DE10000463A1 - Fluidisches Schaltelement als Stoffstrom-Stellglied - Google Patents
Fluidisches Schaltelement als Stoffstrom-StellgliedInfo
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Abstract
Ein fluidisches Schaltelement besteht aus einem Zuströmkanal (1), einer Coanda-Tulpe (5), mindestens zwei Auslaßkanälen (11, 12) und einem im Bereich der Coanda-Tulpe (5) angeordneten Verdrängerkörper (6). Dieser weist eine ebene, im Bereich des Ansatzes (4) der Coanda-Tulpe (5) an den Zuströmkanal (1) oder einen zylindrischen Kanalabschnitt (3) des Zuströmkanals (1) bewegbar angeordnete Anströmfläche (7), einen zylindrischen Mantel (8) und einen kugelförmigen Nachlauf (9) auf. Der zylinderische Mantel (8) ist im Erweiterungsabschnitt und der Nachlauf (9) ist im Endabschnitt der Coanda-Tulpe (5) angeordnet und/oder ragt in einen der Auslaßkanäle (11, 12) hinein. Die Coanda-Tulpe (5) ist mit Öffnungen (22), einer Ringleitung (10) und einer Steuerleitung (23) und/oder der Verdrängerkörper (6) ist mit Öffnungen (21) und Steuerleitung (20) versehen.
Description
Die Erfindung betrifft ein fluidisches Schaltelement gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1. Sie bezieht sich auf Auspuffvorrichtungen für Gase von Kraft- und
Arbeitsmaschinen.
Die gesetzlichen Forderungen nach Lärmreduktion und Minderung von
Schadstoffanteilen in den Abgasen von Verbrennungsmotoren führen zu immer
komplexeren Abgasanlagen.
Es entstehen Abgasanlagen mit immer größeren Strömungswiderständen. Der
steigende Energieaufwand muß vom Motor bereitgestellt werden. Gleichzeitig
steigen auch die Kosten für diese Anlagen.
Dem stehen die Forderungen der Fahrzeughersteller nach Verminderung der
Kosten, des Gewichts, des Kraftstoffverbrauchs und des Einbauraumes gegenüber.
Zur Lösung dieses Zielkonflikts werden zunehmend Mittel zur Steuerung und
Lenkung der Abgase durch unterschiedliche Behandlungsvorrichtungen einge
setzt.
Die überwiegende Mehrheit der technischen Lösungen zur Stoffstromschaltung in
Abgasanlagen betreffen mechanische Klappen und Ventile:
in Schalldämpfern: Sonderdruck MTZ Motortechnische Zeitschrift 53 (1992) Heft 7/8 8 S.; DE 197 29 666; EP 0902171; DE 694 13 493; US 5,821,474; US 5,801,343; US 5,744,762; US 5,739,483;
in Verbindung mit Abgaswärmetauschern: DE 198 17 391 A1; DE 197 15 939 C1; DE 198 17 340 A1;
zur Abgasrückführung: DE 196 37 078 A1.
in Schalldämpfern: Sonderdruck MTZ Motortechnische Zeitschrift 53 (1992) Heft 7/8 8 S.; DE 197 29 666; EP 0902171; DE 694 13 493; US 5,821,474; US 5,801,343; US 5,744,762; US 5,739,483;
in Verbindung mit Abgaswärmetauschern: DE 198 17 391 A1; DE 197 15 939 C1; DE 198 17 340 A1;
zur Abgasrückführung: DE 196 37 078 A1.
Bei Einsatz mechanischer Schaltelemente und Klappen treten folgende Probleme
auf: Je näher das Schaltelement am Verbrennungsmotor angeordnet ist, um so
höher sind die Temperaturen, die auf die Festigkeit der Bauteile einen erheblichen
Einfluß haben. Es müssen z. B. hochwertigere Lagerwerkstoffe aus Keramik
eingesetzt werden. Abgasanlagen unterliegen gleichzeitig hohen mechanischen
Anforderungen. Es treten Schwingungen mit Belastung bis zu 50-facher
Erdbeschleunigung auf, zusätzlich wirken Temperaturwechsel- insbesondere
Thermoschockbeanspruchungen.
