DE10009900A1 - Elektrisch kommutierter Motor und Ansteuerverfahren dafür - Google Patents
Elektrisch kommutierter Motor und Ansteuerverfahren dafürInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Ansteuerverfahren für einen elektronisch kommutierten Elektromotor und einen elektronisch kommutierten Motor, bei dem der Wirkungsgrad dadurch verbessert ist und die Wärmeentwicklung deutlich reduziert ist, daß elektronische Steuermittel vorhanden sind, die die Kommutierung in nur einer Wicklung des Motors durch eine Umschaltung der Stromrichtung in dieser Wicklung vornehmen.
Description
Die Erfindung betrifft einen elektronisch kommutierten Motor sowie ein Ansteuerverfahren für
einen elektronisch kommutierten Motor gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes des
jeweiligen unabhängigen Patentanspruchs.
Aus der DE 44 11 960 A1 ist ein elektronisch kommutierter Elektromotor, der mit einer
Flüssigkeitspumpe gemeinsam in einem Gehäuse angeordnet ist, bekannt.
Dieser elektronisch kommutierte Motor weist ein Ständerpaket auf, welches aus
Einzelblechen und Wicklungen besteht. Weiterhin ist in dem Gehäuse eine
Kommutierungselektronik angeordnet, an der ein Sensor zur Erfassung der Drehstellung
eines Rotors des Motors angeschlossen ist, wobei das Ständerpaket von dem Rotor
(Außenläufermotor) umgeben ist. In Abhängigkeit der erfaßten Drehstellung werden von der
Kommutierungselektronik die Ständerwicklungen des Motors angesteuert. Die beiden
Ständerwicklungen liegen parallel mit einem zugehörigen Transistor in einem Stromkreis, so
daß mittels der Transistoren der Stromfluß durch die Ständerwicklungen alternierend ein-
und abgeschaltet wird. Bedingt durch dieses Schaltungsprinzip der Kommutierungselektronik
wird in dieser bekannten Flüssigkeitspumpe ein Anteil der eingespeisten elektrischen
Energie in Wärme umgesetzt (Abkommutierungsenergie in dem Transistor).
Dieser Wärmeeintrag hat den Nachteil, daß dadurch der Wirkungsgrad der
Flüssigkeitspumpe reduziert ist. Je nach Wärmeeintrag ist es sogar erforderlich,
Maßnahmen zu ergreifen, um die Flüssigkeitspumpe bzw. den Motor zu kühlen. Dies ist
gerade dann von Nachteil, wenn die Flüssigkeitspumpe in einer an sich schon mit hohen
Temperaturen versehenen Umgebung (zum Beispiel einem Motorraum eines Fahrzeugs)
eingesetzt wird. Ebenso ist durch den erhöhten Wärmeeintrag die Lebensdauer sowie die
Zuverlässigkeit der Flüssigkeitspumpe eingeschränkt.
Mit der aus der DE 44 11 960 A1 bekannten Kommutierungselektronik ist eine
Drehzahlsteuerung bzw. Drehzahlregelung des Motors nicht möglich.
Der Erfindung liegt daher Aufgabe der Erfindung zugrunde, ein Ansteuerverfahren für einen
elektronisch kommutierten Motor sowie einen elektronisch kommutierten Motor anzugeben,
mit dem die geschilderten Nachteile vermieden werden.
Diese Aufgabe ist durch eines jeweiligen unabhängigen Patentanspruchs gelöst.
Das erfindungsgemäße Ansteuerverfahren für den elektronisch kommutierten Motor sieht
vor, daß die elektronischen Steuermittel die Kommutierung in zumindest einer, insbesondere
nur einer Wicklung des Motors durch eine Umschaltung der Stromrichtung in dieser
Wicklung vornehmen. Dadurch läßt sich der den Wirkungsgrad beeinträchtigende
Wärmeeintrag deutlich reduzieren. Dadurch ergibt sich der Vorteil, daß sich die Lebensdauer
sowie die Zuverlässigkeit, insbesondere die ständige Verfügbarkeit, der Flüssigkeitspumpe
deutlich erhöht. Außerdem wird die Betriebssicherheit verbessert, da die Betriebstemperatur
des elektronisch kommutierten Motors gesenkt werden kann. Gesenkt wird auch der
Energieverbrauch der Flüssigkeitspumpe im Betrieb, da die Abkommutierungsenergie in den
Schaltmitteln (insbesondere Transistoren) der elektronischen Steuermittel deutlich verringert
wird. Insgesamt ergibt sich so eine deutliche Reduzierung der Verlustleistung innerhalb der
Flüssigkeitspumpe.
