DE10014395A1 - Verfahren zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung von über eine Funkschnittstelle eines Funk-Kommunikationssystems übertragenen Signalen - Google Patents
Verfahren zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung von über eine Funkschnittstelle eines Funk-Kommunikationssystems übertragenen SignalenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung von über eine Funkschnittstelle eines Funk-Kommunikationssystems übertragenen Signalen. Zur Ermittlung eines ersten Leistungswertes (PV1) erfolgt eine Nutz- und Störsignalanteile umfassende erste Leistungsmessung für die empfangenen Signale (SI¶RX¶), bevor zu einem Originärsignal gehörige Signalkomponenten zu einem resultierenden Signal (SI¶RES¶) zusammengefaßt werden. Zur Ermittlung eines zweiten Leistungswertes (PV2) erfolgt eine Nutz- und Störsignalanteile umfassende zweite Leistungsmessung für das resultierende Signal (SI¶RES¶). Eine Störsignalleistung wird in Abhängigkeit des ersten Leistungswertes (PV1) berechnet. Das Signal-Stör-Verhältnis (SIR) wird aus dem zweiten Leistungswert (PV2) sowie der Störsignalleistung berechnet.
Description
Ein Schlüsselproblem bei der Signalübertragung mittels Band
spreiztechnik in Funk-Kommunikationssystemen besteht in der
Leistungsregelung von Teilnehmerstationen. Die Bandspreiz
technik wurde entwickelt, um die für die Datenübertragung
vorhandenen Übertragungsfrequenzen effizienter auszunutzen.
Weitere Motive sind eine Erhöhung der Datenübertragungsraten
sowie eine Verbesserung der Störsicherheit und der Signalqua
lität.
Durch die Bandspreiztechnik werden zu übertragene Signale
senderseitig mittels eines Codes hinsichtlich ihres Signal
spektrums gespreizt und verschlüsselt. Charakteristisch für
die Bandspreiztechnik ist, daß zur Signalübertragung eine we
sentlich größere Bandbreite als bei konventionellen Übertra
gungstechniken genutzt wird. Die senderseitige Spreizung der
Signale wird im Empfänger wieder rückgängig gemacht. Voraus
setzung dafür ist, daß der jeweilige senderseitig verwendete
Spreizcode auch im Empfänger bekannt ist, und daß Sender und
Empfänger aufeinander synchronisiert sind. Werden mehrere
Funkverbindungen mit zueinander unkorrelierten Spreizcodes
betrieben, so tritt die Summe der Nutzsignale aller fremden
Funkverbindungen als unkorreliertes Störsignal einer imaginä
ren Funkverbindung in Erscheinung. Die Obergrenze für die An
zahl gleichzeitig betreibbarer Funkverbindungen ist vom zu
lässigen Signal-Stör-Verhältnis am Ausgang eines Empfängers
abhängig. Aus diesem Grund kommt der Ermittlung des Signal-
Stör-Verhältnisses in Funk-Kommunikationssystemen mit codebe
zogener Teilnehmerseparierung eine zentrale Bedeutung für die
Regelung der Sendeleistungen von Teilnehmerstationen zu. Be
reits geringe Ungenauigkeiten bei der Leistungsregelung führen
wiederum zu einer nachhaltigen Reduzierung der erzielba
ren Übertragungskapazität.
In Funk-Kommunikationssystemen mit codebezogener Teilnehmer
separierung reguliert jede Teilnehmerstation ihre Sendelei
stung in Abhängigkeit der Auslastung der Funkschnittstelle
durch andere Teilnehmerstationen. Aus diesem Grund mißt eine
Basisstation das Signal-Stör-Verhältnis im Empfangssignal je
der Teilnehmerstation und teilt der Teilnehmerstation nach
einem Vergleich mit einem Ziel-Signal-Stör-Verhältnis mit, ob
ihre Sendeleistung zu hoch oder zu niedrig ist. Dies dient
der Sicherstellung einer ausreichend geringen Bitfehlerrate
für Funkverbindungen. In entsprechender Weise ist auch die
Leistungsregelung für die von der Basisstation ausgestrahlten
Sendesignale realisiert.
