DE10019121A1 - Elektrischer Schaltkontakt und Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents
Elektrischer Schaltkontakt und Verfahren zu dessen HerstellungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen elektrischen Schaltkontakt (10) mit einem Kontaktträger (11) aus einem ersten Material und wenigstens einem Kontaktstück (12) aus einem zweiten Material mit einer Sinterstruktur. Das erste Material weist ebenfalls eine Sinterstruktur auf, die in die Sinterstruktur des zweiten Materials fließend übergeht. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen elektrischen Schaltkontaktes (10). Das erste und das zweite sinterfähige Material werden jeweils in Pulverform übereinander in einem napfartigen Formwerkzeug (1) eingebracht und anschließend zusammen durch Sintern in die entgültige Form des Schaltkontaktes (10) gebracht.
Description
Die Erfindung betrifft einen elektrischen Schaltkontakt nach dem Oberbegriff
von Anspruch 1 sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung nach Anspruch 7,
insbesondere für elektrische Niederspannungsschaltgeräte.
Schaltkontakte bestehen aus einem Kontaktträger und wenigstens einem
Kontaktstück. Das Kontaktstück unterliegt hohen Anforderungen bezüglich der
Materialbeschaffenheit. Beispielhafte Anforderungen sind ein geringer Über
gangswiderstand und eine hohe Lichtbogenabbrandfestigkeit. Kontaktträger
und Kontaktstück werden üblicherweise durch Löten gemäß EP-A 0 540 186
und/oder Schweißen gemäß DE-A 43 31 913 und/oder Nieten gemäß DE-A 197 40 022,
Schrauben, Schrumpfen oder durch Kombinieren dieser Verfahren
verbunden. Nachteilig ist hierbei der hohe Fertigungsaufwand zum Herstellen
eines kompletten Schaltkontaktes. So müssen beispielsweise für einen dop
peltunterbrechenden Schaltkontakt mit zwei gegenüberliegenden Kontaktstü
cken fünf mechanische Komponenten miteinander verbunden werden, wobei
eine hoher Aufwand zur Vermeidung von Lageabweichungen getrieben wird.
Ebenso ist zu berücksichtigen, dass nicht alle gewünschten Materialkombinati
onen zwischen Kontaktträger und Kontaktstück geschweißt und/oder gelötet
werden können.
Die DE-A 195 37 657 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Her
stellung eines Schaltkontaktes mit einem Kontaktträger aus einem elektrisch
gut leitenden, ersten Material und einem Kontaktstück aus einem elektrisch
weniger gut leitenden, jedoch abbrandfesten, zweiten Material, bei dem das
Kontaktstück eine mit dem Material des Kontaktträgers getränkte Sinterstruktur
aufweist. Der Kontaktträger und die Sinterstruktur werden übereinander in eine
napfartige Form aus Stahl oder Edelstahl eingebracht, darin bis über die
Schmelztemperatur des ersten Materials, aber noch unter der Schmelztemperatur
des zweiten Materials erwärmt, so dass das erste Material aufschmilzt
und in die Sinterstruktur eindringt. Die Sinterstruktur wird dadurch hergestellt,
dass das zweite Material in Pulverform auf das erste Material aufgestreut wird
und zunächst in einem Entgasungsprozess unterhalb der Schmelztemperatur
des ersten Materials gesintert wird. Alternativ wird die Sinterstruktur vorher
hergestellt und als Grünling auf den Kontaktträger aufgelegt. Auch dieses
Verfahren ist noch zu aufwendig und nicht für alle Materialkombinationen gut
geeignet.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Herstellung von Schalt
kontakten zu vereinfachen.
Ausgehend von einem Schaltkontakt bzw. einem Herstellungsverfahren der
eingangs genannten Art wird die Aufgabe erfindungsgemäß durch die kenn
zeichnenden Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst, während den
abhängigen Ansprüchen vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zu ent
nehmen sind.
