Die Erfindung betrifft eine optische Anordnung, insbeson
dere eine Projektions-Belichtungsanlage der Mikrolitho
graphie, insbesondere mit schlitzförmigem Bildfeld oder
nicht rotationssymmetrischer Beleuchtung,
- a) mit einem optischen Element;
- b) mit einer Projektions-Lichtquelle, die Strahlung emit
tiert, wobei die Flächenbeaufschlagung des optischen
Elements mit der Strahlung der Projektions-Lichtquelle
nicht rotationssymmetrisch ist;
- c) und mit einer Ausgleichslicht-Zuführeinrichtung, die
dem optischen Element Ausgleichslicht derart zuführt,
daß die Temperaturverteilung im optischen Element,
die durch kumulierte Wärmebeaufschlagung des optischen
Elements mit Projektions- und Ausgleichslicht erfolgt,
zumindest teilweise homogenisiert wird.
Die Abbildungsqualität einer nicht rotationssymmetrisch
mit Licht beaufschlagten optischen Anordnung wird oftmals
durch nicht rotationssymmetrische Abbildungsfehler gemin
dert. Derartige Abbildungsfehler entstehen z. B. außer
durch nicht rotationssymmetrische lichtinduzierte Erwärmung
des für das Projektionslicht refraktiven oder reflektiven
optischen Elements auch durch andere lichtinduzierte
Effekte, wie z. B. "compaction", die eine entsprechende
nicht rotationssymmetrische Ausdehnung bzw. Brechungsindex
verteilung im optischen Element zur Folge haben. Bei hohen
Anforderungen an die Abbildungsqualität, wie sie insbesondere
bei Projektions-Belichtungsverfahren in der Mikro
lithographie gefordert sind, können die beschriebenen
lichtinduzierten Abbildungsfehler nicht toleriert werden.
Aus der gattungsgemäßen EP 0 823 562 A2 ist eine optische
Anordnung der eingangs genannten Art bekannt, bei der
mittels des Einsatzes einer Ausgleichs-Lichtquelle eine
zumindest teilweise Reduzierung derartiger Abbildungsfehler
angestrebt wird. Diese erfolgt durch eine Homogenisierung
der Temperaturverteilung im optischen Element über die
dort erfolgende Absorption des Ausgleichslichts. Das
Ausgleichslicht wird dabei parallel zur optischen Achse
durch Randbereiche der optischen Elemente, die nicht vom
Projektionslicht beaufschlagt werden, geführt. Dadurch
wird die für die Projektionsbelichtung nutzbare effektive
Apertur der optischen Anordnung eingeschränkt. Die notwen
dige Einkopplung des Ausgleichslichts parallel zum Strah
lengang des Projektionslichts führt zusätzlich zu baulichen
Integrationsproblemen, da zusätzliche Einkoppel- bzw.
Umlenkelemente in den Projektionslicht-Strahlengang bzw.
zu diesem benachbart eingefügt werden müssen.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
optische Anordnung der eingangs genannten Art derart wei
terzubilden, daß eine Symmetrisierung bzw. Homogenisierung
der Temperaturverteilung im optischen Element unter Ver
wendung von Ausgleichslicht erzielt werden kann, ohne
die nutzbare Apertur zu beeinträchtigen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
die Ausgleichslicht-Zuführeinrichtung optisch über die
Umfangsfläche des optischen Elements an dieses angekoppelt
ist.
Die Einkopplung des Ausgleichslichts über die Umfangsfläche
führt zur Möglichkeit der vollständigen Nutzung der Apertur
der optischen Anordnung für das Projektionslicht, da eine
Einschränkung durch die Ausgleichslicht-Bündelführung
vermieden wird. Da die Strahlengänge von Projektions- und
Ausgleichslicht nun nicht mehr zueinander benachbart oder
parallel zueinander verlaufen, kann die optische Anordnung
baulich entzerrt werden. Zusätzlich kann die Umfangsfläche
der optischen Elemente unabhängig von den optischen Flächen
für das Projektionslicht gestaltet werden, so daß die
Führung des Ausgleichslichts unabhängig von der Führung
des Projektionslichts optimiert werden kann. Da optische
Elemente in der Regel quer zur optischen Achse eine größere
Abmessung aufweisen als parallel dazu, steht bei einer
Einkopplung über die Umfangsfläche meist auch ein größerer
Materialweg zur Absorption des Ausgleichslichts zur
Verfügung, sodaß bei der Wahl der Wellenlänge des Aus
gleichslichts eine größere Freiheit besteht.
