DE10000246A1 - Widerstandschweißen mit einem elektrochemischen Kondensator als Stromversorgungsquelle - Google Patents
Widerstandschweißen mit einem elektrochemischen Kondensator als StromversorgungsquelleInfo
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Abstract
Vorrichtung zum Widerstandsimpulsschweißen, die tragbar und bequem zu bedienen ist, mit einem Handteil, einem an die Spitze des Handteils montierten Elektrodenpaar, das in der Lage ist, Schweißstromimpulse einem zu schweißenden Werkstück zuzuführen, einem elektrochemischen Kondensator, der eine Energieversorgung mit einem hohen Strom und einer niedrigen Spannung vorsieht, einer Triggervorrichtung, die zwischen dem elektronischen Kondensator und den Elektroden angeordnet ist, um über diese Elektroden die in dem elektrochemischen Kondensator gespeicherte Energie in Abhängigkeit von dem Erfassen eines Schwellendrucks zwischen den Elektroden, der die Kraft angibt, mit der die Elektroden gegen das Werkstück gedrückt werden, zu entladen.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Widerstandsschweißen
und insbesondere ein leichtes, tragbares Punktschweißgerät.
Beim Punktschweißen wird ein Druck auf die Elektroden verwendet, um zwei
Stücke zueinander zu zwingen. Eine Wärme, die durch den Widerstand der Werkstücke
beim einem Durchfließen von Elektrizität erzeugt wird, schmilzt entweder das Material
an der Nahtstelle oder erweicht es zumindest in einem plastischen Zustand, in dem es
haftet. Wenn der Stromfluß endet, wird die Elektrodenkraft bzw. der Druck der Elektro
den für einen Bruchteil einer Sekunde weiter aufrecht erhalten, während die Schweiß
naht schnell abkühlt und sich verfestigt.
Es gibt zwei Arten von Schweißgeräten: Geräte, die die Energie direkt zuführen,
sogenannte Direktenergiegeräte, und solche, die die Energie vorher speichern, soge
nannte Speicherenergiegeräte. Der Speicherenergiebetrieb wird normalerweise bevor
zugt, da er wirksamer ist und ein besser beherrschbares Verfahren darstellt, als der
Direktenergiebetrieb, und er verursacht weniger zusätzliche Erhitzung, Oxidation und
Deformation der Werkstücke.
Im Prinzip entnimmt das Speicherenergie-Schweißgerät über einen Zeitraum
Energie aus der Versorgungsleitung und speichert sie in einer Hochspannungs-Konden
satorbank. Die gespeicherte Energie wird über einen Impulsumformer entladen, welcher
den Hochspannungsimpuls in den erforderlichen Hochstromimpuls (bei niedriger Span
nung) umwandelt, welcher durch gut leitende Kabel dem Schweißkopf zugeführt wird
und das Werkstück durchläuft. Ein drittes Kabel führt von der Versorgung zu dem
Schweißkopf und stellt sicher, daß der Auslöseschalter für die Entladung nur schließt
nachdem die zwei Elektroden zusammen gegen das Werkstück gedrückt worden sind.
Herkömmliche Energieversorgungen für Speicherenergiegeräte weisen eine Spit
zenausgangsspannung von 6 bis 10 Volt auf und liefern während eines Impulses (oder
zweier Impulsen), welcher eine Zeitdauer von mehreren Millisekunden aufweisen kann,
bis zu einigen 100 Joule. Das typische Gewicht von Versorgungen liegt im Bereich von
15 und 30 kg. Sogar tragbare, batteriebetriebene Energieversorgungen für Schwach
leistungs-Schweißen haben typischerweise ein Gewicht von ungefähr 10 kg.
Somit existiert kein wirklich tragbares Widerstandsschweißsystem in dem Sinn,
daß das gesamte Schweißsystem durch den Benutzer bequem getragen und bedient wer
den kann, und auch nicht mit der Energieversorgung durch Hochleistungs-Schweißkabel
bei dem Direktenergiebetrieb verbunden ist.
Die vorliegende Erfindung löst die Probleme bzw. Defizite von Energiever
sorgungen des Standes der Technik durch die Anwendung eines elektrochemischen
Kondensators als Quelle für Hochstromimpulse, die für das Widerstandsschweiß
verfahren erforderlich sind. Sie beruht auf den Eigenschaften von elektrochemischen
Kondensatoren, insbesondere ihrer großen elektrischen Kapazität, welche sie in die
Lage versetzen, Energie bei niedrigen Spannungen zu speichern, und ihrer Fähigkeit,
diese Energie ausreichend schnell zur Verfügung zu stellen, so daß sie eine ausreichende
Hitze zum Punktschweißen zweier Metallplatten herstellen können.
