DE10016474A1 - Verfahren zur Ansteuerung eines Einspritzventils mit einem piezoelektrischen Aktor - Google Patents
Verfahren zur Ansteuerung eines Einspritzventils mit einem piezoelektrischen AktorInfo
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Abstract
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Ansteuerung eines Einspritzventils mit einem piezoelektrischen Aktor vorgeschlagen, bei dem die Ansteuerspannung in Abhängigkeit von der Temperatur des Aktors (2) korrigiert wird. Da die Längenausdehnung des Aktors nicht nur von der Ansteuerspannung (U¶a¶), sondern auch von dessen Temperatur abhängt, ist zur Erreichung einer möglichst genau dosierten Einspritzung insbesondere einer Kraftstoffmenge in einen Zylinder eines Verbrennungsmotors (20) eine temperaturabhängige Korrektur der Ansteuerspannung (U¶a¶) erforderlich. Da bei heutigen Verbrennungsmotoren (20) bereits Temperatursensoren (21) zur Erfassung der Motor-Kühlwasser- oder Öltemperatur verwendet werden, sind deren Signale ebenfalls für die Korrektur der Ansteuerspannung nutzbar. Ein zusätzlicher Temperatursensor für die Erfassung der Temperatur am Aktor (2) ist somit nicht erforderlich, da aufgrund der thermischen Kopplung zum Verbrennungsmotor (20) der vom Temperatursensor (21) gemessene Temperaturwert ausreicht. Das Verfahren wird vorzugsweise zur Ansteuerung eines Einspritzventils für ein Common-Rail-System für die direkte Kraftstoffeinspritzung in den Zylinder eines Diesel- oder Bezinmotors verwendet.
Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Ansteuerung
eines Einspritzventils mit einem piezoelektrischen Aktor
nach der Gattung des Hauptanspruchs. Einspritzventile werden
beispielsweise zur Kraftstoffeinspritzung in
Verbrennungsmotoren verwendet. Insbesondere bei der
Hochdruckeinspritzung in einem Common-Rail-System besteht
das Problem, dass die einzuspritzende Kraftstoffmenge mit
hoher Genauigkeit dosiert werden muss, um insbesondere auch
strenge Abgasforderungen zu erfüllen. Einspritzventile mit
einem piezoelektrischen Aktor sind per se bekannt. Der
piezoelektrische Aktor bewegt in der Regel die Düsennadel
nicht direkt, sondern über einen hydraulischen Koppler.
Dieser Koppler hat im Wesentlichen zwei Eigenschaften: Er
verstärkt den Hub für die Düsennadel und entkoppelt das
Steuerventil von der statischen Temperaturdehnung des
Aktors. Neben dieser statischen Temperaturdehnung ändert
sich aber auch das Hubvermögen des Aktors mit der
Temperatur. Dies führt dazu, dass die Ansteuerspannung für
eine optimale Ansteuerung des piezoelektrischen Aktors von
dessen Temperatur abhängig ist.
Um einen zusätzlichen Temperatursensor einzusparen, hat man
bisher für die Bestimmung der Temperatur des Aktors dessen
Kapazität herangezogen bzw. die Eigenerwärmung des Aktors
aus der Wärmemenge bestimmt, die ihm aufgrund der
Ansteuerung zugeführt wurde. Neuere Untersuchungen haben
jedoch gezeigt, dass die Eigenerwärmung des Aktors einen
relativ geringen Beitrag zur Aktortemperatur leistet.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Ansteuerung eines
Einspritzventils mit einem piezoelektrischen Aktor gemäß den
kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat
demgegenüber den Vorteil, dass zur Temperaturbestimmung
nicht die Eigenerwärmung herangezogen wird. Vielmehr wird
die Umgebungstemperatur erfasst und somit die Temperatur des
Aktors zur Korrektur seiner Ansteuerspannung abgeschätzt.