Bei bisherigen Verfahren zur Ermittlung des Signal-Stör-Ver
hältnisses werden vorbekannte Symbole oder vorläufige Deco
dierungsergebnisse verwendet (Fumiyuki Adachi et al. "Wide
band DS-CDMA for Next-Generation Mobile Communications Sy
stems", IEEE Communications Magazine, Sept. 1998, S. 56-69;
insbesondere der Abschnitt "FAST TPC (transmit power con
trol)"). Da jedoch nur ein Bruchteil der über die Funk
schnittstelle übertragenen Symbole Pilotsymbole sind und die
Anzahl der für die Signal-Stör-Verhältnisermittlung verwert
baren Symbole damit zeitlich gesehen gering ist, weisen die
bisher zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung genutzten Verfah
ren den Nachteil einer großen Schätzvarianz auf. Aufgrund der
Zeitvarianz von Übertragungskanälen und der zeitlich variie
renden Sendeleistungen von Basis- und Teilnehmerstationen
kann die Schätzvarianz jedoch nicht beliebig durch einen län
geren Schätzzeitraum ausgeglichen werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
genaues und möglichst verzögerungsarmes Verfahren zur Ermitt
lung des Signal-Stör-Verhältnisses anzugeben.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit
den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den abhängi
gen Ansprüchen 2 bis 13 zu entnehmen.
Zur Kompensation der Mehrwegeausbreitung von Funksignalen
werden beim erfindungsgemäßen Verfahren Signalkomponenten,
die zu einem gemeinsamen Originärsignal gehören, zu einem re
sultierenden Signal zusammengefaßt. Das Originärsignal ent
spricht dabei dem ursprünglichen sendeseitig abgestrahlten
Signal, während das resultierende Signal eine Rekonstruktion
des ursprünglichen Signals darstellt. Voraussetzung für eine
erfolgreiche Zusammenfassung von Signalkomponenten zu einem
resultierenden Signal ist eine hinreichende Korrelation zwi
schen den einzelnen Signalkomponenten.
Ein wesentlicher Aspekt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
darin zu sehen, daß eine erste Leistungsmessung vor einem Zu
sammenfassen von zu einem Originärsignal gehörigen Signalkom
ponenten zu einem resultierenden Signal durchgeführt wird,
und daß nach dem Zusammenfassen eine zweite Leistungsmessung
erfolgt. Zum einen wird hierdurch die Anzahl der verwertbaren
Meßwerte erhöht. Andererseits werden auf diese Weise die Feh
ler bei der Ermittlung der Nutz- und der Störsignalleistung
voneinander entkoppelt. Die Störsignalleistung wird nämlich
in Abhängigkeit eines ersten Leistungswertes berechnet, der
bei der ersten Leistungsmessung ermittelt wird. Dies ist mög
licht, weil zwischen der Störsignalleistung und dem ersten
Leistungswert ein fester, quantifizierbarer funktionaler Zu
sammenhang besteht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden turbocodierte Symbole mittels des berechne
ten Signal-Stör-Verhältnisses vor einer Decodierung normiert.
Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung wird
bei Signalübertragung mittels einer adaptiven Antenneneinrichtung
mindestens ein Antennenelement mittels des berechne
ten Signal-Stör-Verhältnisses aus einer Vielzahl von Anten
nenelementen ausgewählt. Bei einer weiteren vorteilhaften
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das be
rechnete Signal-Stör-Verhältnis zur Zuweisung von Übertra
gungskanälen bei dynamischen Kanalzuteilungsverfahren verwen
det.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel
anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Anordnung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Gemäß Fig. 1 werden über eine Funkschnittstelle eines Funk-
Kommunikationssystems übertragene Signale SITX von einer An
tenneneinrichtung A empfangen, die entweder einer Basisstati
on oder einer Teilnehmerstation zugeordnet ist. Von der An
tenneneinrichtung A empfangene Signale SIRX werden einer er
sten Leistungsmeßeinrichtung PM1 zugeführt, in der eine erste
Nutz- und Störsignalanteile umfassende Leistungsmessung für
die empfangenen Signale SIRX durchgeführt wird. Durch die er
ste Leistungsmessung wird ein erster Leistungswert ermittelt,
von dem die Störsignalleistung abhängig ist.