Metallische Federwerkstoffe erreichen bei 700°C ihre Einsatzgrenze.
Darüber hinaus können keramische Federn eingesetzt werden.
Die einzusetzenden Materialien werden mit steigenden Temperaturen immer teurer.
Der Vorteil dieser Lösungen besteht darin, daß die geometrischen Abmessungen
denen der zu- und abführenden Rohrleitungen und der Gesamtanlage
angemessen sind.
Mechanische Bauteile, bestehend aus Welle und Lager, erfordern immer ein
definiertes Spiel, das bei kalter Anlage größer ist als im betriebswarmen Zustand.
Diese Spalte führen zu folgenden Problemen:
- - Zu große Spalte verursachen durch die radiale Bewegung zwischen Welle und Lager Klappergeräusche. Große Spalte setzen auch die Lebensdauer der Bauelemente herab.
- - Undichtheiten infolge großer Lagerspalte oder zwischen Verschlußorgan und Gehäuse erzeugen Pfeifgeräusche.
- - Zu kleine Spalte im Lager führen infolge Verschmutzung oder unterschiedlicher Wärmeausdehnung von Welle und Lager zu Verklemmungen, die die Öffnungs- und Schließbewegungen des Verschlußorgans behindern.
Die Behebung dieser Probleme führt zu aufwendigeren Lösungen.
Eine Alternative wären fluidisch wirkende Schaltelemente.
Eine Zusammenfassung zum Fachgebiet fluidische Schaltelemente beschreibt
A. W. Rechten, Fluidik, Springer-Verlag Berlin, Heidelberg, New York 1976, 244 S.
Will man die darin abgebildeten und vermaßten Haftstrahlelemente maßstabsgetreu
auf Abgasanlagen übertragen, entstehen Schaltelemente, die in ihren Abmessungen
wesentlich größer sind als die eigentlichen zu schaltenden Anlagenteile bzw.
Behandlungsvorrichtungen. Damit sind diese Elemente in der dargestellten Form für
den beabsichtigten Einsatz in Abgasanlagen unbrauchbar.
Das betrifft auch die Übertragung der in der Fluidik üblichen Geometrien auf
rotationssymmetrische Strukturen, wie sie in DE 197 29 563 dargestellt wurden.
Zur Aufrechterhaltung stabiler Schaltzustände wird eine Zirkulationsströmung
benötigt, die in den bekannten technischen Lösungen durch eine konkave
Prallfläche, DE 197 29 563, bzw. eine Ausnehmung im Keil zwischen den beiden
Ausgängen, A. W. Rechten S. 92, erzeugt wird. Diese Ausnehmung bzw. konkave
Ringfläche ist gegenüber dem engsten Strömungsquerschnitt angeordnet. Im
engsten Strömungsquerschnitt treten aber die größten Strömungsgeschwindigkeiten
auf. Diese hohen Strömungsgeschwindigkeiten führen in Verbindung mit den
beschriebenen Vorrichtungen und ihre Anordnung zu großen Strömungsverlusten im
Schaltraum.
Sie bewirken große Gegendrücke in der Abgasanlage.
Hohe Gegendrücke sind aber nicht erwünscht.
Außerdem sind diese Lösungen nicht sehr platzsparend.
Auch TESAR V. "Großmaßstäbliche fluidische Ventile für die Durchflußsteuerung"
messen - steuern - regeln, Bd. 26 (1983) 4 S. 189 ff sowie J. Loll und K. Thomas
messen - steuern - regeln, Bd. 26 (1983) 4 S. 186 ff beschreiben fluidische
Schaltelemente, die im Wesentlichen den Coanda-Effekt als Wandeffekt und den
Wirbeleffekt nutzen.
Auch diese Schaltelemente sind mit bis zu 1000 mm Baulänge, bei vergleichbaren
Rohrabmessungen, für den Einsatz in PKW-Abgasanlagen zu groß.
Der Coanda-Effekt als Haftströmung entlang gekrümmter Wände wird
in zahlreichen weiteren Patenten genutzt: US 5,435,489; US 5,577,294; US 5,957,413;
US 5,438,429; US 5,658,141.
