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Schnellaufende Etikettiermaschine für aufrecht stehende zylindrische
Werkstücke Die Erfindung betrifft eine schnellaufende Etikettiermaschine für aufrecht
stehende zylindrische Werkstücke mit einer mit luftdurchlässigen Ansaugflächen versehenen
Etikettenabgabetrommel, deren mit einer Saugluftquelle verbundene Ansaugflächen
von einem im Arbeitstakt hin- und hergehenden Etikettenkasten je ein Etikett abnehmen
und es beim weiteren Trommelumlauf beim Zu ammentreffen mit dem Werkstück an dieses
abgehen, wobei sie während der Abgabe des Etiketts an das Werkstück von der Saugluftquelle
abgeschaltet sind, und mit einem konzentisch zur Etikettenabgabetrommel angeordneten
und feststehenden Teller, der einen nach oben offnen, mit der Saugluftquelle in
Verbindung stehenden ringsektorförmigen, zur Trommelachse konzentrischen Kanal und
einen auf diesem Teller dichtend gleitenden und mit der Etikettenabgabetrommel in
bezug auf die Drehung fest verbundenen Ring aufweist, und beschreiht eine verbesserte
Ausbildung einer Etikettiereinrichtung dieser Art. Der Zweck dieser Verbesserung
besteht darin, die Arbeitsgeschwindigkeit der Einrichtung und ihre Arbeitsgenauigkeit
zu erhöhen.
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Etikettiermaschinen für aufrecht stehende zylindrische Werkstücke,
beispielsweise für Flaschen oder Konservendosen, sind in verschiedenen Ausführungsformen
bekannt. Besonders bewährt hat sich wegen der mit ihr erreichbaren hohen Arheitsgeschwind.igkeit
eine Etikettiereinrichtung mit einer endlosen Förderkette, auf der die zu etikettierenden
Werkstücke geradlinig an einer stetig umlaufenden Etikettenahgahetrommel vorbeibewegt
werden. Die Etikettenabgabetrommel hat die Etiketten von einem sich hin- und herbewegenden
Etikettenkasten abgenommen und hält diese mit der beleimten Seite nach außen fest.
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Damit die Etikettenabgabetrommel die Etiketten aus dem Etikettenkasten
abnehmen und festhalten kann, ist die Etikettenabgabetrommel mit luftdurchlässigen
Ansaugflächen versehen, die auf der nach innen gerichteten Seite der Trommel mit
einer Druckluftquelle in Verbindung stehen. Wenn sich der im Arbeitstakt hin- und
herbewegende Etikettenkasten der Etikettenabgabetrommel nähert, kann eine solche
Ansaugfläche infolge der Saugwirkung ein Etikett aus dem Etikettenkasten nehmen.
Beim weiteren Umlauf der Trommel wird das Etikett durch die Saugwirkung auf der
Etikettentrommel festgehalten.
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Sofern die Etiketten nicht von vornherein mit beim versehen sind,
werden sie bei dem Umlauf der Trommel an Leimrollen vorheigeführt und von diesen
auf der Rückseite mit Leim bestrichen. Sodann trifft die Ansaugfläche mit dem darauf
haftenden Etikett auf das sich auf der Förderkette geradlinig fortbewegende Werkstück,
das nun durch eine irgendwie gestaltete Andruckvorrichtung gegen die Etikettenabgabetrommel
gedrückt und auf dieser abgerollt wird. Bei diesem Abrollen nimmt das Werkstück
das Etikett von der Ansaugfläche der Etikettenabgabetrommel ab.
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Mit diesen bekannten Etikettiereinrithtungen lassen sich verhältnismäßig
hohe Etikettiergeschwindigkeiten erreichen. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist jedoch
dadurch begrenzt, daß das Werkstück bei der Abnahme des Etiketts von der Ansaugfläche
nur mit einer gewissen Höchstgeschwindigkeit abrollen darf, damit eine zuverlässige
und genaue Übernahme des Etiketts durch das Werkstück erfolgt. Bei dem Ahrollen
des Werkstücks und bei der Aufnahme des Etiketts muß nämlich die Haftwirkung, die
das Etikett auf der Ansaugfläche festhält, überwunden werden. Zu diesem Zweck muß
das Werkstück eine bestimmte Zeit mit der Etikettenabgabetrommel in Berührung bleiben,
damit das Werkstück auf das Etikett eine Kraft ausüben kann, die zur Überwindung
der Haftwirkung auf der Ansaugfläche ausreicht. Aus diesem Grunde ist es nicht möglich,
die Umlaufgeschwindigkeit der Etikettenabgabetrommel und die Zahl der in der Zeiteinheit
zu etikettierenden Werkstücke beliebig zu erhöhen.