Nach der ersten Leistungsmessung werden die empfangenen Si
gnale SIRX einer digitalen Signalverarbeitungseinrichtung DSP
zugeführt. Dort werden zu einem Originärsignal gehörige Si
gnalkomponenten zu einem resultierenden Signal SIRES zusammen
gefaßt. Die digitale Signalverarbeitungseinrichtung DSP ist
typischerweise ein Bestandteil eines Rake-Empfängers, der zur
Kompensation von durch Mehrwegeausbreitung bedingten Störun
gen der übertragenen Signale SITX dient.
Nach dem Zusammenfassen der Signalkomponenten erfolgt in ei
ner zweiten Leistungsmeßeinrichtung PM2 eine weitere Lei
stungsmessung, aus der ein zweiter Leistungswert PV2 hervorgeht.
Aus dem ersten Leistungswert PV1 und dem zweiten Lei
stungswert PV2 wird das Signal-Stör-Verhältnis SIR in einer
Recheneinrichtung SIRM ermittelt.
Wie Fig. 1 zu entnehmen ist, kann das ermittelte Signal-
Stör-Verhältnis SIR einer Decodierungseinrichtung DEC zu Nor
mierungszwecken zugeführt werden. Im resultierenden Signal
SIRES sind zu codierten Symbolen gehörige Informationen ent
halten. Die zu decodierenden Symbole werden mittels des be
rechneten Signal-Stör-Verhältnisses SIR zur Bereitstellung
eines decodierten Signals SIDEC normiert. Die Berechnung des
Signal-Stör-Verhältnisses SIR wird nachfolgend detailliert
erläutert.
Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform des erfin
dungsgemäßen Verfahrens werden über die Funkschnittstelle zu
übertragenen Signale für eine Teilnehmerseparierung mit einem
Bandspreizcode moduliert. Die empfangenen Signale SIRX werden
in der digitalen Signalverarbeitungseinrichtung DSP durch ei
ne erneute Modulation mit dem Bandspreizcode entspreizt. Dies
bewirkt eine Rücktransformation in das ursprüngliche Fre
quenzspektrum. Vorzugsweise erfolgen die erste und die zweite
Leistungsmessung in Zeitintervallen, die durch eine feste
Zeitdauer von zeitkontinuierlichen, einen Bandspreizcode bil
denden Elementen vorgegeben sind.
Bei der ersten Leistungsmessung wird die mittlere Leistung Pr
der empfangenen Signale SIRX vor dem Zusammenfassen der Si
gnalkomponenten berechnet. Falls die Antenneneinrichtung A
nur ein einziges Antennenelement umfaßt, entspricht die mitt
lere Leistung Pr dem ersten Leistungswert PV1. Für Verkehrs-
und Signalisierungskanäle werden nachfolgend unterschiedliche
Bandspreizcodes verwendet. Die jeweiligen Bandspreizcodes
lassen sich durch Spreizfaktoren beschreiben, wobei SFq den
Spreizfaktor für einen Signalisierungskanal und SFi den
Spreizfaktor für einen Verkehrskanal beschreibt. Für die
nachfolgenden Betrachtungen wird angenommen, daß die zeitkontinuierlichen,
einen Bandspreizcode bildenden Elemente durch
Chips realisiert sind. Je Chip ergibt sich wiederum eine fe
ste Anzahl von Subchips. Die Anzahl von Subchips pro Chips
ist durch einen Oversamplingfaktor OSF (Überabtastfaktor) be
stimmt, durch welchen die Abtastintervalle für die Leistungs
messung festgelegt sind. Für die weiteren Betrachtungen wird
angenommen, daß der Oversamplingfaktor OSF identisch mit der
Anzahl der Subchips pro Chip ist. Die Zeitpunkte, zu denen
die mittlere Leistung Pr der empfangenen Signale SIRX abgeta
stet wird, ist durch den Ausdruck k.SFq festgelegt, wobei k
ein Zeitargument darstellt. Die mittlere Leistung Pr wird so
mit als mittlere Energie der empfangenen Signale SIRX während
der Dauer eines Subchips berechnet.