Ein weiteres fluidisches Bauelement, das das Anhaften eines ringförmigen Strahles
an die die Strömung umgebende feste Wandung nutzt, wird in DE 196 45 733 A1
beschrieben.
Innerhalb einer Coanda-Tulpe ist eine ebene Stauscheibe als Verdrängerkörper
angeordnet. Diese Vorrichtung dient zur Beschickung von Rundbecken mittels
Abwasser. Die Coanda-Tulpe wird als eine an die Rohrleitung ansatzlos
anschließende, trompetenförmige, symmetrische Aufweitung beschrieben, wobei die
Stauscheibe konzentrisch innerhalb der Aufweitung angeordnet und längs der
Symmetrieachse von Rohr und Tulpe verschiebbar ausgebildet ist. Die gewollte
Wirkung besteht darin, die Strömungsgeschwindigkeit im Ringspalt zu verändern, um
das Absetzverhalten an das jeweilige Absetzbecken anzupassen und zu maximieren.
Die Coanda-Tulpe wird auch in US 5,628,903; US 5,591,348; und 5,423,986 für
Absetzaufgaben verwendet.
Eine Schaltung der Stoffströme in verschiedene Strömungsrichtungen ist hiermit
nicht möglich.
Alle bisherigen Offenlegungen haben gezeigt, daß bei Verwendung einer
ebenen Stauscheibe nur eine Strömung entlang der Coanda-Tulpe erzeugt
werden kann.
Lösungen, die stabile Schaltungen in einem Haftstrahlelement erreichen, ordnen eine
Ausnehmung oder eine konvexe Prallfläche genau gegenüber dem zwischen
äußerem Kanalabschnitt und Verdrängerkörper freigegebenen Ringspalt an.
Derartige Schaltelemente bauen sehr groß und erzeugt erhebliche
Strömungsverluste.
Die Steuerung erfolgt durch äußere Druckimpulse, die über Leitungen zu den
Öffnungen im Verdrängerkörper bzw. im äußeren Kanalabschnitt geführt werden und
auf die Strömung wirken.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schaltelement für Abgasanlagen
zu entwickeln, das keine bewegten mechanischen Teile im Abgasstrom benötigt,
keine dadurch bedingten Spalte zwischen den bewegten und ruhenden Teile
erfordert, keine zur Fremdansteuerung bewegbaren und abzudichtenden
Durchführungen nach außen bedürfen, geringere Strömungsverluste produziert,
bistabile Schaltzustände ermöglicht, einen geringen mechanischen
Fertigungsaufwand verursacht und annehmbare geometrische Abmessungen im
Vergleich zur Gesamtanlage zuläßt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch ein fluidisches Schaltelement
mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Das fluidische Schaltelement besteht aus einem Zuströmkanal, einer Coanda-Tulpe,
mindestens 2 Auslaßkanälen und einem Verdrängerkörper. Der Verdrängerkörper
ist im Bereich der Coanda-Tulpe angeordnet.
Der Zuströmkanal ist entweder als einfaches zylindrisches Rohr oder mit einer
zusätzlichen konischen Erweiterung mit anschließendem zylindrischen
Kanalabschnitt ausgebildet. Die Coanda-Tulpe schließt an einen zylindrischen
Bereich des Zuströmkanals an.
Erfindungsgemäß besteht der Verdrängerkörper aus einer ebenen Anströmfläche,
einem zylindrischen Mantelabschnitt und einem kugelförmigen Nachlauf.
Der Verdrängerkörper ist erfindungsgemäß so dimensioniert und angeordnet, daß
die ebene Anströmfläche im Bereich des Ansatzes der Coanda-Tulpe an den
zylindrischen Kanalabschnitt angeordnet ist, der zylindrische Mantel sich im
Erweiterungsbereich der Coanda-Tulpe befindet und der Nachlauf im Endbereich der
Coanda-Tulpe bzw. sogar in den äußeren Auslaßkanal hineinragt.
