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Nachpresse zur Herstellung von Kanalsteinen und ähnlichen keramischen
Formlingen Die Erfindung bezieht sich auf eine Nachpresse zur Herstellung von Kanalsteinen
und ähnlichen keramischen Formlingen mit zähnebesetzten. Transportrechen, welche
die Formlinge auf einem quer zur Richtung der horizontalen Preßbewegung angeordneten
Tisch durch die einzelnen Fertigungsstufen führen.
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Es ist allgemein bekannt, keramische Formlinge durch Schwingbalken
vorwärts zu setzen, welche durch Kurbeln. oder exzentrische Scheiben angetrieben
werden und die Formlinge absatzweise von festen Auflagen abheben und wieder auf
solche vorwärts weitersetzen. Als Schwingbalken sind auch schen bewegliche Rostpaare
mit ineinandergreifenden Roststäben bekannt, die eine kreisähnliche Bewegung ausführen,
wobei die beiden Rostpaare das Fördergut abwechselnd auf dem oberen, vorwärts fördernden
Teil ihrer kreisähnlichen Bewegung mitnehmen und auf das andere Paar absetzen, während
die Rostpaar; auf dem unteren Teil ihrer kreisähnlichen Bewegung leer zurückschwingen.
Dabei wird das Fördergut also el:enfalls absatzweise von der wechselnden Unterlage
ab- und hochgehoben und vorwärts gesetzt. Andere fördernde Schwingbalken besitzen
Zähne, um das "I'rail-po-tgut auf ebenen, feststehenden Tragbetten weiterzuschieben.
Solche Fördereinrichtungen eignen sich nur für feste Transportgüter oder steife
Formkästen und harte Formlingsträger, wie sie in .der Regel für das Fördern frischer
Formlinge aus -,weichen keramischen Alassen benutzt werden.
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Mit Bohrung z. B. auf einer Strangpresse vorgezogene lZohlinge für
Kanalsteine werden aber in der e1 ohne Unterlagen abgenommen und cline solche Unterlagen
von Hand vor den aus der Form herausgefahrenen Pre ßstempel der Nachpresse gelegt.
Der Prcßstempel schiebt den Rohling in die Form hinein. Nach der Fertigpressung
werden die Preßlinge ausgestoßen und wieder ohne Unterlage von Hand abgenommen.
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Aus Gründen .der Unfallsicherheit müssen solche Nachpressen mit Ilotorantriob
für jeden Preßling i?eu eingerückt werden, so daß diese Pressen nicht durchlaufen
dürfen. Ferner muß jeder Rohling genau auf den Tisch aufgelegt werden. Es ist bereits
bekannt, solche Nachpressen mit einem besonderen, durch intermittierenden Umkehrzahnradtrieb
angetriebenen Einzugsschieber auszurüsten, in dessen Anschl.agfläche jeweils ein
Rohling eingelegt werden kann. Dabei werden die Formlinge zwar auch auf dem Tisch
entlanggeschoben, aber die Bedienungsperson muß immer in dem gleichmäßigen Maschinentempo
mitarbeiten und kann sich um nichts anderes mehr kümmern. So manche Transportstörung
läßt sich aber durch schnellen Eingriff .der Bedienungsperson ungefährlich ohne
Stillsetzen der Maschine beheben, wenn die Bedienungsperson nicht an einen strengen
Arbeitsrhythmus gebunden ist.
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Bei der Benutzung von Unterlagsplatten für die lZohlinge ist das Füllen
der Formen durch einseitig wirkende, nur in horizontaler Ebene durch Seiltrieb bewegliche
Schiebeklappen bekannt, welche die Rohlinge von .der Unterlagsplatte über die Formen
schieben, so daß si,e von selbst in die Formen hineinfallen. Beim Rückwärtshub durch
Gewichtszug gleiten die beweglichen Klappen der Schieber ohne Mitnahme über die
Rohlinge hinweg und klappen dann hinter den Rohlingen herunter. Damit die Klappen
arbeiten können, bedingt diese Vorrichtung zwischen den einzelnen Formlingen einen
größeren Zwischenraum, welcher .durch die Unterlagsplatten ohnehin gegeben ist.
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Steiglöcher, die in den Kanalsteinen quer zu dem in der Längsrichtung
durchgehenden Kanal verlaufen, müssen bisher nach dem Fertigpressen von Hand ausyestcchen
werden, obwohl es bekannt ist, das Ziehen eines Stranges und Abschneiden von Formlingen
mit einem Lochvorgang. funktionell zu verbinden, Bei die-s -er bekannten
Einrichtung werden die Löcher durch die mit dem Strang mitgehende Lochvorrichtung
eingedrückt, also durch Materialverschiebung hergestellt, so daß abzuführender Abfall
nicht entsteht. Doch sind auch ausstehende Lochhan:dwerkzeu.ge mit einem Ausstoßstempel
für den Materialpfropfen, welche aus dünnwandigen Rohren bestehen, an sich bekannte
:Mittel.
