DE10013152A1 - Dichtungsgehäuse - Google Patents
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Abstract
Aggregat zur Aufnahme heißer Fluide, insbesondere Kreiselpumpe zur Förderung heißer Fluide, wobei eine Welle einen Dichtungsraum durchdringt, im Dichtungsraum mindestens eine Gleitringdichtung angeordnet ist, zwischen Aggregat und Dichtungsraum eine fluidführende Verbindung besteht, und die Gleitringdichtung durch das Aggregat entstammende Fluid gekühlt und gespült wird. An oder in der aggregatseitigen Wandfläche des Dichtungsraumes ist im Bereich der Wellendurchführung ein Isolierteil angeordnet.
Description
Die Erfindung betrifft ein Aggregat zur Aufnahme heißer Fluide, insbesondere
Kreiselpumpe zur Förderung heißer Fluide, wobei eine Welle einen Dichtungs
raum mit mindestens einer darin angeordneten Gleitringdichtung durchdringt,
zwischen Aggregat und Dichtungsraum eine fluidführende Verbindung besteht,
und das dem Aggregat entnommene Fluid die Gleitringdichtung kühlt und spült.
Aggregate zur Aufnahme heißer Medien, beispielsweise Kreiselpumpen zur
Förderung heißer Medien mit Temperaturen bis zu 350°C oder mehr, erfordern
Sicherungsmaßnahmen, um die zur Abdichtung eingesetzten Gleitringdichtungen
vor einer Überhitzung zu schützen. Die im Bereich der Dichtungsflächen einer
Gleitringdichtung sich ausbildende Temperatur sollte für einen sicheren
Gleitringdichtungsbetrieb möglichst niedrig sein. Zusätzliche Kühleinrichtungen
stellen einen erhöhten Aufwand dar, der die Gesamtkosten eines Aggregates
verteuert. Weiterhin verursachen Kühleinrichtungen für einen Betreiber
zusätzliche laufende Energiekosten. Es besteht daher das Bestreben, durch
einfache konstruktive Maßnahmen die Temperaturen innerhalb eines
Dichtungsraumes in Grenzen zu halten.
Dazu ist es bekannt, denjenigen Gehäuseabschnitt, durch den eine Welle
hindurchgeführt wird und der eine Verbindung zwischen einem heiße Fluide
enthaltenden Gehäuse und einem Dichtungsraum herstellt, die Funktion einer
Wärmesperre zu übertragen. Dies erfolgt durch dessen dünnwandige Ausbildung
und eine entsprechend gewählte Baulänge, um die Wärmeleitung zu verringern
und die Wärmeabstrahlung zu vergrößern. Bei Aggregaten in Form von Pumpen,
deren Außenabmessungen beispielsweise durch Normabmessungen begrenzt
sind, sind damit jedoch der maximalen Länge eines solchen verbindenden
Gehäuseabschnittes Grenzen gesetzt. Weiterhin sind der Maßnahme zur
Verringerung der Wärmeleitung, wonach die Gehäuseabmessungen von dem als
Verbindungsteil zwischen Gehäuse und Dichtungsraum dienenden Gehäuse
abschnitt minimiert werden, aus Festigkeitsgründen jedoch Grenzen gesetzt.
Durch die WO 96/27740 ist eine Pumpe zur Förderung heißer Medien bekannt,
bei der das Dichtungsgehäuse über einen rohrförmigen Abschnitt geringen
Querschnittes mit dem Pumpengehäuse verbunden ist. Mit Hilfe eines auf der
Pumpenwelle befestigten Lüfterrades wird das Dichtungsgehäuse gekühlt.
Zusätzlich deckt eine Blechscheibe den druckseitigen Pumpendeckel ab und
schließt mit diesen einen als Wärmedämmeinrichtung dienenden Raum ein. Damit
soll die Wärmeabgabe vom Pumpendeckel auf die Umgebungsluft reduziert
werden.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, für heiße Fluide enthaltene Aggregate
die Aufheizung eines Dichtungsraumes zu verhindern. Die Lösung dieses
Problems erfolgt mit den Merkmalen des Anspruches 1.