Die Erfindung beruht auf den Eigenschaften eines elektrochemischen Kondensa
tors, welcher durch seine große Kapazität und Energiedichte gekennzeichnet ist, um als
eine Energiequelle für das Widerstandsschweißen zu dienen. Der Kondensator beruht
auf den "quasi-Kapazität"-Phänomenen der RuO2-Elektrode in einer Lösung aus 4 M
H2SO4, welche von Conway et al. in "The Role and Utilization of Pseudocapacitance for
Energy Storage by Supercapacitors", im "Journal of Power Sources", Ausgabe 66, 1997,
S. 1-14, beschrieben worden sind, auf die hiermit zur Vermeidung von Wiederholungen
voll inhaltlich Bezug genommen wird.
Somit ist die für das Schweißverfahren benötigte Energie in einer sehr kompakten
elektrischen Speichervorrichtung gespeichert, welche dicht an dem Schweißkopf ange
ordnet und befestigt ist, wo ihre Energie direkt in der geeigneten Form aus hohem Strom
und niedriger Spannung entnommen werden kann, um die Schweißarbeit durch
zuführen.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine leichte, kompakte
Energieversorgung für Impulse mit einer niedrigen Spannung und einem hohen Strom
für die Elektroden zu schaffen, die einen elektrochemischen Kondensator verwendet.
Diese Aufgabe wird durch die in dem Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben
sich beispielhaft aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsform anhand der
Zeichnung. Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Schweißeinheit gemäß der
vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 eine perspektivische Seitenansicht der Schweißeinheit gemäß
der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3 die elektrische Schaltung des Schweißsystems gemäß der Aus
führungsform der Erfindung, wenn es durch eine Batterie gela
den wird; und
Fig. 4(a) und Fig. 4(b) jeweils die Stromkurven und Spannungsimpulse, welche wäh
rend einer Schweißung gemäß der Ausführungsform der vor
liegenden Erfindung unter Verwendung eines Kondensator
(12 V; 1,5 F) erhalten werden.
Gemäß den Figuren, bei denen entsprechende Teile in den verschiedenen An
sichten jeweils durch identische Teile dargestellt sind, und insbesondere gemäß Fig. 1
und 2, wird die negative Elektrode 1 eines Thyristors 6 durch eine Aluminiumklammer
2 gehalten und gegen einen freigelegten Bereich der negativen Elektroden 3 eines ge
packten elektrochemischen Kondensators 24 gedrückt. Ein Kupferblock 4 ist an dem
Ende der Klammer 2 befestigt, welcher als mechanischer und elektrischer Sockel für die
ersten Zuführelektrode 5 des Handteils oder des Schweißkopfes 14 dient.
Die Elektrode 5 des Handteils 14 ist über die Klammer 2 mit der positiven Seite
des Thyristors 6 elektrisch kurzgeschlossen, während die andere Zuführelektrode 7 des
Handgerätes 14 durch einen zweiten Kupfersockel 8 gehalten wird und mit der positiven
Elektrode 9 des Kondensators 24 durch eine zweite Aluminiumklammer 10 kurzge
schlossen ist.
Der Thyristor 6 wird durch das Anlegen einer positiven Spannung, welche an der
positiven Elektrode 9 des geladenen Kondensators 24 anliegt, in seinem leitenden Zu
stand geschaltet. Diese Spannung wird durch den Mikroschalter 13 über einen Wider
stand 11 mit 100 Ω an den Schalteingang (Triggereingang) 12 des Thyristors 6 gelegt.
Ein herkömmliches Handteil, wie es beispielsweise von Unitek hergestellt wird, oder
ein Schweißkopf 14 enthält einen Mikroschalter 13, der sich lediglich dann schließt,
wenn die Spitzen der Schweißelektroden 15 unter einem vorbestimmten Druck gegen
einander gedrückt werden, welcher durch ein Einstellen einer Schraube oder einer ähnli
chen Vorrichtung 16 eingestellt werden kann.