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Bei der Nachpresse nach der Erfindung werden die angegebenen Arbeitsgänge,
nämlich die Zuführung der vorgezogenen Rohlinge zwischen Preßform und Preßstempel
zum maschinellen Einstoßen, Nachpressen
und Ausstoßen der Formlinge,
ferner das Abnehmen der fertiggepreßten Formlinge aus den Preßwerkzeugen und das
Zuführen zu einer selbsttätigen Ausstechvorrichtung sowie das selbsttätige Ausstechen
der Querlöcher und das Abführen des ausgestochenen Materialpfropfens oder einer
oder mehrere dieser Arbeitsgänge in Verbindung mit dem maschinellen Einstoßen, Nachpressen
und Ausstoßen, in automatischer, vorzugsweise vollautomatischer Arbeitsweise durchgeführt.
Diese Zusammenwirkung wird erfindungsgemäß durch einen hin- und hergehenden Antrieb
einer Zahnstange oder Zahnscheibe erreicht, welche mit einem lose auf einer einen
Transportrechen an.-treibenden Kurbelwelle angeordneten Zahnritzel im Eingriff steht,
welches einerseits mittels weiterer Übertragungsmittel mit einer auf- und abwärts
bewegten Ausstechvorrichtung für Querlöcher der Formlinge verbunden ist, die im
Bereich des Transportrechens angeordnet ist, und welches andererseits mit einem
Klinkwerk für den drehrichtungsgleichen absatzweisen Antrieb der Kurbelwelle für
den Transportrechen ausgerüstet ist. Die Nachpresse ist hierzu mit einem mechanischen,
hydraulischen oder pneumatischen Antriebssystem mit kraftschlüssiger Folgesteuerung
für alle Bewegungen ausgerüstet. Dabei werden mehrere Rohlinge auf einmal außerhalb
des Gefahrenbereiches auf einem seitlich der Preßwerkzeuge angeordneten Tisch abgelegt,
durchlaufen dann automatisch die Nachpresse ohne weiteren Eingriff der Bedienungsperson
und können als trockenfertige Formlinge ebenso gefahrlos von der Nachpresse auch
wieder abgenommen werden. Die die Rohlinge auflegende Person ist nicht mehr streng
an den einzelnen Maschinentakt gebunden und kann unter Umständen, wenn .der Abnahmetisch
eine kleine Speicherung erlaubt, sogar auch die Abnahme mitbewältigen.
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Durch diese Folgesteuerung wird es möglich, die Maschine vollautomatisch
arbeiten zu lassen. Die Einschubvorrichtung beschickt die Nachpresse im durchlaufenden
Arbeitstakt.
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Ausführungsbeispiele für die Nachpresse gemäß der Erfindung sind in
den Zeichnungen .dargestellt, und zwar zeigt Abb. 1 ein Schema der automatischen
Steinzuführung in der Ruhe- bzw. Ausgangsstellung, Abb. 2 ein Schema -der automatischen.
Steinzuführung in einer Bewegungsphase nach 180° Kurbelwinkel, Abb. 3 eine Draufsicht
auf den Pressentisch, Abb.4 einen Teil der Antriebsmechanik für die Einschub- und.
Ausstechvorriahtung, Abb. 5 die Ausstechvorrichtung, teilweise im Schnitt, Abb.6
ein hydraulisches Steuerschema, Ahb.7 ein Steuerschema der Preßwerkzeuge bei mechanischem
Antrieb durch Elektromotor, Abb.8 den. Antrieb der Kurbelwellen für den Einschiibrechen,
Abb. 9 eine Draufsicht auf den Antrieb für die Ausstechvorrichtung.
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In Abb. 1 bis 3 ist das übliche Bett 1 im Maschinengestell 10 einer
Kanalsteinpresse mit der Preßform 2 und mit den hin- und. herbewegten Preß-werkzeugen,
nämlich dem Preßstempel 3 und ,dem Ausstoßstempel 4, angedeutet. Dieses Bett l ist
mit einem Tisch 5 ausgerüstet, der zur Zubringung der Rohlinge 6 zwischen die Preßform
2 und den Preßstempel 3 und zur Abführung der fertigen Formlinge 7 dient. Preß-
und Ausstoßstempel werden durch ein gemeinsames Steuerorgan 8, z. B. eine Schiebestange,
.betätigt; welche beispielsweise durch einen Hydraulikmotor 9 hin- und herbewegt
wird.
