DE10009261B4 - Gebiß für Fahrpferde - Google Patents
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Abstract
Gebiß, insbesondere für Fahrpferde, mit einer durch einen einstückigen Formkörper gebildeten Gebißstange (2) mit kreisrundem oder ovalem Querschnitt und an den beiden stirnseitigen Enden (4, 4'') der Gebißstange (2) fest angreifenden Seitengestellen (5) mit Oberbäumen (6) sowie Unterbäumen (7), bei dem die Oberbäume (6) je ein Befestigungsauge (8) für eine Kinnkette (9), Kinnriemen od. dgl. und die Unterbäume (7) Öffnungen zum Befestigen einer Fahrleine aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Gebißstange (2) im mittleren Bereich ihrer Länge einen nach oben und vorne um den Winkel γ zur aufrechten. Mittellängsebene (10'') zylindrisch gerader Abschnitte (4''') der Gebißstange (2) gekippten bogenförmigen Abschnitt (4) als Zungenfreiraum (3) aufweist, daß die beiden Oberbäume (6) um den Winkel α schräg gegenüber der zur Mittellängsachse (10''') der Gebißstange (2) geführten Senkrechten (12) zum freien Ende nach außen, die beiden Unterbäume (7) schräg zur Senkrechten (12) um den Winkel β zum freien Ende und außen sich erstreckend und...
Description
- Die Erfindung betrifft ein Gebiß für Fahrpferde. Bei Gebissen für Fahrpferde ist die Anwendung von stabförmig zylindrischen Gebißstangen bekannt. Außerdem sind Gebisse mit über ihre ganze Länge nach oben gekrümmten Gebißstangen gebräuchlich. Wärend die erstgenannten Gebisse wegen Fehlens eines Freiraumes für die Zunge zu Quetschungen der Zunge Anlaß geben, üben die letztgenannten Gebisse durch einen übergroßen Freiraum einen unerwünscht großen Druck auf die Kieferäste aus. Außerdem legen die bekannten Gebisse mit den quer zur Längsachse der Gebißstangen ausgerichteten Ober- und Unterbäumen Druckkräfte und Klemmeffekte auf die Maulaussenflächen.
-
DE 83 13 999 U1 offenbart eine Kandare mit einer durch einen einstückigen Formkörper gebildeten Gebißstange mit etwa kreisförmigem Querschnitt. An den beiden stirnseitigen Enden der Gebißstange greifen Seitengestelle mit Überbäumen und Unterbäumen an. Die Gebißstange weist im mittleren Bereich ihrer Länge einen nach oben gewölbten bogenförmigen Abschnitt als Zungenfreiraum auf. Ferner sind die beiden Oberbäume um einen Winkel schräg gegenüber der zur Mittellängsachse der Gebißstange geführten Senkrechten zum freien Ende nach außen geneigt ausgebildet. -
US 1 140 971 A zeigt ein Gebiß mit einer kreisrunden Gebißstange. An den beiden Enden der Gebißstange greifen Seitengestelle mit Oberbäumen und Unterbäumen an. Die freien Enden der Ober- und Unterbäume sind jeweils nach außen gebogen. -
US 592 022 A offenbart ein Gebiß mit einer Gebißstange und Seitengestellen, die an den beiden stirnseitigen Enden der Gebißstange angreifen. Die Seitengestelle weisen jeweils einen stabförmigen Backenriemen auf, der nach außen gebogen ist. - Es ist Aufgabe der Erfindung ein Gebiß für Fahrpferde zu schaffen, das eine ausreichende Zungenfreiheit gewährleistet und vom Pferd behinderungsfrei tragbar ist.