Der erfindungsgemäße Schaltkontakt in Form eines einstückigen Sinterkörpers
besteht aus zwei Materialien, die unterschiedlichsten Werkstoffen angehören
können. Durch die in einem erheblich erweiterten Bereich frei wählbare Kom
bination aus dem ersten Material und dem zweiten Material genügt das Schalt
stück weitestgehend unabhängig von seiner geometrischen Form unterschied
lichen - insbesondere mechanischen, thermischen elektrischen und magneti
schen - Anforderungen durch entsprechend wählbare Materialeigenschaften
für den Kontaktträger und für das mindestens eine Kontaktstück. Insbesondere
lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Schaltstück gegenläufige oder zum
Teil schwer zu vereinigende Eigenschaften, wie beispielsweise hohe Festig
keit, geringes Gewicht und hohe Leitfähigkeit realisieren.
Vorteilhaft lassen sich in dem Kontaktträger bzw. dem Kontaktstück noch dritte
Materialien integrieren, um weitere Eigenschaften zu erzielen. Die dritten Ma
terialien können Sinterwerkstoffe oder nicht sinterfähige Materialien sein. In
ersten Fall können dem Schaltkontakt beispielsweise durch eine im Kontakt
träger eingebettete Einlage aus ferromagnetischen Sinterwerkstoff besondere
magnetische Eigenschaften verliehen werden. Dies lässt sich beispielsweise
für eine schnelle Lichtbogenverdrängung in einem sich öffnenden Kontaktsys
tem, das mit einem derartigen Schaltkontakt ausgestattet ist, mit Vorteil aus
nutzen. Im zweiten Fall können dem Schaltkontakt beispielsweise durch ein
drittes Material mit einer fachwerkartigen Gitterstruktur besondere Eigen
schaften - beispielsweise durch eine keramische Einlage im Kontaktträger eine
hohe Festigkeit, durch einen Kunststoffeinlage ein geringes Gewicht oder
durch eine Stahleinlage eine hohe Festigkeit und Ferromagnetismus - verlie
hen werden.
Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren realisiert mit wenigen Ferti
gungsschritten, insbesondere mit einem einzigen Sinterprozess für das erste
und das zweite Material, einen kompletten Schaltkontakt. Das Verfahren liefert
einen Schaltkontakt, der in seinen äußeren Abmessungen sowie in der relati
ven Anordnung von Kontaktträger und Kontaktstück(en) allen Toleranzanforde
rungen und in seinen übrigen Eigenschaften, wie mechanischen, thermischen,
elektrischen und magnetischen Eigenschaften, unterschiedlichsten Anforde
rungen genügt.
Vorteilhaft lässt sich mit dem einzigen Sinterprozess ein drittes Material in
Form eines sinterbaren Pulvers oder in Form eines bereits strukturierten, ge
sonderten Körpers mit dem Schaltkontakt integrieren.
Ein Vorverdichten der sinterfähigen Materialien ist im allgemeinen üblich. Das
Vorverdichten kann für jedes Material gesondert, nacheinander nach Einbrin
gung eines jeden Materials oder zusammen nach Einbringung aller Materialien
erfolgen. Mit einem Nachverdichten kann der Schaltkontakt verfestigt und/oder
in die maßgenaue Form gebracht werden.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgen
den, anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen den
erfindungsgemäßen Schaltkontakt
Fig. 1: in einer ersten Ausführungsform als Brückenkontakt;
Fig. 2: in einer zweiten Ausführungsform mit einer Einlage aus einem ferro
magnetischem Sinterwerkstoff;
Fig. 3: in einer dritten Ausführungsform mit einer Einlage aus einem Kera
mikkörper mit Gitterstruktur.
