DE10013684A1 - Verbindungssystem für Platten - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verbindungssystem für Platten, vorzugsweise Holzwerkstoff
platten, wie sie beispielsweise bei Laminatfußböden, Decken- und Wandpaneelen ver
wandt werden.
Seit etwa 15 Jahren gibt es Laminatfußböden, bei denen beschichtete lignozellulosehalti
ge Werkstoffe wie HDF-Platten (HDF = High Density Fibre Board), Dünnspanplatten,
Sperrholz, OSB, Kunststoffplatten, kompakt oder geschäumt, Mineralstoffplatten oder
Kombinationen davon in einzelne Platten (Dielen) aufgeteilt werden, in die dann ein Ver
bindungsprofil eingearbeitet wird, um sie anschließend als Fußboden zu verlegen. Her
kömmlich werden diese mit Nut und Feder ausgestatteten Platten mit Klebstoffen bzw.
Leimen miteinander verbunden, nachdem die Fugen zwischen den einzelnen Dielen mit
tels Spanngurten geschlossen wurden. Dadurch entsteht eine zumeist raumgroße "Tafel",
die nur durch Zerstören der verleimten Stirnseiten wieder aufgenommen/entfernt werden
kann. Diese Arten der Verlegung, bei denen bei der Verlegung aufgetretene Fehler in der
Regel nicht mehr korrigierbar sind, besitzen zudem den Nachteil, dass das Verleimen Zeit-
und arbeitsaufwendig ist.
Bei dieser Verlegung übernimmt der Leim einerseits die Verbindung der benachbarten
Dielen und verhindert darüber hinaus, dass Feuchtigkeit von der Nutzseite (bei Laminat
böden die Laminatoberfläche) her in die Fugen eindringt.
Aus der WO 97/47834 ist ein Laminatboden auf dem Markt, bei dem verschiedene Pro
filausführungen zum Verbinden der einzelnen Fußbodenplatten gezeigt sind. Bei diesen
ist die untere Zunge der Nut weit über das Laminatende hinaus ausgebaut. Die Verbin
dung funktioniert hier so, dass die Nut an die Feder gesetzt und die Verbindung durch
Herunterschwenken der Bodendiele in die horizontale Position erfolgt. Auch in dem in EP 0 698 162 B1
beschriebenen System erfolgt die Verbindung durch Herunterschwenken
der zu verbindenden Bodendiele mit einer bereits auf dem Boden befindlichen weiteren
Diele.
Diese Verbindungen haben unter anderem den Nachteil, dass das Herunterschwenken
beim Verlegen lediglich bei der Verbindung der Längsseiten der Bodendiele möglich ist.
Eine bereits an der Längsseite mit einer benachbarten Bodendiele verbundene Boden
diele läßt sich jedoch nicht mehr an den Querseiten durch Schwenken mit den Querseiten
der benachbarten Bodendielen verbinden. Hier muß für die Querseiten ein anderes Ver
bindungsprofil eingesetzt werden oder in anderen Fällen durch starkes Ineinanderschla
gen der Querkanten eine zumindest primär für die Verbindung mittels Einschwenken vor
gesehene Verbindung durch große Kraft auch in der horizontalen Ebene erreicht werden.
Durch das Einschlagen oder Eindrücken besteht die Gefahr der Beschädigung der emp
findlichen Kantenprofile. Zudem besteht der Nachteil, dass an den Verbindungen zwi
schen den einzelnen Platten insbesondere an den Querkanten leicht Fugen entstehen
können, die z. B. durch federnde Bewegungen des Materials bei mechanischer Belastung
auftreten oder sich durch Schrumpfung der Diele in Folge von Feuchteabgabe des Trä
gers bei trockenerem Raumklima als die Materialfeuchte der Diele einstellen.
In der Benutzung werden solche Fußböden oder Möbelplatten meist naß gereinigt, so
dass in die Fugen Wasser bzw. Feuchtigkeit eindringt, welches von den Trägerplatten
aufgesaugt wird. Das eingedrungene Wasser verursacht besonders bei den Platten eine
Kantenausdehnung aufgrund von Quellerscheinungen, weshalb aufgrund von Quellschä
den Absätze/Verzüge in der ursprünglich ebenen Platteneinheit ausgebildet werden können.