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Um die Arbeitsgeschwindigkeit der Etikettiermaschine erhöhen zu können
und um eine sichere Übergabe des Etiketts von der Etikettenabgabetrommel an das
Werkstück zu erreichen, hat man schon friiher vorgeschlagen, die Saugluft kurz vor
und während der Abgabe des Etiketts an das Werkstück abzuschalten. Gelegentlich
ist man noch einen Schritt weiter gegangen und hat die Ansaugfläche der Etikettenabgabetrommel
während der Abgabe des
Etiketts an das Werkstück nicht -nur von
der Saugluft abgeschaltet, sondern darüber hinaus noch mit einer Druckluftquelle
verbunden, so daß das Etikett von der Druckluft gleichsam auf das Werkstück aufgeblasen
wird..
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Bei einer schnellaufenden Etikettiermaschine besteht aber die Schwierigkeit,
die Saugluft im richtigen AugenbPlfick, d. h. nicht zu früh und nicht zu spät, abzuschalten
und die ~ Ansaugfläche der Etikettenabgabetrommel wieder rechtzeitig mit der Saugluftquelle
zu verbinden, damit ein neues Etikett ordnungsgemäß von dem Etikettenkasten abgenommen
werden kann. Dabei soll die Ansaugfläche während der Zeit, in der sie sich nach
der Abgabe des Etiketts an das Werkstück ohne Etikett bis zum Etikettenkasten bewegt,
von der Saugluft abgeschaltet bleiben, da sonst die etikettenfreie Ansaugfläche
einen Nebenschluß für die Saugluft bilden würde, der die Sauglufteinrichtung wirkungslos
machen müßte.
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Aus dem gleichen Grunde muß man dafür sorgen, daß die Saugluft von
der Ansaugfläche der Etikettenabgabetrommel auch weiterhin abgeschaltet bleibt,
wenn aus irgendeinem Grunde kein neues Werlstüd zugeführt wird und sich daher der
Etikettenkasten infolge der oben angedeuteten Sicherung nicht an die Etikettenabgabetrommel
beranbewegt.
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Man erkennt bereits aus diesen wenigen Andeutungen, daß an die Steuerung
der Saugluft besondere Anforderungen hinsichtlich der Präzision zu stellen sind,
wenn die Etikettiermaschine mit großer Geschwindigkeit und mit hoher Präzision arbeiten
soll. Die bisher bchanntgewordenen, die Steuerung der Saugluft bewirkenden Einrichtungen
gewähr leisten nicht die erforderliche Genauigkeit und Sicherheit. Es ist beispielsweise
eine Etikettiermaschine bekanntgeworden, die mit einem konzentrisch zur Etikettenabgabetrommel
angeordneten und feststehenden Teller ausgestattet ist, der einen nach oben offenen,
mit der Saugluftquelle in Verbindung stehenden ringsektorförmigen zur Trommelachse
konzentrischen Kanal und einen auf diesem Teller dichtend gleitenden und mit der
Etikettenabgabetrommel in bezug auf die Drehung fest verbundenen Ring aufweist.
Mit dieser bekannten Einrichtung hat man aber nicht die Möglichkeit, die Druckluft
automatisch abzuschalten, wenn auf irgendeinem Grunde ein Werkstück nicht zugeführt
wird und sich der Etikettenkasten nicht der Etikettenabgabetrommel nähert, so daß
kein Etikett von dem Etikettenkasten abgenommen werden kann.
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Gegeniiber den vorbekannten Verfahren und Einrichtungen zeichnet
sich die Erfindung durch ein Höchstmaß an Präzision und Sicherheit aus. Die Erfindung
geht von der zuletzt erläuterten bekannten Einrichtung aus, verbessert diese aber
dadurch, daß in dem Ring je ein Ventil mit Ventilschieber für die zu den Ansaugflächen
führenden Leitungen angeordnet und von außen durch ein feststehendes Kurvenstück
bzw. durch den Etikettenkasten derart steuerbar ist, daß bei Abgabe des Etiketts
an das Werkstück der zu der betreffenden Ansaugfläche gehörende Ventilschieber mit
seinem Schaft gegen das Kurvenstück läuft und geschlossen wird, und bei weiterem
Umlauf der Etikettenabgabetrommel der geschlossene Schieber von dem Etikettenkasten
bei seiner größten Annäherung an die Etiketten abgabetrommel durch Stoß gegen den
Schaft geöffnet wird.