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Unter dem Tisch 5 befindet sich ein Transportrechen 11, dessen Förderzinken
12 durch Aussparungen 13 des Tisches 5 nach oben durchgreifen. Da die Länge der
Kanalsteine sehr verschieden sein kann, ist die Lage der Zinken 12 in bezug auf
die Breite des Tisches 5 (Abb. 3) so gewählt, daß jede Steinlänge bzw. jeder Rohling
von den Zinken 12 gegriffen werden kann. Um bei der Aufgabe eine gleichmäßige Lage
der Rohlinge 6 auf dem Tisch 5 zu erreichen, ist eine Anschlagschiene 30 vorgesehen,
an die .die Rohlinge 6 herangeschoben werden. Der Transportrechen 11 ruht in seiner
in Abb. 1 dargestellten Stellung auf dem Kurbelzapfen 18 und; in seiner in Abb.
2 dargestellten untersten Stellung mit Stützen 14 und, Rollen 15 auf festen Laufbahnen
16 auf. In dieser Stellung kann der Transportrechen 11 unter dem Tisch 5 waagerecht
zurückgeschoben werden. In den Stützen 14 sind Führungsschlitze 17 für :die Zapfen
18 der Kurbelwellen 19 vorgesehen, welche auf den Böcken 21 gelagert sind. Die Schlitze
17 gestatten dem Kurbelzapfen'18, sich auf dem unteren Kurbelkreisbogen frei zu
bewegen. Die Kreisbewegung wird dabei in eine waagerechte Schubbewegung umgewandelt.
Die Förderzinken 12 des Transportrechens 11 greifen die auf dem Tisch 5 aufgebrachten
Rohlinge 6 etwa im unteren Drittel und schieben sie bei ihrem oberen Kreisbogen
auf dem Tisch 5 der Maschine absatzweise jeweils um den Weg 20 weiter. Die Kurbelwellen
19 sind durch einen Kettentrieb 22 miteinander verbunden, .der um die auf den Kurbelwellen
19 befestigten Kettenräder 23 und 24 gelegt ist. Auf der Kurbelwelle 19 des Kettenrades
24 ist noch ein Zahnrad 25 angeordnet, das mit dem Zahnrad 26 der Welle
27 im Eingriff steht. Das auf der Welle 27 noch weiterhin angeordnete
Kettenrad 28 wird durch den Kettentrieb 29 angetrieben.
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Über dem Tischs befindet sich ein weiterer Transportrechen 31 mit
Förderzinken 32. Dieser Transportrechen 31 hängt mit seinen Hängestützen 33 in ähnlicher
Weise wie der untere Transportrechen mittels der Führungsschlitze 34 an Zapfen 35
der Kurbelwellen 36 und 37, die in den Hängeböcken40 gelagert sind. An den Hängestützen
33 sind auch hier seitlich Rollen 38 angeordnet, welche in der untersten Stellung
des Transportrechens 31 (Abb. 1) auf den festen Laufbahnen 39 abrollen. Hierbei
werden die Rohlinge 6 und die Formlin ge 7 bew. die Preßlinge in ähnlicher Weise
auf dem Tisch 5 vorwärts .geschoben, wobei die Zinken32 jetzt etwa im oberen Drittel
der Preßlinge angreifen. Durch die Kurbelzapfen 35 werden auf dem oberen Kurbelkreisbogen
.die Hängestützen 33 mit dem daran befestigten. Transportrechen 31 angehoben. Dadurch
werden die Zinken 32 aus den Lücken zwischen den Preßlingen herausgehoben und können
sich also im weiteren Ablauf der Kurbelbewegung frei über den Preßlingen im halbkreisförmigen
Bogen zurückbewegen. Die Kurbelwellen36 und 37 sind durch einen Kettentrieb 41 miteinander
verbunden, .der um die auf den Kutbelwellen 36, 37 befestigten Kettenräder 42 und
43 gelegt ist. Auf der Verlängerung der Kurbelwelle 37 ist, angetrieben durch den
Kurbelzapfen 35, noch ein weiteres Kettenrad 44 (Abt. 4) für den Kettentrieb 29
zum Antrieb des unteren Transportrechens 11 angeordnet.
