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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Aufnahme
optischer Eigenschaften einer relativbewegten Szene.
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Zur
Untersuchung der Erdoberfläche
ist es seit langem bekannt, optische Aufnahmesysteme auf einem Satelliten
oder einem Flugzeug anzuordnen, wobei je nach Anwendungsgebiet verschiedene
optische Eigenschaften bzw. Emissionen einer Szene qualitativ und/oder
quantitativ ausgewertet werden. Im Gegensatz zu den meisten Anwendungsgebieten in
Produktionsprozessen existieren nur wenige oder gar keine Vorabinformationen über die
aufzunehmende Szene.
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So
arbeiten beispielsweise bekannte Fernerkundungssysteme im Thermalen
Infrarot auf Basis optomechanischer Systeme. Diese mechanischen Systeme
tasten die Szenen in sequentieller Form ab. Nachteilig an den bekannten
Systemen ist, dass diese nicht ausreichend variabel in bezug auf
Abtastung im Subpixelbereich sind. Durch die mechanische Abtastung
sind die Kanalparameter nicht in Echtzeit beeinflußbar. Allgemein
sind die hierfür
verwendeten Infrarot-Sensoren auf maximale Empfindlichkeit eingestellt.
Dies führt
dazu, daß bei
Abtastung einer lokal begrenzten heißen Szene die Sensorik übersteuert wird.
Dadurch kann über
diese Szene bzw. Szenenausschnitt nur eine qualitative Aussage getroffen werden.
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Aus
der
DE 198 37 483
A1 ist ein Verfahren zur Aufnahme optischer Eigenschaften
einer relativbewegten Szene bekannt, mittels eines photosensitiven
Sensors, eines Speichers, eines Schwellenwertfilters, eines Steuergerätes und
eines Korrekturprozessors, wobei eine erste Messung bei maximaler Empfindlichkeit
des Sensors erfolgt. Anschließend wird
mittels des Schwellenwertfilters überprüft, ob ein Pixel des Sensors
bei der Messung übersteuert
war. Wird eine derartige Übersteuerung
erfaßt,
so wird die Messung innerhalb von t
dwell mit
minimaler Empfindlichkeit des Sensors wiederholt. Anschließend werden
die Daten der übersteuerten
Pixel der ersten Messung durch die Daten der zweiten Messung überschrieben.
Nachteilig an dem bekannten Verfahren ist, daß die Auflösung des Sensors für die zweite Messung
nicht optimal ausgenutzt wird.
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Der
Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Aufnahme optischer Eigenschaften einer
relativbewegten Szene zu schaffen, mittels derer die Auflösung des
photosensitiven Sensors besser ausgenutzt wird.
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Die
Lösung
des technischen Problems ergibt sich durch die Gegenstände mit
den Merkmalen der Patentansprüche
1 und 4. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
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Hierzu
erfolgt bei einer gegebenenfalls notwendigen zweiten Messung innerhalb
der Dwelltime eine vorausschauende Abschätzung der erwarteten Intensität, die zur
Einstellung der optimalen Parameter ausgenutzt wird.
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Systeme,
die eine räumliche
und zeitliche Abtastung im Bildbereich einer Optik durchführen, nutzen
die begrenzenden Eigenschaften der Optik im Raumfrequenzbereich
(Modualtionstransferfunktion), um Aliasingeffekte zu vermeiden.
Die begrenzenden Eigenschaften der Optik lassen sich durch die Punkt-Verwaschungs-Funktion
(PSF) darstellen. Bildet man beispielsweise ein heißes (helles)
Gebiet einer Szene als einen Punkt in der Bildebene eines Push Broom
Scanners ab, so erscheint je nach Breite der PSF und der Intensität des Gebietes
in der Umgebung des Punktes ein durch die Optik verursachter Hof.
Bei einem Push Broom Scanner werden also benachbarte Pixel bzw. zeitlich
vor und nach der Abtastung liegende Szenenanteile von diesem Gebiet
beeinflußt.
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Die
dieser Erfindung zugrundeliegende Idee der Signal-Adaptionssteuerung
beruht auf der zeitlichen Vorhersage des Signals aufgrund des oben
geschilderten Sachverhalts.
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Der
Algorithmus für
die Regelung leitet sich aus einer Näherungsformel für die PSF
(Gaußverteilung
der Intensität)
ab:
mit
- Udeti
- voraussichtliche Amplitude
des Signals, wenn der Spot die Entfernung Xi von
der momentanen Abtastung mit Intensität Asig hat und
- σ
- Breite der PSF.
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Voraussetzung
für die
Abschätzung
ist, daß die
vorangegangene Messung selbst noch nicht in der Sättigung
war. Daher wird abhängig
von der vorangegangenen Messung das Abschätzverfahren auf die erste oder
auf die zweite vorangegangene Messung angewendet.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Die
Fig. zeigen:
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1 eine
graphische Darstellung verschiedener Vorhersagewerte für die Intensität dreier
Signale,
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2 ein
Blockschaltbild zur Regelung der Empfindlichkeit eines photosensitiven
Sensors,
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3 einen
Szenenverlauf über
ein beliebiges Pixel,
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4 ein
Blockschaltbild der Regelstrecke zur Abschätzung der zu erwartenden Intensität aus der
vorangegangenen Normalmessung und
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5 ein
Blockschaltbild der Regelstrecke zur Abschätzung der zu erwartenden Intensität aus der
vorangegangenen Hot Spot Messung.
