Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Ver- und Entriegelung der Lenkspindel einer
Lenkeinrichtung eines Fahrzeuges, bei der die Verriegelung der Lenkspindel mit Hilfe ei
nes durch einen elektromechanischen Antrieb von einer Ent- in eine Verriegelungsposition
bewegten Sperrelementes erfolgt.
Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE 197 19 343 C1 bekannt. Diese
bekannte Vorrichtung umfaßt einen in einem Gehäuse angeordneten Elektromotor mit
nachgeschaltetem Stellantrieb zur Verschiebung eines Sperrelementes von seiner Ver- in
seine Entriegelungsstellung und umgekehrt, wobei das Sperrelement in seiner Verriege
lungsstellung in die durch benachbarte Zähne gebildete Ausnehmung eines an der Lenk
spindel befestigten Zahnkranzes eingreift und damit die Lenkspindel blockiert. Als Stell
antrieb zur Verschiebung des Sperrelementes wird bei der bekannten Vorrichtung ein Noc
kenantrieb verwendet.
Als nachteilig hat sich bei dieser bekannten Vorrichtung erwiesen, daß die Verwendung
des Nockenantriebes mit relativ langen Entriegelungszeiten verbunden ist.
Aus der DE 37 39 172 C1 ist ferner eine Vorrichtung zur Verschiebung eines Sperrele
mentes bekannt, bei der ein nicht im einzelnen dargestellter Elektromotor ein Schnecken
rad antreibt, welches in die Zähne des teilweise als Zahnstange ausgebildeten Sperrelementes
eingreift.
Auch bei Verwendung dieser bekannten Vorrichtung werden relativ lange Entriegelungs
zeiten benötigt. Außerdem ist bei dieser Vorrichtung für die erforderliche Verschiebung
des Sperrelementes ein relativ starker Elektromotor erforderlich, der einen entsprechend
großen Bauraum benötigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs erwähnten Art
anzugeben, mit der einerseits kurze Entriegelungszeiten des Sperrelementes erreichbar sind
und die andererseits sehr raumsparend aufgebaut ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weite
re, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
Die Erfindung beruht im wesentlichen auf dem Gedanken, bei einer Vorrichtung mit elek
tromechanischem Antrieb beim Verriegelungsvorgang innerhalb relativ langer Verfahrens
zeiten und über eine entsprechend große Übersetzung die für die Entriegelung benötigte
Energie in einer auf den Sperrbolzen wirkenden Rückholfeder zu speichern und die Rück
holfeder anschließend zur Entriegelung freizugeben, so daß das Sperrelement federange
trieben schnell in die Entriegelungsposition springt.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird das als Sperrbolzen ausgebil
dete Sperrelement über einen Schwenkhebel verschoben, der durch eine vorgespannte
Drehfeder in Entriegelungsrichtung gedrückt wird. Zum Verriegeln der Lenkspindel wird
ein von dem elektromechanischen Antrieb bewegter Nocken z. B. um 180° von einer obe
ren Position in eine untere Position gedreht. Dabei drückt er den Schwenkhebel und damit
den Sperrbolzen gegen die vorgespannte Rückholfeder nach unten. Beim Zurückdrehen
des Nockens wird dieser über eine Schräge in der Steuerkontur des schwenkbaren Hebels
gegen eine Druckfeder zurückgedrückt, so daß er den Schwenkhebel freigibt und dieser
dann in die obere, entriegelte Position springt und dabei den Sperrbolzen mitnimmt.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden anhand
von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 die perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispieles einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung mit einem Sperrbolzen, der von einem Schwenkhebel verscho
ben wird, welcher über einen Steuernocken mit einem elektromechanischen Antrieb
verbunden ist;
Fig. 2 eine schematische Darstellung des in Fig. 1 mit 4 bezeichneten Schwenkhe
bels;
Fig. 3 eine weitere perspektivische Ansicht der in Fig. 1 dargestellten und in einem
Gehäuse befindlichen erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei sich der Sperrbolzen
in seiner Entriegelungsstellung befindet;
Fig. 4 eine Fig. 3 entsprechende Ansicht, wobei sich der Sperrbolzen in seiner Ver
riegelungsstellung befindet;
Fig. 5 die schematische Darstellung eines weiteren Ausführungsbeispieles der Er
findung, wobei sich der Sperrbolzen in seiner Entriegelungsstellung befindet und
durch einen drehbar angeordneten Nocken verschiebbar ist und
Fig. 6 eine Fig. 5 entsprechende Ansicht, wobei sich der Sperrbolzen in seiner Ver
riegelungsstellung befindet.