In Weiterbildung der Erfindung wird der Strom durch die Wicklung in Abhängigkeit zumindest
eines vorgebbaren Parameters pulsbreitenmoduliert (pulsweitenmoduliert). Dadurch ist auf
einfache Art und Weise eine Drehzahlsteuerung bzw. eine Drehzahlregelung des Motors der
Flüssigkeitspumpe gegeben. Hierdurch kann die Förderleistung der Flüssigkeitspumpe in
Abhängigkeit des zumindest einen vorgebbaren Parameters (bei dem es sich zum Beispiel
um eine Soll-Fördermenge handelt) eingestellt werden.
In Weiterbildung der Erfindung wird bei Feststellen einer vorgebbaren Übertemperatur der
Flüssigkeitspumpe oder eines Bauteils der Flüssigkeitspumpe der Motor zumindest
kurzzeitig zurückgeregelt bzw. abgeschaltet. Somit ist es in vorteilhafter Weise möglich, den
Motor der Flüssigkeitspumpe bei Feststellen von Abnormalitäten kurzzeitig abzuschalten
bzw. abzuregeln (zum Beispiel bei Vorliegen einer vorgegebenen Übertemperatur aufgrund
hoher Temperaturen der Umgebung) oder sogar dauerhaft abzuschalten. Damit wird
wirksam einer Beschädigung oder eines Ausfalles der Flüssigkeitspumpe aufgrund
Übertemperaturen vorgebeugt. Diese Maßnahme trägt darüber hinaus wirksam zur
Verlängerung der Lebensdauer der Flüssigkeitspumpe bzw. ihrer Bauteile bei, da diese
Bauteile geringeren Beanspruchungen unterworfen sind.
Ein elektronisch kommutierter Motor ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß die
elektronischen Steuermittel derart ausgebildet sind, daß die Kommutierung in zumindest
einer, insbesondere nur einer Wicklung durch eine Umschaltung der Stromrichtung in dieser
einen Wicklung erfolgt. Dadurch ergeben sich die schon in Bezug auf das Ansteuerverfahren
geschilderten Vorteile wie Verbesserung des Wirkungsgrades, Erhöhung der Zuverlässigkeit
und Betriebssicherheit, insbesondere bei hohen Temperaturbeanspruchungen, da die
Verlustleistung innerhalb der Flüssigkeitspumpe deutlich reduziert ist, sowie als weiterer
Vorteil, daß sich der Bauelementeaufwand in der Flüssigkeitspumpe reduziert, da das
Ständerpaket des elektronisch kommutierten Motors mit nur noch einer einzigen Wicklung
versehen werden muß. Wesentlich ist auch, daß die Steuermittel Bestandteil eines
integrierten Schaltkreises sind, der auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt ist und nur
wenig Bauraum beansprucht.
In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die elektronischen Steuermittel derart
ausgebildet sind, daß der Strom durch die Wicklung in Abhängigkeit zumindest eines
vorgebbaren Parameters pulsbreitenmoduliert (pulsweitenmoduliert) wird. Dadurch sind
Mittel zur Verfügung gestellt, um den Motor der Flüssigkeitspumpe bedarfsgerecht in seiner
Drehzahl zu steuern bzw. zu regeln. Je nach Wahl des Parameters oder der Parameter (zum
Beispiel die Temperaturen von elektronischen Bauteilen oder Schaltkreisen, die kritisch sein
könnten) ist es auch denkbar, die Leistung des elektronisch kommutierten Motors bzw.
seiner Anwendung zu reduzieren, insbesondere automatisch zu reduzieren, damit die
Anwendung (zum Beispiel eine Pumpe, die von dem elektronisch kommutierten Motor
angetrieben wird) zuverlässig, gegebenenfalls mit verringerter Leistung, weiterbetrieben
werden kann. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn ein Betrieb mit verringerter Leistung
möglich ist, ein Ausfall, wenn auch nur kurzzeitig, nachteilige (wie sicherheitskritische)
Wirkungen hätte.
