DE10013065A1 - Kabine eines Flurförderzeugs - Google Patents
Kabine eines FlurförderzeugsInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Kabine (4) für ein Flurförderzeug, insbesondere für einen Gabelstapler. Dadurch, daß zumindest die Frontscheibe (14), das Schutzdach (10) und der Rahmen (18) aus einem einzigen, im wesentlichen durchsichtigen Bauteil bestehen, kann die Montage des Fahrzeugs schneller erfolgen.
Description
Die Erfindung betrifft die Kabine eines Flurförderzeugs, insbesondere eines
Gabelstaplers.
Flurförderzeuge mit einem Fahrerarbeitsplatz weisen in der Regel ein Dach oder eine
Kabine auf, die den Fahrer vor herabstürzenden Teilen der Last schützen. Bei der
Dachgestaltung sind sowohl Gitterkonstruktionen als auch Blechkonstruktionen mit
eingebauten Fenstern bekannt. Beide Ausführungen stellen jeweils einen Kompromiß
zwischen Schutz und freier Sicht nach oben oder schräg nach oben dar.
Die sicherheitstechnischen Anforderungen an Schutzdächer und
Fahrerschutzeinrichtungen sind Gegenstände von Normen, wie der DIN 15 165 oder
ISO 6055.
Aus der DE 198 15 126 A1 ist eine Kabine für ein Flurförderzeug bekannt, deren Dach
aus Panzerglas gebildet ist. Die Glasteile können dabei auch einstückig die
Frontscheibe, das Dach und die Heckscheibe bilden, so daß lediglich der relativ wenig
auftragende Metallrahmen im Blickfeld des Fahrers bleibt.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kabine für ein Flurförderzeug vorzuschlagen, bei der
die Rundumsicht nochmals verbessert ist, wobei auch eine schnellere Montage die
Herstellung des Fahrzeugs vereinfacht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst von einer Kabine, bei der zumindest die
Frontscheibe, das Schutzdach und der Rahmen aus einem einzigen, im wesentlichen
durchsichtigen Bauteil bestehen. Es können aber auch noch mehr als die genannten
Teile integriert sein. Die erfindungsgemäße Einstückigkeit der Kabine erlaubt die
Vormontage der Kabine beim Zulieferer und eine sehr schnelle Montage am
Fertigungsband des gesamten Fahrzeugs. Statt bisher einzelne Glasscheiben in die
Metallrahmen einzulegen, was mehrere Handgriffe erforderte, wird nun die Kabine
praktisch vollständig vormontiert angeliefert. Rahmen und Gläser oder Glas sind
bereits eine Einheit, so daß nur diese Einheit auf dem Chassis des Fahrzeugs
befestigt werden muß.
In einer Ausführungsform der Erfindung ist dieses Bauteil aus Kunststoff, aus Plexiglas,
aus Keramik, aus behandeltem, vorgespanntem oder getempertem Glas, oder aus
Panzerglas aufgebaut. Die Materialien erlauben eine fast unbehinderte Rundumsicht.
Die Materialien lassen sich so vorbehandeln oder in den Stärken auslegen, daß die
geforderten Belastungen sowohl in statischer wie in dynamischer Hinsicht für
Fahrerschutzeinrichtungen erfüllt sind.
Möglich ist auch die Verwendung von Verstärkungen innerhalb des Bauteils. So kann
z. B. an den Stellen, die den tragenden Rahmen bilden, der Kunststoff mit Glasfasern,
Keramikfasern, Kohlefasern oder ähnlichen Materialien verstärkt sein, so daß sich eine
ausreichende Stabilität zur Erfüllung der Anforderungen an Fahrerschutzeinrichtungen
ergibt. Die faserverstärkten Rahmenteile können entweder vorher produziert worden
sein und dann zu dem einstückigen Kabinenbauteil mit den durchsichtigen Teilen
verbunden werden, oder aber in einer einzigen Form in einem Arbeitsgang hergestellt
werden, wobei die transparenten Werkstoffe dann durch Auflegen der
Faserverstärkungsstränge an den vorgesehenen Stellen verstärkt sind. Das
Gesamtbauteil kann dann in einem Schuß im Autoklaven fertiggestellt werden. Für
diese Herstellungsarten eignen sich sowohl Kunststoffe als auch Keramiken.