Somit entlädt sich der Kondensator 24 nur dann durch den Thyristor 6 über das
nicht näher dargestellte Werkstück, nachdem ein Druck zwischen den Spitzen 15 ausge
übt worden ist und der Herstellung des geeigneten Drucks für das Schweißverfahren.
Gemäß Fig. 3 wird dort eine elektrische Schaltung des erfindungsgemäßen Sy
stems mit einer Ladebatterie 17 (9-12 Volt), einer damit gekoppelte Spannungsregulie
rungsdiode 18, einem MOSFET 19, der zwischen der Batterie und dem Kondensator 24
angeordnet ist, einer Ladeflußanzeigelampe 20 und einem Lade-/Entladeschalter 21 dar
gestellt.
Der elektrochemische Kondensator 24 (12 V, 1,5 F) wird durch eine Bleisäure
batterie (12 V, 4 Ah) aufgeladen, welche typischerweise 2,4 kg wiegt, mit Schultegurten
getragen werden kann und mit dem Kondensator durch die Anzeigelampe 20 verbunden
ist, die einen Widerstand von ungefähr 1 Ohm aufweist. Die Diode 18 ist zwischen der
Batterie 17 und dem Kondensator 24 angeordnet, um sicherzustellen, daß das Ladepo
tential nicht 12 V übersteigt.
Um zu Verhindern, daß sich die Batterie 17 während des Schweißens entlädt, wird
sie von der Schweißeinheit 14 getrennt, wenn die Thyristorelektroden 1 und 6 leitend
werden. Dies wird durch den MOSFET 19 erzielt, welcher seinen Einsatzpunkt dann
erreicht, sobald der Mikroschalter 13 in dem Handteil 14 durch ein Gegeneinander
drücken der Schweißelektroden geschlossen wird, wodurch der Thyristor 6 eingeschaltet
wird.
Fig. 4a und 4b zeigen jeweils den Strom und die Spannung für einen derartigen
Kondensator. Es zeigt sich, daß der Strom für eine einzige Schweißung aus einem kur
zen Stromimpuls mit einer Spitzenleistung von ungefähr 3000 W für ungefähr 0,5 Milli
sekunden besteht, welcher von einem niedrigeren abklingenden Strom gefolgt ist,
welcher für die Zeitdauer fließt, die kompatibel mit der Zeitkonstanten des Systems ist,
(d. h., welcher mit der für das System kennzeichnenden Zeitkonstanten abklingt) so
lange der Schweißschaltkreis geschlossen gehalten wird.
Demgemäß wird ein elektrochemischer Kondensator vorgesehen, der ungefähr
250 Gramm wiegt und in einer herkömmlichen Art und Weise aufgeladen werden kann.
Die Energie, welche in ihm gespeichert ist, wird dabei während der Entladung den
Werkstücken direkt zugeführt. Dies beseitigt die Notwendigkeit für einen großen und
schweren Impulsstromumformer, der gegenwärtig als Energiequelle verwendet wird.
Wegen der engen Befestigung des elektrochemischen Kondensators 24 mit der
Klemme des Handteil 14 des Schweißgeräts, wird ebenso die Notwendigkeit für lange
Hochleistungs-Schweißkabel beseitigt, welche ansonsten das Handteil mit dem Impuls
stromumformer verbindet.
Somit wird ein tragbares und vollständig autonomes Widerstandsschweißsystem
vorgesehen, bei welchem all seine Komponenten, einschließlich der Ladebatterien, mit
einem Gesamtgewicht von weniger als einem Kilogramm, durch eine Hand des Be
nutzers gegriffen werden können.
Zwei Ausführungsformen wurden gemäß den folgenden Eigenschaften gebaut:
Das vollständig autonome Schweißsystem einschließlich der Batterien wiegt 900
Gramm, kann in der Hand gehalten werden und kann über 500 Schweißungen mit je
weils 20 Joule bei einer Rate von einer Schweißung pro Sekunde vorsehen. Der Kon
densator mit 6 V und 15 F wurde durch eine gesteuerte Energieversorgungsquelle mit
20 V und 10 A wieder aufgeladen, welche mit dem Kondensator über einen elektrischen
Standardkupferdraht mit einem Durchmesser von 1 mm verbunden wurde, um eine
unbegrenzte Anzahl an Schweißungen mit 30 Joule bei einer Rate von einer
Schweißung pro 2 Sekunden vorzusehen. Der Kondensator mit 12 V, 1,5 F kann durch
einen Widerstand mit 2 Ω bei 20 W durch Li/SO2-Batterien der Größe 3C mit 3 V,
aufgeladen werden, die in Serie geschaltet und daran befestigt sind. Es kann ebenso
durch ein elektronisches Ladegerät mit 12 V bei 300 mA wieder aufgeladen werden.