Die Ausgleichslicht-Zuführeinrichtung kann eine Lichtquelle
und mindestens eine optische Faser umfassen, in der die
von der Lichtquelle emittierte Strahlung dem optischen
Element zugeführt wird. Wird eine von der Projektions-
Lichtquelle unabhängige Ausgleichs-Lichtquelle eingesetzt,
so kann letztere räumlich unabhängig von der optischen
Anordnung untergebracht sein. Mit optischen Fasern läßt
sich eine bauliche Ausführung der Einkopplung in die
Umfangsfläche des optischen Elements realisieren, die in
der Regel zu keiner wesentlichen Erhöhung des Querschnitts
der optischen Anordnung führt. Die Auskoppel-Divergenz
aus optischen Fasern kann dazu genutzt werden, einen
relativ großen Bereich der optischen Elemente mit Aus
gleichslicht zu durchstrahlen.
Vorteilhaft können mindestens zwei optische Fasern vor
gesehen sein und die jeweils durch diese mindestens zwei
optischen Fasern geführten Lichtleistungen können unab
hängig voneinander durch eine Steuereinrichtung ein
stellbar sein. Über eine derartige Verteilung der in den
einzelnen optischen Fasern geführten Lichtleistungen ist
eine gezielte Beeinflussung der durch die Absorption des
Ausgleichslichts erzeugten Temperaturverteilung im opti
schen Element zum Ausgleich von Abbildungsfehlern möglich.
Die Steuereinrichtung kann in Signalverbindung mit einem
die Bildebene der optischen Anordnung überwachenden Sensor
stehen und die vom Sensor empfangenen Signale zur Aussteu
erung der Lichtleistung verarbeiten. Auf diese Weise ist
eine Regelung der Abbildungsqualität möglich, bei der
über den Sensor erfaßte Änderungen der Abbildungsqualität
automatisch korrigiert werden.
Der Sensor kann ein positionsempfindlicher Sensor sein.
Derartige Sensoren sind in sehr kostengünstiger Ausführung,
z. B. als Quadrantendetektoren, verfügbar.
Bevorzugt ist der Sensor ein CCD-Array. Mit einem derar
tigen Sensor ist eine sehr empfindliche Bestimmung der
Abbildungsqualität der optischen Anordnung gewährleistet.
Eine relativ einfache Ausführung der Steuereinrichtung ist
hierbei durch den Einsatz bekannter bildverarbeitender
Algorithmen möglich.
Bei einer Ausgestaltung der Erfindung weist die Ausgleichs
licht-Zuführeinrichtung eine Lichtquelle veränderlicher
Wellenlänge auf. Über die Wellenlänge ergibt sich ein
zusätzlicher Freiheitsgrad bei der Einstellung einer Tem
peraturverteilung im optischen Element zum Ausgleich von
Abbildungsfehlern. Wird nämlich eine Lichtquelle mit einer
in einem Bereich einstellbaren Wellenlänge eingesetzt,
in dem sich der Absorptionskoeffizient des Materials des
optischen Elements nennenswert ändert, läßt sich über die
Änderung der Wellenlänge eine Änderung der Eindringtiefe
des Ausgleichslichts in das optische Element und somit
eine entsprechende Änderung der Temperaturverteilung in
diesem realisieren. Typische Wellenlängenbereiche, die
hier eingesetzt werden können, sind die langweilige
Absorptionskante in Quarzgläsern im Bereich von 4 µm oder
ein bei vielen Quarzgläsern auftretender Bereich erhöhter
intrinsischer Absorption bei 1400 Nanometern, einer
Wellenlänge, die z. B. von einem Indiumphosphid-Diodenlaser
erreicht werden kann.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist eine
Haltekomponente für das dem optischen Element zugewandte
Ende der mindestens einen Faser an einer Fassung für das
optische Element angebracht. Dies führt zu einer sicheren
Relativpositionierung des Auskuppelenedes der Faser zum
optischen Element. Wird eine lösbar angebrachte Halte
komponente eingesetzt, ist ein einfacher Austausch der
Faser und ein einfaches Repositionieren der Austauschfaser
gewährleistet.
