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Verlegung von elektrischen Hilfsleitungen in elektrischen Schaltanlagen
In Hochspannungsanlagen werden die Hilfsleitungen, welche die Sekundärkreise der
verschiedenen Meßwandler, die Auslösestromkreise sowie die Steuer-, Melde- und Verriegelungskreise
bilden, gewöhnlich von den einzelnen Geräten in den Hochspannungszellen zu Klemmenleisten
geführt. Dies erfolgt bei geräteweiser Zusammenfassung der Leitungen in überlappten
Rohren oder in Stahlpanzerrohren. Von Klernmenleisten werden die Leitungen je nach
der jeweiligen Ausführung der Schaltanlage entweder zu den oft gleich vor der Hochspannungszelle
oberhalb der Klemmenleiste angeordneten Relais, Meßinstrumenten, Signaleinrichtungen
od. dgl geführt, oder sie werden als Meß- und Steuerkabel zur Warte-, zu Relais-
bzw. Zählertafeln oder ähnlichen Einrichtungen weitergeleitet.
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Die Klemmenleiste hat also die Aufgabe, die Leitungen von den verschiedenen
Geräten, die an verschiedenen Stellen im Hochspannungsraum untergebracht sind, laut
Schaltplan zu verbinden. Weiter sind diese Leitungen örtlich zusammenzufassen, um
die Weiterleitung als Kabel oder in Rohren einfach zu gestalten. Drittens soll hierbei
auch die Kontrollmöglichkeit der montierten Geräte möglich sein.
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Aus den angeführten Bedingungen ergibt sich die Notwendigkeit, daß
die Leitungen aus den von den Zellen ankommenden Rohren meist eine längere waagerechte
Strecke offen zu den betreffenden Klemmen geführt werden müssen. Aus der Zusammenfassung
solcher Leitungszüge ergeben sich ganze Bänder, die mit Isolierleisten oder ähnlichem
verbunden und abgestützt werden müssen. Teilweise werden diese Parallelleitungen
nach einem besonderen Verfahren abgebunden.
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Alle diese Arbeiten dienen aber zum größten Teile dem Bestreben, die
Verdrahtung in einem möglichst schönen Zustand erscheinen zu lassen. Der früher
eingenommene Standpunkt, diese Arbeiten würden auch mit Rücksicht auf die Übersichtlichkeit
und daher zur besseren Kontrolle der Leitungen durchgeführt, ist heute iiberholt.
Es genügt vollkommen, wenn bekannt ist, wo die Leitung beginnt und wohin sie führt.
Die Zwischenstraße ist im Detail uninteressant. Andererseits ist zu beachten, daß
diese Arbeiten für eine »schöne Verdrahtung< einen großen Zeitaufwand bedingen,
wodurch die Montagekosten erheblich vergrößert werden. Es ist hierzu zu bemerken,
daß auch auf die Abstützung der Rohre oberhalb der Klemmenleiste mit Rücksicht auf
eine günstige Leitungsverbindung das Augenmerk zu lenken ist. In diesen Details
zeigt sich die Eigenart des jeweiligen Montagepersonals, wodurch verschiedene und
daher uneinheitliche Ausführungsformen zustande kommen.
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Es ist bereits bekanntgeworden, statt die Leitungen in Schaltzellen
nach der alten Art zu verlegen, das ist zueinander parallel bzw. exakt abgewinkelt
zu führen sowie untereinander mittels Schellen oder Bändern zu verbinden, die Leitungen
in einfachen Leistungskanälen völlig ungeordnet verlaufen zu lassen, worauf sie
den einzelnen Geräten in möglichst kurzer, freier Verlegung zugeführt werden. Es
wurde auch vorgeschlagen, durch rechenartige Stützen in den Kanälen für eine gewisse
Ordnung der Leitungen zu sorgen. Es ist ferner bereits bekannt, in Schalttafeln
die ankommenden Leitungen zu beiden Seiten der Schalttafeln in Leitungskanälen zu
führen, in welchen sie durch Bandagen untereinander gebündelt werden und von wo
die einzelnen Leitungen in horizontal liegende Leitungskanäle münden. Von diesen
horizontalen Kanälen werden die Leitungen unmittelbar an die Geräte geführt.