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Im Bereich des letzten Zinkens 45 .des Transportrechens 31 befindet
sich vorteilhaft eine Justiervorriahtung für die fertiggepreßten Formlinge auf dem
Pressentisch5. Diese Justiervorrichtung besteht im
wesentlichen
aus einem im Maschinentakt gesteuerten Stempel 46 (Abb. 3) an einer Stange 47. Auf
der in den festen Lagern 48 und, 49 lose geführten Stange 47 ist ein Mitnehmer 51
befestigt, welcher mit einem entsprechenden Anschlag 52 am Befestigungskopf des
Preßstempels 3 zusammenwirkt. Zwischen Mitnehmer 51 und festem Lager48 ist auf der
Stange47 eine Druckfeder 53 angeordnet, welche den Stempel 46 immer nach der Mitte
des Pressentisches 5 drückt. Dadurch schiebt der Stempel46 die fertiggepreßten Formlinge
bis an eine Führungsschiene 55 heran, die auf dem Tisch 5 angeordnet ist. Gegenüber
der Führungsschiene 55 für die Formlinge ist eine verstellbare Gegenschiene 56 auf
.dem Tisch 5 so angeordnet, daß die vom Ausschuhrechen 31 weitergeförderten Formlinge
genau zwischen die beiden Schienen 55 und 56 eingeschoben und, zwischen diesen zwangläufig
geführt, weiter unter eine später beschriebene Ausstechvorriahtung geschoben werden.
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Zum Antrieb der beiden Transportrechen 11, 31 dient ein Hydraulikmotor
57, dessen hin- und. hergehende Zahnstange 58 mit einem losen Zahnritzel 59 (Abb.
4) im Eingriff steht. Das lose Zahnritzel59 treibt über ein aus Sperrklinke61 und
Sperrad62 bestehendes Klinkwerk beim Krafthub der Zahnstange 58 die Kurbelwelle
37 mit stets gleicher Drehrichtung an. Beim Leerhub der Zahnstange 58 gleitet die
Sperrklinke 61 über .das Sperrad 62, ohne die Kurbelwelle 37 zu drehen. Das Zahnritzel59
besitzt noch eine Kegelradverzahnung, die mit dem Kegelrad 63 der vertikalen Welle
64 kämmt. Das fest mit dieser Welle verbundene Kettenrad 65 treibt mit einem Kettentrieb
66 das auf der senkrechten MTe11e 68 befestigte Kettenrad 67 (Abb. 5) an, und zwar
führt dieser Trieb eine absatzweise hin- und hergehende Bewegung aus, entsprechend
der hin- und herbewegten Zahnstange 58.
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Die senkrechte Welle 68 ist oben im Ausstechergehäuse 73 und unten
in .einer zylindrischen Hohlspindel 71 mit auswechselbarem Stechwerkzeug, 72 gelagert.
Die zylindrische Hohlspindel ist außen mit Gewinde versehen und in einer Spindelmutter
69 geführt, die fest mit dem Ausstechergehäuse 73 verbunden ist. Ein in der Welle
68 befestigter Querstift 75 führt sich in den Längsschlitzen 74 der Hohlspindel
71 und nimmt diese bei der Hin- und Herdrehung der Welle 68 mit. Durch -die Gewindeführung
der Hohlspindel 71 in der Spindelmutter 69 wird dabei das Stechwerkzeug 72, vorteilhaft
ein schwachwandiges Rohr, ab-und aufwärts bewegt. Es schiebt sich dabei über das
untere Ende .der Welle 68 hinaus, so daß das untere, als Ausräumzapfen ausgebildete
Ende der Welle 68 das Stechwerkzeug 72 beim Aufwärtsziehen immer innen von Materialresten
säubert.
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Um die geforderten Steiglöcher in denKanalsteinen an beliebiger Stelle
der auf dem Maschinentisch liegenden Formlinge einstechen zu können, ist .die gesamte
Ausstechvorrichtung entlang der Kanalsteinlängsachse verschiebbar. In .der Deckfläche
des Maschinenrahmens 10 ist ein langer Schlitz 109 (Abb. 9) ei-rigearl-"eitet. In
diesem Schlitz wird die Ausstechvorrichtung über der Ausstechstelle festgeklemmt.
Außerdem läßt sich im Schlitz 109 eine ebenso festklemmbare Spannvorrichtung 110
für die Kette 66 verschieben.
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Der Ausstechvorrichtung ist eine bewegliche Förderrinne 76 (Abb. 3)
als Fangvorrichtung für die ausgestochenen und aus dem Stechwerkzeug72 ausgestoßenen
Materialpfropfen zugeordnet, damit die ausgestochenen Materialpfropfen und vom Ausstechwerkzeug
72 abgeschabte Materialreste, die nach beendetem Arbeitsgang nach unten fallen,
nicht zu Störungen im Arbeitsasblauf der Einschubvorrichtung führen können. Diese
Förderrinne 76 besitzt außerhalb der Ausstechvorrichtung eine Auswurföffnung 77
mit schrägem Abstreicher 78 und, ist über das Gestänge 79, 80 zweckmäßig mit der
Steuerstange 47 der justi:ervorrichtung verbunden.