Zur Führung der Haltekomponente in Umfangsrichtung des
optischen Elements kann eine Justiereinrichtung vorgesehen
sein. Durch eine derartige Justiereinrichtung kann sowohl
die Position, an der das Ausgleichslicht in das optische
Element eingekoppelt wird, als auch die Einkoppelrichtung
oder auch die Entfernung des Auskoppelendes von der Um
fangsfläche des optischen Elements eingestellt werden.
Diese Freiheitsgrade erlauben eine zusätzliche Beeinflus
sung der Intensitätsverteilung des Ausgleichslichts im
optischen Element und damit über die Absorption des
Ausgleichslichts eine Beeinflussung der Temperaturvertei
lung in diesem.
Für die Justiereinrichtung kann eine motorische Ansteue
rung vorgesehen sein, die in Signalverbindung mit einer
Steuereinrichtung steht, die wiederum mit einem die Bild
ebene der optischen Anordnung überwachenden Sensor in
Signalverbindung steht und die vom Sensor empfangenen
Signale zur Aussteuerung der Position der Haltekomponenten
verarbeitet. Dadurch wird eine automatische Korrektur von
Abbildungsfehlern über die Justierung der Haltekomponenten
ermöglicht.
Die Umfangsfläche des optischen Elements kann an Aus
gleichslicht-Einkoppelbereichen Facetten aufweisen. Durch
derartige Facetten ist eine Bündelführung des Ausgleichs
lichts aufgrund der Brechung an der Facettenoberfläche
möglich. Die Facetten können z. B. konvex ausgeführt sein,
was zu einer Sammlung von divergent auf die Facetten
auftreffendem Ausgleichslicht führt. Ist im Gegensatz
dazu die Form der Facetten konkav, kann eine Aufweitung
des auftreffenden Ausgleichslichtbündels realisiert werden.
Entspricht der Krümmungsradius konkaver Facetten der Diver
genz auftreffenden Ausgleichslichts in der Weise, daß die
Ausgleichslichtstrahlen senkrecht auf die Facettenober
fläche fallen, so erfolgt keine Beeinflussung der Diver
genz durch Brechung an der Umfangsfläche des optischen
Elements.
Die Umfangsfläche des optischen Elements kann an Aus
gleichslicht-Einkoppelbereichen strukturiert sein. Im
einfachsten Falle ist eine derartige Strukturierung durch
die im Normalfall grob geschliffene Umfangsfläche des
optischen Elements gegeben. Das auf eine strukturierte Um
fangsfläche auftreffende Ausgleichslicht wird gestreut,
wodurch die Verteilung des Ausgleichslichts im optischen
Element begünstigt wird. Auch andere Strukturierungen
der Umfangsflächen zur Beeinflussung der Bündelführung
des Ausgleichslichts sind denkbar, z. B. nach Art eines
diffraktiven optischen Elements.
Ist die Emissionswellenlänge der Lichtquelle größer als
4 µm, ist eine relativ starke Absorption des Ausgleichs
lichts gewährleistet. Daher können für das Ausgleichs
licht in diesem Fall zur Erzielung einer bestimmten
Heizleistung Lichtquellen mit relativ geringer optischer
Ausgangsleistung eingesetzt werden.
Das optische Element kann ein refraktives optisches
Element sein. Derartige refraktive optische Element
sind z. B. als Linsen oder planparallele Platten Standard
in bekannten Projektions-Belichtungsanlagen.
Alternativ kann das optische Element auch für die Strah
lung der Projektions-Lichtquelle reflektierend sein.
Auch ein solcher Spiegel für das Projektionslicht erfährt
aufgrund von Restabsorptionen des Projektionslichts in
der reflektierenden Fläche einen Erwärmungsbeitrag, der
im wesentlichen die Symmetrie der Beaufschlagung mit
Projektionslicht aufweist. Wird der Spiegel erfindungsgemäß
so ausgeführt, daß an seine Umfangsfläche die Ausgleichs
licht-Zuführeinrichtung gekoppelt ist, kann auch hier
durch die Absorption des Ausgleichslichts ein durch das
Projektionslicht induzierten Abbildungsfehler ausgeglichen
werden. Eine typische Realisierung eines derartigen
Spiegels weist eine Reflexionsbeschichtung auf einem
transparenten Substrat auf.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend
anhand der Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1: eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäß abbil
dungskorrigierte Linsenanordnung;
Fig. 2: eine zur Fig. 1 ähnliche Darstellung eines
Ausschnitts einer alternativen Ausführungs
form;
Fig. 3: eine zur Fig. 2 ähnliche Darstellung einer
weiteren alternativen Ausführungsform; und
Fig. 4: eine zur Fig. 1 ähnliche Darstellung einer
weiteren alternativen Ausführungsform.