Dadurch erhält man vorteilhaft einen viel genaueren
Temperaturwert, mit dem die Dosierung der Einspritzmenge
verbessert werden kann. Ein zusätzlicher Temperatursensor
ist nicht erforderlich.
Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten
Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und
Verbesserungen des im Hauptanspruch angegebenen Verfahrens
möglich.
Da in der Regel der Motorblock mit dem Kühlwasser oder auch
seinem Öl eine gute Wärmeleitung aufweist, kann vorteilhaft
mit einem bereits vorhandenen Sensor die entsprechende
Temperatur direkt gemessen und für die Bewertung der
Aktortemperatur und zur Korrektur der Ansteuerspannung
ausgewertet werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich vorteilhaft bei
Verwendung eines Einspritzventils für ein Common-Rail-System
für die Diesel- oder Benzindirekteinspritzung. Insbesondere
bei diesen Systemen ist wegen der erforderlichen
Hochdruckeinspritzung und zur Erfüllung von
Abgasvorschriften eine besonders genaue Dosierung der
einzuspritzenden Kraftstoffmenge erforderlich.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein
Einspritzventil, Fig. 2 zeigt eine Anordnung von
Einspritzventilen an einem Verbrennungsmotor und Fig. 3
zeigt eine Auswerteschaltung.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein
Einspritzventil 1 mit einer zentralen Bohrung. Im oberen
Teil ist ein Stellkolben 3 mit einem piezoelektrischen Aktor
2 eingebracht, wobei der Stellkolben 3 mit dem Aktor 2 fest
verbunden ist. Der Stellkolben 3 schließt nach oben hin
einen hydraulischen Koppler 4 ab, während nach unten eine
Öffnung mit einem Verbindungskanal zu einem ersten Sitz 6
vorgesehen ist, in dem ein Kolben 5 mit einem
Verschließglied 12 angeordnet ist. Das Verschließglied 12
ist dabei so ausgebildet, dass es den ersten Sitz 6
verschließt, wenn der Aktor 2 in Ruhephase ist. Bei
Betätigung des Aktors 2, d. h. beim Anlegen einer
Ansteuerspannung Ua an den Klemmen +, -, betätigt der Aktor 2
den Stellkolben 3 und drückt über den hydraulischen Koppler
4 den Kolben 5 mit dem Verschließglied 12 in Richtung auf
einen zweiten Sitz 7. Unterhalb des zweiten Sitzes ist in
einem entsprechenden Kanal eine Düsennadel 11 angebracht,
die den Auslauf im Hochdruckkanal (Common-Rail-Druck) 13
schließt oder öffnet, je nach dem, welche Ansteuerspannung
Ua und welcher Druck Pr im Hochdruckbereich anliegt. Der
Hochdruck wird durch das einzuspritzende Medium,
beispielsweise Kraftstoff für einen Verbrennungsmotor über
einen Zulauf 9 zugeführt. Über eine Zulaufdrossel 8 und eine
Ablaufdrossel 10 wird die Zuflußmenge und -zeit des Mediums
in Richtung auf die Düsennadel 11 und den hydraulischen
Koppler 4 gesteuert. Der hydraulische Koppler 4 hat dabei
die Aufgabe, einerseits den Hub des Kolbens 5 zu verstärken
und andererseits das Steuerventil von der statischen
Temperaturdehnung des Aktors 2 zu entkoppeln.
Im folgenden wird die Funktionsweise dieses Einspritzventils
näher erläutert. Bei jeder Ansteuerung des Aktors 2 wird der
Stellkolben 3 in Richtung des hydraulischen Kopplers 4
bewegt. Dabei bewegt sich auch der Kolben 5 mit dem
Verschließglied 12 in Richtung auf den zweiten Sitz 7 zu.
Über eine Leckspalte wird dabei ein Teil des im
hydraulischen Koppler 4 befindlichen Mediums, beispielsweise
der Kraftstoff, herausgedrückt. Zwischen zwei Einspritzungen
muß daher der hydraulische Koppler 4 wieder befüllt werden,
um seine Funktionssicherheit zu erhalten.