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Alle Bewegungen der Maschine werden vorteilhaft hydraulisch in Abhängigkeit
von der hydraulischen Hin- und Herbewegung .der Preß- und Ausstoßwerkzeuge 3, 4
der Preßform 2 gesteuert. An den Hydraulikmetor 9 für diese Werkzeuge ist beispielsweise
ein Pumpenaggregat, bestehend aus je .einer Pumpe 81 und 82 (Abb. 6) für hohe Förderleistung
bei niedrigem Druck und für niedrige Förderleistung bei höherem Druck mit gemeinsamem
Antriebsmotor 83 über dem Ölbehälter 104 über einen Abste-llschieber 84, einen Umsteuerblock
85 und einen Hydraulikmotor 57 angeschlossen. In die Rohrleitungen sind noch verschiedene
Rückschlag- und Sicherheitsventile 86, 87, 88 und 89 eingeschaltet. Die Einrichtung
dieser handelsüblichen Teile ist bekannt, so daß sie hier nicht beschrieben zu werden
braucht. Wesentlich ist, daß an dem gemeinsamen Steuerorgan 8 für den Preßstempel3
urd den Ausstoßstempel4,welches mit der Kolbenstange 91 des Hydraulikmotors 9 durch
einen Arm 92 verbunden ist, ein fester Anschlag 93 mit Stellschraube 94 und ein
verschiebbares Element, z. B. ein Rohr 95, angeordnet sind, .das durch die Stellschraube
96 auf dem Steuerorgan 8 feststellbar ist. Fest mit dein verstellbaren Rohr 95 sind
ein Anschlag 97 und ein XIitnehmer 98 für den Ausstoßstempe14 verbunden. Die Stellschraube
94 und der Anschlag 97 wirken bei der mit der Kolbenstange 91 mit-; henden Hin-
und Herbewegung des Steuerorgans 8 auf den Vorsteuerkolben 99 des Umsteuerblocks
85 im Sinne einer Verschiebung dieses Vorsteuerkolbens 99 mach links oder rechts.
Dadurch wird der Steuerkolben 100 rechts oder links von der Druckflüssigkeit beaufschlagt,
in die entsprechenden Steuerstellungen gedrückt und leitet die Druckflüssigkeit
entweder auf die volle Kolbenfläche oder die Ringfläche des Preßkolbens 3' im Hydraulikmotor
9.
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Der Hydraulikmotor 57 mit seinem Schubkolben 58' für den Antrieb der
Transportrechen 11, 31 und <ler Ausstechvorrichtung72 ist derart neben den I-Iydraulikmotor
9 in die Rohrleitungen eingeschaltet, daß seine ringförmige Kolbenfläche 101 gleichzeitig
mit der rin förmigen Kolbenfläche des Hydraulil:motors 9 durch die Druckflüssigkeit
beaufschlagt wird. Der Zylinderraum 102 auf der voll beaufschlagten Kolbenseite
besitzt aber eine Rohreinführung am Zylinderende und eine weitere Rohreinführung
am Ringraum 103, der mit der voll beaufschlagten Kolbenseite des Preßkolbens3' verbunden
ist, an der Stelle des Zylinders, .die vom Schubkolben 58' überlaufen und etwa in
der äußeren links gezeichneten Endstellung des Schubkolbens erst für den Durchfluß
der Druckflüssigkeit freigegeben wird.
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Die hydraulische Steuerung wirkt wie folgt: Wenn der Abstellschieher
84 in der Aus-Stellung »0« steht, strömt nach Einschalten des Pumpenmotors die gesamte
geförderte Druckflüssigkeit, z. B. Öl, drucklos in ,den Behälter 104 zurück, \Tach
Bewegung des Abstellsahiebers 84 in die Stellung »I« fließt das 01 über den
Umsteuerblock 85 und den Hydraulikmotor 57, nachdem es den Kolben 58' mit der Zahnstange
58 in die .gezeichnete Stellung gedrückt hat, aus dem Ringraum 103 beispielsweise
auf die rechte Seite des Hydraulikmotors 9 und schiebt den Preßkolben 3' nach
links.
Das auf »der anderen Kolbenseite von der Ringfläche verdrängte Öl fließt über den
Umsteuerblock 85 in den Behälter 104 zurück. Kurz vor Erreichen der linken Endstellung
beginnt der Preßstempel3 den Formling in der' Preßform 2 zu verdichten, @vödurch
ein stärker Widerstand auftritt. Dieser hat zur Folge, daß das hinter der großen
Pumpe 81 angeordnete Rückschla:gventil86 sich schließt, diese Pumpe das
Öl l:eispielsweis° gegen 10 kg/cm= über das Sicherheitsventil 88 in den Behälter
104 abdrückt, aber das 01 der kleinen Pumpe 82 weiterfördert, da das Sicherheitsventil
89 wesentlich höher eingestellt ist, und den Preßkolben 3' in die linke Anschlagstelle
schiebt, wodurch der' Stein gepreBt wird.