- Erfindungsgemäß ist hierzu vorgesehen, daß die Gebißstange im mittleren Bereich ihrer Länge einen nach oben und vorne um den Winkel γ zur aufrechten Mittellängsebene zylindrisch gerader Abschnitte der Gebißstange gekippten bogenförmigen Abschnitt als Zungenfreiraum aufweist und daß die beiden Oberbäume um den Winkel α gegenüber einer zur Mittellängsachse der Gebißstange geführten Senkrechten schräg zum freien Ende und außen und die beiden Unterbäume schräg zur vorgenannten Senkrechten um den Winkel β schräg zum freien Ende und außen hin sich erstreckend und zur Seite außen um den Winkel β gegenüber der Mittellängsachse der Gebißstange geneigt ausgebildet ist. Durch den gekippten Mittelabchnitt der Gebißstange sind, abgesehen der Zungenfreiheit, die Kinnladen des Pferdes verletzungsfrei und störungsfrei mit rechtwinkeligem Einfluß mit dem Gebiß kontaktierbar, während die Neigungen der Unter- und Oberbäume eine behinderungs- und klemmfreie Führung des Gebisses in den äußeren Maulbereichen ergeben.
- In Ausgestaltung des Gebisses ist vorgesehen, dass die Abkippung des bögenförmigen Abschnitts der Gebißstange im wesentlichen mit, γ = 30° auszuführen ist. Es ist denkbar, daß unwesentliche Änderungen der Winkel α, β und γ eine gefühlvolle Verwendung des Gebisses unbeeinträchtigt lassen.
- Fernerhin ist vorgesehen, die Ober- und Unterbäume von der Gebißstange ausgehend zum freien Ende hin bogenförmig zur Längsachse derselben sich erstreckend auszubilden. Auch besteht die Möglichkeit, die Ober- und Unterbäume in beliebig anderer Weise, z. B. von der Gebißstange ausgehend, gradlinig schräg nach oben bzw. unten außen und freiem Ende sich erstreckend auszubilden. Es versteht sich, daß die Ober- und Unterbäume beliebig gestaltet, z. B. stangenförmig oder aber durch Ringkörper gebildet sein können. Beim Einsatz stangenförmiger Oberbäume sind im Bereich des freien Endes derselben Befestigungsaugen zum Einhängen einer Kinnkette vorgesehen. Als vorteilhaft für die Unterbäume hat sich die Anordnung eines oder mehrerer geschlossener, mit der Gebißstange und miteinander fest verbundener Ringkörper erwiesen, die als Einhängeelemente für die Fahrleine dienen.
- Schließlich ist noch vorgesehen, den bogenförmigen Abschnitt der Gebißstange im Querschnitt kreisrund auszubilden. Es ist auch denkbar, den bogenförmigen Abschnitt auf der dem Maulinnenraum zugewandten Seite in Richtung des Scheitels mit einer zunehmenden Abflachung zu versehen. Es versteht sich außerdem, daß der als Zungenfreiraum dienende bogenförmige Abschnitt der Gebißstange in der Querschnittsgröße und in der Länge im wesentlichen der Zunge des Fahrpferdes entsprechend ausgeführt ist.
- Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in den Figuren verdeutlich. Es zeigen:
-
1 ein Gebiß in Vorderansicht, -
2 ein Gebiß in Seitenansicht, -
3 einen Schnitt einer Gebißstange nach der Linie III-III der1 , -
4 einen Schnitt einer Gebißstange nach der Linie IV-IV der1 und -
5 ein Gebiß in Draufsicht, schematisch, verkleinert. - Beim Gebiß
1 der1 ist die Gebißstange mit2 bezeichnet, die bevorzugt aus einem nichtrostenden metallischen Werkstoff, z. B. V2A, gebildet oder aus einem Eisenwerkstoff mit einem nichtrostenden metallischen Überzug besteht. Die Gebißstange2 weist mittig einen, eine Zungenfreiraum3 bildenden bogenförmigen Abschnitt4 auf, an dessen beiden stirnseitigen Enden4' ,4'' sich zylindrisch gerade Abschnitte4''' anschließen. An den freien Enden der Abschnitte4''' weist die Gebißstange2 Seitengestelle5 auf, die durch je zwei Oberbäume6 und Unterbäume7 gebildet sind. Die Ober-6 und Unterbäume7 sind mit der Gebißstange2 durch Schweißen od. dgl. fest verbunden. - Beim Ausführungsbeispiel sind die Oberbäume