Es ist somit ersichtlich, daß gemäß dieser Eigenschaften die Menge an gespei
cherter Energie in den elektrochemischen Kondensator 24 die erforderliche Energie für
Hochleistungs-Widerstandsschweißgeräte erreichen kann, und daß ein Schweißen ef
fizient und effektiv ausgeführt wird.
Man schätzt, daß während 10 Millisekunden eine Gesamtenergie von 20 bis 30 Joule
durch Erhitzen der Werkstücke verloren geht. Nach einigen Sekunden der Rela
xation, können von dem Kondensator ohne Wiederaufladen niedrigere zweite und dritte
Impulse erzielt werden. Daraus ist ersichtlich, daß lediglich ein Bruchteil der Energie,
welche in dem Kondensator gespeichert ist, ausreichend schnell entnommen werden
kann, um genutzt werden zu können. Dies erzeugt jedoch genügend Leistung, um zweie
Eisen- oder rostfreie Stahlbleche mit einer Dicke von 0,1 mm durch eine Schweißnaht
mit einer Zugfestigkeit von ungefähr 3 kg miteinander zu verbinden.
Die Erfindung ist hinsichtlich einer bestimmten Ausführungsform beschrieben
worden. Zahlreiche Zusätze und Änderungen innerhalb des Erfindungsgedanken sind
dem Fachmann ersichtlich. Demgemäß wird der Umfang der Erfindung lediglich auf die
folgenden Ansprüche beschränkt.
Claims (6)
1. Vorrichtung zum Widerstandsimpulsschweißen für Werkstücke mit:
einem Handteil;
einem an die Spitze des Handteils montierten Elektrodenpaar, das in der Lage ist, Schweißstromimpulse einem zu schweißenden Werkstück zuzuführen;
ein elektrochemischer Kondensator, der eine Energieversorgung mit einem hohen Strom und niedriger Spannung vorsieht;
eine Triggervorrichtung, die zwischen dem elektrochemischen Kondensator und den Elektroden angeordnet ist, um über diese Elektroden die in dem elektro chemischen Kondensator gespeicherten Energie in Abhängigkeit von dem Er fassen eines Schwellendrucks zwischen den Elektroden, der die Kraft anzeigt, mit der die Elektroden gegen das Werkstück gedrückt werden, zu entladen.
einem Handteil;
einem an die Spitze des Handteils montierten Elektrodenpaar, das in der Lage ist, Schweißstromimpulse einem zu schweißenden Werkstück zuzuführen;
ein elektrochemischer Kondensator, der eine Energieversorgung mit einem hohen Strom und niedriger Spannung vorsieht;
eine Triggervorrichtung, die zwischen dem elektrochemischen Kondensator und den Elektroden angeordnet ist, um über diese Elektroden die in dem elektro chemischen Kondensator gespeicherten Energie in Abhängigkeit von dem Er fassen eines Schwellendrucks zwischen den Elektroden, der die Kraft anzeigt, mit der die Elektroden gegen das Werkstück gedrückt werden, zu entladen.
2. Schweißvorrichtung nach Anspruch 1, bei dem die Triggervorrichtung einen Thy
ristor aufweist, wobei der Thyristor in Abhängigkeit von der Anzeige der Elek
troden, die gegen das Werkstück gedrückt werden, in seinem leitenden Zustand
geschaltet wird.
3. Schweißvorrichtung nach Anspruch 2, die weiterhin eine Einstellvorrichtung für
den Schwellendruck der Elektroden enthält, um die in dem elektrochemischen
Kondensator gespeicherte Spannung zu entladen.
4. Schweißvorrichtung nach Anspruch 1, die weiterhin eine Energieversorgung für
ein Wiederaufladen des elektrochemischen Kondensators enthält.
5. Schweißvorrichtung nach Anspruch 4, wobei die Energieversorgung eine Batterie
aufweist.
6. Schweißvorrichtung nach Anspruch 1, die weiterhin einen MOSFET enthält, der
zwischen der Batterie und den Elektroden angeordnet ist, um zu verhindern, daß
sich die Batterie während die Elektroden gegen das Werkstück gepreßt werden
entlädt.
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |