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Die
Erfindung bezieht sich auf einen selektiven Leitungsschutzschalter
gemäß Oberbegriff
von Anspruch 1.
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Ein
weiterer Leitungsschutzschalter ist aus der
DE 195 26 592 A1 bekannt.
Wenn dieser selektive Leitungsschutzschalter wegen eines in einem nachgeordneten
Stromkreis aufgetretenen Fehlers (z.B. Kurzschluss) ausgelöst hat,
kann es vorkommen, dass die Hauptstrombahnkontakte in der Schließlage blockiert
sind, während
der als Betätigungselement
und Anzeigeelement wirkende Knebel eine Offenstellung der Kontakte
anzeigt.
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Ein
weiterer selektiver Leitungsschutzschalter hat, um selektiv schalten
zu können,
eine Hauptstrombahn, eine Parallelstrombahn mit einem Strombegrenzungswiderstand
und einen Messstromkreis mit einem Magnetantrieb zum Schließen des
Hauptkontaktpaars. Wird ein solcher Leitungsschutzschalter über einen
Knebel eingeschaltet, werden zunächst
die Kontakte der Parallelstrombahn geschlossen und gleichzeitig
wird der Messstromkreis beaufschlagt. Erst dann wird das Hauptkontaktpaar
geschlossen und der zu schaltende Strom fließt über die Hauptstrombahn. Wegen
des höheren
Innenwiderstandes der Parallelstrombahn fließt dort nach Schließen des
Hauptkontaktpaars kein nennenswerter Strom mehr. Beim Auftreten
eines Kurzschlusses werden die Kontakte des Hauptstrombahnkontaktpaars
geöffnet
und der Strom wird abgeschaltet. Durch Messen des Stroms mit dem
Messstromkreis, der die Spannung zwischen Außenleiter und Neutralleiter misst,
wird das erneute Schließen
der Hauptstrombahnkontakte verhindert, wenn der Kurzschluss hinter
dem Leitungsschutzschalter fortbesteht.
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Es
kann jedoch vorkommen, dass die Hauptstrombahnkontakte blockieren,
d.h. sie bleiben trotz Auslösen
des Schalters oder trotz des Versuchs, einen Betätigungshebel manuell in die "AUS"-Stellung zu verlagern,
geschlossen. Folglich kann der Leitungsschutzschalter seine ordnungsgemäße Funktion
nicht mehr ausführen.
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Ferner
ist aus der
EP 0 047
220 A2 bekannt, einen Niederspannungs-Schutzschalter mit
einem Trennhebel auszurüsten,
der zusammen mit einem Betätigungshebel
verschwenkt. Der Trennhebel erstreckt sich parallel zu dem Betätigungshebel
und entlang eines Großteils
der Flanke des Schalters. Der Trennhebel hat ferner einen Fortsatz,
der einen Kontaktträger
der Strombahn im Abstand untergreift, so dass mittels des Fortsatzes
verschweißte
Kontakte unter Krafteinwirkung auf das Betätigungselement gewissermaßen gewaltsam
voneinander getrennt werden können.
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Demgegenüber ist
es wünschenswert,
einen selektiven Leitungsschutzschalter mit einer Einrichtung zu
versehen, die den blockierten Zustand der Hauptstrombahnkontakte
mit einfachen Mitteln zuverlässig
anzeigt.
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Dieses
Ziel wird mit einem selektiven Leitungsschutzschalter mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
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1 Teile
des Betätigungsmechanismus einer
Ausführungsform
des erfindungsgemäßen selektiven
Leitungsschutzschalters in der Öffnungsstellung
für das
Hauptstromkreiskontaktpaar;
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2 eine
zu 1 gleichartige Ansicht in der Schließstellung
für das
Hauptstromkreiskontaktpaar;
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3 den
Gegenstand gemäß 1 von der
anderen Seite gesehen;
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4 den
Gegenstand gemäß 2 von der
anderen Seite gesehen; und
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5 ein
Ausführungsbeispiel
eines Gehäuses
zur Aufnahme des in 1 bis 4 gezeigten Betätigungsmechanismus.