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Die höchstmögliche Arbeitsgeschwindigkeit einer nach dem Erfindungsgedanken
ausgebildeten Etikettiereinrichtung ist im wesentlichen nur noch durch
die hin- und
hergehende Bewegung des Etikettenkastens bestimmt. Hier kann man sich in der Weise
helfen, daß mehr als ein Etikettenkasten vorgesehen ist, wobei die Bewegungen der
Etikettenkästen eine solche Phasenverschiebung gegeneinander aufweisen, daß nacheinander
von jedem Etikettenkasten je ein Etikett von der Etikettenabgabetrommel abgenommen
wird. Auf diese Weise kann die Bewegungsfreqnenz jedes einzelnen Etikettenkastens
um einen Faktor erniedrigt werden, der gleich der Anzahl der vorgesehenen Etikettenkästen
ist. Die Bewegung der einzelnen Etikettenkästen muß dabei so gesteuert sein, daß
beispielsweise die erste Ansaugfläche ein Etikett dem ersten Etikettenkasten entnimmt,
die zweite Ansaugfläche dem zweiten Etikettenkasten usw.
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Zweckmäßigerweise bilden die erfindungsgemäßen Ventilschieber mit
dem Ring eine bauliche Einheit.
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Wenn ein Weilstück das Etikett von einer Ansaugfläche abgenommen hat,
wird der zu dieser Ansaugfläche gehörende Venülschieber geschlossen, indem sein
Schaft gegen ein feststehendes IÇurvenstücli aufläuft. Damit ist die Verbindung
der Ansaugfläche zu der Saugluft- bzw. Druckluftquelle unterbrochen.
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Der Ventilschieber wird bei dem weiteren Umlauf der Etikettenabgabetrommel
von dem Etikettenkasten wieder geöffnet, aber nur dann, wenn sich ein Werkstück
auf der Förderbahn befindet und der Etikettenkasten seine bin- und liergehende Bewegung
ausführen kann. In an sich bekannter Weise wird durch einen im Förderweg für die
Werkstücke vorgesehenen Tasthebel dafür gesorgt, daß der Etikettenkasten sich nicht
der Etikettenabgabetrommel nähem kann, wenn kein Werkstüch an dem Tasthebel vorbeibewegt
wird.
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In diesem Falle unterbleibt also auch die Öffnung des Ventilschiebers
durch den Etikettenkasten.
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Ist dagegen durch den erwähnten Tasthebel die Bewegung des Etikettenkastens
freigegeben, so stößt dieser bei seiner größten Annäherung an die Etikettenabgabetrommel
gegen den Schaft des Ventilschiebers und öffnet ihn, so daß die betreffende Ansaugfläche
wieder mit der Saugluftquelle in Verbindung treten kann. Da sich also der Etikettenkasten
der Etikettenabgabetrommel zwecks Öffnung des Ventilschiebers bereits genähert haben
muß, bevor die Ansaugfläche dem Etikettenkasten ein Etikett entnehmen kann, muß
dafür gesorgt werden, daß der Etikettenkasten genügend lange der Ansaugfläche genähert
bleibt. Dies wird bei der erfindungsgemäßen Etikettiereinrichtung dadurch erzielt,
daß der Etikettenkasten außer der zur Etikettenabgabetrommel bin- bzw. von dieser
weggerichteten Hin- und Herbewegung eine pendelnde Schwenkung gleicher Frequenz
um eine zur Achse der Etikettenabgabetrommel paralleleAchse derart ausführt, dlaß
der Etikettenkasten bei seiner größten Annäherung an die Etikettenabgabetrommel
in der Bewegungsrichtung der ihm gegenüberstehenden Ansaugfläche geschwenkt wird.
Diese doppelte Bewegung des Etikettenkastens läßt sich beispielsweise dadurch verwirklichen,
daß der sonst frei bewegliche Etikettenkasten auf zwei voneinander unabhängigen
Hebeln gelenkig gelagert ist, deren Enden von umlaufenden Eurvenscheiben gesteuert
werden und von denen der eine dem Etikettenkasten die Hin- und Herbewegung, der
andere die Schwenkbewegung verleiht.
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Die neue Etikettiereinrichtung läßt sich auch so gestalten, daß man
mit ihr gleichzeitig zwei Etiketten auf dem Werkstück übereinander anbringen kann.
