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Schalldämpfender Ohrpfropfen Die Erfindung betrifft einen schalldämpfenden
Ohrpfropfen, bestehend aus einem rohrförmigen, aus elastischem Material hergestellten
Hohlkörper mit zwei durch eine elastische Öffnung miteinander verbundenen und mit
einem lärmschluckenden, durch die elastische Öffnung drückbaren Material gefüllten
Kammern, wobei die Außenwand der einen Kammer so geformt ist, daß sie in den Gehörgang
eingeführt werden und durch Druck auf die Außenwand der anderen Kammer an die Wand
des Gehörganbs angepreßt werden kann. Solche Ohrpfropfen sind bekannt. Sie sind
mit Flüssigkeit, Salbe oder Luft gefüllt.
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Die Erfindung besteht darin, daß die Kammern mit kleinen harten Kugeln
gefüllt sind, die beim Zusammendrücken der Enden der Kammern durch die elastische
Öffnung gepreßt werden. Am besten geeignet sind Kugeln mit einem Durchmesser von
etwa 0,78 mm.
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Der neue Ohrpfropfen ist besser als die bekannten mit Flüssigkeit,
Salbe oder Luft gefülltenOhrpfropfen.
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Er ist außerordentlich einfach konstruiert und kann schnell in das
Ohr eingeführtxund wieder herausgenommen werden. Durch die Kügelchen, welche den
Schall schlechter leiten als eine Flüssigkeit, die also Geräusche besser abhalten,
wird ein einheitlicher Druck auf den Gehörgang ausgeübt. Flüssigkeit, Salbe oder
Luft bleibt außerdem nicht in der Kammer, in die sie gedrückt wird, so daß ein Ventil
vorgesehen sein muß, während die Kügelchen infolge ihrer Trägheit größtenteils in
der Kammer, -in die sie gedrückt sind, verbleiben. Die unregelmäßige Oberfläche
der Kammer, wie sie bei einer Füllung mit Kügelchen sich ergibt, gewährleistet außerdem
einen besseren Ohrverschluß als die glatte Oberfläche einer mit Flüssigkeit gefüllten
Kammer oder Blase.
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Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird in den Zeichnungen
erläutert. Es zeigt Fig. 1 die Seitenansicht eines Ohrpfropfens, Fig. 2 einen Querschnitt
entlang der Linie II-II der Fig. 1, Fig. 3 einen Längsschnitt durch einen Pfropfen,
nachdem er in ein Ohr eingeführt wurde und Fig. 4 einen vergrößerten Teillängsschnitt
der inneren Kammer des Pfropfens.
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Der Ohrpfropfen besteht aus einem elastischen rohrförmigen Hohlkörper
1 mit kreisförmigem Querschnitt. Der Hohlkörper ist vollständig verschlossen.
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Er besteht -aus einem geeigneten elastischen Stoff, z. B.
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Kautschuk. Der größte Teil der Hohlkörperwand ist außerordentlich
dünn, gleich einer Membran. Der mittlere Teil des Hohlkörpers hat durch Einwärtsfalten
einen wesentlich geringeren Durchmesser, wodurch der Hohlkörper in eine durch eine
kleine Öffnung 2 verbundene innere und eine äußere Kammer geteilt ist.
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Damit der Hohlkörper seine Form bewahrt und um
zu verhindern, daß sich
die Öffnung durch den auf den Hohlkörper ausgeübten Druck merklich vergrößert, wind
der einwärts gefaltete Teil der Seitenwand um die Öffnung herum vorzugsweise, wie
in Fig. 3 gezeigt, stärker hengestellt als der restliche Hohlkörper. Die Wand der
äußeren Kammer kann stärker sein als die der inneren Kammer; im allgemeinen haben
sie etwa dieselbe Stärke.
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Der Hohlkörper ist mit kleinen, harten Kugeln 3 gefüllt, die ihre
Gestalt unter jedem bei der Verwendung auf sie ausgeübten Druck beibehalten. Die
Öffnung 2, die die beiden Kammern verbindet, hat im allgemeinen einen kleineren
Durchmesser als die Kugeln, damit sie in ihren betreffenden Stellungen gehalten
werden, bis auf das eine oder das andere Ende des Hohlkörpers mit den Fingern ein
Druck ausgeübt wird.
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Bei der Anwendung dieses Ohrpfropfens wird die innere Kammer zusammengedrückt,
um ihre Größe zu verringern, und darauf in den Gehörgang 4 eingeführt.