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In dicser 'Stellung hat der durch die Einstellschraube 94 nach links
gedrückte Vorsteuerkolben 99 einen kleinen Spalt freigegeben, so daß aus der Druck-I°itung
auf die rechte Seite des Steuerkolbens 100 Öl gelangen kann und diesen nach links
schiebt. Hierdurch ist die Umsteuerung eingeleitet, und das 01 .beaufschla.gt gleichzeitig
.die Ringfläche des Preßkolbens 3' und .die Ringfläche des Schubkolbens 58'. Da
zum Bewegen des Preßstempels 3 mehr Kraft gebraucht wird als zum fast kraftlosen
Zurückziehen des Schubkolbens 58', geht zunächst der Schubkolben 58' leer in seine
rechte bzw. innere Endstellung. Danach bewegt sich der Preßkolben 3' nach rechts.
Das von der vollen Kolbenfläche :des Preßkolbens 3' zurückströmende Öl kann nicht
mehr über den Zylinder des Hydraulikmotors 57 zum Umsteuerblock 85 fließen, da der
Ringkana1103 verschlossen ist. Das zurücklaufende Öl nimmt daher seinen Weg über
.das in der Leitung zum Hy draulikmotor 9 liegende Rückschlagventil 87. Die rechte
Endstellung des Preß:kolbens 3' ist festgelegt durch den verstellbaren Anschläg
97, der nach Zurücklegen des Rückhubes den Vorsteuerkolben 99 nach rechts drückt,
wodurch der Steuerkolben 100 durch die hydraulische Vorsteuerung ebenfalls nach
rechts gedrückt wird. Nach dieser Umteuerung geht infolge der hydraulischen Folgeschaltung
zunächst der Schubkolben.58' nach außen, bis das 01 über den Ringkanal 103 des Hydraulikmotors
57 auf die volle Kolbenfläche des Preßkolbens 3' strömen kann. Darauf wiederholt
sich das Arbeitsspiel auf gleiche Weise.
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Dabei wird der Vorteil erzielt, daß für die langen Woge der Preß-,verkzeuge
3, 4; also für die Einschubbewegung und den Rücklauf, beide Pumpen gemeinsam auf
.die Druckleitung arbeiten, während beim- Preßvorgang nur die kleine Pumpe 82 fördert
und allein das für die Preßleistung erforderliche Drucköl liefert. Der besondere
Vorteil dieser Zweipumpenanordnung liegt darin, daß während des Preßvorganges keine
goße Ölmenge mit Hochdruck gefördert werden muß. Dadurch wird Motorleistung eingespart
und eine unnötige Ölwärmung vermieden.
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-Die Arbeitsweise der gesamten Maschine spielt sich wie folgt ab.
Die Rohlinge werden von Hand oder c1arch bekannte mechanische Transportvorrichtungen
zwischen die Zinken 12 des in der Ausgangsstellung in Abb. 1 gezeichneten unteren
Transportrechens 11 auf den Tisch 5 aufgelegt. Dabei ist es möglich, der Maschine
zu gleicher Zeit mehrere Steine aufzugeben. Die Aufnahmemenge kann durch entsprechende
Ausführung dieses Rechens 11 mit einer größeren Anzahl Zinken 12 beliebig groß gewählt
werden. Bei der ent-,prechenden Bewegung der Kurbeln 19 (gemäß Abb. 1 rechtsherum')
beschreiben die Kurbelzapfen 18 und somit auch der Transportrechen 11 einen. halbkreisförmigen
Bogen. Dabei greifen die Zinken 12 zwischen die Rohlinge 6 und schieben diese auf
dem Tisch 5 absatzweise vorwärts. Die Bewegung des unteren Transportrechens 11 erfolgt
gleichlaufend mit der Bewegung des oberen Transportrechens 31. Der vorderste Rohling
gelangt somit in den Bereich -des obersten Transportrechens 31, wird von ,dessen
Zinken 32 erfaßt und absatzweise auf das Bett 1 zwischen Preßstempel 3 und Preßform
2 geschoben. Nach einer Drehung von etwa 180° gegeniiber der Ausgangsstellung haben
die Kurbelwellen 19 und 37 die Stellung nach Abb. 2 eingenommen. Die Transportrechen
11 und 31 sind aus der Reihe der Rohlinge6 bzw. der Formlinge 7 zurückgezogen und
bewegen sich leer in ihre Ausgangsstellung nach Abb. 1 zurück. Damit hat der Hydraulikmotor
57 seine erste Bewegung in die gezeichnete Stellung gemäß Abb. 6 beendet.