Diese führen aufgrund der mechanischen Belastung, die bei der Begehung auftritt,
zu irreversiblen Materialschäden. Weiterhin verbleibt bei der Rücktrocknung des Materials
eine irreversible Quellung, welche unter anderem zu einer Materialschwächung im Kan
tenbereich führt. Damit wird die erforderliche dauerhafte Verriegelung der Elemente inein
ander durch die bereits beschriebenen Dimensionsveränderungen (Quellungen, Schwin
dungen) geschwächt bzw. völlig außer Funktion gesetzt.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verbindungssystem für Platten vor
zugsweise aus Holzwerkstoff bereitzustellen, welches die Verlegung unter Vermeidung
der vorgenannten Probleme ermöglicht. Ferner soll das Herstellungsverfahren effektiv und
kostengünstig durchführbar sein.
Dabei soll die Verbindung der Platten sowohl an den Längs- als auch an den Querseiten
durch horizontales Ineinanderfügen erfolgen, so dass ein einheitliches Profilsystem so
wohl für die Längs- als auch für die Querseiten verwandt werden kann. Die Herstellung
soll darüber hinaus auch deshalb kostengünstig erfolgen können, weil das erfindungsge
mäße Verbindungssystem durch möglichst wenig Fräsvorgänge erstellt werden kann.
Beim Zusammenfügen muß eine Verriegelung entstehen, die ein horizontales Auseinan
derlaufen der Platten sowohl bei vertikalen als auch bei horizontalen Kräften wirksam ver
hindert. Vertikale Krafteinwirkungen von der Oberseite aus sollen nicht dazu führen, dass
die Dielen sich voneinander entfernen und so Fugen entstehen, sondern an den oberen
Kanten auf einer gegeneinander gerichteten Kraftentfaltung führen, so dass eine Abdich
tung der Kantenränder gegeneinander erfolgt.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verbindungssystem für Platten be
reitzustellen, welches die vorgenannten Nachteile bzw. Anforderungen erfüllt.
Diese Aufgabe wird mit dem in den Patentansprüchen genannten Verbindungssystem
gelöst.
Die Verbindung besteht aus einem klassischen Nut- und Federsystem, bei dem die Wirk
flächen von Nut und Feder unter einem Winkel von mehr als 10° zur Horizontalen geneigt
angeordnet sind.
Beim Fügen wird die Dauerelastizität des Plattenwerkstoffes genutzt, indem die Feder der
Dielenseiten gleitseitig beidseits, diagonal in die Nut auf der Schmalseite der bereits ver
legten Platte und in die Nut der Längsseite der bereits verlegten Platten eingefügt wird.
Danach wird die Diele diagonal gleichzeitig auf der Schmalseite und der Längsseite zu
sammengeschoben. Dabei dient die Feder der Längsseite, die vorher über Eck in die Nut
eingesetzt wurde, als Führung.
Beim Fügen wird die Feder leicht nach oben gebogen, während die untere Zunge der Nut
unter Ausnutzung der Elastizität des Werkstoffes leicht nach unten aufgebogen wird (
Fig. 3).
Beim Erreichen der Endposition liegen Nut und Feder formschlüssig spielfrei ineinander,
wobei durch die Neigung des Nut- und Federsystems eine Verriegelung des Nut- und Fe
dersystems in horizontaler Richtung stattfindet (Fig. 4).
Das Demontieren der verlegten Dielen geschieht durch diagonales Herausdrehen unter
Ausnutzung der Elastizität des Werkstoffes. Beim Montieren und Demontieren werden die
benachbarten Dielen durch die Fügekraft zwangsläufig leicht angehoben.
Dieser Vorteil begünstigt die horizontale Verriegelung, da beim Auseinanderziehen die
Dielen zwangsläufig leicht nach oben angehoben werden, was in der Praxis bedeutet,
dass die auf einen verlegten Boden einwirkenden Verkehrslasten einem Öffnen der Ver
riegelung entgegen wirken.
Das Profil ist im Wesentlichen durch seine einfache geometrische Gestaltung gekenn
zeichnet, wobei die einfach mit wenigen Werkzeugen herzustellenden Nuten und Federn
im Vergleich zu vorbekannten lösbaren Verbindungen sehr solide ausgeführt sind.
Ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu vorbekannten Clicksystemen ist
das diagonale Einfügen der Dielen beim Verlegen.
Bei allen vorbekannten Verbindungen wird zuerst die Längskante verriegelt und die Diele
dann längs verschoben, wobei das schmalseitige Verbindungssystem unter Ausnutzung
der Materialelastizität verhakt.
Diese vorbekannten Systeme erfordern zwangsläufig unterschiedlich gestaltete Verbin
dungsprofile, zumindest aber unterschiedliche Verlegeverfahren für die Längs- und für die
Querseite (die Längsseite wird von schräg oben kommend durch Drehen verhakt. Die
Schmalseite wird durch Verschieben des Bauteils im flachliegenden Zustand gefügt.).