Die in Fig. 1 dargestellte abbildungskorrigierte Linse
1 ist Teil der optischen Anordnung einer Projektions-
Belichtungsanlage der Mikrolithographie. Bei der Projek
tions-Belichtung wird die Linse 1 mit einem Projektions-
Lichtbündel 2 beaufschlagt, dessen rechteckige Querschnitts
fläche in Fig. 1 gestrichelt dargestellt ist. Das Längen
verhältnis einer Längsseite 3 zu einer Schmalseite 4 dieser
Querschnittsfläche beträgt typischerweise 2 : 1.
Das Projektions-Lichtbündel 2 ist das UV-Emissionsbündel
einer nicht dargestellten Projektions-Lichtquelle, z. B.
eines Argon-Fluorid-Excimerlasers. Die Linse 1 besteht aus
Quarzglas. Sie ist auf ihren Durchtrittsflächen für
das Projektions-Lichtbündel 2 in bekannter Weise antireflex
beschichtet.
Die Linse 1 ist in einer Fassung 5 angeordnet. Zur Be
festigung der Linse 1 in der Fassung 5 wird letztere
mit einem Vorschraubring (nicht dargestellt) in Fig.
1 von hinten gegen zwei Anlageabschnitte 6, 7 geklemmt.
Diese sind an ein ringförmiges Grundgehäuse 8 der Fassung
5 in Form von einander gegenüberliegenden Ringsegmenten
angeformt, die jeweils einen Winkelbereich von ca. 90°
überstreichen. Der Innendurchmesser, der von den beiden
Anlageabschnitten 6, 7 vorgegeben wird, ist kleiner
als der Durchmesser der Linse 1, so daß sich zwei Bereiche
der Anlageabschnitte 6, 7 ergeben, an denen die Linse 1
anliegt.
Das Projektions-Lichtbündel 2 wird so eingestrahlt,
daß die Schmalseiten 4 seiner Querschnittsfläche jeweils
den Anlageabschnitten 6, 7 zugewandt sind.
In den beiden 90°-Ringsegmenten des Grundgehäuses 8, die
die Bereiche, an denen die Anlageabschnitte 6, 7 angeformt
sind, zu dem vollständigen Ring schließen, ist in einer
der Umfangsfläche 13 der Linse 1 radial benachbarten
Fläche jeweils eine zur optischen Achse der Linse 1
koaxiale kreisbogenförmige Führungsnut 9 eingefräst. Diese
bildet einen Teil einer bekannten Schwalbenschwanz-Nut/
Feder-Kombination, in die an Halteblöcke 10 angeformte
Federn (nicht dargestellt) eingreifen.
In den Haltblöcken 10, die auf diese Weise im Bereich der
Führungsnuten 9 des Grundgehäuses 8 in Umfangsrichtung
verschiebbar sind, sind auf nicht näher dargestellte Weise
die Enden von optischen Fasern 11 gehaltert.
Die Halteblöcke 10 sind Teil einer Ausgleichslicht-Zuführ
einrichtung, die nachfolgend beschrieben wird:
Jedem der insgesamt sechs Halteblöcke 20, die in Gruppen
zu je drei Halteblöcken 10 einander gegenüberliegend
angeordnet sind, ist ein Ende einer Faser 11 zugeordnet.
Lichtbündel 12, die aus den Enden der Fasern 11 austreten,
beaufschlagen die Umfangsfläche 13 der Linse 1 und dringen
in diese ein. Da die Einstrahlung der Lichtbündel 12 quer
zur optischen Achse der Projektionslichtbeaufschlagung
erfolgt, werden diese im folgenden als Querlichtbündel
12 bezeichnet. Die Querlichtbündel 12 weisen eine Wellen
länge auf, die größer ist als 4 µm und im Absorptionsbereich
des Quarzglases liegt, aus dem die Linse 1 gefertigt ist.
Die optischen Fasern 11 sind aus einem Glasmaterial, das
bei der Wellenlänge der Querlichtbündel 12 keine nennens
werte Absorption zeigt.