Pr(k.SFq) gibt somit die auf ein Subchip normierte Energie
der empfangenen Signale SIRX während eines Zeitraums wieder,
für den die Energie als ausreichend konstant angesehen werden
kann. Vorzugsweise ist in der digitalen Signalverarbeitungs
einrichtung DSP eine Tiefpaßfilterung der empfangenen Signale
SIRX vorzunehmen. Das Tiefpaßfilter kann beispielsweise eine
Raised-Cosine-Charakteristik aufweisen. Der Übertragungskanal
auf der Funkschnittstelle wird für die weiteren Betrachtungen
durch ein Filter mit zeitlich begrenzter Impulsantwort (fini
te impulse response filter - FIR-Filter) und den Koeffizien
ten hi(k) modelliert. Bei einer Antenneneinrichtung A mit
mehreren Antennenelementen, existiert je verwendeter Antenne
ein Übertragungskanal. Ferner wird davon ausgegangen, daß so
wohl die Nutzsignale als auch die Störsignale statistisch ge
sehen weiße Prozesse im betrachteten Frequenzband darstellen.
Die Übertragungskanalkoeffizienten hi(k) werden für die Zeit
dauer eines Zeitschlitzes als konstant angenommen. Außerdem
wird davon ausgegangen, daß zwei trennbare Verbindungspfade
in zeitlicher Hinsicht mehr als eine Chipdauer voneinander
entfernt sind. Unter diesen Voraussetzungen können die Ver
stärkungen des Übertragungskanals und des Tiefpaßfilters mit
einander multipliziert werden.
Zur Vereinfachung der Notation wird die empfängerseitige
Störsignalenergie während eines Subchips mit 2σ2 n bezeichnet.
Die Nutzsignalenergie während eines Subchips wird für die
Verkehrskanal- bzw. die Signalisierungskanalkomponente als
σ2 i (Verkehrssignalkomponente) bzw. σ2 q (Signalisierungskanal
komponente) notiert. Für die weiteren Überlegungen wird ange
nommen, daß auftretende Störungen durch Interferenz anderer
Teilnehmerstationen verursacht werden, deren zugehörige Sen
designale durch ein einheitlich verwendetes Sendefilter be
handelt wird. Aus diesem Grund ist die Annahme berechtigt,
daß auf alle weißen Signalanteile eine Spektralformung ent
sprechend des in der Signalverarbeitungseinrichtung DSP ver
wendeten Tiefpaßfilters wirkt. Unter der Annahme, daß Lei
stungsspitzen innerhalb eines Übertragungskanals pro Chipin
tervall lediglich einmal auftreten, läßt sich die an einem
Antennenelement der Antenneneinrichtung A gemessene Energie
pro Subchip nach der nachstehenden Formel notieren, wobei
durch ant_no ein Index für die Antennenelemente gegeben ist.
wobei hRC,1 den 1.ten Koeffizienten eines als Tiefpaßfilter
verwendeten Raised-Cosine-Filter bezeichnet.
