DE-A-195 48 038 sowie EP-A-0 853 092 beschreiben die Emulsionspolymerisation bzw. Suspensionspolymerisation von Vinylverbindungen und/oder (Meth)acrylaten in wässriger Lösung in Gegenwart von Cyclodextrinen.
Kontrollierte radikalische Polymerisationsmethoden sind ebenfalls bekannt. Bei­ spielsweise die "lebende" radikalische Suspensionspolymerisation von Methylmeth­ acrylat in einem Wasser/Alkohol-Gemisch (Macromolecules 32 (1999), S. 2204-2209), die 2,2,6,6-Tetramethyl-piperidinyl-1-oxy-(TEMPO)-kontrollierte "lebende" radikalische Polymerisation von wasserlöslichen Styrolderivaten in Ethylengly­ kol/Wasser-Mischungen (Polymer 40 (1999), S. 4505-4514) oder die kontrollierte bulk-Polymerization von 2,5-Bis[4-butyl-benzoyl)oxy]styrol mit 1-Phenyl-1- (2',2',6',6'-tetramethyl-1'-piperidinyloxy)ethan als Initiatorsystem (Macromol. Chem. Phys. 200 (1999), S. 2338-2344). Triazolinylradikal-kontrollierte Reaktionen wurden ebenfalls beschrieben (Macromol. Chem. Phys. 199 (1998), S. 763-769).
Keine der genannten Veröffentlichungen berichtet jedoch über die Möglichkeit der emulgatorfreien kontrollierten radikalischen Polymerisation und/oder Copolymeri­ sation von Monomeren in Gegenwart von Cyclodextrinen in wässriger Lösung. Durch die Unlöslichkeit der RTS in Wasser war bisher keine Nitroxyl- oder Triazo­ linyl-kontrollierte "lebende" radikalische Polymerisation von olefinisch ungesättigten Monomeren in Wasser als Lösungsmittel, d. h. auch ohne Zusatz von Emulgatoren oder organischen Colösern, möglich.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit, ein Verfahren zur kontrollierten "lebenden" radikalischen Polymerisation in wässriger Lösung ohne die zuvor beschriebenen Nachteile bereitzustellen.
Nebenbei sind neue, technisch vorteilhafte Polymerisationsverfahren, die sich in Wasser durchführen lassen, aus Umweltschutzgründen, arbeitsplatzhygienischen Aspekten und aus Gründen der Ressourcenschonung wünschenswert.
Es wurde nun gefunden, dass durch Komplexierung der monomeren Verbindungen mit Cyclodextrinen (CD) und/oder Komplexierung der wasserunlöslichen RTS und/oder Komplexierung des Initiatorsystems die obengenannten Einschränkungen bei der kontrollierten "lebenden" radikalischen Polymerisation in Wasser vermieden werden können und Produkte mit kleineren Polydispersitäten beispielsweise <5 und verbesserter Qualität erhalten werden.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es erstmals möglich, emulgatorfreie bzw. lösungsmittelfreie Polymere durch kontrollierte radikalische Polymerisation von Monomeren in wässriger Lösung herzustellen. Wasserunlösliche Initiatoren, Initia­ torsysteme und RTS können mit Cyclodextrinen in wasserlösliche Formen überführt werden, so dass Initiierung und Kontrolle der radikalischen Polymerisationen in Wasser als Lösungsmittel möglich werden.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Polymeren mittels kontrollierter "lebender" radikalischer Polymerisation in wässriger Lösung, dadurch gekennzeichnet, dass mindenstens eine Komponente ausgewählt aus
  • A) radikalisch polymerisierbaren Monomeren der Formel (I), (II) und/oder (III),
    in welchen
    R1 Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl,
    R2 Wasserstoff, Halogen oder C1-C4-Alkyl in ortho-, meta- oder para- Stellung, COOM oder SO3M (M = H, Alkalimetall), oder C1-C4- Alkoxy,
    R3 Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl,
    R4 C1-C4-Alkyl oder der Rest einer C2-C18-Monocarbonsäure,
    X eine CN-(Cyano), COOR5-(Ester), CONR6R7-(Amid), COR8-(Keto)- Gruppe, wobei R5 eine C1-C18-Alkyl-Gruppe, welche mit OH oder OR5 oder NR6R7 substituiert sein kann, darstellt,
    R6 und R7 unabhängig Wasserstoff oder C1-C18-Alkyl oder gemeinsam einen Cycloalkylrest mit 5 bis 12 C-Atomen, und
    R8 einen Alkylrest mit 1 bis 18 C-Atomen oder einen Cycloalkylrest mit 5 bis 12 C-Atomen bedeuten,
  • B) Initiator und/oder
  • C) Radikalfänger (RTS)
Cyclodextrin-komplexiert sind.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung Cyclodextrin-komple­ xierter Initiatoren und/oder Cyclodextrin-komplexierter Radikalfänger.