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Dann wird die äußere Kammer zwischen den Fingern zusammengédrüokt,
damit einige der sick in ihr befindlichen Kugeln durch die Öffnung 2 nach innen
an die innere Kammer gedrückt werden. Sobald die Kugeln in die innere Kammer gelangt
sind, dehnt sich diese aus. Auf diese Weise wenden .so viele Kugeln nach innen gepreßt,
daß sich, wie in Fig. 3 gezeigt, der Hohlkörper fest an die Wand des Gehörganges
legt.
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Die Kugeln verhalten sich wie eine Flüssigkeitund setzen den Druck
gleichmäßig nach allen Seiten fort, wodurch sich der Hohlkörper der Form des Gehörganges
anpaßt. Hierdurch wird der Pfropfen sicher
festgehalten und bildet
zu gleioher Zeit einen Abschluß.
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Die Kügelchen lassen sich auch viel leichter im Hohlkörper festhalten
als eine Flüssigkeit. Da die -Kügelchen nicht wie eine Flüssigkeit eine \homogene
Masse, sondern eine heterogene Masse mit zahllosen Luftzwischenräumen zwischen den
Kügelchen bilden, wird bei dieser Hohikörperfüllung der -Schall nicht so gut wie
bei einer Flüssigkeit geleitet.
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Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht, wie in Fig, 4 gezeigt
wird, darin, fdaß der Druck der Kügelchen gegen die membranartige Wand des Hohlkörpers
eine unregeimäßige Außenoberfläche ergibt, wodurch ein besserer Verschluß erzielt
wird, als wenn die Oberfläche glatt wäre. Offensichtlich erzeugt die unregelmäßige
Oberfläche einen unregelmäßigen Schaltweg zwischen dem Pfropfen und der Haut, wodurch
die Streuung aller Schallwellen, die diesen Weg nehmen, unterstützt wird.
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Um di!e besten Ergebnisse zu erzielen, sollte der Durchmesser der
Kügelchen etwa 0,78 mm betragen.
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Diese Kügelchen erzeugen nämlich eine große Anzahl sehr kleiner Flächen
5 mit einem sehr einheitlichen Druck, während der Pfropfen zur gleichen Zeit auf
einer verhältnismäßig großen Fläche einen nur geringen einheitlichen Druck ausübt.
Werden größere Kugeln verwandt, so ist der Ohrpfropfen unbequem zu tragen, da wenigerDruckpunkte
zwischen dem Pfropfen und der Wand des Gehörganges vorhanden sind und entspreohendder
Druck an jedem Punkt größer ist Der Pfropfen mit Kugeln, deren Durchmesser etwa
0,78 mm groß ist, kann lange, ohne Beschwerden zu empfinden getragen werden. Bei
Verwendung kleinerer Kugeln wird die Wirkung der unregelmäßigen Oberfläche beträchtlich
vermindert, da die Oberfläche sich einer glatten Fläche nähert.
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Der Pfropfen läßt sich durch bloßes Herausziehen aas dem Ohr entfernen.
Der im Ohr befindliche Teil des Pfropfens streckt sich, wobei sich der Durchmesser
verringert,
so daß er leicht herausgieltet. Bevor der Pfropfen wieder in das Ohr eingeführt
wird, sollte die innere Kammer des Pfropfens zusammengedrückt werden, damit die
Kügelchen zur Verringerung des Derchmessers der inneren Kammer in die äußere Kammer
gepreßt werden. Da der Ohrpfropfen aus zwei Kammern mit einer einschnürenden, elastischen
Öffnung zwischen diesen Kammern besteht, bleiben die Kügelchen leicht in der einen
oder in der anderen Kammer.
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Die Kügelchen passieren nur dann die mittlere Offnung, wenn ein äußerlicher
Druck auf eine der beiden Kammern des Pfropfens ausgeübt wird.
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PATENTANSPRVCIIE: 1. Schalldämpfender Ohrpfropfen, bestehend aus
einem rohrförmigen, aus elastischem Material hergestellten Hohlkörper mit zwei durch
eine elastische Öffnung miteinander verbundenen und mit einem lärmschluckenden,
durch die elastische Öffnung drückbaren Material gefüllten Kammern, wobei die Außenwand
der einen Kammer so geformt ist daß sie in den Gehörgang eingeführt und durch Druck
auf die Außenwand der anderen Kammer an die Wand des Gehörganges angepreßt werden
kann, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammern mit kleinen harten Kugeln (3j gefüllt
sind.