Die Auslaßkanäle sind vorzugsweise konzentrisch angeordnet und mit Fangräumen
versehen, die in ihrem Strömungsquerschnitt größer als die eigentlichen
Auslaßkanäle ausgebildet sind. Der äußere Auslaßkanal schließt unmittelbar an die
Coanda-Tulpe an.
Der Verdrängerkörper ist mindestens teilweise als Hohlkörper ausgebildet und
über eine Steuerleitung mit einem Ventil oder beliebigem druckmittelbetriebenen
Stellorgan verbunden.
Der Verdrängerkörper ist im Bereich der Mantelfläche im Bereich der Kante von
Anströmfläche und Mantelfläche mit Öffnungen versehen.
Auch die Coanda-Tulpe ist auf ihrem Umfang mit Öffnungen versehen.
In diesem Bereich wird die Coanda-Tulpe von einer Ringleitung umschlossen, die
schließlich über eine weitere Steuerleitung mit einem äußeren Ventil oder
druckmittelbetriebenen Stellorgan verbunden ist.
Eigene Versuche haben bestätigt, daß es ausreicht, Öffnungen und Steuerleitungen
entweder nur im Verdrängerkörper oder nur in der Coanda-Tulpe vorzusehen.
Das hängt aber von der jeweiligen genauen Positionierung der Anströmfläche im
Bereich des Ansatzes der Coanda-Tulpe an den zylindrischen Kanalabschnitt ab.
Die Wirkungsweise der Erfindung ist folgende:
Durch den Zuströmkanal fließt der ungeteilte Abgasmassenstrom. In einem ersten
Schaltzustand ist das dem Verdrängerkörper zugeordnete Ventil geöffnet.
Die Strömung wird an der ebenen Anströmfläche radial nach außen abgelenkt
und bildet hinter der äußeren Kante einen Ablösewirbel. Dieser Wirbel wird
daran gehindert, sich wieder an die zylindrische Mantelfläche des Verdränger
körpers anzulegen. Das erfolgt dadurch, daß durch das geöffnete Ventil und
schließlich über die Öffnungen im zylindrischen Mantel Fluid nachströmen kann.
Die Abgasströmung legt sich an die Coanda-Tulpe an, bildet eine Ringströmung
und wird so über den äußeren Auslaßkanal abgeleitet. Die mit der Coanda-
Tulpe verbundene Steuerleitung ist dabei geschlossen.
In einer zweiten Schaltstellung werden die Steuerleitungen zum Verdränger
körper verriegelt und die zur Coanda-Tulpe geöffnet.
Die Strömung legt sich nun nach dem Umströmen der äußeren Kante der
Anströmfläche wieder an die zylindrische Mantelfläche an.
Im äußeren Bereich löst die Strömung von der Coanda-Tulpe ab, wird durch die
erfindungsgemäße Form und die Anordnung des Verdrängerkörpers so geführt, daß
sie durch den inneren Auslaßkanal abfließt. Im Bereich der Coanda-Tulpe bildet sich
ein Ringwirbel.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß im Abgasstrom
keine bewegten Teile angeordnet sind, die zu Nebengeräuschen oder zum
Verklemmen
durch Fertigungsungenauigkeiten und Verschmutzung sowie zu Undichtheiten
führen können.
Anhand von Zeichnungen eines Ausführungsbeispiels soll die Erfindung näher
erklärt werden.
Fig. 1 Fluidisches Schaltelement im Schaltzustand 1
Fig. 2 Fluidisches Schaltelement im Schaltzustand 2
Die Fig. 1 und 2 zeigen das fluidische Schaltelement, bestehend aus einem
Zuströmkanal 1 mit konischer Erweiterung 2 und zylindrischem Kanalabschnitt 3,
daran schließen die Coanda-Tulpe 5 und ein äußerer Auslaßkanal 11 mit Fangraum
13 an. Der inneren Auslaßkanal 12 mit Fangraum 14 befindet sich stromabwärts
hinter dem Verdrängerkörper 6. Der Verdrängerkörper 6 besteht aus einer ebenen
Anströmfläche 7 mit äußerer Kante 15, einem zylindrischem Mantel 8, einem
Nachlauf 9.