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Das ist besonders dann erwünscht, wenn man Flaschen gleichzeitig mit
einem Bauch- und einem
Halsetikett versehen möchte. Durch die Krümmung
des Flaschenhalses ergeben sich Schwierigkeiten, gleichzeitig ein Bauch- und ein
Halsetikett anzubringen. Bei einer schnellaufenden Etikettiereinrichtung der hier
vorliegenden Art muß ja das Werkstück an der zu etikettierenden Stelle auf der Etikettenabgabetrommel
abrollen, d. h. mit ihr unter Berührungcdruck stehen. Wollte man gleichzeitig Bauch-
und Halsetikett durch die Flasche von der Etikettenabgabetrommel abnehmen lassen,
so müßte der Umfang der Etikettenabgabetrommel im Querschnitt der Form der zu etikettierenden
Flasche aage paßt werden, damit gleichzeitig Bauch und Hals der Flasche an der Trommel
abrollen können. Das ist aber, wie die Praxis gezeigt hat, völlig ausgeschlossen,
da eine Flasche nie völlig rotationssymmetrisch ist, so daß sie nicht einwandfrei
an einer Etikettenalabetronimel abrollen kann, die gleichzeitig am Bauch und am
Hals der Flasche anliegt.
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Diese Schwierigkeit wird durch die Erfindung in eleganter Weise gelöst.
Es ist bei der neuen Etikettiereinrichtung nicht unbedingt erforderlich, daß die
Ansaugfläche in direkte Berührung mit dem Flaschenhals kommt. Durch die Umschaltung
auf Druckluft während der Abgabe des Etiketts wird das Etikett voll der Ansaugfläche
abgeblasen und kann daher einen gewissen Zwischenraum zwischen Ansaugfliiche und
Werkstück überbrücken. Bei der neuen Etikettiereinrichtung lassen sich Bauch- und
Halsetikett gleichzeitig mittels einer zylindrischen Etikettenabgabetrommel auf
der Flasche anbringen, wobei jeweils zwei Ansaugflächen senkrecht übereinander auf
der Etikettenabgabetrommel angeordnet und entsprechend zwei Etikettenkästen übereinander
vorgesehen sind.
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Das Aufbringen des Halsetiketts auf die Flasche kann noch in der
Weise sicherer gestaltet werden, daß an der oberen Ansaugfläche Vorrichtungen in
Form von Fingern oder Bürsten gelenkig angebracht sind, die während der Abgabe des
Etiketts unter der Wirkung der Druckluft kurzzeitig ausgeschwenkt werden und das
Etikett gegen den Flaschenhals schlagen.
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An Hand der Zeichnungen sollen sowohl der grundsätzliche Erfindungsgedanke
als auch einige zur Durchführung dieses grundsätzlichen Erfindungsgedankens zweckmäßige
und vorteilhafte konstruktive Einzelheiten erläutert werden. An I Hand der schematischen
Fig. 1 bis 3 soll das Wesen des Erfindungsgedankens klargemacht werden, während
die Fig. 4 bis 15 ein konstruktives Aulsführungsbeispiel einer nach dem Erfindungsgedanken
arbeitenden Etikettiereinrichtung darstellen. Es zeigt Fig. 1 im Schema eine Draufsicht
auf ein Ausführungsbeispiel einer nach der Erfindung arbeitenden Etikettiereinrichtung,
Fig. 2 die gleiche schematische Darstellung, jedoch mit abgehobener Etikettenabgabetrommel,
so daß die Saug- und Druckluftkanäle sichtbar sind, Fig. 3 in derselben schematischen
Darstellung die Anordnung der Ventilschieber für die Abschaltung der Saugluft, wenn
beim Fehlen eines zu etikettierenden Werkstückes kein Etikett entnommen werden soll,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch eine nach der Erfindung ausgebildete und arbeitende
Etikettenabgabetrommel nach der Liniie IV-IV der Fig. 6, Fig. 5 einen Teilschnitt
nach der Linie V-V der Fig. 6,
Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie VI-VI der Fig.
4, Fig. 7 die Steuerung des Etikettenkastens in der Stellung vor Beginn des Öffnens
des Ventilschiebers, Fig. 8 die gleiche Darstellung bei Beendigung der Öffnungsbewegung,
Fig. 9 die Darstellung bei Abgabe des Etiketts, Fig. 10 eine Draufsicht auf die
Tasthebelsteuerung für den Etikettenkasten, Fig. 11 eine andereAusführullgsform
der Etikettenabgabetrommel zum Etikettieren von Flaschen, bei der außer dem Bauchetikett
gleichzeitig ein Halsetikett aufgebracht wird, Fig. 12 einen Schnitt durch die Ansaugfiäche'eines
Segments für das Halsetikett in größerem Maßstab nach der Linie XII-XII in Fig.
13, Fig. 13 einen Schnitt nach der Linie XIII-XIII in Fig. 12, Fig. 14 eine Ausführungsform
des Anschlagfingers an der Ansaugfläche für das Halsetikett mit Zuführung von Druckluft
und Fig. 15 ein Druckwerk, das auf die Rückseite der von der Etikettentrommel gehaltenen
Etiketten einen Kontrollstempel, ein Datum od. dgl. aufdruckt.