An ihren Einkoppelenden sind die optischen Fasern 11
in einem Einkoppel-Halteblock 14 zu einem Faserbündel
zusammengefaßt. Dem Einkoppel-Halteblock 14 ist ein
optischer Leistungsverteiler 15 vorgeschaltet, der die
Leistung eines Einkoppel-Lichtbündels 16, das auf das
Faserbündel abgebildet wird, auf die einzelnen Fasern 11
verteilt. Derartige Leistungsverteiler 15 sind in verschie
denen Ausführungsformen bekannt. Die Leistungsverteilung
kann z. B. durch polarisationsoptische Komponenten, die
den einzelnen Fasern 11 zugeordnet sind, oder durch den
Fasern 11 zugeordnete entsprechende Filter oder auch durch
eine individuelle Einkoppel-Justage der Fasern 11 zur
Beeinflussung der eingekoppelten Lichtmenge des Einkoppel-
Lichtbündels 16 in die einzelnen Fasern 11 erreicht werden.
Das Einkoppel-Lichtbündel 16 wird von einer Infrarot-
Lichtquelle, z. B. einem Laser 17 emittiert und mittels
einer Abbildungsoptik 18 auf das Faserbündel der Fasern
11 abgebildet.
Der Leistungsverteiler 15 und der Laser 17 stehen in
Signalverbindung mit einer Leistungssteuerungsschaltung
19. Diese steht wiederum mit einer Belichtungssteuerungs
schaltung 20 in Signalverbindung, die wiederum Signale
von einer Sensoranordnung 21 erhält, bei der es sich bei
spielsweise um ein zweidimensionales CCD-Array handeln
kann.
Die Abbildungskorrektur der Linse 1 funktioniert folgender
maßen:
Durch das Projektions-Lichtbündel 2 mit rechteckiger Quer
schnittsfläche im Bereich der Linse 1 wird diese aufgrund
der Restabsorption des Materials der Linse 1 bei der
Wellenlänge des Projektions-Lichtbündels 2 erwärmt.
Die aus dieser Erwärmung folgende Temperaturverteilung
hat zunächst die Symmetrie des Lichtkanals des Projektions-
Lichtbündels 2 in der Linse 1. Sie führt sowohl zu einer
thermischen Ausdehnung des Materials als auch zu einer
Brechungsindexänderung und daher, bedingt durch die
geänderten Brechungseigenschaften, zu einer Änderung der
Abbildungseigenschaften der Linse 1.
Durch die über die Umfangsfläche 13 der Linse 1 einge
koppelten Querlichtbündel 12 wird ebenfalls durch Licht
absorption ein weiterer Beitrag zur Erwärmung geliefert.
Aufgrund des bei Wellenlängen größer oder gleich 4 µm
hohen Absorptionsvermögens des Materials der Linse 1
dringen die Querlichtbündel 12 allerdings nur bis zu
einer bestimmten Tiefe in die Linse 1 ein. Sie erreichen
im allgemeinen den von dem Projektions-Lichtbündel I
durchstrahlten Bereich 2 der Linse 1 nicht, sodaß die
der absorbierten Lichtleistung entsprechende Wärme prak
tisch in den außerhalb des Projektions-Lichtbündels 2
liegenden seitlichen Bereichen der Linse 1 ensteht.
Die aus diesem Erwärmungsbeitrag folgende Temperaturver
teilung in der Linse 1 hängt also von den eingestrahlten
individuellen Leistungen der Querlichtbündel 12, von deren
Wellenlänge und von der Form und der Überlagerung der
Querlichtbündel 12 in der Linse 1 ab. Ziel der zusätzlichen
Erwärmung der Linse 1 mit den Querlichtbündeln 12 ist es,
eine Symmetrisierung bzw. eine vorgegebene Form der
Temperaturverteilung in dieser zu erreichen. Dies führt
zu kontrollierbaren Abbildungseigenschaften.
Aufgrund von Erfahrungswerten werden diese Parameter
derart vorgegeben, daß eine möglichst homogene Temperatur
verteilung in der Linse 1 aufgrund der Erwärmungsbeiträge
durch die Restabsorption des Projektions-Lichtbündels 2
und die gezielte Absorption der Querlichtbündel 12 resul
tiert. Diese Homogenisierung der Temperaturverteilung
führt im Idealfall zum Wegfall restabsorptionsbedingter
Abbildungsfehler der Linse 1 bei der Projektions-Belichtung.