In Fig. 1 ist mit 1 eine Vorrichtung zur Ver- und Entriegelung der Lenkspindel 2 einer
Lenkeinrichtung eines Fahrzeuges bezeichnet. Dabei ist das die Vorrichtung 1 umgebende
Gehäuse aus Übersichtlichkeitsgründen weggelassen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung 1
umfaßt ein als Sperrbolzen ausgebildetes Sperrelement 3, welches über einen Schwenkhe
bel 4 mit einem elektromechanischen Antrieb 5 in Wirkverbindung steht. Der Schwenkhe
bel 4 und der Sperrbolzen 3 sind kraftschlüssig in an sich bekannter Weise über eine Feder
6 verbunden, die in der Verriegelungsposition des Sperrbolzens 3 diesen federbelastet in
die durch benachbarte Zähne 7, 8 gebildete Ausnehmung 9 eines auf der Lenkspindel 2
befestigten Zahnkranzes 10 drückt.
Die Vorrichtung 1 enthält ferner eine Rückholfeder 11, die sich einerseits an dem
Schwenkhebel 4 und andererseits an dem Gehäuse 12 der Vorrichtung 1 abstützt (Fig. 3
und 4).
Der elektromechanische Antrieb 5 umfaßt einen Elektromotor 13, der über zwei Zahnräder
14, 15 eine Trommel 16 dreht, in welcher ein von einer Druckfeder 17 beaufschlagter
Steuernocken 18 längsverschiebbar gelagert ist. Dieser Steuernocken greift mit seiner der
Druckfeder abgewandten Seite in eine Steuerkontur 19 des Schwenkhebels 4 ein (Fig. 2).
Mit Hilfe Fig. 2 wird nachfolgend die Wirkungsweise der in den Fig. 1-4 dargestellten Vor
richtung 1 erläutert. Dabei möge sich der Sperrbolzen 3 zunächst in seiner Entriegelungs
position befinden (vgl. auch Fig. 3). Der Steuernocken 18 befindet sich in einer oberen Po
sition (Ausgangsposition). Wird der Elektromotor 13 nun aktiviert, um die Lenkspindel 2
zu verriegeln, so wird die Trommel 16 entgegen dem Uhrzeigersinn um 180° gedreht. Da
bei drückt der Steuernocken 18 gegen eine obere Anschlagkante 20 der Steuerkontur 19
des Schwenkhebels 4 und verschwenkt diesen um die Achse 21. Gleichzeitig gleitet der
Steuernocken 18 entlang der oberen Anschlagkante 20 nach außen.
Nach Erreichen seiner am weitesten außenliegenden Position 22 wird der Steuernocken 18
über eine nach unten gerichtete schräge Fläche 23 auf eine untere Anschlagkante 24 ver
schoben. Beim Erreichen dieser Anschlagkante befindet sich der Sperrbolzen 3 in seiner
Verriegelungsposition (Fig. 4) und der Elektromotor 13 wird durch Betätigung eines
Schalters 25 abgeschaltet.
Soll die Lenkspindel 2 entriegelt werden, so wird der Elektromotor 13 entsprechend akti
viert und die Trommel 16 dreht sich zurück (d. h. im Uhrzeigersinn). Dabei wird der Steu
ernocken 18 zunächst etwas entlang der unteren Anschlagkante 24 nach außen verschoben
und verliert im Bereich einer nach unten gerichteten weiteren schrägen Fläche 26 den Ein
griff mit der Steuerkontur 19. Der Schwenkhebel 4 schnellt dann durch die Rückholfeder
11 angetrieben in die entriegelte Position. Die Trommel dreht sich anschließend weiter im
Uhrzeigersinn, bis der Steuernocken 18 in die Steuerkontur 19 eingefallen ist und seine
Ausgangsposition wieder erreicht hat.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf das vorstehend beschriebene Ausführungs
beispiel beschränkt. So kann zur Erzielung einer entsprechenden Vorspannung der Rückholfeder
der elektromechanische Antrieb beispielsweise einen drehbaren Nocken ansteu
ern, welcher bei seiner rotierenden Bewegung auf das Sperrelement einwirkt und dieses
verschiebt oder verschwenkt. Die Steuerkontur, mit welcher der Nocken auf das Sperrele
ment einwirkt, kann dabei derart gewählt werden, daß sich der Nocken sowohl zur Verrie
gelung als auch zur Entriegelung der Lenkspindel in der gleichen Richtung bewegt. Ein
entsprechendes Ausführungsbeispiel ist in den Fig. 5 und 6 schematisch dargestellt.