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Darauf beginnt .der bekannte Einschub der Rohlinge6 in die Preßform2
durch den Preßstempe13, der mit ,dem eigentlichen Nachpressen endet, worauf der
Ausschub des Formlings 7 aus der Preßform 2 durch :den Aüsstoßstempe14 folgt. Die
Umkehr der Bewegung der Preßwerkzeuge3 und 4 wird durch die Verschiebung des Vorsteuerkolbens
99 durch die Schraube94 bewirkt. Ehe jedoch die Umkehr erfolgt, beginnt der Sch-..zl:kolben
58' seinen Rückwärtshub, bei dem die Sperrklinke 61 über das Sperrad 62 ratscht,
ohne die Welle 37 mitzunehmen.
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Sobald der fertiggepreßte Formling 7 unter dem Transportrechen 31
liegt, beginnt das beschriebene Arbeitsspiel von vorn. Dabei wird gleichzeitig,
wenn der neue Rohling 6 auf das Bett 1 geschoben wird, der fertiggepreßte Formling
7 von dem Bett 1 durch den Transportrechen 31 weiter in den Bereich der Justiervorrichtun
- bzw. des Stempels 46 geschoben.
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Da die fertiggepreßten Formlinge 7 nach dem AusstrAen nicht alle in
gleicher Lage zum Stillstand kom-:nen, müssen sie - wenn sie gleichmäßig mit Steiglöchern
versehen werden sollen - aasgerichtet werden. Das wird; durch die beschriebene Justiervorrichtung
erreicht, welche auf die jeweilige Steinlänge eingestellt werden kann. Durch den
Anschlag 52 am Befestigungskopf des Preßstempels 3 wird der Mitnehmer 51 mitgenommen.
Dabei spannt sich die Druckfeder 53. Wenn dann zu Beginn des Preßvorganges durch
die Einich ubbewegung des Preßstempels 3 der Befestigungskopf mit dem Anschlag 52
sich in Richtan:g der Preßform2 bewegt, Entspannt sich die Druckfeder 53 und drückt
d°n Stempel 46 gegen den Formling7. Dabei wird der vor dem Stempel 46 liegende Formling
gegen die Anschlagschiene55 geschoben, an, der er beim folgenden Förderhub des Transportrecheiis
31 entlang- und zwischen dieser und der Gegenschiene 56 weitergedrückt wird. Dabei
kommt er genau unter das Ausstechwerkzeug 72 zu lieben.
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Mit Beginn des Einschubvorganges bewegt sich die Hohlspindel 71 mit
dem Stechwerkzeug 72 nach unten. Zu dieser Zeit befinden sich jedoch die fertiggepreßten
Forrnling2 7 noch in Bewegung. Erst nach Beendigung dieser Bewegung während des
Rücklaufes des Transportrechens 31 dringt das rohrförmige Stechwerkzeug 71 in den
Formling 7 ein und bleibt in der tiefsten Stellung. so lange stehen, bis der Preßkolben
3' im Hydraulilcmotor 9 wieder zurückgeht. Zugleich geht auch .der Schubkolben 58'
im Hydraulikmotor 57 wieder zurück. Durch die Bewegung der Zahnstange58 über den
Kegelradtrieb 63 und, den Kettentrieb 66 wird die Hohlspindel 71 der Ausstechvorrichtung
wieder nach oben gezogen. Dabei wird der im Stechwerkzeug 72 eingeklemmte Materialpfropfen
mit nach oben genommen. Dort stößt er gegen das untere Ende
der
Welle 68, so daß er herausgedrückt wird und in die Transportrinne 76 fällt.
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Durch die in der Justiervorrichtun:g eingebaute Feder 53 wind, diese
Transportrinne 76 über das Gestänge 79, 80 gegen das Ausstechwerkzeug 72 gedrückt.
Da dieses zum Zeitpunkt der Federentspannung sich noch in der untersten Stellung
befindet, kann die Justiervorrichtung nicht sofort wirksam werden, sondern erst,
wenn sich das Ausstechwerlazeug 72 aus dem fertiggepreßten Formling 7 heraushebt.
Dabei gibt die Kante des Ausstechwerkzeuges 72 den Boden der Rinne 76 frei. Durch
die Kraft der Feder 53 wird die Transportrinne 76 unter das Ausstechwerkzeug 72
und so-mit auch unter den zu diesem Zeitpunkt noch in diesem befindlichen Materialpfropfen
geschoben. Bei dieser Bewegung werden die schon in der Transportrinne 76 liegenden
Materialpfropfen weiter nach auswärts gegen die seitlich angebrachte Öffnung 77
geschoben. Diese Schubbewegung bremst zugleich die Bewegung der gesamten Justiervorrichtung
und verhindert somit deren plötzliches Aufprallen auf den noch weiter zurückstehenden,
gerade zu. justierenden, fertig gepreßten Formling 7. Bevor der Transportrechen31
die Formlinge? weiterschiebt, wird, durch den zurückgehenden Befestigungskopf des
Preßstempels 3 mit dem Anschlag 52 die, Justiervorrichtung wieder geöffnet und damit
auch die Transportrinne 76 wieder zurückgezogen, so daß das Ausstechwerkzeug 72
wieder für :den neuen Arbeitshub frei wird.