Weitere für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Monomere sind Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Itaconsäure oder die Anhydride dieser Säuren, Fumar­ säure, Olefine wie z. B. Propylen, 1-Buten, 1-Hexen, Isobutylen, Diene wie z. B. Iso­ pren, Butadien, Chloropren.
Als Monomere können auch von den oben genannten Beispielen abgeleitete fluo­ rierte Verbindungen eingesetzt werden, zum Beispiel solche, in denen ein Wasser­ stoffatom oder mehrere oder alle Wasserstoffatome durch Fluor ersetzt sind.
Bevorzugte polymerisierbare, einfach ungesättigte Vinylverbindungen sind bei­ spielsweise Styrol, Vinyltoluol, α-Methylstyrol, (Meth)acrylsäuremethylester und (Meth)Acrylsäurealkylester mit 2 bis 18 C-Atomen im Alkylrest, Hydroxyethyl­ (meth)acrylat, Hydroxypropyl(meth)acrylat, Styrolsulfonsäure und ihr Natriumsalz, 4-Styrolcarbonsäure, Methacrylsäure, 2-(Dimethylamino)ethyl-methacrylat, 2-(Di­ ethylamino)ethyl-methacrylat, Vinylacetat, Vinylester der Versatic Säure, Vinyl­ ether.
Besonders bevorzugte Monomere sind Styrol, Methacrylsäuremethylester, Hydroxy­ ethylmethacrylat sowie Natriumstyrolsulfonat.
Es können auch Gemische von Monomeren polymerisiert werden, wobei mindestens eines der Monomeren komplexiert vorliegt und die anderen Comonomeren Cyclo­ dextrin-komplexiert oder unkomplexiert eingesetzt werden können.
Cyclodextrine sind Cycloamylosen mit 1,4-verknüpften Glucose-Einheiten, wie sie beim Abbau von Stärke durch Bacillus macerans oder Bacillus circulans unter Ein­ wirkung von Cyclodextringlycosyltransferase entstehen, z. B. Cyclohexa-, Cyclo­ hepta- oder Cyclooctaamylosen mit 6, 7 oder 8 cyclisch verknüpften Glucoseeinhei­ ten (α-, β-, γ-Cyclodextrin).
Methoden zur Herstellung von Cyclodextrinen sind bekannt und werden beispiels­ weise beschrieben in "Römpp's Lexikon Chemie", 10. Auflage, Stuttgart/New York 1997, S. 845 ff und Chemical Reviews 98 (1998), S. 1743 ff.
Cyclodextrine, die für die Herstellung von Monomer/Cyclodextrin-Komplexen und/oder Komplexierung der RTS in Frage kommen, sind z. B. substituierte oder unsubstituierte Cyclodextrine sowie deren Ester, Alkylether, Hydroxyalkylether, Alkoxycarbonylalkylether und Carboxyalkylether oder deren Salze.