Durch die Anordnung eines Isolierteiles an oder in der aggregatseitigen
Wandfläche des Dichtungsraumes im Bereich der Wellendurchführung wird die
Wärmeübertragung, die vom heißen Aggregat aus stattfindet, erheblich reduziert.
Denn infolge des Isolierteiles kann die über den die Weile umgebenden,
rohrförmigen Abschnitt eingetragene Wärme nicht direkt von der Wand des
Dichtungsraumes auf die darin befindliche Flüssigkeit übertragen werden. Das an
oder innerhalb der Wand angeordnete Isolierteil verlängert die effektive Länge der
Wärmesperre. Der Wärmeübertragungsweg wird damit in radialer Richtung nach
radial auswärts verlängert, weshalb der Wärmestrom diesem folgt, um dann erst
im äußeren Bereich des Dichtungsraumes an die darin befindliche Flüssigkeit zu
gelangen. Dadurch ergeben sich zwei Vorteile. Im Bereich des Isolierteiles bietet
die radiale Wand zum einen einen inneren Widerstand gegen die Wärmeüber
tragung und zum anderen durch die vergrößerte Wandfläche eine zusätzliche
Möglichkeit zur Wärmeabstrahlung über die Außenfläche an die Umgebungsluft.
Eine weitere erfindungsgemäße Lösung sieht vor, daß im Bereich der fluid
führenden Verbindung zwischen Aggregat und Dichtungsraum am Gehäuse
und/oder der Welle ein oder mehrere Drosselspalte geringster Spaltweite
angeordnet sind, wobei mindestens eine den Drosselspalt begrenzende
Wandfläche mit quer zur Drehachse der Welle angeordneten Rillen versehen ist.
Mit dieser Lösung wird in entscheidendem Maße ein Wärmetransport über die
fluidführende Verbindung entlang der Welle zwischen Aggregat und Dichtungs
raum reduziert. Die Ausbildung der den Drosselspalt begrenzenden Wandfläche
mit Rillen steigert die Drosselwirkung und damit das Einströmen eines Fluids mit
hoher Temperatur. Weiterhin verhindern die Rillen bei einer Erwärmung der
Bauteile und damit bei einer Ausdehnung der Bauteile, daß im Bereich des engen
Drosselspaltes ein Festfressen stattfinden kann. Sollte es im Bereich der Spitzen
der Rillen zu Berührungen zwischen stillstehendem und rotierendem Teil
kommen, so schleifen sich die Spitzen im Bereich der Berührungszone schnell ab
und gefährden nicht die Funktion des Aggregates.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß das Isolierteil innerhalb des
Dichtungsraumes an der aggregatseitigen Wandfläche befestigt ist. Diese Lösung
läßt sich mit den geringsten Kosten und in einfachster Weise verwirklichen.
Versuche haben ergeben, daß sich eine besonders gute Isolierwirkung ergibt,
wenn der materialbezogene Wärmeleitfähigkeitswert λ des Isolierteiles um
mindestens 30% kleiner ist als der Wärmeleitfähigkeitswert λ eines den
Dichtungsraum mit dem Aggregat verbindenden Gehäuseteiles. Auch hat es sich
als vorteilhaft erwiesen, wenn die radial zur Welle meßbaren Außenabmessungen
des Isolierteiles mindestens um das doppelte größer sind als die Außenab
messungen des den Dichtungsraum im Bereich der Welle mit dem Aggregat
verbindenden Gehäuseteiles. Das Isolierteil kann hierbei aus einem Kunststoff,
aus einem metallischen und/oder keramischen Werkstoff bestehen oder das
Isolierteil besitzt einen evakuierten oder gasgefüllten Hohlraum.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben. Es zeigen die
Fig. 1 eine Kreiselpumpe zur Förderung heißer Fluide, die
Fig. 2 in vergrößerter Darstellung eine Wellendurchführung im Bereich einer
Wärmesperre und die
Fig. 3 eine andere Ausführungsform eines Isolierteiles.