Auf dem Umfang der Coanda-Tulpe 5 sind Öffnungen 22 angeordnet, die über eine
Ringleitung 10 mit einer Steuerleitung 23 verbunden sind.
Der Verdrängerkörper 6 ist als Hohlkörper ausgebildet, der auf dem Umfang
der Mantelfläche 8 mit Öffnungen 21 versehen ist und andererseits mit
einer Steuerleitung 20 verbunden ist.
Der Abgasmassenstrom 24 tritt in das fluidische Schaltelement über die
Zuströmleitung 1. Der Verdrängerkörper 6 erzwingt eine Ringströmung 19, die
an der äußeren Kante 15 ablöst.
Ist die Steuerleitung 20 freigegeben, kann über die Öffnungen 21 Fluid nach
strömen. Die Ringströmung 19 legt sich dadurch nicht an den zylindrischen Mantel 8
des Verdrängerkörpers 6 an. Es entsteht Wirbelgebiet 18, das den inneren
Auslaßkanal 12 strömungstechnisch verschließt.
Die Ringströmung 19 legt sich im äußeren Bereich an die
Coanda-Tulpe 5 an und gelangt über den Fangraum 13 in den äußeren Aus
laßkanal 11.
In der zweiten Schaltstellung ist die Steuerleitung 23 zur Coanda-Tulpe 5
freigegeben und die Steuerleitung 20 zum Verdrängerkörper verschlossen. Über die
Öffnungen 22 strömt Fluid nach und erzwingt eine Ablösung der Ringströmung 19
von der Coanda-Tulpe 5. Stromabwärts hinter der Coanda-Tulpe 5 bildet sich ein
umlaufendes Wirbelgebiet 17, das den äußeren Ablaßkanal 11 strömungstechnisch
verschließt.
Die Ringströmung 19 legt sich nach anfänglicher Bildung eines Ablösewirbels 16
unmittelbar hinter der Kante 15 wieder an die zylindrische Mantelfläche 8 des
Verdrängerkörpers 6 an.
Die Strömung wird nun von Mantelfläche 8 und Nachlauf 9 im Zusammenspiel mit
dem umlaufenden Wirbelgebiet 17 zum inneren Fangraum 13 bzw. dem inneren
Auslaßkanal 12 geführt.
Das umlaufende Wirbelgebiet 17 und das Wirbelgebiet 18 übernehmen für die
jeweilige Fließrichtung eine stabilisierende Funktion.
Versuche haben gezeigt, daß es möglich ist, bei definierter Anordnung des
Verdrängerkörpers 6 im Bereich des Ansatzes 4 der Coanda-Tulpe 5,
entweder nur mit der Steuerleitung 20, die mit den Öffnungen 21
im Verdrängerkörper 6 verbunden sind, oder nur mit der Steuerleitung 23,
die an die Öffnungen 22 der Coanda-Tulpe 5 anschließen, die Strömung in Richtung
des inneren Auslaßkanals 12 oder des äußeren Auslaßkanals 11 zu lenken.
Erfindungsgemäß ist entscheidend ob die ebene Anströmfläche 7 innerhalb des
zylindrischen Kanalabschnitts 7 oder im Bereich der Coanda-Tulpe 5 angeordnet ist.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Lösung im Vergleich zum bekannten Stand der
Technik bestehen darin, daß die die Strömung stabilisierenden Wirbel nicht an fest
im Schaltelement angeordnete Ausnehmungen oder konkave Ringflächen gebunden
sind. Dadurch kann das Schaltelement wesentlich kleiner dimensioniert werden. Die
Strömungsverluste fallen weitaus geringer aus.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführung ist entweder eine oder sind
beide Steuerleitungen 20, 23 mit der Umgebung verbunden. Der Vorteil dieser
Lösung besteht darin, daß kühlere Umgebungsluft angesaugt wird und die äußeren
Schaltelemente nicht den hohen Abgastemperaturen der Hauptströmung unterliegen
und kein zusätzliches Steuermedium benötigt wird.