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Der Gedanke :der Erfindung wird nicht verlassen, wenn an Stelle der
hydraulisch angetriebenen. Elemente entsprechend ausgebildete pneumatische Bauteile
und Druckluftmotoren verwendet werden.
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Weiterhin kann die automatische Z.uführvorrichtung gemäß der Erfindung
auch mit anderen bekannten Antrieben bei Nachpressen für Kanalsteine zusammenarbeiten,
beispielsweise in Verbindung mit einem gemeinsamen durch Zahnstange 115 angetriebenen
gemeinsamen Antriebselement 8 für Preßstempel 3 und Ausstoßstempe14 oder auch mit
Nachpressen, bei denen der Preßstempelträger durch einen Kurbeltrieb bewegt wird.
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Bei der in Abb. 7 dargestellten Nachpresse mit Zahnstangen-Antriebselement
8 ist der Preßstempe13 aus der Preßform 2 herausgefahren und in seiner Endstellung
gezeichnet. In dieser Stellung ist der Endschalter 105 gedrückt, d. h., der von
ihm zu schaltende Stromkreis ist geschlossen. Dabei wird durch ein nicht gezeichnetes
Schaltschütz der die Einschubvorrichtung betätigende Getriebemotor 110 (Abb. 8)
eingeschaltet. Dieser Getriebemotor treibt mittels seiner Zahnscheibe 60 das auf
der Kurbelwelle 37 sitzende Zahnrad 59', welches dadurch die gleiche Bewegung wie
beim hydraulisch betätigten Antrieb erhält. Fest verbunden mit diesem Zahnrad 59'
ist die Sperrklinke 61 und ein Schaltnocken 108 für die Betätigung eines weiteren
Endschalters 106. Dieser Endschalter ist so angeordnet, daß er durch den Nocken
108 nach einer Umdrehung des Zahnrades 59' betätigt wird, wobei die Welle 37 durch
die Sperrklinke im Vorwärtslauf entsprechend Pfeil 114 mitgenommen wird, und er
dadurch den Getriebemotor 110 ausschaltet. Zugleich wird durch einen entsprechenden
Kontakt in diesem Endschalter 106 der Hauptantriebsmotor 111 eingeschaltet. (An
Stelle dieses .direkten Einschalteis des Motors 111 kann natürlich bei entsprechend
ausgebildetem Antrieb auch die Betätigung einer Kupplung für die Einwärtsbewegung
des Preßstempels treten.) Darauf bewegt sich das Antriebselement 8 nach links, so
daß der Preßstempel 3 sich ,in Richtung der Form 2 schiebt. Am Ende dieser Vorwärtsbewegung
wird der Rohling in bekannter Art und Weise gepreßt. Am Hubende betätigt die am
Antriebselement 8 angebrachte Schaltkurve 113 einen weiteren Endschalter 107, der
durch seine Kontaktgabe den Antriebsmotor 111 ausschaltet bzw. eine-entsprechende
Kupplung betätigt. Zugleich wird der Motor 110 für den Kurbelwellenantrieb 59',
37 eingeschaltet, doch jetzt in entgegengesetzter Drehrichtung, so daß das auf der
Kurbelwelle 37 sitzende Zahnrad 59' wieder rückwärts bewegt wird und wieder in seine
ursprüngliche Stellung, die es vor Betätigung des Endschalters 106 hatte, zurückkehrt.
Dabei wird über den Kegelradtrieb 63 nur die .gewünschte Bewegung des Kettenrades
65 erreicht. Durch das Auslösen der Sperrklinke 61 bleibt aber die Kurbelwelle 37
stehen. Wenn das Zahnrad 59' die Rückwärtsbewegung beendet hat, wird der Getriebemotor
110 durch die angebrachte Schaltnocke 108 ausgeschaltet. Zugleich wird der Hauptantriebsmotor
111 so eingeschaltet, daß das Antriebselement 8 wieder zurückbewegt wird. Dies geschieht
entweder durch Drehrichtungsumkehr des Hauptantriehsmotors selbst oder durch Betätigung
einer entsprechenden Kupplung. Wird in der ;ge7eichn_eten Endstellung des Antriebselementes
8 der Endschalter 105 wieder durch die Schaltkurve 112 betätigt, beginnt das Arbeitsspiel
von neuem.