DE10011944A1 - Befestigung eines Aggregats im Motorraum eines Fahrzeuges - Google Patents
Befestigung eines Aggregats im Motorraum eines FahrzeugesInfo
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Abstract
Unter bestimmten Umständen ist es notwendig, das Reservoir (3) einer Bremsanlage unmittelbar unter der Motorhaube eines Fahrzeugs anzuordnen. Unter dem Gesichtspunkt des Fußgängerschutzes ist dies nicht unbedingt optimal, da bei einer Fahrzeug-Fußgänger-Kollision beim Aufschlag des Kopfes des Fußgängers in dem Bereich der Haube oberhalb des Reservoirs dann nicht tolerierbare Kraftspitzen auftreten, wenn aufgrund des Aufschlages die Haube das Reservoir kontaktiert. Dies kann zu erheblichen Verletzungen des Kopfes führen. Es wird daher vorgeschlagen, das Reservoir (3) über nachgiebige Stützen (6, 7) am Hauptbremszylinder (2) zu befestigen, wobei die Stützen so ausgelegt sind, dass die auf den aufschlagenden Körper wirkende Kraft unterhalb bestimmter Belastungswerte (HIC) bleibt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Befestigung
eines Aggregats im Motorraum eines Fahrzeuges unmittelbar
unter einer im Wesentlichen horizontal verlaufenden Mo
torhaube, wobei bei einem Körperaufprall auf die Haube,
bei der diese in den Motorraum verschoben und/oder einge
drückt wird, ein Kontakt der Motorhaube mit dem Aggregat
nicht vermeidbar ist.
In letzter Zeit werden vermehrt Anstrengungen
unternommen, Fahrzeuge so zu gestalten, dass Verletzungen
eines Fußgängers, wenn dieser von dem Fahrzeug angefahren
wird, möglichst gering bleiben. Ein besonderes Augenmerk
wurde auf die Kollision von Personenkraftwagen mit Fuß
gängern gelegt, bei denen der Fußgänger von der Front des
Fahrzeuges im Beinbereich erfasst und infolgedessen mit
dem Oberkörper und dem Kopf auf die Motorhaube schlägt.
Besonders kritisch ist dabei der Kopfaufschlag. Schon bei
leichten Unfällen können hier sehr ernsthafte Verletzun
gen mit Langzeitwirkung auftreten. Diese Verletzungen
können minimiert werden, wenn der Vorderbau des Fahrzeu
ges so gestaltet ist, dass die auftretenden Belastungen
des Kopfes unterhalb eines bestimmten Grenzwertes blei
ben. Zur Zeit wird in der Fachwelt ein Grenzwert, das so
genannte HIC (Head Injury Criterion) benutzt, das Dauer
der Einwirkung und die Verzögerung während des Wirkzeit
raumes betrachtet.
Um eine solche Vorgabe zu erfüllen, sind schon
die unterschiedlichsten Vorschläge unterbreitet worden:
Ein Vorschlag (u. a. DE 197 10 417 A1) zielt
darauf ab, die Annäherung des Fahrzeuges an einen Fußgän
ger zu registrieren und im Falle einer drohenden Kolli
sion die Motorhaube an ihrer hinteren Kante leicht anzu
heben, so dass der Fußgänger auf eine schräg gestellte
Motorhaube aufschlägt. Da der Körper des Fußgängers in
diesem Fall frühzeitig abgefangen wird, ist die Auf
schlaggeschwindigkeit und damit die auftretende Belastung
gering.
Andere Vorschläge (DE 195 14 324 A1) zielen
darauf ab, zwischen der Motorhaube einerseits und den un
ter der Motorhaube liegenden Aggregate bzw. weiteren Ka
rosserieteilen andererseits Dämpfungselemente zu setzen,
um das Belastungsniveau gering zu halten. In dieser
Schrift findet sich auch eine ausführliche Darstellung
der Definition des HIC. Die dort vorgestellte Maßnahme
kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn zwischen der
Haube und den darunter liegenden Teilen genügend Platz
ist, um ein Dämpfungselement mit einem ausreichend großen
Verformungsweg unterzubringen. Ausgehend von diesem Vor
schlag wäre die Forderung aufzustellen, das zwischen der
Motorhaube und den darunter liegenden Aggregaten bzw.
weiteren Karosserieteilen ein möglichst großer Freiraum
zu verbleiben hat. Dies ist aber nicht immer zu erfüllen,
da auf Grund anderer Bedingungen einige Aggregate mög
lichst hoch im Motorraum angeordnet werden müssen. Dabei
kann es sich z. B. um einen Sicherungskasten handeln, der
möglichst im direkten Zugriff sein soll, oder um Reser
voire für Betriebsmittel, die ebenfalls zum Nachfüllen
leicht zu erreichen sein müssen.