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Die Erfindung betrifft eine Verlegung von elektrischen Hilfsleitungen
in elektrischen Schaltanlagen, vorzugsweise Hochspannungsschaltanlagen, bei denen
die Verlegung der Leitungen zwischen den Klemmenleisten und den Geräten in Rohren
oder als Kabel erfolgt, wobei erfindungsgemäß zwischen der Klemmenleiste und den
klemmenseitigen Rohrenden bzw. Kabelenden ein an sich bekannter Leitungskanal zum
Rangieren der Leitungen vorgesehen ist. Der Leitungskanal ist gemäß Weiterbildung
der Erfindung so ausgebildet, daß seine Wandungen einerseits zur Befestigung von
Rohren mittels Rohrstutzen bzw. von Kabeln mittels Endverschraubungen, andererseits
zum
Aufschieben eines isolierenden Teiles ausgebildet sind, in dem
die von der zur Längsachse des Leitungskanals parallel laufenden Klemmenleiste kommenden
Leitungen festgeklemmt werden. Der Leitungskanal hat in an sich bekannter Weise
viereckigen Querschnitt, der aus einem U-förmigen Blechprofil (Hauptprofil) mit
ungleich langen Schenkeln besteht, von denen der kürzere Schenkel durch den isolierenden
Teil für die Durchführung der Leitungen ergänzt ist und zur Abdeckung des U-förmigen
Blechprofils ein weiteres U-förmiges Blechprofil als Deckel dient. Der für die Herausführung
det Leitungen aus dem Leitungskanal dienende isolierende Teil ist als Isolierstoffkammleiste
ausgebildet und mit einer Längsnut versehen und mit dieser auf den kurzen Schenkel
des Hauptprofils aufgeschoben, Außerdem ist in die Kammleiste eine weitere Längsnut
eingearbeitet, in die zur Fixierung der 1:eifüngen eine Isolierstoffleiste eingeschoben
werden kann, die nach Anschrauben des Deckelbleches auf die Leitungen gedrückt wird
und auf diese Weise die Lage der Leitungen in den Schlitzen der-Kammleiste sichert.
Bei größeren Längen können noch Gewindebolzen mit Distanzrohren zur besseren- Deckelbefestigung
und Leitungspressung vorgesehen .werden. Die Endquerschnitte des Leitungskanals
werden durch Endstücke abgeschlossen, die erfindungsgemäß so gestaltet sind, daß
durch die gleichen Schrauben das Hauptprofil an den Endstücken fixiert und gleichzeitig
an der Unterlage befestigt werden und außerdem das Deckprofil an den Endstücken
angeschraubt werden kann.
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Falls die Leitungsführung über zwei zueinander senkrecht stehende
Wände erfolgen soll, ist zwischen zwei an den betreffenden Wänden befindlichen erfindungsgemäß
ausgebildeten Leitungskanälen ein Winkelstück vorgesehen, welches aus zwei senkrecht
zueinander stehenden, für die Leitungsführung durchbrochenen Endstücken besteht,
die durch einen hohlen Viertelzylinder verbunden sind und gleichzeitig zur Befestigung
an der Unterlage, Wand oder dergleichen dienen.
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Die Verlegung von elektrischen Hilfsleitungen nach der Erfindung ist
au folgenden Gesichtspunkten als besonders wirtschaftlich zu betrachten: Die Eisenprofile
für das Hauptprofil sind in Längen von 2 m vorrätig und werden an der Baustelle
gemäß denn vorliegenden Bedarf auf die richtige Länge zugeschnitten. Das Hauptprofil
wird zusammen mit den Endstüaken an einem Flacheisenbügel festgeschraubt, welcher
eventuell gleichzeitig zur Befestigung der Tragschiene für die Klemmenleiste Verwendung
finden kann. Die Endstücke bestehen aus Aluminiumguß mit seitlichen, zum Anschluß
dienenden Laschen, welche für beide Seiten gleichartig ausgebildet sind, wodurch
sich die Bereitstellung wesentlich vereinfacht.