Geeignete Carbonsäurekomponenten für die Cyclodextrinester sind Aryl-, Aralkyl- und Alkylcarbonsäuren, bevorzugt Aralkyl- und Alkylcarbonsäuren, besonders bevorzugt Alkylcarbonsäuren. Geeignete Alkylcarbonsäuren sind solche mit 2 bis 30 C-Atomen, bevorzugt mit 2 bis 24 C-Atomen, besonders bevorzugt mit 2 bis 18 C-Atomen.
Die Mono-, Di- oder Triether bzw. Mono-, Di- oder Triester oder Monoesterdiether werden in der Regel durch Veretherung von α-, β- und γ-Cyclodextrinen mit Alkylie­ rungsmitteln wie beispielsweise Dimethylsulfat oder Alkylhalogeniden mit 1 bis 30 C-Atomen und/oder Veresterung mit z. B. Essigsäure, höheren Monocarbonsäuren (Fettsäuren) oder Bernsteinsäure erhalten.
Als Alkylkomponente für die Cyclodextrinalkylether, Hydroxyalkylether, Alkoxy­ carbonylalkylether und -carboxyalkylether kommen lineare oder verzweigte, gegebe­ nenfalls substituierte Alkylgruppen mit 1 bis 30 C-Atomen, bevorzugt 1 bis 24 C-Atomen, besonders bevorzugt 1 bis 18 C-Atomen in Frage.
Bevorzugte Cyclodextrine sind α-, β- und γ-Cyclodextrin, teilweise oder vollständig acetyliertes, methyliertes, hydroxyliertes und succinyliertes α-, β- und γ-Cyclo­ dextrin, sowie gemischt methylierte und acetylierte β-Cyclodextrine. Besonders bevorzugt sind β-Cyclodextrin, 2,6-Dimethyl-β-cyclodextrin und (2-Hydroxy)- propyl-β-cyclodextrin.
Als Initiator geeignet sind sämtliche im Stand der Technik beschriebenen Radikal­ initiatoren, wie z. B. radikalische, bzw. radikalbildende Verbindungen oder Stoffge­ mische, wie Hydroperoxide, organische Peroxide oder anorganische Peroxide. Bevorzugt sind Ammonium-, Natrium- und Kaliumpersulfat, Kaliumperoxodisulfat, sowie Azoverbindungen wie 2,2'-Azobis(2-(2-imidazolin-2-yl)propan)dihydrochlo­ rid, 2,2'-Azobis(2-methyl-N-(2-hydroxyethyl)propionamid), Dimethyl-2,2'-azobis­ isobutyrat, 4,4'-Azo-bis-4-cyan-pentansäure. Besonders bevorzugt sind Redox- Systeme wie Kaliumperoxodisulfat/Natriumhydrogensulfit oder Dibenzoylper­ oxid/N,N-Dialkylanilin.
Wasserunlösliche oder schwer wasserlösliche Radikalinitiatoren, z. B. Azo-bis(iso­ butyronitril) (AIBN), Tertiärbutylperbenzoat oder Dibenzoylperoxid können mit Cyclodextrinen in eine wasserlösliche Form überführt werden. Im erfindungsge­ mäßen Verfahren werden wasserunlösliche oder schwer wasserlösliche Initiatoren vorzugsweise in komplexierter Form eingesetzt.
Wasserlösliche Initiatoren sind beispielsweise 2,2'-Azobis(N,N'-di-methylen-iso­ butyramidin)dihydrochlorid oder 2,2'-Azobis(2-amidinpropan)-dihydrochlorid.