Für ein Bremsflüssigkeitsreservoir tritt außer
dem die Bedingung hinzu, dass es oberhalb des gesamten
Leitungssystems der Bremsanlage liegen muss. Wenn z. B.
die ABS-Hydraulik-Einrichtung des Bremssystems aus war
tungstechnischen Gründen relativ hoch angeordnet ist, er
gibt sich als Folge, dass das Reservoir relativ knapp un
terhalb der Motorhaube zu liegen kommt, so dass Dämp
fungseinrichtungen gemäß der DE 195 14 324 A1 nicht ein
gesetzt werden können. Zwar würde ein Aufstellen der
Haube gemäß der DE 197 10 417 A2 Abhilfe schaffen. Dies
ist aber nur relativ aufwendig zu gewährleisten: Neben
der Aufstelleinrichtung sind Annäherungssensoren und eine
entsprechende Steuerelektronik vorzusehen.
Die Erfindung beruht somit auf der Aufgabe, re
lativ hoch im Motorraum angeordnete Aggregate so zu be
festigen, dass Verletzungen eines Fußgängers in einer
Fußgänger-Fahrzeug-Kollision möglichst gering bleiben und
für eine bestimmte vorgegebene Aufprallgeschwindigkeit
die Belastungswerte gemessen nach dem Kopfverletzungs
kriterium (HIC) unter einem vorgegebenen Grenzwert blei
ben.
Dazu wird die folgende Vorgehensweise vorge
schlagen: In Aufprallrichtung gesehen besteht ein Frei
raum zwischen dem Aggregat und dem Aggregatträger, wobei
zwischen dem Träger und dem Aggregat ein oder mehrere
Stützen vorgesehen sind, die das Aggregat in einer Ein
bauposition halten und bei einem Aufprall derart nachge
ben, dass das Aggregat in den Freiraum verschoben wird
und die Körperbelastung möglichst gering ist.
Wie schon angedeutet tritt dieses Problem auch
bei einem Bremsflüssigkeitsreservoir auf. Hier wird vor
geschlagen, es entfernt vom Hauptbremszylinder anzuordnen
und über die schon genannten Stützen mit dem Träger zu
verbinden. Vorzugsweise können in diesem Fall die Träger
als Metallbleche mit Sollknickstellen oder Sollbruchstel
len ausgebildet werden, die zwischen dem Behälter und dem
Hauptbremszylinder angeordnet sind.
Zwar ist aus der DE 42 21 770 A1 ein Bremsflüs
sigkeitsbehälter bekannt, der über elastisch verformbare
Röhren mit dem Hauptbremszylinder verbunden ist. Die
Nachgiebigkeit der Verbindungsrohre ermöglicht es, den
Bremsflüssigkeitsbehälter an Hauptbremszylinder mit un
terschiedlichen Anschlussabständen zu montieren und
außerdem die Höhe des Behälters über dem Hauptbremszylin
der zu variieren. Ausführungen, wie eine solche Anordnung
im Hinblick auf den Fußgängerschutz ausgebildet werden
kann, liefert diese Offenlegungsschrift nicht.
Zur Verdeutlichung des Erfindungsgedankens wird
im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels, darge
stellt in einer einzigen Figur, die Erfindung näher er
läutert. Bei dem Ausführungsbeispiel handelt es sich um
einen Hauptbremszylinder mit einem darüber angeordneten
Reservoir.
Die Figur zeigt den Bremsdruckgeber einer
Bremsanlage bestehend aus einem pneumatischen Bremskraft
verstärker 1 sowie einem Hauptbremszylinder 2. Oberhalb
dieses Hauptbremszylinders ist ein Reservoir 3 angeord
net, das über zwei Leitungen 4, 5 mit den beiden Kammern
des Hauptbremszylinders 2 verbunden ist. In der Ruhestel
lung des Hauptbremszylinders 2 sind somit die Kammern mit
dem Reservoir verbunden. Bei einer Betätigung schließen
Ventile im Hauptbremszylinder, so dass in den an den
Hauptbremszylinder angeschlossenen Bremskreisen ein Druck
aufgebaut werden kann.