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In
der 1 sind für
drei verschiedene Signale die zu erwartenden Intensitäten über die
Dwelltime dargestellt, wobei die Ausgangsintensität jeweils um
den Faktor 10 verschieden ist. Das Sättigungsniveau ist dabei als
horizontale Linie dargestellt. Wie aus dem Verlauf der untersten
Kurve zu entnehmen ist, gelangt das Pixel erst nach der dritten
Abtastung in die Sättigung.
Entsprechend gelangt das Pixel gemäß der mittleren Kurve erst
in der dritten und das Pixel gemäß der oberen
Kurve erst in der zweiten Abtastung in die Sättigung. Aufgrund dieser jeweiligen Vorhersagewerte
kann die Empfindlichkeit des photosensitiven Sensors adaptiv angepaßt werden.
Dieser Funktionsverlauf kann für
jeden photosensitiven Sensor vorab bestimmt werden und in einer
Look Up Tabelle LUT abgelegt werden.
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In
der 2 ist ein Blockschaltbild der Vorrichtung zur
Aufnahme optischer Eigenschaften einer relativbewegten Szene dargestellt,
wobei auf die Darstellung der Optik verzichtet wurde. Die Vorrichtung
umfaßt
einen zeilenförmigen
photosensitiven Sensor 1, einen Analog-Digital-Wandler 2,
drei parallel arbeitende Regelstrecken 3–5 und
einen den photosensitiven Sensor 1 steuernden Prozessor 6.
Der Analog-Digital-Wandler 2 erfaßt die Meßdaten des photosensitiven
Sensors 1, digitalisiert diese und stellt die digitale
Datenbasis den drei Regelstrecken 3–5 als Eingangsdaten
zur Verfügung.
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Die
erste Regelstrecke 3 stellt die Regelung für die Normalmessung
dar und ist beispielsweise als proportional wirkender Zweipunktregler
mit Hystereseverhalten ausgebildet. Dieser überwacht den Szenenmittelwert
des zeilenförmigen
photosensitiven Sensors 1 und stellt entsprechend die Integrationszeit
Tint und Kapazität Cint ein,
so daß die
Normalmessung mit maximaler Empfindlichkeit durchgeführt werden
kann. Diese Regelung betrifft die erste Abtastung innerhalb der
Dwelltime tdwell.
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Die
zweite Regelstrecke 4 stellt die Regelung für die Adaptionssteuerung
für ein
Hot Spot Sampling aus einer vorangegangenen Normalmessung dar. Überschreitet
die Normalmessung für
einige Pixel einen gewissen Schwellwert Is,
so ist zu vermuten, daß in
der nächsten
oder übernächsten Dwelltime
tdwell Energie aus einem heißen Gebiet
zur Überschreitung der
Sättigung
ISAT in der Normalmessung führt. Dieser Wert
wird zwischengespeichert und wirkt als Input für die Parameter des Hot Spot
Sampling in der Szene, in der es in der Normalmessung zu einer Sättigung kommt.
Dadurch können
die Parameter in dem Hot Spot Sampling derart adaptiv eingestellt
werden, daß mit
der größtmöglichen
Empfindlichkeit unterhalb der Sättigung
aufgenommen werden kann. Dieser Regelprozess wird später noch
näher erläutert.
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Die
dritte Regelstrecke 5 stellt die Regelung für die Adaptionssteuerung
für ein
Hot Spot Sampling aus einem vorangegangenen Hot Spot Sampling dar. Liegt
nämlich
bereits eine Sättigung
für bestimmte
Pixel vor, so ist das Ergebnis der Normalmessung für die Steuerung
unbrauchbar. In diesem Fall erfolgt die Abschätzung aus dem vorangegangenen
Hot Spot Sampling.
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In
der 3 ist ein beispielhafter Verlauf der Intensität einer
Szene über
der Zeit dargestellt. Zwischen den Zeitpunkten t0 und
t1 bewegt sich die Intensität I um den
Szenenmittelwert Im, so daß die Normalmessung
mit maximaler Empfindlichkeit nicht in der Sättigung ist. Zum Zeitpunkt
t1 überschreitet
die Intensität
I einen Schwellwert IS, so daß in der
nächsten
oder übernächsten Abtastung
mit einer Sättigung zu
rechnen ist. Zum Zeitpunkt t2 tritt in der
Normalmessung Sättigung
auf. In diesem Fall wird innerhalb der Dwelltime tdwell dieser
Abtastung eine zweite Messung, das Hot Spot Sampling durchgeführt, wobei
für das
erste Hot Spot Sampling HSP auf die Daten der vorangegangenen Normalmessung
zur Einstellung der Parameter zurückgegriffen werden kann. Nach dem
Zeitpunkt t2 sind nachfolgende Normalmessungen
in der Sättigung,
so daß diese
Messungen keinen Aufschluß mehr
für die
Intensität
der Hot Spots geben. Daher wird für die nachfolgenden Hot Spot Samplings
auf Daten des vorangegangenen Hot Spot Samplings zurückgegriffen
und daraus die zu erwartende Intensität abgeschätzt.