Als RTS können grundsätzlich alle Stoffe verwendet werden, die auf die Kinetik der Polymerisation und auf die Struktur des Polymeren Einfluss nehmen, wie z. B. 2,2,6,6-Tetra-methyl-piperidinyl-1-oxy (TEMPO) oder 1-Phenyl-1-(2',2',6',6'-tetra­ methyl-1'-piperidinyloxy)-ethan oder andere N-oxide (Nitroxylradikale) wie z. B. 4-Benzoxyloxy-TEMPO, 4-Methoxy-TEMPO, 4-Carboxy-4-amino-TEMPO, 4-Chlor-TEMPO, 4-Hydroxyimin-TEMPO, 4-Hydroxy-TEMPO, 4-Oxo-TEMPO, 4-Oxo-TEMPO-ethylenketal, 4-Amino-TEMPO, 2,2,5,5-Tetramethyl-pyrrolidinyl-1- oxy (PROXYL) und Derivate wie 3-Carboxy-PROXYL, 3-Carbamoyl-PROXYL, 2,2-Dimethyl-4,5-cyclohexyl-PROXYL, 3-Oxo-PROXYL, 3-Hydroxylimin- PROXYL, 3-Aminomethyl-PROXYL, 3-Methoxy-PROXYL, 3-t-Butyl-PROXYL, 3-Maleimido-PROXYL, 3,4-Di-t-butyl-PROXYL, 4,4-Dimethyl-1-oxazolidinyloxy (DOXYL) und Derivative wie 2,2-Di-t-butyl-DOXYL, 5-Decyl-DOXYL, 2-Cyclo­ hexyl-DOXYL, Dialkyl-, Alkyl-aryl und Diarylnitroxide wie Di-t-butylnitroxid, t-Butyl-t-amylnitroxid, Diphenylnitroxid.
In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden als Initiatorsysteme, die durch Komplexierung mit Cyclodextrinen in eine wasserlösliche Form überführt werden können, beispielsweise 1-Phenyl-1-(2',2',6',6'-tetramethyl- 1'-piperidinyloxy)ethan oder TEMPO in Kombination mit Dibenzoylperoxid, TEMPO in Kombination mit Redoxsystemen wie K2S2O8/NaHSO3 oder TEMPO in Kombination mit Azoinitiatoren eingesetzt.
Das Monomer bzw. die Monomeren werden in einem Molverhältnis von Mono­ mer/Cyclodextrin von bevorzugt 1 : 1, d. h. äquimolar, komplexiert, wobei Cyclo­ dextrin auch in geringfügigem Überschuss eingesetzt werden kann.
Die Komplexierung der RTS (z. B. TEMPO) oder des Initiatorsystems wird in einem Molverhälnis von RTS bzw. Initiator zu Cyclodextrin von bevorzugt 1 : 1, d. h. äqui­ molar, durchgeführt, wobei Cyclodextrin auch in geringfügigem Überschuss einge­ setzt werden kann.
Die Copolymerisation des komplexierten Monomers mit einem oder mehreren kom­ plexierten oder unkomplexierten Comonomeren kann in variablen molaren Verhält­ nissen zwischen den verschiedenen Monomeren durchgeführt werden.
Die Reaktionsbedingungen der kontrollierten "lebenden" radikalischen Polymerisa­ tion sind allgemein bekannt (vgl. oben genannter Stand der Technik).
Beispiel 1 Herstellung eines Styrol/Cyclodextrin-Komplexes
3.75 g (36 mmol) Styrol wurden in 100 g einer wässrigen Lösung, bestehend aus 48 g (36 mmol) methyliertem β-Cyclodextrin (m-β-CD, Cavasol® W7 M, Wacker- Chemie GmbH, München, Deutschland) und 52 g mit Stickstoff inertisiertem Wasser unter N2-Atmosphäre unter starkem Rühren oder Ultraschall bei RT inner­ halb 15 min klar und homogen gelöst.
Beispiel 2 Herstellung eines TEMPO/Cyclodextrin-Komplexes
0.375 g (2.4 mmol) TEMPO wurden unter N2-Atmosphäre in einer inertisierten wässrigen Lösung, bestehend aus 3.2 g (2.4 mmol) m-β-CD und 3 ml Wasser, unter Rühren zu einer klaren, homogenen wässrigen Lösung gelöst.