Die Qualität der Abbildung der optischen Anordnung der
Projektions-Belichtungsanlage wird durch die Sensoran
ordnung 21, die in einer Bildebene der optischen Anordnung
liegt, überwacht. Mit bekannten Bilderfassungs-Algorithmen
wird dieses mit der Sensoranordnung 21 erfaßte Bild
insbesondere hinsichtlich auftretender Abbildungsfehler
ausgewertet. Diese Auswertung erfolgt in einer Rechnerein
heit, die Teil der Belichtungssteuerungsschaltung 20 ist.
Anhand der so erfaßten Abbildungsqualität gibt die Belich
tungssteuerungsschaltung 20 Soll-Werte für die Leistungen
der einzelnen Querlichtbündel 12 vor, so daß eine möglichst
optimale Homogenisierung der Temperaturverteilung in der
Linse 1 durch die kombinierten Absorptionen von Projektions-
Lichtbündel 2 und den Querlichtbündeln 12 erzielt wird.
Die Soll-Werte für die Leistungen der Querlichtbündel 12
werden von der Belichtungssteuerungsschaltung 20 an den
Leistungsverteiler 15 weitergeleitet, der für eine entspre
chende Verteilung der Leistung des Einkoppel-Lichtbündels
15 auf die verschiedenen Fasern 11 sorgt.
Alternativ zu einem einzigen Laser 17 sind auch Anordnungen
denkbar, bei denen mehrere Lichtquellen für die Querlicht
bündel 12 eingesetzt werden. Insbesondere kann jeder
optischen Faser 11 eine separate Lichtquelle zugeordnet
sein. Die Leistungsverteilung auf die einzelnen Fasern
11 erfolgt dann durch entsprechende Ansteuerung der Treiber
der jeweiligen Lichtquellen.
Eine Leistungsänderung der Lichtleistung eines Querlicht
bündels 12 führt zu einer entsprechenden Änderung der
absorbierten Lichtmenge dieses Querlichtbündels 12 in der
Linse 1. Durch die Verteilung der Leistung auf die sechs
in die Linse 1 eingekoppelten Querlichtbündel 12 läßt sich
somit die Form der Temperaturverteilung in der Linse 1
beeinflussen. Über die Rückkopplung aufgrund der von der
Sensoranordnung 21 gemessenen Abbildungsqualität läßt
sich in einem iterativen Prozeß eine Temperaturverteilung
einstellen, die zu einer Minimierung der Abbildungsfehler
der Linse 1 führt.
Ein zusätzlicher Freiheitsgrad für die Formung der Tem
peraturverteilung ist durch ein Verschieben der Halte
blöcke 10 längs der Führungsnuten 9 und eine entspre
chende Änderung der Überlagerungsstruktur der Querlicht
bündel 12 gegeben.
Die Verstellung der Halteblöcke 10 längs der Führungs
nuten 9 kann bei einer alternativen, nicht dargestellten
Ausführungsform motorisiert erfolgen. Wird eine derar
tige motorische Verstellung der Halteblöcke 10 ebenfalls
über die Belichtungssteuerungsschaltung 20 initiiert, ist
ein zusätzlicher automatisch einstellbarer Freiheitsgrad
für die Formung der Temperaturverteilung in der Linse
1 geschaffen. Die auf diese Weise mögliche Einstellung
der Einkoppelposition der Querlichtbündel 12 kann ebenfalls
von der Belichtungssteuerungsschaltung 20 in Abhängig
keit von den ausgewerteten Meßdaten der Sensoranordnung
21 gesteuert werden.
Je nach den Anforderungen an die Genauigkeit der Abbil
dungskorrektur kann die Anzahl der verwendeten Querlicht
bündel 12 variiert werden. Denkbar ist z. B. der Einsatz
von nur zwei einander gegenüberliegend in die Umfangs
fläche 13 der Linse 1 eingekoppelten Querlichtbündeln 12.
Im einfachsten Fall findet nach dem Auskoppeln aus den
Fasern 11 keine weitere Formung der Querlichtbündel 12
statt. Die Querlichtbündel 12 dringen dann als divergente
Bündel in die Umfangsfläche 13 der Linse 1 ein, wobei
ihre Divergenz im Material der Linse 1 in einer Ebene
senkrecht zur optischen Achse der Linse 1 (Zeichenebene
der Fig. 1) aufgrund der Brechung an der Umfangsfläche
13, die wie eine Konvexlinse wirkt, reduziert wird.