Bedingt durch die für Verkehrs- und Signalisierungskanäle un
terschiedlichen Spreizfaktoren SFi und SFq teilt sich der Da
tenstrom ab der digitalen Signalverarbeitungseinrichtung DSP
in einen Datenstrom für die Verkehrskanäle und in einen Da
tenstrom für die Signalisierungskanäle auf. Diese Datenströme
können zusammen oder einzeln zur zweiten Leistungsmessung in
nerhalb der zweiten Leistungsmeßeinrichtung PM2 verwendet
werden. Da für die empfangenen Signale SIRX angenommen werden
kann, daß sie hinsichtlich ihrer Phasenlage gleich verteilt
sind, wird vor Entspreizen der zuvor bandgespreizten Signale
in guter Nährung jeweils die Hälfte der Störsignalenergie im
Verkehrssignalkanal und im Signalisierungskanal anfallen.
In der digitalen Signalverarbeitungseinrichtung DSP werden zu
einem Originärsignal gehörige Signalkomponenten kohärent be
züglich Amplitude und Nullphase durch Maximalverhältnis kom
binieren (maximum ration combining - MRC) zusammengefaßt. Auf
Ergebnisgrundlage der ersten Leistungsmessung werden Störsi
gnalleistungen in Signalpfaden der digitalen Signalverarbei
tungseinrichtung DSP für eine Auswahl der durch die digitale
Signalverarbeitungseinrichtung DSP zu berücksichtigenden Si
gnalpfade berechnet. Unter dieser Voraussetzung wird die Sen
deleistung im Signalisierungskanal durch den Signalisierungs
kanal selbst, durch einen mittleren Koeffizienten des Tief
paßfilters und durch zum Maximalverhältniskombinieren verwen
dete Filterkoeffizienten verstärkt. Die mittlere Leistung ei
nes Signalisierungskanalsymbols während eines Subchips des
resultierenden Signals SIRES nach dem Maximalverhältniskombi
nieren (MRC) läßt sich damit wie folgt berechnen:
Hierin bezeichnet j∈MRC die Menge der für das Maximalver
hältniskombinieren geschätzten Übertragungskanalkoeffizienten
hest,i(k), wobei für einen idealen Schätzer die Beziehung
hi(k) = c.hest,i(k) gilt. Der Faktor c stellt eine reelle Kon
stante dar, die proportional zum Verhältnis aus den Sendelei
stungen von Verkehrs- und Kontrollkanal sowie antiproportio
nal zur empfangenen Störsignalleistung am entsprechenden An
tennenelement ist. Dieser Zusammenhang wird an späterer Stel
le noch erläutert.
Nur der Term in der ersten Zeile der obigen Formel enthält
einen Nutzsignalleistungsanteil. Durch die zweite Zeile wer
den durch variierende Laufzeitverzögerungen bedingte Störun
gen von Signalen mit zueinander orthogonalen Codierungen bei
der zweiten Leistungsmessung berücksichtigt. Dies ist sinn
voll, da sich Verkehrs- und Kontrollkanäle trotz zueinander
orthogonaler Codierungen stören, sobald es zu zeitlichen Ver
schiebungen infolge von Mehrwegeausbreitung kommt. Der letzte
Term in der obigen Formel spiegelt die durch das Maximalver
hältniskombinieren verstärkte Störsignalleistung am Eingang
der digitalen Signalverarbeitungseinrichtung DSP wieder.
In analoger Weise kann die mittlere Leistung eines Verkehrs
kanalsymbols für die Zeitdauer eines Subchips nach folgender
Formel berechnet werden:
Nachfolgend werden zwei Vereinfachungen vorgenommen, um eine
gegenseitige Verrechnung unterschiedlicher Meßwerte zu ermög
lichen. Unter der Annahme, daß die Phase der geschätzten
Übertragungskanalkoeffizienten hest,i (k) gleichverteilt ist,
wird folgende Vereinfachung eingeführt:
Des weiteren wird ausgenutzt, daß unterabgetastete Versionen
des Tiefpaßfilters zu verschiedenen Subchipphasen annähernd
die gleiche Verstärkung haben:
Damit ist die Störsignalleistung im Verkehrssignalkanal nach
dem Maximalverhältniskombinieren ungefähr proportional zur
Störsignalleistung vor einer Behandlung der empfangenen Si
gnale SIRX durch die digitale Signalverarbeitungseinheit DSP.