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Bevor
der erfindungsgemäß weitergebildete Betätigungsmechanismus
näher erläutert wird,
wird allgemein die Funktion des selektiven Leitungsschutzschalters erläutert. Der
selektive Leitungsschutzschalter kann als ein Leitungsschutzschalter verwendet
werden, der als ein übergeordnetes Schutzorgan
in Reihe mit herkömmlichen
Leitungsschutzschaltern eingesetzt wird, d.h. er ist vor herkömmliche
Leitungsschutzschalter geschaltet. In diesem Ausführungsbeispiel
hat der selektive Leitungsschutzschalter neben dem Hauptstromkreis
oder der Hauptstrombahn zusätzlich
eine Parallelstrombahn oder Nebenstrombahn mit einem Strombegrenzungswiderstand
und er hat einen Messstromkreis mit einem Magnetantrieb zum Schließen des
Hauptstrombahnkontaktpaars.
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Nachfolgend
werden einige Funktionen des vorliegenden Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen selektiven
Leitungsschutzschalters erläutert.
Wird für
die Handeinschaltung der selektive Leitungsschutzschalter über einen
Knebel eingeschaltet, schließt
zunächst
ein Nebenkontakt oder Nebenstrombahnkontakt und der Betriebsstrom
fließt über die
Nebenstrombahn. Gleichzeitig mit der Betätigung des Knebels wird ein
Messkontakt des Messstromkreises geschlossen. Erst dann wird über den
Magnetantrieb des Messstromkreises das Hauptstrombahnkontaktpaar
geschlossen und der Betriebsstrom fließt nun über die Hauptstrombahn. Weil
die Nebenstrombahn wegen des Strombegrenzungswiderstandes hochohmiger
ist als die Hauptstrombahn, fließt dort kein nennenswerter
Strom mehr. Beim Schließen
der Hauptstrombahnkontakte wird der Messstromkontakt im Messstromkreis
geöffnet.
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Wenn
der selektive Leitungsschutzschalter eingeschaltet ist, d.h. das
Kontaktpaar der Hauptstrombahn ist geschlossen, und hinter einem
nachgeordneten Lei tungsschalter ein Kurzschluss auftritt, so wird
der Kurzschlussstrom entweder durch den nachgeordneten Leitungsschalter
allein oder unter Mithilfe des sich öffnenden Hauptstrombahnkontaktpaars
des selektiven Leitungsschutzschalters abgeschaltet. Der Nebenstrombahnkontakt
bleibt geschlossen und über
die Nebenstrombahn kann auch dann noch Strom fließen, wenn
die Hauptstrombahnkontakte vollständig geöffnet sind und ein Lichtbogen dazwischen
verloschen ist. Hat der nachgeordnete Leitungsschalter die Kurzschlussstelle
dann vom Netz getrennt, werden die Hauptstrombahnkontakte des selektiven
Leitungsschutzschalters wieder geschlossen. Parallel zu dem kurzschlussbehafteten Stromkreis
angeschlossene Verbraucher werden sofort wieder mit Strom versorgt,
zunächst über die
Nebenstrombahn und kurz danach, nach dem Schließen der Hauptstrombahnkontakte,
wieder über
die Hauptstrombahn.
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Tritt
der Kurzschluss zwischen dem selektiven Leitungsschutzschalter und
den nachgeordneten Leitungsschaltern auf oder versagt aus irgendeinem Grund
ein nachgeordneter Leitungsschalter, so fließt nach dem Verlöschen des
Lichtbogens zwischen den sich öffnenden
Hauptstrombahnkontakten weiterhin ein durch den Strombegrenzungswiderstand
begrenzter Strom durch die Nebenstrombahn. Die Nebenstrombahn ist
mit einem Bimetallelement ausgerüstet,
das sich durch den in der Nebenstrombahn fließenden Strom erwärmt und
auch die Nebenstrombahnkontakte trennt, so dass dann der Strom hinter dem
selektiven Leitungsschutzschalter vollständig abgeschaltet ist.