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Die nach der Erfindung arbeitlende Etikettiereinrichtung besteht
nach dem Schema der Fig. 1 bis 3 im wesentlichen aus einer über einen Tisch 1 stetig
umlaufenden endlosen Transportkette 2, die die zu etikettierenden Werkstücke 3,
Flaschen, Dosen od. dgl. von rechts nach links an einer Etikettenabgabetrommel 4
vorbeiführt. Die Trommel 4 läuft in ständiger Bewegung um eine Säule 5 um, wobei
sie in bekannter Weise von einem Etikettenkasten 6 durch Saugwirkung ein Etikett
7 aufnimmt, dessen Rückseite im Verlauf der Drehung von einer nicht dargestellten
Leimrolle mit Leim versehen wird, sofern man nicht vorzieht, bereits mit Leim versehene
trockene Etiketten im Etikettenkasten zu stapeln, die dann auf nasse Werkstücke
aufgebracht werden.
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Auf der Trommel 4 sind eine Anzahl mit Ansaugflächen versehene Segmente
8, im gezeichneten Beispiel sechs, angeordnet, die das Etikett unmittelbar an das
zu etikettierende Werkstück abgehen, das von der Trommel 4 in Drehung versetzt wird
und auf dieser abrollt. Eine neben der Transportkette 2 vor der Trommel angeordnete
Schnecke 9 regelt die Zuführung und Einhaltung eines gleichmäßigen Abstandes der
Werkstücke 3.
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Die Trommel 4 rotiert über einen feststehenden Ringteller 10 (Fig.
2), in den kanalartige, nach oben offene Nuten 11 und 12 eingearbeitet sind, wobei
an die Nut 11 eine Saugluftquelle 13 und an die Nut 12 eine Druckluftquelle 14 angeschlossen
ist. Die Etikettenaufnehmersegmente 8 steten mit den Nuten 11 und 12 durch mit der
Trommel 4 sich mitdrehende Leitungen in Verbindung, so daß beim Kreisen über diesen
Nuten die Segmente 8 wechselweise mit der Saugluft oder mit der Druckluft in Verbindung
stehen.
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Gesaugt wird vom Moment der Etikettenahtiahme aus dem Etikettenkasten
bis zur Etikettenabgabe an das Werkstück. Nach einem kurzen Druckauisgleich wird
das Etikett durch einen Druckstoß an das Werkstück abgegeben.
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Um zu vermeiden, daß ein Etikett auch dann aufgenommen wird, wenn
kein Werkstück vorhanden ist, sind in den Zuleitungen zu den Segmenten bzw.
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Ansaugflächen Ventilschieber 15" (Fig. 3) vorgesehen, die auf einem
Ring 15 befestigt sind und mit der Trommel rotieren; nach Abgabe des Etiketts an
das Werkstück schließen sie durch Auflaufen auf ein
feststehendes
Kurvenstück 16 die Zuleitung ab. Die als Schieber ausgebildeten Ventile werden durch
die Heranführung des Etikettenkastens 6 an die Trommel wieder geöffnet; in bekannter
Weise ist auf der Transportbahn ein Tasthebel angeordnet, der bei Fehlen eines Werkstückes
die Heranführung des Etikettenkastens an die Trommel verhindert, so daß das Ventil
verschlossen bleibt und kein Etikett angesaugt werden kann, während anderenfalls
das Ventil durch den Etikettenkasten geöffnet wird.
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Der Aufbau und weitere Einzelheiten der Etikettenabgabetrommel 4
sind aus den Schnitten nach Fig. 4 und 5 zu ersehen.
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Auf der feststehenden Säule 5 ist eine Nabe 18 leicht drehbar angeordnet,
die an ihrem unteren Ende ein Zahnrad 17 trägt, mit dem die auf einem Kugellager
19 in dem Säulenfuß 5" ruhende Trommel ihren Antrieb erhält. Auf der Nabe 18 ist
eine Hülse 20 aufgeschoben, die mittels einer in eine Nut 21 der Hülse eingreifenden
und an der Nabe 18 befestigten Feder 22 gekuppelt ist. Die Hülse 20 ist gegenüber
der Nabe 18 in axialer Richtung verschiebbar und trägt an ihrem oberen Ende ein
Gewinde20', in das ein Handrad 23 eingreift. Das Handrad stützt sich am oberen Ende
der Nabe 18 ab und ist um einen Zapfen5' der Säule 5 drehbar, so daß die Hülse 20
gehoben und gesenkt werden kann.