Wie man der Skizze entnehmen kann, ist das Re
servoir 3 relativ hoch über dem Hauptbremszylinder 2 an
geordnet. Dies ist notwendig, wenn ein weiteres Aggregat
im Bremskreis, z. B. die ABS-Hydraulik-Einheit, ebenfalls
höher als der Hauptbremszylinder im Fahrzeug angeordnet
ist. Das Reservoir muss, damit es seine Funktion erfüllen
kann, oberhalb des höchsten Punktes der Bremskreise lie
gen. Dadurch kann die Situation eintreten, dass das Re
servoir nur knapp unterhalb der Motorhaube, die in dieser
Figur nicht dargestellt ist, zu liegen kommt.
Um das Reservoir 3 im Motorraum zu halten, sind
zwei Stützen vorgesehen, die in der Ausführung als Blech
streifen 6, 7 zwischen dem Reservoir und dem Hauptbrems
zylinder ausgebildet sind. An ihren oberen Enden sind
diese mit den Seitenwänden des Reservoirs 3 verbunden. An
ihrem unteren Ende besteht eine Verbindung mit einer Brücke
8 über dem Hauptbremszylinder 2, deren Breite in etwa
der Breite des Reservoirs 3 entspricht, so dass sich die
Blechstreifen 6, 7 im Wesentlichen vertikal erstrecken.
Damit diese bei einer von oben auf das Reservoir 3 an
greifenden Aufschlagkraft nachgeben können, sind beide
Blechstreifen 6, 7 mit horizontal verlaufenden Sollknick
stellen 9, 10, 11 versehen und an diesen Sollknickstellen
schon leicht vorgeknickt, so dass sie sich bei einer Be
lastung zusammenfalten. Die Nachgiebigkeit der Sollknick
stellen wird durch die Größe von Öffnungen 12 in den Ble
chen auf den Sollknickstellen 9, 10, 11 bestimmt. Die
beiden Verbindungsleitungen 4, 5 sind natürlich elastisch
ausgeführt, so dass sie bei einer Annäherung des Reser
voirs 3 an den Hauptbremszylinder ohne zu brechen nachge
ben können.
Die beiden Blechstreifen 6, 7 sind mindestens
so fest ausgeführt, so dass die Position des Reservoirs
im Motorraum hinreichend genau definiert ist und bei üb
lichen betriebsbedingten Kräften kein Versatz auftritt.
Die Nachgiebigkeit der Blechstreifen 6, 7 wird
bestimmt durch die Einhaltung des sogenannten Kopfverlet
zungskriteriums (HIC). Sie kann bestimmt werden durch die
Zahl der Knickstellen, die Größe der Öffnungen, der Dicke
der Blechstreifen sowie die Stärke der Vorfaltung.
Claims (7)
1. Befestigung eines Aggregats im Motorraum eines Fahr
zeuges unmittelbar unter einer im Wesentlichen hori
zontal verlaufenden Motorhaube, wobei bei einem Kör
peraufprall auf die Haube, bei der diese in den Mo
torraum verschoben und/oder eingedrückt wird, ein
Kontakt der Motorhaube mit dem Aggregat nicht ver
meidbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in Auf
prallrichtung gesehen ein Freiraum zwischen dem Ag
gregat (3) und dem Aggregatträger (2) besteht, wobei
zwischen dem Träger (2) und dem Aggregat (3) ein
oder mehrere Stützen (6, 7) vorgesehen sind, die das
Aggregat (3) in einer Einbauposition halten und bei
einem Aufprall derart nachgeben, dass das Aggregat
(3) in den Freiraum verschoben wird und die Körper
belastung möglichst gering ist.
2. Befestigung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Stützen (6, 7) jeweils eine oder mehrere
Sollknickstellen oder Sollbruchstellen (9, 10, 11)
aufweisen.
3. Befestigung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Stützen aus Blechstreifen (6, 7) gebildet
sind.
4. Befestigung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Aggre
gat um ein Reservoir (3) für Betriebsflüssigkeiten
handelt.
5. Befestigung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das Reservoir (3) zur Aufnahme von Bremsflüs
sigkeiten bestimmt ist und dass der Aggregatträger
der Hauptbremszylinder (2) des Kraftfahrzeuges ist.
6. Befestigung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass das Reservoir (3) einen rechteckigen Quer
schnitt aufweist, dass sich ein Seitenwandpaar pa
rallel zur Längsachse des Hauptbremszylinders (2)
erstreckt und dass die Blechstreifen (6, 7) an die
sen Wänden befestigt sind.
7. Befestigung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
dass sich am Hauptbremszylinder (2) mindestens ein
Brückenelement (8) befindet, an dem die unteren En
den der Blechstreifen (6, 7) befestigt sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000111944 DE10011944A1 (de) | 2000-03-11 | 2000-03-11 | Befestigung eines Aggregats im Motorraum eines Fahrzeuges |
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Publications (1)
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ID=7634385
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