Die bei der zweiten Leistungsmessung im Datenkanal gemessene
Gesamtleistung nach dem Maximalverhältniskombinieren steht in
folgender Abhängigkeit zu der bei der ersten Leistungsmessung
gemessenen Gesamtleistung:
Die Störsignalleistung kann für den Signalisierungskanal in
analoger Weise berechnet werden.
Durch die Schätzung der Übertragungskanalkoeffizienten wird
auch die Sendeleistung berücksichtigt. Um beste Ergebnisse
auch bei Mehrwegeausbreitung zu erreichen, sollen die ge
schätzten Übertragungskanalkoeffizienten in folgender Weise
normiert werden:
wobei Cnorm eine beliebige Normierungskonstante ist. Wie an
hand der obigen Formel ersichtlich ist, sind die geschätzten
und die tatsächlichen Übertragungskanalkoeffizienten propor
tional zueinander.
Bei ausreichend guter Schätzung der Übertragungskanalkoeffi
zienten ist folgende Annäherung zulässig:
Um eine minimale Varianz der Schätzung über einen festgeleg
ten Zeitraum zu erreichen, empfiehlt es sich sowohl Verkehrs-
als auch Signalisierungskanäle zur Schätzung des Signal-Stör-
Verhältnisses einzubeziehen. Die Summe der Leistungen beider
Kanäle läßt sich folgendermaßen darstellen:
wobei durch Pint die Störsignalleistung bezeichnet ist, für
die sich folgende Beziehung ergibt:
Aus obiger Formel geht hervor, daß die Störsignalleistung Pint
in fester Abhängigkeit zu dem bei der ersten Leistungsmessung
ermittelten ersten Leistungswert PV1 steht, der durch die
Leistungsanteile Pr,ant_no wiedergegeben wird. Das geschätzte
Signal-Stör-Verhältnis für den Verkehrskanal läßt sich mit
den obigen Umformungen wie folgt ermitteln:
In vielen Anwendungsfällen ist eine besonders schnelle Schät
zung des Signal-Stör-Verhältnisses erforderlich, wobei unter
Umständen Verkehrskanalsymbole für eine Schätzung noch nicht
zur Verfügung stehen. Bei alleiniger Verwendung von Signali
sierungskanalsymbolen vereinfacht sich die Formel zur Bestim
mung des Signal-Stör-Verhältnisses auf folgende Weise:
Mit der weiter oben hergeleiteten Vereinfachung für die Über
tragungskanalverstärkung und durch eine entsprechende Korrek
tur kann die Störsignalleistung aus der bei der ersten Lei
stungsmessung ermittelten Gesamtleistung hergeleitet werden:
In dieser Formel bezeichnet PD,ant_no die geschätzte Störsi
gnalleistung in den Signalpfaden der digitalen Signalverar
beitungseinrichtung. Die ermittelte Größe PD,ant_no ist gemäß
obiger Beziehung proportional zu σ2 n,ant_no die zur Normierung
verwendet wird. Effektiv wird die Normierungsgröße σ2 n,ant_no,
zur Berechnung von PD,ant_no nicht benötigt, da bereits die ge
schätzten Übertragungskanalkoeffizienten bereits normiert wa
ren und die Normierungsgröße somit aus der obigen Gleichung
herausfällt. Aufgrund dessen kann zunächst die Störsignallei
stung PD,ant_no bereits berechnet werden, bevor das Maximalver
hältniskombinieren durchgeführt wird und die Schätzung des
Signal-Stör-Verhältnisses erfolgt.
Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin,
daß zur Ermittlung des Signal-Stör-Verhältnisses nicht not
wendigerweise Signalkomponenten ausgewählt werden müssen, die
deterministischen - vorbekannten - Pilotsymbolen zugeordnet
sind. Es ist durchaus möglich Signalkomponenten auszuwählen,
die stochastischen - nicht vorbekannten - Verkehrs- und Si
gnalisierungskanalsymbolen und deterministischen Pilotsymbo
len zugeordnet sind. Ausreichend ist bereits, Signalkomponen
ten auszuwählen, die stochastischen Signalisierungskanalsym
bolen und deterministischen Pilotsymbolen oder ausschließlich
stochastischen Signalisierungskanalsymbolen zugeordnet sind.
Außerdem können mittels des berechneten Signal-Stör-Verhält
nisses Antennenelemente einer adaptiven Antenneneinrichtung
aus einer Vielzahl von Antennenelementen ausgewählt werden.
Bei dynamischen Kanalzuteilungsverfahren ist es möglich, mit
tels des berechneten Signal-Stör-Verhältnisses einen Übertra
gungskanal zuzuweisen.
Claims (13)
1. Verfahren zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung von über
eine Funkschnittstelle eines Funk-Kommunikationssystems über
tragenen Signalen, bei dem
die Signale mittels einer Antenneneinrichtung (A) empfan gen werden,
zur Ermittlung eines ersten Leistungswertes (PV1) eine Nutz- und Störsignalanteile umfassende erste Leistungsmes sung für die empfangenen Signale (SIRX) erfolgt, bevor zu einem Originärsignal gehörige Signalkomponenten zu einem resultierenden Signal (SIRES) zusamengefaßt werden,
zur Ermittlung eines zweiten Leistungswertes (PV2) eine Nutz- und Störsignalanteile umfassende zweite Leistungs messung für das resultierende Signal (SIRES) erfolgt,
eine Störsignalleistung in Abhängigkeit des ersten Lei stungswertes (PV1) berechnet wird,
das Signal-Stör-Verhältnis (SIR) aus dem zweiten Lei stungswert (PV2) sowie der Störsignalleistung berechnet wird.
die Signale mittels einer Antenneneinrichtung (A) empfan gen werden,
zur Ermittlung eines ersten Leistungswertes (PV1) eine Nutz- und Störsignalanteile umfassende erste Leistungsmes sung für die empfangenen Signale (SIRX) erfolgt, bevor zu einem Originärsignal gehörige Signalkomponenten zu einem resultierenden Signal (SIRES) zusamengefaßt werden,
zur Ermittlung eines zweiten Leistungswertes (PV2) eine Nutz- und Störsignalanteile umfassende zweite Leistungs messung für das resultierende Signal (SIRES) erfolgt,
eine Störsignalleistung in Abhängigkeit des ersten Lei stungswertes (PV1) berechnet wird,
das Signal-Stör-Verhältnis (SIR) aus dem zweiten Lei stungswert (PV2) sowie der Störsignalleistung berechnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die erste Leistungsmessung über Verkehrs- und Signa
lisierungskanäle übertragene Nutz- und Störsignalanteile ge
wählt werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der zweiten Leistungsmessung ein erster Leistungsan
teil ermittelt wird, für dessen Berechnung nur über Verkehrs
kanäle übertragene Nutz- und Störsignalanteile gewählt wer
den, und daß bei der zweiten Leistungsmessung ein zweiter
Leistungsanteil ermittelt wird, für dessen Berechnung nur
über Signalisierungskanäle übertragene Nutz- und Stör
signalanteile gewählt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Signal-Stör-Verhältnisermittlung nur Signalkompo
nenten ausgewählt werden, die stochastischen Verkehrs- und
Signalisierungskanalsymbolen und deterministischen Pilotsym
bolen zugeordnet sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Signal-Stör-Verhältnisermittlung nur Signalkom
ponenten ausgewählt werden, die stochastischen Signalisie
rungskanalsymbolen und deterministischen Pilotsymbolen zuge
ordnet sind.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Signal-Stör-Verhältnisbestimmung nur Signalkompo
nenten ausgewählt werden, die stochastischen Signalisierungs