Beispiel 3 TEMPO-kontrollierte radikalische Polymerisation von Styrol mit einem Redoxinitiator
Zu der in Beispiel 1 hergestellten Styrol/Cyclodextrin-Komplexlösung in einem Druckkolben wurden unter N2-Atmosphäre die in Beispiel 2 hergestellten TEMPO/­ Cyclodextrin-Komplexlösung und 0.17 g NaHSO3 gegeben. Diese Lösung wurde unter Rühren auf 60°C erwärmt. Dann wurden 0.33 g K2S2O8 hinzugefügt und 1 h bei 60°C unter Rühren erhitzt. Danach wurde die Temperatur auf 130°C erhöht und weitere 2 h unter Rühren erhitzt. Die Reaktionslösung wurde abgekühlt und das aus­ gefallene Polystyrol abfiltriert, mit Methanol gewaschen und bei 60°C im Vakuum getrocknet.
Ausbeute: 2.8 g
Molekulargewicht Mn (?): 71000 g/mol
PD (Polydispersität): 4
Beispiel 4 TEMPO-kontrollierte radikalische Polymerisation von Styrol mit einem Azo­ initiator
Zu der in Beispiel 1 hergestellten Styrol/Cyclodextrin-Komplexlösung in einem Kol­ ben wurden unter N2-Atmosphäre mit 0.0733 g (0.469 mmol) TEMPO und 0.117 g (0.362 mmol) 2,2'-Azobis(N,N'-dimethylenisobutyramidin)-dihydrochlorid zuge­ fügt. Die Reaktionslösung wurde 2 h auf 80°C erhitzt, anschließend mit weiteren 0.380 g (1.176 mmol) 2,2'-Azobis(N,N'-dimethylenisobutyramidin)-dihydrochlorid versetzt und weitere 2 h auf 80°C erhitzt. Die Reaktionslösung wurde abgekühlt und das ausgefallene Polystyrol abfiltriert und mit Methanol gewaschen.
Ausbeute: 1.7 g
Molekulargewicht (Zahlenmittel) Mn: 17000 g/mol
Polydispersität PD: 2.5

Claims (10)

1. Verfahren zur Herstellung von Polymeren mittels kontrollierter "lebender" radikalischer Polymerisation in wässriger Lösung, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Komponente ausgewählt aus
  • A) einem oder mehreren radikalisch polymerisierbaren Monomeren der Formel (I), (II) und/oder (III),
    in welchen
    R1 Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl,
    R2 Wasserstoff, Halogen oder C1-C4-Alkyl in ortho-, meta- oder para-Stellung, COOM oder SO3M (M = H, Alkalimetall), oder C1-C4-Alkoxy,
    R3 Wasserstoff oder C1-C4-Alkyl,
    R4 C1-C4-Alkyl oder der Rest einer C2-C18-Monocarbonsäure,
    X eine CN-(Cyano), COOR5-(Ester), CONR6R7-(Amid), COR8- (Keto)-Gruppe, wobei R5 eine C1-C18-Alkyl-Gruppe, welche mit OH oder OR5 oder NR6R7 substituiert sein kann, darstellt,
    R6 und R7 unabhängig Wasserstoff oder C1-C18-Alkyl oder gemeinsam einen Cycloalkylrest mit 5 bis 12 C-Ato­ men, und
    R8 einen Alkylrest mit 1 bis 18 C-Atomen oder einen Cycloal­ kylrest mit 5 bis 12 C-Atomen bedeuten,
  • B) Initiator und
  • C) Radikalfänger (RTS)
Cyclodextrin-komplexiert sind.