In Weiterbildung der Erfindung weisen die elektronischen Steuermittel eine
Vollbrückenanordnung, insbesondere eine im Vierquadrantenbetrieb arbeitende H-Brücke,
auf. Eine solche Vollbrückenanordnung bzw. H-Brücke hat den Vorteil, daß sie sich
kostengünstig und auf kleinsten Raum in einem integrierten Schaltkreis realisieren läßt und
es in Abhängigkeit von Eingangssignalen (insbesondere in Abhängigkeit des Signals des
Positionsgebers) die Kommutierung durch Umschaltung der Stromrichtung in dieser einen
Wicklung ausgeführt werden kann. Durch die Integrierung der Vollbrückenanordnung in
einem Schaltkreis (IC) kann dieser in dem Gehäuse der Flüssigkeitspumpe angeordnet
werden.
In diesem Zusammenhang ist in Weiterbildung der Erfindung der Positionsgeber als
Hallgeber ausgebildet, der den Vorteil hat, daß er berührungslos und damit weitestgehend
verschleißfrei arbeitet. Auch mit dieser Maßnahme wird die Wahrscheinlichkeit für den
Ausfall der Flüssigkeitspumpe deutlich verringert. Jedoch sind auch sensorlose
Ansteuerungen möglich.
Ein schematisch dargestelltes Ausführungsbeispiel, auf das die Erfindung jedoch nicht
beschränkt ist, ist im folgenden erläutert und in der Figuren gezeigt.
Es zeigen:
Fig. 1: eine Flüssigkeitspumpe, die von einem elektronisch kommutierten Motor
angetrieben wird,
Fig. 2: Schaltmittel einer Kommutierungselektronik nach dem Stand der Technik,
Fig. 3: Steuermittel für den elektronisch kommutierten Motor der Flüssigkeitspumpe.
Eine in Fig. 1 dargestellte Flüssigkeitspumpe 1 weist in ihrem Gehäuse einen elektronisch
kommutierten Motor 2 auf, der Mittel antreibt, mit denen eine beliebige Flüssigkeit gefördert
werden kann. Weiterhin sind in dem Gehäuse der Flüssigkeitspumpe 1 elektronische
Steuermittel 3 integriert, wobei es sich bei dem elektronischen Steuermitteln 3 in der Regel
um eine Leiterplatte handelt, auf der mehrere elektronische Bauteile bzw. Schaltkreise (IC)
miteinander verschaltet sind. Der Signalaustausch zwischen den elektronischen
Steuermitteln 3 und einer externen, nicht dargestellten Steuereinheit sowie die
Stromversorgung für die Flüssigkeitspumpe 1 erfolgt über eine Schnittstelle 4, d. h., daß über
die Schnittstelle 4 die elektronischen Steuermittel 3 zumindest Signale für den Betrieb der
Flüssigkeitspumpe 1 erhalten, wobei auch die Energieversorgung über diese Schnittstelle 4
erfolgt. Selbstverständlich können die Energieversorgung und der Signalaustausch auch
über voneinander getrennte Schnittstellen erfolgen.
Der elektronisch kommutierte Motor 2 weist eine einzige Wicklung 5 auf, die elektrisch mit
den elektronischen Steuermitteln 3 verbunden ist. Außerdem ist an dem elektronisch
kommutierten Motor 2 ein Positionsgeber 6 angeordnet, der insbesondere als berührungslos
wirkender Hallgeber ausgebildet ist und ebenfalls mit den elektronischen Steuermitteln 3
verschaltet ist. Durch die Zuführung der Positionssignale des Positionsgebers 6, der die
Lage des Rotors des elektronisch kommutierten Elektromotors 2 in Bezug auf den Ständer
repräsentieren, ist es den elektronischen Steuermitteln 3, die eine Vollbrückenanordnung
aufweisen, möglich, durch Umschaltung der Stromrichtung in der Wicklung 5 die
Kommutierung auszuführen.