1
Zuströmkanal
2
konische Erweiterung
3
zylindrischer Kanalabschnitt
4
Ansatz der Coanda-Tulpe
5
Coanda-Tulpe
6
Verdrängerkörper
7
ebene Anströmfläche
8
zylindrischer Mantel
9
Nachlauf
10
Ringleitung
11
äußerer Auslaßkanal
12
innerer Auslaßkanal
13
äußerer Fangraum
14
innerer Fangraum
15
Kante
16
Ablösewirbel
17
Umlaufendes Wirbelgebiet
18
Wirbelgebiet
19
Ringströmung
20
Steuerleitung
21
Öffnungen
22
Öffnungen
23
Steuerleitung
24
Abgasmassenstrom
Claims (6)
1. Fluidisches Schaltelement bestehend aus einem Zuströmkanal 1,
einer Coanda-Tulpe 5, mindestens zwei Auslaßkanälen 11, 12, einem
Verdrängerkörper 6 im Bereich der Coanda-Tulpe 5, dadurch gekennzeichnet,
daß
- - der Verdrängerkörper 6 eine ebene Anströmfläche 7, einen zylindrischen Mantel 8 und einen kugelförmigen Nachlauf 9 aufweist,
- - die ebene Anströmfläche 7 im Bereich des Ansatzes 4 der Coanda- Tulpe 5 an den Zuströmkanal 1 oder einen zylindrischen Kanalabschnitt 3 des Zuströmkanals 1 angeordnet ist,
- - der zylindrische Mantel 8 im Erweiterungsabschnitt und der Nachlauf 9
im Endabschnitt der Coanda-Tulpe 5 angeordnet ist und/oder in einen
der Auslaßkanäle 11, 12 hineinragt,
die Coanda-Tulpe 5 mit Öffnungen 22, einer Ringleitung 10 und einer Steuerleitung 23 und/oder der Verdrängerkörper 6 mit Öffnungen 21 und Steuerleitung 20 versehen ist.
2. Fluidisches Schaltelement nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die
Coanda-Tulpe 5 in der Schnittansicht eine Kreisbogenkontur vorzugsweise als
Viertelkreisbogen ausgeführt ist.
3. Fluidisches Schaltelement nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß
die Auslaßkanäle 11, 12 konzentrisch angeordnet sind und wahlweise mit
jeweils einem konischen oder zylindrischen Fangraum 13, 14 versehen sind.
4. Fluidisches Schaltelement nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß
der äußere Fangraum 13 radial nach außen versetzt an die Coanda-
Tulpe 5 anschließt.
5. Fluidisches Schaltelement nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß
der innere Auslaßkanal 12 mit einem Abstand stromabwärts hinter dem
Verdrängerkörper 6 angeordnet ist.
6. Fluidisches Schaltelement nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen Einlaßkanal 1 und Coanda-Tulpe 5 eine konische Erweiterung 2 und
ein zylindrischer Kanalabschnitt 3 angeordnet ist.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| DE2000100463 DE10000463A1 (de) | 2000-01-07 | 2000-01-07 | Fluidisches Schaltelement als Stoffstrom-Stellglied |
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| DE50011590T DE50011590D1 (de) | 2000-01-07 | 2000-12-23 | Fluidisches schaltelement |
| EP00993784A EP1244868B1 (de) | 2000-01-07 | 2000-12-23 | Fluidisches schaltelement |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000100463 DE10000463A1 (de) | 2000-01-07 | 2000-01-07 | Fluidisches Schaltelement als Stoffstrom-Stellglied |
Publications (1)
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|---|---|
| DE10000463A1 true DE10000463A1 (de) | 2001-07-26 |
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ID=7626948
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000100463 Withdrawn DE10000463A1 (de) | 2000-01-07 | 2000-01-07 | Fluidisches Schaltelement als Stoffstrom-Stellglied |
| DE50011590T Expired - Fee Related DE50011590D1 (de) | 2000-01-07 | 2000-12-23 | Fluidisches schaltelement |
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|---|---|---|---|
| DE50011590T Expired - Fee Related DE50011590D1 (de) | 2000-01-07 | 2000-12-23 | Fluidisches schaltelement |
Country Status (3)
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