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Der
selektive Leitungsschutzschalter hat ferner eine Kurzschlusseinschaltsperre,
die verhindert, dass bei einem hinter dem selektiven Leitungsschutzschalter
weiter bestehenden Kurzschluss der selektive Leitungsschutzschalter
erneut eingeschaltet werden kann. Durch den Messstromkreis, der
die Spannung zwischen dem Außenleiter
und dem Neutralleiter am Ausgang des selektiven Leitungsschutzschalters
misst, wird verhindert, dass die Hauptstrombahnkontakte geschlossen
werden, weil der Messstromkreis bei Vorliegen einer Spannung den Magnetantrieb
nicht betätigt.
Analog den obigen Ausführungen
zum Kurzschluss hinter dem selektiven Leitungsschutzschalter fließt der durch
den Strombegrenzungswiderstand begrenzte Strom in der Nebenstrombahn
und das in der Nebenstrombahn angeordnete Bimetallauslöseelement
trennt dann den Nebenkontakt und auch den Messstromkreis, indem
die entsprechenden Kontakte geöffnet
werden. Zusätzlich
ist die Hauptstrombahn mit einem weiteren Bimetallauslöser versehen,
der bei einer Überlast
der Hauptstrombahn auslöst
und die Hauptstrombahnkontakte trennt. Bei einer Handabschaltung
werden die Kontakte sowohl in der Hauptstrombahn als auch in der
Nebenstrombahn durch Betätigung
eines Knebels getrennt.
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Die
nachfolgend beschriebenen 1 bis 4 zeigen
verschiedene Ansichten von Teilen eines Betätigungsmechanismus, wobei die
einzelnen Auslösemechanismen
sowie der Magnetantrieb zum Schließen der Hauptstrombahnkontakte
nicht gezeigt sind. Für
die nachfolgende Erläuterung
genügt,
dass beim Einschalten des selektiven Leitungsschutzschalters ein
Nebenkontakt geschlossen wird, woraufhin die Hauptstrombahnkontakte über einen
Magnetantrieb (eine Spule) geschlossen werden.
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1 zeigt
den Betätigungsmechanismus
in einer schematisierten Perspektivansicht, aus der die einzelnen
Teile gut zu erkennen sind, wobei die Hauptstrombahnkontakte und
die Nebenstrombahnkontakte nachfolgend jeweils als Haupt- bzw. als
Nebenkontakt bezeichnet sind. In 1 bezeichnet
Bezugszeichen 1 eine Hauptstrombahn, die schlaufenförmig geformt
ist und einen Fortsatz 105 hat, an dem ein Nebenkontakt
(nicht gezeigt) ausgebildet ist. Am tiefsten Punkt der schlaufenförmig gebogenen Hauptstrombahn 1 in 1 sind
Aufnahmen 103 zur Aufnahme von mindestens einem Hauptkontakt
oder auch von zwei einzelnen Hauptkontakten ausgebildet. Gegenüber der
Hauptstrombahn 1 ist unten in 1 ein gabelförmiger Kontakthebel 3 ausgebildet, der
Aufnahmen 101 ausgebildet hat, die mit einem oder mit zwei
einzelnen Hauptkontakten bestückbar sind.
Zusammen bilden diese Kontakte ein Hauptkontaktpaar 100.
Auf der rechten Seite des Fortsatzes 105 der Hauptstrombahn 1 ist
ein Nebenkontakt 23 gezeigt, der an einem Hilfshebel 21 befestigt
ist. In der in 1 gezeigten geöffneten
Stellung sind sowohl die Nebenkontakte als auch die Hauptkontakte voneinander
getrennt. 1 zeigt weiter einen ortsfest
und drehbar gelagerten Knebel 9, der ein Betätigungselement
für den
Betätigungsmechanismus
bildet. Der Knebel 9 ist von der in 1 gezeigten
Stellung nach links und schräg
aus der Zeichenebene heraus verschwenkbar. Eine Drahtbrücke 13 ist
bezüglich
des Drehpunkts des Knebels 9 exzentrisch und drehbar an
dem Knebel 9 befestigt. Das an dere Ende der Drahtbrücke 13 ist
mit einem Spannhebel 15 verbunden, der mit dem der Drahtbrücke 13 abgewandten
Ende mit dem Hilfshebel 21 in Eingriff ist. Der Spannhebel 15 liegt
mit seinem drahtbrückenseitigen
Ende an einem Auslösehebel 19 an,
dessen Funktion später
erläutert
wird. Des weiteren sind der Hilfshebel 21 bzw. der Spannhebel 15 mit
einem Schwenkhebel 17 verbunden, der ein nicht näher erläutertes
Betätigungsglied
hat, das den Spulen- oder Magnetantrieb zum Schließen der
Hauptkontakte 100 auslöst.
Dies kann ein einfacher vom Schwenkhebel 17 betätigter Schalter
sein, der auf entsprechend Abfrage der Öffnungs- bzw. Schließstellung der
Kontakte den Magnetantrieb für
die Hauptkontakte 100 ein- bzw. ausschaltet. Auf diese
Steuerung wird hier nicht näher
eingegangen.
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Ferner
zeigt 1 einen schwenkbar gelagerten Kniehebel 5,
der über
ein Kniehebelgelenk 51 mit dem Kontakthebel 3 wirkverbunden
ist. Der Bewegungsablauf der verschiedenen Hebel und die Wirkungen
davon werden später
anhand 1 und 2 erläutert, die jeweils eine offene
bzw. geschlossene Stellung der Kontakte zeigen.
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1 zeigt
ein Sperrelement 7, das sich stabförmig zwischen dem Kniehebelgelenk 51 und einer
Bewegungsbahn des Knebels 9 erstrecken kann. Genauer gesagt,
das Sperrelement 7 ist an seinem in 1 unteren
Ende mit einer Aufnahme zur Verbindung mit einer Achse des Kniehebelgelenks 51 versehen
und auf diese aufgesteckt, während
das in 1 obere Ende des Sperrelements 7 eine
Anschlagaufnahme 71 aufweist. Die Anschlagaufnahme 71 ist
in 1 in der zurück gezogenen
Stellung gezeigt, so dass ein an dem Knebel 9 vorgesehener Anschlag 11 die
Anschlagaufnahme 71 passieren kann ohne mit dieser in Eingriff
zu gelangen.
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2 zeigt
nun die geschlossene Stellung der Kontakte, d.h. eine geschlossene
Stellung des nicht näher
gezeigten Nebenstromkontaktpaars 200 sowie des nicht näher gezeigten,
allgemein mit 100 bezeichneten Hauptkontaktpaars. Wie aus
dem Vergleich der beiden 1 und 2 gut zu
erkennen ist, ist der Knebel 9 um seine Drehachse verschwenkt.
Die Drahtbrücke 13 hat
dabei den Spannhebel 15 gleitend entlang des Auslösehebels 19 verschoben
und dabei den Hilfshebel 21 aus der in 1 gezeigten
Stellung nach links in die in 2 gezeigte
Stellung verschwenkt, wodurch das Nebenkontaktpaar 200 geschlossen
ist. Gleichzeitig wurde über
den Schwenkhebel 17 der Magnetantrieb für den Kniehebelmechanismus
des Hauptkontaktpaars 100 betätigt, wobei der Kniehebel 5 nach
rechts verschwenkt wurde, und sich das Kniehebelgelenk 51 zusammen
mit dem Kontakthebel 3 aufwärts bewegt hat, wodurch das
Hauptkontaktpaar 100 geschlossen ist. Das mit dem Kniehebelgelenk 51 verbundene Sperrelement 7 ist
durch die Aufwärtsbewegung
des Kniehebelgelenks linear in 1 aufwärts verschoben
worden, um die in 2 gezeigte Stellung einzunehmen.
Es ist anzumerken, dass das Sperrelement 7 auch mit dem
Kniehebel 5 oder dem Kontakthebel 3 gekoppelt
sein kann. Wie in 2 gut zu erkennen ist, ragt
nun die Anschlagaufnahme 71 des Sperrelements 7 in
die Bewegungsbahn des Knebels 9. Mit anderen Worten, der
an dem Knebel 9 ausgebildete Anschlag 11 beschreibt
eine Kreisbahn beim Verschwenken des Knebels 9 und die
Anschlagaufnahme 71 ist bei geschlossenen Hauptkontakten
so verschoben, dass sie in den Bewegungspfad des Anschlags 11 hineinragt.
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Im
Normalbetrieb wird beim Auslösen
des selektiven Leitungsschutzschalters der Auslösehebel 19 in 2 nach
rechts verschwenkt, wodurch die in die Öffnungslage der Kontakte vorgespannten
Hebel 17, 21, 15 sowie die Drahtbrücke 13 und
der Knebel 9 der Vorspannung folgend in die Öffnungsstellung (1)
verschwenken. Angetrieben durch die Drahtbrücke 13 dreht der Knebel 9 beim
Auslösen
im Uhrzeigersinn in 2. Gleichzeitig mit der Auslösung wird
der Magnetantrieb des Hauptkontaktpaars 100 abgeschaltet
und der Kniehebel 5 verschwenkt in 2 nach links
in die in 1 gezeigte Stellung, wodurch
sich das Kniehebelgelenk 51 abwärts bewegt. Dabei wird das
starre, stabförmige
Sperrelement 7 ebenfalls der Bewegung des Kniehebelgelenks 51 folgend
abwärts
bewegt. Dadurch wird der Bewegungspfad des Anschlags 11 freigegeben,
so dass bei normaler Trennung des Hauptkontaktpaars der Knebel 9 in
die in 1 gezeigte Ausgangslage zurückschwenken kann.
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Im
Fall eines Blockierens des Hauptkontaktpaars 100 bleibt
der Kontakthebel 3 durch die Blockierung trotz Auslösen, d.h.
Ausschalten des Magnetantriebs, in seiner in 2 gezeigten
Stellung. Folglich ändert
sich auch die Lage des Kniehebelgelenks 51 sowie die des
Sperrelements 7 nicht, und die Anschlagaufnahme 71 des
Sperrelements bleibt in dem Bewegungspfad des sich in Richtung auf
die Ausgangsstellung bewegenden Knebels 9 stehen. Folglich
ist der bei der Auslösung in
Richtung auf die Ausgangslage zurückschwenkende Knebel 9 mit
seinem Anschlag 11 an der Anschlagaufnahme 71 des Sperrelements 7 gehalten.
Die Abmessungen sind vorzugsweise so gewählt, dass der Knebel 9 beispielsweise
in einer Mittelstellung zwischen den beiden Endlagen gehalten ist,
wenn die Kontakte blockiert sind, d.h. wenn das Sperrelement 7 trotz
Auslösung
in der Sperrlage verharrt. Dadurch ist ein Blockieren des Hauptkontaktpaars 100 leicht
an der Knebelstellung zu erkennen.
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3 und 4 zeigen
den offenen (3) und den geschlossenen (4)
Zustand des Hauptkontaktpaars 100 und des Nebenkontaktpaars 200 von
der bezüglich
der 1 und 2 jeweils gegenüberliegenden
Seite aus gesehen. In 3 sind die getrennten Nebenkontakte 23, 25 sowie
die getrennten Hauptkontaktaufnahmen 101 und 103 deutlich
zu erkennen. Zur Verdeutlichung wird noch einmal auf den Knebel 9 verwiesen,
der den Anschlag 11 ausgebildet hat, der bezüglich des
Knebelumfangs radial auswärts
vorsteht. Wie in 3 deutlich zu erkennen ist,
ist die Anschlagaufnahme 71 des Sperrelements 7 bezüglich des
Anschlags 11 des Knebels zurückgezogen, so dass der Knebel 9 in
die in 3 gezeigte Endlage verschwenkt ist. Ferner ist in 3 die
Achse 53 des Kniehebelgelenks zwischen Kontakthebel 3 und
Kniehebel 5 gezeigt, auf deren in 3 abgewandtes
Ende das Sperrelement 7 mit einer geeigneten Aufnahme (nicht
gezeigt) aufgesteckt ist.