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Cyclodextrin- komplexierte Initiatoren und/oder Cyclodextrin-komplexierte Radikalfänger verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Monomer ausgewählt aus der Gruppe Styrol, Vinyltoluol, α-Methylstyrol, (Meth)acrylsäuremethylester und (Meth)Acrylsäurealkylester mit 2 bis 18 C-Atomen im Alkylrest, Hydroxyethyl-(meth)acrylat, Hydroxypropyl(meth)­ acrylat, Styrolsulfonsäure oder ihr Natriumsalz, 4-Styrolcarbonsäure, Meth­ acrylsäure, 2-(Dimethylamino)ethyl-methacrylat, 2-(Diethylamino)ethyl- methacrylat, Vinylacetat, Vinylester der Versatic Säure, Acrylsäure, Meth­ acrylsäure, Maleinsäure, Itaconsäure oder die Anhydride dieser Säuren, Fumarsäure, Olefine und Diene polymerisiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Cyclodextrine ausgewählt werden aus mindestens einem aus der Gruppe der substituierten oder unsubstituierten Cyclodextrine sowie deren Ester, Alkylether, Hydroxy­ alkylether, Alkoxycarbonylalkylether und Carboxyalkylether oder deren Salze.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Cyclodextrine ausgewählt werden aus mindestens einem aus der Gruppe der α-, β- und γ-Cyclodextrine, teilweise oder vollständig acetylierten, methylierten, hydroxylierten und succinylierten α-, β- und γ-Cyclodextrine, sowie gemischt methylierten und acetylierten β-Cyclodextrine.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Cyclodextrine ausgewählt werden aus mindestens einem aus der Gruppe der β-Cyclo­ dextrine wie 2,6-Dimethyl-β-cyclodextrin oder (2-Hydroxy)propyl-β-cyclo­ dextrin.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Initiatoren aus­ gewählt werden aus mindestens einem aus der Gruppe der radikalischen oder radikalbildenden Verbindungen oder Stoffgemische.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Initiatoren aus­ gewählt werden aus mindestens einem aus der Gruppe der Verbindungen Ammonium-, Natrium- und Kaliumpersulfat, Kaliumperoxodisulfat, sowie Azoverbindungen wie 2,2'-Azobis(2-(2-imidazolin-2-yl)propan)dihydrochlo­ rid, 2,2'-Azobis(2-methyl-N-(2-hydroxyethyl)propionamid), Dimethyl-2,2'- azobisisobutyrat, 4,4'-Azo-bis-4-cyan-pentansäure.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Initiatoren aus­ gewählt werden aus mindestens einem aus der Gruppe der Redox-Systeme wie Kaliumperoxodisulfat/Natriumhydrogensulfit oder Dibenzoylperoxid/­ N,N-Dialkylanilin.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Radikalfänger ausgewählt werden aus mindestens einem aus der Gruppe der Verbindungen wie 2,2,6,6-Tetra-methyl-piperidinyl-1-oxy (TEMPO) oder 1-Phenyl-1- (2',2',6',6'-tetramethyl-1'-piperidinyloxy)-ethan oder ein N-oxid (Nitroxylra­ dikal) wie z. B. 4-Benzoxyloxy-TEMPO, 4-Methoxy-TEMPO, 4-Carboxy-4- amino-TEMPO, 4-Chlor-TEMPO, 4-Hydroxyimin-TEMPO, 4-Hydroxy- TEMPO, 4-Oxo-TEMPO, 4-Oxo-TEMPO-ethylenketal, 4-Amino-TEMPO, 2,2,5,5-Tetramethyl-pyrrolidinyl-1-oxy (PROXYL) und Derivate wie 3-Carb­ oxy-PROXYL, 3-Carbamoyl-PROXYL, 2,2-Dimethyl-4,5-cyclohexyl- PROXYL, 3-Oxo-PROXYL, 3-Hydroxylimin-PROXYL, 3-Aminomethyl- PROXYL, 3-Methoxy-PROXYL, 3-t-Butyl-PROXYL, 3-Maleimido- PROXYL, 3,4-Di-t-butyl-PROXYL, 4,4-Dimethyl-1-oxazolidinyloxy (DOXYL) und Derivative wie 2,2-Di-t-butyl-DOXYL, 5-Decyl-DOXYL, 2-Cyclohexy1-DOXYL, Dialkyl-, Alkyl-aryl und Diarylnitroxide wie Di-t- butylnitroxid, t-Butyl-t-amylnitroxid, Diphenylnitroxid.
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