Der Umfangsfläche 13 kann zur Optimierung der Einkopplung
der Querlichtbündel 12 speziell behandelt sein. Zur
Erreichung einer optimalen Einkoppel-Effizienz kann die
Umfangsfläche 13 beispielsweise eine Antireflex-Beschich
tung für den Emissionswellenlängenbereich des Diodenlasers
17 aufweisen.
Zur Vergrößerung der Divergenz der eingekoppelten Quer
lichtbündel 12 und damit zur Erzielung einer besseren
Gleichverteilung des in die Umfangsfläche 13 eingekop
pelten Lichts kann die Umfangsfläche 13 auch struktu
riert sein, so daß die Querlichtbündel 12 an den Struk
turen der Umfangsfläche 13 gestreut werden. Eine derar
tige Streuwirkung wird beispielsweise durch die typischer
weise grobgeschliffenen Umfangsflächen bekannter Linsen
erzielt. Durch die Größe und die Verteilung der Strukturen
auf der Umfangsfläche kann die Streuwirkung ge
zielt beeinflußt werden.
Das gezielte Einstellen der Temperaturverteilung in
der Linse 1 kann einerseits dazu genutzt werden, die
Abbildungseigenschaften dieser individuellen Linse zu
optimieren. Alternativ ist es auch möglich, die Tempe
raturverteilung in der Linse 1 derart einzustellen,
daß durch die sich so ergebenden Abbildungseigenschaf
ten der Linse 1 Abbildungsfehler der gesamten optischen
Anordnung kompensieren lassen. Dazu werden mit Hilfe
der eingestrahlten Querlichtbündel 12 die Erwärmungseffekte
durch die Restabsorption des Projektions-Lichtbündels 2
gezielt überkompensiert. Die oben beschriebene iterative
Einstellung der Temperaturverteilung in der Linse 1 über
die Sensoranordnung 21 ist ein Beispiel für eine derartige
Kompensation von Abbildungsfehlern anderer optischer
Elemente der optischen Anordnung der Projektions-Belich
tungsanlage, da durch die Überwachung der Bildebene der
optischen Anordnung, deren Gesamt-Abbildungsqualität
optimiert wird.
Zur Formung der Querlichtbündel 112, 212 kann die Linse
101, 201 facettiert sein, wie in den Fig. 2 und 3
gezeigt. Bauelemente dieser alternativen Ausführungsformen,
die denjenigen der Fig. 1 entsprechen, tragen um 100 bzw.
200 erhöhte Bezugszeichen und werden nicht nochmals im
einzelnen erläutert.
Die Umfangsfläche 113 der Linse 101 weist in Fig. 2
konvexe Facetten 122 auf, die den jeweiligen Querlicht
bündeln 112 derart zugeordnet sind, daß diese im Bereich
der Facetten 122 in die Linse 101 eindringen. Die Facetten
122 sind sowohl in einer Ebene senkrecht zur optischen
Achse der Linse 101 (Zeichenebene der Fig. 2 und 3)
als auch in der dazu senkrechten, den Mittelpunkt der
jeweiligen Facette 122 enthaltenden Meridionalebe konvex
gekrümmt.
Aufgrund der Konvexität der Facetten 122 werden die
Querlichtbündel 112 beim Eintritt in diese stärker gesammelt
als in dem in Fig. 1 dargestellten Fall, in dem keine
Facetten vorgesehen sind. Zusätzlich erfolgt durch die
Facetten 122 auch in der zur Fig. 2 senkrechten Ebene
eine Sammlung der Querlichtbündel 112.
Diese stärkere Sammlung führt zu einer entsprechenden
Konzentration der Querlichtbündel 112 innerhalb der Linse
101 und dadurch zu einer geänderten Form des Überlagerungs
bereiches der Querlichtbündel 112 und zu einer sich daraus
ergebenden geänderten Temperaturverteilung innerhalb
der Linse 101 durch die Absorption der Querlichtbündel 112.