Teile der Kabine können auch bereits bei der Herstellung eingefärbt werden, z. B. obere
Bereiche der Frontscheibe oder des Daches zum Schutz gegen Sonneneinstrahlung,
oder bestimmte Breiche mit der Wunschfarbe des Kunden.
Am seitlichen Rand der Kabine kann das Material so gestaltet sein, daß sich gleich
Türfalze, Anschläge oder Dichtprofile für die Türen ergeben. Dadurch ist die Montage
nochmals beschleunigt und die Rundumsicht durch Wegfall von Rahmenteilen
verbessert.
Die erfindungsgemäße Kabine hat bevorzugt eine Ei- oder Kugelform, was zwei
Vorteile aufweist. Zum einen ist eine solche Form von Natur aus sehr stabil und hält
Belastungen besser stand, als Formen mit scharfen Kanten; zum anderen kommen
weiche, runde Formen einem Werkstoff, der Faserverbundstränge enthält, wesentlich
besser entgegen, als rechtwinklige Kanten und Ecken, wie sie aus dem normalen
Metallbau üblich sind.
Durch die Verwendung großflächiger, transparenter Stoffe ist die Rundumsicht für den
Fahrer nochmals verbessert. "Tote Winkel" kommen praktisch nicht mehr vor, was die
Sicherheit erhöht und ein ermüdungsfreies Benutzen der Fahrzeuge ermöglicht.
Weitere Vorteile, Merkmale und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich
nachfolgend aus einer Beschreibung einer Ausführung anhand der einzigen
Zeichnung.
Die einzige Figur zeigt eine Ausführung eines erfindungsgemäßen Staplers mit dem
Chassis 2, der Kabine 4, dem Hubgerüst 6 und dem Gegengewicht 8. Der Fahrersitz
12 ist von einer erfindungsgemäßen Kabine 4 umgeben, bei der hier der Rahmen 18,
das Dach 10, die Frontscheibe 14 und die Heckscheibe 16 einstückig aus einem
einzigen Kunststoffbauteil ausgebildet sind. Die erfindungsgemäße Kabine 4 hat hier
im wesentlichen eine Eiform, was ihre Stabilität deutlich erhöht. Deutlich zu erkennen
ist die ovale Ausgestaltung der Türausschnitte links und rechts, die einen leichten
Zutritt zum Fahrersitz 12 erlauben. In der gezeigten Ausführung sind die Flächen der
Frontscheibe 14, des Daches 10 und der Heckscheibe 16 transparent, so daß dem
Fahrer ein sehr guter Rundumblick geboten ist. Auch der Blick nach schräg oben, wie
er beim Einlagern oder Herausnehmen der Lasten aus höheren Regalen notwendig ist,
ist durch die durchgehende Ausgestaltung des transparenten Bauteils gegeben.
Lediglich der Rahmen 18 ist durch Einlage von Faserverstärkungen in den Kunststoff
nicht mehr transparent. Dies sind jedoch nur relativ schmale Bereiche, da bei der
Verwendung einstückiger Kabinen 4 die sonst üblichen Dichtungen zwischen Glas und
Metall entfallen können. Das Glas kann bis direkt zum faserverbundverstärkten Bereich
transparent ausgestaltet sein, so daß sich ein guter Rundumblick für den Fahrer ergibt.
Claims (6)
1. Kabine (4) für ein Flurförderzeug, insbesondere für einen Gabelstapler, dadurch
gekennzeichnet, daß zumindest die Frontscheibe (14), das Schutzdach (10) und
der Rahmen (18) aus einem einzigen, im wesentlichen durchsichtigen Bauteil
bestehen.
2. Kabine (4) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauteil aus
Kunststoff, Plexiglas, Keramik, behandeltem Glas oder aus Panzerglas aufgebaut
ist.
3. Kabine (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß Verstärkungen, wie z. B. Glas- oder Kohlefasern, als
tragende Elemente mit eingebaut sind.
4. Kabine (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß Teile der Kabine eingefärbt sind.
5. Kabine (4) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Türfalze mit integriert sind.
6. Kabine (4) nach einem der vorhergehenden Anspruche, gekennzeichnet durch
eine Ei- oder Kugelform.
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