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Analog 3 zeigt 4 die
geschlossene Stellung des Hauptkontaktpaars 100 und des
Nebenkontaktpaars 200. In dieser Figur ist deutlich zu
erkennen, dass die Anschlagaufnahme 71 des Sperrelements 7 in
den Bewegungspfad des Anschlags 11 des Knebels 9 vorsteht.
Bei blockierten Kontakten bleibt das Sperrelement 7 bzw.
die Anschlagaufnahme 71 in dieser Stellung, so dass der
in 4 beim Auslösen
nach links verschwenkende Knebel 9 mit seinem Anschlag 11 in
Eingriff mit der Anschlagaufnahme 71 gelangt und dieser
Stellung gehalten wird. Wie zuvor erwähnt ist, zeigt diese Knebelstellung zwischen
zwei möglichen
Endlagen zuverlässig
ein Blockieren der Hauptkontakte an, weil ein einfach aufgebautes
mechanisches Element mit geringen Toleranzanforderungen verwendet
werden kann, um den Knebel 9 in der vorgenannten Zwischenstellung zu
arretieren.
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Nachfolgend
wird noch ergänzend
auf die 5 eingegangen, die ein Ausführungsbeispiel
eines Gehäuses
für den
selektiven Leitungsschutzschalter zeigt, welches zur Aufnahme des
zuvor erläuterten
Betätigungsmechanismus
ausgelegt ist. Wie in 5 zu erkennen ist, hat das Gehäuse eine Vielzahl
von Anlenkpunkten ausgebildet, an denen die verschiedenen in den
vorhergehenden Figuren gezeigten Wellen und Hebel gelagert sind.
Die Zuordnung der verschiedenen Lagerpunkte sowie die Ausbildung
des Gehäuses
zur Aufnahme der vorgenannten Auslösemechanismen, des Magnetantriebs etc.
ergibt sich aus der Gestaltung des gezeigten Betätigungsmechanismus, so dass
hier nicht weiter auf diese Einzelheiten eingegangen werden soll,
um den Rahmen dieser Beschreibung nicht zu sprengen. In 5 ist
das Gehäuse 800 aus
zwei klappbaren Gehäusehälften 801 bzw. 802 aufgebaut.
Am oberen Ende der rechten Gehäusehälfte 802 ist
ein Knebel 9 dargestellt, der drehbar an dem Gehäuse gelagert
ist. Fer ner zeigt 5 das in der rechten Gehäusehälfte 802 aufgenommene
Sperrelement 7, das an seinem oberen, dem Knebel 9 zugewandten
Ende die Anschlagaufnahme 71 aufweist. Am unteren Ende
des Sperrelements 7 ist die Aufnahme zur Verbindung mit dem
Kniehebelgelenk mit 73 bezeichnet. Ferner ist der an dem
Knebel 9 ausgebildete Anschlag 11 angedeutet,
der in der in 5 gezeigten Stellung die Anschlagaufnahme 71 des
Sperrelements 7 passiert hat, d.h. das Sperrelement 7 befindet
sich in der zurückgezogenen
Stellung.
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An
der in 5 auf der linken Seite gezeigten Gehäusehälfte 801 sind
Führungen 805, 807, 809 für das Sperrelement 7 ausgebildet.
Die Führung
umfasst eine Führungsnase 805,
die an der Gehäusewandung
einstückig
ausgebildet ist. Die Führung
für das
Sperrelement 7 umfasst ferner eine in der linken Gehäusehälfte 801 ausgebildete
Ausnehmung oder Vertiefung 807, in der das Sperrelement 7 verschiebbar
angeordnet ist, wenn der selektive Leitungsschutzschalter zusammengebaut
ist. Wie in 5 zu erkennen ist, ist am unteren
Ende der Vertiefung 807 ein verbreiterter Abschnitt 809 ausgebildet,
der so bemessen ist, dass sich das Sperrelement 7 mit seiner
Aufnahme 73 zur Verbindung mit dem Kniehebelgelenk zwischen
den beiden möglichen
Endlagen bewegen kann. Die Führung
des Sperrelements 7 in einer Vertiefung der Gehäusehälfte 801 dient
nicht nur der Funktionssicherheit beim Betätigen des Sperrelements, d.h.