Konkave Facetten 223, die in Fig. 3 dargestellt sind,
führen bei entsprechender Anpassung des Krümmungsradius
der Facetten 223 an die Austritts-Divergenz der Querlicht
bündel 212 dazu, daß sich diese Austritts-Divergenz beim
Eintritt in die Linse 201 praktisch nicht ändert, da die
konkaven Facettenflächen senkrecht auf der Emissionsrich
tung der Querlichtbündel 212 steht und somit keine Brechung
an den Facettenflächen erfolgt. Der durch die Absorption
der Querlichtbündel 212 erwärmte Bereich in der Linse 201
wird dadurch im Vergleich zu den Situationen, die in den
Fig. 1 und 2 dargestellt sind, vergrößert.
Statt einer Infrarot-Lichtquelle mit einer Wellenlänge,
die größer ist als 4 µm und die vom Linsenmaterial relativ
stark absorbiert wird, kann auch eine Lichtquelle ein
gesetzt werden, bei deren Wellenlänge das Linsenmaterial
einen vergleichsweise geringen Absorptionskoeffizienten
aufweist. Solche Lichtquellen sind verhältnismäßig preis
wert im Handel erhältlich.
Ein Ausführungsbeispiel mit einer derartigen Lichtquelle
ist in Fig. 4 dargestellt. Bauelemente dieser alternativen
Ausführungsform, die denjenigen der Fig. 1 entsprechen,
tragen um 300 erhöhte Bezugszeichen und werden nicht
nochmals im einzelnen erläutert.
Der Laser 317 ist hierbei ein Indiumphosphid-Dioden
laser. Die Wellenlänge des von ihm emittierten Einkoppel-
Lichtbündels 316 liegt im Bereich von 1 400 nm, in dem
die aus Quarzglas bestehende Linse 301 eine erhöhte
intrinsische Absorption aufweist, die allerdings der
Absorption bei Wellenlängen größer oder gleich 4 µm nicht
gleichkommt. Über eine Änderung der Temperatur des Lasers
317 ist dieser in seiner Emissionswellenlänge in einem
bestimmten Bereich durchstimmbar.
Aufgrund der geringeren Absorption durchqueren die Quer
lichtbündel 312 die Linse 301. Alle Querlichtbündel 312
überlagern sich in einem mittleren, annähernd rotations
symmetrischen Bereich, der innerhalb des Projektions-
Lichtbündels 302 liegt und selbst die Rotations-Asymmetrie
der Temperaturverteilung nicht beeinflußt. Die angestrebte
Rotationssymmetrie wird durch die außerhalb des Projektions-
Lichtbündels 302 liegenden Bereiche der Querlichtbündel
312 bewirkt.
Eine Änderung der Wellenlänge des Diodenlasers 317 führt
zu einer Änderung der Absorption der Querlichtbündel 312,
da sich bei den üblichen Linsenmaterialien die spezifische
Absorption des Materials sich mit der Wellenlänge ändert.
Der Soll-Wert für die Wellenlänge wird von der Belichtungssteuerungsschaltung
320 an den Diodenlaser 317 weiterge
leitet. Über die Temperatur des Diodenlasers 317 wird
entsprechend dieser Vorgabe die Emissionswellenlänge
eingestellt.
Über die Einstellung der Gesamtleistung und der Wellenlänge
der Querlichtbündel 312 und außerdem der Verteilung der
Leistung auf die sechs in die Linse 301 eingekoppelten
Querlichtbündel 312 läßt sich die Form der Temperaturver
teilung in der Linse 301 beeinflussen. Über die Rückkop
plung aufgrund der von der Sensoranordnung 321 gemessenen
Abbildungsqualität läßt sich in einem iterativen Prozeß
eine Temperaturverteilung zu Minimierung der Abbildungs
fehler der Linse 301 in gleicher Weise einstellen, wie
dies für das Ausführungsbeispiel der Fig. 1 beschrieben
wurde.
Statt einer Linse 1, 101, 201, 301 kann auch ein für
das Projektions-Lichtbündel 2, 302 reflektierendes optisches
Element, also ein Spiegel, eingesetzt werden. Der Spiegel
weist eine Reflexionsbeschichtung für das Projektions-
Lichtbündel, z. B. eine mehrlagige Interferenzschicht oder
eine Metallbeschichtung, auf, die auf einem für das
Ausgleichs-Lichtbündel transparenten Substrat aufgebracht
ist, in das, wie oben beschrieben, das Querlicht eingekop
pelt wird. Ein typisches Substratmaterial ist Zerodur mit
einem optischen Transparenzbereich zwischen 400 nm und
2500 nm und einem Bereich zunehmender optischer Absorption
oberhalb von 2500 nm.