In der Fig. 1 ist ein heiße Fluide enthaltende Aggregat 1 gezeigt, hier eine
Kreiselpumpe, dessen Laufrad 2 von einer Welle 3 angetrieben wird. Die Welle 3
ist von einem Dichtungsgehäuse 4 umgeben und durchdringt einen darin
enthaltenen Dichtungsraum 5, innerhalb dessen eine Gleitringdichtung 6
angeordnet ist. Zwischen Dichtungsgehäuse 4 und Aggregat 1 erstreckt sich eine
die beiden Teile miteinander verbindende rohrförmige Wärmesperre 7. Die
Wandflächen vom Gehäuse der Wärmesperre sind so dimensioniert, daß darüber
eine gering mögliche Wärmeleitung erfolgt.
An der Wandfläche 8 des Dichtungsgehäuses 4, welche von der Wärmesperre 7
ausgeht, sich in radialer Richtung erstreckt und die den Dichtungsraum 5 nach
außen hin begrenzt, ist ein Isolierteil 9 angeordnet. In dem gezeigten Beispiel ist
es mit Schrauben 10 befestigt. Anstelle der Schrauben 10 können auch andere
bekannte Befestigungsarten Verwendung finden oder das Isolierteil 9 kann auch
in die Wandfläche 8 ganz oder teilweise integriert sein.
Innerhalb der Wärmesperre 7 sind zwei Drosselstellen 11, 12 angeordnet, die
einen intensiven Fluidaustausch zwischen dem heißen Aggregat 1 und dem
Dichtungsraum 5 reduzieren. Die entlang der Welle 3 bestehende fluidführende
Verbindung zwischen Aggregat 1 und Dichtungsraum 5 wird somit in ihrer
Austauschleistung reduziert.
Diejenige Wärme, die vom Aggregat 1 durch die Wandflächen der Wärmesperre 7
zum Dichtungsraum 5 hin fließt, kann im Bereich des Isolierteiles 9 nicht auf die
im Dichtungsraum 5 befindliche Flüssigkeit einwirken. Stattdessen bewirkt das
Isolierteil 9 einen Wärmefluß von der Wärmesperre 7 in radialer Richtung nach
außen in die Wandfläche 8. Da die dem Isolierteil 9 gegenüberliegende Wand
fläche 8 zur Außenseite hin eine große wärmeabstrahlende Ringfläche darstellt,
wird somit ein Großteil der Wärme nach außen abgestrahlt und gelangt gar nicht
erst in den Dichtungsraum 5.
Die innere Wärmeleitfähigkeit vom Material des Isolierteiles 9, auch als der λ-Wert
bekannt, ist mindestens 30% kleiner als die Wärmeleitfähigkeit der Wärmesperre
7. Weiterhin sind die äußeren Abmessungen des Isolierteiles 9, Durchmesser-,
oder Längen-/Breitenverhältnisse, entsprechend größer als der Außendurch
messer der Wärmesperre 7 gewählt. Die Abmessungen des Isolierteiles 9 sind
mindestens um die doppelte Wandstärke der Wärmesperre 7 größer ausgebildet.
Das Material für das Isolierteil 9 kann entsprechend den im Aggregat 1
geförderten Fluiden ausgewählt werden. Bei einem Einsatz der Pumpe,
beispielsweise zur Förderung von Heißwasser, können entsprechend den
Temperaturgrenzen ausgewählte Kunststoffe Verwendung finden. Hierbei finden
handelsübliche Materialien Verwendung, die preiswert zu beziehen sind.
Für Fluide, denen aggressive Eigenschaften zu eigen sind, kann auch ein in Fig. 3
gezeigtes Isolierteil 19 Verwendung finden. Es ist als Hohlkörper gefertigt, z. B.
aus Blech, in dessen Innern ein evakuierter oder gasgefüllter Hohlraum 20
besteht. Ebenso ist es möglich, einen solchen Hohlraum 20 in die Wandfläche 8
des Dichtungsgehäuses 4 zu integrieren.