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Auf der Hülse 20 sind zwischen Speichenkränzen 24 und 25 die als
Ansaugflächen für die Etiketten dienenden Segmente 8 angeordnet. Zwecks Anpassung
an verschiedene Etikettengrößen sind die Segmente leicht auswechselbar und werden
von Klinken 47 gehalten, die in einen am Segment befestigten Bolzen 48 greifen.
Auf dem Bolzen 48 ist eine Druckfeder 49 angeordnet, die nach Auslösen der Klinke
47 durch Druck auf einen Knopf 47' das Segment nach außen schiebt, so daß das Segment
gegriffen und herausgezogen werden kann.
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Jedes dieser Segmente steht mittels einer Scthlauchleitung 26 mit
einem zugehörigen Ventil 15" in Verbindung. Die Segmente 8 selbst sind durch Poren
oder irgendwie gestaltete Kanäle 8' luftdurchlässig, so daß deren Außenflächen als
Ansaugflächen für die Etiketten dienen können.
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Die Ventile 15" sind auf einem gemeinsamen Ring 15 angeordnet, der
dicht gleitend auf einem feststehenden Teller 10 aufliegt, auf dem die mit der Saugleitung
bzw. Druckluftleitung in Verbindung stehenden Nuten 11 bzw. 12 eingearbeitet sind.
Der Ventilring 15 wird von einem an dem Speichenkranz 25 befestigten Bolzen 50,
der in eine Aussparung 51 des Ringes 15 greift, bei der Drehung der Trommel mitgenommen.
Eine um den Bolzen 50 vorgeschene Druckfeder 52 drückt die beiden Gleitflächen des
Ventilringes 15 und des feststehenden Tellerringes 10 dichtend aufeinander.
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Der Tellerring 10 ruht auf einem an der Hülse 20 vorgesehenen Flansch
20', so daß bei einer Höhenverstellung durch das Handrad 23 die Hülse 20 den Teller
10 mit anhebt. Ein die Drehung des Tellers 10 verhindernder Arm 27 greift in eine
am Maschinengestell befestigte Gabel 28, die eine Bewegung in der Höhe zuläßt.
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Jedes der Ventile 15" besitzt eine senkrechte, nach unten offene
Bohrung 15', die über den Nuten 11, 12 kreisen und in diese münden. Durch dlen Ventilschieber
15" kann die Verbindung der Bohrung 15' mit dem Segment 8 geöffnet und geschlossen
werden.
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Das Schließen des Ventilschiebers besorgt ein auf dem feststehenden
Ring 10 seitlich der Druckluftunt
12 angeordnetes Kurvenstück 16, auf das der eingeschobene
Schieber 15" bei der Drehung der Trommel aufläuft.
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Durch die Bewegung des Etikettenkastens, während der ein Etikett
an die Saugfläche des Segments 8 abgegeben werden soll, wird durch Auftreffen des
Kastens auf den I(opf des Schiebers 15" das jetzt gerade über die Saugnut 11 gleitende
Ventil wieder geöffnet.
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Die Steuerung des Etikettenkastens wird durch ILurvenscheiben 32,
33 bewirkt, die auf einer Welle 29 (Fig. 7 bis 9) sitzen und von der Trommel mittels
des Zahnrades 17 über die Zwischenräder 30 und 31 zeitlich in Übereinstimmung mit
der Bewegung der Trommel angetdeben werden.
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Der Etikettenkasten 6 lagert drehbar auf einem Zapfen 34, der von
einem um einen auf der Tischplatte der Maschine befestigten Zapfen 35 schwenkbaren
Kniehebel 36 getragen wird. Mit einer Rolle 37 liegt der Hebel 36 unter dem Zug
einer Feder 36' an der Kurvenscheibe 33, die dem Kasten 6 eine auf die Trommel bzw.
deren Ventile 15 zu gerichtete Bewegung erteilt. Ein zweiter um einen feststehenden
Zapfen 38 schwenkbarer Hebel 39 ist mit dem Kasten 6 durch eine Schubstange 40 gelenkig
verbunden, der den Kasten 6 mittels der besagten Kurven 32 und 33 zwangläufig um
den Zapfen 34 seitlich verschwenkt. Der Etikettenkasten ist nur bei 34 und auf der
Schubstange 40 gelenkig gelagert, sonst aber völlig frei.
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Der Vorgang des Abgebens eines Etiketts an die Trommel 4 gestaltet
sich folgendermaßen: Das nach der Abgabe des Etiketts an das Werkstück die Druckluftnut
12 verlassende Ventil wird durch das Auflaufen des Schiebers 15" auf das feststehende
Kurvenstück 16 geschlossen. Wenn bei der Drehung der Trommel die Ventilbohrung 15'
die Saugluftnut 11 erreicht hat, befindet sich der Etikettenkasten 6 mit seiner
rechten oberen Ecke in diesem Moment vor dem Schieber 15" (Fig. 7).