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Ein wesentlicher Vorteil liegt darin, daß die Bohrung der Rohrstutzen
für die zu den Zellen führenden Rohre an der gemäß dem Verlegungsschaltplan jeweils
günstigsten Stelle, z. B. am Hauptprofil an der Vorder- oder Rückseite oder auch
an den Endstücken, erfolgen kann. Nach erfolgter Bohrung werden die Stutzen eingesetzt
und vernietet. Diese Arbeiten sind infolge der günstigen Profilgebung der Bleche
leicht und einwandfrei durchführbar.
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Nach Fertigstellen der Rohrmontage in den Zellen werden die aus den
auf den Leitungskanal aufgesetzten Rohrstutzen mündenden Leitungen im Leitungskanal
bis oberhalb der" zugehörigen Klemme geführt und dort durch die Ausfräsung der Isolierstoffkammleiste
durchgeleitet. Da die Ausfräsungen bis an den Rand gehen, ist ein Durchfädeln der
Leitungen nicht erforderlich. Die Leitungen werden unterhalb der Kammleiste in der
üblichen Art über Endtüllen an die Klemmen angeschlossen. Auf eine besondere Ordnung
der Leitungen im Kanal braucht keine Rücksicht genommen zu werden, so daß das Einziehen
der Drähte sehr rasch erfolgen kann.
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Sind alle Drähte verlegt und angeschlossen, wird der Leitungskanal
durch einen Deckel aus U-förmig gebogenem Eisenblech staubdicht abgeschlossen, indem
diese durch Schrauben an den Endstücken befestigt wird. Das Eisenblech für die Abdeckung
wird in gleicher Weise wie das. Eisenblech- des Hauptprofils in 2 m Länge auf Lager
gehalten und nach Bedarf zugeschnitten.
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Die nähere Erläuterung der Erfindung erfolgt an Hand der Fig. 1 bis
5, wobei sich ihre Anwendung in der geschilderten Form nicht nur auf Hochspannungsschaltungen
bezieht, sondern auch bei Schalttafeln und ähnlichen Einrichtungen zu verwerten
ist. Die Erfindung kann auch entsprechend den aus den Figuren ersichtlichen Konstruktionsteilen
oder Ausführungen abgewandelt werden.
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In den Fig. 1 und 2 ist der Leitungskanal in Ansicht und im Schnitt
dargestellt. Das Hauptprofil 1 aus 3 mm starkem Eisenblech trägt an den Enden die
Aluminiumendstücke 2 (s. Fig. 3), welche an ihren seitlichen Laschen zwei Bohrungen
zur Befestigung an den Flacheisenbügeln 3 mittels Schrauben 5 aufweisen. Die Rohrstutzen
4, von welchen die Rohre 14 zu den Zellen führen, sind an den gemäß dem Verlegungsplan
günstigsten Stellen, z. B. in der eingezeichneten Lage in dort angebrachte Bohrungen
eingesetzt und vernietet. An das Blechprofil 1 ist an der Unterseite die Isolierstoffkammleiste
8 aufgeschoben, die Ausfräsungen 8a und 8 b (s. Fig. 5) zum Aufschieben und zum
Durchführen der Leitungen besitzt. Zur Fixierung der Leitungen in der Kammleiste
8 ist die Isolierstoffleiste 9 vorgesehen, die in der Längsnut 8 b der Kammleiste
8 geführt ist und durch Anschrauben des Deckbleches auf die Meßleitung gedrückt
wird. Die Leitungen 10 sind unterhalb der Kammleiste 8 in üblicher Weise über Endtüllen
11 an die Klemmen 12 angeschlossen, welche von der Tragschiene 13 getragen werden.
Der Leitungskanal wird durch den Deckel 6 mittels der Schrauben 17 und Bohrungen
7 an den Endscheiben 2 staubdicht abgeschlossen. Fig. 4 zeigt das Winkelstück 16,
das verwendet wird, falls es notwendig ist, den Leitungskanal auf eine zweite, zur
ersten senkrechte Wand weiterzuführen. Es besteht aus den zwei senkrecht zueinander
stehenden Endstücken 2, durch welche auch die Befestigung erfolgt, die durch den
Viertelzylinder 18 zu einem Raum ergänzt werden.