Dabei ist in den Fig. 5 und 6 mit 27 das Gehäuse einer entsprechenden Verriegelungsvor
richtung bezeichnet, in dem von einem nicht dargestellten elektromechanischen Antrieb
über eine Nockenwelle 28 ein Nocken 29 drehbar gelagert ist. An dem Nocken 29 stützt
sich ein Sperrbolzen 30 ab. Zwischen einem an dem Sperrbolzen 30 angeordneten Abstüt
zelement 31 und dem Gehäuse 27 ist eine Rückholfeder 32 angeordnet. An dem nocken
seitigen Ende des Sperrbolzens 30 ist ein Pufferteil 33 (z. B. aus Hartgummi) befestigt.
Soll das Sperrelement von seiner in Fig. 5 dargestellten Entriegelungsposition in seine Ver
riegelungsposition verschoben werden, so wird der entsprechende elektromechanische
Antrieb aktiviert und der Nocken 29 dreht sich in Richtung des Pfeiles 34. Aufgrund der
Steuerkontur des Nockens 29 wird das Sperrelement in eine entsprechende Ausnehmung
der Lenkspindel verschoben. Gleichzeitig wird die Rückholfeder 32 gespannt.
Sobald der Nocken 29 die in Fig. 6 dargestellte Position erreicht hat, schaltet der entspre
chende elektromechanische Antrieb ab. Der Sperrbolzen 30 befindet sich in seiner Verrie
gelungsposition.
Soll der Sperrbolzen 30 anschließend wieder in seine Entriegelungsposition verschoben
werden, so wird der Nocken 29 mittels des elektromechanischen Antriebes in Richtung des
Pfeiles 34 weitergedreht. Sobald der Sperrbolzen 30 die nach innen gerichtete, steil abfal
lende Fläche 35 der Steuerkontur des Nockens 29 erreicht hat, wird er durch die Rückhol
feder 32 in die in Fig. 5 dargestellte Ausgangsstellung gedrückt.
Das vorstehend beschriebene Ausführungsbeispiel kann auch derart abgewandelt werden,
daß sich der Nocken bei Aktivierung des elektromechanischen Antriebes von seiner in
Fig. 5 dargestellten Ausgangsstellung jeweils um 360° dreht und der Sperrbolzen 30 bei der
in Fig. 6 wiedergegebenen Stellung des Nockens durch ein z. B. federbeaufschlagtes Sperr
element (nicht dargestellt) in seiner Verriegelungsposition gehalten wird. Zur Entriegelung
muß dann das Sperrelement z. B. durch eine elektromagnetische Einrichtung aus seiner
Sperrstellung verschoben bzw. verschwenkt werden, so daß die Rückholfeder 32 den
Sperrbolzen 30 wieder in seine Ausgangsstellung drücken kann.
Bezugszeichenliste
1
Vorrichtung
2
Lenkspindel
3
Sperrelement, Sperrbolzen
4
Schwenkhebel
5
elektromechanischer Antrieb
6
Feder
7
,
8
Zähne
9
Ausnehmung
10
Zahnkranz
11
Rückholfeder, Drehfeder
12
Gehäuse
13
Elektromotor
14
,
15
Zahnräder
16
Trommel
17
Druckfeder
18
Steuernocken
19
Steuerkontur
20
obere Anschlagkante
21
Achse
22
außenliegende Position
23
schräge Fläche
24
untere Anschlagkante
25
Schalter
26
schräge Fläche
27
Gehäuse
28
Nockenwelle
29
Nocken
30
Sperrelement, Sperrbolzen
31
Abstützelement
32
Rückholfeder
33
Pufferteil
34
Pfeil
Fläche