bei der Verschiebung zwischen den beiden Endlagen, sondern sie dient
auch der Versteifung des langen schlanken stabförmigen Sperrelements. Wenn
das Sperrelement mit seiner Anschlagaufnahme 71 den Knebel 9 blockiert
oder anhält, wenn
die Hauptkontakte 100 blockiert sind, so können durch
die Auslösebewegung
des Hebels bzw. durch Manipulation durch einen Benutzer erhebliche Kräfte in Längsrichtung
des Sperrelements 7 durch den Eingriff zwischen Anschlag 11 und
Anschlagaufnahme 71 aufgebracht werden. Durch die lange schlanke
Bauform des Sperrelements kann ein solches Bauteil vergleichsweise
leicht knicken.
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Diesem
Ausknicken kann durch die Führung in
einer Vertiefung 807, wie sie in 5 gezeigt
ist, wirkungsvoll begegnet werden. Darüber hinaus wird noch einmal
auf 2 verwiesen, in welcher eine Verdickung 75 an
dem Sperrelement gezeigt ist. Diese Verdickung dient der Verstärkung gegen
Ausknicken des Sperrelements 7. Diese Verstärkung 75 kann
materialeinheitlich mit dem Sperrelement 7 ausgebildet
sein; es kann aber auch ein nachträglich aufgebrachtes Verstärkungselement
sein. Die Anordnung der Verstärkung
wird entsprechend den Belastungsverhältnissen gewählt; da
das Ausknicken jedoch etwa in der Mitte eines beidseitig eingespannten
schlanken Stabs bei Aufbringen einer Axialkraft auftritt, ist die
Verstärkung
vorzugsweise im Bereich der Mitte des Sperrelements 7 angeordnet.
Wenn das Sperrelement jedoch in anderen Bereichen geführt ist,
so wird die Verstärkung
vorzugsweise in der Mitte zwischen den Endpunkten der Führung angeordnet,
d.h. in der Mitte der ungeführten
freien Länge des
Sperrelements 7.
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Die
vorliegende Erfindung wurde anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, das
in Form eines selektiven Leitungsschutzschalters verkörpert ist.
Es ist anzumerken, dass die Anzeige von blockierten trennba ren Kontakten
auch in anderen automatischen Schaltern nützlich und sinnvoll sein kann, so
dass ein solches Sperrelement, welches von den bewegten Kontakten
angelenkt und in den Bewegungspfad eines Betätigungselements einführbar ist, ebenfalls
von Bedeutung sein kann.
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Es
ist ein selektiver Leitungsschutzschalter offenbart, der ein trennbares
Hauptstrombahnkontaktpaar 100 hat. Ein stabförmiges Sperrelement 7 ist mit
dem bewegbaren Hauptkontakt 101 des Hauptstrombahnkontaktpaars
wirkverbunden. Ein schwenkbarer Knebel 9 dient zum Schließen und Öffnen des
Leitungsschutzschalters und bewegt sich beim Auslösen des
Schalters zurück
in seine Ausgangsstellung. Das Sperrelement 7 folgt der
Bewegung des bewegbaren Hauptkontakts 101 und verharrt
bei in der Schließlage
blockierten Hauptkontakten in dem Bewegungspfad eines an dem Knebel 9 ausgebildeten
Anschlags 11. Im Fall der Auslösung des Leitungsschutzschalters
bei blockierten Hauptkontakten wird die Rückkehrbewegung des Knebels 9 in
die Ausgangsstellung durch den Eingriff zwischen dem Anschlag 11 und
dem Sperrelement 7 blockiert. Der Knebel 9 bleibt
in einer Zwischenstellung stehen. Dadurch wird das Blockieren der
Hauptkontakte zuverlässig
angezeigt.