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In
der 4 ist eine Schaltungsanordnung für die zweite
Regelstrecke 4 dargestellt. Die Schaltungsanordnung umfaßt ein Verzögerungsglied 7, Szenenmittelwertbildner 8 zur
Erfassung eines Szenenmittelwertes, einen Mittelwertvergleicher 9,
einen Größtwert Pixelselektor 10,
einen Sättigungskomparator 11,
ein Und-Gatter 12, ein Sättigungsflag 13 und eine
Look Up Tabelle 14. Das Eingangssignal für die Schaltungsanordnung
ist das Signal aus der Normalmessung SNM.
Das Verzögerungsglied 7 verzögert das
Signal aus der Normalmessung SNM um eine Dwelltime
tdwell, so daß am Ausgang des Verzögerungsgliedes 7 das
Signal aus der vorangegangenen Normalmessung anliegt. Dieses Signal
wird mittels des Mittelwertevergleichers mit dem Szenenmittelwert
verglichen. Die Differenz aus Normalmessung und Szenenmittelwert
wird bei einer signifikanten Abweichung als Eingangssignal an den
Größtwert Pixelselektor 10 übergeben.
Dieser detektiert das Pixel mit der größten Intensität, das das
Eingangssignal für die
Look Up Tabelle 14 ist. Des weiteren setzt der Größtwert Pixelselektor 10 ein
Flag, daß ein
Schwellwert überschritten
wurde. Dieses Signal stellt ein erstes Eingangssignal für das Und-Gatter 12 dar.
Ein weiteres Eingangssignal des Und-Gatters 12 ist ein Statussignal
NM, das anzeigt, daß eine
Normalmessung ausgewertet wird. Mittels des Sättigungskomparator 11 wird überprüft, ob in
der aktuellen Normalmessung ein Pixel in der Sättigung ist. Ist dies der Fall,
so wird am Ausgang eine logische 1 erzeugt. Das Und-Gatter 12 erzeugt
dann an seinem Ausgang ebenfalls eine logische 1 und bewirkt das
Setzen eines Sättigungs-Flags 13,
wodurch die Look Up Tabelle 14 aktiviert wird. Anhand der
Intensität
am Eingang der Look Up Tabelle 14 wird dann ein Parametersatz für die Integrationszeit
Tint und die Kapazität Cint ausgewählt und
an den photosensitiven Sensor 1 und dem Prozessor 6 übergeben.
Mit diesem Parametersatz wird dann das Hot Spot Sampling als zweite
Abtastung innerhalb der Dwelltime durchgeführt. Bei gestaggerter Anordnung
des photosensitiven Sensors 1 beträgt die Verzögerung des Verzögerungsgliedes 7 entsprechend
nur die halbe Dwelltime.
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In
der 5 ist die Schaltungsanordnung für die dritte
Regelstrecke 5 dargestellt, wobei gleichwirkende Elemente
im Vergleich zu 4 mit gleichen Bezugszeichen
versehen sind. Die Schaltungsanordnung umfaßt einen Sättigungskomparator 11,
ein Und-Gatter 12, ein Sättigungs-Flag 13,
eine Look Up Tabelle 14, einen Größtwert Pixelselektor 10 und
ein Verzögerungsglied 15.
Das Eingangssignal für
den Sättigungskomparator 11 ist
wieder das Signal aus der Normalmessung SNM.
Im Gegensatz zur zweiten Regelstrecke ist das Eingangssignal des
Verzögerungsgliedes 15 das
Signal aus dem Hot Spot Sampling SHSP, das
konjunktiv mit einem Statussignal HSP verknüpft ist. Das Verzögerungsglied 15 verzögert das
Signal um ca. eine Dwelltime, so daß am Ausgang des Verzögerungsgliedes 15 das
SHSP der vorangegangenen Messung anliegt.
Ergibt nun die Auswertung des Signals der Normalmessung SNM, daß ein
Pixel in der Sättigung
ist und gleichzeitig in der vorangegangenen Dwelltime ein Hot Spot
Sampling durchgeführt
wurde, so wird anhand des größten Pixelwertes
aus der vorangegangenen Dwelltime aus der Look Up Tabelle 14 ein
Parametersatz für
die Integrationszeit Tint und die Kapazität Cint ausgegeben, der für das nachfolgende Hot Spot
Sampling verwendet wird.
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Wie
sich aus einem Vergleich der Schaltungsanordnungen in den 4 und 5 ergibt, sind
Teilbereiche identisch und können
gemeinsam benutzt werden. Dies gilt unabhängig davon, ob die Regelstrecken 3–5 als
Hardware und/oder Software realisiert werden.