Der Schaltkontakt 10 nach Fig. 1 besteht aus einem brückenförmigen Kontakt
träger 11 und zwei endseitigen Kontaktstücken 12. Zur Herstellung des Schalt
kontaktes 10 wird ein sinterfähiges, pulverförmiges zweites Material in zwei
Mulden 2 eines Formwerkzeuges 1 eingebracht und kalt vorverdichtet, danach
das Formwerkzeug 1 mit einem darüber gebrachten sinterfähigen, pulverför
migen erstes Material gefüllt und das zweite Material sowie zwangsläufig wie
derholt das erste Material kalt vorverdichtet. In einem nachfolgenden einzigen
Sinterprozess unter Druck- und Hitzeeinwirkung werden diese Materialien zu
der Schaltkontakt 10 verbunden. Bei bestimmten Materialien empfiehlt sich zur
maßhaltig Fertigstellung ein kaltes Nachverdichten des Schaltkontaktes 10.
Beide Materialien weisen danach jeweils Sinterstrukturen auf, die in der Über
gangszone 13 fließend ineinander übergehen. Beim ersten Material wird z. B.
von einem Kupfer- oder Aluminiumpulver ausgegangen, wodurch der daraus
entstandene Kontaktträger 11 eine ausreichende mechanische Festigkeit, eine
gute elektrische sowie thermische Leitfähigkeit und im Falle von Aluminium ein
geringes Gewicht aufweist. Beim zweiten Material wird z. B. von einem Pulver
oder einem Pulvergemenge von Wolfram, Silber, Kohlenstoff, Nickel, Rhenium
und/oder deren Oxiden, Carbiden, Siliciden, Nitriden ausgegangen, wodurch
die daraus entstandenen Kontaktstücke 12 eine niedrigen Übergangswider
stand und eine hohe Lichtbogenabbrandfestigkeit aufweisen.
Der Schaltkontakt 20 nach Fig. 2 weist gegenüber dem Schaltkontakt 10 nach
Fig. 1 zusätzlich eine im Kontaktträger 21 eingebettete Einlage 24 auf. Zur
Herstellung des Schaltkontaktes 20 wird wieder das zweite Material in die Mul
den des Formwerkzeuges eingebracht, darüber eine erste Schicht des ersten
Materials unter Belassung einer Mulde gegeben, diese Mulde mit einem sin
terfähigen, pulverförmigen dritten Material gefüllt und mit einer darüber ge
brachten zweiten Schicht des ersten Materials das Formwerkzeug gefüllt. Zwi
schendurch findet ein Vorverdichten dieser Materialien statt. In einem nachfol
genden einzigen Sinterprozess, gegebenenfalls mit anschließendem Nachver
dichten, wird der Schaltkontakt 20 maßhaltig fertiggestellt, wobei in einer Über
gangszone die Sinterstruktur des dritten Materials in die Sinterstruktur des
ersten Materials übergeht. Bei dem dritten Material wird z. B. von einem ferro
magnetischen Pulver ausgegangen, wodurch die aus dem dritten Material ent
standene Einlage 24 dem Kontaktträger 21 ferromagnetische Eigenschaften
verleiht.
Der Schaltkontakt 30 nach Fig. 3 weist gegenüber dem Schaltkontakt 10 nach
Fig. 1 zusätzlich eine im Kontaktträger 31 eingebetteten gesonderten Körper
34 auf. Zur Herstellung des Schaltkontaktes 30 wird wieder das zweite Material
in die Mulden des Formwerkzeuges eingebracht, darüber eine erste Schicht
des ersten Materials gegeben, darauf der gesonderte Körper 34 gelegt und um
diesen herum sowie darüber mit einer zweiten Schicht des ersten Materials
das Formwerkzeug gefüllt. Zwischendurch findet wieder ein Vorverdichten des
zweiten und ersten Materials statt. In einem nachfolgenden einzigen Sinterpro
zess, gegebenenfalls mit anschließendem Nachverdichten, wird der Schalt
kontakt 30 maßhaltig fertiggestellt, wobei nur das erste und das zweite Mate
rial am Sinterprozess beteiligt sind. Das dritte Material wird bei dem Sinterpro
zess nicht verändert. Der aus dem dritten Material bestehende gesonderte
Körper 34 hat eine fachwerkartige Gitterstruktur, z. B. aus Keramik, Kunststoff
oder Stahl, wodurch der damit ausgestattete Kontaktträger 31 eine erheblich
verbesserte mechanische Festigkeit sowie ein verringertes Gewicht und im
Falle von Stahl zusätzlich ferromagnetische Eigenschaften aufweist.