Über den Zulaufkanal 9 herrscht ein hoher Druck, der beim
Common-Rail-System beispielsweise zwischen 200 und 1600 bar
betragen kann. Dieser Druck wirkt gegen die Düsennadel 11
und hält sie geschlossen, so dass kein Kraftstoff austreten
kann. Wird nun in Folge der Ansteuerspannung Ua der Aktor 2
betätigt und damit das Verschlußglied 12 in Richtung des
zweiten Sitzes bewegt, dann baut sich der Druck im
Hochdruckbereich ab und die Düsennadel 11 gibt den
Einspritzkanal frei.
Fig. 2 zeigt in schematischer Darstellung eine Anordnung
von vier Einspritzventilen 1, die reihenförmig für die vier
im Zylinder eines Verbrennungsmotors 20 angeordnet sind.
Desweiteren ist ein Temperatursensor 21 angeordnet, der mit
den Einspritzventilen 1 thermisch gekoppelt ist. Dieser
Temperatursensor 21 ist vorzugsweise ein Temperatursensor
zur Bestimmung der Motortemperatur, der sogenannten
"Stegtemperatur", des Kühlwassers, der Öltemperatur, des
Kraftstoffes oder dergleichen. Seine Temperaturwerte
spiegeln die Temperatur des Motorblocks wieder, die wegen
der guten Wärmeleitung im Wesentlichen der Temperatur des
Einspritzventils 1 und damit des Aktors 2 entsprechen.
Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild einer Auswerteschaltung
zur Temperaturkorrektur der Ansteuerspannung Ua. Block 31
erzeugt eine Ansteuerspannung, die bei einem Common-Rail-
System beispielsweise vom Raildruck Pr abhängig ist. Diese
Spannung wird einem Element 33 zugeführt und dort mit einem
Korrekturfaktor multipliziert. Dieser Korrekturfaktor ergibt
sich aus der Kennlienie 32, die die gemessene Temperatur
Tmess als Eingangsgröße aufweist. An Punkt 34 steht dann die
korrigierte Ansteuerspannung Ua zur Verfügung.
Statt eines Multiplizierer 33 ist alternativ auch ein
Addierer vorsehbar. In diesem Fall würde eine
Ansteuerspannungskoxrektur additiv bzw. subtraktiv
durchgeführt.
Durch diese Fremdbestimmung der Temperatur wird vorteilhaft
erreicht, dass zur Bestimmung der Aktortemperatur kein
zusätzlicher Sensor erforderlich ist.
Claims (7)
1. Verfahren zur Ansteuerung eines Einspritzventils (1) mit
einem piezoelektrischen Aktor (2) zur Betätigung einer
Düsennadel (11), wobei eine Ansteuerspannung (Ua) an den
piezoelektrischen Aktor angelegt wird, die eine
Längenänderung bewirkt und durch die mittels eines
hydraulischen Kopplers (4) ein Ventilverschliessglied (12)
bewegt wird, so dass die Düsennadel (11) einen
Einspritzkanal (13) des Einspritzventils (1) öffnet oder
schließt, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des
Aktors (2) ermittelt wird und dass aus der ermittelten
Temperatur ein Korrekturwert gebildet wird, mit dem die
Ansteuerspannung (Ua) zur Kompensation des
Temperaturverhaltens des Aktors (2) korrigiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Temperatur in der Umgebung des Einspritzventils (1)
gemessen wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur eines
Verbrennungsmotors (20) gemessen wird, in den das
Einspritzventil (1) eingesetzt ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des
einzuspritzenden Kraftstoffs für den Verbrennungsmotor (20)
gemessen wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des Kühlwassers
und/oder des Motoröls gemessen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Einspritzventil (1)
Bestandteil eines Common-Rail-Systems ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur
Verwendung für ein System mit Diesel- oder
Benzindirekteinspritzung.
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