In der Fig. 2 ist in vergrößerter Darstellung die Wellendurchführung im Bereich der
Wärmesperre 7 gezeigt. An den Drosselstellen 11, 12 verfügen die den
Drosselspalt begrenzenden Gehäusewandflächen über mehrere Rillen 13, 14. Die
Rillen 13, 14, die vorzugsweise am Eintritt der fluidführenden Verbindung der
Wärmesperre 7 angeordnet sind, verhindern einen axialen Austausch von heißem
Fluid. Ein entlang der Welle 3 in axialer Richtung erfolgender Austausch eines
heißen Fluids vom heißen Aggregat 1 in den zu kühlenden Dichtungsraum 5 stellt
eine unerwünschte Wärmeübertragung in axialer Richtung dar. Die während der
Rotation der Welle 3 im Normalbetrieb auftretenden kleinen Schwingungen führen
zu einer Quetsch- oder Pumpbewegung des Fluids im Bereich des Wellen
durchganges der Wärmesperre 7. Diese Wellenschwingungen und das dadurch
verursachte Quetschen der Flüssigkeit in den engen Spalten der fluidführenden
Verbindung führt zwangsläufig zur Bewegung des Fluids in Längsrichtung und
Umfangsrichtung. Die im Bereich der Drosselspalte 11, 12 angeordneten Rillen
13, 14 bewirken, daß das von den Wellenschwingungen verursachte Quetschen
nur zu Bewegungen des heißen Fluids in Umfangsrichtung führt. Damit wird eine
Pumprichtung in axialer Richtung zum Dichtungsraum 5 hin verhindert und ein in
axialer Richtung über das heiße Fluid bedingter axialer Wärmeaustausch
wesentlich vermindert.
Claims (8)
1. Aggregat (1) zur Aufnahme heißer Fluide, insbesondere Kreiselpumpe zur
Förderung heißer Fluide, wobei eine Welle (3) einen Dichtungsraum (5) mit
mindestens einer darin angeordneten Gleitringdichtung (6) durchdringt,
zwischen Aggregat (1) und Dichtungsraum (5) eine fluidführende
Verbindung besteht, und das dem Aggregat (1) entnommene Fluid die
Gleitringdichtung kühlt und spült, dadurch gekennzeichnet, daß an oder in
der aggregatseitigen Wandfläche (8) des Dichtungsraumes (5) im Bereich
der Wellendurchführung ein Isolierteil (9) angeordnet ist.
2. Aggregat (1) zur Aufnahme heißer Fluide, insbesondere Kreiselpumpe zur
Förderung heißer Fluide, wobei eine Welle (3) einen Dichtungsraum (5) mit
mindestens einer darin angeordneten Gleitringdichtung (6) durchdringt,
zwischen Aggregat (1) und Dichtungsraum (5) eine fluidführende
Verbindung besteht, und das dem Aggregat (1) entnommene Fluid die
Gleitringdichtung (6) kühlt und spült, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich der fluidführenden Verbindung zwischen Aggregat (1) und
Dichtungsraum (5) am Gehäuse und/oder der Welle (3) ein oder mehrere
Drosselspalte (11, 12) geringster Spaltweite angeordnet sind, wobei
mindestens eine einen Drosselspalt (11, 12) begrenzende Wandfläche mit
quer zur Drehachse der Welle (3) angeordneten Rillen (13, 14) versehen
ist.
3. Aggregat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Isolierteil (9) innerhalb des Dichtungsraumes (5) an der aggregatseitigen
Wandfläche (8) befestigt ist.
4. Aggregat nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
materialbezogene Wärmeleitfähigkeitswert λ des Isolierteiles (9) um
mindestens 30% kleiner ist als der Wärmeleitfähigkeitswert λ eines den
Dichtungsraum (5) mit dem Aggregat (1) verbindenden Gehäuseteiles (7).
5. Aggregat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die radial zur Welle (3) meßbaren Außenabmessungen des Isolierteiles (9)
mindestens um das Doppelte größer sind als die Außenabmessungen des
den Dichtungsraum (5) im Bereich der Welle (3) mit dem Aggregat (1)
verbindenden Gehäuseteiles (7).
6. Kreiselpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Isolierteil (9) aus einem Kunststoff besteht.
7. Kreiselpumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Isolierteil (9) aus einem metallischen und/oder keramischen
Werkstoff besteht.
8. Kreiselpumpe nach Anspruch 7 dadurch gekennzeichnet, daß das Isolierteil
(19) einen evakuierten oder gasgefüllten Hohlraum (20) besitzt.
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