Bei dem hier vorgestellten Verbindungssystem sind jedoch die Profile der Schmalseite
und der Längsseite geometrisch exakt gleich ausgeführt.
Dies ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu vorbekannten Verriegelungssyste
men.
Der Formschluss der Verbindung wird durch große Reibkräfte unterstützt, wenn die Nei
gung der Feder mit einem größeren Winkel zur Nutzebene des Fußbodens ausgeführt
wird als die Neigung der Nut, respektive, wenn der Neigungswinkel der Nut bezogen auf
die Nutzfläche der Diele kleiner ist als der Neigungswinkel der Feder.
Bei derartiger Ausführung der Bodendielen entsteht beim Verlegen ein Fußboden, der
theoretisch ähnlich einer großen Beule konvex ausgebildet ist.
Durch das Eigengewicht, die ständig wirkenden Betriebslasten und die Verkehrslasten
liegt der Fußboden in der Praxis jedoch ganzflächig auf dem Unterbau.
Ursache für dieses Verhalten ist die Kriecheigenschaft von Holzwerkstoffen, speziell von
MDF, indem der Werkstoff unter ständig wirkender Last einen Teil seiner Elastizität ver
liert, aber eine ausreichende Spannung zur Aufrechterhaltung des Formschlusses ver
bleibt und damit ein Kraftschluss gegeben ist.
Durch diese in einem Teilbereich bleibende Verformung des Werkstücks im Bereich der
Feder und den Verkehrslasten werden die Wirkflächen der schrägen Nut und der schrä
gen Feder spielfrei aneinander gepresst.
Die hierbei entstehenden Kräfte bewirken zusätzlich zum Formschluss einen Reibschluss,
der benachbarte Teile aneinander hält.
Darüber hinaus bewirkt die Gestaltung, dass die Oberseite/Nutzseite der Dielen durch die
Verkehrslasten und durch den "Setzprozess" zwangsläufig zusammen ge
presst/geschlossen werden.
Fig. 5 und 6 zeigen eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Verbindungssys
tems, wobei Fig. 5 diese in nicht zusammengefügtem und die Fig. 6 diese in zusam
mengefügtem Zustand zeigt.
Claims (4)
1. System zur Verbindung von Fußbodendielen und anderen plattenförmigen Materialien,
vorzugsweise aus Holzwerkstoffen, mit zweiseitig vertikal und zweiseitig horizontaler
Verriegelung, dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindung aus einer Nut und Feder besteht, wobei die Nut und die Feder geneigt unter einem Winkel zur Plattenoberfläche, bei Fußböden zur Lauffläche, angeordnet sind,
die Neigung von Nut und Feder gleich oder größer als 10° zur Horizontalen ist,
die Federn an den Längs- und Querseiten der Nuten gleichartig gestaltet sind und
die Dielen beim Verlegen diagonal gleichzeitig in die längsseitige und die schmalseiti ge Nut eingesteckt werden und sodann in die Verlegeposition gedreht werden, wobei die Feder und die untere Wange der Nut im elastischen Bereich verformt werden.
die Verbindung aus einer Nut und Feder besteht, wobei die Nut und die Feder geneigt unter einem Winkel zur Plattenoberfläche, bei Fußböden zur Lauffläche, angeordnet sind,
die Neigung von Nut und Feder gleich oder größer als 10° zur Horizontalen ist,
die Federn an den Längs- und Querseiten der Nuten gleichartig gestaltet sind und
die Dielen beim Verlegen diagonal gleichzeitig in die längsseitige und die schmalseiti ge Nut eingesteckt werden und sodann in die Verlegeposition gedreht werden, wobei die Feder und die untere Wange der Nut im elastischen Bereich verformt werden.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung der Feder mit
einem größeren Winkel zur Plattenoberseite, bei Fußböden zur Nutzebene des Fuß
bodens, ausgeführt ist als die Neigung der Nut.
3. System wie in irgendeinem der vorhergehenden Ansprüchen beansprucht, dadurch
gekennzeichnet, dass die Wirkflächen der Nut und der Feder, wie in Fig. 5 und 6 ge
zeigt, teilweise parallel zu der Auflage und Trittfläche der Laminatdiele verlaufen.
4. System wie in irgendeinem der vorhergehenden Ansprüche beansprucht, dadurch
gekennzeichnet, dass, wie in Fig. 5 und 6 gezeigt, an der unteren Wirkfläche der Fe
der und an der unteren Zunge der Nut ein zusätzliches in horizontaler Richtung wir
kendes Verriegelungssystem bestehend aus Rücksprung und Vorsprung ausgeführt
ist.
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