kanalsymbolen zugeordnet sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß in einer Signalverarbeitungseinrichtung (DSP) zu einem
Originärsignal gehörige Signalkomponenten kohärent bezüglich
Amplitude und Nullphase durch Maximalverhältniskombinieren
zusammengefaßt werden, und daß auf Ergebnisgrundlage der er
sten Leistungsmessung Störsignalleistungen in Signalpfaden
der Signalverarbeitungseinrichtung (DSP) für eine Auswahl der
durch die Signalverarbeitungseinrichtung (DSP) zu berücksich
tigenden Signalpfade berechnet werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch variierende Laufzeitverzögerungen bedingte Störwir
kungen von Signalen mit zueinander orthogonalen Codierungen
bei der zweiten Leistungsmessung ermittelt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei über die Funkschnittstelle übertragenen Signalen
(SITX), die für eine Teilnehmerseparierung mit einem Band
spreizcode moduliert sind, nach der ersten Leistungsmessung
und vor der zweiten Leistungsmessung eine Entspreizung der
Signale durch eine erneute Modulation mit dem Bandspreizcode
erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Leistungsmessung und die zweite Leistungsmes
sung in Zeitintervallen erfolgen, die durch eine feste Zeit
dauer von zeitkontinuierlichen, einen Bandspreizcode bilden
den Elementen vorgegeben sind.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß zu decodierende Symbole mittels des berechneten Signal-
Stör-Verhältnisses (SIR) vor einer Decodierung durch einen
Turbo-Decodierer (DEC) normiert werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einer Signalübertragung mittels einer adaptiven An
tenneneinrichtung mindestens ein Antennenelement mittels des
berechneten Signal-Stör-Verhältnisses (SIR) aus einer Viel
zahl von Antennenelementen ausgewählt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei einem dynamisches Kanalzuteilungsverfahren mittels
des berechneten Signal-Stör-Verhältnisses (SIR) ein Übertra
gungskanal zugewiesen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10014395A DE10014395A1 (de) | 2000-03-23 | 2000-03-23 | Verfahren zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung von über eine Funkschnittstelle eines Funk-Kommunikationssystems übertragenen Signalen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10014395A DE10014395A1 (de) | 2000-03-23 | 2000-03-23 | Verfahren zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung von über eine Funkschnittstelle eines Funk-Kommunikationssystems übertragenen Signalen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10014395A1 true DE10014395A1 (de) | 2001-10-04 |
Family
ID=7636024
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10014395A Withdrawn DE10014395A1 (de) | 2000-03-23 | 2000-03-23 | Verfahren zur Signal-Stör-Verhältnisermittlung von über eine Funkschnittstelle eines Funk-Kommunikationssystems übertragenen Signalen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10014395A1 (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2362298A1 (de) * | 1972-12-14 | 1974-07-11 | Post Office | Verfahren und anordnung zur messung des rauschleistungsverhaeltnisses eines nachrichtenkanals |
| DE2523739A1 (de) * | 1974-05-30 | 1975-12-04 | Post Office | Verfahren und anordnung zur rauschmessung in frequenzmultiplex-uebertragungsstrecken |
| DE4409455C1 (de) * | 1994-03-18 | 1996-01-18 | Deutsche Telekom Mobil | Verfahren zur Bestimmung des C/I Verhältnisses eines Empfangssignals für Gleich- oder Nachbarkanalstörer in digitalen Mobilfunknetzen |
| DE4430349C2 (de) * | 1994-08-26 | 1996-11-28 | Rohde & Schwarz | Verfahren zum Messen der Leistung eines zusammen mit einem Carrier-Signal in einem Funkkanal eines Mobilfunknetzes empfangenen und dort ein Summensignal bildenden Interferer-Signals |
-
2000
- 2000-03-23 DE DE10014395A patent/DE10014395A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (4)
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