6 durch um den Winkel α zur Senkrechten12 nach außen gebogene Abschnitte mit an den freien Enden angeordeten Befestigungsaugen8 für eine Kinnkette9 gebildet. Die Unterbäume7 hingegen sind durch miteinander und der Gebißstange2 verbundene Ringkörper10 ,10' gebildet an die eine Fahrleine (nicht gezeigt) befestigt werden kann - Die Unterbäume
7 sind nach außen ausgebogen und nach außen geneigt. - Die
2 und4 zeigen eine Gebißstange mit einem bogenförmigen Mittelabschnitt4 , der gegenüber der durch die zylindrischen Abchnitte4''' verlaufenden Mittellängsebene10'' nach vorne gekippt ist. Die Abkippung führt dazu, daß das Gebiß rechtwinkelig auf die Kinnladen des Pferdes einwirken kann. Durch Einhängen der Fahrleinen (nicht gezeigt) in den einen oder anderen Ringkörper10 ,10' ist die durch die Fahrleine gegebene Zugbeeinflussung auf die Kieferäste veränderbar, wobei mit zunehmendem Abstand der Einhängestelle von der Gebißstange2 die Zugeinwirkungen vergrößerbar sind. Mit11 sind Einhängehaken für die Kinnkette9 bezeichnet.
Claims (7)
- Gebiß, insbesondere für Fahrpferde, mit einer durch einen einstückigen Formkörper gebildeten Gebißstange (
2 ) mit kreisrundem oder ovalem Querschnitt und an den beiden stirnseitigen Enden (4 ,4'' ) der Gebißstange (2 ) fest angreifenden Seitengestellen (5 ) mit Oberbäumen (6 ) sowie Unterbäumen (7 ), bei dem die Oberbäume (6 ) je ein Befestigungsauge (8 ) für eine Kinnkette (9 ), Kinnriemen od. dgl. und die Unterbäume (7 ) Öffnungen zum Befestigen einer Fahrleine aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Gebißstange (2 ) im mittleren Bereich ihrer Länge einen nach oben und vorne um den Winkel γ zur aufrechten. Mittellängsebene (10'' ) zylindrisch gerader Abschnitte (4''' ) der Gebißstange (2 ) gekippten bogenförmigen Abschnitt (4 ) als Zungenfreiraum (3 ) aufweist, daß die beiden Oberbäume (6 ) um den Winkel α schräg gegenüber der zur Mittellängsachse (10''' ) der Gebißstange (2 ) geführten Senkrechten (12 ) zum freien Ende nach außen, die beiden Unterbäume (7 ) schräg zur Senkrechten (12 ) um den Winkel β zum freien Ende und außen sich erstreckend und zur Seite außen um den Winkel β gegenüber der Mittellängsachse (10''' ) der Gebißstange (2 ) geneigt ausgebildet sind. - Gebiß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abwinkelungen bzw. Neigungen die Abkippung des bogenförmigen Abschnitts (
4 ) der Gebißstange (2 ) im wesentlichen γ = 30° beträgt. - Gebiß nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ober- (
6 ) und Unterbäume (7 ) von der Gebißstange (2 ) ausgehend zum freien Ende außen hin mit bogenförmiger Mittellängsachse (10''' ) ausgebildet sind. - Gebiß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ober- (
6 ) und Unterbäume (7 ) von der Gebißstange (2 ) ausgehend gradlinig schräg zum freien Ende außen hin sich erstreckend ausgebildet sind. - Gebiß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberbäume (
6 ) im Bereich des freien Endes Befestigungsaugen (8 ) für die Kinnkette (9 ) aufweisen. - Gebiß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterbäume (
7 ) durch geschlossene miteinander und der Gebißstange (2 ) fest verbundene Ringkörper (10 ) gebildet sind, die als Einhängeelemente für eine Fahrleine dienen. - Gebiß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterbäume (
7 ) in ihrer Längsausrichtung gerade oder bogenförmig um den Winkel β schäg zum freien Ende nach außen hin sich erstreckend ausgebildet und zur Seite außen um den Winkel β geneigt sind.
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