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausfüh
rungsformen beschränkt, sondern umfaßt auch alle im Sinne der Erfindung
gleichwirkenden Ausführungsformen. So läßt sich die Erfindung sowohl auf
bewegliche als auch auf feststehende Schaltkontakte, auf schwenkbare ein
seitige oder doppelseitige Schaltkontakte oder auf Schaltkontakte mit zusätzli
chem Lichtbogenkontaktstück anwenden. Ebenso ist die Erfindung für Schalt
kontakte geeignet, deren Kontaktstücke aus mehr als einem Material beste
hen, wobei das zusätzliche dritte Material eine Sinterstruktur aufweisen oder
einen gesonderten Körper bilden kann sowie allein Bestandteil des Kontakt
stückes oder sowohl Bestandteil des Kontaktstückes als auch des Kontaktträ
gers sein kann.
Claims (11)
1. Elektrischer Schaltkontakt mit einem Kontaktträger (11; 21; 31) aus einem
ersten Material und wenigstens einem Kontaktstück (12) aus einem zwei
ten Material mit einer Sinterstruktur, dadurch gekennzeichnet, dass das
erste Material ebenfalls eine Sinterstruktur aufweist, die in die Sinterstruk
tur des zweiten Materials fließend übergeht.
2. Schaltkontakt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kon
taktträger (21; 31) oder/und das Kontaktstück wenigstens noch aus einem
dritten Material bestehen.
3. Schaltkontakt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das dritte
Material eine Sinterstruktur aufweist, die in die Sinterstruktur des ersten
oder/und zweiten Materials fließend übergeht.
4. Schaltkontakt nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das dritte
Material eine im ersten Material eingebettete ferromagnetische Einlage
(24) bildet.
5. Schaltkontakt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das dritte
Material einen mindestens teilweise und unverlierbar vom ersten oder/und
zweiten Material umgebenen gesonderten Körper (34) bildet.
6. Schaltkontakt nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der ge
sonderte Körper (24) eine fachwerkartige Gitterstruktur aus Metall, Kunst
stoff oder Keramik aufweist.
7. Verfahren zur Herstellung eines elektrischer Schaltkontaktes mit einem
Kontaktträger (11; 21; 31) aus einem ersten Material und wenigstens ei
nem Kontaktstück (12) aus einem zweiten Material mit einer Sinterstruktur,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite sinterfähige
Material jeweils in Pulverform übereinander in einem napfartigen Formwerkzeug
(1) eingebracht und anschließend zusammen durch Sintern zu
dem Schaltkontakt (10; 20; 30) verbunden werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens
noch ein drittes sinterfähiges Material in Pulverform eingebracht und an
schließend mit dem ersten und zweiten Material durch Sintern zu dem
Schaltkontakt (20) verbunden wird.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in das erste
oder/und zweite sinterfähige Material wenigstens noch ein drittes nicht
sinterfähiges Material in Form eines gesonderten Körpers (34) mindestens
teilweise eingebettet und anschließend beim Sintern des ersten und des
zweiten Materials zusammen mit diesen zu dem Schaltkontakt (30) ver
bunden wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass das erste, das zweite und gegebenenfalls das dritte Material vor oder
nach dem Einbringen und vor dem Sintern nacheinander oder gemeinsam
vorverdichtet werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass der Schaltkontakt (10; 20; 30) nachverdichtet wird.
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