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Zugleich fällt der Knichebel 36 mit seiner Rolle 37 in eine Ausnehmung
der Kurve 33, der dadurch den Etikettenkasten gegen die Trommel hin bewegt und den
SchiNeber15" eindrückt (Fig. 8). Durch das nun geöffnete Ventil ist das zugehörige
Segment 8 mit der Saugnut 11 verbunden, und der Etikettenkasten wird durch den zweiten
Hebel 39 von der Kurve 33 aus seitlich nach rechts verschwenkt, so daß der Etikettenkasten
ein Stück mit der Trommel mitläuft und ein Etikett von dem Segment 8 abgenommen
werden kann (Fig. 9). Nach der Abgabe kehrt der Kasten 6 in die Ausgangslage nach
Fig. 7 zurück, um beim nächsten Ventil und der nächsten Ansaugfläche den Vorgang
zu wiederholen.
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In bekannter Weise ist durch eine in der Transportbahn für die Werkstücke
vo rgeseben e Fühlersteuerung dafür gesorgt, daß der Etikettenkasten nur dann sich
der Trommel 4 nähern kann und ein Etikett abgibt, wenn für das betreffende Segment
ein Werkstück auf der Förderbahn 2 ankommt.
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Bei der vorliegenden Einrichtung geschieht dies dadurch, daß der
Etikettenkasten an der Annäherung an die Trommel 4 und damit an dem Öffnen des Ventils
15" gehindert wird, so daß das betreffende Segment keine Saugwirkung ausüben kann.
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Wie aus Fig. 10 ersichtlich, ragt in die Transportbahn 2 ein Tasthebel
41, der beim Fehlen eines Werkstüches 3 in der strichpunktierten Lage verbleibt
und damit einer Stange 42 durch Einfallen in einen Schlitz 43 eine Längsbewegung
gestattet, durch
die über einen Doppelhebel 44 eine um einen Zapfen
45 schwenkbare Sperrstange 46 in den Weg des zur Trommel hin sich bewegenden Etikettenkastens
6 gestellt wird. Die zwangläufige seitliche Schwenkung des Etikettenkastens 6 durch
den Hebel 39 bleibt erhalten, ist aber wirkungslos, da wegen der fehlenden Saugwirkung
an dem betreffenden Trommelsegment kein Etikett abgenommen wird.
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Bei der vorliegenden Einrichtung besteht auch die Mögllichkeit, zum
Etikettieren von Flaschen die Trommel mit je zwei übereinanderliegenden Ansaug flächen
auszustatten, wobei jeweils die untere Ansaugfläche die Bauchetiketten und die obere
die Halsetiketten übernimmt. Da aber im Gegensatz zu den Bauchetiketten die Halsetiketten
wegen des Abstandes und der Neigung zwischen Flaschenhals und Etikettenträger nicht
unmittelbar an die Flasche abgegeben werden können, sind zusätzlich noch Mittel
vorgesehen, die das Etikett anschlagen. Ein Ausführungsbeispiel hierfür zeigen die
Fig. 11 bis 14.
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Die für das Halsetikett bestimmten Segmente 8' sind in etwa der gleichen
Entfernung vom Drehpunkt der Trommel angeordnet wie die Segmente 8 für die Bauchetiketten.
Eine Schlauchleitung 26', die mit der Zuleitung 26 zu dem Segment 8 verbunden ist,
stellt die Verbindung mit den Ventilen 15' her, die wechselnd über die Saug- und
Druckluftnuten des Tellers 10 kreisen. Da der Druckstoß möglicherweise allein nicht
genügt, das am oberen Segment 8' angesaugte Halsetikett ordnungsgemäß über den freien
Raum hinweg an die Flasche 3 so zu übertragen, daß es auf dem Flaschenhals festhaftet,
ist in dem Segmentgehäuse seitlich je ein elastischer Finger 53, 53' kippbar auf
einem Zapfen 54 gelagert, der durch eine Feder 55 in eine in dem Gehäuse hierfür
vorgesehene Aussparung 8" gezogen wird. Die Finger sind mit je einem Kolben 56 verbunden
und schlagen das vom Segment 8' abgeblasene Halsetikett durch den vom Ventil 15
her erfolgenden Druckluftstoß auf den Kolben 56 an den Flaschenhals. Da bei der
Abgabe des Etiketts durch die frei werdenden Öffnungen im Segment der Druck im Gehäuse
sogleich nachläßt, kann die Feder 55 die Finger sofort wieder zurückziehen, so daß
sie nur kurzzeitig vorschnellen.