Mit den Bezugsziffern 7 und 8 sind die Anschlüsse der Flüssigkeitspumpe 1 bezeichnet. Als
Mittel, die von dem elektronisch kommutierten Motor 2 angetrieben werden, sind Flügel 9
vorhanden.
Fig. 2 zeigt Schaltmittel einer Kommutierungselektronik nach dem Stand der Technik, wobei
die beiden Ständerwicklungen 10 und 11 parallel mit ihren zugehörigen Transistoren 12 und
13 in einem Stromkreis liegen und mittels der Transistoren 12 und 13 der Stromfluß durch
die Ständerwicklungen 10 und 11 alternierend in Abhängigkeit von nicht gezeigten Sensoren
ein- und abgeschaltet werden.
Im Gegensatz hierzu zeigt Fig. 3 Steuermittel 3, die die einzige Wicklung 5 mittels einer
Brückenanordnung in Abhängigkeit von Sensorsignalen ansteuern. Die Brückenanordnung
weist in der gezeigten Verschaltung vier Transistoren 14 bis 17 auf, die mittels Sensoren
(Positionsgeber 6) angesteuert werden und damit die Kommutierung durch Umschaltung der
Stromrichtung in der Wicklung 5 vornehmen. Die Brückenanordnung liegt, in einem
Stromkreis (+U bzw. Masse ⟂) und ist eine H-Brücke 18. Die Transistoren können
gegebenenfalls auch ohne Sensoren angesteuert werden.
Der erfindungemäße elektronisch kommutierte Motor eignet sich besonders für den Einsatz
in Fahrzeugen, insbesondere bei Brennkraftmaschinen von Fahrzeugen wie zum Beispiel bei
Restwärme- oder Wasserumwälzpumpen.
Claims (7)
1. Ansteuerverfahren für einen elektronisch kommutierten Motor einer Flüssigkeitspumpe mit
elektronischen Steuermitteln zur Kommutierung, dadurch gekennzeichnet, daß die
elektronischen Steuermittel die Kommutierung in zumindest einer Wicklung, insbesondere
nur einer Wicklung, des Motors durch eine Umschaltung der Stromrichtung in dieser
Wicklung vornehmen.
2. Ansteuerverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Strom durch die
Wicklung in Abhängigkeit zumindest eines vorgebbaren Parameters pulsbreitenmoduliert
(pulsweitenmoduliert) wird.
3. Ansteuerverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Feststellung
einer vorgebbaren Übertemperatur der Flüssigkeitspumpe oder eines Bauteiles der
Flüssigkeitspumpe der Motor zumindest kurzzeitig zurückgeregelt bzw. abgeschaltet wird.
4. Elektronisch kommutierter Motor (2) einer Flüssigkeitspumpe (1), wobei der Motor (2) ein
Ständerpaket mit Wicklungen aufweist und elektronische Steuermittel (3) zur Kommutierung
25 mit einem Positionsgeber (6) zur Erfassung der Lage von einem Rotor des Motors (2) und
einer Wicklung zueinander vorhanden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die elektronischen
Steuermittel (3) derart ausgebildet sind, daß die Kommutierung in zumindest einer Wicklung
(5), insbesondere nur einer Wicklung (5), durch eine Umschaltung der Stromrichtung in
dieser Wicklung (5) erfolgt.
5. Elektronisch kommutierter Motor (2) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
elektronischen Steuermittel (3) derart ausgebildet sind, daß der Strom durch die Wicklung in
Abhängigkeit zumindest eines vorgebbaren Parameters pulsbreitenmoduliert
35 (pulsweitenmoduliert) wird.
6. Elektronisch kommutierter Motor (2) nach Anspruch 4 oder Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die elektronischen Steuermittel (3) eine Vollbrückenanordnung (18)
aufweisen.
7. Elektronisch kommutierter Motor (2) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß der Positionsgeber (6) als Hallgeber ausgebildet ist.
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Cited By (4)
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|---|---|---|---|---|
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-
2000
- 2000-03-01 DE DE10009900A patent/DE10009900A1/de not_active Withdrawn
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Owner name: PIERBURG GMBH, 41460 NEUSS, DE |
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