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Man kann auch die Finger noch dadurch wirksamer machen, indem man
sie hohl ausbildet und zusätzlich Druckluft durch im Finger vorgesehene Löcher bläst.
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Wie das Beispiel in Fig. 14 zeigt, ist die Achse 54 hohl ausgebildet
und besitzt eine Öffnung 57, mit der beim Vorsehnellen des Fingers 53 der Hohlraum
des letzteren in Verbindung kommt, so daß Druckluft aus den Öffnungen 58 austritt,
wenn der Finger am weitesten vorgeschnellt ist.
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Zweckmäßigerweise kann auch neben der Trommel auf dem Weg des Etiketts
vom Etikettenkasten bzw. der Leimrolle zur Flasche zusätzlich ein Druckwerk angeordnet
werden, das einen Kontrollstempel, Datum od. dgl. auf die außenliegende Rückseite
des Etiketts druckt, aber ausgeschaltet ist, wenn sich kein Etikett auf dem entsprechenden
Segment der Etikettenabgabetrommel befindet.
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Ein Ausführungsbeispiel hierfür zeigt die Fig. 15.
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Auf dem Maschinentisch ist neben der Etikettenabgabetrommel 4 ein
Hebelarm 58 um einen Bolzen 59 schwenkbar gelagert, auf dem eine Druckwalze 60 mit
zwei Typensätzen 61 und 61' angeordnet ist, die von einer Farbstoffwalze 62 bei
der Drehung Farbe aufnehmen. Eine an dem Hebelarm 58 angreifende Zugfeder 63 bringt
die Druckwalze an der Trommel 4 zur Anlage. Eine Kurvenscheibe 64, die auf einer
Achse
65 drehbar angeordnet ist und durch ein Zahnrad 66 von dem Zahnrad 17 der Trommel
in Umdrehung versetzt wird, bewegt den mit einer Rolle 67 an der Kurve 64 anliegenden
Hebelarm 58 im Takt der ankommenden Etiketten zu der Trommel 4 hin und von dieser
wieder weg. Das Übertragungsverhältnis der Kurvenscheibe 64 zur Trommel 4 ist so
gewählt, daß die Druckwalze während einer Umdrehung der Kurvenscheibe 64 zweimal
an der Trommel 4 zur Anlage kommt.
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Die Druckwalze 60 ist mit einem Zahnrad 68 verbunden, das mit dem
Zahnkranz 17 der Trommel in Eingriff kommt und während des Druckens auf dem Etikett
zur Hälfte abrollt. Das Druckwerk ist automatisch abgeschaltet, wenn kein Etikett
von der Trommel angesaugt wurde; für diese Abschaltung ist seitlich des Etikettenkastens
6 eine aus einem Winkelhebel bestehende und um einen Zapfen 69 drehbare Sperrklinke
70 vorgesehen, die unter der Wirkung einer Feder an einen am Etikettenkasten vorgesehenen
Anschlag 71 anliegt und bei der Bew gung des Etikettenkastens zur Trommel 4 hin
eine Schwenkbewegung ausführt, wodurch die Klinke 70 einen Anschlag 73 auf dem die
Druckrolle 60 tragmden Hebelarm 58 freigibt, so daß die Druckwalze 60 an dile Trommel
geschwenkt werden und das angesaugte Etikett berühren kann. Unterbleibt die Vorbewegung
des Etikettenkastens beim Fehlen einer Flasche und damit das Ansaugen eines Etiketts,
hält die Sperrklinke 70 den Hebelarm 58 in der von der Trommel 4 entfernten Lage
fest.
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Bei dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel ist vorausgesetzt
worden, daß vorgummierte, trockene Etiketten verwendet und im Etikettenkasten gestapelt
werden. Um die Leimwirkung der Gummis rung auf der Rückseite der Etiketten zur Entfaltung
zu bringen, werden die Werkstücke in nassem Zustand durch die Etikettiereinrichtung
gefördert, so daß die Etiketten auf die nassen Werkstücke gew langen und festkleben.
Selbstverständlich kann man auch in der bisher bekannten und üblichen Weise Etiketten
benutzen, die nicht vorher beleimt worden sind, und diese Etiketten während ihres
Weges auf der Etikettenabgabetrommel vom Etikettenkasten zum Werkstück über Leimrollen
mit Leim bestreichen, wobei die Beleimvorrichtung ganz ähnlich angeordnet und gesteuert
werden kann wie das oben geschilderte Druckwerk 60, 62.